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Kronstadt, 27. Juli. An dem vom Admiral Gervais \ nn Bord desMarengo" gegebenen Dejeuner nahmen der Großfürst Alexis, die russischen Admiräle, Commandanten und das Stadthaupt Theil. Anläßlich des von der Munizipalität den französischen Osfizieren im Commerzclub heute bereiteten Diners ist die Stadt festlich geschmückt. Aus den Straßen concertiren zahlreiche Musikcorps.

Bukarest, 27. Juli. Das Gesetz, betreffend die Um­gestaltung der Infanterie, ist heute in Kraft getreten, die volle Durchführung desselben erfordert die Zeit bis zum October. Der russische Gesandte Fonton begab sich heute nach Sinaja zur Abschredsaudienz vor dem Antritt seiner Urlaubsreise. Anstatt Bratianus ist der conser- vative Cantacuzeno in den Senat gewählt- dadurch ge­winnt die Regierung einen Sitz.

Cincinnati, 27.Juli. Bei dem Eisenbahnzusammen­stoß in der Nähe von Middletown sind nur drei Personen getödtet und etwa 40 verwundet worden.

Djeddah, 26. Juli. Die C h o l e r a ist hier im Abnehmen. Bisher sind der Epidemie 4200 Personen erlegen.

Teheran, 27. Juli. Die persische Tabak-Compagnie ließ kürzlich eine auf ihre Geschästsgebahrung bezügliche Bekannt­machung an den Mauern von Täbris anschlagen. Die meisten dieser Plakate wurden heruntergeriffen und als Antwort auf diese Plakate wurden in der Nacht vom 12. Juli Plakate revolutionären Inhalts angeschlagen, in welchen die Priester ausgesordert werden, der Bevölkerung zu helfen und Alle mit dem Tode bedroht werden, welche sich auf die Seite der Tabak-Compagnie stellen. Es sind zahlreiche Verhaftungen vorgenommen worden.

Depeschen desBureau Herold".

Berlin, 27. Juli. Der Entwurf des Trunksuchts- Gesetzes wird denPolit. Nachr." zufolge Anfangs August veröffentlicht.

Berlin, 27. Juli. Die Berliner Strike-Com­mission wird jetzt von den Gewerkschaften als unnütz auf­gegeben, auch der Delegirte der Buchdrucker legte sein Man­dat nieder. Ein Ersatzmann wurde nicht gewählt.

Spandau, 27.Juli. Es verlautet, die hiesige Gewehr­fabrik beabsichtige, im August den Betrieb gänzlich einzustellen, es sollen die Arbeiter nur bis auf Weiteres gehalten werden. Die entlassenen Arbeiter gehen vielfach nach Steyr und Budapest, um in den dortigen Waffenfabriken Beschäftigung zu suchen. Die Militär - Verwaltung soll bei Spandau die Errichtung einer Tuchfabrik planen, um zu ver­suchen, späterhin alle militärischen Tuche in staatlichen Fab­riken herzustellen. Anschließend an die Pulverfabrik soll auch die Errichtung einer Sprengstoff-Fabrik geplant sein.

Kastel, 27. Juli. Im Stadtkreis erhielt Endemann 5357, Pfannkuch 4637 Stimmen. Das Gesammtresultat ist bisher: Endemann 8693, Pfannkuch 8097 Stimmen. Ende- manns Wahl ist gesichert.

Lemberg, 27. Juli. Den katholischen Geistlichen Congreßpolens wurde es verboten, ohne behördliche Er- laubniß den Wohnort zu verlassen oder Zusammenkünste zu veranstalten.

Graz, 27. Juli. Die Bergarbeiter in Süd-Steier­mark beabsichtigen für den 1. August einen General- ausstand.

Czernowitz, 27. Juli. Bei den hiesigen Finanzbehörden wurden vor Kurzem große Malversationen entdeckt, die ein erschreckendes Bild der Corruption bieten. Leitende Beamte wurden theils pensionirt, theils suspendirt. Der Leiter des Zollamts in Bassancze entzog sich der Verhaftung durch Selbstmord. Der Vorstand des Hauptzollamts in Kobierski wurde gestern verhaftet, desgleichen eine Anzahl Kaufleute in verschiedenen Städten des Landes. Es handelt sich zumeist um Zoll-Defraudationen bei Vieh- und Getreidetransporten aus Rumänien, ferner um Branntweinsteuer-Unterschlagungen.

Kronstadt, 27. Juli. Bei dem Diner, welches der Kronstädter Commandant, Admiral Schwarz, den französischen Offizieren gab, hielt Gervais folgende Ansprache:Seit gestern meine ich, in einer verzauberten Welt zu leben, so überzeugend sind die Beweise der Sympathie und der Auf­merksamkeit, welche uns hier zu Theil werden. Dieselben müssen uns mit Stolz und Freude erfüllen, denn sie gelten nicht uns, sondern dem theueren Frankreich. Empfangen Sie den Gruß Frankreichs an das große ruhmreiche russische Reich. _______

Kastel, 28. Juli. Reichstags-Ersatzwahll Voll­ständiges Endresultat: Endemann (natl.) 10 795 Stimmen, Pfannkuch (Soc.) 9245 Stimmen. Außer den Conservativen haben auch fast sämmtliche Antisemiten und Reichsparteiler für Endemann gestimmt.

Locales uttfc Provinzielles.

Gießen, 28. Juli.

Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 30. Juli 1891, Nachmittags 4 Uhr: 1. Erlaß eines Polizeireglements, die Bezeichnung der Fuhrwerke betr. 2. Anlage von Einfriedigungen in der Stadt Gießen. 3. Die Einfriedigung am Hose des Ernst Lotz am Tiefenweg. 4. Dispensationsgesuch des Karl Heil -für seinen Anbau in der Schützenstraße. 5. Gesuch des G. Koch um Erlaubmß zur Aufführung von Gebäuden und Hütten bei seinem Thonwerk. 6. Gesuch des Emil Kalbfleisch um Erlaubmß zur Erbauung eines Wohnhauses. 7. Repa- raturarbeiten im Wieghaus. 8. Gesuch verschiedener Grund­besitzer um Ausbau der Weserstraße. 9. Verbreiterung der Wieseckbrücke in der Ortsdurchfahrt, Straße Gießen-Hersseld. 10. Gesuch des Rechtsanwalts Louis Labroisse zur Anlage einer Thür nach der Plockstraße. 11. Die Canalisation der Stadt Gießen. 12. Bauherstellungen im Gebäude des Real­gymnasiums. 13. Bepflanzung und Wasserversorgung des Schulhofs der höheren Mädchenschule. 14. Obstausstellung vom 4. bis 11. October 1891 in Gießen.

Sitzung Großherzogl. Handelskammer vom 24. Juli 1891. Anwesend waren die Herren: Koch, Scheel, Gail, Heichelheim, Klingspor. Eine wiederholt bei den in Betracht kommenden Exportfirmen des hiesigen Be­zirks veranstaltete Anfrage wegen der Beiheiligung an der bevorstehenden Weltausstellung in Chicago hat das Resultat ergeben, daß dieselben auf ihrem früheren ablehnenden Stand­punkte verharren zu müssen erklären, weil wegen der hohen Transportkosten und Eingangszölle ein lohnender Absatz ihrer Fabrikate in Amerika für die nächste Zeit nicht zu erwarten stehe. Es gehen uns Nachrichten zu, in welchen darauf aufmerksam gemacht wird, daß Deutschen, welche Baumate­rialien nach Holland zu liefern haben, leicht daraus Schwie­rigkeiten entstehen können, daß in Holland keine allgemeine anerkannte Prüfungsstation für derartige Materialien besteht. Es wird deßhalb den deutschen Producenten angerathen, daß sie, io lange nicht in Holland eine staatliche Prüsungsstation eingerichtet ist, bei größeren Lieferungen thunlichst aus der Ausnahme einer Clausel in die Contracte dahin bestehen, daß bei entstehenden Meinungsverschiedenheiten über die Beschaffen­heit der Waare die Königliche Prüfungsstation zu Berlin- Charlottenburg als Schiedsrichter zuständig sein soll. In Salonik soll eine große allgemeine Handelskrisis ausgebrochen sein, welche für die nächste Zeit bei Anknüpfungen von Ge­schäftsverbindungen mit dem dortigen Platze die größte Vor­sicht geboten sein läßt. Es gehen uns weiterhin Nach­richten zu, in welchen davor gewarnt wird, daß heimische Fabrikanten sich direct mit spanischen Abnehmern in Ver­bindung setzen. Es wird vielmehr gerarhen, sich der heimischen Commissionshäuser zu bedienen, welche durch Collectivreisende das Land bereisen lassen und meistens mit in Spanien wohnenden Agenten in Verbindung stehen, welche größten- theils gut unterrichtet und zuverlässig sind. Zur Regelung der finanziellen Geschäfte wird gerathen, sich der mit der deutschen Bank in Berlin in enger Verbindung stehenden deutsch-spanischen Bank in Madrid zu bedienen. Es wird sodann noch darauf hingewiesen, daß die Ausfuhr Deutsch­lands nach Spanien in den letzten Jahren immer mehr zurück­gegangen ist und wird dies einmal der weniger lebhaften Thätig- keit der Agenten deutscher Häuser, sowie der auffallenden Thatsache zugeschrieben, daß der deutsche Handel im Vergleich zu dem englischen und französischen zu wenig die Reclame ausnutzt. Zum Geschäftsverkehr mit den Vereinigten Staaten sei nachfolgende uns zugegangene Mittheilung zur Kenntniß der Interessenten gebracht: Die Consuln der Ver­einigten Staaten müssen für gesetzlich befugt erachtet werden, die Ertheilung von Attesten für direct von Fabrikanten nach Amerika consignirte Maaren von der Vorlegung einer Decla­ration des Fabrikanten abhängig zu machen, welche Auskunft über die in Sect. 11 des Gesetzes vom 10. Juni 1890 auf­geführten sogenanntenElemente^ der Herstellungskosten gibt. Verordnungen und Entscheidungen amerikanischer höchster Be­hörden über die consularische Befugniß zur Erforschung der Herstellungskosten auf Grund des Zollverwaltungsgesetzes vom 10. Juni 1890 sind bisher nicht ergangen, bezw. nicht veröffentlicht worden. Den Consuln wird indessen Seitens der Regierung der Vereinigten Staaten eine Befugniß zur Erzwingung der Declarationen des Fabrikanten bezüglich der Elemente der 'Herstellungskosten nicht zugestanden, und sie sollen auch im Falle, daß eine solche Declaration nicht abgegeben wird, die Beglaubigung der Factura nicht ver­weigern. Dagegen sollen die Consuln in diesem Falle berech­tigt und verpflichtet fein, den Zollcollector des amerikanischen Bestimmungshafens von der Verweigerung der Declaration in Kenntniß zu fetzen und dieser kann alsdann die Einfuhr ' so lange verhüten, bis ihm der Importeur den Beweis er­bracht hat, daß der in der Factura angegebene Werth der Waare den thatsächlichen Verhältnissen entspricht. Dem deutschen Fabrikanten erwächst daher ein Vortheil nicht, wenn er die Abgabe der Declaration verweigert und gleichwohl die Beglaubigung der Factura erzwingt. Eine Schädigung dürfte. den deutschen Fabrikanten, welche sich zurMbgabe der Decla­ration bereit erklären, aus einer Preisgebung ihrer Fabrik- geheimniffe durch die Consuln der Vereinigten Staaten nicht erwachsen, da die Consuln angewiesen sind, die Angaben über die Elemente der Herstellungskosten lediglich als zu ihrer persönlichen Kenntniß bestimmt anzusehen, dieselben nicht in den Consulararchiven aufzubewahren und sie auch nicht den Facturen beizufügen. Die Declaration ist nur dazu be­stimmt, dem Consul persönlich die Ueberzeugung von der Richtigkeit des Facturenwerthes beizubringen. Würden dem Staatsdepartement Fälle zur Kenntniß gebracht, in denen Consuln diese Pflicht zur Geheimhaltung verletzt hätten, so würde sofort ein Einschreiten erfolgen.

Das Turnfest des Mittelrheinkreises, welches vom 25. bis 27. Juli in der alten Feststadt Hanau gefeiert wurde, verlief ganz in der besten Weise und zwar bei einer Be­theiligung, wie sie noch selten erreicht wurde. Ca. 4000 Turner waren zum Feste erschienen, 640 davon stellten sich am Sonntag Nachmittag zu den Freiübungen. Das Muster­riegenturnen, welches bald darauf stattfand und an welchem 63 Riegen theilnahmen, verlief in der besten Weise. 61 Sieger wurden mit Ehrentafeln bedacht, darunter auch die von dem hiesigen Männerturnverein gestellte Riege am Barren. Das Einzelwettturnen begann Montag Morgen um 7 Uhr und hatte sich die stattliche Zahl von 231 Turnern dazu gestellt, es verlies in musterhafter Weise und zeigte sich auch hier, wie der Kreis in seinen turnerischen Leistungen immer vorwärts schreitet. Carl Heuser vom hiesigen Turnverein errang hierbei mit 52x/4 Punkten den 20. Preis unter 41, in An­betracht der regen Betheiligung der besten Kräfte ein günstiges Resultat. Carl Burger von der Hanauer Turngemeinde errang mit 63*/4 Punkten den ersten Preis.

Concert. Zum Besten desJnvalidendank" ver­anstaltet die Regiments-Capelle morgen Abend in Steins Garten ein Concert. Da die demJnvalidendank" zu- fließenden Gaben, wie der Name besagt, zur Unterstützung

hilfsbedürftig gewordener Soldaten und deren Familien ver­wendet werden, so hofft die Capelle aus regen Besuch des Publikums, um dem Wohlthätigkeits-Jnstitut einen möglichst hohen Ertrag überweisen zu können.

Wie dieTüb. Chr." vom 22. Juli schreibt, hat sich das dort im Umlauf befindliche (auch von uns in Nr. 170 d. Bl. mitgetheilte) Gerücht, der vermißte Dr. Theodor Nördlinger fei aufgefunden worden, nicht bestätigt. Die Nach­forschungen werden eifrig fortgesetzt.

Die Einweihung des neuen Boothauses der Gießener Ruder- Gesellschaft am 26. Juli.

Nachdem die eingeladenen Gäste, worunter die Spitzen der Behörden, die Vorsitzenden der hiesigen Sportvereine, die Vertreter auswärtiger Vereine, sowie active und passive Mitglieder der Gesellschaft sich gegen 11 Uhr an dem Boot­platze versammelt hatten, hielt Herr Jean Kirch als Vor­sitzender der Gesellschaft eine kurze Ansprache, in welcher er seinen Dank allen Denjenigen, welche durch ihre Unterstützung den Bau fördern halfen, aussprach und dieselbe mit dem Wunsche schloß, daß das Boothaus eine Pfleg- und Heim­stätte für den Rudersport für ferne Zeiten sein und die Rudergesellschaft in . demselben wachsen, blühen und gedeihen möge. Die stattliche Theilnehmerzahl folgte alsdann der Einladung zur Besichtigung des Boothauses, dessen practische und bequeme Einrichtung allerseits Anerkennung fand. Hierauf folgten die geladenen Gäste der zu einem Gabel­frühstück ergangenen Einladung, welches bereits in dem festlich decorirten Gesellschaftsraume des Boothauses durch Herrn Gasthofbesitzer Weigand servirt war. Der Vorsitzende begrüßte- hier Namens der Ruder-Gesellschaft die erschienenen Gäste und brachte den ersten Toast auf Se. Majestät den Kaiser- und Se. Königl. Hoheit den Großherzog, unfern Landesherrn aus, worauf die Nationalhymne, von der Regimentscapelle internirt, stehend und mit Begeisterung gesungen wurde-- Alsdann ergriff Herr Oberbürgermeister Gnauth das Wort, um in längerer, bekannter vorzüglicher Weise und oft durch Beifall unterbrochener Rede die Aufgaben und Ziele der Rudergesellschaft und deren idealen Zweck nicht nur zur Pflege und Kräftigung des Körpers, sondern auch des Characters und des Ehrgefühls zu beleuchten. Mit begeistertem hip hip hurrah wurde fein Hoch auf das fernere Gedeihen der Ruder- gefellschaft ausgenommen. Herr Chr. Reiber dankte sodann dem Vorredner für seine Theilnahme an dem Feste, betonte,, daß dasselbe erst hierdurch die richtige Weihe erhalten habe und brachte ein Hoch auf denselben aus, in welches alle An­wesenden mit stürmischem Beifall einstimmten. Herr Windecker toastete alsdann noch auf die von auswärts und hier erschienenen Vertreter befreundeter Sportsvereine. Es folgten hierauf die Dankreden Seitens der Vertreter der Vereine und anderer Gäste. Inzwischen wurde den Anwesenden eine freudige Ueberraschung, zu Theil, indem von einer Gönnerin der Gesellschaft eine prachtvoll gearbeitete, mit den Ruderemblemen verzierte Staf- felei, bereits mit den Bildern der Herren Vorstandsmitglieder ausgestattet, überreicht wurde; mit einem donnernden, von. dem Vorsitzenden auf die gütige Spenderin und die Damen ausgebrachten Hoch endigte dessen Dankesrede. Der Vor­sitzende des Schützensvereins, Herr Brück, überreichte sodann, ein prachtvolles silbernes, mit auf den Rudersport bezüglicher. Ausstattung versehenes Schreibzeug zum Andenken an den Ehrentag der Rudergesellschaft- in dem Dank, welchen Herr Kirch für die sinnige und schöne Gabe aussprach, hob der- selbe die langjährigen guten und freundschaftlichen Beziehun­gen zwischen beiden Vereinen hervor und gab dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck, daß dieselben für alle Zeiten be­stehen bleiben mögen. Nachdem die Tafel aufgehoben, be­gaben sich die Anwesenden auf den Bootplatz, um bei den. Klängen der Regimentscapelle und einem vorzüglichen Glas Münchener Bürgerbräu den Frühschoppen einzunehmen. Hier wurde dem langjährigen Vorsitzenden Herrn Kirch ein au& der Möbelfabrik des Herrn W. Reiber gelieferter, wunder­voll in altdeutscher Form gearbeiteter Ehren-Sessel von den acüven Mitgliedern in feierlicher Weise überreicht. Der. zweite Vorsitzende, Herr Ernst Balser, gab alsdann in. warmen Worten dem Danke und der Anerkennung für die ersprießliche und erfolgreiche Thätigkeit des ersten Vorsitzenden, für den Verein Ausdruck - freudig überrascht und sichtlich er­griffen dankte derselbe für die Aufmerksamkeit. Er acceptire. dieselbe in der Annahme, daß diese Auszeichnung nicht seiner Person, sondern dem von ihm innehabenden Vorsitze gelte.. Vom herrlichsten Wetter begünstigt, nahm das Sommer­fest, Nachmittags 41/2 Uhr beginnend, seinen besten Verlaus trotzdem der Bootplatz durch bedeutende Auffüllungen ver­größert worden, konnte derselbe nicht alle Freunde des Ruder-, sports fassen und viele Besucher mußten umkehren, welche nicht die Lust am Sport soweit trieb, daß sie wie manche, andere dicht gedrängt und stehend der Abwickelung des Pro­gramms warteten. Auffahrten in ein-, zwei- und vierruderigen. Booten, Wettfahrten, Wettschwimmen, Schifferstechen mit freiwilligem und unfreiwilligem Bade, sowie Concert folgten- und hielten das anwesende Publicum in der animirteften Stimmung. Mit großem Interesse und Spannung sah man dem Ausgang des Rennens zwischen dem jugendlichen Meister vom Rhein, Rübsameu, und dem alten bewährten Sciff-Ruderer Krailing entgegen, welches mit einem unbestrittenem Sieg, des jugendlichen vielversprechenden Ruderers endete, der von seinen Sportgenossen mit nicht endenwollendem Hurrah am Ziel begrüßt wurde. Bei einbrechender Dunkelheit wurde der Festplatz mit Petroleumsackeln und Lamptons erleuchtet und auf dem anderen Ufer ein allerdings nicht sehr hervorragen­des Feuerwerk abgebrannt. Nach osficiellem Schluß des Festes vereinigten sich die Mitglieder nebst ihren Damen noch zum gemüthlichen Zusammensein in der Boothalle, während die jüngere Generation oben in den Gesellschaftsräumen, welche, rasch geräumt wurden, sich noch dem Takte eines Klaviers dem Tanzvergnügen hingab. Die Rud erg eselisch ast hat wieder ein Fest gefeiert, welches sich den früheren Veran­staltungen würdig anreiht - die Theilnahme aus allen Kreisen