□ Vom Vogelsberg, 29. Juli. Wenn auch die seitherige Witterung mit ihrem unbeständigen Character für das Wachsthum aller Pflanzen und somit für die Landwirthschast von großem Segen war, so ist doch jetzt die Zeit gekommen, in der das gleiche Wetter großen Schaden bringen kann. Es ist die Zeit der Ernte, zu der beständiges und trockenes Wetter dringend nothwendig ist. Leider hat es durchaus nicht das Ansehen, als ob sich die unbeständige Wetterlage endlich einmal ändern wolle; denn das,barometrische Minimum, das mit wenig Unterbrechungen schon während dieses ganzen Sommers geherrscht, hält auch gegenwärtig noch an. Trotz der feuchten Witterung wird das Korn jetzt reis, es ist eben die Zeit, und mit seinem Schnitt wird man hier in nächster Woche beginnen. Ebenso bleicht die früh gesäete Gerste. Hält nun die nasse Witterung an, so muß die Qualität dieser Fruchtgattungen empfindlich leiden und dies wäre ein großer Schaden, da Korn- und Weizenernte schon quantitativ vermindert ist. Trockenes Wetter und Sonnenschein sind jetzt die maßgebenden Factoren zur Erzielung eines guten Endergebnisses. — Das erste Obst dieses Sommers, die Kirschen, ist sehr reichlich gediehen. Die Kirschbäume hängen schier übervoll. Wenn auch diese Kirschen des Vogelsbergs, die sogenannten Vogelskirschen, viel kleiner als die edleren Sorten sind, so übertreffen sie doch biefe an Zuckergehalt resp. Süßigkeit- sie sind deshalb hier bei Groß und Klein nicht minder beliebt als in anderen Gegenden die Edelkirschen. Eigenthümlich ist es, daß in diesem Jahre die Hauptvertilger der Kirschen, die Staare, gänzlich weggeblieben sind. Es wäre in der That interessant, zu erfahren, wo sie sich gegenwärtig aufhalten. Die Beerensrüchte im Garten und Walde sind gleichfalls recht reichlich gewachsen, doch schmecken alle Arten, namentlich auch die Heidelbeeren, etwas wässeriger wie in trockeneren Jahrgängen.
Stockhausen, 28. Juli. Unser freundliches Dörfchen ist um eine Zierde reicher geworden. Inmitten der oft noch mit Strohdächern versehenen ^Häuser erhebt sich unser neuerbautes Sch ul haus, das demnächst seiner Vollendung entgegensieht. Bis jetzt entbehrte nämlich unsere Gemeinde der Wohlthat einer eigenen Schule, indem die Kinder in dem eine halbe Stunde von hier entfernten Flensungen gemeinschaftlich mit den dortigen Schülern unterrichtet wurden. 'Namentlich im Winter war deßhalb von hier aus der Besuch der Schule sehr erschwert,- oft war es sogar, namentlich den kleinen Kindern, ganz unmöglich, den beschwerlichen Weg zu machen. Voraussichtlich wird die Einweihung des neuen Gebäudes noch im Laufe dieses Sommers stattfinden.
Büdingen, 29. Juli. Der gestrige Personenzug 15, der mit dem um 2 Uhr von Gelnhausen kommenden Güterzuge auf hiesiger Station zu kreuzen hat, konnte wegen Ausbleibens des letzteren und wegen Mangels jeder telegraphischen Verständigung mit den Stationen Mittel-Gründau und Gelnhausen nicht abgelassen werden. Nach etwa viertelstündigem Warten wurde durch einen Bremser des Güterzuges gemeldet, daß derselbe den Tunnel wegen Einstürzen eines Theiles Gewölbe nicht durchfahren und, da die Störung nicht alsbald beseitigt werden könne, nach Mittel - Gründau zurückgefahren sei. In Folge dieser Meldung fuhr auf der Maschine des Zuges 15 der Stationsvorsteher und der zufällig anwesende Leitungsrevisor des Reichstelegraphen, Herr Lenninger, nach dem Tunnel, um an Ort und Stelle sich von dem Sachverhalt zu überzeugen. Es stellte sich heraus, daß aus dem diesseitigen Portale durch Wasserunterspülung oder, was wahrscheinlicher ist, durch Blitzschlag ein Theil desselben eingestürzt und aus das Geleise gefallen war. Ein Theil der Bahnarbeiter der Bahnmeisterei Gelnhausen mit dem Bahnmeister waren jedoch schon mit Ausräumung des Schuttes beschäftigt, so daß es möglich wurde, den Personenzug 15 mit etwa einer Stunde Verspätung abzulassen. Die telegraphische Verbindung war ebenfalls wieder in Ordnung gebracht. Hierbei wollen wir nicht zu erwähnen unterlassen, daß es dem Pflichteifer des Bahnwärters Frühling zu verdanken ist, den Güterzug vor einer großen Gefahr bewahrt zu haben, denn ohne des Wärters Warnung, resp. Anhalten des Zuges, wäre derselbe bei dem starken Gefälle und dem coupirten Terrain sicher ins Verderben gerannt. (B. A.)
Darmstadt, 29. Juli. Die Fahnen des 117. und 118. Regiments wurden heute im Großh. Schlosse mit neuem Tuche versehen,' nachdem dieselben Seiner Königl. Hoheit dem Großherzog vorgestellt, werden sie wieder zu den Regimentern verbracht.
Mainz, 28. Juli. Gestern um die Mittagsstunde hatte sich der Matrose eines im Hasen vor Anker liegenden Schiffes auf das Deck schlafen gelegt. Der Mann lag aber so dicht an dem Rand des Schiffes, daß er während des Schlafes, eine Bewegung machend, von dem Deck in das Wasser fiel und sofort, ohne einen Laut von sich zu geben, unter der Oberfläche verschwand. Niemand sah den Unfall, als ein an dem Ufer stehender Zollbeamter. Derselbe machte sofort Lärm und in einem Nachen wurde schleunigst an die Unfallstelle hingerudert- Wasserbläschen, welche aus der Tiefe aufstiegen, gaben die Stelle an, woselbst ein Mensch untergegangen war. Mit Haken und Seilen wurde sofort visitirt und es gelang auch, den Körper des Verunglückten wieder aus die Oberfläche des Wassers zu bringen. Sofort wurden Wiederbelebungsversuche an dem völlig Bewußtlosen angestellt und mit vieler Mühe gelang es, den Verunglückten zum Leben wieder zurückzurusen.
vermischtes.
* Braunfels, 29. Juli. Dem Vernehmen nach wird dahier eine Kaltwasserheil-Anstalt nach KneiPP'scher Methode errichtet werden. Ein hiesiger Einwohner ist in Wörishosen als Bademeister ausgebildet worden und hat von Herrn Pfarrer Kneipp über seine Leistungen ein vorzügliches Zeugniß erhalten.
* Frankfurt, 29. Juli. Gestern Nacht gegen 11 Uhr versuchte das 17jähr. Dienstmädchen Li st mann durch einen
Sprung in den Main ihrem Leben ein Ende zu machen. Im Waffer bekam sie aber Reue und rief laut um Hilfe. Vier zufällig in der Nähe befindliche Herren, von denen einet' sich rasch seiner Kleider entledigte und in den Fluß sprang, retteten sie, brachten sie an das Ufer und dann auf die Polizeiwache. Die Lebensmüde gibt als Motiv an, von ihrem Dienstherrn des Diebstahls von einem Paar Schuhen beschuldigt worden zu sein.
* Berlin, 27. Juli. Zu den Ueberschwemmungs- nachrichten aus dem Gebiete der Elbe und Oder kommen jetzt auch solche aus dem Spreewald, worüber berichtet wird: „Ein Hochwasser, wie seit 1854 kein ähnliches den Spreewald heimgesucht, verwüstet jetzt denselben, sowie die anstoßenden Felder und Wiesen. Der anhaltende Regen, heftige Gewitter füllen die Spree, so daß schließlich die Deiche, welche oberhalb des Spreewaldes von Kottbus an aufgeführt sind, brachen. Bei Briesen erfolgte am 17. Juli der Bruch, in einer Breite von 150 Metern ist der Damm verschwunden - die Wiesen von Briesen und Guhrow mit Sand bedeckend, fluthete das entsesselte Element über die Werbener Wiesen und Ackerstücke auf Burg zu. Die Brücken und Durchlässe vermochten weder hier noch auch im Spreelauf die Waffer- mengen aufzunehmen, fast überall traten dieselben über, Felder und Wiesen zum Theil einen Meter überfluthend. Der Schaden ist vorläufig noch nicht absehbar. In den drei Gemeinden Burg allein sind über 3000 Menschen jeglicher Nahrung beraubt, sie wissen heute nicht, wovon sie morgen leben werden, über 6000 Morgen des fruchtbarsten Acker- und Wiesenlandes stehen noch heute unter Wasser, viele Tausend Stücke Vieh haben ebenfalls keine Nahrung. Man sah die Leute bis über die Knie im Wasser stehend, Kartoffeln hacken, sah, wie sie im Kahne über Getreidefelder fuhren und im Waffer die Roggenähren abschnitten, um doch noch etwas zu retten. Hilfe, schleunige Hilfe thut dringend noth."
H. Breslau, 28.Juli. Hochwasser. Etwas, „was noch nicht dagewesen". Das Hochwasser hat in der hiesigen Umgegend außerordentliche Verwüstungen angerichtet. Von allen Seiten kommen die betrübendsten Nachrichten über Vernichtung der Ernte ganzer Felder und man kann sich durch einen Gang vor die Stadt von der Glaubwürdigkeit der Angaben überzeugen. Denn hier, wo das Land durch starke Dämme geschützt ist gegen das Austreten der Oder, sammeln sich ganze Seen auf den tiefer gelegenen Feldern und überall sieht man die Leute bis über die Knöchel int Wasser stehen, um wenigstens an Kartoffeln zu retten, was zu retten ist. Die Theuerung steigt denn auch fortwährend. Der Preis des Brodes hat bereits die Höhe des doppelten erreicht, was es im Vorjahre kostete, und immer noch ist kein Stillstand oder gar Rückgang abzusehen. Möge der Himmel ein Einsehen haben und uns endlich trockenes Wetter schicken. — In Neisse ist der gewiß noch nicht dagewesene Fall vorgekommen, daß ein Fabrikbesitzer, der verreisen wollte, den Zug mitten auf der Bahnstrecke zum Stehen brachte. Der betreffende Herr hatte sich nämlich bedeutend verspätet und war noch aus dem Wege zur Bahn, der noch außerhalb der Festungswerke das Geleise schneidet, begriffen, als er schon den Zug heranbrausen sah. Er überredete deßhalb den an der Uebergangsstelle postirten Wärter, dem Zuge „abzuwinken". Die Folge davon war, daß der Herr zwar augenblicklich seinen Zweck erreichte, daß aber der Vorfall für ihn noch ein unangenehmes Nachspiel haben wird, während der pflichtvergessene Bahnwärter bereits entlassen ist.
* Metz, 29. Juli. Der Mörder des Oberst-Lieutenants Prager, Uebing, ist nach einer Nachricht der „Köln. Volksztg." vom Kriegsgericht zum Tode verurtheilt worden.
* München, 28. Juli. Nach den „N. N." ertranken gestern während eines Gewittersturmes durch Umkippen des Kahnes im Tegernsee der Hofphotograph Reitmaher von Tegernsee und die Schuhplattlertänzer Schmidt und Ober- mayer. Letzterer war mit Hofpauers Theatergesellschaft in Amerika gewesen. Gaftwirth Terofal (München) wurde durch die vom Herzog Karl Theodor herbeigezogene Hilfe gerettet.
* Daß als Thürschilder dienende Visitenkarten nicht sorgfältig genug befestigt werden können, beweist nachstehender, in Karlsruhe vorgekommener Fall. Ein etwa 16 Jahre altes Mädchen kam in ein Schuhwaarengeschäft, übergab die Visitenkarte eines Herrn, auf welche hin sie drei Paar Herrenzugstiefel zur Auswahl verlangte und auch ohne Anstand erhielt. Als nun weder Stiesel noch Geld zurückkamen, ergaben die angestellten Recherchen, daß hier ein arger Schwindel vorliege - das Mädchen hatte einfach die Visitenkarte jenes Herrn von dessen Zimmerthür abgenommen, wo dieselbe zur Orientirung angebracht war.
* Geheimrath Professor v. Frerichs, der berühmte Arzt und große Vorgänger Professor Leydens an der ersten Klinik der Berliner Charite, zeichnet sich durch besonderen Sarcas- mus aus, welchen derselbe auch stets an der richtigen Stelle anzuwenden wußte. Frerichs besuchte auch Gesellschaften und wollte in denselben als Mensch, nicht als Arzt genommen fein. Kam Letzteres jedoch vor, so machte er nicht viele Umstände und wurde abweisend, namentlich wenn er merkte, daß es sich um „Nassauer" handelte. So drängte sich einst in einer Gesellschaft in etwas zudringlicher Weise ein solcher an den unvergeßlichen Arzt heran, erzählte diesem eine lange Krankengeschichte und schloß mit den Worten: „Was kann ich dafür thun, Herr Geheimrath?" „Nur eins", antwortete trocken und kurz Frerichs, „einen Arzt consultiren." — Ein Mitglied des kaiserlichen Hauses sprach einst Frerichs gegenüber anerkennende Worte aus und meinte: „Sie müssen ja alle Krankheiten heilen können, da Sie den menschlichen Körper so genau kennen!" „Den menschlichen Körper", gab der etwas seeptisch angelegte Arzt zur Antwort, „kenne ich allerdings, aber es geht uns Aerzten wie den Nachtwächtern- diese kennen wohl die Straßen, aber sie wissen nicht, was innerhalb der Häuser passirt." — Ein notorischer Trinker, der den genannten Professor consultirte, erhielt von diesem folgenden Bescheid: „Das Wasser, welches Sie so hassen, wird sich
bitter an Ihnen rächen. Sie trinken zu viel Wein und werden deßhalb an der Wassersucht sterben.
* „Uebereiffelt". Dem Vernehmen nach machen die Arbeiten an dem Waikinthurm in London, welcher den Pariser Eiffelthurm weit zu überragen bestimmt ist, rüstigen Fortschritt.
* Je nach der Auffaffuug. Der Reichstagsabgeordnete Lutz aus Bayern, der auch gleichzeitig bayrischer Landtagsabgeordneter ist, hat am 19. d. Mts. im mittelfränkischen Bauernverein zu Feuchtwangen eine Rede gehalten, in welcher er seine Stellung zu dem Plan, ein neues Museum in München zu bauen, in dem Satze kundgab: „Wären Sie damit einverstanden, daß man zehn Millionen zur Aufbewahrung von altem Gerümpel bewilligt?"
* Hyperbel. „Am Aequator ist es so heiß, meine Herren," erzählt ein angeblich weitgereister Mann, „daß man den Hühnern Eisbeutel auflegen muß, damit sie keine hartgesottenen Eier legen!"
Hntocrfitäts < Nachrichten.
— An der technischen Hochschule zu Darmstadt ist für das Studienjahr 1891—92 Herr Professor Dr. Henneberg zum Dtrector ernannt. Vorstände der Fachabtheilungen sind für dieses Studienjahr die nachstehend genannten Herren: Für die Bauschule Profeffvr E. Marx, für die Ingenieurschule Professor Th. Landsberg, für die Maschinenbauschule Professor E. Brauer, für die chemisch-technische Schule Professor Dr. Staedel, für die mathematisch-naturwissenschaftliche Schule Professor Dr. Gundelfinger, für die electrotechntsche Schule Geh. Hofrath Dr. Kittler.
— Aus Freiburg wird berichtet: An der hiesigen Universität habilitirten sich die Herren; Dr. Edinger für Chemie, Dr. Zehendcr, vorher in Basel, für Physik.
— Wie aus Marburg geschrieben wird, sind bei der dort am Samstag vollzogenen Rectoratswahl für das Jahr 1891/92 drei Wahlgänge nöthig gewesen, ehe eine Einigung bezüglich der Person des zukünftigen Rectors erzielt worden war. Als dann der Leiter des pathologisch-anatomischen Instituts, Herr Professor Dr. Marchand, als gewählt verkündet wurde, lehnte derselbe die Wahl ab.
Der Postdampfer „Friesland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 28. Juli wohlbehalten in Newyork angekommen.
Der Poftdampfer „Switzerland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 28. Juli wohlbehalten in Philadelphia angekommen.
Literatur und TKunft.
— Die „Wiener Mode", Heft 20, hat folgenden Inhalt: Promenademantel aus Grotzgrain (colorirt). Sommerkleid aus Voile (colorirt). Schlafrock mit Faltendevant (colorirt). Tragkleidchen aus gesticktem Batist (colorirt). Dinertoilette. Zwei Gartenkleider. Weste aus Surah. Zwei Besuchstoiletten. Empfangs- toilette. Brunnenmantel. Sommerkleid. Neglige. Toilette mit Miedertaille. Promenadekleid. Prommademantel. Toilette aus Volle. Kleider für junge Mädchen und für Kinder. Hüte. Wäsche. Handarbeiten. Monogramme. Jenny Ris-Reumann: Schweizer Frauen. Balduin Groller: Abgeblitzt. Hermann Ltngg: Allein. Mannel Schnitzer: Lessys Flitterwochen (illustrirt von F. von Myrbach). Leopold Kätscher: Die Kunst, alt zu werden. Meine Küche VIII. Für Haus und Küche. Pariser Brief. Correspondenz der Redaction. Novitäten vom Büchermarkt. Miscellen. Finanzieller Rathgeber. (Vierteljährlich 2 Mk. 50 Pfg)
Verkehr, Land« und VolksrvirLhschaft.
Friedberg, 28. Juli. Fr uchtp reiste. Weizen JL 22.50 bis 00.00, Korn «X 21.00—21.50, Gerste «X 17.00—00.00, Hafer JL 15.50—16.00. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo, gleich 200 Zollpfund.
Friedberg, 29. Juli. Butter markt. Butter kostete per Psd. .X 1.00-1.10, Eier 1 St. 7 H, 2 St. 13 H.
Limburg, 29. Juli. Fruchtmarkt. Rother Weizen »X 19.65, weißer Weizen JL —, Korn *X 1635, Gerste JL 11.15, Hafer «X 7.35, Erbsen ——, Kartoffeln .
O Grotz-Felda, 29. Juli. Trotz des ungünstigen Wetters war unser gestriger Jacobimarkt recht gut besucht. DerViehmarkt war hingegen mit Schweinen schwach befahren, die Nachfrage danach aber febr stark. Infolge dessen ging der Handel sehr lebhaft und die Preise stiegen. Rian bezahlte für das Paar Ferkel durchschnittlich 34-40 X, 40-50 <X, für Läufer 60-70 JL und 70- 80 .x Das ist eine sehr bemerkenswerthe Preisdifferenz im Vergleich zu dem Kirtorfer Markt, auf dem das Paar Ferkel 20—30 «X kostete.
Eingesandt.
Gieße«, 30. Juli. Am Gleiberger Weg in unmittelbarer Nähe der Stadt werden feste und flüssige Abfuhrmassen aus dem Schlachthaus dicht neben der sehr begangenen Straße abaeladen, die einen unerhörten Gestank verbreiten und von zahllosen Mücken umschwärmt werden; ganze Stücke faulenden Fleisches liegen offen dicht am Weg. Die zahlreichen Arbeiter, die in der Morgenfrühe und am kühlen Abend vorübergehen, werden von Gestank und Mücken weniger belästigt, als die Besucher des Gleiberg, die gerade bei gutem warmen Wetter ahnungslos die Straße ziehen. Es ist ein wahres Wunder, daß noch keine Blutvergiftung durch Mückenstiche an dieser Stelle bekannt geworden ist. Will man mit dem Verbot, einen so ungeeigneten Platz als Abladestelle für die ekelhaftesten Abfallstoffe zu benutzen, warten, bis Unglücksfälle in größerer Anzahl als Belege vorliegen?
Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast.
Frellag Abend 7™ Uhr, Samstag Vormittag 8* Uhr, Samstag Nachmittag 400 Uhr, Samstag Abend 8®° Uhr.
MlittQl* T7ni*einlli bei der Wahl der Seife, namentlich JIlUllvl । V Ul mIvIII zum Waschen und Baden der Säuglinge und Kinder. Verlangt
Doerings Seife (mit der Eule) sie ist wegen ihrer unübertroffenen Milde und Reizlosigkeit für die zarte Haut der Kleinen die geeignetste, sie ist die beste Seife der Welt. Preis 40 Pfg. Zu haben in Giessen bei Gebr. Adami, C. F. Conrad, Drebes & Wallenfels, Eberhard Dort, Fritz Egly, E. Fischbach, A. Geisse, G. Gerhardt, L. Kalkhof, Gg. Kinkel, L. Loth, Eberh. Metzger, P. J. Mobs, C. Möser, H. F. Nassauer, A. Noll II., Carl Petri, Marktplatz, Otto Schaaf, J. M. Schulhof, Frau R. F. Thomas, A. Voigt, Heinrich Wallach. Engros-Verkauf: Benner & Krumm, Giessen. 5453
Temperatur der Lahn «nd Lust gemessen am 30. Juli, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 14, Lust 13 Grad Reaumur.
L. Ehr, Rubsamen Wwe.


