Ausgabe 
31.7.1891
 
Einzelbild herunterladen

"IKS-s

8 Uhr: 'M« »neeri

Inahi

* unter Leitung ihres W Halle.

Ojährige Gebutts- en, sich in die bei g, aufgelegte Liste den. 6750

rsgenossen.

mit 50% Fahrpreis« and Basel über Cassel- Rückfahrkarten I., II. n Harburg, Lüneburg, nben, Caßel, Marburg, ad Hildesheim zur Ver- ach Basel, nach letzterer

. Basel mutz mit dm jt das Nähere aus beit

bahnen werben aus jede ilbe (Mw) Fahrkarte

Stationen autyawniw kartmMsgabestellen zu

6886

m.

90 Ü, 90 00 19.8» 38.1»

98.0 4060 1141^, 290 1250 1120

02 0

......»S>lK

-------- ®

.cntochr«!

£n wnü«^ 8-

«<***

- Hs&k

rr?K.» _

>*

!# *

Ito*- »«Ute Sold-^ ««**

st* 'S*1*

J. k #

Wt. 175 Freitag den 31. Juli 1891

-........ ' " ---------* -------------- ,,,..........--

Der

#Ujextt Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS.

Die Gießener JK«iCie*»r6<ftt »erden dem Anzeiger »Schenttich dreimal btigelegt

Gießener Anzeiger

Kmeral-MnzeHer.

Biertelsähriger Akonnemcnlspreig: 2 Mark 20 Pfg. n»N Bringerlohn.

Durch die Post bezog» 2 Mark 50 Pfg.

Skedaction, Txpeditiov und Druckerei:

KchulstratzeVr.,.

Fernsprecher 61.

Amts- und Anzeigeblatt für den Nveis Gieren.

Annahme tzoa Anzeigen zu der Nachmittags für den fetflrnocn Lag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. ssssss-Msssssssss

-JJa' ' - - ' n'1 ' i 1111 1

Gratisöeikage: Gießener KamlüeuLlätLer.

Alle Annoncen-Bureaux des In» und Auslandes nehm« Anzeigen für denGießener Anzeiger- entgegen.

Anrtlichev Ttzeil.

Bekanntmachung.

Wir bringen hierdurch den Fuhrwerksbesitzern zur Kennt- niß, daß sich auf der Kreisstraße GießenDaubringen vom 30. Juli l. I. ab eine Dampfstraßenwalze in Thätigkeit befindet.

Gießen, am 29. Juli 1891.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

_____________________I. V.: Jost.______________________

Bekanntmachung, die Unterhaltung der Kreisstraßen, hier den Umbau der Brücke in Garbenteich betreffend.

In Folge Umbaues einer Brücke wird die im Zug der Kreisstraße GießenDorf-Gill gelegene Ortsdurch­fahrt in Garbenteich zwischen der Abzweigung der Kreis­straße nach Steinbach und derjenigen nach Watzenborn von

Montag den 3. August d. Js. ab

bis auf Weiteres für den Fuhrwerksverkehr gesperrt.

Gießen, den 29. Juli 1891.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I. V.: Jost.

Deutsches Reich.

Berlin, 28. Juli. Kronprinzessin Sophie von Griechenland, die Schwester unseres Kaisers, muß sich, wie aus Athen gemeldet wird, noch einmal der Taufe nach griechischem Ritus unterziehen. Der Patriarch von Konstantinopel hat die Erklärung abgegeben, daß er die Prinzessin noch immer als eine Heidin ansehen müsse, da nur die durch Eintauchen aller Körpertheile vollzogene Taufe als giltig angesehen werden könne. Die Prinzessin hatte sich ge­weigert, vor dem Popen vollständig entkleidet zu erscheinen, und dieser hatte sich im Einverständnisse mit der heiligen Synode von Athen bereit erklärt, sich damit zu begnügen, ihr Kopf und Stirn zu salben. Der Patriarch von Kon­stantinopel hat jetzt nun seinen strengen Tadel gegen diese Nachgiebigkeit der heiligen Synode ausgesprochen und ver­langt categorisch, daß die Prinzessin sich noch einmal taufen lasse. Merkwürdigerweise stehen jetzt fast sämmtliche Athener Blätter, die sich früher über die Giltigkeit oder Ungiltigkeit der Taufe gar nicht aufgehalten hatten, aus seiner Seite. Wie mit Bestimmtheit versichert wird, soll sich die Kron­prinzessin Sophie nun entschlossen haben, den Taufact noch einmal an sich vollziehen zu taffen.

Der neue Reitersäbel, welcher jetzt auch bei der sächsischen Cavallerie getragen wird, ist, nach demLeipz. Tgbl.", bedeutend leichterund auch etwa dr^eiZoll kürzer als der bisher getragene. Die Scheide ist von Eisen. Die Klinge, bester Solinger Stahl, ist ganz grade, während diejenige des bisherigen Säbels am unteren Ende etwas gebogen war, um dem Hiebe mehr Wucht zu geben. Wie der bisherige Säbel, ist auch das neue Muster am Griff mit einem die Faust schützenden Korbe versehen. Der Griff, welcher beim alten Säbel mit Holz- und Lederscheide um­kleidet war, hat bei dem neuen Modell eine Umkleidung von Hartgummi. Befestigt wird der neue Säbel beim Reiten am Sattel. Der Mann trägt aber ein Kuppel umgeschnallt, welches mit Carabinerhaken versehen ist, mittelst deren der Säbel umgehängt werden kann, wenn abgesessen wird.

Dresden, 28. Juli. Die Handelskammern im Königreiche Sachsen haben die Frage der Festlegung des Osterfestes auf einen bestimmten Sonntag aufge­worfen. In einer Eingabe der Handels- und Gewerbe­kammern zu Leipzig, Plauen, Dresden, Chemnitz und Zittau an das Königlich Sächsische Ministerium des Innern wird ausgeführt, daß die Lösung besagter Frage selbstverständlich nur im Wege diplomatischer Verhandlungen, zunächst etwa zwischen dem deutschen Reiche und der römischen Curie, vor sich gehen könne. Daß die Lösung aus die erste Anregung hin mit Erfolg in Angriff genommen werden könne, sei zwar nicht zu hoffen, vielleicht gelinge es aber doch, sie mit der Zeit herbeizusühren. Wenn dabei erreicht werden könnte, daß diejenigen Staaten, welche sich noch des Julianischen Kalen­ders bedienten, ebenfalls den Gregorianischen Kalender an­nähmen, statt mit dem Schluß des Jahrhunderts sich aber­mals um einen Tag weiter von unserer Rechnung zu ent­fernen, so wäre das ein doppelter Gewinn. Ostern habe bis auf den heutigen Tag eine einschneidende Bedeutung für das bürgerliche Leben behalten, und es werde dieselbe voraus­

sichtlich auch in Zukunft behaupten. Am Deutlichsten fühlbar seien wohl die Wirkungen des Schwankens des Osterfestes im Schulwesen. Aber auch auf den Bedarf an Maaren übten Ostern und Pfingsten einen sehr erheblichen Einfluß. In be­sonderer Weise macht sich der letztere auf Handel und In­dustrie in den Messen bemerkbar, von denen die Frühjahrs­messen in Braunschweig, Breslau, Frankfurt a. M., Frank­furt a. d. O. und Leipzig, auch die in Erfurt und Naum­burg, sich nach Ostern richteten.

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Torrespondenz-Bureau.

Esten, 29. Juli. DerRhein.-Wests. Ztg." zufolge ertranken heute Mittag in der Ruhr zwölf an dem neuen Essener Wasserwerk beschäftigte Arbeiter und zwei Mädchen in Folge Umschlagens des Fahrzeuges, mit dem sie übersetzen wollten. Die Leichen sind bis Abends noch nicht ausgefunden.

Tilsit, 29. Juli. Reichstagsersatzwahl. Bis jetzt sind ermittelt für Reibnitz (6fr.) 7780, Weiß (cons.) 6840, Lorenz (soc.) 908, Hobrecht (natl.) 237, Broszeit (Lithauer) 89 Stimmen. 16 Bezirke fehlen noch, jedoch ist Stichwahl zwischen Reibnitz und Weiß sicher.

Breslau, 29. Juli. DerBreslauer Zeitung" zufolge wurden gestern in der Maxgrube bei Beuthen in Oberschlesien durch Platzen der Dampfleitung drei Arbeiter getödtet- ein vierter ist im Lazareth verstorben.

Straßburg, 29. Juli. Der schon fünf Jahre als Bürger­meister amtirende Unterstaatssecretär z. D. Back wurde nach der Neuwahl des Gemeinderaths wieder auf 5 Jahre zum Bürgermeister ernannt.

Bamberg, 29. Juli. In Betreff der Eggolsheimer Entgleisung ist das ordentliche Strafverfahren eingeleitet gegen den Bahnmeister von Forchheim, den Wechsel­wärter Knoll von Eggolsheim und den Locomotivsührer Binder der zweiten Maschine.

Gmunden, 29. Juli. Erzherzog Ferdinand Sal­vator von Toskana ist gestern Abend in Traunkirchen gestorben.

Witkowitz, 29. Juli. Der L o h n st r i k e der Kesselfabrik­arbeiter ist beigelegt.

Bern, 29. Juli. Die Commission des Ständeraths für das Banknoten-Monopol empfiehlt mit vier Stimmen, in die Berathung des Antrags einzutreten und dem National­rath zuzustimmen, während die Minderheit das Nichteintreten in die Berathung beantragt.

Paris, 29. Juli. Das Telegramm, welches der Czar anläßlich seines Besuches der französischen Flotte in Kronstadt an Carnot richtete, lautet:Die Anwesenheit des glänzenden französischen Geschwaders, welches in diesem Augenblick vor Kronstadt ankert, ist ein neues Zeugniß für die tiefen Sympathien, welche Frankreich und Rußland vereinen. Ich schätze mich glücklich, Ihnen meine lebhafte Genugthuung darüber auszudrücken und für die aufrichtige Freude zu danken, die ich beim Empfange der tapferen französischen Seeleute empfinde." Carnot antwortete:Ich bin tief gerührt durch die Empfindungen, welche Ew. Majestät an­läßlich der Anwesenheit unseres Geschwaders auszudrücken geruhten. Unsere tapferen Seeleute werden den herzlichen Empfang nicht vergessen, dessen Gegenstand sie gewesen. Ich danke Ew. Majestät für den Empfang und fühle mich glücklich, darin ein beredtes Zeugniß für die tiefen Sympathien erblicken zu dürfen, welche Frankreich und Rußland vereinen."

Paris, 29. Juli. Die Beerdigung der bei Saint- Mande Verunglückten hat heute Nachmittag statt­gefunden. Im Zuge befanden sich 16 Leichenwagen- Carnot und Constans ließen sich vertreten, der Minister der öffent­lichen Arbeiten und der Ackerbauminister waren persönlich zugegen. Der Maire eröffnete den Trauerzug, dem eine un­absehbare Menge folgte.

Toulouse, 29. Juli. Die Bediensteten der Om­nibus- und Tramway-Gesellschaften haben heute Vormittag plötzlich die A r b e i t e i n g e st e l l t. Sie verlangen Lohnerhöhung.

London, 29. Juli. Auf dem gestrigen Diner in Mansion- house zu Ehren des Kronprinzen von Italien toastete der Lordmayor auf den König, die Königin und den Kronprinz von Italien. Er bemerkte dabei, daß Italien Gegenstand hervorragenden allgemeinen Interesses sei und daß England das Land bewundere, welches seine Unabhängigkeit erworben habe. Der Kronprinz dankte für die Sympathien und trank aus das Wohl Londons und des Lordmayors. Hierauf fand Empfang statt.

Mo (an der Mündung des Dunderlandsflusses), 29. Juli. DieHohenzollern" verließ Maalsnaes am Montag Abend und fuhr bei schönem Wetter bis Mo im Ranensjord, wo sie am 28. Juli Abends ankam. Der Kaiser verbrachte einen Theil des Tages an Bord, arbeitete mit dem Ches des Militärcabinets Vormittags und mit dem Ches des Aus­wärtigen Amts Nachmittags, für den am Abend nach Trondjem abgehenden Courier. Am 29. Juli Abends findet die Weiter- sahrt nach Trondjem statt, die Ankunft daselbst am 30. Juli Abends.

Petersburg, 29. Juli. Der Municipalrath von Petersburg veranstaltete heute Abend ein Rout zu Ehren des französischen Geschwaders im Stadthaufe mit darauf folgendem großen Banket. Admiral Gervais war mit einem französischen Kreuzer, begleitet von französischen Torpedobooten, nach Petersburg gekommen. An dem Banket nahmen die Minister des Krieges, des Innern und der Com- munication Theil. Laboulaye saß rechts, Gervais links vom Bürgermeister. Laboulaye toastete aus den Kaiser, außerdem sprachen Gervais und der Bürgermeister. Die französischen Gäste wurden überall enthusiastisch begrüßt.

Alexandrien, 29. Juli. Meldung des Bureau Reuter. Seit vergangenen Sonntag sind in Mekka 114, in Djeddah 30 Choleratodesfälle vorgekommen.

Depeschen desBureau Herold".

Berlin, 29. Juli. DiePost" erhält eine Zuschrift aus Sigmaringen, worin es heißt, die Heirath desPrinzen Ferdinand von Rumänien mit einer Tochter des Herzogs von Edinburg, einer Nichte des Zaren, sei nicht möglich, weil hierdurch Rumänien den russischen Einflüssen anheimfiele, überdies würde ein schwäbischer Hohenzoller niemals eine Protestantin heirathen. Daher werde man vielleicht bald die Nachricht vernehmen von einer Verbindung mit einer dem katholischen Familienverbande des österreichischen Kaiserhauses angehörenden Prinzessin.

DieVoss. Ztg." erfährt aus Hamburg, der Director der Gesellschaft zur Anfertigung electrischer Apparate, Carl Schülcke, sei nach bedeutenden Unterschlagungen vermuthlich nach Amerika entflohen.

Nach einer Meldung derKreuzztg." aus Erfurt lehnte der Kaiser das für den 16. September Hierselbst dargebotene Fest ab.

Nach derReichscorrespondenz" wird die Absperrung der Bahnsteige nach dem Vorgänge bei der Berliner Stadt-Ringbahn aus allen Bahnhöfen der Staatsbahnen geplant. Die Vorarbeiten hierzu seien im Gange.

London, 29. Juli. DieTimes" sagt, die Thatsache, daß die französische Regierung ebenso bereit sei, ihre Flotte in Portsmouth wie Kronstadt besichtigen zu lassen, ver­mindere erheblich die Wahrscheinlichkeit, daß der russische Besuch ein sichtbares Zeichen des Bündnisses gegen den Dreibund sei.

Localer provinzieller.

Gießen, 30. Juli.

Krankenpflege im Kriege. Der theoretische Unterricht der aus Studirenden der Großh. Landesuniversität gebildeten Genossenschaft freiwilliger Krankenträger im Kriege" ist in voriger Woche beendigt worden. Die Zahl der Teilnehmer an dem Curse war sehr groß und jeder Einzelne zeigte ein reges Interesse an dem schönen patrioti­schen Unternehmen. Im kommenden Wintersemester sollen nun die practischen Uebungen am Krankenbette folgen und zwar auch unter Leitung einiger Dozenten der medicinischen Facultät. Gleichzeitig ist die Einrichtung eines neuen theo­retischen Cursus geplant.

Das nächste Kreisturnfest des Mittelrhein-Verbandes wird in Mainz abgehalten.

Von der Oberpostdirection Danzig werden Er­mittelungen angestellt, ob durch die Fernsprechapparate Krankheitsübertraguugen vorkommen können. Man glaubt, daß sich Bacillen an der Membrane festsetzen und von da auf andere Personen übergehen. Durch häufige Abreibungen der Membrane mit Carbolsäure hofft man diese Ansteckungs­gefahr zu beseitigen oder doch stark zu vermindern.

Ruppertenrod, 29. Juli. Mit dem gestrigen Tage ist der hiesige Postverwalter Herr I. Schneider von uns geschieden, um in seinen neuen Wirkungskreis nach Budenheim überzufiedeln. Wir verlieren in ihm einen pflichttreuen Beamten, der es verstanden hat, in kurzer Zeit sich die Werthschätzung und Liebe der gesummten Einwohnerschaft zu erwerben.

r