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-er Bevölkerung mag derselben ein Beweis sein, daß ihre Thätigkeit und guten Bestrebungen anerkannt werden, und der Rudersport sich der Sympathien der Einwohnerschaft Gießens erfreut und hoffentlich für alle Zeit erhalten wird.

Für die Provinzial Conferenz der evangelischen Geistlichen Oberheffens,

welche am 4. August l. I. in Gießen abgehalten wird, sind bezüglich der Eidesfrage nachstehende Thesen von Herrn Decan Dr. Ree gestellt worden:

I. Bei der sittlichen Unvollkommenheit des Menschen ist der Staat berechtigt, sich aus allen Rechtsgebieten des Eides als Garantie der Wahrhaftigkeit der Aussage und der Treue zu bedienen. Math. 5, 36 und 37 steht dem nicht entgegen. Dagegen entspricht der Eid der Idee und dem Geiste der neutestamentlichen Gemeinde nicht.

II. Diese Berechtigung hat zur Voraussetzung, daß 1) der Staat nicht religionslos sei, 2) der Glaube an Gott (und wofern in der Eidesformel auf den Namen Christi oder das Evangelium Bezug genommen wird, der christliche Glaube) unter den Staatsbürgern im Allgemeinen uner­schüttert und daher die Annahme verstauet sei, daß der Schwörende und die den Eidschwur abnehmende Behörde in diesem Glauben stehen.

III. Die erstgenannte Voraussetzung ist in unserem deutschen Staatsleben z. Z. noch vorhanden. Obgleich sich der moderne Staat auch hier in seiner Weiterentwickelung in der Richtung der Trennung von Staat und Kirche bewegt hat, so ist doch die organische Verbindung leider im Deutschen Reiche noch nicht völlig gelöst, wenn auch stark gelockert. Dagegen haben religiöser Jndifferentismus und Atheismus in einer Ausdehnung um sich gegriffen, daß sich in dieser Hinsicht ernste Bedenken gegen das Institut des Eides er­heben. Bei der religiösen Zeitlage muß allen Ernstes be­zweifelt werden, ob der Staat den mit dem Eide beabsich­tigten Zweck noch im Großen und Ganzen erreicht, und ob unter diesen Umständen eine Einrichtung sich wird ausrecht erhalten lassen, welche Religion und Sittlichkeit der Gefahr der schwersten Schädigung aussetzt.

IV. Einer gänzlichen Abrogation des Eides stehen schwer­wiegende Gründe entgegen, wie denn auch dahin abzielende Bestrebungen z. Z. erfolglos sein würden. Dagegen erscheint eine Beschränkung in der Anwendung des Eides in sachlicher und persönlicher Rücksicht als geboten und ausführbar. 1) Der Gerichtseid dürfte nur bei größeren Streitobjecten im Civilprozeß und bei Verbrechen und schweren Ver­gehen im Strafverfahren zur Anwendung kommen. In allen anderen Fällen würde die Abgabe einer Versicherung vor der zuständigen Behörde, deren Verletzung durch un­wahre Aussage unter dieselbe Strafe, wie das Eidesdelict, zu stellen wäre, dem Zwecke des' Staates genügen und, wir wollen nur sagen, manche Blasphemie mit ihrem tiefgehenden moralischen Schaden verhüten. 2) Nothorische Atheisten und solche, welche sich vor der zur Eidesabnahme zuständigen Be­hörde als Atheisten erklären, sind auf keinem Rechtsgebiete zur Eidesleistung zuzulassen; noch weniger darf ihnen ein Eideszwang angethan werden. Atheismus ist, in Ermangelung einer gegenteiligen Erklärung, bei Denjenigen zu präsumiren, welche keiner christlichen Kirche noch irgend einer Religions­gesellschaft angehören. Eine Betheuerung, welche der Ab­leistung eines Eides gleich erachtet wird, hätte hier an die Stelle zu treten.

V. Außerdem würden noch weitere Maßnahmen er­forderlich sein, um die Heiligkeit des Eides im Volksgewissen zu erhalten und zu stärken. Zu diesen gehören: 1) Maß­nahmen, welche sich unmittelbar aus den Eid beziehen: a. Die Eidesformel muß dem Religionsstande des Schwörenden ent­sprechen. b. Den christlichen Kirchen, bezw. den Religions­gemeinschaften ist bei dem gerichtlichen Eide als einem reli­giösen Acte und in Rücksicht aus die Erreichung seines Zweckes eine Mitwirkung einzuräumen, welche sich nach der Wichtigkeit und Schwierigkeit des Falles zu bemessen hat. c. Der Nacheid hat wieder an die Stelle des Voreides zu treten, d. Der Act der Eidesleistung ist in einer der reli­giösen Handlung und der Bedeutung, welche sie für das Staatsleben hat, würdigen Weise auszugestalten. 2) Im All­gemeinen. Da mit dem Niedergange der Religion auch die Heiligkeit des Eides im Volksbewußtsein sinkt, so ist es Sache des Staates, das Ansehen der Religion zu schützen und zu heben, der Pflege des religiös-sittlichen Lebens, wie über­haupt, so insbesondere bei dem Heranwachsenden Geschlechte in der Schule die größte Sorgfalt zuzuwenden. D. Ztg.

Milit'ärdienstuachrichten. Iöckel, Vicefeldwebel vom Landwehrbezirk Friedberg, zum Secondlieutenant der Reserve des 2. Großh. Infanterie-Regiments (Großherzog) Nr. 116, Heß, Vicewachtmeister vom Landwehrbezirk Gießen, zum Secondlieutenant der Reserve des Nass. Feld-Art.-Regts. Nr. 27 befördert.

8. Hungen, 24. Juli. Bei der heute dahier stattgefundenen Betgeordnetenwahl erhielt Herr Philipp Seibert 98, Herr Dachdeckermeifler Jockel 76 und Herr Wilhelm Kohl- heyer 45 Stimmen. Da keiner der genannten Candidaten die absolute Majorität erhielt, so ist Stichwahl zwischen den beiden zuerst genannten.Herren erforderlich.

-d. Schotten, 27. Juli. In dem früheren hiesigen Kreisamtsgebäude ist, nachdem an demselben verschiedene bauliche Veränderungen vorgenommen wurden, eine Gast- wirthschaft eingerichtet worden. Dieselbe wird den Namen Zum Hessischen Haus" führen. Das Gebäude war vor seiner Bestimmung als Kreisamt ebenfalls Gastwirthschaft mit derselben Benennung.

Friedberg, 26. Juli. Die gemeinnützigen An­stalten in unserer Stadt erfreuen sich eines großen Ansehens in der näheren und ferneren Umgebung,- dies beweist die freundliche Theilnahme, welche ihnen überall entgegengebracht wird. So traf Anfangs letzter Woche das ganze evangelische Predigersemtnar aus Herborn hier ein, um dem hiesigen Seminare einen freundschaftlichen Besuch abzustatten. Gestern

wurde die Großherzogliche Taubstummenanstalt von einer größeren Anzahl Studirender der Gießener Landesuniversität besucht. Die Herren wohnten, unter freundlicher Führung des Herrn Directors Wodäge, dem Unterricht in den ein­zelnen Klassen bei und sprachen sich über ihren Besuch hoch- befriedigt aus. D. Z.

Gabsheim, 25. Juli. Das Kirschenbrechen hat hier ein Opser gefordert. Ein junger Bursche stürzte von einem hohen Baume so unglücklich herab, daß er gestern infolge seiner schweren Verletzungen starb.

Wörrstadt, 25. Juli. Eine harte aber gerechte Strafe wurde in der letzten Sitzung des hiesigen Amts­gerichts über einen Nesterausnehmer gefällt, was zur Warnung für alle derartigeFinkler" dienen dürfte. Ein Einwohner von Partenheim hatte ein Amselnest mit vier Jungen aus- gehoben- erwischt und angezeigt, erhält er eine Strafe von acht Tagen und die Kosten!

Worms, 27. Juli. Gestern Abend feuerte auf offener Straße ein hier wohnender Schlosser, wie es heißt, in Folge eines Wortwechsels, gegen einen anderen Arbeiter einen Re- volv er schuß ab- die Kugel streifte den Kopf des Mannes, ohne ihn ernstlich zu verletzen. Heute Morgen ertrank beim Baden an einer sehr tiefen Stelle des Rheins am jen­seitigen Ufer ein junger Mann. Bei einer gestern dahier stattgehabten Kahnfahrt siel ein Zimmermann in den Rhein- ein Schreiner wollte den mit den Wellen Kämpfenden retten und sprang in den Strom- beide ver­sanken indessen und kamen nicht mehr an die Oberfläche. Die übrigen Insassen des Nachens, welche des Fahrens un­kundig waren, wurden mit Mühe gerettet.

vermischtes.

* 64. Versammlung der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Aerzte in Halle vom 21. bis 25. September 1891. Tagesordnung: Sonntag den 20. September, Abends 8 Uhr: Gegenseitige Begrüßung mit Damen in derConcordia". Montag den 21. September, Morgens 9 Uhr: Erste All­gemeine Sitzung im großen Saale derKaisersäle". 1. Er­öffnung der Versammlung, Ansprachen und Begrüßungen- 2. Vortrag des Herrn Geh. Rath Prof. Dr. H. Nothnagel (Wien): Ueber die Grenzen der Heilkunst- 3. Vortrag des Herrn Pros. Dr. Gr. Kraus (Halle): Ueber die Bevölkerung Europas mit fremden Pflanzen- 4. Vortrag des Herrn Dr. Lepsins (Frankfurt a. M.): Das alte und das neue Pulver. Nachmittags 3 Uhr: Bildung- und Eröffnung der Abtheilungen. Abends 71/2 Uhr: Festvorstellung im Stadt­theater. Abends 8 Uhr: Commers in derConcordia". Dienstag den 22. September, Morgens 8 Uhr: Besichtigung der electrotechnischen und electrolytischen Ausstellung, sowie des Depots und der Maschinenanlage der Stadtbahn unter fachmännischer Führung und Erläuterung. Versammlung in der Turnhalle, Berlinerstraße 1 a. Sitzungen der Abtheilungen. Nachmittags 4 Uhr: Festfahrt aus der Saale. Mittwoch den 23. September, Morgens 9 Uhr: Zweite Allgemeine Sitzung im großen Saale derKaisersäle". 1. Vortrag des Herr Geh.-Rath Prof. Dr. I. Wislicenus (Leipzig): Ueber den gegenwärtigen Stand der Stereochemie - 2. Vortrag des Herrn Geh. Rath Prof. Dr. W. Ebstein (Göttingen): Ueber die Kunst, das menschliche Leben zu verlängern. Vor­mittags 11 Uhr: Geschäftssitzung der Gesellschaft. (Die Theilnahme an dieser Sitzung ist nur gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte gestattet.) Nachmittags 4 Uhr: Festmahl im Stadtschützenhaus. Abends 7J/2 Uhr: Festvorstellung im Stadttheater. Donnerstag den 24. September, Morgens 8 Uhr: Besichtigung der electrotechnischen und electrolytischen Ausstellung, sowie des Depots und der Maschinenanlage der Stadtbahn unter fachmännischer Führung und Erläuterung. Versammlung in der Turnhalle, Berlinerstraße 1 a. Sitzungen der Abtheilungen. Abends 8 Uhr: Festball im Stadtschützen­hause. Freitag den 25. September, Morgens 8^2 Uhr: Dritte Allgemeine Sitzung im großen Saale derKaisersäle". 1. Vortrag des Herrn Geh. Rath Prof. Dr. Th. Ackermann (Halle): Edward Jenner und die Frage der Immunität- 2. Vortrag des Herrn Dr. Karl Ruß (Berlin): Ueber natio­nalen und internationalen Vogelschutz- 3. Schluß der Ver­sammlung. Nachmittags 12 Uhr 50 Min.: Excursion nach Frankfurt a. M.

* Gesehen und bescheinigt. In einer Dorfschule sand ein Lehrer, als ihm die Schüler ihre Zeugnisse fürs ver­gangene Quartal wieder vorzeigen mußten, unter einem derselben neben der Unterschrift des Vaters die kurze aber deutliche Bemerkung:Gelesen und gewichst!"

Universität» - Nachrichten.

Aus Marburg wird geschrieben: Die philosophische Facultät unserer Hochschule hat Herrn C. Vogel in Gotha die Würde eines doctor philosophiae honoriscausa verliehen. Herr C. Vogel ist einer der bedeutendsten und verdientesten der heute lebenden wissenschaftlichen Kartographen, deffen Hauptverdtenst es ist, die Kartographie von Deutschland auf die heutige Höhe zu bringen. Vogel ist ein Hesse von Geburt, wurde 1828 in Hersfeld geboren und war jahrelang bei der Landesaufnahme von Hessen thättg. 1853 trat Vogel in die berühmte geographische Anstalt von Justus Perthes ein, der er seitdem, nachdem er eine höchst ehrenvolle Berufung in die kartographische Abtheilung des großen Generalstabes in Berlin abgelehnt hatte, ohne Unterbrechung angehört hat. Die Arbeiten Vogels sind sehr zahlreich, ihre Ausführung bis in Einzelheiten hinein vollendet. Namentlich ist. die von ihm geschaffene Terrain­darstellung in Bezug auf plastische Wirkung unübertroffen. Sein Hauptwerk, welches den Anstoß zu seiner Ehrenpromotion gegeben hat, ist die eben im Erscheinen begriffene Operationskarte des Deutschen Reiches, 27 Blatt, zu welchem der große Generalstab an­geregt hat und welchem noch Moltke seine höchste Anerkennung zollen konnte. Das Werk ist nahezu vollendet.

von Southampton abgegangen, ist am 25. Juli, 3 Uhr Morgen«, wohlbehalten in Newyork angekommen. Reisedauer von Hamburg bis Newyork 7 Tage 19 Stunden 45 Min. Oceanfahrt von Southampton 6 Tage 17 Stundm 40 Min., von QueenStown aus gerechnet nur 6 Tage 2 Stunden 45 Min.

Literatur und lütttfL

Richard Wagner in seinem Hauptwerke der Ring deS Ribelnngen von Kart Gjellerup. Mit Autorisation des Ver­fassers übersetzt von Dr. Otto Luitpold Jiriczek. Vom Verfasser eigens durchgesehene und dem dänischen Original gegenüber vermehrte und verbesserte Ausgabe. Verlag von Feodor Reinboth in Leipzig. 15 Bog. drosch. 3 Mk., hocheleg. gebd. 3.75 Mk. Wir dürfen in diesem Buche, durch dessen Uebertragung aus dem Dänischen sich der Uebersetzer unseren Dank verdient hat, eine wahre Bereicherung der Wagner-Literatur erblicken. Sind die Aussprüche eines Fremden über unseren großen Meister schon an.sich interessant, so werden sie es doppelt dadurch, daß wir in diesem Buche das Urtheil eines un- gemein begabten Dichters über Wagner hören. Gegenüber so manchen noch heute herrschenden schiefen Urtheilen über Wagners dichterische Begabung, freut es uns, hier namentlich die hohe Bedeutung WagnerS als Dichter hervorgehoben zu sehen. Dies wird, da sich ja der sprachliche Theil der dichterischen Arbeit der Beurthetlung GjellerupS als eines Ausländers entzog, an der dichterischen Behandlung und Läuterung des Stoffes gezeigt. Wir empfingen hier werthoolle Quellennachweise und noch werthvollere Einblicke in die poetische Technik des Meisters. Der Plan des Buches ist wohlgeordnet und übersichtlich. JedeS der vier Musikdramen wird erst inhaltlich analysirt, dann werden die Quellen des Stoffes und seine Behand­lung dargeftellt. Den Schlußabschnitt bildet ein Ausblick über daS Werk als Ganzes, welche« bündig und klar die philosophischen Grundgedanken der Tetraloaie ausetnandersetzt. Außerdem sind zwei größere Abschnitte zwischen Die Analyse der einzelnen Dramen etn- geschoben, eine Untersuchung über die Natur und Technik des Leit­motivs, und die tiefgedachten Ausführungen über die Erotik in der Walküre. Wir empfehlen dieses Buch wärmstens allen Anhängern Wagners. Es bildet nicht nur eine vortreffliche Anleitung in das Verständniß der Tetralogie für Jene, welche sich diesem Werke noch nicht genaht haben, sondern wird Niemanden, auf welche Stufe deS Verständnisses von Wagners Werk er auch stehe, ohne Bereicherung seiner Kenntnisse und reiche Anregung entlassen.

Verkehr, Land- nnö Volkswirthschaft.

Gießen, 28. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. 0,951,10, Hühnereier 1 St. 5-7, 2 St. - H, Enteneier 1 St. 6-7 H, 2 St. - Käse pr. St. 58 4, Käsematte pr. Ä. 3 Erbsen pr. Liter 18 Linsen pr. Liter 30 H, Tauben pr. Paar »AL 0,701,00, Hühner pr. Stück AL 0,901.20, Hahnen pr. St. »AL 0,801,20, Enten pr- Stück »AL 2,00-2,20, Ochsenfleisch pr. Psd. 70-76 A, Kuh- und Rindfleisch 6064 4, Schweinefleisch 60-70 H, Hammelfleisch 50-54 Kalb­fleisch 50-56 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo AL 8,00-10,00, Weißkraut pr. St.--Zwiebeln per Centner AL 10,0012,00, Milch per

Liter 12-18 4, Kirschen per Pfd. 10-14 4-

Grünberg, 27. Juli. Aus den vier Grünberger Frucht­märkten im Monat Juli 1891 sind verkauft worden: 52.75 Etr. Weizen, 120.50 Etr. Korn, 31.50 Etr. Gerste, 109 Etr. Hafer, 1.25 Etr. Erbsen, 148.25 Etr. Kartoffeln, zusammen 462.75 Etr. im Werthe von 7942.10 AL Die Durchschnittspreise sind für 100 Kgr. Weizen 23.15 AL, Korn 21.40 AL, Gerste 18 AL, Hafer 16.40 AL, Erbsen 21.50 AL, Kartoffeln 9.30 AL

Berarrrrtwachung.

Aufschrift der Postsendungen.

Zur Sicherung schneller Beförderung und Bestellung der Postsendungen miiffen auf denselben Empfänger und Bestimmungs­ort so genau bezeichnet sein, daß jeder Ungewißheit vorgebeugt wiro. Dabei find namentlich folgende Punkte zu beachten:

1. Bei Postsendungen nach größeren Orten ist in der Aufschrift die Wohnung des Empfängers möglichstgenauanzugeben. Auch ist es von Wichtigkeit, daß die Wohnungsangabe strts an der- selbenStelle der Aufschrift, nämlich unten rechts, unmittel­bar unter der Angabe des Bestimmungsortes, erfolge.

X. Auf den nach Berlin bestimmten Sendungen ist, außer der Woh­nung des Empfängers, der Post bezirk (0., N., NO. re.), in welchem die Wohnung sich befindet, hinter der Ortsbezeichnung Berlin" zu vermerken.

8. Gibt es mit dem Bestimmungsorte gleich oder ähnlich lau­tende Postorte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzliche Bezeich­nung beizufügen. Welche Zusätze für die Ortsnamen im Post« verkehr als maßgebend anzusehen sind, ergibt sich aus bemBer- zeichniß gleichnamiger oder ähnlich lautender Postorte", das zurr Preise von 10 Pf. durch Bermittelung jeder Reichs-Postanftalt bezogen werden kann.

4. Wenn der im Reichs-Postgebiet belegene Bestimmungsort zwar mit einer Postanstalt versehen, dessenungeachtet aber nicht als all­gemein bekannt anzunehmen ist, so empfiehlt es sich, die Lage des Orts in der Aufschrift der Sendung noch des Näheren zu bezeichnen. Zu derartigen Bezeichnungen eignet sich die Angabe ; des Staates und bei größeren Staaten des politischen Bezirks . (Provinz, Regierungsbezirk u. s. w.), in welchem der Bestim­mungsort belegen ist, oder auch die Angabe von größeren Flüssen [(Ober), (Elbe), (Rhein), (Main) ic.J, ober von Gebirgen l(Harz), (Riesengebirge) rc.j. Nicht minber sinb zusätzliche Be­zeichnungen, wie ((Thüringen), (Altmark), (Lausitz) rc.j für ben Zweck geeignet.

5. Aus Postsendungen nach Ortschaften ohne Postanstalt ist außer bem eigentlichen Bestimmungsorte noch biejenigePost- an ft alt anzugeben, von welcher aus bie Bestellung ber Senbung an den Empfänger bewirkt werden bez. die Abholung erfolgen soll.

6. Wenn der Bestimmungsort einer Sendung in einem fremden Po st gebiete belegen und zu den weniger bekannten Orten zu rechnen ist, so ist außer dem Ortsnamen noch das betreffende Land bez. der Landestheil auf der Sendung anzugeben.

Die Beachtung dieser Punkte wird zur Herbeiführung einer schleu­nigen Ueberkunft der Sendungen an den Empfänger wesentlich beitragen, und es liegt daher im eigenen Jntereffe der Absender, die Aufschriften der Sendunaen hiernach aenau anruferttaen.

Verfälschte schwarze Seide.

Man verbrenne ein Müfterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. Ver­fälschte Seide (bte leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen dieSchußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Das Seidenfabrik-Dopöt von G. Henne- berg (K. u. K. Hoflief.) Zürich versendet gern Muster von seinen ächten Seidenstoffen an Jedermann, und liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto- und zollfrei ins Haus. Doppeltes Briefporto nach der Schweiz. 1019

Schiftsnachrichten»

Hamburg, 25. Juli. Der Hamburger Doppelschrauben- SchnelldampferNormannia", Eapitän Hebtch, der Hamburg- Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft, welcher am 18. Juli

Temperatur der Lahn und Lust

gemessen am 28. Juli, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 15, Lust 14 Grad Reaumur.

L. Ehr. Rübsamen Wwe.