Einzelbild herunterladen

auftralien, Tasmanien und Neuseeland erklärten den Beitritt ihrer Staaten vom 1. October d. I. zum Weltpostverein. Der Präsident drückte unter allgemeinem Beifall der Ver­sammlung deren lebhafte Befriedigung über das freudige Ereigniß aus.

Wien, 25. Mai. DieNeue Freie Preffe" meldet aus Jassy, daß die Königin Natalie dort direct nach Odessa durchreiste.

Wien, 25. Mai. Nach erfolgter Beitrittserklärung zum Weltpostvereine seitens der australischen Delegirten in der heutigen Weltpost-Congreßsitzung dankte der Vorsitzende, Sectionsches Obentraut, den australischen Delegirten, dem deutschen Staarssecrelär Stephan, der englischen Regierung und dem englischen Delegirten Blackworb für ihre Bemühungen zur Erreichung dieses Zieles. Die Delegirten Nordamerikas, Italiens, Egyptens, Indiens und Brasiliens begrüßten Namens aller Weltiheile Australien als jüngstes Mitglied des Weltpostvereins, worauf die Australier ihre Genugthuung über die engere Verbindung mit anderen Welttheilen aus­sprachen.

Prag, 25. Mai. DasPrager Abendblatt" erklärt an­läßlich der Mittheilungen der Blätter über den Streit zwischen böhmischen und deutschen Besuchern der Landesausstellung, der in Thätlichkeiten ausartete, daß darüber strafgerichüiche Anzeige erstattet sei. Die Verhand­lungen würden sicher stellen, welche Seite schuldig und wie groß das Maß der Schuld sei.

Paris, 25. Mai. Eine heute Nacht statrgehabte von etwa 4000 Personen besuchte Versammlung von Bediensteten der Omnibus-Gesellschaft beschloß einstimmig, heute den Strike zu beginnen.

Paris, 25. Mai. Der sofortige Strike in der Ver­sammlung der Omnibus-Bediensteten wurde beschlossen, 3veil die Direetion es bisher verweigerte, mit den Syndicats- Delegirten der Bediensteten betreffs der Arbeitszeit-Verkürzung und der Lohnerhöhung zu verhandeln^ heute früh wurde der gesummte Omnibusverkehr eingestellt.

Paris, 25. Mai. 26 Munizipalräthe beriefen heute Abend ihre Collegen zu einer Vollversammlung des Munizipal- rathes für morgen ein, um die Frage des O m n i b u s st r i k e s zu untersuchen.

Paris, 25. Mai. Vereinzelte Omnibuswagen fahren mit neuen Kutschern. Die Mehrzahl wird von Gruppen der Strikcnden ausgehalten, die Pferde werden abgeschirrt, die Leinen durchschnitten. Die Polizei verhaftete mehrere am Bastilleplatze, darunter den Vorsitzenden des Strikesyndicats. Vor den Omnibusdepots hindern Gruppen der Strikenden die Ausfahrt und versuchen, die Pferde abzuschirren.

Paris, 25. Mai. Die Zahl derjenigen Omnibus- Strikenden, die wegen Beschränkung der Freiheit der Arbeit verhaftet worden sind, beträgt gegenwärtig etwa fünfzig Mann. Zwei Kutscher, welche früh ausfahren wollten, sind schwer verletzt. Von den 925 Wagen der Gesellschaft sind in der Frühe nur 300 ausgefahren. Der Verwaltungsrath der Gesellschaft erklärt, überzeugt zu sein, daß, wenn keine Gewaltthätigkeiten vorgekommen wären, die Gesellschaft mit Hilfe ihrer überzähligen Angestellten den Dienst hätte fort­führen können. Der Verwaltungsrath beschloß, das Bureau des Munieipalraths zu ersuchen, die Vermittlerrolle zwischen der Gesellschaft und den Strikenden zu überuehmen und stellt sich dem Bureau in dieser Beziehung zur Verfügung. Die possibilistischen Municipalrüthe forderten den Seinepräfecten in einem Schreiben auf, unverzüglich vom Betriebsmaterial und von den Räumlichkeiten der Omnibus-Gesellschaft Besitz zu ergreifen. Verschiedene Blätter eröffnen eine Subseription zu Gunsten der Strikenden.

Paris, 25. Mai. Die strikenden Omnibus-Be­diensteten finden bei der Bevölkerung sympathisches Ent­gegenkommen. Passanten Helsen den Ausständigen die Aus- sahrt der Wagen aus den Depots hindern. Die anfänglich verkehrenden wenigen Pferdebahnwagen wurden alsbald von den Strikenden aufgehalten, die Pferde ausgespannt und die Wagen in den Geleisen stehen gelassen. Aus den Boulevards sind zahlreiche, nach den Rennplätzen bestimmte Wagen, welche zur Beförderung des Publikums sich anbieten,- dieselben werden ebenfalls gezwungen, anzuhalten, und die Pferde werden ausgespannt.

Paris, 25. Mai. Polizeiageuten überwachen die Omnibusdepots zum Schutze der Ar b eits frei heit. Die Kutscher, welche früh ausfahren wollen, haben diese Absicht wegen der Drohungen der Strikenden aufgegeben. Es sind 22 Verhaftungen vorgenommen worden.

Paris, 25. Mai. Die Zolleommiffion begann heute die Prüfung der Bemerkungen des Ackerbauministers über verschiedene Tariftitel, über welche die Regierung und die Commission sich noch nicht geeinigt haben. Die Commission hält ihre Tarife aufrecht auf Kühe, Schweine und frisches Hammelfleisch. Die Commission nahm ein Amendement des Deputaten Villebois-Mareuil an, demzufolge Hammelfleisch nur in Viertel zerlegt eingeführt werden soll. Die Ein­geweide sollen dem Vorderviertel anhängen.

Lüttich, 25. Mai. In den Kohlengruben der Soeivto Cockerill ist der Strike vollständig beendet. In den Gruben der Societe Marihaye hat sich die Lage bedeutend gebessert. Die unter Tags fahrenden Züge sind fast voll­ständig besetzt. In Mons wurde heute früh in fämmtlichen Kohlengruben unterschiedslos die Arbeit allgemein'wieder aus­genommen.

London, 25. Mai. Im Unter Hanse erklärte heute der Unterstaatsseeretär Gorst auf eine Anfrage hin, daß nach den amtlichen Berichten der griechischen Regierung auf Korfu die Ordnung wieder her gefielt fei. Die Juden auf der Insel hätten ihre gewohnten Beschäftigungen aus­genommen.

Athen, 25. Mai. Der Kronprinz und die Kron­prinzessin von Griechenland sind gestern über Patras .nnb Venedig nach Berlin abgereist.

Petersburg, 25. Mai. Die Blätter heben hervor die

hervorragende humane Bedeutung der kaiserlichen Er­lasse anläßlich der glücklichen Rückkehr des Großfürsten Thronfolgers aus den russischen Boden.

Berlin, 26. Mai. Nach einer Standardmeldung aus Shangai wurden die christlichen Missionshäuser zu Nankin vom Pöbel gestürmt und geplündert- die Insassen sind mit Mühe dem Tode entgangen. Voraussichtlich liegt Anstiftung geheimer Gesellschaften zur Christenverfolgung vor.

totales unö provinzielles.

Gießen, 26. Mai.

Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 28. M a i 1891, Nachmittags 4 Uhr:

1. Gesuch des Jacob Braun um Erlaubniß zur Erbauung eines Schuppens. 2. Herstellung von gepflasterten Ueber- gängen. 3. Den Weg über die Günsäcker nach dem Philo­sophenwald betr. 4. Anschaffungen für die Stadtmädchen- schule. 5. Ausbau des Weges nach dem Hardtberg. 6. Vergrößerung des Mafchinenhauses zur Schlachthausanlage. 7. Gesuch des Musikcorps der Gießener freiwilligen Feuer­wehr um Ueberlassung eines Locals im Hofgerichtsgebäude zur Vornahme ihrer Uebungen. 8. Verwerthung der Gras­samenernte im Gießener Stadtwald. 9. Decretur von Kosten­rechnungen. 10. Die Bureaulocalitäten des Großh. Polizei­amts. 11. Gesuch der Straßenkehrer um Erhöhung ihres Lohnes.

Für die Donnerstag den 28. Mai Hierselbst im Cafe Leib stattfindende theologische Conferenz. ist folgende Tagesordnung festgesetzt worden: 1) Begrüßung, Geschäft­liches, 10 Uhr. 2) Referat von Professor Dr. Kattenbusch- Gießen über: Die neueren Arbeiten auf dem Gebiete der Dogmatik, lO1/^11 Vz Uhr. 3) Vortrag von Pastor Gym­nasiallehrer Schöler (Münster i. W.) über: Bedeutung und Bedürfnis des christlichen Religionsunterrichts für die Um> gestaltung des höheren Schulwesens, llJ/212^/z Uhr. Dis- enssion von 12 Uhr. 4) Gemeinsames Mittagessen 2i/2 Uhr (trockenes Couvert Mk. 1,50).

Das gestrige Concert des Zapf'fchen Künstler Quartetts war leider nicht zahlreich besucht, was bei der Beliebtheit der Künstler in früheren Jahren und der Thatfache, daß sich das Quartett so vortheilhaft von anderen derartigen Concert- gebern hervorhebt, sehr zu bedauern ist. Die Vorträge fanden, wie dies bei einer so glücklichen Vereinigung guter Stimmmittel, bei so sein nuancirtem Vortrag unter Zugrunde­legung eines gut zusammengestellten Programms füglich gar nicht anders zu erwarten, den ungeteilten Beifall der An­wesenden. Aber auch die Einzelvorträge für Baß und Bariton fanden den verdienten Beifall, so daß die Herren zu wiederholten Dreingaben sich veranlaßt sahen. In der überaus heiterenGardinenpredigt" wurde auch dem Humor der willkommene Tribut gezollt. Aus Allem, was gestern zu Gehör gebracht wurde, drängte sich den Anwesenden die Ueberzeugung auf, daß die Leistungen des Quartetts ganz vorzügliche sind und ist nur zu wünschen, daß das heutige Concert sich eines regeren Besuches erfreuen möge, als das gestrige. _____________

Ernennungen. Se. Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädigst geruht, am 2. Mai den Lehrer an dem Gymnasium und der Realschule zu Worms Albert Kost zum Lehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Friedberg, den Lehrer an der Realschule zu Bingen Arnold Garnier zum Lehrer an der Realschule zu Alsfeld und den Lehrer an dem Gymnasium und der Realschule zu Worms Dr. August Dieckmann zum Lehrer an der Realschule zu Butzbach, sämmtlich mit Wirkung vom 1. April l. I. an, zu ernennen.

Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind: Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Stammheim mit einem jährl. Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Helmhof mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst ver­bunden.

Die vom Großh. Obereonsistorium an die evange­lische Landessynode gerichtete Vorlage wegen Erhöhung der Gehalte der im Dienste der Landeskirche stehenden, nicht unter das Classificationsgesetz für die Geistlichen fallenden Beamten geplant ist dieselbe Erhöhung, welche allen Civilstaats- bienern vom 1. April d. I. zugebilligt worden ist bean­tragt der Finanzausschuß zu genehmigen.

Die bei der Landessynode von den Synodalen Dr. Weiffen­bach, Dr. Ree und Schäfer beantragte Gründung eines eigenen Pensionsfonds für die evangelischen Geistlichen der hessischen Landeskirche erachtet der Ausschuß in Übereinstimmung mit Großh. Oberconsistorium, so wünschenswerth sie auch au sich sei, bei der tiermaligen Lage der Verhältnisse für unthunlich; er beantragt, den Antrag für erledigt zu erklären mit Rück' sicht auf die bereits eingebrachte Vorlage eines Gesetzentwurfs, betreffend die Versetzung der Geistlichen in den Ruhestand und die Festsetzung der Ruhegehalte, die das zur Zeit Erreich­bare darstelle. Als die Minimalgehalte der katholischen Geistlichen eine Ausbesserung von 1400 auf 1800 Mk. erfuhren, wurde auch der Beitrag des Staates an den evangelischen Centralkirchenfonds um 40,000 Mark (von 200,000 auf 240,000 Mk.) erhöht. Großh. Obereonsistorium hat nun au die evangelische Landessynode das Ansinnen gerichtet, daß unter Erhöhung der Minimalgehalte der Geistlichen von 1750 Mk. auf 1800 Mk. die entsprechenden Beträge mit Wirkung vom I. April ds. Js. zur Auszahlung gelangen. Der Ausschuß beantragt, der Vorlage Folge zu geben. D. Ztg.

In einer am 22. d. Mts. in Kloppenheim ab- gehaltenen Versammlung von Geistlichen und Laien wurde

der Beschluß gefaßt, Sonntag, den 7. Juni in dem Saalbatr zu Friedberg einen oberheffifchen Katholikentag abzuhalten. Unter Anderen hat auch Herr Reichstagsabgeordneter Lieber sein Erscheinen zugesagt. Wie die in unserer Provinz aller­dings sehr zerstreut wohnenden Katholiken erwarten, soll die Versammlung sich eines guten Besuches erfreuen.

Rabenau, 23. Mai. Die Vorarbeiten zum Bahnbau Grünberg-Londorf schreiten rüstig vorwärts. Die Linie ist gelegt und erfährt nur noch unterhalb Kesse Ibach eine kleine Veränderung, weil sich herausgestellt hat, daß durch die Aus­führung der dort bestehenden Richtung gewerbliche Interessen geschädigt werden könnten, was vermieden werden muß. Herr Graff, ein Eifenbahnbaumeister von Ruf, läßt es an Ent­gegenkommen nicht fehlen - er wird gewiß nach Möglichkeit, allen Interessen Aufmerksamkeit schenken, sobald sie ihm bekannt gegeben werden. Soll ja doch unsere Bahnanlage in erster Linie unserem gewerblichen Leben dienen. Wir wünschen nun noch den baldigen Bau, um nach so langem Harren die Wohlthaten eines Bahnverkehrs zu bekommen.

Schotten, 23. Mai. Donnerstag den 21. d. M. sand die diesjährige Hauptversammlung des Vogels­berger Höhenclubs zu Lauterbach statt. Zu derselben hatten sich eingefunden Vertreter der Sectionen Alsfeld, Büdingen, Grünberg, Herbstein, Hirzenhain, Kirtorf, Laubach, Lauterbach, Nidda, Schotten und Ulrichstein, zusammen 11 Sectionen mit 749 Stimmen. Nicht vertreten waren: Altenstadt, Birstein, Darmstadt, Gedern, Gießen, Homberg, Hungen, Ortenberg und Stockhausen. Herr Scriba erstattete Bericht über die Thätigkeit des Centralausschusses und der Zweigvereine im abgelausenen Clubjahre, derselbe gab auch der Versammlung die Ergebnisse der Generalversammlung des Verbandes deutscher Touristenvereine kund- der Verband zählt zur Zeit 24 000 Mitglieder. Die Versammlung genehmigte die Aufnahme des neugegründeten Zweigvereins Grebenhain, für die nächstjährige Generalversammlung wird Ulrichstein und für den diesjährigen Herbstausflug Nidda-Salzhausen bestimmt. Die Herstellung zweier Logirzimmer im Clubhause und das Anbringen einer eisernen Treppe zum Dachgeschoß wird gutgeheißen, dagegen soll die Anlage einer Treppe zum neuen Taufsteingerüst so lange hinausgeschoben werden, bis dasselbe vom Militärfiscus erworben oder doch mindestens die Erwerbung zu einem bestimmten Preise gesichert ist. Der Zweigverein Alsfeld erhielt 60 Mark Zuschuß zum Bau eines Gerüstes auf dem Baumgartskopf, dem Antrag von Gedern, Anbringung von Orientirungstafeln auf dem Herchenhainer und Taufsteingerüst, soll möglichst entsprochen werden, dem Antrag von Nidda, die Hauptversammlung an einem Mittwoch abzuhalten, kam man dadurch entgegen, daß dieselbe nächsthin an diesem Wochentage stattfinden solle - ein bestimmter Wochentag, , ist überhaupt für dieselbe nicht vorgeschrieben.

Bad Nauheim, 25. Mai. Heute früh erhängte sich an einem Baume am Städterweg ein bei einem hiesigen Schlossermeister in der Lehre stehender Bube. Vorüber- fommenbe schnitten ihn ab und brachten ihn nach Friedberg, wo es gelang, ihn wieder ins Leben zurückzurusen.

Der Krieger verein Darmstadt erläßt soeben einen Aufruf zur Betheiltgnng an einer für den 12. Juli m Aschaffenburg projectirten Erinnerungsfeier zum Andenken an die vor 25 Jahren bei Laufach und Fronhofen gefallenen Hessen. Kriegskameraden aus Bayern und Oesterreich wollen- sich ebenfalls dort einfinden. Vorläufig hat der Krieger- verbandsbezirk Darmstadt die Vorbereitung der Feier in die Hand genommen und hofft man, daß sich die Feier zu einem Verbandsfeste gestalten werde. Mit den bayerischen Kame­raden ist bereits Fühlung genommen. Anmeldungen zur Feier, bei welcher die Betheiligung von Familienangehörigen willkommen fein wird, sind bis zum 31. d. M. erbeten.

PertniWo»

* Frankfurt a. M., 25. Mai. In der ersten Woche ist die Internationale electro-technifche Ausstellung von 29 773 mit Eintrittskarten versehenen Personen besucht worden- Angesichts des zumeist sehr ungünstigen Wetters darf der Besuch der ersten Woche als ein sehr erfreulicher bezeichnet werden.

* Kattowitz, 20. Mai. Ein seltenes Wiedersehen war es, zu welchem des Geschickes Mächte einem französischen leichtverwundeten Kriegsgefangenen aus dem Jahre 1871 und einem preußischen Unteroffizier, der den Transport der Ge­fangenen begleitete, verhalfen. Letzterer, jetzt Gendarm unk mit der Paßcvntrolle bei den hier einlaufenden Perfonenzügen aus Rußland betraut, wurde am vergangenen Freitag Nach­mittag von dem Kriegsgefangenen, dem der damalige Unter­offizier die Wunde gekühlt hatte, erkannt und Thränen der Freude liefen über die Wangen der beiden ehemaligen Krieger. Der Franzose umarmte den Gendarm und küßte denselben in freudiger Erregung. Es waren, wie demOberschi. Anz." mitgetheilt wird, der Gendarm Hartwig aus Kattowitz und der jetzige Weinreisende Bonget.

Citevatav unfc

Die Werke des liebenswürdigsten deutschen Erzählers aus der besten Zeit der deutschen Literatur, -Harrffs Werke-, erscheinen nunmehr in einer großen monumentalen Pracht-Ausgabe, deren erste zwei Lieferungen uns zugegangen sind. Und daß wir cs gleich voraussagen: das deutsche Volk erhält eine Ausgabe seines Wilhelm Hauff, wie sie sich schöner, wirkungsvoller und gediegener nicht denken läßt. Eine Reihe der besten Künstler hat sich zusammengethan. das Lebenswerk des früh dahingeschiedenen und doch unsterblich gewordenen Dichters mit dem ganzen Reiz künstlerischen Schmucks auszustatten. Und gerade Hauff bietet dafür die dankbarsten Vorwürfe, man denke an den romantischenLichtenstein", an die geheimnißvollenPhan­tasien im Bremer Rathskeller", an die poetischenMärchen", die feinen Novellen wieBettlerin vom Pont des Arls",Jud Süß" rc., die geistvolle SatireDer Mann im Mond", die meisterhaften Memoiren des Satans" u. a. welche Fülle der Gestalten und Situationen, welche Contraste, wie viel des Poetischen und Stimmungs­vollen ! Und dazu Künstler wie Langhammer, Häberlin, W. Friedrich, Bergen, Cloß, Leinweber, Fette, Gause rc. Auch der Text ist mit aller Sorgfalt wiedergegeben und von einem Landsmann des Dichters,