teresienten etngesehen. Der vorliegende Entwurf sei ein mühsam zu Stande gekommenes Compromtß. Er müsse noch in dieser Session »erden und zwar in Rücksicht auf die Handelsverträge.
Abg. Liebermann v. Sonnenberg: Das Gesetz würde -A2"*ttonSzwang den Weinbau zu Gunsten des Weinhandels schädigen, namentlich würden die kleinen Winzer davon Betroffen. Auch der Export würde darunter leiden und endlich wrächen doch auch moralische Gründe für den Declarationszwang. Seitdem Kunstbutter als Margarine bezeichnet werden müsse, werde sie noch immer gekaust; aber der Käufer sei vor Täuschung bewahrt. DaS wolle er auch beim Wein. Man könne ja den Kunstwetn Bambergerine nennen.
Abg. B. Grand-Ry (Ctr.) spricht gleichfalls für Declaration?- zwang.
Abag. Spahn und Gröber (Ctr.) beantragen, nicht decla- »«spfltchttgen Zuckerzusatz nur zuzulassen, wenn der Zusatz wässeriger Lösung vor dem 1. Februar des der Weinlese folgenden Jahres bewirkt ist.
Abg. Lender (Ctr.) beantragt, daß der Zuckerzusatz beim Verkaufe des Weines namhaft gemacht werde.
Director des Reichsgesundheitsamts Dr. Köhler spricht sich gegen diese Anträge aus. Durch die Bezeichnung „verzuckert" würde der Absatz deutscher Weine erschwert. Außerdem würden im Großhandel deutsche Weine ins Ausland gehen und nachdem sie da gezuckert worden, undeclarirt wieder hereinkommen.
Der Antrag Spahn-Gröber wird mit 126 gegen 106 Stimmen, der Antrag Lender mit großer Mehrheit abgelehnt.
Der Gesetzentwurf wird darauf unverändert nach den Beschlüsien der -weiten Lesung mit 130 gegen 109 Stimmen angenommen.
Es folgt Berathung deS Gesetzentwurfs betr. die Vergütung deS Cacaozolls bei der Ausfuhr von Cacaowaaren.
Abg. Dr. Brömel (dfr.) beantragt, daß nur bis 0,8pCt. vergütet werden.
Abg. Möller (natl.) befürwortet dagegen die Vorlage, die den Bundesrath ermächtigt, den Zoll für die dem Gehalt der Maaren an Sacao entsprechende Menge von rohem Cacao in Bohnen ganz oder theilweise zu vergüten.
Die Vorlage wird in erster und zweiter Lesung unverändert angenommen.
Morgen 11 Uhr: Dritte Lesung der heute in zweiter Lesung erledigten Gegenstände, Petitionen.
Neueste Nachrichten
Wolff- telegraphische- Correspoadenz-Birr^.
Berlin, 30. März. Der Kaiser nahm an der Heu« tigen Trauerfeier für General v. AlvenSleben Theil. Er überbrachte persönlich einen Kranz und folgte im Leichenzuge neben dem Neffen des Verstorbenen, Major v. Alvensleben, dem Sarge bis in die Halle des Potsdamer Bahnhofes. Prinz Friedrich Leopold, die Erbprinzen von Baden und Meiningen und die ganze Genercklität folgten gleichfalls der Leiche.
Paris, 30. März. Die Polizei verhaftete vierzig fremde Anarchisten, fast alle Italiener- sie werden heute über die Grenze geschafft. — Der Anarchist Ravachol wurde gestern Mittag 12Va Uhr Boulevard Magenta 286 bei dem Weinhändler Segot verhaftet- es wurden ein geladener Revolver, ein Stockdegen und sechs andere Patronen bei ihm gesunden. Auf die Polizeiwache gebracht, leistete er verzweifelten Widerstand, wobei er verwundet wurde. Er schrie *Es lebe die Anarchie!" und verweigerte die Aussage, ob er wirklich Ravachol sei, die Polizei hat jedoch sichere Identitätsbeweise. Die Staatsanwaltschaft wurde benachrichtigt.
Paris, 30. März. Vor dem Polizeigebäude hatte sich nach der Abführung Ravachols in dasselbe eine zahlreiche Menschenmenge angesammelt, welche rief: „Nieder mit den Anarchisten \“ Aus dem Wege nach der Polizeipräfectur rief Ravachol wiederholt: „Es lebe die Anarchie! Es lebe das Dynamit !" Die heute vorgenommenen anthropomelrischen Messungen führten zu dem gleichen Ergebniß, wie die in Saint Etienne vorgenommenen- überdies trug der Hut des Verhafteten den Stempel einer Firma von Saint Etienne, so daß seine Identität zweifellos festgestellt ist. Die Polizei war durch den Weinhändler aus dem Boulevard Magenta aus die Spur Ravachols geführt, der bereits am Sonntag in dessen Local frühstückte und den Verdacht des Weinhändlers erregt hatte.
Dem Zufall vertraue ich mein Glück! Ich hoffe, eS geschieht nicht vergeblich.
In Ehrfurcht vor den schönen Dichterinnen verharret
........in Westfalen, 26. Juli 187 .
Dr. Er n st Stein, Gymnasiallehrer.
Als Emma Faller den Bries gelesen hatte, zitterte sie vor Erregung. Der Bries sprach mit ungeahnter Gewalt zu ihrem Herzen- die schlichte, herzliche Ausdrucksweise, die Anspruchslosigkeit, — alles das erfüllte sie mit wahrem Entzücken. Sie hätte sich dem Verfasser an die Brust werfen und ihm thränenseuchten Blickes das Leid klagen mögen, das man ihr, der Häßlichen, zugesügt hatte.
Eilenden Schrittes suchte sie ihre einzige treue Freundin, die Mutter, auf, und als auch diese tn dem Briesschreiber einen biederen, ehrenwerthen Character zu finden glaubte, wurde beschloffen, dem Herrn Dr. Ernst Stein gleich anderen Tages zu antworten.
Emma verbrachte eine unruhige Nacht. Der Traumaott gaukelte ihr die schönsten Bilder vor. Sie sah sich als die Gattin eines geliebten Mannes, an deffen Seite sie sicher und ungeschmäht durchs Leben ging, dann als sorgende Hausfrau, die ihrem Gatten jeden Wunsch an den Augen absieht, endlich als glückliche Mutter, die ein lächelndes Kind aus den Armen trägt und dem glückstrahlenden Vater entgegenhält — alles bezaubernde, herrliche Bilder! Erst der anbrechende Tag verscheuchte die Traumgebilde und brachte ihr einige Stunden erquickenden Schlafes.
Unfähig, sich mit Anderem zu beschäftigen, ging Emma Faller, nachdem sie sich erhoben hatte, an die Ausführung des gefaßten Beschlusses. Sie wollte in dem Briese dem fremden Manne ihr ganzes Herz ausschütten- sie fühlte, daß er sie verstehen würde.
(Schluß folgt.)
Depeschen bt6 „Bureau Herold".
Berlin, 30. März. Zum Nachfolger Bosses wurde der bisherige Director des Reichs-Justizamtes, Hanauer, zum Staatssecretär ernannt.
Berlin, 30. März. Das Abgeordnetenhaus vertagt sich vom 6. bis zum 15. April.
Berlin, 30. März. Anläßlich des letzten Dynamit- Attentats in Paris sollen Verhandlungen angebahnt sein mit dem hiesigen Ministerium des Innern behufs Neugestaltung der Pariser Polizei nach Berliner Mu st er.
Berlin, 30. März. Dem „Confectionär" zufolge soll in einzelnen Directionsbezirken der preußischen Staatsbahnen ab 1. April der Güterverkehr versuchsweise an Sonntagen eingestellt werden. Die hierbei gemachten Erfahrungen sollen maßgebend sein für die Frage, ob die neue Einrichtung aus alle Bahnen außzudehnen sei.
Berlin, 30. März. Der Director des Reichs-Patentamts und Mitglied des Staatsraths, v. Boyalowski, ist gestorben.
Berlin, 30. März. Die Börsenenquete-Com- mission wird aus den 6. April einberusen.
Berlin, 30. März. Nach der „Kreuzztg." demijsionirt der deutsche Botschafter in Petersburg, Schweinitz, wahrscheinlich im Herbst. Seine Familie verläßt demnächst Petersburg, mit der ausgesprochenen Absicht, nicht zurückzukehren.
Recklinghausen, 30. März. Aus den Zechen Clerget, sowie Schlägel und Eisen, die früher voll beschäftigt waren, werden jetzt wegen Absatzmangels Feierschichten eingelegt.
Lemberg, 30. März. Gestern herrschten 25 Grad Hitze. Beim Uebungsmarsch wurde ein Infanterist das Opfer eines Sonnenstichs. Heute ist Schneefall.
Krakau, 30. März. Unter Führung des Fürstbischofs machen Pfingsten zahlreiche polnische Magnaten eine Pilgerfahrt nach Rom.
Paris, 31. März. Bei der Haussuchung in der Wohnung Ravachols in Saint-Mande wurden Schweselsäure- und Salpetersäure-Retorten gefunden. Alles deutet darauf hin, daß Rovachol der Anstifter der Explosion in der Rue Clichy ist. Neue Verhaftungen sind bevorstehend.
Loudon, 31. März. „Daily Chronicle" und „Times" melden aus Calcutta, daß die Hälfte der Stadt Mandaly durch eine Feuersbrunst zerstört wurde.
totale» unb provinzieller.
Sieben, 31. März 1892.
— Der soeben erschienene Jahresbericht der höheren nnd er»eiterten Mädchenschule verzeichnet die im Schuljahr 1891/92 bemerkenswerthen Vorgänge sowohl in Bezug aus die Personalien wie auf die Einrichtungen der beiden Anstalten. Was erstere betrifft, so ist vor Allem zu erwähnen die am 13. April 1891 erfolgte EkNweisung des Herrn Dr. Land- mann als Director, während die mit Beginn des Schuljahres durchgeführte Trennung der beiden Schulen in eine achtklassige erweiterte Volksschule für Mädchen und eine zehnklassige höhere Mädchenschule als Merkmal der inneren Einrichtung gelten kann. Der Gesamrnt bestand beider Schulen zeigt die gleiche Höhe wie das Vorjahr, nämlich 532. Zu bemerken ist fernerhin, daß sämmtliche Vorschulklassen getrennt wurden- es müssen sich demnach die Eltern jetzt schon bet der Anmeldung für die unterste Klasse entscheiden, ob ihre Tochter die achtklassige Mittelschule mir einer sremden (der sranzösischen) Sprache, bis etwa zum 14. Lebensjahre, oder ob sie die zehnklassige höhere Mädchenschule, in welcher der Unterricht im Englischen und Franzö- sischett obligatorisch ist, bis etwa zum 16. Lebensjahre durchwachen soll. Besonders heroorgehoben werden in dem Berichte die Verdienste der ausgeschiedenen Lehrer, in erster Linie des Herrn Director Vigelius, welcher seit 25. April 1866 an der höheren Mädchenschule wirkte- am 16. November 1891 trat Herr Curschmann, welcher 45 Jahre lang an der Mädchenschule als Lehrer thätig gewesen, in den wohlverdienten Ruhestand- ebenfalls in den Ruhestand versetzt wurde Herr Fel sing, welcher seit 1861 als Lehrer hier thätig gewesen- an Stelle des erkrankten Herrn Lehrer Mayer ertheilt seit 27. April 1891 Herr Joseph Marx israelitischen Religionsunterricht. Jäh und unerwartet traf der Tod den Lehrer Schmidt in Ausübung seines Dienstes nach 47jähriger Thätigkeit an der hiesigen Schule. Mit Beginn des Winterhalbjahres trat Herr H. Zimmer, feit 1868 Gesanglehrer, in den Ruhestand. Den von Herrn Pfarrer Dr. Elz disher ertheilten kath. Religionsunterricht ertheilt seit Beginn dieses Jahres Herr Pfarrer Bayer. Das Gedächtniß unseres am 13. Marz dahingeschiedenen Großherzogs ehrte die Schule am 17. März durch eine Iraner feier. In dem Bericht wird schließlich dem Dank Denjenigen gegenüber Ausdruck verliehen, welche die Zwecke der beiden Schulen in irgend einer Weise förderten. — Daß neue Schuljahr beginnt am Montag den 25. April, Morgens 8 Uhr- au diesem Tage erfolgen auch die Anmeldungen derjenigen Kinder, welche noch keine Schule besucht haben.
— Militärisches. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Ordre vom 22. d. M. Allerhöchst Sich den Rang eines Großh. Hessischen Obersten beigelegt und zwar ä la suite deö 1. Großh. Infanterie- (Leibgarde-) Regiments Nr. 115. — Der Oberst v. Kracht, Commandeur des 1. Großh. Jnf.-(Leibgarde-)Regts. Nr. 115, wurde unter Stellung zur Disposition mit der Erlaubniß zum Tragen seiner bisherigen Uniform, zum Commandanten des Truppen'Uebungsplatzes bei Hagenau- Gras v. Schwerin, Oberftlieutenant und etatmäßiger Stabsoffizier des Jnf.- Regts. Graf Bülow von Dennewitz (6. Westsäl.) Nr. 55, unter Beförderung zum Oberst, zum Commandeur deö 1. Großh^ Jns..(Leibgarde-)Regts. Nr. 115 ernannt. Secondelieutenant Großmann vom Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 wurde zum Premierlieutenant befördert.
— Oessentliche Anerkennung einer edlen Thal. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben dem Jacob Ludwig von Dieburg in Anerkennung der von demselben am 24. Januar d. I. mit Muth und Entschlossenheit, sowie eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung des Schulknaben Martin Liller vom Tode des Ertrinkens eine Geldprämie zu verleihen geruht.
8um 1. April. Wieder naht ein Tag, der durch das Walten des Geschickes zum historischen Gedenktag geworden ist: morgen, am 1. April, begeht Fürst Bismarck sein siebenundsiebzigstes Geburtsseft. Das neue Lebensjahr, oaö der Fürst damit beginnt, wird für ihn, wie für jeden Deutschen mehr wie alle früheren eine Fülle von Erinnerungen wecken und zu Betrachtungen Anlaß geben. Vollendet sich doch tn diesem Jahre das dritte Decennium, seit König Wilhelm I. den Gesandten am sranzösischen Hose, Otto von Bismarck-Schönhausen, an die Spitze des preußischen Cabinets benes. Wegen feiner auf dem vereinigten Landtage von 1847 verfochtenen hochconservativen Anschauungen von der Volksvertretung, die eben das conservative Ministerium Hohenlohe-Ingelfingen gestürzt hatte, mit Mißtrauen empfangen, that er in den beiden ersten Jahren keine Schritte, um der Regierung das mangelnde Vertrauen des Abgeordnetenhauses zu erwerben. Wohl aber schmiedete er im Stillen, während er trotz der abermaligen Verwerfung des Militäretats den Staatshaushalt in alter Weise fortführte, an den gewaltigen Plänen, nach denen er dem deutschen Volke die so heiß ersehnte Einheit erkämpfen wollte. Wie er seine selbst gestellte Aufgabe gelöst, wie er sich nicht allein das Vertrauen, sondern auch die ewige Dankbarkeit seines Volkes errungen hat, das steht mit flammenden Zeichen in den Blättern der Geschichte. Nun ruht er von seinen Thaten aus unter den Eichen des Sachsenwaldes, der Letzte von jenem leuchtenden Dreigestirn, das ein Vierteljahrhundert lang die Geschicke Europas lenkte. Und wie er in Liebe und Verehrung seines tobten Herrn, des hochseligen Kaisers Wilhelm, und in treuer Anhänglichkeit seines tobten Zeit- unb (Streitgenoffen, unseres Moltke, gebenfen mag, so bringt das gesammte beutsche Vaterlanb bem Schmieb seines Glückes bieselben Gefühle entgegen, unb Millionen treuer beutscher Herzen senden zum kommenden Tage voll Dankbarkeit die heißesten Wünsche zum Himmel empor, daß bem^rften Mit- grünber bes neuen Deutschen Reiches noch ein langer LebenS- abenb beschießen fein möge. Das walte Gott.
— Vom hessischen Städtetag. Einzelne Beschlüsse beS am 16. Februar in Mainz abgehaltenen hessischen Stäbte- tages haben eine lebhafte Discussion hervorgerufen. Aus bem osficiellen Bericht über die Versammlung finb folgende Stellen von besonderem Interesse: Mit der Ausscheidung der Städte aus dem Kreis-Verbande und der Bildung besonderer Stadtkreise erklärt sich die Versammlung im Allgemeinen einverstanden, wenn auch nicht verkannt wird, daß damit neben der Vereinfachung mancher Geschäfte und einer Reihe anderer beachtenswerther Vortheile mehrfach neue unb vielleicht recht schwere Lasten von ben betheiligten (Stabten übernommen werben müssen. Dieselbe ist jeboch ber Ansicht, daß hierbei alle Städte ohne Rücksicht aus bie Seelenzahl gleichgestellt unb bie Beschlußfassung barüber, ob sie für sich einen Kreisverbanb bilben unb zu biefem Behuse aus bem seitherigen Kreisverbanbe ausscheiden wollen, lebiglich beren Ermessen anheim gegeben werben sollte. Demgemäß spricht bie Versammlung ben Wunsch aus, bie zwingenbe Vorschrift des Artikel 2 bes Gesetzentwurfes, nach welcher Stäbte mit einer Einwohnerzahl von minbestenß 50000 (Seelen einen eigenen Kreisverbanb bilben müssen, möge burch eine fakultative ersetzt werben, welche die Zustimmung der betreffenden Städte voraussetzt. — Auf Grund ber wieberholt gemachten Wahrnehmung, baß bie Kreis techniker zum Entwerfen unb zur Bauleitung von Wasserleitungen unb ähnlichen Anlagen nicht geeignet feien, baß in Folge bessert nicht selten unsolibe Unternehmer hauptsächlich bie kleineren Gemeinben zu übervortheilen suchten, wie es sich überhaupt nicht empfehle, Techniker mit der Qualification ber Bauaufseher als Bauleiter von größeren Unternehmungen ohne technische Oberleitung zuzulassen, ba bei mangelnber Controle nicht bie nöthige Sicherheit gegen etwaige Bestechungsversuche gegeben fei, wirb von einer (Seite empfohlen, zur Prüfung von Bau- projecten unb um insbesonbere bie Öanbgemcinben gegen Uebervortheilungen zu schützen, ben Provinzialbehörben sowohl, wie bem Ministerium befonbere technische pülfskräste bei« zuorbnen. Die Versammlung finbet inbeß keinen begründeten Anlaß, sich für die beantragte Erweiterung ber Machtbefugnisse ber Aussichtsbehörben auszusprechen, ba sich wenigstens bie größeren Gemeinben für wichtigere unb umfassendere Ausgaben, wie auch seither schon, durch Specialisten werden berathen lassen, im Uebrigen aber auch aus diesem Gebiete unter allen Umständen an dem Grundsätze der Selbstverwaltung insofern sestgehalten werden sollte, als die Gemeindeverwaltung die Selbstverantwortlichkeit vorziehe vor dem Vertrauen auf die bessere Einsicht und höhere technische Kennt- niß der Aufsichtsbehörden.
Gruuberg, 28. März. Waren im Laufe des Nachwinters die hiesigen Frachtmärkte verhältnißmäßig schwach besucht, so ist jetzt wieder eine Zunahme im Besuche derselben zu con- ftatiren. Namentlich sind es die Landwirthe aus der Wetterau, die ihre reichlichen Kartoffelvorräthe hierher zu Markt bringen. Von der Rabenau und aus dem ganzen Vogelsberge stellen sich zahlreiche Käufer ein, um ihren zur Ausstellung nöthigen Bedarf an Kartoffeln zu decken.
Butzbach, 29. März. Durch den Reichstagsabgeordneten unseres Kreises, Herrn Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch, wurde gestern Herrn Bürgermeister Joutz hier die telegraphische Mittheilung, daß ber Cavallerie-Kasernen-Neubau zu Darmstabt auch bei ber brüten unb letzten Etatsberathung im Reichstag ohne Debatte ab gelehnt worben ist.
Friedberg, 28. März. Der Gemeinberath bewilligte heute für bie Giba.nng eines Schulhauses für die landwirth- schastliche Schule ben Betrag von 11000 Mark. Da»


