und das Samenergebniß — der Lein — ist sehr reichlich. Auch der Sommerraps ist meist schon reif und eingeheimft worden. Wer solchen gebaut, dem dürste das so sehr in der Haushaltung nöthige Oel nicht mangeln. Mehlkasten und Oelkrüglein hat dieses Jahr mithin also voll gefüllt, nur daß die bis in den Herbst hinein sich erstreckende Trockenheit den Futtermangel heraufbeschworen, läßt eine Lücke offen, die aber doch nur das Vieh betrifft.
△ Mainz, 5. September. Mittelst Extrazuges traf heute Nachmittag gegen 5 Uhr unter Kanonensalven der Großherzog mit Gefolge zum erstmaligen Besuch von Mainz seit seinem Regierungsantritt hier ein. Zu dem Empfang hatten sich auf dem Bahnhof der Provinzialdirector mit den übrigen hiesigen Regierungsbeamten, der Ober- bürgermeister und die Beigeordneten, der Bischof und mehrere Domcapitulare, der Festungscommandant, der Präsident der Handelskammer sowie die übrigen Spitzen der Behörden und die Vertreter der protestantischen und israelitischen Reltgions- gemeinden eingesunden. Gouverneur v. Reibnitz war nicht zum Empfang erschienen, wodurch die Mittheilung von dessen bevorstehender Pensionirung Bestätigung finden dürfte. Eine Ehrencompagnie war nicht aufgestellt und fand auch nur eine Begrüßung und Vorstellung statt. Der Großherzog fuhr, Oberbürgermeister Dr. Oechsner zur Seite, direct nach dem Schloß. In den dem Bahnhof zunächst gelegenen Straßen und auf dem Schloßplatz hatte sich eine recht große Menschenmenge eingesunden, die den Landesfürsten durch lebhafte Hurrahruse begrüßte. Nächster Tage wird dem Groß- Herzog von den hiesigen Vereinen und Corporationen eine Fackelserenade gebracht werden. — In dem nahen Niederolm ist ein Sterbesall vorgekommen, bei welchem der Arzt Cholera nostras constatirte.
eine Differenz von 2000 Tobten gegen die amtlichen Ziffern.
Hamburg, 5. September. Den Behauptungen inländischer und ausländischer Blätter gegenüber, daß das Auftreten der Cholera in Hamburg von dem Hamburger Senat und den Behörden geflissentlich verheimlicht worden, constatirt der „Hamb. Corr." aus erster Ouelle, daß die Hamburger Me- dicinalbehörde am 22. August sofort nach Abschluß der bacteriologischen Untersuchung über den ersten Cholerafall das Reichs- gesundheitsamt benachrichtigte und alle erforderlichen^Maßregeln ergriff. — Die Sammlungen für den durch die Cholera verursachten Nothstand ergaben 185 000 Mark.
Bremerhaven, 6. September. Der Verkehr mit Helgoland wurde eingestellt- die Postdampfer fahren daher von jetzt ab nur über Wilhelmshaven.
Halle, 5. September. Aus Ansuchen der Hamburger Choleracommission hat sich eine Anzahl hiesiger jüngerer Aerzte nach Hamburg begeben.
Karlsruhe, 5. September. In Rappenau ist eine Hamburgerin an der Cholera gestorben- zwei andere Hamburger sind dort erkrankt.
Karlsruhe, 5. September. Von vertrauenswürdiger Seite wird der „Frkf. Z." mitgetheilt, daß Verhandlungen zwischen dem Ministerium und der Militärbehörde wegen Abbestellung der Kaisermanöver schweben.
Paris, 5. September. Wie aus einer von dem Ministerium des Innern ausgenommenen Statistik zu ersehen, betrug in Paris die Gesammtzahl der Cholera-Erkrank- ungen seit März 1054, der Todessälle 365. Wie verlautet, präsidirt heute ausnahmsweise der Cabinetsches Loubet der Sitzung des Gesundheitsrathes und reist morgen nach Havre zum Besuch der Choleraspitäler.
London, 5. September. England ist absolut ch o l e r a - frei. Einige englische Damen reisten als freiwillige Krankenpflegerinnen nach Hamburg ab.
Newyork, 5. September. Die Zustände auf den in Quarantäne liegenden Hamburger Dampfern sind schlimm. Weitere sechs Personen sind gestorben, elf erkrankt. Die Cajüreupassagiere der „Normannia" boten große Summen an, um von dem Dampfer abzukommen. Die Quarantänebeamten machten indessen unnachsichtlich mit Niemandem eine Ausnahme. Die Reinigung und Desinficirung der Stadt wird energisch betrieben.
Locales and provinzieller.
Gießen, 6. September 1892.
-r Der Kriegervereiu Gießen feierte am Sonntag den Sedantag. — Die Feier verlief, vom herrlichsten Wetter begünstigt, ganz programmmäßig. Um 3 Uhr rückte der Verein von seinem Local, die umflorte Fahne voran, zur Schmückung der Denkmale an den Kriegergräbern auf dem Friedhof. Dorr angekommen, spielte die Musik einen Choral, woraus der Vereinspräsident, Herr Meyer, in trefflichen Worten vor dem in großer Anzahl erschienenen Publikum über die Bedeutung des Sedantages sprach. Er gedachte der großen Zeit, der fürs Vaterland Gefallenen, sowie all der Held.a, insbesondere auch unseres leider allzufrüh ver« verstorbenen Großherzogs. — Nach beendeter Rede wurde noch ein Choral gespielt und die Friedhofsseier war beendigt. — Mit fliegender Fahne und unter den Klängen der Musik marschirte dann der stattliche Zug direct nach Textors Hardt, woselbst der gemüthliche Theil des Festes abgehalten wurde. Musik und Gesang, letzterer vorgetragen von dem Gesangverein „Heiterkeit", unter vorzüglicher Leitung des Herrn Kruse, wechselten ab. Der Vereinspräsident nahm nochmals das Wort, um ganz besonders der Jugend in schneidiger Rede die Vaterlandsliebe einzuschärsen. Den Schluß des schönen Festes bildete ein Tänzchen, welches die Kameraden mit Familie und den erschienen Gästen bis spät in die Nacht hinein in fröhlichster Stimmung zusammen hielt.
25jahrige8 ~ Dienstjubiläum. Am morgigen Tage, Mittwoch den 7. September, begeht der hiesige Stations-
von inniger Liebe strahlende Auge- so mußte ein Mann aussehen, dem ein Weib freudig ihre Zukunft anvertrauen kann.
„Ja!"
„Dank, theuerste Liesbeth, o, wie ich Dich liebe!"
Schweigend hielten sie in vollem Glücksgefühle sich eine Weile umfaßt.
„Geliebtes Herz," sagte dann Walter, „einen Gefallen mußt Du mir noch thun!"
„Sprich nur, mein Wilhelm!"
«Du mußt mich künftig Lorenz nennen."
„Was soll das heißen?"
„Mein süßes Liebchen, ich habe Dich getäuscht, ich bin mcht Wilhelm Berg. Ein wenig Schuld trifft dabei auch Dich, welche diese Rolle mir so reizend gemacht, und zugleich Verzeihung für eine derartige Täuschung in Aussicht gestellt hatte. Zürne nicht, ohne diese scheinbare Verwandtschaft wären wir uns nicht so nahe gerückt, wäre nicht so unverschleiert mir der Einblick in das reinste Frauengemüth geworden."
„Du häßlicher, böser Mann! Nnn wird jedoch Vetter Wilhelm bald hier sein, dem ich so innig zugethan bin und oer sicherlich einer der schönsten und liebenswürdigsten Männer ist," entgegnete Liesbeth schalkhaft.
//Ich hoffe, Du wirst ihn mit der herzlichen Zuneigung empfangen, welche der bescheidene brave Junge verdient, wenn er auch nicht dem geschmeichelten Bilde gleicht, das Du bcr- Seele getragen. Wilhelm Berg hat kein estechendes Aeußere, ist still und in sich gekehrt, und man mutz längere Zett mit ihm zusammengelebt haben, um seine treffen Eigenschaften würdigen zu können. Nein, nein, Du wirft es nicht bereuen, dem falschen Wilhelm Dein Herz geschenkt zu haben." 0
(Schluß folgt.)
Vorsteher I. Klasse, Herr Jean Heydt, die Feier seiner 25jährigen ununterbrochenen Thätigkeit im Eisenbahndienste. Sein unermüdlicher Diensteifer, gepaart mit einer seltenen Pflichttreue, seine Energie und Arbeitskraft haben dem Jubilar längst die wohlverdienten Auszeichnungen von Allerhöchster Seite sowie seinen vorgesetzten Behörden zu Theil werden lassen. Derselbe wurde während seiner Dienstzeit vielseitig u. A. von Sr. Majestät dem deutschen Kaiser, seinem Landesherrn unserem Großherzog, dem Kaiser von Rußland, dem Großherzog von Baden, dem König von Schweden :c. decorirt und ausgezeichnet. Auch bei der hiesigen Einwohnerschaft sowie dem reisenden Publikum hat sich der Jubilar durch sein freundliches und zuvorkommendes Wesen, als Beamter sowohl als in gesellschaftlicher Beziehung überall Freunde und Gönner erworben. Sein strenger aber rechtlicher Sinn hat ihm die Liebe und Anerkennung seiner Beamten und Collegen sowie die Achtung und Verehrung seiner Untergebenen gesichert. Dieselben werden sich Abends zu einem großen Festcommers vereinigen, nachdem Vormittags Deputationen u. s. w. ihre Gratulationen dargebracht haben - auch wir schließen die unsrige hiermit an, mit dem Wunsche, daß es dem Jubilar noch viele Jahre vergönnt sein möge, seines Amtes in körperlicher und geistiger Frische zu walten.
— Verhaftet wurde gestern ein Mensch, der seine etwas außerhalb der Stadt wohnenden Arbeitgeber mit Todtstechen 2C. bedroht hatte.
— Schuldienst. Nachrichten. Am 6. August wurden den Schulamtsaspiranten Carl Backes aus Ober - Eschbach und Christian Knell aus Bermersheim Lehrerstellen an der Volksschule zu Darmstadt, — an demselben Tage wurde dem Schulverwalter Carl Wilhelm Wörner zu Rodheim v. d. H. eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst, — an demselben Tage wurden den Schulverwaltern Joseph Deubler zu Jügesheim und Heinrich Dölcher zu Lampertheim Lehrerstellen an der katholischen Schule zu Lampertheim übertragen- — am 9. August wurde der von dem Herrn Fürsten zu Jsenburg-Birstein auf die erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Offenthal präsentirte Schulamtsaspirant August Habermehl aus Wiebelsbach für diese Stelle, — an demselben Tage wurde der von dem Herrn Fürsten zu Jsenburg- Birstein auf eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Offen- bach präsentirte Oberlehrer Heinrich Andres zu Lampertheim für diese Stelle bestätigt- — am 16. August wurde dem Schulamtsaspiranten Eduard Männchen aus Hohen-Sülzen eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Alzey, — am 17. August wurde dem Schullehrer Friedrich Schlamp zu Vadenrod die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kaulstoß übertragen.
— In den weiteren Ausschuß des Landesgewerbevereins hatte diesmal Oberhessen, die Provinz, in . welcher dieses Jahr die Generalversammlung abgehalten wurde, nach Maßgabe der Zahl ihrer Vereinsmitglieder zwölf Mitglieder zu wählen. Bei der am 30. v. M. zu Bad-Nauheim abgehaltenen Generalversammlung wurde schriftlich abgestimmt und sind nach der inzwischen stattgehabten Stimmenzählung folgende Mitglieder, gewählt worden: Buderus, Geh. Corn- merzienrath, Hirzenhain- Diegel, Ernst, Fabrikant, Alsfeld- Dippel, C., Glasermeister, Grünberg- Engel, Wilhelm, Buchdrucker, Schotten- Erck, Wilhelm, Mühlenbesitzer, Nidda - Heyligenstaedt, Commerzienrath, Gießen- Krug, Schreinermeister, Bad Nauheim- Römheld, Adolf, Fabrikant, Fried- richshütte bei Laubach- Schiele, F., Ingenieur, Gießen- Wegener, Robert, Fabrikant, Blitzenrod- Wenzel, G. W., Fabrikant, Lauterbach- Windecker, E., Bierbranereibesitzer, Friedberg.
— Die Choleragefahr, so berichtet der „M. Anz.", bringt unseren Landwirthen vielen Schaden, so liegen die Gurken, welche in diesem Jahre einen annehmbaren Ertrag zu liefern versprachen, noch größtentheils an den Stöcken und gehen zu Grunde, da man es nicht der Mühe Werth hält, sie abzumachen. Gurken sind jetzt eben aus dem Markte fast unverkäuflich. Am meisten hat dadurch unser Nachbarort Mo mb ach zu leiden, da dort die Gurkenzucht in großem Maße betrieben wird.
-n. Lollar, 4. September. Der hiesige Veteranen- und Kriegerverein feierte gestern die Wiederkehr des S e d a n f e st e s in würdiger Weise. Das Programm wies Musik- und Quartettvorträge, Festrede und Declamationen auf. Heute and Bekränzung des Kriegerdenkmals und gemeinsamer Besuch des Festgottesdienstes statt.
C Aus hem westlichen Vogelsberg, 5. September. Die Getreideernte ist nun gänzlich beendigt. Jetzt erst läßt ich das eigentliche Resultat der diesjährigen Ernte sicher eststellen. Die gestellten Erwartungen hinsichtlich des Körnerertrags werden nicht getäuscht. Die Körner aller Getreide- orten sind sehr vollkommen ausgebildet und geben sehr reichlich ins Maß. Der Ertrag pro Fuder — 60 Gebmid ft sehr relativ, da es eben sehr darauf ankommt, wie stark iüe einzelnen Gebunde — Garben — gemacht worden sind. Durchschnittlich kann man ans das Fuder schwachen Gebundes drei Malter, starken Gebundes vier Malter rechnen. So drischt man z. B. in der Gemeinde Qneckborn von allen Fruchtgattungen vier Malter vom Fuder ans. Es ist dies ein Körnerertrag, wie er innerhalb Decennien zur Seltenheit gehört. Dabei ist bei diesem reichen Quantitätsresultat die vorzügliche Qualität aller Fruchtsorten besonders zu betonen. Der Ausdrusch des Getreides mittelst der Dampfdreschmaschine geht sehr gut und rasch von statten, da die Frucht meist gut nach Hause gebracht worden ist. Nur der Hafer geht nicht leicht ab und oft bleiben bei ihm die Spelzen am Halm hängen. Es kommt dies daher, daß man den Hafer trotz des heißen, sonnigen Wetters zu rasch vom Felde gefahren hat, weil man jeden Tag hoffte, in diesem Falle befürchtete, das längst ersehnte Regenwetter würde eintreten. Der Flachs ist in diesem Jahre allerdings durch die Trockenheit kurz geblieben, aber die Knoten sind recht vollkommen gediehen
vevInischtcs.
* Hanau, 4. September. Heute Nacht um 3 Uhr wurde auf der Straße von der eine halbe Stunde entfernten kgl. Pulverfabrik nach hiesiger Stadt der Pulverarbeiter Hartmann von hier von dem gleichfalls auf der Pulverfabrik beschäftigten Maschinisten Bingemer erstochen. Das Arbeiterpersonal der Pulverfabrik hatte daselbst einen Commers veranstaltet, auf welchem Bingemer infolge von Trunkenheit schon verschiedentlich Streit suchte. Gegen 3 Uhr begab sich Hartmann mit seiner Frau und noch einem Arbeiter auf den Nachhauseweg. Etwa in der Mitte desselben hörten sie in schnellem Lause Jemand ihnen nacheilen. Hartmann blich stehen und erwartete denselben, während seine Frau und der andere Arbeiter ihren Weg langsam fortsetzten. Kaum waren diese jedoch 15 Schritte gegangen, als sie das Hilsegeschrei des Hartmann hörten, den sie in seinem Blute liegend antrafen und nach einem nahen Bahnwärterhaus der Hanau- Friedberger Bahn verbrachten- während der Ueberbringung dorthin starb Hartmann, denn er war direct unter der Lunge ins Herz gestochen worden. Der Mörder hatte die Flucht- ergriffen. Beim Thatort fand man ein Messer, einen zerbrochenen Schirm, einen Hut und einen Shlips vor und diese Gegenstände, sowie die Beschreibung der Person seitens bei* Frau und eines Nachtwächters, dem er gegen 4 Uhr ohne Hut mit Blut befleckt begegnet war, führten zur Entdeckung des noch unbekannten Thäters. Einige Polizisten begaben sich heute früh in die Wohnung des Bingemer und trafen ihn im Bette liegend an, während seine Frau damit beschäftigt war, die blutigen Kleider zu waschen. Bei seinem Verhöre auf der Polizei erklärte er obige Gegenstände für die seinigen, von dem Morde wollte er jedoch wegen starker Betrunkenheit nichts wiffen. Er wurde jedoch von der Frau Hartmann als auch von dem Nachtwächter wiedererkannt und hinter Schloß und Riegel verbracht.
* Fürstenberg (Oder), 3. September. Das benachbarte Seminar Neuzelle ist abgebrannt. Mehrere Personen sind verunglückt.
* Stuttgart, 3. September. In Münklingen brannten 13 Wohnhäuser ab.
* Für das Königreich Sachsen tritt mit dem 1. October d- I. die Verordnung in Kraft, nach welcher das zu schlachtende Vieh vor dem Ab stechen betäubt werden muß. Damit ist den Juden in Sachsen die Möglichkeit genommen, ihre Schlachtthiere rituell schächten zu lassen. Die jüdischen Einwohner der Stadt Zittau beabsichtigen nun, ihren Fleisch-. bedarf aus Görlitz zu beziehen resp. dort schlachten zu lassen-, sie wurden aber durch einen dieser Tage vom Stadirath m Zittau gefaßten und vom Stadtverordnetencollegium genehmigten Beschluß benachtheiligt. Der Beschluß besagt, daß alles von außerhalb eingeführte Fleisch im Schlachthose zur Besichtigung vorzulegen ist.
* Menschliche Bestien. Unter den Arbeitern in Nordamerika herrscht eine unmenschliche Rohheit. Es ist festgestellt, daß die strikenden Arbeiter im Coal CreekDistrict ihre Standesgenossen, die mit ihnen nicht gemeinsame Sache machen wollten, in der grausamsten Weise ermordet haben; fie verbrannten sie bei lebendigem Leibe- sie unterwarfen sie den grausamsten Folterqualen und ergötzten sich an denselben mit teuflischem Behagen. Ein diesen „socialen Reformern und Weltverbesserern" entronnenes Opfer, ein junger Bergmann Namens Rice, ist jetzt in New Uork angelangt und er weiß Folgendes zu erzählen: Anläßlich einer bergbaulichen Forschungsreise wurde er von den sinkenden Bergleuten abgefaßt. Trotz aller seiner Betheuerungcn hielten sie ihn für einen Spion und beschlossen, ihn hinzurichten. Hängen schien ihnen zu einfach, sie beschlossen daher, ihn an einen Eisenbahnwagen zu binden, diesen auf starken Gefällen ins Rollen zu bringen und so den „Spion" zu Tode schleifen zu lassen. Dieser wahrhaft entsetzliche Vorsatz wurde denn auch ausgeführt. Man legte dem „Verurtheilten" eine Schlinge um den Hals, band ihn an den Frachtwagen, löste die Bremsen und die tolle Fahrt begann unter dem Jauchzen und Gejohle der verthicrten Menge, die sich einige hundert Meter entlang des Bahngeleises ausgestellt hatte. Rice,


