schast wird voraussichtlich gezwungen sein, mindestens vierzehn Tage zu feiern. — Aus dem dritten Schachte der „Wilhelmine Victoria" verunglückten drei Bergleute beim Abteusen. Zwei blieben tobt, einer ist schwer verwundet.
Wien, 28. April. Unterrichtete Kreise bestätigen den unmittelbar bevorstehenden Abschluß der Handelsvertrags-Verhandlungen zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn.
Wien, 28. April. Eine am Nachmittage tagende Versammlung der strikenden Bäckergehilfen nahm einen fo stürmischen Verlauf, daß sie schließlich aufreizender Reden wegen aufgelöst wurde. Alle Redner waren für die Fortsetzung des Strikes eingetreten.
Paris, 28. April. Im heutigen Ministerrathe führte der Ackerbauminister bei Berathung des Antrags Viger, betreffend die zeitweise Herabsetzung der Mehl- und Getreidezölle, aus, die französischen Producenten hätten in der Hoffnung auf eine Preiserhöhung sehr beträchtliche Getreidemengen reservirt, welche, falls die Zollermäßigung in Aussicht stände, auf den Markt kommen würden. Jedenfalls werde die Zollermäßigung genügen, um die Einfuhr russischen Getreides aus Odessa zu sichern.
Paris, 28. April. Eine Meldung des „Journal des Debats" aus Santiago besagt, daß man allgemein eine baldige Einstellung der Feindseligkeiten in Chile erwarte- die Führer der Aufständischen hätten bereits Unterhandlungen mit der Regierung angeknüpft.
Paris, 28. April. Develle brachte im heurigen Ministerrathe die Frage des Getreidezolles zur Sprache. Die Regierung scheint geneigt, den Getreidezoll auf 2*/2 Francs herabzusetzen, dürfte jedoch die Angelegenheit nicht als eine dringliche betrachten.
Amiens, 28. April. Die Arbeiter-Syndicate beschlossen, am ersten Mai an die Präfectur Delegirte zu entsenden mit einer Petition um Gewährung des achtstündigen Arbeitstages.
Loudon, 28. April. Die Influenza hat sich aus der Provinz hierher übertragen und beginnt sich auszubreiten. Der Character der Krankheit zeigt sich bislang nicht ernstlich bösartig und gleicht dem vorjährigen Erscheinen der Epidemie.
Brüssel, 28. April. Die internationale Anti- sclavereiconferenz wurde heute eröffnet. Es sprachen Brincat, Coadjutor Lavigeries, sowie Crispolti-Rom und Stillemans, Bischof von Gent. — Der Gesandte Portugals protestirte gegen eine Karte, welche das Muata-Damvogebiet dem Congogebiet einverleibt. Belgien nahm davon Act.
Rom, 28. April. Eine gestern stattgefundene Versammlung der Vertreter von 48 demokratischen Arbeitervereinen beschloß die Wahrung des friedlichen Characters der Kundgebung am 1. Mai und lehnte den entgegengesetzten Antrag ab. — „Cap. Fracassa" meldet aus Genua: Die im Privatbesitz befindliche Dynamitsa br ik bei Millesimo exp lodirte. Fünf Mädchen wurden getöbtet, viele Personen verwunbet.
Peking, 28. April. (Reutermelbung.) Die chinesische Regierung verweigert 'bie Annahme bes zum Gesanbten der Unionsstaaten in China ernannten Senators Blair, weil er im Senate wiederholt heftig gegen die Chinesen geredet hat.
Melbourne, 28. April. Reutermeldung. Der ehemalige König von Samoa, Tamasese, ist gestorben.
Unsrre Töchter.
Unsere Töchter sind sehr oft Lieblinge der Eltern, aber öfters, ja meist Stiefkinder der Familie, diese als Gesammt- heit gedacht. Das klingt paradox, ist aber doch so. Während die Familie an den Sohn wenig ober gar keine Anforderungen stellt, während sie ihm in jeder Weise die Freiheit wahrt und daraus hinzuwirken sucht, daß er sich für die Selbstständigkeit rüstet, muß die Tochter dem Wohle der Familie leben. Sie muß schon in früher Jugend der Mutter zur Hand gehen bei all den kleinen häuslichen Geschäften, die von Alters Herden Beruf der Frau bilden. Sie muß die freien Tagesstunden, da der Knabe turnen, Ritter und Räuber spielen darf, der Handarbeit widmen. Sie muß bei den besten Anlagen in der Schulbildung meist hinter dem Knaben zurück- stehen. Sie muß dem Bruder zu Diensten fein in tausend Handgriffen, als da sind: Stopfen, Stricken, Plätten, Kochen usw., unbekümmert darum, ob er ihr dafür dankt. Die Familie concentrirt ihre ganze Eitelkeit auf die Söhne, die Töchter bleiben bie Aschenputtel.
Aber, so wirb man einwersen, ist es nicht „echt weiblich", sich in hingebenber Fürsorge aufzuopfern? Ist nicht in der Familie das beste Feld, sich für den Haushalt vorzubereiteu? Sind nicht alle jene Thätigkeiten „weiblicher Beruf" ? Ist es Nicht geradezu unweiblich, außerhalb der Familie zu stehen?
Leider gilt letzteres bei manchen Leuten in der That für „unweiblich", obgleich Tausende von jungen Mädchen, der Noth gehorchend, nicht dem eigenen Triebe, auf die Straße gestoßen werden, weil gerade die Familie ihre Tochter los zu werden sucht, wenn sie ihrer nicht mehr bedarf. Aber während der Sohn für den Erwerb ausgebildet, für den Lebenskampf gestählt ist, steht die Tochter rath- und hilflos da. Alle ihre anerzogenen sogen, „weiblichen" Tugenden: Sanstmuth, Duldsamkeit, Aufopferungsfähigkeit, Vertraiiens- seligkeit rc. tragen — so achtungsvoll sie auch immer sein mögen — doch in der gedachten Situation nur dazu bei, daß sie vollständig ausgenützt wird.
Hiergegen ist, wie die Verhältnisse sich nun einmal entwickelt haben, entschieden Front zu machen. So gut man etwas anlegt für die Erziehung des Sohnes, so gut sollte man es für die der Tochter thun. Man sollte das Mädchen nicht in der Familie festhalten, so lange man es braucht und es sich nützlich erweist, sondern man sollte bei Zeiten daran denken, es zu einem eigenen Erwerb zu befähigen. Soll die Tochter als Kindermädchen gehen, so vertraue man sie einige
Monate einer Kleinkiilderschule an, damit sie vorbereitet wird. } Soll sie als Köchin wirken, so erachte man die Ausbildung am eigenen Herd nicht für genügend, sondern gebe sie ein halbes Jahr in eine Hotelküche. Mit den „Stützen" mache man es ebenso. Die Stütze ist daheim Tochter im wahren Sinne des Wortes und mit den Ansprüchen einer solchen geht sie aus der Familie fort; sie verlangt Familienanschluß und — etwas Taschengeld — welch traurige Illustration zur Erwerbsfähigkeit der Töchter! Anders wäre der Fall, wenn die Tochter eine vollkommene Ausbildung genossen hätte; dann dürfte sie ihre Ansprüche höher stellen und man würde diese auch befriedigen. Die „Gesellschafterin" muß erst recht vorgebildet sein. Von ihr verlangt man Sprachkenntnisse, gesellige Talente, Gesang, Musik, man verlangt auch gründliche Bildung. Diese gewinnt man nur selten in der Familie, dazu gehört ein Umsehen in der Welt durch Reisen, ein ernstes Studium.
In fast allen Fällen zeigt es sich, daß die Mädchen in der Familie feine genügende Erwerbs-Ausbildung erhalten, leider auch nur selten durch bie Familie. Sv gehen sie mit unvollkommenen Fähigkeiten vom Hause fort und helfen das Vomrtheil vermehren, bas man gegen Frauen hat, helfen den Satz verstärken, baß Frauenarbeit nur halben Lohn werth ist. Es muß, wie der „Frauenerwerb" in einem längeren bezüglichen Artikel forbert, zum Grundsatz jeder Familie werden, daß bie Töchter nicht nur bazn ba sinb, das Familienleben zu erheitern und zu verschönern, sondern daß bie Familie die Pflicht hat, die Töchter zu versorgen, so gut wie die Söhne. Wo bie Aussicht auf eine Heirath gering ist, bort muß bie eigene Selbständigkeit ins Auge gefaßt werden, aber nicht erst bann, wenn das Mädchen alt wird, sondern bereits bei der Erziehung des Kindes. Die Familie darf die Tochter an das Haus, das ihr keine Heimath bleiben kann, nicht so lange fesseln, als man sie braucht, sondern muß bei Zeiten auf sie verzichten, wie sie von Anfang an auf den Sohn verzichtet. Erzieht aber eine Mutter die Tochter im Hause für das Haus, so muß sie vergessen, daß das Kind „T'chter" ist und darauf achten, daß es ebensowohl Auswaschmädchen, als Hausfrau fein kann; denn Niemand weiß, welches dieser beiden Loose ihm fällt.
Das aber ist das vornehmste Gebot für bie Familie, ob arm, ob reich: Gieb bie Tochter nicht aus Deinem Hause unb aus Deiner Hut, damit sie selbst ihren Unterhalt verdienen soll, bevor sie völlig ausreichend dazu befähigt ist.
Cocales und HSr'svinzLeWcs.
Gießen, 29. April.
— Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Freitag den 1. Mai 1891, Nachmittags 4 Uhr:
1. Gesuch des Georg Schlörb um Erlaubniß zum Betriebe einer Winhschast. 2. Trottoirpflasterung in der Göthe- straße. 3. Die Untersuchung der Blitzableiter. 4. Gesuch des K. Nau um Erlaubniß zur Benutzung von städtischem Weggelände. 5. Den Weg nach dem Hardtberg. 6. Herstellung zweier Sammlungszimmer im höheren Mädchenschulhause. 7. Gesuch des Fabrikanten Wilhelm Gail um Erlaubniß zur Herstellung einer Drahtleitung nach der Gail'schen Wollspinnerei. 8. Gesuch der S. Katzenstein Wittwe um Erlaubniß zur Bewohnung ihres Gartenhäuschens. 9. Baugesuch bes Julius Buch. 10. Die Benennung ber Petri'schen Privatstraße. 11. Die Besetzung ber Stabtrechnerstelle. 12. Canalisativn ber Stabt Gießen. 13. Straßenumbau auf ber Nordanlage.
— Herr Stadtrechner Lauder hat mit Wirkung vom 1. Juli b. I. sein Amt niebergelegt. St. „Darmst. Tägl. Anz." hat Herr Länder bie Stelle als Verbanbsrevisor unb Vorstand des Rechuungs-Revisions-Bureaus des Verbandes der hessischen landwirthschaftlichen Genossenschaften (Director Kreisrath Haas in Offenbach) angenommen.
Friedberg, 27. April. Vorgestern wurde von dem Jagdaufseher Dikhow auf dem Winterstein ein seltenschönes Exemplar einer Wildkatze, circa 1 Meter lang und 40 Ctm. hoch, in ber Nähe ber Kaisergrube gefangen unb nach ber Bestimmung des Jagbbestänbers Andrä aus Frankfurt bem zoologischen Garten in Berlin zum Geschenk gemacht. Beim Transport nach der Bahn wurde die Katze den Realschülern auf Veranlassling des Directors der Realschule gezeigt. Es ist dies bie dritte Wildkatze, welche seit kurzer Zeit an gleicher Stelle gefangen wurde. Die beiden anderen wanderten in den zoologischen Garten in Frankfurt.
+ Niederweisel, 28. April. Gestern starb hier Herr Wenzel Kransgrill I. Der Verstorbene begleitete dreißig Jahre lang das Amt des Gemeinde-Einnehmers, war aber außerdem als Rechner des evangelischen Kirchenfonds unb der israelitischen Gemeinde, sowie als Mitglied des Ortsgerichts thätig.
Ehringshausen, 27. April. Unter dem Vorsitz des Herrn Landwirthschaftslehrers Leithiger von Alsfeld tagte gestern Nachmittag hier eine Versammlung von Landwirthen, welche die Frage zwecks Errichtung einer Molkerei besprach. Herr Professor Dr. A. Backhaus sprach über bie Bedeutung unb Einrichtung einer solchen Genosjenschast. Auch Herr Lehrer Hünergart empfahl den Landwirthen bie gemeinschaftliche Errichtung eines solchen Instituts. Das Resultat ber Besprechung war, daß eine Anzahl Lanbwjrthe aus Ehringshausen, Rülfenrod, Otterbach und Maulbach das vorgeschlagene Statut unterzeichneten und somit den ersten Schritt für ein für sie hoffentlich recht segensreiches Unternehmen thaten. Besonders von Maulbach war die Betheiligung eine sehr rege, indem nicht weniger wie acht Landmirthe von dort sofort beitraten. Der Eintritt, ohne besonderes Eintrittsgeld, soll jedem Landwirth bis zum 31. Mai — dem Tag der ersten Generalversammlung — noch frei stehen unb nehmen Anmelbungen Herr Gutspächter Clotz-Rülfenrod, bei welchem das Statut unterschrieben werden kann, Herr Bürgermeister Frohlich- Maulbach und Herr Ernst Diegel-Ehringshausen entgegen. Später soll ein Eintrittsgeld erhoben werden.
§ Lichenroth, 27. April. Ein Bubenstreich gemeinster Art ist vergangene Nacht hier verübt worden. Der Landwirth Lorenz Herchenröder hier fand heute Morgen in seinem Hühnerhaus sämmtliche Hühner (10 Stück) und einen Hahn mit durchschnittenen Hälsen vor. In derselben Nackt wurden einem anderen Landwirth drei Gänse auf dieselbe Art getöbtet.
Schlitz, 27. April. Der Jagbausflug bes Kaisers nach Schlitz zum Grasen Görtz hat zwar in Folge bes Hinscheibens des Grafen Moltke vorläufig aufgegeben werden müssen, immerhin aber dürfte es noch interessant sein, über die gräflich Görtz'sche Familie unb über deren intime Beziehungen zum Kaiserhause einiges Nähere zu erfahren. Graf Görtz steht gegenwärtig im 40. Lebensjahre unb hatte, gleich unserem jetzigen Kaiser, ben Geheimen Rath Hinzpeter zum Erzieher, welcher banach von dem Vater des Grasen bem Kronprinzen Friebrich Wilhelm, nachmaligem Kaiser Friebrich, auch für bie Erziehung des jetzigen Kaisers empfohlen würbe. Daher leitet sich bie Freundschaft zwischen diesem unb bem Abkömmling eines der ältesten unb angesehensten hessischen Abelsgeschlechter ab. Die Mutter bes Grafen Görtz ist eine geborene Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein, seine Gemahlin, welche als Dame von außerorbentlicher Schönheit geschilbert wirb, eine Tochter bes Grasen Villeneuve, ehemaligen kaiserlich brasilianischen Gesanbten am belgischen Hose. Der Ehe bes gräflichen Paares sinb sechs Kinder (ein Sohu unb fünf Töchter) entsprossen. Als Residenzschloß benutzen bie Grasen von Görtz bie sogenannte Hallenburg, die bedeutendste der fünf Burgen, welche das malerisch gelegene Städtchen Schlitz umgeben. Eine uralte, jetzt evangelische Kirche, welche schon zur Zeit Karls des Großen erbaut und (im Jahre 812) eingeweiht worben sein soll, bezeugt das hohe Alter des Ortes, dessen Grafengeschlecht in ber Geschichte Hessens vielfach eine bebeutenbe Rolle gespielt hat.
Schlitz, 27. April. Nach einer Mittheilung bes Grasen Görtz wird ber Besuch Sr. Majestät bes Kaisers zu Ende bes ersten Drittels bes Monats Mai auf mehrere Tage statt- finben, wenn auch alsbann von ber Auerhahnjagb abgesehen werben muß. 15 Auerhähne waren von der gräflichen Jägerei bestätigt worden. Das ganze Städtchen prangte bereits im reichsten Festschmuck, als die Absage des Kaisers eintraf.
§ Hungen, 26. April. Ungeheuren Schaden hat ber verflossene strenge Winter sowohl unseren Fluren, wie ben- ienigen der gesummten Wetterau zugefügt. Sämmtlicher Weizen unb auch zum Theil bas Korn ist erfroren unb ist man genöthigt gewesen, sämmtliche Felder neu zu bestellen. Die Kosten des Saatgutes allein hierzu werden von größeren Gutsbesitzern zu 3000 Mark unb mehr berechnet. Ebenso ist der deutsche Rothklee größten Theils und die Luzerne fast vollständig ausgewintert, so daß gar mancher Landwirth fein ganzes Kleefeld umackern muß. Daß der Weizen u. f. w. vollständig erfroren ist, wie in diesem Winter, ist wohl feit Menschengedenken nickt vorgekommen und können sich dessen die ältesten Leute nicht entsinnen. Des Winters 1890/91 wird man lange gedenken, ebenso wie an denjenigen des Jahres 1879/80, wo unsere Obstbäume erfroren sind.
A Hungen, 26. April. Das diesjährige Wanderfest des Oberhefsischen Bienenzüchter-Vereins wird in unserer Stadt und zwar am 19. unb 20. Juli. I. I. ftattfinben.
+ Hungen, 26. April. Einem benachbarten Gutspächter würbe burch böswillige Hanb ein Fohlen mit einem Messer fo verflachen, baß bas übel zugerichtete Thier in thierärztliche Behanblung genommen werben mußte.
-r. Begünstigt von bem langersehnten herrlichen Wetter fanb am Sonntag ben 26. April in Burkhardsfelden bie Einweihung des bärtigen neuen Kleinkinder - schulgebäubes statt. Von Nah und Fern waren Gäste herbeigekommen,- wohl 400 Zuhörer standen und saßen um bie im Freien aufgestellte unb wie auch bas Haus festlich geschmückte Kanzel. Herr Pfarrer Fritsch von Reißkirchen leitete die Feier ein. Nach einer darauf folgenden Liturgie der Kleinen theilte derselbe Näheres über die Entstehung dieser Anstalt mit. welche von der hochherzigen, durch ähnliche edle Wohlthaten bekannten Frau Fabrikant Zimmer gegründet und später ber Gemeinbe übergeben wurde. Wegen Raummangels entschloß sich die eine der beiden Schwestern, ein neues, geräumigeres und zweckentsprechenderes Haus zu bauen, dessen Bestimmung für immer die einer Kleinkinder- schule sein soll. Im Anschluß daran nahm Herr Pfarrer- Fritsch in bewegten Worten Abschied von ber Gemeinbe, bie ihn ungern scheiben sieht, ba er nach Ober-Semen abberufen worben war. Hierauf sprach Schuldirector Brand aus Nonnen weiher (Lahr) noch über ben Zweck unb Nutzen ber Kleinkinderschulen unb die Nothwenbigkeit einer guten Erziehung in unserer Zeit socialer Mißverhältniffe. Durch bie Mit Wirkung des Kirchenchors sowie des Posaunenchors aus Kleinlinden war bie erhedenbe unb ansprechenbe Feier noch mehr erhöht.
Dermifd>tes.
* Darmstadt, 28. April. Seine Königliche Hoheit ber Großherzog haben Allergnäbigst geruht: Am 25. April den Dr. Wilhelm Sonne zu Darmstadt zum ersten Chemiker bei ber Prüfungs- unb Auskunftsstation für bie Gewerbe zu ernennen.
tt Arolsen, 28. April. Heber bie Festlichkeiten anläßlich ber Hochzeit d e s F ü r st e n v. W a l d e ck - P y r m v n t mit ber Prinzessin Luise von Schleswig-Holstein- Glücksburg können wir aus bester Quelle Folgendes mittheilen: Gestern Montag, den 27. April, sind die aus Arolsen, dem Fürstenthum und Kassel geladenen Spitzen ber Behörden nebst den anderen geladenen Persönlichkeiten ans Schloß Suifenlunb in Schleswig eingetroffen. Nachdem auch gegen Abend bie übrigen Hochzeitsgäste, hohen Anverwandten ber Braut ?c. angelangt waren, fanb auf bem Schlosse bei der Herzogin - Mutter von Schleswig-Holstein-Glücksburg Galacour unb Galatafel statt. Heute am 28. April Bor-


