»5".* 'S"'
w ' W bunt heail|| ÄV,««» Mit Lepper Stück ttttb ^alattrr in allen N, vierfach Leinen, 2 Stü<f *tf'n Seidel utib$ambu§, r6t^unbUm!,lfr1R ,HM°r Sitnnr®, f dO '
Iti» ü^t
■ Stahl,
‘ und Mützen
en u. Knaben, pr. St. 60^ lnache noch das geehrte inen Posten p tma größerer aare aufmerksam, welEe ähnlich blU. Preisen abgck- Zuspruch bittet
m, CentralÄLMr, tarttplatz 9.M
’elkiicliei]
>dr,
L^butg^
"chkkW
“ "-IN
ckstrine, md, la. Qualität.
'iMtitutn bitligft. id gute Abfahrt.
i dieselben an die Bau- ct werben.
easEuler.
-ewannen ichsene und Kindel iusivahl.
Ohr. Zimmerj
IahnhOrM^, ELT JÄj'S?ss firner l Ä/a, lerf'&f j fr. M °5 mft ' spiimpernfrfel Ä,«n SaWlV'5«9' Ä «tu« ft'
"rieM^ kpacketsiegei-
I Mark;^
1 mr,*r in w
l^rschen , F pucker®1
stf—**
Nr. 166.
Dienstag den 21. Juli
1891
Der
MKeaer K«zeiger erscheint täglich, js& LuLnohme de- Momagö.
Di« Gießener O^srittevökSttrr awrbtn »em Anzeiger -r^chmtlich dreimal brigelegt.
Gießener Anzeiger
Keneral-Mnzeiger.
Vierteljähriger AkonucAeatsxre'^r 2 Mark 20 Pfg. «M Bringerlohn. Durch die P-ost bez-
2 Mark 50 Piß
Redaction, Exped.c.r^ und Druckerei:
Kchntstrafhe I?r<^ Fern^rrcher 51
Amts- und Anzeigeblntt für den Akveis Gretzen.
—'.7 ' ! ^aSSSS^SSSB!!
UttÄshme von Snzeigen zu der Nachmittags für dm Lr^mdm Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.
HrattsSeikage: K-eßmer IamiKmökLÜ-r. !
idasB83EiK%i»aBg»5msa«MBB^raaaagg»gaE?a^^?ag»aRE3affg3B^^
AmLlichev Therl.
Bekanntmachung.
Mittwoch den 22. Juli 1891, Vormittags 10 Uhr, wird auf Lonys Felsenkeller zu Gießen eine Generalversammlung des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen abgehalten werden.
Alle Mitglieder des landwirthschaftlichen Bezirksvereins und der landwirthschaftlichen Ortsvereine, sowie alle Freunde der Landwirthschaft werden zu dieser Versammlung hierdurch ergebenst eingeladen.
Die Herren Bürgermeister werden ersucht, den in ihren Gemeinden wohnenden Mitgliedern des Vereins von dieser Einladung Kenntniß zu geben und auf zahlreichen Besuch der Versammlung hinzuwirken.
Nach Schluß der Versammlung wird ein gemeinschaftliches Mittagsessen um l1/* Uhr Nachmittags stattfinden und ist der Preis eines Couverts auf <M. 1.20 festgesetzt.
Tagesordnung:
1) Vorlage und Prüfung der Rechnung des landwirthschaftlichen Bezirksvereins pro 1890/91.
2) Vorlage und Festsetzung des Voranschlags pro 1891/92.
3) Neuwahl des Vorstandes des landw. Bezirksvereins.
4) Wahl eines Rechners an Stelle des nach Offenbach überziehenden seitherigen Rechners Herrn Laub er von Gießen.
5) Vortrag des Herrn Landwirthschaftslehrers Leit Higer zu Alsfeld über das landwirthschaftliche Genossenschaftswesen.
Gießen, den 8. Juli 1891.
Der Director des landwirthschaftl. Vezirksvereins Gießen. Jost, Negierungsrath.
Bekanntmachung.
Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das erste Bataillon des Großh. Infanterie-Regiments Nr. 116 Dienstag den 28. Juli d. I., Nachmittags, auf der Schafweide bei Wißmar im Kreise Wetzlar eine Schießübung abhalten wird.
Die Schußlinie läuft vom Bogen der Lahn her in nordwestlicher Richtung gegen die Teufelsberge. Es wird daher vor dem Betreten des Feldes und Waldes 4000 Meter nordwestlich der Schafweide von 4 Uhr Nachmittags ab, speciell der von Wißmar nach Crumbach, Kirchvers und Salzböden direct führenden Waldwege, sowie ein Passtren der über die Teufelsberge führenden Feldwege gewarnt und das Betreten der Straße Wißmar—Ruttershausen untersagt.
An den wichtigsten Communicationen werden Posten ausgestellt werden.
Gießen, den 18. Juli 1891.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Deutsches Reich.
Berlin, 19. Juli. Als künftiger Oberpräsident von Ostpreußen wird Graf Stolberg aus Dönhof- städt im Kreise Rastenburg genannt. Doch bedarf diese Nachricht noch immerhin der Bestätigung.
— Die Beschlüsse des Colonialrathes, der bekanntlich in diesem Frühjahr zum ersten Male tagte, sind jetzt zur Veröffentlichung gelangt. In ihnen werden im Wesentlichen folgende Vorschläge gemacht: Begünstigung des Anbaues solcher Bodenerzeugnisse in den deutschen Schutzgebieten, die sich als Stapelartikel eignen- Gewährung von Erleichterungen und Begünstigungen für die Grundbesitzer in den Schutzgebieten- Mitwirkung der Regierung zur Heranziehung der Eingeborenen zur Plantagenarbeit- Vermittlung der Regierung bei ausländischen Regierungen behufs Zuzuges weißer Arbeiter nach den deutschen Schutzgebieten beim Mangel eingeborener Arbeiter- Einrichtung und Betrieb größerer Musterpflanzungen- Begünstigung von Kleinbetrieben durch entsprechende Maßregeln- Gewähr von Prämien bei der Ausfuhr marktfähiger Baumwolle aus den Schutzgebieten - Herstellung directer und regelmäßiger Dampferverbindungen zwischen den einzelnen Schutzgebieten und dem Mutterlande, wo solche noch nicht bestehen.
— Die Meldungen über den angeblichen Sommerurlaub des Reichskanzlers v. Caprivi lauten fortdauernd widersprechend. Noch vor Kurzem wurde aus Berlin berichtet, Herr v. Caprivi werde Mitte Juli eine größere Erholungsreise antreten, jetzt aber heißt es wiederum, er beabsichtige auch im gegenwärtigen Jahre nicht, einen Sommerurlaub zu nehmen. Jedenfalls befindet sich der Reichskanzler zur Stunde noch in Berlin.
— Die Wahlen der deutschen Delegirten zum internationalen Socialistencongreß in Brüssel sind nunmehr allenthalben vollzogen und zeigt es sich, daß die Zahl der Vertreter der deutschen Socialdemokratie aus dem Brüsseler Parteitage eine sehr beschränkte bleiben wird.
— Der Abgeordnete Bebel hat kürzlich in einer socialdemokratischen Versammlung in Berlin das neue Programm seiner Partei im officiellen Auftrage des Parteivorstandes erläutert. Selbstverständlich suchte Herr Bebel der Versammlung die Bestimmungen des neuen Programmes so mundgerecht wie nur möglich zu machen- im Uebrigen trug die fast dreistündige Rede des socialdemokratischen Führers den Character großer Mäßigung.
Berlin, 18. Juli. Nach den im Reichs-Versicherungsamt angefertigten Zusammenstellungen betrug am Schluß des ersten Halbjahres seit dem Inkrafttreten des Jnvaliditäts- und Altersversicherungsgesetzes (Ende Juni 1891) die Zahl der erhobenen Ansprüche auf Bewilligung von Altersrenten bei den 31 Jnvaliditäts- und Altersversicherungsanstalten und den 8 zugelassenen Kasseneinrichtungen 131459. Von diesen wurden 90 706 Rentenansprüche anerkannt, 15 694 zurückgewiesen und 1740 auf andere Weise erledigt, sodaß 23 319 Ansprüche unerledigt aus den Monat Juli übergegangen sind. Die höchste Zahl der erhobenen Ansprüche in den verflossenen sechs Monaten entfällt auf Schlesien, nämlich 14419, dann folgen Ostpreußen mit 12248, Brandenburg mit 9911, Rheinprovinz mit 8382, Hannover mit 7746, Sachsen-Anhalt mit 7482, Schleswig-Holstein mit 5430, Pommern mit 5173, Posen mit 5003, Westfalen mit 4951, Westpreußen mir 4460, Hessen-Nassau mit 3348 und Berlin mit 1386. Aus die acht Anstalten des Königreichs Bayern kommen 13 038 Altersrentenansprüche, aus das Königreich Sachsen 5807, Württemberg 2913, Baden 2676, Großherzogthum Hessen 2704, Mecklenburg 2949, Thüringen 3132, Oldenburg 460, Braunschweig 1009, Hansestädte 828, Elsaß-Lothringen 4228 und aus die acht zugelassenen Kasseneinrichtungen insgesammt 1776.
Berlin, 18. Juli. Der „Reichsanzeiger" meldet, um Klagen über verspäteten Anfang und vorzeitigen Schluß der Universitätsvorlesungen abzuhelsen, ordnete der Cultusminister an, daß die Vorlesungen in jedem Semester innerhalb der ersten sieben Tage zu beginnen und innerhalb der letzten Tage zu schließen seien. Diese Bestimmung tritt mit Beginn des nächsten Wintersemesters in Kraft.
Berlin, 18. Juli. Die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet die Meldung verschiedener Blätter, nach welcher die Regierung abermals die Frage einer vorläufigen Ermäßigung der Kornzölle erwogen habe, als durchaus unzutreffend.
Bremen, 18. Juli. Der Norddeutsche Lloyddampfer „Dresden" stieß in der vergangenen Nacht mit dem englischen Schooner „Annie Harries" zusammen, welcher alsbald sank. Der „Dresden" setzte, nur leicht beschädigt, seine Reise nach Baltimore fort.
rum in wri«BaTOgMi»iwae«TOam»iaBiiiiiiBi
Ausland.
Wien, 18. Juli. In einer Berliner Zuschrift der „Politischen Correspondenz" wird ausgeführt, einzelne deutsche Blätter messen dem Besuche Sr. Majestät des Kaisers in England und dem demselben bereiteten Empfang eine falsche Bedeutung bei, indem sie die Wirkung des Besuches mit der Politik und der Dauer des gegenwärtigen Cabinets in Verbindung bringen. Diese Annahme zeige ein vollständiges Verkennen der Lage. In Berliner politischen Kreisen bestehe kein Zweifel, daß keine englische Regierung sich in Fragen der auswärtigen Politik von anderen Interessen als denen
.feuilkton.
Licht.
Novellette von D. Freiin von Spättgen.
(2. Fortsetzung.)
„Aber was willst Du denn thun, Herzens-Mama, hast Du denn einen anderen Plan?" fragte das junge Mädchen eindringlich, indem sie das mit Zahlen bedeckte Papier aus dem Tische prüfend musterte.
Die Antwort ließ eine Weile auf sich warten, dann kam rs zagend über der Mutter Lippen:
„Ich glaube, daß unsere Einrichtung, das bischen Silber dazugenommen, noch ein recht leidliches Sümmchen repräsen- tirt. Nach meiner Zusammenstellung des Ganzen ergibt sich — schlecht gerechnet — ein Ertrag von 2300 Dollars. Damit könnte ich vielleicht — irgend ein — bescheidenes Geschäft beginnen, das uns wenigstens vor Noth schützte. Niemand kennt uns in Newyork — wer ahnt in mir die Wittwe des Millionärs und Eisenbahnkönigs Fredenk A. Northland <rus St. Louis, dessen Name ehedem im Westen einen solch bedeutungsvollen Klang gehabt?! Nicht Du, mein Liebling, sondern ich muß mich ausraffen aus dieser lähmenden Apathie und für unsere Zukunst sorgen!"
„Nein, um Gotteswillen, nein, wenn Du mich liebst, Mama, so schweige von solchen Dingen!" rief Grace fast leidenschaftlich, „Du, die schöne, vornehme Frau, Dich erniedrigen, um hinter dem Ladentische zu stehen — entsetzlich! Du Djch von Deinen lieben Sachen trennen, wo jedes Stück Dich an das frühere Glück und den theuren Vater erinnert!
Das undankbarste Geschöpf unter der Sonne müßte ich sein, wollte ich das zulassen. Wozu bin ich jung und kräftig? Nein, Mama, daraus wird absolut nichts!"
Jetzt hatte das junge Mädchen sich zur vollen Höhe emporgerichtet, wobei ein Ausdruck von Energie und Muth aus den schönen Augen leuchtete.
„O Gott, daß es dahin kommen mußte! Wenn er, Dein Vater, nur noch lebte, es stünde besser mit uns, und wie gern wollte ich auch Noth und Sorgen mit ihm theilen!" weinte leise die beklagenswerthe Frau.
„Der Himmel hat ihm dieses Schwerste erspart, das muß uns trösten, M'a!" sagte die Tochter weich.
„Als wir hier ankamen, Grace, glaubten wir uns beinahe reich mit der kleinen Summe, die wir mitbrachten — nun ist sie fast ganz zusammengeschmolzen! Ich habe nie gedacht, daß die täglichen Bedürfnisse des Lebens so viel Geld verschlingen könnten. Dabei steht der Quartalswechsel vor der Thür und die Miethe soll an Mr. O'Reilly bezahlt werden. Ach, ich werde ihn wohl bitten müssen, uns den Betrag für einige Wochen zu stunden."
„Nimmermehr, Mama! Nur keine Gefälligkeiten von diesem Manne, es wäre mir schrecklich — erdrückend!" wehrte Grace mit auffälliger Hast ab.
Prüfend schaute ihr die Mutter ins Gesicht und sagte bedeutsam:
„Es ist kein übler Mann. Seine Manieren sind tadellos und neben einem guten Einkommen scheint er ein redliches gutes Herz zu besitzen. Nicht ohne Grund sucht er uns verlassene Frauen öfters auf — hast Du daran schon gedacht, mein Kind?"
„Er ist mir unsympathisch, Mama! Bitte, erwähne
seiner gegen mich nie mehr in dieser Weise, ich könnte Mr. O'Reilly sonst nicht mehr unbefangen und freundlich begegnen," gab Grace unwillig und in ernstem Tone zurück.
Mrs. Northland seufzte, worauf beide Damen langsam nach der oberen Etage hinausstiegen.
Da die Dämmerung eingetreten war, so brachte das junge Mädchen die Lampe, welche sie alsbald mit großer Geschicklichkeit in Brand setzte. Ein intensives Licht beleuchtete jetzt das mit feinem Geschmack ausgestattete Gemach, so daß jeder Gegenstand darin erkennbar war. Die Mutter, welche mit sichtlichem Vergnügen den flinken Bewegungen der auffallend schönen Hände ihres Kindes zugeschaut hatte, sagte plötzlich lächelnd:
„Wie Du doch diese wenig anmuthende Arbeit verstehst und graziös verrichtest, mein Liebling! Ich habe niemals, auch in jener Zeit, als viele Diener mir zur Verfügung standen, solche hell und klar brennende Lampe gehabt, wie jetzt, wo mein rheures Töchterchen sich dieser Mühe eigen- händigst unterzieht."
„Ich bin auch stolz daraus, Mama, weil ich mir sage: Arbeit schändet nicht!" versetzte Grace heiter.
„Nein, gewiß nicht, aber, ganz abgesehen von Deiner Opserwilligkeit, Du hast wirklich ein großes Talent dafür."
Bei diesen harmlosen Worten hob das schöne Mädchen die langen, dunklen Wimpern und sah der Sprecherin einige Secunden starr und nachdenklich ins Gesicht. Eine schärfere Beobachterin, als Mrs. Northland war, würde wahrgenommen haben, daß es zugleich wie ein blitzartiges Aufleuchten über die regelmäßigen Züge glitt.
Als nach einer halben Stunde die Damen am Theetisch saßen, der in seinem zierlichen Arrangement von gutem Por-


