». tr. 212 Drittes Blatt. Sonntag den 11. September 1892
Kichener Anzeiger
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Kenerat-Mnzeiger.
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Amts- und Anzrigeblutt für den Areis Gieren.
Die Gießener i*Ukn6CdUtt rben dem Anzeiger
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Der
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ib cheettlich dreimal
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uJJ lgmden Tag erscheinenden Nummer bis vor«. 10 Ufr. WtÖttÖPHl(I(J£• ^UUtlllCttDlÜtttt« Anzeigen für den ^Gießener Anzeiger- entgegen.
Aintlichev Theil.
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Gießen, den 9. September 1892.
N, tr.: Die Einrichtung der Fortbildungsschulen.
Die
roßh. Kreis-Schulcommission Gießen
an die Schulvorstände des Kreises.
Wir erinnern Sie daran, daß die Schülerlisten in rubr. ie$ :r. bis Ende des Monats an uns einzusenden sind.
Zugleich machen wir Sie daraus aufmerksam, daß nach 6 pos. 2 a. b. c. d. des Ministerialausschreibens vom Juli 1875 in die Listen alle schulpflichtigen Schüler zutragen sind und bei von auswärts Eintretenden die Gemeinde anzugeben ist.
(t Die aus Ihren Gemeinden in andere Gemeinden über- I enden Schüler sind getrennt von den anderen aufzuführen
13 ) dahinter ist zu bescheinigen, daß die nöthige Mittung an den Schulvorstand der betr. Gemeinden erfolgt po». 2 o.
| Die Verzeichnisse sind nicht, wie vereinzelt geschehen, 1 ch die Lehrer, sondern durch die Vorsitzenden der Schulstände mit Begleitbericht an uns einzusenden.
_____________________v. Gagern._______________________
Bekanntmachung,
öffentliche Faselschau betreffend.
Wir bringen zur öffentlichen Kenntniß, daß in Verdung mit dem am 19. September d. I. stattfindenden hmarkte zu Hungen eine öffentliche Faselschau durch Körcommission aögehalten werden wird. Die Schau innt Bormittags 8*/z Uhr, zur Ankörung kommen Fasel der Vogelsberger und Berner, speciell Simmenthaler sie, auch müssen die Thiere bereits sprungfähig sein.
Gießen, den 9. September 1892.
Grobherzogliches Kreisamt Gießen.
___________________I- V "J°st._____________________
Bekanntmachung,
ie landwirthschaftliche Winterschule in Alsfeld betreffend.
Die landwirthschaftliche Winterschule Alsfeld beginnt ihren . Wintercursus Montag den 31. October. Indem wir rmit zu einem recht zahlreichen Besuch einladen, bemerken daß die Schule das Ziel verfolgt, jungen Landwirthen jenigen theoretischen Kenntnisse, welche heute zur rationellen wirthschaftung bäuerlicher Güter nothwendig sind, in zwei ismonatlichen Wintercursen zu vermitteln. Zur Erreichung ses Zieles ist die Schule mit den nöthigen Lehrkräften > Lehrmitteln zweckentsprechend ausgerüstet.
Ausgenommen werden junge Leute im Alter von 14 bis Jahren, welche die Elementarschule besucht und das terrichtsziel derselben erreicht haben; in dem oberen Eursus c solche, welche schon den unteren Cursus der Schule mit folg besucht haben, oder welche nachweisen, daß sie die nntnisse, welche der untere Cursus vermitteln soll, bereits itzen. Aeltere Landwirthe können als Hospitanten aus lommen werben.
Die jungen Leute stehen während ihres Hierseins unter fsicht der Lehrer, sie nehmen Wohnung in bürgerlichen milien und können Pensionen zu 30 bis 40 Mark pro inat durch den Vorsteher der Schule, Herrn Landwirthschafts- rer Leithiger, nachgewiesen werden. Das Schulgeld beträgt das Wintersemester 25 Mark.
Anmeldungen sind an den Aufsichtsrath oder an Herrn ndwirthschastslehrer Leithiger zu richten, welcher auch bereit speziellere Anfragen zu beantworten.
Alsfeld, den 30. August 1892.
x Aussichtsrath der landwirthschaftl. Winterschule Alsfeld.
__v. Grolman.
Bekanntmachung.
Der Pferdezuchtverein im Großherzogthum Hessen ver- staltet am Freitag den 23 September eine Fohlerr- -au in Alsfeld und am Samstag den 24. Sep- mber eine solche in Afsenheim.
In Alsfeld findet bie Schau auf dem städtischen Vieh- crktplatz statt; in Afsenheim auf dem Gelände am Fried- an der Südostseite von Afsenheim. Der Auftrieb muß Z eine wie das andere Mal um 11 Uhr beendet sein.
Nach den Schauen findet ein gemeinsames Mittagessen tt, das Gedeck ohne Wein zu 1.50 Mk. — Anschließend die Schauen wird je noch eine Besprechung abgehalten t der Tagesordnung: „Die diesjährigen Stuten
körungen" und „Die Wahrnehmungen über die Pferdemusterung".
Prämiirt werden folgende Kategorien von warmen und kalten Schlägen:
1) Dreijährige Fohlen mit folgenden Preisen: 40, 30, 20, 15, 10 Mk.
2) Zweijährige Fohlen mit folgenden Preisen: 30, 20, 15, 10, 10 Mk.
3) Einjährige Fohlen mit folgenden Preisen: 20, 15, 15, 10, 10 Mk.
Dreißig Mark bleiben zur Verfügung der Preisrichter.
Die Deckscheine sind als Ausweis für die Abstammung der Thiere mitzubringen.
Diejenigen Herren, die gesonnen sind, an dem Essen Theil zu nehmen, werden gebeten, sich bis zum 21. d. Mts. bei Herrn Guntrum in Alsfeld und Herrn Georg Haas in Affenheim anzumelden.
Darmstadt, 6. September 1892.
Für den Vorstand:
(gez.) von Westerweller.
totales rrnd provinzielles.
Gießen, 10. September 1892.
— Tagesordnung für die Allgemeine Conferenz der deutschen Sittlichkeitsvereiue in Darmstadt am 19. und 20. October 1892. I. 19. October: Vormittags 9 Uhr: Conferenz der Delegirten im städtischen Saalbau, Saalbaustraße 40. Gegenstände der Besprechung: 1. Jahresbericht des Schriftführers. 2. Kassenbericht des Schatzmeisters. 3. Organisationsfragen. 4. Unsere Organe. 5. Die literarische Denkschrift und anderweitige Publikationen. 6. Petitionsangelegenheiten und Stellung zu dem Gesetzentwurf vom 29. Februar 1892. 7. Theaterangelegenheiten. 8. Anschreiben an Gemeindekirchenräthe und kirchliche Behörden. 9. Preisausschreiben über das sechste Gebot. 10. Bestimmung von Ort und Zeit der nächsten Conferenz. 11. Neuwahl des Vorstandes bezw. Ergänzung desselben. — Um 1 Uhr: Gemeinsames Mittagessen im städtischen Saalbau (Couvert 2 Mk.). — Um 3 Uhr: Fortsetzung der Delegirtenconferenz im städtischen Saalbau. — Um 6 Uhr: Gottesdienst in der Stadlkirche unter Mitwirkung des Kirchengesangvereins. — Um 81/2 Uhr: Oeffentliche Männerversammlung im städtischen Saalbau: 1. „Die Unzucht das Grab der Völker" (Herr Lic. Pfarrer Weber- M.-Gladbach). 2. „Die Erziehung unserer männlichen Jugend zur Keuschheit, eine Forderung im Interesse der Wehrkraft unserer Nation" (Herr Pastor Keller-Düsseldorf). 3. „Die Forderung von Bordellen, ein Angriff auf die weibliche Ehre und eine Schmach für die Männerwelt" (Herr Pastor Philipps-Berlin). — Um 8J/2 Uhr: Oeffentliche Frauenversammlung im Saale des neuen Vereinshauses der inneren Mission, Mühlstr. 24.: 1. „Die sittliche Stellung der Frau in Vergangenheit und Gegenwart" (Herr Pastor We n ck - Karlsruhe). 2. „Wie ist den sittlichen Gefahren für das weibliche Geschlecht im gewerblichen Berufsleben vorzubeugen?" (Referent vacat). 3. „Was haben die Frauen bisher zur Bewahrung und Rettung ihrer Schwestern gethan, und was müssen sie noch thun?" (Herr Superintendent Niemann-Kyritz.) Nach den Versammlungen gemüthliches Zusammensein im Saalbau. — II. 20. Ociober 1892: Vormittags 9 Uhr: Haupt- Verhandlungen (öffentlich nur für Männer) im städtischen Saalbau: 1. Allgemeiner Bericht über die deutsche Sittlichkeitsbewegung (Herr Pie. Pfarrer Weber - M.-Gladbach). 2. Vortrag des Geh. Sanitätsraths Herrn Dr. Brinkmann - Wiesbaden: „In wie weit beeinflussen die Lebensanschauungen und Gesellschaftsordnungen der Gegenwart die Sittlichkeit?" (folgt Besprechung). 3. Vortrag des Vereinsgeistlichen Herr P. Patzschke-Liegnitz: „Oeffentliche Vergnügungen und die Unsittlichkeit" (folgt Besprechung). — Um 3 Uhr: Gemeinsames Mittagessen im städtischen Saalbau (Couvert 2,50 Mk.). — Um 4 Uhr: Gemeinsamer Ausflug nach der Ludwigshöhe (45 Minuten von Darmstadt entfernt, Bahnverbindung bis zum Fuße derselben). — Um 9 Uhr: Versammlung des „Weißen Kreuzes" im Vereinshause der inneren Mission, Mühlstraße 24. Einleitender Vortrag über „die Bestrebungen des Weißen Kreuzes" von Herrn Generalsekretär Krüger-Frankfurt a. M.
K. Alsfeld, 9. September. Heute Früh gegen 1 Uhr wurden die hiesigen Bewohner durch den Ruf „Feuer" aus dem Schlase geschreckt. Es brannte in dem Fabrikraum des Pseisensabrikanten Louis Raab. Dank dem sofortigen Eingreifen der Feuerwehr und der Bürgerschaft und der soliden Bauart des Gebäudes blieb das Feuer auf feinen eigenen Herd beschränkt, eß kostete jedoch mehrstündige Arbeit,
die immer wieder hell aufbrennenden Rohmaterialien und halbfertigen Maaren zu löschen. Die Entstehungsursache des Brandes konnte noch nicht ermittelt werden.
StatistischeMitthkilungkndksStandesamts Gießen pro 1891*
Die Eheschließungen im Jahre 1891 betragen 158
Im Jahre 1890 betrugen dieselben 143
sonach mehr 15
Die Zahl der verkündeten Aufgebote beträgt 306, davon auf Grund eigener Anordnung 174, auf Requisition auswärtiger Be- hördm 132.
Es wurden geboren im Jahre 1891
„ „ 1890
sonach in 1891 mehr
Knaben 377 327
Mädchen
355
334
Zusammen 732 661
50
21
71
davon waren ehelich in 1891 . . .
245
244
489
(worunter 12 Knaben und 15 Mädchen, deren Eltern auswärts wohnhaft sind)
in 1890
212
228
440
sonach in 1891 mehr
33
16
49
unehelich in 1891.......
132
111
243
(in der Entbindungsanstalt und in Privatwohnungen geboren, darunter 18 Knaben und 17
Mädchen von in Gießen wohnhaften Müttern)
in 1890
115
106
221
sonach in 1891 mehr
17
5
22
Von den unehelichen Kindern waren
die Mütter von auswärts bei 208
derselben, von Gießen bezw.daselbst wohnhaft bet 35, zusammen 243.
Todtgeboren wurden im Jahre 1891
20
16
36
„ „ l«90
10
8
18
sonach in 1891 mehr
10
8
18
davon waren ehelich in 1891. . .
15
9
24
1890. . .
5
3
8
sonach in 1891 mehr
10
6
16
unehelich in 1891.......
5
7
12
1890 .......
5
5
10
sonach in 1891 mehr
—
2
2
u ärmlich
weibl ch
zusammen
Sterbesälle kamen vor in 1891 . .
266
240
506
1890 . .
286
251
537
sonach weniger in 1891
20
11
31
hierunter waren Ortsfremde in 1891
88
71
159
1890
90
59
149
sonach weniger bezw. mehr in 1891
— 2
4- 12
4- 10
Von den im Jahre 1891 oerzischneien Geburten entfallen auf in Gießen wohnhafte Eltern bezw. Mütter..........
Von den im.gleichen Jahre dahier gestorbenen Personen waren in
251
246
497
Gießen wohnhaft......
178
169
347
mithin Ueberschuß der Geburten pro
1891
73
77
150
(1890
32
43»
75)
verkehr, £and< rrnd volkswirthschaft.
— LebenSverficherungS-GeseÜschaft zu Leipzig, auf Gegenfeittgkeit gegründel 1830 (alte Leipziger). Es sind vom 1. Januar bis Ende August 1892 4231 Anträge über 29 763 700 Mk. (434 An- tiäqe über 4220250 Mk. mehr als im gleichen Ztttraum des Jahres 1891) beantragt worden. Als gestorben wurden dagegen angemeldet 495 Mitglieder, die mit 3 368 150 Mk. versichert waren. Der Ver- sicherungsbestand stellte sich Ende August 1892 auf 56 000 Personen mit 374 Millionen Mark Versicherungssumme. Bei der Leivsiger Gesellschaft, als einer reinen Gegenseitigkeitsanstalt, fließen alle lieber; schüsse den Versicherten wieder zu. Die Dividende der letzteren beträgt für die länger als 5 Jahre bestehenden Versicherungen im laufenden Jahre 42pCt. der ordentlichen Jahresprämie und bei abgekürzten Versicherungen außerdem P/rpCt. der Summe der gezahlten Zusatz- piämien, was mit Rücksicht auf anderweite Auslassungen über ohfen Punkt hier ausdrücklich hervorgehoben werden mag. Würde eine Dividende auf die Zusatzprämte nicht gezahlt, so wäre der Dividendensatz auf die ordentliche Jahresprämie noch wesentlich höher als 42 pEt. ____________
— Obftmärkte. Nachdem die im vorigen Jahre in Frankfurt a. M. adgehallenen Obstmärkte einen für den Anfang lecht be friedigenden Erfolg gehabt haben, hat das zu diesem Zwecke gebildete Comitö beschlossen, in diesem Jahre ebenfaUs zwei Odsimärkle abzuhalten. Als Tage sind in Aussicht genommen der 29. September und 11. October, als Ort, wie im Vorjahre, die StadthaUe. Die Versendung der Anmeldeformulare an die Jnte'essenlen wird dieser Tage erfolgen. Die Beschickung der beiden vorjährigen Obstmärkte läßt für dieses Jahr ein recht günstiges Ergedniß erwarten. Während nämlich der erste Markt 28 Anmeldungen mit 140 Nummern und einem Gesammtgewtcht der verschiedenen Obstsorten von 26710 Kilo gramm aufwteS, waren für den zweiten Markt 60 Anmeldungen mit 309 Nummern und einem Gesammtgewtcht von 38482 Kilogramm erfolgt. War also schon im Vorjahre nach tum ersten Markte eine solche Steigerung der Anmeldung zu verzeichnen, so ist eine große Betheiligung für dieses Jahr um so sicherer zu erwarten, als die Vortheile derartiger Obstmärkte von allen Seiten gerne anerkannt worden sind.


