Ausgabe 
29.8.1891
 
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sich heute Morgen 9 Uhr die Vertreter von über hundert­fünfzig deutschen Städten. Oberbürgermeister Ad ick es begrüßte Namens der Stadt Frankfurt die Erschienenen auf das Wärmste und drückte die Hoffnung aus auf ein gutes Resultat des gegenseitigen Gedankenaustausches. Der Vor­sitzende der electro-technischen Ausstellung, Stadtverordneter L. Sonnemann, schloß sich den Begrüßungsworten des Vorredners an und hob hervor, daß gerade die mit in den Plan gefaßte Veranstaltung des Städtetages zum Gelingen der Internationalen electro-technischen Ausstellung besonders beigetragen habe. Als mehr wie ein Viertel-Jahrhundert der Stadtvertretung angehörendes Mitglied könne er voraus sagen, daß die Zusammenkunft deutscher Städte - Vertreter nach vielen Richtungen hin bahnbrechend wirken werde, und er zweifle nicht, daß die Theilnehmer einen guten Eindruck von dem hier Erlebten gewinnen werden. (Lebhafter Beifall.) Das Präsidium, welches aus Antrag des Oberbürgermeisters Bötticher-Magdeburg durch Zuruf gewählt wurde, ist zu­sammengesetzt aus: Oberbürgermeister Adickes-Frankfurt, Vor­sitzender- 1. Beisitzer Stadtrath Margraff-Berlin - 2. Syn­dikus Dr. Leo-Hamburg - 3. Oberbürgermeister Dr. v. Hack- Stuttgart- 4. Bürgermeister Back-Straßburg. Nach einigen geschäftlichen Mittheilungen des Vorsitzenden folgte ein Vor­trag des Herrn Ingenieur Uppenborn-Berlin über:Die für die Städteverwaltung interessanten Aus^tellungsobjecte". Der sehr instructive Vortrag betonte den ungeheueren Fort­schritt der Electro - Technik seit der Pariser internationalen electro-technischen Ausstellung vor zehn Jahren und würdigte einzelne Hauptausstellungs - Objecte einer eingehenden Be­trachtung unter gleichzeitiger Erläuterung durch Experimen- tal-Demonstrationen. Hierauf trat die Versammlung unter Führung des Ingenieurs v. Miller einen Rundgang durch die Ausstellung an. Nachmittags-Sitzung. Ober- Ingenieur Andreas Meyer-Hamburg erläuterte über das Thema: Ueber die geeignetste und wirthschaftlich wichtigste Art und Weise, in welcher electrische Leitungen für Tele­graphie, Telephonie, electrische Beleuchtung und Kraftüber­tragung nebeneinander ausgeführt und sichergestellt werden können. Referent gab einen historischen Rückblick aus die Entwickelung technischer städtischer Anlagen und fiihrte dann aus, wie man für alle Anlagen, wie Wasserleitungen, Gas­leitungen 2c. zur unterirdischen Leitung gekommen sei. Dies sei auch die einzige richtige Methode und bei allen Straßen- anlagen der Zukunft sei von vornherein an die Schaffung unterirdischer Leitungsgänge unter den Fußsteigen zu denken. Die Placirung dieser Gänge, für welche die Durchleitung von Leuchtgas und Schmutzwasser ausgeschlossen bleibe, unter die Fußsteige sei aus technischen Gründen der bisher be­liebten Leitung durch die Straßenmitte vorzuziehen. Redner geht dann speciell auf electrische Zuleitungen ein, kritisirt das Monopol der Reichstelegraphenverwaltung, das einen Eingriff in das Verfügungsrecht der Städte über ihren Straßen­grund darstelle. Der bisher von der Telegraphenverwaltung beliebte Einspruch gegen Privatanlagen mit der Motivirung des schädigenden Einflusses starker Stromleitung aus schwache, sei durch die Fortschritte der Technik hinfällig geworden. Deswegen müssen die Städe für ihre städtischen Privatanlagen freie Hand haben, da sonst die wirtschaftliche und technische Entwickelung derselben gehindert sei, was einen Cultur- rückschritt bedeute. Der Correferent, Oberbürgermeister Becker-Köln, hebt die juristische Seite dieser Frage hervor und kritisirt den Gesetzentwurf über das Telegraphen- und Fernsprechwesen-Monopol der Reichspostverwaltung und den über die Anlage elektrischer Einrichtungen, von denen der erste schon im Reichstage vorberathen sei und, der andere dem Bundesrath bereits vorliege. Beide Entwürfe seien einseitig und mangelhaft und beraubten die Städte ihres Verfügungsrechtes über den eigenen Straßengrund. Das erste Gesetz sei nur mit großen Modificationen gutzuheißen und werde dadurch das zweite von selbst hinfällig. Sollte aber dieser erste Entwurf ohne Veränderung angenommen werden, so müsse das zweite Gesetz ergänzend hinzutreten, dann aber habe es jedenfalls ganz anders zu lauten wie jetzt. Mit diesen Bedenken haben sich die rheinischen Bürger­meister schon in einer Eingabe an die Reichsregierung ge­wandt, und es wäre sehr zu wünschen, daß nicht nur einseitige Electrotechniker, sondern auch tüchtige Verwaltungsmenschen in dieser wichtigen Angelegenheit gehört würden. (Lebhafter

allerdings, wie mir schien, schon Vieles und Schweres er­lebt hatte.

Meine Entschuldigung wurde von dem Alten freundlich abgelehnt. Wir waren nun einmal im Gespräch, ein Wort gab das andere, und so erfuhr ich denn alsbald außer einigen lehrreichen Angaben über das Vorkommen gewisser seltener Blumen in diesem Theile des Waldes der Alte hatte eine wohlgefüllte Botanisirtrommel neben sich liegen die noch werthvollere Thatsache, daß sich in der Näheein Wirths- haus mit guten Bieren" befände.Ich gehe selbst eben dahin," bemerkte mein neuer Bekannter,meine Frau ist dort zurückgeblieben und wartet wohl schon mit dem Kaffee." So machten wir uns denn selbander aus den Weg.

Aus den Reden des Alten merkte ich bald, daß ich es mit dem Schulmeister des Städtchens zu thun hatte. Es schien ein ganz tüchtiger und verständiger Leiter der Jugend zu sein. Was aber einem Blinden hätte auffallen müssen, das war die unglaubliche Gutmüthigkeit des Mannes. Mehr­mals blieb er unterwegs mit einem plötzlichen, aus der Tiefe seiner guten alten Seele schallenden Gelächter stehen, um mir dann erst die Ursache anzugeben- es war ihm dann nämlich eben etwas wieder eingefallen", und zwar lachte er das erste Mal, weil nun schon wieder einer sich aus seinen Hut gesetzt habe, und die anderen Male über irgend sonstige Dinge, die wir gewöhnliche Menschen als ärgerlich zu be­zeichnen pflegen.

(Fortsetzung folgt.)

Beifall.) Nach einer Discussiou, in welcher Oberbürger­meister Staude-Halle und die Ingenieure Uppenborn- Berlin und v. M i l l e r- Frankfurt unter Geltendmachung einiger sachlichen und technischen Punkte ihr Einverständniß mit dem Correferenten ausdrückten, wurde, unter allseitigem Applaus, eine, dessen Ausführungen concentrirende Resolution ange­nommen.

Triest, 27. August. Die Bäckergenossenschast beschloß, die Brodpreise von 12 resp. 14 Er. aus 16 fr. pro Pfund zu erhöhen. Der Beschluß hat eine große Erregung in der ärmeren Bevölkerung hervorgerufen.

Myslowitz, 27. August. Die russische Regierung erließ ein von gestern ab giltiges Verbot gegen die Aus­fuhr zollfreier Mehlmengen.

Riga, 27. August. Die Provinz Livland, wo 2 Millionen Pud Roggen liegen, bot der Regierung eine Million Pud als Darlehen für die nothleidenden Gouvernements an. In russischen Regierungskreisen wird lebhaft der Umstand er­örtert, daß Livland die einzige Provinz ist, welche die Noth­leidenden unterstützen kann.

Southampton, 27. August. Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen schiffen sich morgen früh auf der Elbe" nach Bremen ein.

Chriftiania, 27. August. Internationaler Crirni- nalisten-Congreß. Es wurde beschlossen, eine Commission einzusetzen, welche die Regierungen zur Neuregelung der Statistik der rückfälligen Verbrecher veranlassen soll. Nach­mittags wurde ein Ausflug veranstaltet. Die städtische Ver­tretung gab ein Festmahl. Die nächste Sitzung findet im Jahre 1893 statt.

Moltke über den Feldzug 187071.

Das vielerwähnte Werk des Feldmarschalls Graf Moltke über den Feldzug 187071 ist erschienen. Das Werk beginnt mit folgender Einleitung:Es sind vergangene Zeiten, als für dynastische Zwecke kleine Heere von Berufs­soldaten ins Feld zogen, um eine Stadt, einen Landstrich zu erobern, dann in die Winterquartiere rückten oder Frieden schloffen. Die Kriege der Gegenwart rufen die ganzen Völker zu den Waffen, kaum eine Familie, welche nicht in Mitleiden­schaft gezogen würde. Die volle Finanzkraft des Staates wird in Anspruch genommen und kein Jahreswechsel setzt dem rastlosen Handeln ein Ziel. So lange die Nationen ein gesondertes Dasein führen, wird es Streitigkeiten geben, welche nur mit den Waffen geschlichtet werden können, aber im Interesse der Menschheit ist zu hoffen, daß die Kriege seltener werden, wie sie furchtbarer geworden sind. Ueber- haupt ist es nicht mehr der Ehrgeiz der Fürsten, es sind die Stimmungen der Völker, das Unbehagen über innere Zustände, das Treiben der Parteien, besonders ihrer Wortführer, welche den Frieden gefährden. Leichter wird der folgenschwere Ent­schluß zum Kriege von einer Versammlung gefaßt, in welcher Niemand die volle Verantwortung trägt, als von einem Einzelnen, wie hoch er auch gestellt sein möge, und öfter wird man ein friedliebendes Staatsoberhaupt finden, als eine Volksvertretung von Weisen! Die großen Kämpfe der neueren Zeit sind gegen Wunsch und Willen der Regierungen entbrannt. Die Börse hat in unseren Tagen einen Einfluß gewonnen, welcher die bewaffnete Macht für ihre Interessen ins Feld zu rufen vermag. Mexiko und Egypten find von europäischen Heeren heimgesucht worden, um die Forderungen der hohen Finanz zu liquidiren. Weniger kommt es heutzutage darauf an, ob ein Staat die Mittel besitzt, Krieg zu führen, als darauf, ob seine Leitung stark genug ist, ihn zu verhindern. So hat das geeinigte Deutschland seine Macht bisher nur dazu gebraucht/ den Frieden in Europa zu wahren, eine schwache Regierung beim Nachbar aber ist die größte Kriegs­gefahr. Aus solchen Verhältnissen ist auch der Krieg von 187071 hervorgegangen. Ein Napoleon auf dem Thron von Frankreich hatte seinen Anspruch durch politische und militärische Erfolge zu rechtfertigen. Nur eine Zeit lang befriedigten die Siege der französischen Waffen auf fernen Kriegsschauplätzen - die Erfolge des preußischen Heeres erregten Eifersucht, sie erschienen als Anmaßung, als Herausforderung, und man verlangte Rache für Sadowa. Die liberale Strömung des Zeitalters lehnte sich auf gegen die Alleinherrschaft des Kaisers, er mußte Bewilligungen zugestehen, seine Macht­stellung im Innern war geschwächt und eines Tages erfuhr die Nation aus dem Munde ihrer Vertreter, daß sie den Krieg mit Deutschland wolle!"

Aus den Vorgängen des Krieges in der ersten Periode ist die Schilderung des inneren Zusammenhangs der drei Schlachten vor Metz, des Rechtsabmarsches nach Sedan, der Schlachttage von Sedan besonders hervorzuheben. Die Ab­hängigkeit der französischen Heerführer von politischen Rück­sichten, die Stimmung der Bevölkerung wird wiederholt betont. Moltke widerlegt auch die Behauptung, daß Bazaine ein Verräther war, läßt der Thatkraft und Beharrlichkeit Gam- bettas Gerechtigkeit widerfahren, kritisirt aber auch die dilettantische Kriegführung von Tours. Die angeblich beab­sichtigte Räumung von Versailles sei eine Legende, ebenso wie die Meldungen über den stattgehabten Kriegsrath, der, wie auch 1866, niemals abgehalten worden sei. Von hervor­ragendem Interesse sind die Schilderungen der Belagerung von Paris und der Pariser Zustände bis Ende Januar, wo sich die Regierung in stetem Gedränge zwischen den unerfüll­baren Forderungen einer einsichtslosen Menge und dem un­erbittlichen Ernste der wirklichen Thatsachen befand.

Mit den schlichten Worten:Straßburg und Metz, die in Zeiten der Schwäche dem Vaterlande entfremdet wurden, waren wiedergewonnen und das deutsche Kaiserthum war neu entstanden", schließt das hochbedeutsame Werk. Es ist un­möglich, im Rahmen einer kurzen Besprechung dem Reichthum gerecht zu werden, welcher in dem nachgelassenen Buche ruht. Daß deutsche Volk wird es zu den kostbarsten Schätzen seiner Literatur rechnen und stets neue Begeisterung und Vaterlands­

liebe sich schöpfen aus dieser großartigen Schilderung der Kämpfe, die seine Einheit begründeten.

Die Lectüre dieses Werkes wird auch denen ein großes Interesse abringen, welche sonst denKriegsgeschichten" mit ihren Schrecknissen abhold sind. Es mag hier nur noch des historischen Interesses wegen das Gesammtergebniß des Krieges nach seiner militärischen Seite hin in Moltkes Darstellung wiedergegeben werden. Er schreibt:Zwanzig feste Plätze sind genommen worden und kein Tag ist zu nennen, an welchem nicht größere oder kleinere Gefechte stattgefunden haben. Den Deutschen hat der Krieg große Opfer gekostet, sie verloren: 6247 Offiziere, 123 453 Mann, 1 Fahne, 6 Geschütze. Der Gesammtverlust der Franzosen entzieht sich der Berechnung, aber allein an Gefangenen befanden sich in Deutschland 11860 Offiziere, 371981 Mann, in Paris 7456 Offiziere, 241 686 Mann, entwaffnet in der Schweiz 2192 Offiziere, 88 381 Mann, zusammen also 21 508 Offiziere, 702047 Mann. Erobert wurden: 107 Fahnen und Adler, 1915 Feldgeschütze, 5526 Festungsgeschütze.

Cocafcs und provinzielles.

Gießen, 28. August.

Einbruch. In der Nacht vom 26. aus den 27. l. M. wurden in einem hiesigen Hotel dem Kellner die Ersparnisse im Betrage von 70 Mk. gestohlen. Der Dieb, der üb­rigens Bescheid gewußt haben muß, stieg durch das Küchen­fenster, begab sich von da ins Gastzimmer und erbrach das das Geld bergende Pult.

Eine Bärenjagd in Frouhauseu, so könnte man das am vorigen Mittwoch uns von dort gemeldete, hier mit- getheilte Ereigniß bezeichnen. Als nämlich aus der Station Fronhausen am genannten Tage ein Güterzug einlief, ent­sprang aus einem im Zuge verladenen Wagen ein in Gesell­schaft eines jüngeren seines Stammes reisender Bär. Meister Petz trollte, nachdem ihm der Sprung aus dem Wagen ge­lungen, nach einem in der Nähe des Bahnhofs befindlichen Rübenacker, wahrscheinlich um sich von der Qualität der Fron­häuser Rüben zu überzeugen. Lange konnte sich der Bär diesen Betrachtungen nicht hingeben, denn ein rasch schuß­fertiger Beamter sandte ihm einige blaue Bohnen nach, die ihm den Appetit nach Rüben für immer verleideten. Der andere Genosse des Thieres, ein Bärenjüngling von wenigen Monaten, wagte den Sprung aus dem Wagen nicht, richtete dafür aber im Innern des Wagens unter den Reiseeffecten des Besitzers solchen Schaden an, daß bei der Ankunft des Zuges auf der hiesigen Station es des energischen Eingreifens von Schutzleuten bedurfte, den Meister Petz jun. an weiteren Ungemüthlichkeiten zu verhindern. Der erschossene Bär soll, nachdem die Bürgermeisterei Frouhauseu seiner Auslieferung keine Schwierigkeit bereitet, nach allen Regeln der Kunst zu Bärenschinken verarbeitet werden, wogegen der kleinere nach wie vor seinenStudien" obliegen soll. Wer den kleinen Vandalen in Bärengestalt sehen will, hat dazu in Oswalds Garten Gelegenheit- er ist dort in Kuglers Museumnebst vielen anderen Reptilien, Schlangen, Schmetterlingen, seltenen Affen und Briefmarken" zu sehen.

Auszeichnung. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde ertheilt den Mitgliedern der freiwilligen Turnerfeuerwehr zu Osthofen, Jacob Brück- mann und Georg Grün IV.

Das am 27. August ausgegebene Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 27 enthält: I. Bekanntmachung Groß­herzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, die Abänderung der bahnpolizeilichen Vorschriften für die Dampf­straßenbahn Darmstadt-Arheilgen betreffend. II. Bekannt­machung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, die bahnpolizeilichen Vorschriften für die Bahn Mainz- Hechtsheim betreffend.

Schnl'Statistisches. Im Schuljahr 188990 zählten die sieben Gymnasien im Großherzogthum Hessen zusammen 146 ordentliche Lehrer (einschließlich Directoren) und im Ganzen 171 außerordentliche und Hülsslehrer. Die Zahl der Schüler belief sich insgesammt auf 2519. Die Realgymnasien und Realschulen zählten 247 Lehrer bei 4423 Schülern, die höhere Bürgerschule in Butzbach 8 Lehrer und 126 Schüler. An Schulgeld kam bei diesen sämmtlichen Anstalten ein 522 425 Mk. 88 Pf.

Unterstützungskaffe der hessischen Landes-Irreuaustalten. Vor uns liegt der in der siebenten Jahres-Sitzung des Cura- toriums am 6. Juli d. I. von dem Vorsitzenden, Herrn Geh. Medicinalrath Dr. Ludwig, erstattete Bericht. Durch die Veröffentlichung wünscht das Curatorium die Ziele und Zwecke der Unterstützungskasse dem allgemeinen Verftändniß näher zu bringen und der guten Sache neue Freunde zuzuführen. Es sei daher hiermit die Aufmerksamkeit auf jenen Bericht gelenkt, der mit den beherzigenswerthen Worten schließt:Die öffent­liche Irren-Fürsorge und ihre immer sachgemäßere Gestaltung gehört zu denjenigen, das Wohl des Einzelnen wie der All­gemeinheit betreffenden Aufgaben, welche nur dann gelöst werden, wenn die Maßnahmen der Staatsregierung und die freiwillige Thätigkeit des Volkes in zweckentsprechender Weise sich gegenseitig ergänzen, anregen und beeinflussen - die noch so vortrefflich ausgestattete Irrenanstalt leistet um so weniger, je mehr sie der Unterstützung und Mitwirkung des Volkes entbehrt."

Unwahre Angaben wegen Altersrente. Strafbare Versuche zur Erlangung der Altersrente werden von den ver­schiedensten Seiten gemeldet. Der Vorstand der Jnvaliditäts- und Altersversicherungsanstalt Hessen-Nassau in Kassel sieht sich daher veranlaßt, ein solches Vorkommniß als öffentliche Warnung bekannt zu geben. In dem betreffenden Falle waren zur Erlangung einer Rente in einer dem Vorstände vorgelegten Arbeitsbescheinigung unwahre Angaben gemacht über ein an­geblich zwischen nahen Verwandten bestehendes Dienstverhältniß. Daraufhin ist sowohl der Aussteller der Bescheinigung wie.