Ausgabe 
21.7.1891
 
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-es englischen Volkes leiten lassen könnte. Gerade darin liege die große Bedeutung der Sympathiebezeugungen Eng­lands, daß man annehmen dürse, daß die Kundgebungen in voller Uebereinstimmung mit der Auffassung des englischen Volkes bezüglich die Wahrung seiner politischen Interessen, namentlich im Mittelmeere, erfolgten. Durch den Umstand, daß die Demonstration des englischen Volkes auf sachlichem Grunde basire, erhalte die englische auswärtige Politik eine gewisse Aussicht auf Continuität, unabhängig von der Partei­richtung des jeweiligen Cabinets.

Pest, 18. Juli. Das Verbot der Durchfuhr von Borsten­vieh, Schafen, Ziegen und Lämmern durch Ungarn ist auf­gehoben worden.

Paris, 18. Juli. Die Deputirtenkammer lehnte die Berathung des von dem Ministerpräsidenten Freycinet verlangten Credits von 600 000 Frcs. zur Vergrößerung der polytechnischen Schule ab. In den Couloirs verlautete, Freycinet beabsichtige in Folge dieser Ablehnung seine Ent­lassung zu nehmen. Die Sitzung wurde zeitweise unter­brochen. Augenblicklich ist der Ministerrath in einem Saale des Palais Bourbon zur Berathung versammelt.

Paris, 18. Juli. Deputirtenkammer. Sämmtliche Mitglieder des Cabinets riethen dem Ministerpräsidenten Freycinet ab, seine Entlassung zu nehmen, da die Ablehnung des Credits zur Vergrößerung der polytechnischen Schule nicht den Charakter eines Mißtrauensvotums habe. Hieraus wurde die Session der Kammer geschlossen.

Paris, 18. Juli. Die Wiederaufnahme der Arbeiten in den Werkstätten der Nord-, Ost- und West­bahn hat sich heute früh wider Erwarten Dank der An­wesenheit einer Anzahl von Gensdarmen in aller Ruhe voll­zogen. Die Strikenden versammelten sich alsdann und beschlossen die Delegation, welche sich heute nach dem Palais Bourbon begeben wird, nicht zu begleiten. Die Stimmung der Strikenden scheint heute weniger heftig zu sein als gestern.

Lyon, 18. Juli. Die hier eingetroffene Abordnung italienischer Schützen wurde heute Vormittag auf der Präfectur empfangen. Der Vertreter der italienischen Schützen, Lazzaroni, sowie der Vorsitzende der Ver­einigung der französischen Schützengesellschaften, Merillon, wechselten Ansprachen, in welchen sie dem Wunsche nach der Pflege freundschaftlicher Beziehungen zwischen Frankreich und Italien Ausdruck gaben.

Liverpool, 18. Juli. Heute Morgen stürzten auf dem Manchester-Schiffscanalbau eine Locomotive und 11 Waggons von einem Damm hinunter, wobei eine größere Anzahl von Arbeitern verunglückte. Bis jetzt sind 11 Todte constatirt. Viele sind verletzt.

Christiavia, 18. Juli. Die deutsche BarkeBaltic" ist fünf Meilen außerhalb Ona gesunken. Die Barke ist wahr­scheinlich in der Mitte zerbrochen. Fahrzeug und Ladung sind anscheinend verloren.

Petersburg, 18. Juli. Die Landschaftsversamm- lung des Kasanischen Gouvernements beschloß, um Darlehen von 5 Millionen Rubel zur Versorgung der Bauern, um Stundung der von den Bauern beizutreibenden Steuern, um Verbot des Brennens von Branntwein aus Getreide, um Schließung der Branntweinschenken auf ein Jahr, sowie um die Erlaubniß nachzusuchen, einen allgemeinen Aufruf zu Sammlungen für die nothleidende Bevölkerung des Kasanischen Gouvernements erlassen zu dürfen. Das Ministerium des Innern entsandte, wie die Blätter melden, Beamte in die Gegenden der Mißernte, um über dieselbe ausführlich zu berichten.

Bröno, 18. Juli. Nachdem dieHohenzollern" gestern Abend Bergen verlassen hatte, ging die Fahrt bei außer­gewöhnlich günstiger Witterung durch die Scheeren, über Aft- sund, ohne Trondhjem zu berühren, nach der Insel Torgen, woselbst die Ankunft 9 Uhr 30 Min. erfolgte. Se. Majestät der Kaiser erstieg den Torghatten und besuchte den aus halber Höhe gelegenen natürlichen Tunnel. Nach Rückkehr des Kaisers an Bord derHohenzollern" wurde die Reise nach Bodö fortgesetzt.

zellan und einigen werthvollen Stücken Silbergeräth nur zu deutlich verrieth-, daß die da Sitzenden einst bessere Tage ge­sehen, erschien Grace merklich einsilbig und zerstreut. Aber­mals seufzte die Mutter still für sich und beobachtete mit Wehmuth und Trauer, aber verstohlen des einzigen Kindes liebes Angesicht.

Am nächsten Morgen fuhr Grace, kleine Einkäufe vor­schützend, hinüber nach Newyork. Pünktlich nach drei Stunden, wie sie es versprochen, kehrte sie auch zurück, doch konnte das junge Mädchen es jetzt nicht unterlassen, der Mutter eine Mittheilung zu machen. Halb verlegen, halb freudig schlüpfte die geheimnißvolle Enthüllung über die rosigen Lippen, daß sie Hoffnung hege, vielleicht einen kleinen Verdienst zu bekommen.

Aufs Höchste erschreckt starrte Mrs. Northland der Er­zählerin ins Gesicht, indem sie darauf noch einmal alles schon unzählig oft Gesagte wiederholte und das junge Mädchen himmelhoch beschwor, sich nicht als Ladenmädchen zu ver­dingen. Aber Grace beruhigte die erregte Frau insofern, daß diese Aussicht aus einen Erwerb bisher nur in einer Annonce bestände, die sie in denHerald" habe einrücken lassen und worüber sie die Mutter aufklären wolle, sobald man darauf geantwortet haben würde. Unter einer Chiffre habe sie Briefe, Hauptpostamt restante Newyork erbeten. Der flehende und zugleich so mädchenhaft reine Ausdruck in Graces Augen bekämpfte die im Herzen der bekümmerten Frau aufsteigenden Zweifel und damit war diese Sache fürs Erste abgethan.

(Fortsetzung folgt.)

Neueste Nachrichten.

WolstS telegraphisches Lorrespondmz-Bureau.

Bochum, 19. Juli. Heute sand Hierselbst eine Dele- girtenversammlung des Deutschen Bergarbeiter- Verbandes statt, bei welcher sämmtliche deutsche Reviere durch 72 Delegirte vertreten waren. Es war eine ent­schiedene Abnahme der Betheiligung von Bergleuten gegen früher wahrzunehmen.

Straßburg, 19. Juli. Der Kriegsminister v. Kalten- born-Stachau reist heute Nacht nach der Schweiz ab, um daselbst seinen Urlaub zu verbringen.

Straßburg, 19. Juli. Heute Mittag um 121/2 fand vor dem Statthalter als dem beauftragten Vertreter des Kaisers in dem Palais des Statthalters in Gemäßheit der gesetzlichen Bestimmungen die feierliche Leistung des Eides der Treue und des Gehorsams seitens des Bischofs Fritzen und des Weihbischofs Marbach statt. Dem Acte wohnten Staatssecretär Puttkamer, Unterstaatssecretär Köller und andere hohe Beamte bei. Nach vollzogener Eidesleistung bat sowohl Bischof Fritzen als auch Weihbischos Marbach den Statthalter, dem Kaiser den unterthänigen Ausdruck ehrfurchts­vollster Gesinnung übermitteln zu wollen,- auch dem Statt­halter selbst, als dem Vertreter des Kaisers gegenüber, brachten die beiden Kirchensürsten ihre vollkommenste auf­richtigste Ergebenheit zum Ausdruck. Statthalter Fürst Hohenlohe sprach seine besondere Genugthuung und Freude über die beiderseits kundgegebenen loyalen Versicherungen aus, die er zur Kenntniß des Kaisers bringen werde- er sei über­zeugt, beide Bischöfe würden das ihnen übertragene Amt ent­sprechend ihrer an Verdiensten reichen Vergangenheit in Treue führen zum Heile der Kirche, zum Besten der Diözesanen und zum Wohle des Landes.

Wien, 19. Juli. Das amtliche Blatt veröffentlicht die Ministerialverordnungen, durch welche die Retorsions­zölle und andere Beschränkungen des Verkehrs mit Ru­mänien, sowie das Verbot der Einfuhr und Durchfuhr von rumänischem Gemüse, Obst und Pflanzen und das Verbot der Durchfuhr von rumänischem Borstenvieh', sowie rumänischen Schafen, Pferden und Eseln aufgehoben wird.

Petersburg, 19. Juli. Heute ist eine kaiserliche Ver­ordnung veröffentlicht worden, nach welcher am 1. Januar 1892 im Bereiche der Flottenmannschafts-Division für das Schwarze Meer eine siebente Flottenequipage zu er­richten ist. Die Flottenequipage entspricht als tactische Ein­heit einem Regimente. Die genannte neue Abtheilung soll die Mannschaften liefern für das PanzerschiffZwölf Apostel", ein Schwimmdock, zwei Schooner, einen Dampfer und ein noch im Bau befindliches Transportschiff.

Cocolcs rrnd provinzielles.

Gießen, 20. Juli.

Ein junger Mensch aus Wieseck ertrank am Samstag Nachmittag beim Baden in der Lahn an der Badenburg.

Heute Vormittag wurde einem Unteroffizier des hie­sigen Regiments bei Abhaltung von Zielübungen durch den Pfropfen einer Platzpatrone derart ins Auge geschossen, daß der Verlust desselben zu befürchten ist.

Gestern wurde einem Streckenarbeiter im Bahnhose zu Bad-Nauheim ein Bein abgefahren; mit dem Zuge sofort in die hiesige Klinik verbracht, verstarb derselbe jedoch in Folge des starken Blutverlustes noch im Laufe des Nach­mittags. (Siehe die Notiz unter Bad-Nauheim).

In einem Hause am Tiefenweg wurde heute Nacht von frevelnder Hand Feuer angelegt; glücklicher Weise wurde die Flamme von Passanten bemerkt und konnte noch trotz der Nähe von zahlreichen Brennstoffen von denselben gelöscht werden. In dieser Gegend wurden im Lause des Winters schon mehrfach Brandstiftungsversuche gemacht, ohne jedoch des Thäters habhaft werden zu können.

In der Nacht vom Samstag aus Sonntag wurden in einer in der Franksurterstraße gelegenen Wirthschaft mittelst Emsteigens durch das Fenster verschiedene ganze Würste, Brodwaaren und ein Qu antumCigarren / entwendet. Der oder die Diebe unterwarfen auch die, Dank der Vorsicht des Wirths entleerte Kasse einer Revision, die jedoch vergeblich war. Deßgleichen wurden in der Nähe obiger Wirthschaft in dem Keller eines Privathauses auch durch Ein­steigen verschiedene Flaschen Wein, Schinken und sonstige Wurstsachen entwendet.

Ernennungen. Se. Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädigst geruht, am 16. Juli den Finanzaspiranten Adam S eib aus Nackenheim zum Calculator bei der Hauptstaatskasse; an demselben Tage die Kreisbau­ausseheraspiranten Karl Schulz aus Darmstadt, Heinrich Kuhl 'aus Langsdorf, Philipp Hardt aus Großen-Linden, Philipp Schuchmann aus Braunshardt und Philipp Pfeffer III. aus Bad-Nauheim zu Straßenmeistern zu ernennen.

Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind: An der Volks­schule zu Darmstadt zwei Lehrerstellen mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von je 1350 bis 1750 Mk. An der evangel. Schule zu Erbach i. O. die für diesmal mit einem seminaristisch gebildeten Lehrer zu be­setzende zweite Diakonatsstelle mit einem nach dem Dienst­alter sich bemessenden jährl. Gehalte von 12001400 Mk. und die mit einer Lehrerin zu besetzende zweite Mädchen­lehrerstelle mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 10001300 Mk. Dem neu anzu­stellenden Lehrer können die Functionen eines Oberlehrers an genannter Schule, sowie diejenigen eines Organisten über­tragen werden. Dem Herrn Grafen zu Erbach-Erbach steht das Präsentationsrecht zu beiden Stellen zu. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde­schule zu Etzeau, Kr. Erbach, mit einem jährl. Gehalte von

900 Mk. Dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau steht ba£ Präsentationsrecht zu derselben zu. Zwei mit evangelischen Lehrern zu besetzende Lehrerstellen an der gemeinsamen Musterschule zu Friedberg mit einem jährlichen Ansangsgehalte von^je 1000 Mk. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Gießen mit einem nach dem Dienftalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 12002400 Mk. Eine mit einer evangelischen Lehrerin zu besetzende Lehrerinnenstelle an der Gemeindeschule zu Ober- Ramstadt, Kr. Darmstadt, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden Gehalte von 10001200 Mk. jährlich. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wisselsheim, Kreis Friedberg, mit einem jährl. Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organisten­dienst verbunden. Dem Freiherrn Löw von und zu Stein­furth, Wisselsheimer Linie, steht das Präsentationsrecht zu derselben zu.

Aus dem hessischen Städtetag in Worms am 6. d. M. ist als Ort der Abhaltung des nächsten Städtetages Darm­stadt bestimmt worden. Als Gegenstände der Berathung. sind l.D. T." einstweilen festgesetzt: die Revision der Bau­ordnung, die Revision der Städteordnung und die Witwen- und Waisenversorgungsanstalten der städtischen Beamten.

Angeregt durch die in verschiedenen Städten des Großherzogthums sich geltend machenden Bestrebungen zur Bildung freiwilliger Innungen hat der Ausschuß des heffifchen Landesgewerbevereins vor einiger Zeit zur Erörterung dieser Frage, sowie zur Erörterung der Lage und der Beschwerden unseres zahlreichen und tüchtigen Kleingewerbe­standes eine Commission bestellr, die dann unter Mitwirkung der Mitglieder der großherzoglichen Centralstelle für die Ge­werbe die ihr aufgetragene Arbeit erledigte. Aus Grund der­selben beschloß der Ausschuß des Landesgewerbevereins, großh. Staatsregierung zu ersuchen,die Förderung des freiwilligen Jnnungswesens, wie solches von der Reichsgewerbeordnung neuerdings ermöglicht ist, sich, soweit thunlich, angelegen sein zu lassen, insbesondere den Verwaltungsbehörden aufzugeben, in diesem Sinne thätig zu sein und möglichste Erleichterung bei der Bildung wie Entwicklung des freiwilligen Jnnungs­wesens zu gestatten." Auch nahm der Ausschuß Stellung zu der Forderung des Befähigungsnachweises und des Prüfungs­zwanges. Die Commissionsvorschläge lauten dahin: 1) Bei verschiedenen Gewerben, in erster Linie bei dem Maurer- und Zimmergewerbe, in zweiter Linie bei den Baugewerben über­haupt sei die Erbringung eines Befähigungsnachweises in Er­wägung zu ziehen: 2) wenn es sich herausstelle, daß mit Einsührnng des Befähigungsnachweises staatlich vorgeschriebene Prüfungen bei den genannten Gewerben allgemein und zwangs­weise anzuordnen wären, so erscheine am meisten angezeigt die Abhaltung einer Prüfung am Schluffe der Lehrzeit, für welche ein einheitlicher Bildungs- und Lehrgang, soweit thunlich, Vorbedingung sein soll. Aus Grund dieser Vorschläge beschloß der Ausschuß des Landesgewerbevereins, großh. Cen­tralstelle für die Gewerbe zu ersuchen,die Frage wegen Einführung des Befähigungsnachweises, insbesondere bei den Baugewerben, im Auge zu behalten und jedenfalls auch fernerhin die Förderung des freiwilligen gewerblichen Prü­fungswesens (Gesellenprüfungen) sich angelegen sein zu lassen." Zum Schutze des Handwerks schlug der Ausschuß besonders vor: 1) Maßnahmen gegen den heute zu weit gehenden Hausirhandel, 2) angemessene Besteuerung der Consumvereine, 3) Beschränkung handwerklicher Arbeit in den Strafanstalten und 4) Einengung der sogenannten Ausverkäufe von Concurs- massen u. s. .w. Als das wichtigste und erfolgreichste Mittel zur Hebung des Handwerkerstandes hat der Ausschuß die Mehrung und Vervollkommnung des gewerblichen Unter­richts erkannt. Als besonders erstrebenswerth bezeichnete er in dieser Hinsicht: 1) Einführung eines geeigneten Unter­richts in gewerblicher Buchführung in allen Handwerkerschulen; 2) Vermehrung der Zahl der Schulen, namentlich der er­weiterten Handwerkerschulen,- 3) Vervollkommnung der Ein­richtungen zur Ausbildung der Lehrer- 4) Beschaffung von Mitteln zur besseren Bezahlung der Lehrer und Hinwirkung aus feste Anstellung derselben- 5) Ausbildung von Fachab- theilungen bezw. Schaffung von Fachschulen an geeigneten Orten- 6) Anregung zur Bildung von Stiftungen für Ge­werbetreibende, sowie Unterstützung zur Ausbildung besonders talentvoller, junger Handwerker aus öffentlichen Mitteln. Die Stellungnahme des Ausschusses des hessischen Landes­gewerbevereins, seine Beschlüsse und Vorschläge der in der letzten Zeit oft ventilirten Handwerkerfrage verdienen vollste Beachtung und haben dieselben auch bereits gesunden. Die Großherzogliche Regierung und die Landstände haben kürzlich 48,000 Mark mehr für gewerbliche Zwecke bewilligt.

Das nächstjährige Verbandsfchießen des badischen Landesschützenvereins und des pfälzischen und mittelrheinischenSchützenbundes findet in Spey er­st a tt.

Der Magistrat von Breslau hat, wie derFr. Z." gemeldet wird, beschlossen, die deutsche Turnerschaft einzu- laden, das im nächsten Jahre stattfindende Deutsche Turnfest in Breslau abzuhalten.

t Lich, 18. Juli. Heute Vormittag hielt das 116. In­fanterie-Regiment in nächster Nähe unserer Stadt Gefechts­übungen ab. Ganz besonderes Interesse bot der sich um die Wetterübergänge entsponnene Kampf dar und hatte dieses militärische Schauspiel eine große Menge, von Schaulustigen herbeigelockt. Nach Beendigung des Manövers sammelte sich das Regiment zu einer längeren Rast in den an der städtischen Ziegelei gelegenen Wiesen, während welcher Zeit die Regi­mentsmusik, nachdem dieselbe vorher dem hiesigen Fürsten in dessen Schloßhof ein Ständchen gebracht hatte, ihre lustigen Weisen spielte. Hieraus trat das Regiment, in strammer Haltung und mit klingendem Spiel durch die Stadt ziehend, wieder den Rückweg an.

t Lich, 18. Juli. Der practische Arzt Dr. Seipp von hier erlitt heute auf einer Diensttour nach Eberstadt eine starke Quetschung des Arms und Verrenkung des-