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Aber der feierliche Ge-

dieses Mangels ausgegangen wird.

Auch die Begleitung

in Text und Melodie versenken.

Evangelischer Kirchenblatt zu der Ver- Nachwort zu

Altersrente. Nach den im Reichs-Versicherungsamt angesertigten Zusammenstellungen, die auf den von den Vor­ständen der Jnvaliditäts- und Alters-Bersicherungs-Anstalten und der besonderen, vom Bundesrath zugelassenen Kassen­einrichtungen gemachten Angaben beruhen, betrug am Schluffe der ersten zehn Monate seit dem Inkrafttreten des Jnvalidi­täts- und Altersversicherungsgesetzes (Ende October 1891) die Zahl der erhobenen Ansprüche aus Bewilligung von Altersrenten bei den 31 Jnvaliditäts- und Altersversicherungs­anstalten und den 8 Kasseneinrichtungen 16I 003. Von diesen wurden 123318 Rentenansprüche anerkannt, 26151 zurück­gewiesen und 9386 als unerledigt auf den Monat November übernommen, während die übrigen 3148 Anträge auf andere Weise ihre Erledigung gesunden haben.

Depeschen desBureau Herold".

Brüssel, 22. November. Der Congreß der Berg­arbeiter stellte Morgens ein Bureau auf, Nachmittags fand eine geheime Sitzung statt mit der Tagesordnung: Energische Propaganda für das allgemeine Stimmrecht in Städten und Jndustriecentren".

Paris, 22. November. Giers reiste heute Abend nach Berlin ab.

hat folgenden Inhalt: 1. Allerseligen. 2. Psarrverein in Ostpreußen. Oftpreußisches (Fragen und Zweifel). 3. Randbemerkungen Handlung über die Aufhebung der Accidenzien.

Neueste Nachrichten.

WolffS telegraphisches Lorresvondenz-Bureau.

New.Dork, 22. November. Aus Montevideo wird demNew-Uork Herald" gemeldet, von Rio de Janeiro dort eingetroffene Reisende berichteten, daß die drei zur Unterdrückung des Aufstandes nach Rio Grande do Sul ge­sandten Generale zurückgekehrt seien und erklärt hätten, eine Landung von Truppen in Porto-Alegre sei wegen der dem Einlaufen von Schiffen entgegenstehenden Hindernisse unmög­lich. Telegramme aus Rio de Janeiro melden, General Al list an habe mit einer großen Streitmacht Rio verlassen, um nach Rio Grande do Sul zu ziehen und den Aufständi­schen eine Schlacht zu liefern.

darf nicht so abgerissen sein, wie es wennigstens beiSei Lob und Ehr'" der Fall war, obwohl die Absicht, Ton für Ton scharf zu markiren, nur löblich ist. Die Orgelsachen wurden im Uebrigen gut ausgeführt, Rheinbergers Klage ist nicht für Jedermann, zumal wenn die Flöte etwas schrill hervortritt. Einfach und ansprechend war Stollbrocks Choralbehandlung vonMach's mit mir, Gott, nach Deinem Rath", eine herrliche Vorbereitung die schön gespielte Bach'sche Phantasie.

Die Nr. 25 des im Auftrage des Evang. Pfarr­vereins im Großherzogthum Hessen von Herrn Pfarrer Dr. Naumann hier herausgegebenenHessischen Kirchenblattes"

voranstehenden Randbemerkungen. 4. Ritus bei Begräbnissen von Geistlichen. 5. Antisemitendebatte in der Landessynode. Antisemitenerlaß des Oberconsistoriums. 6. Mitglieder des Evang. Pfarrvereins im Großherzogthum Hessen. 7. Ein­ladung. 8. Anzeigen.

Von der Königlichen Eisenbahn-Direction zu Hannover wird uns mitgetheilt, daß zufolge Anordnung des Herrn Ministers der öffentlichen Arbeiten in Rücksicht auf die dies­jährige Lage der Weihuachtsfeiertage die am 24. oder 25. December d. I. gelösten Rückfahrkarten von mindestens dreitägiger Gültigkeitsdauer zur Rückreise noch am 28. Decem­ber d. I. zugelassen werden sollen.

Schlägerei. In der Nacht von Samstag auf Sonn­tag kam es in Folge Wortwechsels zwischen zwei jungen Leuten in den Neuenbäuen zu einer Schlägerei, welche mit einem blutigen Kopfe des einen endigte.

Fiugirter Raubanfall. Gestern Vormittag erschien ein hiesiger Bäckerjunge bei der Polizei und gab an, früh Morgens beim Austragen der Wecke in der Ostanlage von zwei Unbekannten überfallen, zur Erde geworfen und zweier Wecksäcke mit Inhalt beraubt zu sein. Der Junge ver­wickelte sich derartig in Widersprüche, daß er nothgedrungen seine Lügereien und den erdichteten Raubanfall als unwahr widerrief und nur noch behauptete, die Wecke seien ihm irgendwo aus dem Korbe abhanden gekommen.

Sachbeschädigung. Heute früh 2 Uhr wurden einem Bewohner der Bahnhofstraße von einem rohen Burschen, welcher in Begleitung anderer anständiger Herren sich be­fand, eine Fensterscheibe eingeschlagen, so daß dem Bewohner des betr. Zimmers die Scherben aus das Bett flogen. Während der Letztere aus dem Bette sprang, um nach dem Thäter zu sehen und sich hierbei durch die auf dem Fußboden gelegenen Glassplitter nicht unbedeutend an den Füßen verletzte, wurde eine zweite Scheibe zertrümmert. Hieraus ging der Thäter, bekleidet mit hellem Ueberzieher und Hellem Hut, in Begleitung von vier oder fünf anderen Herren die Bahnhofstraße hinauf, ohne bis jetzt leider er­mittelt werden zu können.

weiß, daß mein Erlöser lebet" nach jedem Satze wiederholte und dem Hörer von neuem ins Herz prägte. Man sollte denken, die Sänger selbst müßten diese Empfindung haben. Bleibt ihnen doch kaum die Zeit, den Worten gehörigen Ausdruck zu geben, sie müssen abbrechen, ehe sie sich recht hinein gesungen haben. Es war darum gut, daß Fräulein Schmidt und Herr Petersen, die dem Verein ihre Mit­wirkung liehen, im ersten Theil des Programms Gelegenheit hatten, ihre Stimmen an größeren Aufgaben zu erproben. Händels wunderbare Arie, so Vielen Ton für Ton bekannt, sand eine tiefempfundene Wiedergabe. Frl. Schmidt wußte, was sie sang, die Worte:ein Erstling derer, die da schlafen" wirkten ergreifend. Die Stimme ist rein und ohne Neigung zum Detoniren, dabei klangvoll, der Ansatz, wenigstens in der Parthie der Wittwe nicht ganz frei von Härte. Viel­leicht hatte Herr Petersen sich nicht in demselben Maße in die Stimmung versetzt, aus der die Ruse des geängstigten und zerschlagenen Herzens hervordringen. Um so besser ge­lang ihm der Aufschwung in der zweiten Hälfte der Paulus- arie, und an seiner Stimme konnte man volle Freude haben. Herr Heller trug das Händel'sche Largo weich und innig vor. Daß der Arm leicht zitterte, hinderte vielleicht die volle Entfaltung des Tons, dafür war es ein Vortheil, daß Herr G. das Stück in (um eine Quint) höherer Tonlage spielte, als es gewöhnlich genommen wird. Der Chor er­füllte seine^zum Theil recht schwierigen Aufgaben mit großem Eifer. Grade der Eingang gelang besonders gut. Zum Schluß ist vielleicht die Frage erlaubt, warum der letzte Choral in so raschem Tempo gesungen wurde. Gefinß ist schleppender Gemeindegesang sehr unangenehm und wir wollen dankbar sein, daß in unseren Gottesdiensten aus Abstellung

sang verlangt, daß man die Töne aushallen lassen kann, und vor Allem darf die Empfindung nicht aus­kommen, als würde gejagt. Die Gemeinde soll sich doch

totales und protHnsicttes,

Gießen, 23. November 1891.

Militärisches. Das neueste Armee-Verordnungs-Blatt enthält folgende Allerhöchste Cabinets-Ordre:

Ich habe die Mir von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzoge von Hessen und bei Rhein angetra­gene Stellung eines Chefs des 2. Großherzoglich hessi­schen Infanterie-Regiments (Großherzog) Nr. 116 an­genommen und bestimme im Einvernehmen mit Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzoge, daß das genannte Regiment fortan den NamenInfanterie Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großherzoglich hessisches) Nr. 116" führen soll.

Ich beauftrage das Kriegsministerium, diese Meine Bestimmung der Armee bekannt zu machen.

Neues Palais, den 5. November 1891.

Wilhelm.

Neues Theater. Die alte, aber in ihrer Art hervor- sagende PosseDie beiden Reichenmüller" bewährte

auch gestern ihre gewohnte Zugkraft. Besonders eignet sie sich für eine Sonntagsvorstellung, zumal sie mit recht originellen Gesangseinlagen verbunden ist. Wie jede Posse, so ist auch diese mit Verwechselungen und Mißverständnissen nach Möglichkeit geladen, um die denkbar größten Lachsalven zu erzielen. Da die Posse allgemein bekannt sein dürste, so gehen wir nicht näher auf ihren Inhalt ein. Die Hauptperson in der Darstellung ist zweifelsohne der Stein klopser August Knoche (Herr Director Reiners), welcher für den erwarteten Amsterdamer Geschäftsfreund gehalten wird, und nun seinerseits wiederum auf die denkbar komischste Weise Verwechselungen in Personen und Begriffen macht. Schon das wohlgelungene Costüm des Steinklopfers im ersten Act und dann desGesellschafters" in den übrigen reizte zum Lachen, geschweige seine außerordentlich gelungene Darstellung und die originellen Coupletverse, von denen die letzte ZugabeGar manchen Tag ist das Theater leer" die Lachmuskeln des Publikums wohl am meisten in Bewegung gesetzt hat. Frau Reiners bewies in der Darstellung der Lisbeth, der trotzigen und unerhört eigensinnigen Tochter des Amster­damer Kaufmanns Michael Blaamer, dessen Eigenart von Herrn Albert Rosenow vortrefflich veranschaulicht wurde, daß ihr nicht nur eine außerordentliche schauspielerische Routine, sondern auch eine geradezu verblüffende Zungenfertigkeit zu Gebote steht, während Herr Paul Ernst, welchen wir bis jetzt nur alskomischen" Alten gesehen, in der gestrigen Rolle als Fabrikbesitzer Reichenmüller zeigte, daß er, wenn es darauf ankommt, auch sehr gut dentragischen" Alten spielen kann. Die Tochter des Steinklopfers (Frl- Bischofs) und der Sohn des Fabrikbesitzers Reichenmüller (Herr Georg Stegemann), Rollen, welche besonders ein richtiges Geberdespiel erfordern, wurden ebenfalls sehr verständnißvoll zum Ausdruck gebracht. Die übrigen Rollen, welche von der Regie mit entsprechenden Kräften besetzt waren, erzielten ebenfalls eine gelungene Darstellung.

Neues Theater. Dienstag den 24. November kommtPension Schüller" zum letzten Male zur Aus­führung. Wer also dieses lustigste aller Stücke noch nicht gesehen hat, der versäume diese Gelegenheit nicht.

Im Museum des Oberhesstschen Geschichtsverems ist jetzt die reiche Sammlung römischer Gegenstände aus der Rhein- und Moselgegend ausgepackt, doch ergab sich die­selbe so überreich, daß die für ihre Ausstellung besonders neugebauten Schränke dazu nicht ausreichen. Die Gegen­stände der höheren und gewöhnlichen Töpferei sind unge­mein mannigfaltig, theilweise mit sehr kunstvollen Verzierun­gen versehen und einige haben sinnige Inschriften, die sich meist aus das Trinken beziehen. Auch einige in Thon gebil­dete kleine Statuetten sind dabei und scheinen der häuslichen Götterverehrung gedient zu haben. Sehr zahlreich sind die Thonlämpchen, die ja überhaupt häufig gesunden werden, doch besaß der Verein noch keine von so roher Form, wie einige der zugekommenen, noch weniger aber solche von so hoher Kunstvollendung und mit zwei oder drei Brennern. Die Gläser zeigen eine womöglich noch größere Mannigfaltig­keit, ganz kleine und kleine bis zur über fußhohen zwei­henkeligen Glasurne, bauchige und schlanke, gehenkelte und henkellose, verzierte und glatte, alle aber von den eigenthüm- lichen Formen, die wir früher schon bei den schönen Nach­bildungen im Museum bewundern konnten. Von römischen Brennern sind nur Kleinigkeiten vorhanden. Es wird bei den jetzigen kurzen Wintertagen längere angestrengte Arbeit kosten, um in das Chaos, wie es eben in den Schränken steht, einige Ordnung zu bringen. Immerhin aber bietet jetzt schon ein Besuch des Museums (Sonntags von 11 bis 12 Uhr) Gelegenheit, römische Gegenstände in einer Masse gesammelt zu sehen, wie niemals zuvor hier möglich war. Zugleich versäumen wir nicht, daraus aufmerksam zu machen, daß nächsten Donnerstag, Abends 8 Uhr, im Cafe Ebel der erste Wintervortrag im Geschichtsverein gehalten werden wird. Herr Oberbibliothekar Dr. Haupt wird sprechen über: Inquisition und Ketzerthum inHessen und am Mittelrhein im Mittelalter. Bietet das Thema an sich schon des Jntereffantin genug, so wird es noch um so anziehender, als es hier von einem sachkundigen Forscher behandelt werden wird. Wir können nur dringend die Ver­einsmitglieder und solche, die es werden wollen, einladen, sich bei dem angekündigten Vortrage einzufinden.

Es ist eine schöne Sitte zur Einleitung des Tobten- sonntags, eine andächtige Zuhörerschaft durch geistliche Musik in weihevolle Stimmung zu versetzen. Das soll kein Concert sein, trotzdem es äußerlich diesen Character trägt, und man sollte nicht hingehn, um Leistungen zu bewundern oder zu tadeln, sondern um sich ergreifen, sich erbauen zu lassen. Aber wie wir Menschen einmal sind, ist dafür die Voraussetzung, daß, was uns geboten wird, eine Ausführung findet, die uns nicht ausschreckt aus der Stimmung der An­dacht. Dte geistliche Aufführung, die der Evangelische Kirchen- gesangverein am Freitag veranstaltete, verdient darum alles Lob: die Wahl des Programms wie die Ausführung war der Feier würdig. Der Chor selbst bot denJüngling zu Nai n", ein modernes Oratorium von Rob. Schwalm, in dessen Eigenart eine längere Notiz des Herrn Stollbrock die Leser dieses Blattes vorher eingesührt hatte. Den Text bildet eine einfache, schöne Dichtung von Julius Sturm. Die Musik ist durchaus verständlich und zu Herzen gehend, nicht immer bedeutend, der erste Chor ein prächtiger Ein­gang. Am wenigsten gefiel uns die Behandlung der Solo- partieen in der Composition. Man hätte gern den Jubel der Wittwe länger an« und ausklingen hören, *) auch die Worte Jesu, die im Mittelpunkt des Ganzen stehen, ziehen zu rasch vorüber. Händel wußte, warum er das:Ich

* Hier darf man wohl nicht außer Acht lassen, daß R. Schwalm als Neudeutscher es saft prinziell verschmäht, die Solos in vollständig ausgebaute Formen tu Neiden, wie Herr Dr. St. in der Vor­besprechung mttthetlte. Daher der Unterschied Schwalm Händel.

Anmerkung der Redaction.

auf Grund ärztlicher Bescheinigungen sind im letzten Jahre 21 Millionen Kranken-Unterstützung und ebensoviel Curkosten gezahlt worden; da empfiehlt es sich wobl, daß nur staatlich approbtrte Aerzte zugelassm werden. Wir sollten dies auch thun aus Respect vor der Wissenschaft. Niemand habe bei Erlaß des Krankenkassengesetzes daran gedacht, daß die ärztliche Hilfe durch Nichtarzte ausgeübt werden könnte. Sollte der Antrag Eberty-Virchow abgelehnt werden, so wird Redner dem Antrag Giese und falls auch dieser abgelehnt wird, dem Anträge v. Strombeck zusttmmen, welcher diethunltchste" Heranziehung der approbtrten Aerzte verlangt.

Abg. Dr. Virchow (dfr.): Ein Homöopath, der als Doctor anerkannt ist, kann selbstverständlich von der Behandlung nicht aus- aeschlossen werden. Der Antrag Giese führt leicht zu unklaren Aus­legungen und empfiehlt sich deshalb nicht; überhaupt würde der gegenwärtige Zustand demjenigen vorzuziehen sein, der durch die Annahme eines der vorliegenden, den Antrag Eberty-Virchow ab­mildernden Amendements geschaffen werden würde.

Staatssecretär Dr. v. Boetticher: In der Hebung der In­teressen des ärztlichen Standes lasse ich mich von Niemanden über­treffen; aber es wäre verfehlt, bei dieser Gelegenheit die ärztlichen Interessen in den Vordergrund zu stellen. Es gibt eine ganze Menge von Hetloperationen, zu denen die Heranziehung eines Arztes über­haupt nicht erforderlich ist, z. B. beim Blutegelansetzen, Zahnziehen u. dgl. Diese Vorschriften, wie sie der Antrag Virchow und die anderen Amendements bezwecken, sind auch in allen Theilen des Reiches gar nicht durchführbar, namentlich nicht im Osten der Mon­archie, wo in einzelnen Gegenden auf 15000 Menschen nur ein Arzt kommt. Es ist ja selbstverständlich, daß die Regierung bemüht sein wird, nur approbirle Aerzte zur Hilfeleistung zuzuziehen, aber eine Bestimmung im Gesetz empfiehlt sich nicht.

Abg. Dr. Endemann (natl.) legt nur dem Anträge Eberty- Virchow Bedeutung bei; die anderen Anträge empfehlen sich nicht zur Annahme; man könne den Aerzten den verlangten Anspruch wohl gewähren, denn sie haben sich um die Förderung gesundheit­licher Einrichtungen zu Gunsten der Arbeiter wohl verdient gemacht.

Damit schließt die Debatte. Es wird bei der Abstimmung unter Ablehnung aller Abänderungsanträge der § 6 lediglich nach der Commissionssassung angenommen. , ,

$ 6a enthält die Bestimmung, daß die Gemeinden in bestimmten Fällen und für bestimmte Personen das Krankengeld kürzen und Beschränkungen für die Zahlung desselben festsetzen können.

Abg. Bebel (Soc.) befürwortet die Streichung der Bestimmung, wonach denjenigen das Krankengeld garntcht oder nur theilweise ge­währt zu werden braucht, die sich die Erkrankung durch schuldhafte Beiheiligung bei Raushändeln, durch Trunkfälligkeit oder geschlechtliche Ausschweifungen zugezogen haben; ferner soll die Bestimmung ge- aestrichen werden, wonach die Gemeinden anordnen können, daß für Kur und Verpflegung nur bestimmte Aerzte, Apotheken und Kranken­häuser in Anspruch genommen werden dürfen und die Kosten für andere Aerzte, von dringenden Fällen abgesehen, abgelehnt werden können. Redner führt aus, daß diese Bestimmungen der Vorlage alle Vortheile der Krankenversicherung illusorisch machen und eine unerttägliche Vetternschaft bei den Gemeinde-Vertretungen herbeiführen, vor der die liberalen Parteien, die ja auch sonst das Prtncip der freien Eoncurrenz vertreten, sich am meisten hüten sollten.

Abg. v. Strombeck (Eentr.) verlangt eine Aenderung redac- tioneller Natur; es soll in der Bestimmung, wonach Versicherten durch die Gemeinden ihre Bezüge gekürzt werden können, wenn jene die Kasse durch Betrug geschädigt haben, statt Bettugstraf­bare Handlungen" gefetzt werden.

Abg. Dr. Hirsch (dfr.) wendet sich gegen den Antrag der Social- dernokraten, so wett dieser die Entschädigung auch füti schuldhaft und unsittlich erworbene Krankheiten gewähren will. Dagegen stimmt er diesem Anträge zu, soweit er die Streichung der Beschränkung auf bestimmte Aerzte, Apotheken und Krankenhäuser betrifft.

Geheimer-Rath Lohrmann hält den Antrag von Strombeck für zu weitgehend; derselbe würde zur Folge haben, daß Jemand, der sich beim Einschlagen eines Fensters beschädigt, kein Krankengeld, erhalten könnte. Auch die weiteren Anträge sind nicht zu empfehlen. Bisher ist die Aerztewahl rc. bei allen Wahlen nur eine beschränkte.

Abg. Spahn (Centt.) erklärt. sich gegen alle Abänderungs- anträge.

Nachdem noch die Abg. Virchov (dfr.), Bebel (Soc.) und Dr. Hirsch (dfr.) für Streichung der Aerzte- rc. Beschränkungen gesprochen, wird der $ 6a unter Ablehnung der Anträge Hirsch (bfr.) uno Auer (Soc.) genehmigt.

Hierauf Vertagung. Montag 1 Uhr Fortsetzung.

Schluß 6 Uhr. -