Vertagung vor und gab die übliche Geschäftsübersicht. Reichensperger dankte dem Präsidenten im Namen des Hauses für die treffliche Führung seines Amtes und sprach den Wunsch aus, daß derselbe noch in vielen Sessionen das Steuer und die Schelle des Hauses handhaben möge. Der Präsident dankte für das ihm bewiesene Vertrauen und sprach insbesondere auch den Vicepräsidenten seinen Dank aus für ihre Unterstützung und schloß mit einem enthusiastisch aufgenommenen Hoch aus den Kaiser.
Berlin, 20. Juni. Herrenhaus. Auf der Tagesordnung steht die Berathung des Wildschadengesetzes. Der Ministerpräsident v. Caprivi tritt entschieden für die Fassung des Abgeordnetenhauses ein, um das Gesetz zu Stande zu bringen, da die jetzigen gesetzlichen Bestimmungen über den Wildschaden nicht ausreichend seien und Handhaben zu Angriffen und agitatorischer Ausnutzung geben, ein Zustand, welchen die Regierung beseitigen wolle. Nach kurzer Debatte wurde das Gesetz in der Faffung des Abgeordnetenhauses angenommen.
Berlin, 20. Juni. Um 4 Uhr fand im weißen Saale des Königlichen Schlosses die feierliche Schließung des preußischen Landtages durch den König in Person statt. Schon lange vor 4 Uhr sammelten sich die Mitglieder beider Häuser des Landtages und nahmen im Halbkreise dem Throne gegenüber Ausstellung. Um 4 Uhr traten sämmtliche Mitglieder des Staatsministeriums in den Saal und stellten sich links neben dem Throne auf. Um 4 Uhr ,15 Minuten erschien Se. Majestät der Kaiser ohne Vortritt in der weißen Uniform des Garde-du-corps, hinter ihm Prinz Friedrich Leopold, der Erbgroßherzog von Baden, Prinz Max von Baden, der Erbprinz.Dort Sachsen-Meiningen, Prinz Albert von Sachsen-Altenburg re. Während der König den Thron bestieg, nahmen die Prinzen rechts vom Throne Platz, dahinter Generaloberst von Pape und die Generalität. Der Ministerpräsident General von Caprivi überreichte die Thronrede Sr. Majestät, Allerhöchstwelcher den Helm aufsetzte und dieselbe mit lauter Stimme verlas- der Passus betreffend die Bemühungen zur Wahrung und Erhaltung des Friedens wurde von lebhaftem Beifall begrüßt. Nach der Thronrede trat General von Caprivi vor und erklärte den Landtag der Monarchie im Namen des Königs für geschloffen. Unter lebhaftem vom Präsidenten des Herrenhauses Herzog von Ratibor ausgebrachtem Hoch hatte der König den Saal betreten, unter ebensolchem Hoch, ausgebracht vom Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Köller, verließ der Kaiser, huldvoll grüßend, den Saal. Damit war die Feierlichkeit beendet.
Berlin, 20. Juni. Der „Reichsanzeiger" theilt mit, bei kaufmännischen und gewerblichen Vereinen unterliege die Betheiligung der einzelnen Industriezweige an der Chicagoer A u s st e l l u n g bereits einer eingehenden Erwägung. Sobald der Umsang der Betheiligung annähernd zu erkennen sei, also etwa zu Beginn des Herbstes, werde sich ein Reichs- commissar mit namhaften Vertretern der Industrie in persönliches Einvernehmen setzen. Auch beabsichtigt ein Vertreter der Reichsregierung sich Ende des Jahres nach Amerika zu begeben und dort die ersten Vorbereitungen für die Gestaltung der deutschen Abtheilung zu treffen, insbesondere auf die Zuweisung geeigneter Räumlichkeiten hinzuwirken.
Berlin, 20. Juni. Die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet aus Grund von Mittheilungen von gut unterrichteter Seite die Behauptung, daß den Staatsbahnverwaltungen die That- sache der Anwendung von in den Werken selbst angesertigten Stempeln zum Zweck der Materialabnahme bekannt gewesen sei, als völlig grundlos. Geflickte Schienen seien niemals von der Regierung wissentlich abgenommen worden.
Berlin, 20. Juni. Der „Reichsanzeiger" meldet: Für April und Mai im Etatsjahre 1891—92 sind an Zöllen und gemeinschaftlichen Verbrauchssteuern im Deutschen Reiche zur Ausschreibung gelangt 79,847,006 Mk., an Spiel- kartenstempel 187,843 Mk. Die zur Reichskasse gelangte Jsteinnahme abzüglich der Aussuhrvergütungen und Verwaltungskosten bis Ende Mai 1891 beträgt an Zöllen und gemeinschastlichen Verbrauchssteuern 115,772,251 Mk., an Spielkartenstempel 237,042 Mk.
Paderborn, 20. Juni. Der Domdechant Dr. Schulte ist nach schwerem Leiden in der vergangenen Nacht um 1 Uhr gestorben.
München, 20. Juni. Mehrere Gebirgsgewitter verursachten ein Steigen der Isar. Die Heuernte in Oberbayern ist verregnet. In Oberfranken sind die Kartoffeln erfroren.
Ausland.
Wien, 20. Juni. Der Wiener antisemitische Gewerbe-Genossenschaftstag wurde wegen Ueberschrei- tung seiner Statuten durch Entwicklung politischer Thätigkeit behördlicherseits aufgelöst.
Bern, 20. Juni. Der Bundesrath hat die Direction der Jura-Simplon-Bahn angewiesen, bis aus Weiteres aus der Strecke Basel-Delsberg nur Personenzüge auszusühren, die mit einer Locomotive befördert werden können. Wegen Unterbrechung der Geleise sind die schweren internationalen Güterzüge eingestellt und der Güterverkehr geht über andere Routen. Ebenso ist erwirkt worden, daß der internationale Personenverkehr bis aus Weiteres ohne Belästigung sich über die Reichsbahnen bewegen kann, endlich werden von morgen an die Schnellzüge von und nach Frankreich über Delle und Delemont gänzlich eingestellt. Der Bundesrath hofft, daß diese Anordnungen zur Beruhigung beitragen werden.
Bern, 20. Juni. Ständerath. In der heutigen Sitzung gab Wirz-Obwalden die Erklärung zuProtocoll, er erwarte bestimmt, daß sobald als möglich eine technische Untersuchung über die Sicherheit der Eisenbahnviaducte mit aller Genauigkeit vorgenommen und die sich hierbei herausstellenden Uebelstände und Gefahren beseitigt werden. Der Präsident des Bundesraths erklärte, es werde alles Mögliche
geschehen. Der Bundesrath habe die Professoren Ritter und Tett mayer mit der Erforschung der Ursache der Mönchensteiner Katastrophe beauftragt und von der Jura- Simplonbahn die Untersuchung ihrer sämmtlichen Brücken verlangt. In der nächsten Woche finde unter dem Vorsitze des Vizepräsidenten des Bundesraths, W elti, eine Conserenz mit den Directionen der sechs großen Bahnen der Schweiz statt, um Maßnahmen zur Untersuchung sämmtlicher Eisen- bahnbrücken anzuordnen. Das Ergebniß dieser Untersuchung, welche mit aller erforderlichen Gewissenhaftigkeit durch erprobte Fachleute vorgenommen werden wird, soll veröffentlicht werden.
Basel, 20. Juni. Die fortgesetzten Taucherar beiten, wie auch eine genaue Untersuchung der bis jetzt aufgesundenen Wagenbestandtheile ergeben mit Sicherheit, daß kein größerer Wagentheil außer den Locomotiven sich im Wasser befindet. Das Flußbett wird durch Taucher und Pioniere sorgfältig untersucht, bis jetzt ohne Resultat. Man nimmt an, daß die Zahl der Vermißten überschätzt worden ist und daß die that- sächlich fehlenden Leichen bald nach der Katastrophe die Birs, beziehungsweise den Rhein hinuntergeschwemmt wurden. Nach Ansicht der Taucher würden sich unter den Trümmern nur einige wenige Leichen befinden.
Basel, 20. Juni. Zur Hebung der Leichen in der Birs sind nunmehr einige Taucher eingetroffen. Wahrscheinlich muß die Birs abgeleitet werden, um alle Lerchen auszufinden, die mehrere Meter tief im Sande vergraben sind. Man vermuthet, der erste in die Birs gefallene Personenwagen sei unter eine Locomotive zu liegen gekommen und von derselben zerdrückt worden.
London, 20. Juni. Nach einer Meldung des „Reuter- schen Bureau" aus Cal cutt a sind in der Nähe von Ra- tiya in Bengalen Heuschreckenschwärme aufgetreten, welche großen Schaden in den Reis- und Jndigo- plantagen anrichten. Es ist dies das erste Mal, daß Heuschrecken in Bengalen erscheinen.
Konstantinopel, 20. Juni. Nach einem im Lause der Nacht verbreiteten Gerücht soll der Polizei Minister telegraphische Nachricht von der Gefangennahme des Räuberhauptmanns Athanas erhalten haben.
Washington, 20. Juni. Der Director der Münze erklärte aus Befragen eines Journalisten bezüglich der Silber- Hausse, es seien am Mittwoch und gestern bedeutende Silberankäuse gemacht worden, weil die Anzeichen eine Hausse wahrscheinlich erscheinen ließen, er sei der Ansicht, daß der bedeutende Betrag an Silber, welcher durch die Certificate an der Newyorker Börse repräsentirt würde, aus Rechnung des Auslandes komme. Der sichtbare Vorrath habe abgenommen und die Ouantität an Silber, welche der Regierung angeboten werde, habe sich merklich verringert, die gegenwärtige Hausse sei daher natürlich und werde voraussichtlich noch weiter sortschreiten. Der Schatzsecretär habe sich noch nicht darüber schlüssig gemacht, ob die Silberausprägungen nach dem 1. Juli noch fortgesetzt werden sollten- die Entscheidung darüber dürste erst in der nächsten Woche ersolgen.
Neueste Nachrichten.
WolfiS telegraphisches Torrespondenz-Bureau.
Paris, 21. Juni. Die Tramway- und Omnibus- hediensteten in Marseille und Bordeaux haben einen Ausstand begonnen. In Bordeaux-Stadt sind kleinere Ruhestörungen vorgekommen. Als die Strikenden einige Wagen, die aus der Route waren, aushalten wollten, gab die Gesellschaft den Befehl, daß sämmtliche Wagen in die Depots zurückkehren sollen.
London, 21. Juni. Nach einer Meldung des Reuter'schen Bureaus aus Jquique haben sich die Truppen Balmacedas in Coquimbo empört und vier Offiziere getödtet. 800 Mann sollen sich aus dem Wege nach Calbera befinden, um sich mit der Armee der Congreßpartei zu verbinden. Das Kriegs- schiff der Congreßpartei, „Esmeralda", hat den Quai und die Eisenbahn auf den Labosinseln zerstört, um die Verschiffung von Guano durch den General Balmaceda zu verhindern.
CocaUs utt6 ^provinzielles,
Gießen, 22. Juni.
— Sitzung des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen am 19. Juni cr. In der Strafsache gegen Karl Bloß von Heisters wegen Brandstiftung sprachen die Geschworenen das Nichtschuldig aus, worauf der Gerichtshof den Angeklagten von Strafe und Kosten freisprach. Die Verhandlung hatte bis Nachmittags 5* */4 Uhr gedauert. Hiermit wurden die Sitzungen des Schwurgerichts für dieses Quartal geschlossen.
— Die Nr. 14 des im Auftrage des Evang. Pfarrvereins im Großherzogthum Hessen von Herrn Pfarrer Dr. Naumann hier herausgegebenen „Hessischen Kirchenblattes" hat folgenden Inhalt: 1. Gebet, Gebetserhörung, Kirche. 2. Ein Wort für das gute Recht des Pfarrvereins. 3. Ein Wort über das Vicariat. 4. Was soll das heißen? 5. Sieben Sätze über Befreiung der Landeskirche von staatlicher Bevormundung. 6. Die Stellung des Hess. Kirchenblatts und Pfarrvereins zueinander. 7. Ueber das Verhältniß des Pfarrvereinsausschuffes zum Kirchenblatt. 8. Verhältniß von Pfarrer und Lehrer zu einander. 9. Die Feier des heiligen Abendmahles. 10. Eine Jesuitenforderung. 11. Das erste Halbjahr, die 14 ersten Nummern des Hess. Kirchenblattes. 12. Eine Schrift über die Consessionsschule. 13. Literarische Thätigkeit hessischer Pfarrer. 14. Mittheilung. 15. Einladung u. A. 16. Briefkasten.
— Schlecht angewandtes Mitleid. Ein kleiner 9jähriger Schlingel von hier treibt sich zuweilen in den äußeren Stadttheilen und den umliegenden Ortschaften herum, durch verschiedene Manipulationen das Mitleid der Leute erregend. Er gibt dann an, der Sohn eines Gießener Schutzmanns zu
sein, würde schlecht behandelt, bekomme nicht satt zu essen rc. Aus diese Weise hat er schon mit Erfolg Gastrollen in Leihgestern, Rödgen und anderen benachbarten Orten gegeben, wo er sogar theilweise auch beherbergt wurde. Einen ähnlichen Versuch machte er wieder am verflossenen Samstag auf der Grünberger Straße, von wo er mit Gewalt zur Polizei gebracht werden mußte. Eine tüchtige Tracht Prügel dürste wohl jedes Mal das beste Züchtigungsmittel für diesen angehenden Jndustrieritter sein.
—Kirchliche Dienftuachrichteu. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 2. Mai dem evangel. Pfarrer Wilhelm Vo lp zu Fürfeld die evangel. Pfarrstelle zu Groß-Winternheim, Decanat Mainz, und dem Pfarrverwalter Ludwig von der Au zu Guntersblum, Decanat Oppenheim, die evangel. Psarrstelle daselbst- am 26. Mai dem Pfarrer Friedrich Scriba zu Maar die evangel. Pfarrstelle zu Kaichen, Decanat Rodheim, aus Präsentation des Freiherrn von Leonhardt- am 2. Juni dem Psarrverwalter Jakob Christ mann zu Framersheim, Decanat Alzey, die evangel. Psarrstelle daselbst, an demselben Tage dem Pfarrverwalter Ludwig Appel zu Beerfelden, Decanat Erbach, die 2. evangel. Psarrstelle daselbst, — zu übertragen.
— Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind: Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nieder-Breidenbach, Kr. Alsfeld, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk., mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schneppenhausen, Kr. Darmstadt, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Alzey mit einem Ansangsgehalte von 1100 Mk. jährlich. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Birklar, Kr. Gießen, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk., mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Herrn Fürsten zu Solms-Braunfels steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Queck, Kr. Lauterbach, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk., mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Herren Grasen von Schlitz, genannt von Görtz, steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem kathol. Lehrer zu besetzende zweite Lehrerfielle an der Gemeindeschule zu Unter-Hambach, Kr. Heppenheim, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk.
— Technische Hochschule zu Darmstadt. Das diesmal fällige Jubiläumsstipendium der Banken für Süddeutschland und für Handel und Industrie ist unterm 17. l. M. im Betrage von 700 Mk. dem stud. Ferdinand Butz aus Darmstadt verliehen worden.
— Was die Kartoffel Alles zu leisten vermag, das tritt zwar in jeder Haushaltung für den aufmerksamen Beobachter genugsam zu Tage- sie ist in der That nicht nur ein Allerweltsgericht für Reiche und Arme, ähnlich dem Brod, sie ermöglicht auch die verschiedenartigste Verwendung und Umgestaltung. Das zeigte dieser Tage wieder in Berlin der Regierungs-Baumeister S., welcher eine Anzahl befreundeter Gelehrten und Künstler nach einem Restaurant in der Leipzigerstraße geladen hatte. Bei diesem „opulenten Diner" spielte die Kartoffel, die in allen Gestalten und Zubereitungsarten auf den Tisch kam, die Hauptrolle. Zuerst wurde Kartoffelsuppe mit gerösteter Semmel gereicht, dann folgten Kartoffeln mit gedämpften Nieren und hiernach saure Kartoffeln mit Speck. Als Zwischengericht diente Kartoffel mit Matjeshering und Gebirgsbutter, hierauf wurde Kartoffelbrei mit Bratwurst ausgetragen, die sogenannte Speise ersetzten Kartoffel-Puffer, als Compot, beziehungsweise Salat wurde Kartoffelsalat beigegeben, und Dessert war Butterbrod mit Pellkartoffeln. Zur „Anregung" wurde sogar Kartoffelschnaps servirt. Die Theilnehmer an dieser Kartoffelmahlzeit sollen von derselben sehr befriedigt gewesen sein.
— Die neuen Nickelstücke zu 10 Pfennig vom Jahre 1891 haben eine von den älteren Münzen ganz verschiedene Prägung, indem der Adler nunmehr die ganze Fläche aussüllt. Damit ist ein ziemlich ausfallendes Unterscheidungs-Merkmal zwischen 10- Pfennig- und 50-Psennig- stücken gegeben, da letztere auch ferner die alte Prägung erhalten, die einen kleinen Adler aufweist. Auch bei den neuen 5-Pfennigstücken reicht der Adler über die Fläche bis zum Rande.
**♦ Obbornhofen, 20. Juni. Dahier wurde aus Anordnung der Ortspolizei wegen Diebstahl und Bettelei ein Stromer verhaftet und sollte durch drei hiesige Ortsbürger dem Amtsgerichte Hungen überliefert werden. Unterwegs, in der Nähe des Feldheimer Waldes, macht der Verhaftete den Versuch, zu entfliehen, und als die drei Männer ihn daran hindern wollten, zog er einen Dolch und brachte einem derselben einige Stichwunden am Kopfe bei, worauf er m dem Walde verschwand.
* Vom Main, 19. Juni. Die- Heuernte ist im Main- thale allenthalben im vollen Gange und liefert nach Qualität und Quantität einen ausgezeichneten Ertrag. Leider werden die Erntearbeiten durch die herrschende Witterungsungunst empfindlich gehemmt und erschwert.
* Oppenheim, 18. Juni. Der Küferbursche Adam Hillgärtner von hier hat nach der Anklage vor dem Schöffengericht am 18. April einen Jagdhund im Werthe von 300 Mk. durch einen Wurf so schwer verletzt, daß dieser getödtet werden mußte. Wegen Uebertretung des Strafgesetzes im Sinne des § 360, Abs. 11 wird der Angeklagte zu 14 Tagen Haft verurtheilt. Ein warnendes Exempel für ihn und eine heilsame Lehre für Andere.
* Olmütz, 20. Juni. Das hiesige Schwurgericht ver- urtheilte die Eheleute Johann und Franziska Beck aus


