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e« sich in Zukunft vielleicht empfehlen, eine Poltzeitruppe zu sehen und Weihe baiür anzuwerben. Dr. PeterS würde wabrscheinllch lieber eine größere Aufgabe übernehmen alS er jetzt habe. Die Wtßmann'sche Dampsirerpedition sei eine Privatangelegenheit, welche den Reichstag nicht berühre. Die Meinung BambergerS über die Colontalpolttik werde im Lande nicht getheilt.

Adg. Graf HoenSbrotch (Ctr.) spricht seine Anerkennung aus über den Schutz, den die Regierung der Mission -u Thetl werden lasse. Die Missionäre, das werde jetzt allgemein anerkannt, seien die Pioniere der Kultur. Bedauerlich sei, daß es einzelnen katholischen Missionen noch immer unmöglich gemacht sei, sich in Deulschtand selbst nteder-ulassen. Redner wendet sich ferner gegen die SchnapS- einfuhr in den Kolonien.

Geh. Ratb Kayser: Die Kaiserliche Regierung stimme hin­sichtlich der Rothwendigkeit des Schutzes der Missionen und der Be­schränkung der Branntweinetnfuhr vollständig überein. Es geschehe auch Alles, um der Branntwetnpest, die bis jetzt in Ostafrika noch nicht herrsche, den Eingang daselbst abuischnetden. Von einer In­vasion unseres Gebiets durch englische Missionare, welche behauptet worden, sei der Regierung nichts bekannt. Der oslafi ikantsche Handel sei keineswegs geringfügig und er sei im steten Steigen begrtsten.

Abg. Dr. Hammacher (nl.) wendet sich gleichfalls gegen die Unterschätzung der wirthschaftlichen Bedeutung unseres oftasrikanischen Schutzgebiets und warnt vor einer Herabsetzung der eingestellten Summe.

Abg. Dr. Barth (frf.) erklärt die Ausweisung Wolffs für prinzipiell bedenklich. Wolffs Kritik möge wenig objecttv gewesen sein, räthlich sei seine Ausweisung auf keinen Fall gewesen. Man habe ihn damit zu einem bekannten Manne gemacht und er sei heute wahrscheinlich unbequemer als er gewesen wäre, wenn man ihn in Ruhe gelassen hätte. Man sei heute viel zu empfindlich gegenüber der Kritik. Was die wirthschaftlichen Ergebnisse anlange, so sei die Kultur exotischer Rutzpstanzen sehr precär. Seine Freunde hätten der Colontalpolitik von jeher skeptisch gegenüber gestanden und be­trachten das als einen Ehrentitel.

Abg. Graf Mirbach (conf.) spricht seine Befriedigung darüber aus, daß die Ausweisung des Herrn Wolff rechtlich nicht anfechtbar sei. Der Import und Export allein sei nicht maßgebend für den Nutzen, den eine Colonie dem Vaterland gewähre. Eine Anzahl tüchtiger Kräfte, die fonst dem Vaterlande verloren wären, würden demselben durch die Colonialpolitik erhalten. Für die Handarbeiter fehle es nicht an Arbeitsgelegenheit, aber es sei eine Ueberproductton an Gebildeten vorhanden.

Abg. Rickert (frf.). Die Colontalpolttik sei nur geeignet, die Macht des Reiches zu schwächen. Man möge sich doch nicht auf die Sklaoenbefretung berufen; zu dem Zweck würden nur 34000 Mk. von den 2>/s Millionen verwendet. Die Beseitigung Wolffs, der lediglich aus patriotischem Interesse und colonialpoltttschen lieber; eifer nach Ostafrika gegangen fei, hätte in anderen Formen erfolgen sollen. Leider wachse heute die Empfindlichkeit an der Kritik, wie die sich progressiv steigernde Zahl der Processe beweise. Das sei tief bedauerlich. Im konstitutionellen Staate müsse man mit den Wohl- thaten der Kritik auch deren Unbequemlichkeiten mit in den Kauf nehmen. Er halte die Ausweisung Wolffs nicht für nützlich.

Reichskanzler Gras Caprivi: Wenn Wolff aus Patriotismus gehandelt, dann fei dies mißverstandener Patriotismus gewesen. Von Empfindlichkeit könne keine Rede fein, denn ihm sei doch nichts geschehen; er habe lediglich im Interesse des Reichs gebandelt, so wie er es verstehe. Er sei für sein Thetl für die Kritik völlig unem­pfindlich.

Abg. von Kardorff (Rp.) legt dar, daß mit der für Sklaven­befreiung aufgewendeten Summe doch nicht die für die Bekämpfung der Sklaverei überhaupt verwendeten Mittel erschöpft seien. Die Gegner der Colonialpolitik hätten ihren Rückhalt im Pbitisterium, dem man gruselig mache, indem man sage: das kostet Geld. Zum Glück bestehe das deutsche Volk noch nicht blos aus Philistern.

Die Forderung von 21/, Millionen für Ostafrika wird gegen die Stimmen der Freisinnigen und Socialdemokraten angenommen.

Montag 1 Uhr: Weiterberathung des Colonialetats, Inter­pellation Stauffenbergs.

Präsident von Levetzow theilt auf eine Anfrage mit, daß <r Mitte nächster Woche eine Pause eintreten zu lassen gedenkt.

Ueuefte Nachrichten.

EolsiS relegrapdischrg Terreidondknz-Burean

Brussel, 6. März. Seit einigen Tagen ist eine ge­heime Untersuchung eingeleitet, welche sich mit einem Ver­suche eines Attentats gegen das Hotel der spanischen Gesandtschaft beschäftigt. Die festgestellten Thatsachen sollen denjenigen analog sein, die bei dem Attentate gegen das Pariser Hotel der Prinzessin von Sagan ermittelt wurden.

Athen, 6. März. Der neuernannte Finanzminister Deimezis ist heute Vormittag vereidigt worden. Die Er­nennung des ehemaligen Gesandten in Rom, Meleto^ puloö, zum Minister des Auswärtigen, gilt als unmittelbar bevorstehend.

Localer un6 provinzieller,

Gießen, 7. März 1892.

Sitzung der Großherzoglichen Handelskammer vom 2. März 1892. Anwesend waren die Herren Koch, Scheel, Heichelheim, Hornberger, Katz, Klingspor, Kraatz, Wortmann.

Zur Frage der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe hatte die Seitens der Stadtverordneten-Versammlung hierfür ein­gesetzten Commission beschlossen, für die Manufactur-, Woll- und Weißwaaren, sowie Confections - Geschäfte die Offen- Haltung der Läden an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Uhr zu befürworten, bezüglich der übrigen Branchen da­gegen die Beschlußfassung auszusetzen, bis Seitens der Kammer durch eine nochmalige Umfrage sestgestellt sei, ob die Inhaber der anderen Branchen in ihrer Mehrheit für den Schluß der Geschäfte um 1 oder 2 Uhr feien. Diese Seitens der Kammer veranstaltete Umfrage hat das Resultat ergeben, daß sich dte überwiegende Mehrheit für Schließung um 1 Uhr aus­gesprochen hat.

Die Kammer hat demgemäß durch Eingabe als orts- statutarisch einzuführende Arbeitszeit bei der Stadtverordneten- Dersammlung befürwortet:

1. für die Manufactur-, Woll-, Weißwaaren- und Con­fections Geschäfte die Zeit von 113 Uhr,

2. für die übrigen Branchen die Zeit von 7*/a9 und 11-1 Uhr,

3. für die Engros Geschäfte .die Zeit von 89 und 11 1 Uhr.

Zur Frage der Errichtung von Lagerhäusern ist der Bürgermeisterei Gießen das Resultat der von der Kammer kürzlich veranstalteten Listencirculation, sowie daS Ergebniß der öffentlichen Versammlung mit dem Ersuchen mitgetheilt worden, nunmehr eine weitere Beschlußfassung der Stadt­verordneten Versammlung gemäß den früher von der Kammer gestellten Anträgen veranlassen zn wollen.

Zn dem Projecte der Erbauung einer Bahn durch das Biberthal wird beschlossen, an Großh. Staatsregierung eine Eingabe zu richten mit dem Ersuchen, ihrerseits mit allen Mitteln daraus hinwirken zu wollen, daß fragliche Bahn bis nach Gießen durchgeführt und nicht mit Umgehung Gießens gebaut werde, weil letzteres eine schwere Schädigung des hiesigen Platzes und eine Ablenkung des zur Zeit nach Gießen gravitirenden Verkehrs des BiberthaleS nach den Nachbar­städten Wetzlar und Marburg zur Folge haben wurde.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag haben mehrere Leute den Diener einer Studentenverbindung in der Plockstraße dahier überfallen und blutig geprügelt. Da erstere erkannt worden sein sotten, so werden sie sich demnächst wegen Körperverletzung zu verantworten haben.

Heute Morgen 5 Uhr wurde durch Generalmarsch' schlagen die hiesige Garnison alarmirt.

X. 0. Die letzte Vorstellung des Theatervereins in diesem Winter fand vor einem recht gut besetzten Hause statt. Wie vorher angekündigt, waren die beiden Stücke des Abends dieFla11ersucht" von Sardou,Ein Ritter der Damen" von Hiltl, der nun zu Ende gehenden Faschings­zeit entsprechend ausgewählt: Lustspiele, die eben nichts als lustig sein wollten und sollten. Und lustig sind sie gewesen! Freilich dem einen oder anderen Zuschauer mag die Komik der Stücke gar zu grotesk erschienen sein. Allein neben dem tragischen Ernst, der sentimentalen Rührung, dem satyrischen Humor hat doch auch die groteske Komik als Abwechselung ihr gutes Recht. Vor Kurzem ist dieFlattersucht" von denselben Schauspielern, die bei uns ausgetreten sind, in Homburg gegeben und mit frostiger Langeweile ausge­nommen worden. Verdient nun wohl das Homburger Publi­kum den Vorzug vor dem hiesigen, welches in seiner über­großen Mehrzahl das lustige Stück mit hellem jubelndem Lachen empfangen hat? Wir meinen, daß die Gießener den Vergleich mit den Homburgern nicht zu scheuen brauchen. Ueberlassen wir die steifleinenen Badegäste Homburgs ruhig ihrer Langeweile. Bleiben wir selber naiv genug, um uns sogar noch nachträglich der drolligsten Scenen der Lustspiele fröhlich zu erinnern. Jener Scene z. B., wo Herr von Charn- pignac durch fein eigenes Haus, die Binde über den Augen, in die Irre geführt wird und dabei prahlt, er merke genau, wo er fei, das mache die Hebung der Rendezvous. Oder der anderen Sccne, wo Champignac, der rauflustige Riverol und der Einfaltspinsel Fridolin, die Stühle eug aneinander gerückt, eine Sitzung abhalten, um unter der geschäftlichen Leitung des Einsaltspinsels die Verwickelungen der letzten Äcte sich klar zu machen. Natürlich die erste Bedingung für den Erfolg von Lustspielen ist, daß sie gut gespielt werden, und diese Bedingung war glänzend erfüllt; vor Allen war Herr Schönfeld (als Champignac und als Bois Rosse) und Fräulein Gündel (als Tante Camille) unübertrefflich; aber auch die Herren Meyer (als Fridolin und als Baron) und Roll (als Riverol) und Fräulein Drucker (als Frau von Cham­pignac und als Baronin) fpielten Jl)re Rollen recht gut. Ein erheblicher Fehler der Ausführung war nur der, daß die Bühne im zweiten Act derFlattersucht" nicht dunkel genug war und dadurch das drollige Herumtasten und Herumtappen der beiden Liebhaber im Salon Champignacs sich recht un­wahrscheinlich ausnahm. Doch waren daran schwerlich unsere Frankfurter Gäste schuld, sondern die mangelhafte Einrichtung unserer Bühne. Neulich hat diese Zeitung berichtet, daß an der Spitze des hiesigen Theatervereins drei classisch-gebildete Professoren stehen. Vielleicht lassen diese drei Herren ihr bühnentechnisches Licht das nächste Mal derart leuchten, daß die Bühne dunkel wird, nämlich wenn sie dunkel fein soll.

Neues Theater. Vor gut besuchtem Hause begann gestern Frl. Hildegard Jenicke vom Großh. Hoftheater in Weimar ihr Gastspiel. Gespielt wurdeDonna Diana", Lustspiel in drei Acten von Moreto. Deutsch von C. A. West. Das Hauptverdienst, den Abend für alle Besucher angenehm und unvergeßlich gemacht zu haben, gebührt natürlich unserem verehrten Gaste. Sie hat alle Erwartungen, die in Folge günstiger Kritik gehegt wurden, bei Weitem übertroffen. Wir müssen gestehen, selten eine Schauspielerin gesehen zu haben, die mit einer ausgeprägten Künstlerindividualität so fein­fühlend die Grenzen des Natürlichen einhielt. Ihr Spiel war geradezu tadellos und wirkte im zweiten Acte bei den Worten:wenn ich ihn im Staube vor mir sehe" mächtig begeisternd auf die Hörer. Die Glanzstelle des Abends war wohl der Augenblick, wo sie triumphirend, den Erfolg ihres LiebeskampfeS mit Don Cesar voraussehend, ausruft:

Ja, Rache will ich an ihm nehmen Oder sterben an dem Unternehmen".

Gleiches Lob wie das Spiel der gefeierten Heroine verdient ihr äußerst klangreiches Organ. Es erscheint deshalb auch natürlich, daß es ihr gelang, das Publikum sozusagen im Sturme zu nehmen. Jubelnd gab dieses mit Beifallklatschen und Bravorusen den Gefühlen der Dankbarkeit und Be- geifterung Ausdruck. Neben der Hauptdarstellerin des Abends sei namentlich der sein characterisirten Rolle des Secretärs Pirin (Herrn Paul Ernst) Erwähnung gethan. Wenn wir auch von ihm verlangen dürfen, daß er feine Rolle ein wenig besser inne hätte der Souffleur war manchmal sehr deutlich vernehmbar, so ersetzte er doch diesen Mangel durch die Komik und den Witz, die ihm zu Gebote stehen. Der Gesammteindruck des Abends war entschieden äußerst günstig und wir hoffen, daß der Appell, der vor einigen Tagen an das kunstliebende Gießen gerichtet wurde, auch für die anderen Schausptelabende des verehrten Gastes nicht vergeblich war.

Altenstadt, 4. März. Heute referirte Herr Landtags­abgeordneter Westernacher von Lindheim vor einem zahlreich erschienenen Publikum über seine seitherige Tätig­keit im Landtag und gab insbesondere seine Stellungnahme gegen die in Aussicht stehende Landgemeindeordnung kund. Nachdem er noch weitere Gegenstände, insbesondere KreiS- und Provinzialstraßen, Finanzlage, Weinsteuer, Abgabe von

Waldstreu, Eisenbahnen, insbesondere derjenigen von Stock­heim nach Frankfurt, Beamtengehalte u. s. w. gedachte, schloß die Versammlung mit einem brausenden Hoch ans den Redner. Herr Lehrer Stock ließ es nicht ungesäumt mit feinen in der Mehrzahl anwesenden Sanges-Mitgliedern, Herrn Westernacher, der zugleich Ehrenpräsident des Nidder- Seementhal-SängerbundeS ist, einige Gesangsovationen dar- zubringen, dnß die Theilnchmer noch mehrere Stunden in fröhlicher Stimmung beisammenhielt.

Vom höheren Vogelsberg, 4. März. Obwohl man mit beginn des März schon an das Herankommen des Frühlings dachte, da auch die Staare und Lerchen bereits ihren Einzug hier vielfach gehalten hatten, so ist doch seit vorgestern der Winter hier nochmals mit entschiedener Strenge ausgetreten. Das Thermometer zeigt 13 Grad Reaumur Kälte. ES weht ein scharfer Nordostwind. Selbst im Wohnzimmer ist daS Eis an den Fenstern tagsüber nicht wegzubringen. Eine derartige Kälte war hier nicht um Weihnachten. Das Gezwitscher der Staare und Lerchen ist verstummt. Die Kälte ist eine sibirische zu nennen. Die Wintersaat hat erheblichen Schaden zu befürchten.

0 Grebenhain, 4. März. Die erste Holzversteige­rung in der hiesigen Oberförsterei für dieses Jahr wurde gestern im Psannstiehl'schen Saal in Bermuthshain abgehalten. Die Preise waren durchschnittlich folgende: Bnchen-Scheitholz 1. Klasse das Raummeter 4*/, bis Mk., Buchen-Scheit- holz 2. Klasse bis 41/2 Mk., Buchen-Knüppel 1. Klasse 4 bis 4V2 Mk., Buchen-Knüppel 2. Klasse 2 bis 3 Mk., Buchen-Reisig 60 bis 70 Psg., Buchen-Stamm-Reisig 1 bis 1.20 Mk., Buchen-Stöcke 3 Mk. Die Preise haben sich gegen voriges Jahr nur wenig verändert. Man hofft noch auf billige Preise, da noch viel Holz zur Versteigerung kommen soll.

Au8 dem Kreise Friedberg, 4. März. Das Großherzogl. Kreisamt stellt soeben Ermittelungen über die Höhe des sog. Einzugsgeldes und dem diesem gegenüberstehenden Bürgern ntzen in den Orten unseres Kreises an. Wir haben in der That noch Gemeinden, die in der glücklichen Lage sind, ihren OrtSbürgern einen beträchtlichen Nutzen zu gewähren. In Staden, wo z. B. daS Einzugsgeld 351 Mk. einschließlich 4 Mk.Feuereimergeld" beträgt, besteht der Ortsbürgernutzen in einem Morgen Gras zu Heu und Grummet und einem Loos Holz und stellt einen Geldwerth von mindestens 65 Mk. dar.

Darmstadt, 4. März. In gestriger geheimer Sitzung der Stadtverordneten wurden von der Commission die Herren Staatsanwalt Dr. Best, Rechtsanwalt Dr. E. E. Hoff­mann und Polizeirath Morneweg als Candidaten für die Bürgermeisterwahl vorgeschlagen. Nächsten Mittwoch soll dieserhalb eine vertrauliche Sitzung der Stadtverordneten ftattfinben, während die Wahl selbst am Montag den 14. März vorgenommen werden soll. Wie wir hören, wurde in der letzten geheimen Sitzung der Stadtverordneten Herr Dr. August Fischer zu Gießen zum Assistenzärzte am städtischen Kranken­hause dahier ernannt. Bei dem Schneewetter in vorletzter Woche bildeten sich an dem Dache eines Gebäudes der Schenk- schen Waagensabrik Eiszapfen. Ein Arbeiter kam mit einer Stange an einen dieser Eiszapfen, woraus dieser dem Manne mit solcher Wucht auf den Kops fiel, daß der Letztere schwer verletzt wurde, trotzdem er einen Hut auf dem Kopse hatte- Trotz ärztlicher Bemühungen starb der Mann, welcher ver- heirathet war, an den Folgen der Verletzung und sand gestern fein Leichenbegängniß statt. N. H. V.

Mainz, 6. März. Trotz der ungünstigen Zeitverhältnisse hat der Carnev als vereinNarrhalla" einen Über­schuß von rund Mk. 9000 bei der diesmaligen Carnevals- campagne erzielt. Derselbe kommt dem nächstjährigen Carneval zu Gute, dem man etwas frühzeitig in verschiedenen karnevalistischen Kreisen jetzt schon ein neues bedeutendes Emporblühen prophezeit.

Mainz, 6. März. Daß trotz fortwährender Klagen über schlechte Zeiten noch immer Geld unter den Leuten ist, geht aus der Thatsache hervor, daß aus den Maskenbällen in der Stadthalle an den zwei letzten Carnevalstagen allein 14 800 Mk. für Eintrittsgeld erlöst wurdeu. Nach Abzug der Kosten fließt von diesem Betrag die Hülste in die Stadt­kasse und.die andere Hälfte der Narrhalla zu, welche das Geld für den nächstjährigen Carneval zinsbringend anlegt.

S An8 Knrhefsen, 6. März. (Im März erfroren.) Vorgestern Abend begab sich ein Dienstknecht (sogenannter Ochsenschweizer) des Gutes Weidenhausen im Kreise Eschwege nach seinem Heimathsorte Niddawitzhausen, das wenige Stunden entfernt davon liegt. Er wollte seine schwerkranke Frau besuchen. Nachdem er dieses gethan, trat er noch in der Nacht bei starkem Froste den Heimweg an, um recht zeitig wieder aus dem Gute zu fein. Unterwegs wurde ihm schwach und müde, er setzte sich in der Nähe des Dorfes Eltmannshausen an eine Mauer um auszuruhen, schlief ein und erstarrte, um nicht wieder zu erwachen. Der Aerrnstc hinterläßt Frau und sechs kleine Kinder.

Verkehr, und Volkrwirthschaft»

«rünberg, 5. März. Fruchtpreise. Weizen X 0000, Korn X 22.00, Gerste X 16.60, Hafer X 14.20, Erbsen X Linsen X . Wicken X, Lein X, Kartoffeln ^*0.00, Sarnen X.

Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde.

Vibelstunde beute Montag den 7. März, Abend« 8 Uhr, in der Kleinkinderschule; Römerbrief Kap. 8, Der« 12: der kindliche Geist und die Freiheit der Kinder GotteS; Leiden und Hoffen. Pfarrer Dr Naumann.

2. Wochenpasstontzandacht am Mittwoch den 9. März- Abends 6 Uhr. Pfarrer Schlosser.

85 OOO Stellen. Die Anstalt für Stellenvermittelung de» kaufmännischen Vereins in Frankfurt a. M. besetzte am 29. Februar die 25000. Stelle seit Bestehen des Vereine. Die Zahl der Beleb­ungen im Jahr 1891 betrug 2278.