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Samstag bett 29. August 1891
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Die Gießener
*e*tn dem Anzeiger H^.ttich dreimal detgelegt.
Gießener Anzeiger
Kenerat-Itnzeiger.
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2 Mart 20 Pfg. m» Bringcrlohn.
Durch die Post begoß«
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Redaktion. Expediert«« und Druckerc;.
Zchutstraße
Fernlprecher 51.
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren.
A«-i«hme Bon Anzeigen zu der Nachmittag» für den f-tßr -den Tag erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr.
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Alle Lnnoncen-Bureaux de» In- and Änilenoe» nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgehe«.
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AnrLliehev Thsrl.
Bekanntmachung.
Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Julie Schmidt, Ehefrau des Konrad Drescher zu Gießen die Prüfung als Hebamme mit der Note „gut" bestanden, daß dieselbe von uns verpflichtet worden ist und sich in Gießen niedergelassen hat.
Gießen, am 28. August 1891.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
I. V.: Jost.
Deutsches Reich.
Berlin, 27. August. Der Trinkspruch Kaiser Wilhelms in Merseburg dürfte einigermaßen dazu beitragen, die Befürchtungen, die in weiten Volkskreisen bezüglich der internationalen Lage herrschen, zu zerstreuen. Wenigstens hat der erlauchte Monarch in seiner Kundgebung beim Festmahle der sächsischen Provinzialstände seiner Hoffnung auf die fernere Erhaltung des Völkerfriedens Ausdruck verliehen und diese Aeußerung aus dem Munde des mächtigen deutschen Herrschers ist wohl geeignet, das Vertrauen in die fernere Entwicklung der internationalen Ereignisse zu heben und zu beleben. Aber allerdings hat Kaiser Wilhelm in seinem Trinkspruche auch die Möglichkeit ins Auge gefaßt, daß es eines Tages anders kommen könnte- daß dies alsdann jedoch nicht Deutschlands Schuld sein würde, betonte der hohe Herr klar genug. Hoffentlich werden die Bestrebungen Deutschlands und der mit ihm verbündeten Staaten zur Erhaltung des Friedens den gegenteiligen Bemühungen der europäischen Kriegsparteien noch immer die Spitze zu bieten vermögen.
— Der Entwurf eines Reichsgesetzes, betr. die Bekämpfung des Mißbrauchs geistiger Getränke, ist im „Reichsanzeiger" veröffentlicht worden. Der Entwurf umfaßt in vier Abschnitten 23 Paragraphen, von denen diejenigen des ersten Abschnittes die Bestimmungen über die Ausübung der den Vertrieb geistiger Getränke bezweckenden Gewerbe enthalten. Die Paragraphen des zweiten Abschnittes handeln von privatrechtlichen Bestimmungen, namentlich das Entmündigungsverfahren, im dritten Abschnitt sind die Strafbestimmungen, im vierten die Schlußbestimmungen enthalten. Dem Entwürfe ist eine sehr eingehende Begründung der vorgeschlagenen gesetzgeberischen Maßregeln zur Bekämpfung der Trunksucht beigegeben. Die Begründung sucht besonders die Berechtigung eines gesetzlichen Eingreifens in dieser wichtigen Frage nachzuweisen und hält es schließlich für unzweifelhaft, daß der Zustand der Trunkenheit im Rechte eine besondere Behandlung erheischt und daß zur Abwehr der
aus der Trunksucht erwachsenden Gefahren besondere Rechtsschutzeinrichtungen getroffen werden müßten.
— Die seltsame Irrfahrt des chilenischen Kriegsschiffes „Presidente Pinto" in den europäischen Gewässern ist noch immer nicht zu Ende- am 25. August ist der „Presidente Pinto", den man schon auf der Fahrt nach Chile wähnte, plötzlich in Kiel eingetroffen. Dem chilenischen Kriegsschiffe ist es bis jetzt nicht gelungen, seine Ausrüstung und seine Mannschaft zu vervollkommnen, wo immer es auch anlegen mochte. Die französische, die italienische, die portugiesische und die englische Regierung sind den betreffenden Versuchen des Schiffscommandanten aus völkerrechtlichen Gründen entschieden entgegengetreten. Es heißt nun, der „Presidente Pinto" beabsichtige, in Kiel die für ihn bestimmten Armstronggeschütze an Bord zu nehmen, nachdem dies in England selbst nicht geschehen durfte. Ob die deutsche Regierung hierzu ihre Einwilligung geben wird, erscheint indessen höchst zweifelhaft, da für sie dieselben völkerrechtlichen Erwägungen gelten, wie für die übrigen Regierungen.
Neueste Nachrichten.
WolffS telegraphisches Lorrespondenz-Bureau.
Berlin, 27. August. Bei der hiesigen chilenischen Gesandtschaft ist ein officielles Telegramm eingegangen, das den vollständigen Sieg der Regierungstruppen über die Congreßtruppen meldet, welch letztere zwischen zwei Feuer genommen worden seien und weder entkommen, noch sich einschiffen konnten. Das gesammte Heer der Congreßpartei habe sich auf Gnade und Ungnade ergeben.
Kiel, 27. August. Die „Kieler Zeitung" schreibt: Seitens der Behörden in Kiel sind Maßnahmen getroffen, um jeden Versuch einer Armirung des „Presidente Pinto" und einer Completirung der Besatzung zu verhindern.
München, 27. August. Die Generaldirection der Verkehrsanstalten gibt folgende Darstellung über ein bei Bischof s- heim eingetretenes Eisenbahnunglück: Gestern entliefen in Bischofsheim während eines Rangiermanövers zwei Wagen; der Manötzerleiter erlitt infolge des Abspringens vom Wagen schwere Verletzungen. Durch diese Wagen, welche vermöge des starken Gefälles sich mit größter Schnelligkeit sortbewegten, wurden in Station Wegsurt ein Mann und ein Kind getödtet. Die Untersuchung ist eingeleitet.
München, 27. August. Die Meteoro logen-Con- ferenz wählte heute mittelst Acclamation Or. Lang-München zum Präsidenten, Mascart-Paris und Harrington-Washington zu Vice-Präsidenten und Dr. Erle-München, Scott-London und Teisserene de Bort-Paris zu Secretären.
Wien, 27. August. Wie die „Presse" meldet, wird auf Ansuchen der belgischen Regierung der Zusammentritt der von ihr angeregten internationalen Conferenz zur Regelung des Eisenbahn-Personenverkehrs, an welcher auch
Oesterreich-Ungarn seine Theilnahme zugesagt hat, wegen noch nicht vollendeter Vorarbeiten auf unbestimmte Zeit vertagt.
Chamounix, 27. August. Die Leiche des beim Ersteigen des Montblanc verunglückten Braunschweigers Rothe ist gestern Abend ausgefunden worden. Man hofft, die Leiche des Führers Simond, des Begleiters von Rothe, noch heute zu bergen.
Belgrad, 27. August. Unter im Kreise Toplica angesiedelten Montenegrinern kamen Fälle von Auflehnung gegen die Behörden vor. Der Minister des Innern empfing eine Deputation der Ansiedler, nahm ihre Beschwerden entgegen und ordnete eine Untersuchung an.
Newyork, 27. August. Gestern Abend ist zwei Meilen östlich von Statesville in Nord-Carolina ein Eisenbahnzug der Westcompagnie von Nord-Carolina auf einer Brücke von 80 Fuß Höhe verunglückt. Eine große Anzahl Personen soll getödtet sein. 36 Leichen wurden bereits aufgefunden.
Depeschen des „Bureau Herold".
Berlin, 27. August. Kaiser Wilhelm bleibt bis 2. September im Neuen Palais, sodann tritt derselbe die Reise zu den Manövern an.
Berlin, 28. August. Der Prediger der freireligiösen Gemeinde, Dr. Voelkel, welcher sich gegenwärtig in Zürich aufhält, wird, weil er sich einer sechsmonatlichen Gefängniß- strafe durch'die Flucht entzogen hat, steckbrieflich verfolgt.
— Vorgestern sand unter Vorsitz des Reichscommissars Wermuth eine Berathung Berliner Industrieller, Reichstagsabgeordneter und Notabilitäten statt zur Vorbereitung der Betheiligung an der Welt-Ausstellung zu Chicago. Es wurde die Bildung eines Central-Comites beschlossen, dem die Besorgung der weiteren Organisation obliegt. Wermuth wird demnächst in Gemeinschaft mit der amerikanischen Deputation auf einige Wochen nach Chicago reisen, um die Interessen Deutschlands bei der Raumvertheilung zu vertreten.
Berlin, 28. August. Der Bundesrath wird in den letzten Tagen des September seine Thätigkeit wieder ausnehmen und in der ersten Octoberwoche den Reichshaushaltsetat und das Trunksuchtsgesetz berathen. Die Regierung wartet die Kritik des Bundesrathes ab, um den Etat und das Gesetz sofort nach Zusammentritt des Reichstages diesem zur Vorlage zu bringen.
Bromberg, 28. August. Aus dem Eisenbahndirections- bezirk Bromberg wurde eine große Anzahl von Zugbeamten, Maschinen und Wagen zur Aushilfe nach Trier überwiesen.
Frankfurt a. M., 27. August. Deutscher Städtetag. In dem Zuschauerraum des Victoriatheaters der „Internationalen electro-technischen Ausstellung" versammelten
Feuilleton.
Die Familie Auöppel
Von Ernst Lenbach.
(Nachdruck verboten.)
Wir saßen unser Zwölf wie gewöhnlich Samstag Abend in einer Bonner Weinlaube beisammen und besprachen eifrig die Aussichten für den nächsten Tag. Eine lustige Rhein- fahrt war von lange her geplant, alles schien wohl vorbereitet und ein jeder wußte immer noch etwas Neues, worauf er sich ganz besonders freute. Nur mein dicker Freund Ludwig, der Pessimist unserer Tafelrunde, störte die allgemeine Stimmung mit seinen Unkenklagen. Schlechtes Wetter, grundlose Wege, mangelnde Fernsicht, ungenügende Wirthshäuser und anderes mehr fügten sich ihm zu einem durchaus trostlosen Bilde zusammen. Dabei schlürfte er in kurzen Pausen seinen Rheinwein, worauf jedesmal ein weh- müthig behaglicher Seufzer folgte, und strich sich mit der Hand liebkosend über die sanfte Wölbung seiner weißen Weste.
„Höre endlich einmal auf, Unglücksrabe!" rief ihm der Senior unseres Kreises zu. „Ist es nicht genug, daß so ein Pessimist in allem am besten durch die Welt kommt — muß er auch noch uns armen Optimisten das bischen Zufriedenheit verderben? Seht ihn Euch an, wie er da sitzt, mit rothen Wangen, glänzenden Augen, gutem Einkommen und einem gleichsam runden Banch wie sein großes Vorbild Falstaff! Sieht er nicht aus wie der Genius des Lebensgenusses — nicht unseres armseligen, hin und her irrlichterirenden Dptimistengenusses, sondern der behaglichen Lebenskunst jener
Pessimisten, denen es allemal besser geht, als sie gedacht hätten?! Stoßtan, Leute, — auf die pessimistischen Lebenskünstler !"
Unter heiterem Lachen folgten wir seiner Aufforderung, und der gute Ludwig wurde wieder einmal die Zielscheibe zahlreicher Scherzworte, die er mit gutmütigem Schmunzeln über sich ergehen ließ.
Als sich der fröhliche Tumult ein wenig gelegt, bemerkte mein Nachbar zur Rechten, ein junger, schon viel beliebter Schriftsteller: „Im Allgemeinen mag es wohl zutreffen: die Pessimisten — wenigstens solche wie unser lieber Freund hier — haben es eigentlich am besten im Leben. Es gibt aber auch heutzutage noch Leute, denen es vor lauter Optimismus eigentlich gar niemals schlecht gehen kann. Ich habe in der Art ein merkwürdiges Beispiel kennen gelernt."
„Hört, hört, eine neue Geschichte!" — „Erzählen, Fritz! Erzählen!" so klang es nun durcheinander.
„Ach," antwortete der junge Schriftsteller lächelnd, „eine Geschichte ist es eigentlich kaum. Aber wenn Ihrs durchaus haben wollt, will ich Euch die Sache schon berichten. Vielleicht ist es gut, wenn heute Abend kein geistvoller Discurs sich entspinnt, sonst sitzen wir am Ende länger beisammen, als sich für Leute schickt, die morgen eine große Wanderfahrt vorhaben."
Die Römer wurden frisch gefüllt und unser Freund bub an:
„Ihr wißt, daß ich mich in der heißesten Sommerzeit gerne ein paar Wochen in irgend einen verlassenen Welt- und Waldwinkel flüchte, um fern von Madrid dieses und jenes unsterbliche Geisteswerk zu vollenden — oder auch blos den Eindrücken von außen zu leben, alias zu saullenzen. So
hatte ich mich im vorvorigen Sommer in einem ganz weltvergessenen Stationsstädtchen da unten am Niederrhein eingenistet. Das Nest war geradezu einZdeal von Langweiligkeit, aber bis fast an die letzten Häuser erstreckte sich ein prächtiger Wald und natürlich verbrachte ich da den größten Theil meiner Tage. Ich hielt mich nicht immer auf den gewiesenen Bahnen, folgte ab und zu jenen tückischen Fußpfaden, die sich an irgend einem kritischen Punkte hoffnungslos im Gestrüpp verlieren, und so kam es, daß ich eines Tages glücklich nicht mehr ein noch aus wußte. Ich befand mich in der schönsten Waldeinsamkeit, die jeden Lyriker begeistern mußte, aber mein Magen war prosaischer gesinnt, er knurrte höchst vernehmlich und die Kehle war wie ausgedörrt — meine Uhr wies die dritte Stunde des Nachmittags und ich war seit zehn Uhr unterwegs. Nach längerem Hin- und Herirren glaubte ich endlich zwischen den Bäumen eine Lichtung wahrzunehmen, ich eilte durch Dick und Dünn darauf zu und aus einmal, krach — wich das Erdreich unter mir weg und ich sauste so etwa zehn Fuß rheinisch einen Abhang hinunter, — wie ich aber schon im Fallen mit Vergnügen gewahrte, war ich damit zugleich aus der Landstraße angekommen, die hier einen kleinen Höhenzug durchschnitt.
Mir hatte ich beim Fallen nicht webe gethan. Dagegen hörte ich nun eine Stimme neben mir: „Mein lieber junger Herr, wenn Sie hier fallen, warum fallen Sie gerade auf meinen Hut?" Etwas überrascht blickte ich mich um und gewahrte einen ziemlich beleibten, älteren Mann mit freundlich lächelndem Gesicht, eine Hornbrille auf der Nase, der etwas neben der Stätte meines Niederganges auf einer breiten Baumwurzel saß. Das von ihm beklagte Factum war übrigens richtig- ich saß aus einem Strohhut, dcr


