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1891
Freitag den 20. Februar
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Sie Meßmer ALttltler-SlStt«, verlttn dem R nötiger rZSchenrSch dreimal d-lgelkgr.
Gießener Anzeiger
Gmerat-Wnzeiger.
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Fch»tgr«teM».«»
AenüpreLer 61,
Amts- unb Anzeigedlatt für den Kreis Gieren.
Wvv«h«e »6* Anzeige« zu der Nachmittag- für des frtfwb« Tag erscheinenden Nummer bi» Vorra. 10 Uhr.
Alle Lnvoncen-Uureaux de- Ja» und Nu-saade- aeßvnr» Nnzeigeu für den ^Gießener Anzeiger" entgegm.
chraLisöeikaße: Gießener AaMikimötatter.
rlintlishLv Thsil.
Bekanntmachung.
-n Folge bet Ablebens der Großh. Kreisveterinärarzts, Dr. «eist in Grünberg hat Großh. Ministerium der Innern uud der Justiz. Abth-ilung für öffentliche Gefundhettrpflege, bi« auf Weiterer den practifchen Veterinärarzt August Ziußer zu Homberg a. d. Ohm mit der Versetzung der Dieußgeschäste der Großh. Kreirveterinäramt« Grünberg betraut.
«ießen. den 16. Februar 1891.
Grobherzogliches Kreisamt Gießen.
o. Gagern.
Bekanntmachung,
Feldbereinigung in Saasen betreffend.
Nachdem die Vollzugscommission für die Feldbereinigung ix Saasen beschlossen hat, die Fluren IV, V, VI, VII, VIII mtb X, soweit dieselben mit Sommerfrucht ausgestellt werden sollen, in diesem Frühjahre neu zuzutheilen, wird den Betheiligt« Gelegenheit gegeben, in der Tagsahrt
Dien-tag den 24, Februar Vormittag- 10 Uhr, aus dem Saasener Bürgermeistereibüreau
ihre Wünsche (z. B. über Zusammenlegungen, Verlegungen u. s. «.) dem Unterzeichneten mündlich oder schriftlich mitzn- chell«.
Darmstadt, am 5. Februar 1891.
Der VollzugScommiffLr: Nover, Regierungsrath.
Bekanntmachung,
LehrsursuS für Obstbaumwärter bei Baumschulbefltzer Th. Jäger zu Bensheim a. d. B. betreffend.
Zur Heranbildung von tüchtigen Obstbaumwärtern wird ük Laufe des Frühjahrs 1891 wiederum ein Lehrcurfus zur Srtheilung von theoretischem und praktischem Unterricht im Obst- und Weinbau, sowie den verwandten Wissenschaften eröffnet werden.
Die Teilnehmer haben sich die erforderlichen Bücher und Seräthschasten aus eigene Kosten- anzuschaffen, was mit ungefähr 16 Mark geschehen kann. Ebenso haben dieselben für Logis und Kost selbst Sorge zu tragen. Herr Jäger wird in dieser Beziehung zur Auskunstertheilung bereit sein.
Der Unterricht wird uueutgeldlich ettheilt. Der Frühjahrscursus beginnt mit dem 9. März und endet mit dem -. Mai l. Js. Der SommercursuS beginnt mit dem 10. August Und endet mit dem 29. August l. Js.
Der Unterricht umfaßt:
1) Obstbau: in wöchentlich 6 Stunden, a. Obstbaumzucht, b. Obstbaumpflege, c. Baum- und Rebschnitt, d. Pomo- logie, e. Obstbenutzung, übrige Zeit, f. Practische Uebungen: Lehrer Jäger.
2) Hülsswiffenschasten in wöchentlich 5 Stunden, a. Lehre vom Bau und den Lebensverrichtungen der Pflanze, b. Bodenkunde, c. Düngerlehre.
Den Schülern, welche es wünschen, können nach stattgehabter Schlußprüfung Stellungen als Gärtner oder Obstbaumwärter durch Herrn Jäger vermittelt werden.
Es werden hiernach diejenigen, welche an besagtem Unterricht Theil zu nehmen wünschen, hiermit aufgefordett, sich baldthunlichst bei demselben mündlich oder schriftlich anzumelden. Wegen einer zu gewährenden pecuniären Unterstützung sind die betreffenden Gesuche bei den landwirthschaftlichen Bezirksvereinen resp. deren Vorständen oder den Gemeindevorständen der betreffenden Wohnorte einzureichen und werden diese hiermit freundlichst gebeten, dieser so wichtigen Angelegenheit ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden.
Bensheim, den 15. Januar 1891.
Der Vorsitzende des landw. Bezirksvereins Bensheim.
v. Bechtold.
Deutsches Reich.
Darmstadt, 18. Februar. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen heute den Premierlieutenant und Regimentsadjutant Hahn vom 2. Großh. Infanterie-Regiment (Großherzog) Nr. 116, den Premierlieutenant Graf v. Spee vom Großh. Feld-Artillerie-Regiment Nr. 25 (Großherzog- liches Artillerie-Corps), commandirt zur Schießschule der Feld-Artillerie, den Pfarrer Göhrs von Bickenbach, den Michel Becker, Michel Bretsch und Georg Rodenhäuser aus Weiterstadt, den Peter Schmidt aus Braunshardt - zum Vortrag den Finanzminister Weber, den Geheimen Staatsrath Hallwachs, den Ministerialrath Rothe, den Oberbaurath v. Weltzien.
Darmstadt, 18. Februar. Das heute ausgegebene Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 3 enthält Bekanntmachung, den Nachrichtendienst bei Hochwasser und Eisgang im Großherzogthum Hessen betreffend. Vom 30. Januar 1891.
nn. Darmstadt, 18. Februar. Se. Königl. Hoheit der Großherzog begab sich heute Abend um 6 Uhr 42 Min. zu einem mehrtägigen Besuche der Kaiserlichen Familie nach Berlix. In seiner Begleitung befand sich General Freiherr von Wernher.
nn. Darmstadt, 18. Februar. Zweite Kammer der Hessischen Stände. Die Kammer fährt in der Be- rathung des Budget fort. Bei Kapitel 39 Katholische Kirche werden zur Erhöhung des Mindestgehalts der
katholischen Geistlichen 21,770 Mk. und für Kanzlei- unfc Reisekosten des Bischofs von Mainz 1028 Mk. mehr gefordert.
Der Ausschuß beantragt, den letzteren Posten zu streichen.
Staatsminister Finger und Abg. Frank sprechen sich für ganze Bewilligung der letzteren Position aus.
Der Antrag des Ausschusses wird einstimmig angenommen.
Abg. Schröder spricht bei dem weiteren Antrag des Ausschusses auf Gewährung von Zuschüssen an die deutschkatholischen und israelitischen Religionsgemeinschaften in scharfer Weise gegen die antisemitischen Bestrebungen in Deutschland und speciell in Hessen. Daß die Juden wegen ihrer Religion verfolgt würden, sei eine sehr bedauerliche Erscheinung im deutschen Volke, aber noch bedauerlicher sei es, daß in Hessen, besonders in Oberhessen, evangelische Geistliche öffentlich mit in diese Bewegung eingetreten sind. Er frage, ob die Großh. Regierung nicht Mittel habe, um in geeigneter Weise, nicht etwa durch Gewaltmittel diese Bestrebungen einzudämmen. Es sei nöthig, den Geistlichen zu zeigen, daß sie Diener der Kirche seien, Diener des Friedens und nicht der Zwietracht. Wenn diesen Bestrebungen nicht gesteuert werde, so sehe er eine Untergrabung des öffentlichen Friedens. Er bitte das Haus, auch noch ein weiteres Ersuchen an Großh. Regierung zu richten, soweit es gesetzlich zulässig erscheint, gegen diese Bestrebungen mit Entschiedenheit auszutreten. Er halte es für ein Verbrechen, daß Jemand wegen seines Glaubens verfolgt werde.
Staatsminister Finger erwidert, die vom Abg. Schröder angeführten antisemitischen Bestrebungen tadele die Großh. Regierung unter allen Umständen^ die Großh. Regierung verfolge dieselbe mit großem Interesse und suche die näheren Ursachen dieser Erscheinung zu ergründen. Die Bewegung sei eine Krankheit und man wisse nicht wie dieselbe entstanden sei. Die Großh. Regierung würde bestrebt sein, mit aller Energie Ausschreitungen entgegenzutreten und die amtlichen Organe hätten den Auftrag, die Bewegung zu überwachen. Regelmäßig erhalte die Großh. Regierung Berichte über die Vorgänge und es habe sich herausgestellt, daß gerade dort, wo die Bewegung am heftigsten war, dieselbe fast im Erlöschen begriffen sei. Von dem gesunden Sinn des Volkes hoffe er, daß es diese Verirrungen einsehe und daß auch diese antisemitische Bewegung ein Ende nehmen werde.
Abg. Wolfskehl dankt Großh. Regierung für die wohlwollende Stellungnahme in dieser Sache und glaubt, daß richtig angewandte Mittel ihren Erfolg nicht verfehlen werden.
Die gestellten Ersuchen werden hiernach einstimmig angenommen.
Kapitel 40 Landesuniversität wird mit 463 560 Mk. (unter Genehmigung einiger Abstriche) ohne Debatte genehmigt.
Ebenso Kapitel 41 Technische Hochschule mit 150980 Mk.
Bei Kapitel 42 Gymnasien, Realgymnasien und Real-
Feuilleton.
Der einzige Sohn.
Novelle von I. Bonnet.
(5. Fortsetzung.)
Nun sprach der Vater ernstlich mit ihm. Ob seine Liebe zu Mariechen auch dauernd sei, ob das eheliche Band auch für immer ausreichen werde, ihn sich selbst wiederzugeben und einem geordneten Leben zu erhalten.
Da wies er hin auf seine monatelange Stetigkeit in der ihm fremden und seiner lebhaften Natur gründlich zuwiderlausenden Bureauarbeit, verschwieg aber ältere Verpflichtungen ehelicher Art. Der erste sichere Schritt zu einem neuen Leben sei gethan, versicherte er. Jetzt hänge alles nur noch davon ab, ob ihm die Lebensgefährtin zu Theil werde, die ihm den Reiz des Daseins wiederschenkte.
Auch der Mutter betheuerte er das Gleiche, aber mit mehr Leidenschaftlichkeit, die ihr das Herz fortriß zu dem Entschluß, alles für ihn zu thun, damit er sich und ihnen ganz wiedergegeben werde.
Nach Mariechens Glück fragte Niemand, obwohl alle ihr zugethan waren. Tante Jettchen, die ihr die ersten Eröffnungen machte, sah um Arthurs willen nicht thr todtbleiches Angesicht, wollte es nicht sehen. Sie erachtete es überdem als das große Loos für Mariechen, wenn sie, die mittellose, anhaltlose Waise, die sich nicht allein durch die Welt helfen konnte, die Gattin des einzigen Sohnes ihres vermögenden Schwagers ward. Und als das „Äinb" in unbegreiflicher Verblendung sich sträubte, als es sogar in unfaßbarem Trotze sich weigerte mit einem entschiedenem Nein und abermals Nein, da meinte Tante Jettchen, die bisher immer diese
Welt für die allerbeste gehalten, eine so schlechte gebe es nicht mehr und mit ihrem Vertrauen in die Menschheit sei es rein aus.
Mariechen nahm sich vor, in diesem Stücke nicht zu weichen, ihr Lebensglück nicht zu verkaufen. Und als streckte ihr ein gütiges Geschick die rettende Hand entgegen, erschien gerade in diesen entsetzlichen Tagen der Referendar, um um ihre Hand anzuhalten. Sie sah ihn von ihrem Fenster aus, wie er kam in Frack und Hut, mit feierlicher, entschlossener Miene, die ihr zeigte, daß ihm die Vorgänge in der Familie nicht ganz unbekannt geblieben waren. Ihre Blicke begegneten sich, seine Augen leuchteten siegesfreudig auf, sie sagten ihr: „Fasse Muth, ich bin da, es wird sich schnell alles wenden."
Aber während sie noch, die Hände auf die wogende Brust pressend, mit glühender Stirn und pochenden Schläfen am offenen Fenster harrte, trat er schon wieder hervor, nachdem kurz vorher laute, heftige Worte zu ihr beraufgedrungen waren. Und dann hieß es, er sei fort aus der Stadt und sie sah ihn nimmer wieder.
Seltsame Menschengeschicke mit ihrem Binden und Lösen ohne unser Dazuthun. Man sagt wohl, drüben, in einem besseren und edleren Lande, werden die irdischen Dunkel sich klären. Und sie werden es bis auf den Grund. Denn da ist das Bleibende, das Wahre an sich, das unvergänglich Reine, Große und Freie. Wir verwechseln das liebliche Farben- spiel der Naturtriebe, der Herzensneigungen mit dem Lichte selbst, das in ihnen wunderlich trübe gebrochen erscheint. Aber schon im späteren Alter lächeln wir wohl über heilig-schmerzliche Thränen früher Jahre, und auch sonst wirkt oftmals das spätere Leben klärend gleich mildem Sonnenschein nach ausgetobtem Gewitter. Da tauschen seltsam die Maßstäbe: was früher groß, bedünkt klein, und das Theuerste, um das
wir uns verzehrten, wird zur schillernden Fata Morgana, die uns eine Weile Stillung des Durstes, Gewährung der Wünsche vorspiegelte, bis wir sie als Schemen erkannt. Nur das Erkämpfte, mit innerster Seelenkraft Erworbene, was uns reinigend, veredelnd, sichtend, über uns selbst erhöhend zum andernmal gebar, bleibt wundervoll auch in späten Tagen, wo die Täuschung nicht mehr Stich hält, ein Tropfen vom gläsernen Meere funkelt darin. Kein Götterbild schafft der Meister, schlägt er nicht Stück um Stück aus dem Marmor heraus. Im Verlieren gewinnen wir, und Gewinn nenne man das, wodurch wir uns selbst gewinnen und behalten, wenn uns das andere entfällt.
Es war ein hübsches und ansehnliches Landgut, zu dem die nicht allzu ferne Großstadt herüberdämmerte. Ihre Thürme, Schornsteine, Rauchwolken deuteten auf das rege Leben in ihren Straßen. Wer aus dem Garten des stillen Herrenhauses hinüberschaute, den kam es wohl an, als sähe er das Menschengewühl gleich einem Ameisengekribbel, als hörte er das Fauchen in den Fabriken und auf den Bahnhöfen, als triebe ein Hauch von dem geistigen Regen und Bewegen her, als fingen da die Welt und das Leben an und wäre hier außerhalb derselben eine Trauminsel, von der silberne Fäden hinüber und herüber spannen.
Seit einem halben Jahre hausten Arthur und Mariechen auf diesem stillen Erdenfleck, der ihrer beider Thätigkeit und Regsamkeit ein weites Gebiet anwies, die Kräfte zu erproben.
Es war wirklich, als sei ein neuer Geist über Arthur gekommen, nachdem sie ihm die Hand zum Bunde für das Leben gereicht. Er fühlte sich Herr hier auf feinem Gute, und auch das spornte ihn an. Um es erfolgreich zu bewirth* schäften, mußte er sich rühren und die Kräfte anspannen. Mit großem Eifer stürzte er sich in die Arbeit. Der letzte Be-


