Ausgabe 
23.8.1891 Zweites Blatt
 
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und erklärt es sich daraus sehr wohl, daß es vielen Land- wirthen, trotz größter Mühe, nicht gelingen will, die lästigen Disteln ganz auszurotten. Will man die Samen als Futter benutzen, so sollte stets Kochen derselben vorhergehen; stimmt- liche Distelpflanzen werden am besten verbrannt.

Daß endlich auch der Anbau bestimmter Culturpflanzen, besonders solcher, welche den Boden dicht beschatten, zur Unterdrückung der Disteln beitragen, ist bekannt. Und be­sonders verdient herbei der Rothklee Beachtung, der mehrere Male geschnitten, das Wachsthum der Disteln stark unterdrückt. Nur da, wo man auf alle angeführten Punkte achtet und seine Arbeiten darnach einrichtet, darf man mit Sicherheit aus baldige Vernichtung der Distel rechnen.

vr. F. Giers berg in der D. A. Ztg. f. Landw.

Locales und provinzielles.

Gießen, 22. August.

nn. Welchen außerordentlichen Werth die Großherzog­liche Centralftelle für die Gewerbe auf die Ausbildung von Technikern zu Lehrern für die tzandwerkerfchulen des Landes legt, beweist der Umstand, daß diese Behörde augenblicklich für eine größere Anzahl von Technikern in den Räumen der Landesbaugewerkschule zu Darmstadt einen mehrwöchigen Zeichnencursus abhalten läßt. Der Cursus umfaßt als Lehr­gegenstände Darstellende Geometrie, Fachzeichnen (Ingenieur Esselborn), Kunstgewerbliches Zeichnen (Professor Müller) und Maschinenzeichnen (Ingenieur Ackermann). Durch die außer­ordentliche Fürsorge Großh. Staatsregierung konnte den Theilnehmern Seitens Großh. Centralstelle für die Gewerbe nicht nur ein Theil der Zeichenmaterialien gestellt, sondern auch jedem Theilnehmer ein Zuschuß von 80 Mk. zu den Verpflegungs- und Reisekosten gewährt werden. Unter Leitung des Herrn Professor Müller und Ingenieur Esselborn sand vorgestern eine Besichügung der Kunstausstellung, sowie der inneren Einrichtungen der Baugewerkschule und hiesigen Hand­werkerschule statt,- ferner wird die Ausstellung von Schüler­arbeiten in Ober-Ingelheim besichtigt werden.

nn. Am 6. September d. I. findet zu Köln eine Ver­sammlung zur Gründung eines Verbandes deutscher Gewerb« vereine statt und wurden alle hessischen Gewerbvereine hierzu geladen. Der Kölner Gewerbverein, der auf eine mehr als 60jährige Thätigkeit zurückblicken kann, hat die Initiative in dieser Sache ergriffen und motivirt sein Vorgehen damit, daß den einzelnen Gewerbevereinen das Feld der Arbeit immer kleiner geworden sei und noch werde. Seien örtliche Auf­gaben gelöst, so vermöchten neue und größere die Vereine nicht zu interessiren und genügend anzuregen. Die ganze Vereinsthätigkeit beschränke sich aus gelegentliche Vorträge, kleine Ausstellungen und Ausflüge. Ein Verband werde aber durch seinen Gesammtvorstand den Einzelvereinen ungezählte neue Aufgaben und Anregungen zuweisen, ein reges und be­lehrendes und nutzbringendes Wirken würde überall die Folge sein zum Segen des Gewerbestandes und des deutschen Vater­landes. Seitens der Großh. Centralstelle für die Gewerbe wird Herr Geheime Baurath Sonne der Versammlung bei­wohnen.

Der Zehnte Deutsch-evangelische Kirchengefaugvereinstag soll am 29. und 30. September l. Js. in Darmstadt stattfinden. Das Programm des Vereinstages besteht im Wesentlichen in der Abhaltung der Hauptversammlung des Evangelischen Kirchengesangvereins für Deutschland", auf welcher Herr Organist Heinebuch aus Flensburg einen Vor­tragüber die kirchliche und sociale Bedeutung der Kirchen­gesangvereine" erstatten wird. Hieran soll sich eine Debatte der Versammlung anschließen. Außerdem finden sowohl am ersten wie am zweiten Tage in der Stadtkirche zu Darmstadt liturgisch-musikalische Festgottesdienste statt unter Mitwirkung der Kirchengesangvereine für Darmstadt, Bessungen und die Martinskirche. Im Hinblick aus die erfolgreiche Mitarbeit des unter dem Protectorate Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs stehendenevangelischen Kirchengesangvereins für Hessen" und der Darmstädter Vereine zur Gründung des nahezu das ganze evangelische Deutschland umfassenden deutschen Gesammtvereins ist der Vorstand des Centralausschusses von dem lebhaften Wunsche durchdrungen, daß der in Darmstadt abzuhaltende zehnte Deutsch-evangelische Kirchengesangvereins­tag die Bedeutung einer zehnjährigen Jubiläumsfeier an- nehme. An die imevangelischen Kirchengesangverein für Deutschland" verbundenen Landes- und Provinzialvereine, an die zugehörigen Ortsvereine und Einzelmitglieder, sowie an alle evangelischen Christen, die sich für die Sache des evange­lischen Kirchengesanges interessiren, ergeht darum die Ein­ladung, an dem zehnten Deutsch-evangelischen Kirchengesang­vereinstag in Darmstadt theilzunehmen und das zehnjährige Jubiläum desevangelischen Kirchengesangvereins für Deutsch­land" festlich mit zu begehen." Gesuche wegen Gewährung freier Wohnung, bezw. Vermittelung von Wohnungen und wegen Vormerkung auswärtiger Festgäste für die referbirten Plätze der Stadtkirche werden bis spätestens Samstag den 19. September an die Adresse des Herrn Buchhändler Waitz in Darmstadt erbeten. Derselbe wird auch Anmeldungen zu dem nach der Hauptversammlung im städtischen Saalbau eben­daselbst stattfindenden einfachen Mittagessen (Gedeck 2 Mk. ohne Wein) entgegennehmen. Einlaßkarten zur Haupt-Ver- sammlung, zu den referbirten Plätzen der Stadtkirche, der Begrüßungsfeier am Abend des 29. und der geselligen Ver­einigung am Abend des 30. September werden für die aus­wärtigen Festgäste in Darmstadt bon der Empfangs-Com­mission und im städtischen Saalbau ausgegeben.

Pflanzen, zur Verbeflerung der Zimmerluft. Die Pflanzen brauchen bekanntlich zur Bildung ihrer Organe aus der Lust besonders Kohlensäure, also denjenigen Bestandtheil, welchen wir Menschen und Thiere beim Athmungsprozeß ausscheiden und dessen Anhäufung die Athmungsluft verschlechtert- dafür scheiden sie Sauerstoff, der zur Athmung der Thiere dient, aus. Sie verbessern also in zweifacher Weise die Lust. Es geht dieser

Prozeß allerdings nur bei Anwesenheit von Tageslicht vor sich, wogegen in der Nacht nur ein der thierischen Athmung analoger Prozeß, der am Tage durch den oben beschriebenen und als Assimilation bezeichneten Prozeß verdeckt wird, in Erscheinung tritt. Mit anderen Worten, am Tage sind die Pflanzen in aus­gezeichneter Weise befähigt, die Zimmerluft zu verbessern, wo­gegen sie in der Nacht, wenn auch nur in geringem Maße, zur Verschlechterung derselben beitragen. Es ist daher sehr zu em­pfehlen, in allen Wohnräumen, namentlich aber Krankenstuben, Schulstuben, niedrigen, ärmlichen Wohnungen u. f. w., während des Tages möglichst viele Pflanzen aufzustellen. Namentlich während des Winters, wo man der Wärme willen mit der Ven­tilation oft sehr ängstlich, die Luft daher schlecht ist, haben die Pflanzen in den Zimmern große Bedeutung und zwar erfüllen sie ihren Zweck um so besser, je üppiger und schneller sie wachsen. Es kommt noch hinzu, daß durch die großen Mengen von Wasser, welche die Pflanzen verdunsten, die Zimmerluft gleichmäßig feucht gehalten wird, was namentlich für die Gesunderhaltung der Athmungswerkzeuge von Bedeutung ist. Darum nochmals die Mahnung, schafft recht viele Blumen für den Winter an.

vevMtschtes.

* Stuttgart, 18. August. Professor Jäger, der bekannte Wollprophet, dessen Rus indessen in letzter Zeit durch die Kneipp'sche Leinenkleidung zu schwinden beginnt, hat eine Tochter, welche kürzlich in den Stand der Ehe trat. Dem Prinzip des Vaters getreu, erschien die Braut bei der Trauung vollständig in Wolle gekleidet, sogar mit einem wollenen Brautschleier!

* Das vornehmste Mittel, sagt Oberstudienrath Rector C. von Dillmann in seiner SchriftDie Preffe im Dienste des Kaufmannes'^, das Angebot in weitere Kreise zu tragen, ist die gedruckte Anzeige. Das Bedürfniß danach ist uralt. Freilich hat es Zeiten gegeben, in welchen das große Volk weder lesen noch schreiben konnte. Aus jener Zeit stammen die figürlichen Anzeigen. Ein Bachus, der aus einem Henkel­krug Wein in den Becher schüttet, war das Aushängeschild eines Wirths in Pompeji, fünf sauber gemeißelte Schinken luden ein, den Metzger zu besuchen. Später, als Lesen und Schreiben häufiger waren, benützte man weiß getünchte Wände zu Anzeigen. Von damals haben wir das Wort Album" im Gebrauch. Heute ist das anders. Der Schul­zwang macht sich geltend. Alle lesen, lesen ihre Zeitung und die Anzeigen darin, Die Anzeige unterrichtet nicht blos über Angebot und Nachfrage, sie richtet auch die Aufmerksam­keit auf die einzelne Stelle hin, an welcher ein vorhandenes Bedürfniß Befriedigung finden kann. Indem sie dem Suchenden mit dem Vorweis des Zielpunktes entgegentritt, erspart sie ihm Zeit und Mühe. Die Anzeige weckt beides: den Verbrauch wie die Erzeugung, giebt den bewegenden Anstoß zu Kauf und Verkauf. Wo sie einem Begehr kundgiebt, hält sie dem Besitzer die Gelegenheit zur Entäußerung vor. Wo sie über ein Angebot benachrichtigt, regt sie Kauf und Ver­brauch an, und überall giebt sie verfügbaren Verbrauchs­kräften Ziel und Richtung!"

* Recht verlockend ist, was ein Journal im Westen von Amerika seinen Abonnenten, die ihre Abonnementsgelder im Voraus prompt einsenden, als Anerkennung in Aussicht stellt: sie sollen eine Prima-Todesanzeige gratis erhalten, wenn sie sterben! Es ist eigentlich zu verwundern, daß noch kein amerikanisches Blatt auf den Gedanken gekommen ist, seine Abonnenten gratis begraben zu lassen.

Landwirthschastliche Winke und Rathschlage.

Aus Ovrrhesse«, Mitte August.

XUbtt richtige Berwerthung des 1891er Obstsegens. Wir haben unfern letzten Aufsatz mit dem Hinweis auf richtige Behandlung der Latwerge (Honig in Oberhessen genannt) und auf Verwendung von Zuckerrüben anstatt Aevfelmost geschlossen und wollen heute noch mit einigen Worten auf die Haltbarkeit der Latwerge zurückkommen. Wenn diese richtig gekocht und behandelt wird, lätzt sie sich viele Jahre, sogar Jahrzehnte lang aufbewahren. Der Schreiber dieser Zeilen erinnert sich, daß eine tüchtige Bäuerin in dem berühmten Obstjahre 1847 nicht weniger als acht Mal Latwerge kochte. Darunter war ein Kessel voll, der mit größter Sorgfalt behandelt worden war. Die Bäuerin bekam im Spät- herbste ein Töchterchen, auf dessen Taufe die treffliche Latwerge ge­probt und bewundert wurde. Einundzwanzig Jahre später, im Jahre 1868, feierte die im Jahre 1847 getaufte Tochter ihre Hochzeit und bei dieser Feier wurde den Gästen wieder eine Probe von derjenigen im Jahre 1847 gekochten Latwerge vorgesetzt, von welcher bei der Taufe der Braut berumgereicht worden war.

Wenn dies auch mehr eine Merkwürdigkeit ist, so hatte doch das sorgfältige Latwergenkochen der tüchtigen Bäuerin eine sehr praktische Seite. In den folgenden Jahren gab es weniger Obst, die Latwerge wurde rar und theuer und trug der tüchtigen Hausfrau einen stattlichen Poften Geld ein. Gehet hin und tbut desgleichen. An denjenigen Orte«, die weit von den großen Heerstraße« und Eisenbahnen abliegen, empfiehlt fich das Latwergen- (Honig)kochen sehr. Die Leute bekommen dadurch eine Zugabe zu Brot und Kartoffeln und wenn sie das nicht wollen, können sie ihre Erzeugnisse an folgenden Jahren sehr günstig versilbern. In Nr. 183, zweites Blatt dieser Zeitung vom 9. August l. I. ist die Obstpastenbereitung nach Director Göethes Methode in Geisenheim geschildert. Es würde sich sehr für unsere kleinen Landwirthe empfehlen, ihr Obst nach dieser lucratioen Methode zu verwerthen, besonders aber auch die verfertigten Pasten selber in der Haushaltung zu verbrauchen. So lange dies nicht geschieht, geht die Sache nicht vorwärts. Hier stößt man jedoch auf einen hartnäckigen Widerstand. Einsender hat solche Obstpaftentäfelchen zum probeweisen Verzehren vertheilt, sie aber nach Jahr und Tag aufgefunden, wohin sie ge­geben waren. Was der Bauer nicht kennt, ißt er nicht!

Wir kommen nun zu dem Trockne« und Dörren des Obstes. Bei Befprechung der Milch- und Molkereiwirthfchaften haben wir vor einigen Monaten Gelegenheit genommen, auf große Mängel und Mißstände bei den kleinen Landwirthen hinzuweifen. Bei den Dörr- und Trockenanftalten für das Obst auf dem Lande ist es ähnlich. Die meisten Obstdörreinrichtungen daselbst sind nichts werth und verdienen, den neueren Fortschritten gegenüber, nicht einmal ihren Namen. Die Feuerungsanlagen dieser Obstdörren sind in der Regel nichts nutz. Es geht die beste Wärme gänzlich verloren; auf der einen Seite verbrennt das zu trocknende Obst, es wird wegen seines bitteren Kohlengeschmacks unbrauchbar und unverkäuflich. Auf der anderen Seite des Trockenofens empfangen die zu trocknenden Früchte nicht genügend Wärme, die Früchte werden ungenügend ge­trocknet, verderbm leicht und machen ihrem Verkäufer bei den Ab­nehmern einen schlechten Namen.

Man muß also unbedingt zu guten Lrockeuapp«rate« seine Znflucht nehmen, wenn kein leeres Sttoh gedroschen, D. h. wenn der Mann nicht Zeit und Geld znm Fenster hinauswerfen will. Hin­sichtlich der Trockenapparate ist die Maschinentechnik in bet Neuzeit selbstverständlich nicht Reben geblieben. Die Amerikaner sind es ge­wesen, welche selbstthätige, sehr sinnreiche und dabei doch einfache Trockenapparate aufstellten; sie wurden aber von unseren deutschen Technikern bald eingeholt und beute findet jeder Landwirtb in den Fabriken für landwirthschaftliche Maschinen Trockenapparate für Ovfi ««d Gemüse zu jedem Preise und in jeder Größe. (Mapfarth u. Eie. in Frankfurt a. M.)

Wie man in allen Zweigen bei der Herstellung von NahrungS- und Genußmitteln, von Wohnungs- und Bekleidungsgegenständen u. dgl. m. nicht blos auf inneren Gehalt, sondern auch auf ein geschmackvolles Aeutzere und zwar mit vollem Rechte sieht, fo will man heutzutage auch schS« und geschmackvoll auSsehe«>e getrocknete Spricht* Haven. Aber wo das Geld hernehmen, um neue theuere Apparate zu schaffen d fragt der kleine Landwirth. Es ist leicht gesagt: Schafft euch neue Apparate an; aber wenn gezahlt werden muß, folgt der metallische, bittere Nachgeschmack hintendrein.

Hier ifi der Punkt, wo das GenofienschastSwesen helfend eingreife« foll und will: die Eredttgenossenschasten und ländlichen Darlehnskaffen, indem sie billiges Capital mit länger­dauernden Rückzahlungsterminen gewähren; die Consumvereine, indem sie dem Heinen Landwirthe mit Rath und That bei Anschaffung von Geräthschasten und Maschinen an die Hand gehen. Nur 10 ist es möglich, daß der kleine Bauer bei dem niederen Preise seiner Producte noch eine Rente herausschlägt. Ec muß bestrebt sein, durch dauernde vefiere Ernten, durch Herstellung besserer Producte höhere Bruttoerträge zu erzielen, er muß sich von den veralteten Bewirthschaftungsmethoden, nach denen er mit Ver­lust arbeitet, losmachen und darf vor dem neuen Bessere« nicht die Augen verfchließe«.

Was einer allein nicht fertig bringt, das können mehrere zu­sammen ausrichten. Darum haben sich ja die Genossenschaften zusammengethan und ihr Wahlspruch heißt: Viribus unitis, Einigkeit macht stark. In hundert und mehr Dörfern sind Leute zusammen­getreten, haben eineDreschgenofsenschaft gebildet und eine Dreschmaschine angekauft, die ihre 4000 bis 5000 Mark kostet. Das Anlagecapital trägt überall die erfreulichsten Zinsen dergestalt, daß die Maschine meistens schon in 10 bis 12 Jahren frei ist. Ein Obstdörrapparat kostet vielleicht nicht einmal den zehnten Theil von dem, was eine Dreschmaschine kostet und er wird da, wo die BerhLltNisse darnach angethan find, verhältnißrnäßtg ebenso segensreich wirken, wie eine Dreschmaschine.

Bor allem wird ein solcher Apparat, wie schon oben angedeutet wurde, ein viel schöneres und schmackhafteres Dörrobst liefern, als die alten schlechten Rumpelkästen. Das Product wird also viel leichter verkäuflich sein und einen viel besseren Preis haben. Die Landwirthe und ihre Famlilienangehörigen werden aber das besser getrocknete und schmackhaftere Obst auch selbst viel lieber essen und dies muß sehr empfohlen werden. Eßt tüchtig Obst und Gemüse, ihr Landleute, das ist besser als zähes, faseriges, Iheures Fleisch. Mit den neuen Apparaten aber könnt Ihr auch alle möglichen Gemüsearten: Wirsing, Weißkraut, Bohnen, Erbsen, Kartoffeln und noch vieles andere trocknen, so daß ihr im folgenden Frühjahr alles so schön frisch habt, als kämen die Sachen eben erst vom Stocke weg, ober aus ber Erde heraus. Mit Hülfe eines solchen Apparates kann also auch eine bessere, billigere und gesündere Ernährung be­schafft werden, über welches höchst wichtige Capitel wir ein anderes Mal handeln werden.

Verkehr, £anfc» rind Volkswirthschcrft»

Eeaenoth der Hühner infolge von frischem Roggen. Wie frischer Roggen bet Pferden Hautjucken, Augenemzündung, bei Schweinen Entzündungen an den Füßen usw. hervorruft, so hat die Erfahrung gelehrt, daß bet den Hühnern durch Aufnahme größerer Mengen von frischem Roggen leicht Legenoth hervorgerufen wird, die meistens mit dem Tode endet. Wahrscheinlich wirkt ein in der Schale des frischen Roggens befindlicher Stoff reizend aus den Ei­leiter. Es kommen dann oft mehrere Dotter, mit einer Eiweiß- und Kalkschale umgeben, schwer zum Vorschein ober bleiben in ben Eileitern stecken. Sobald man bemerkt, daß Beschwerden beim Legen sich ein­stellen, gebe man Ricinusöl ein oder Würfel von gesalzenem Speck, vor allen Dingen passe man aber beim Dreschen von frischem Roggen darauf auf, daß die Hühner nicht größere Mengen von demselben zu sich nehmen können.

£itcratiw mhö Ar»st.

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