Ausgabe 
20.1.1891
 
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V örfenwoepenbericht

»mi E. WasMeK^e^ileben, Bankgeschäft.

Der elfte Tag ber neuen Woche brachte eine DiScontermaßigung der ReichS- bank um lJ/s % und eine uiatte Börse. Die Herabsetzung der Barikiate war ja allerdings seit geraumer Zett zur Gewißheit geworden, aber schwerlich hat man allerseits eine so weitgehende Ermäßigung angenommen und die Haltung der Börse bleibt daher immerhin bezeichnend. Statt sorglos das Ereigniß auf sich wirken zu lassen, stößt man sich an einem gleichzeitigen leichten Anziehen de« Prioaldtscvnte«, da« 'Niemanden in Erstaunen setzen sollte^ da genugsam bekannt war, daß in der Vorwoche forclrte Discontkäuse den Satz so stark er­mäßigt hatten; der Witterungswechsel wird in« Steffen geführt, um Kohlenwerthe hci abzudrücken. Excenttonen sollen die Eourse der Bankactt.n geworfen haben, kurz, e« werden von allen Setten so nichtige Gründe zur Erklärung der Tendenz vorgebracht, daß man sich wundern muß, daß dieselben überhaupt colportht werden oder gar Gläubige sanden. Der wahre Grund bleibt immer der alte, olt ermähnte, aber nie genug gewürdigte: Da« Eom «Niveau kann sich nicht heben, ohne daß da« Pablilum ganz gewaltige Effectcnln träge au« dem Markte nimmt, dasselbe hat aber gegenwärtig weder die Mckel noch die Neigung, sich irgendwie an einer Bärs n- bewcgung zu betheiligen. So verlief beim auch in dieser Woche da« Geschäft so ruhig und still, und mit so geringen Schwankungen der Eourse, daß es der Mühe nicht verlohnt, sie auszuzeichnen, und allem Anschein nach wird diese Stimmung Noch eine Zett lang anhalten. Daran wird auch der Einfluß auswärtiger Börsen nicht« ändern, wie bereitwillig die Speculatlon auch derselben folgen mag. Der einzige Markt, welcher in dieser Beziehung in Betracht kommt, ist der Pariser, aber wie groß auch der Erfolg der Remtnsubscriptton in Frankreich sein mag, der tnteniationüle Ncntenmarkl bat keinen stützen daraus gezogen und nur durch diesen könnte sich doch die Einwirkung vollziehen. Der Erfolg ber Subsciiptton aus die französische Rente ist so außer ordentlich, daß er phantastisch erscheint. Die ans- gelegten 850 Millionen würben scchSzehn Mal überzeichnet, baß heißt, man sub- scrtbirle ein EapUal von 13>/> Milliarden und da zugleich mit ber Zeichnung eine Einzadluny von Ib Fianc« geleistet werden mußte, so sind reichlich zwei Milliarden Franc« am Tage der Einzahlung <n die Staatskassen geflossen. Ein solcher Eap tal- retchthnm wirkt geradezu verblüffend, wenn man die Parallele zieht mit unseren Verhältnissen. Diese M.lliarden hat ba« Land verfügbar, nachdem der Kupfer- und der Paiiama-Krach Hunderte von Mtlltonen verschlungen haben, und nachdem durch einen coUofalcn Import russischer Werthe gleichfalls Hunderte von Millionen fest gelegt und dem lUaift entzogen wurden. Wa« will gegenüber solcher Eapitalkrast Deutschland« Geidmacht besagen, die durch Verluste, die sich mit jenen nicht messen können, in einer Weise geschwächt wurde, daß jetzt noch Monate vergehen mögen, ehe von einer Wiederkehr besserer VerhäUnisse die Rede sein kann. E« mag jedoch erwähnt werden, daß solche gewaltigen Kraftproben, wie sie der französische Markt soeben abgelegt hat, selten vorübergehen, ohne die Verhältniffe de« Geldmärkte« von Grund au« zu verändern. Der Retchtbrun keine« Lande« ist unerschöpflich, irgendwo findet sich die Grenze, wo die Ersparnisse der Station nicht mehr ausr eichen, das Angebot neuer Werthe zu absordiren, nur kann diese Grenze nicht im Vor an« be­stimmt werden, sondern erst in den Folgen zeigt sich, daß dieselbe überschritten wurde. Möglich, daß dieser außerordentUche Erfolg der Rentensubscription auch für den Pariser Markt den Höhepunkt bezeichnet, und daß mit dem Gelingen dieser Riesenemission eine Periode weichender Rentencourse auch in Fra, kreich ihren Anfang nimmt. Eine geringfügige Ausbesserung bewiikte in dieser Woche die An- kündtgung de« Rerchskanzlero, daß die Eonserenzen über den Handelsvertrag mit Oesterreich Ungarn dem Abschluß nahe stünden, lltamentlich Bahnen wurden dararrshrn begünstigt, in Vorahnung de« Ausschwungs, welcher dem internationalen HarrdeiSverkehr durch den Vertrag erwachsen werde. Die Tendenz, die Fesseln ab- zustreisen, in welche eine übereifrige Schutzpoliitk den internationalen Handel gc- schlagen hat, ist allerdings unverkennbar, wie weit e« aber gelingen wird, angesichts des beftibenben Geldbedürsnisse« ber Staaten die Hemmer'den Schranken de« Ver­kehr« nieder zulegen, ist scvr fraglich, und e« erscheint wirklich zu früh, die Wirkung eine« Vertrage« zu antictprren, über Hessen Bestimmungen auch nur annähernde Angaben noch nicht gemacht worden sind. Die B'sserung, welche diesen Beweg gründen entsprang, war auch rasch vorübergehend. Zum Schluß der Woche drückte Berlin wieder merklich auf die Eourse und ersah sich namentlich Italiener Rente, Schweiz>r Bahnen und Vrontanwerthe zur Zielscheibe seiner Abgaben. In Amerika ! ist ein neue« Silbergesetz vom Senat angenommen word n und an das Repräsentanten­haus gegangen, lieber die Einzelheiten de« neuen Gesetze« herrscht noch völlige« ! Dunkel, doch hört man, daß die bisherige Bestimmung über den Ankauf von monatlich 45 Millionen Unzen Silber aufgehoben wurde, und man schließt hieran«, daß den ©ilberleuten in anbe-er Weise weitgehende Zugeständnisse gemacht werden, vielleicht die Silberp'ägung sofort vollkommen frei gegeben wird. Da« Schicksal der Brll im Repräsentantenhaus ist noch sehr zwelfelhast. Der Silberprei« selbst hält sich ziemlich fest.

Die CourSveränderunge.r der Woche sind mit geringen Ausnahmen un- ; bedeutender Natur. Bei der Medrzahl der Bankaclien begreifen 2 % die ganze . Eoursbewegrrng der Woche. Die Schlußcourse gehen über die ber Vorwoche meist nur um Bruchtheile hinan«, so bei DiSconto und Darmstädter Bank, Dresdner rind Deutsche Barrk gewannen je 1%, Eredit schließen unverändert, Ungarische Eredit verloren 6 fl., Bahnen lagen anfänglich auü den erwähnten Gründen fest, zum Schluß der Woche warten jedoch Nachrichten über ernstliche Betriebsstörungen durch Schneeverwehungen die Eourse wieder zv'ück. Besonders schwer wurden dadurch Lombarden getroffen und auch Staatsbahn litten darunter, büßten aber nur eine amängliche Avance ein, während elftere 2 fl. verloren. Galizier und Duxer verlaffm bte Woche mit mäßigen Gewinnen, Böhm sche Nordhobn büßten 2s/< fl ein. Schweizer Babnen mögen zum Lheil unter denselben Ernflüff n ge- stauoen haben, wie die ölte'reich.scheu Bahnen, zum Lbeil ist jedoch auch ein Fussioneproj.cl zwischen der Nordost und Unionbahu, da« in Schweizer Blättern eine ztemltch abfällige Beunherlung erführt, an den Eorns,ückgängen Schuld. Gotthard, 9!ordost und Uniondank verloren je 3®/», Eentraloahn 2%, Jura

Simplon St. Actien 1 %. Von deutschen Bahnen sind Marienburger und Mainzer höher und nahezu voll behauptet. Renten haben sich etwas besser bewährt al« in der vergangenen Woche, namentlich ein Anziehen der 3>/a/o deutschen Fond« ist bemerkenswerth. Von auswärtigen Fond« sanden Ungarische und Oesterreichischc Renten lebhafte Beachtung, während Italiener einen bedeutenden Druck zu leiden hatten, der unter Hinweis auf die mißliche Lage de« Landes von Berlin ausgeübt wurde. Kohlenwerthe schwächten sich ab und haben sich auch trotz der wieder ein- ßctrekncn Kalte nicht erhöhen können. Eisenwerthe wurden am Freitag wegen an­geblicher Auflösung de« RoheisenvcrbandeS gedrückt, doch sind Laura noch behauptet Die übrigen Indusiriewerthe lagen still.

Courft der Frankfurter Börse.

8 Cour* vom

10./I.

11. fl.

Cour« vom

10./I.

17./I.

<% Hessische Obligatton.

104.70

105.

4V»o/oPortug.-A. 88 u.89

86.70

87.

Bayern ....

105.85

106.10

5o/o amort. Serb. Gold-

Baden.....

103.90

104.

Rente ....

89.30

89.35

3% Sächsische Rente. .

88.45

.

bo/gSerbischeEisenbahn'

3Vi°/o BremerStaatsanl.

97 90

98.50

Hyv.-Obl. L. A. .

4o/gSchwco.Oblig.188(>r

94.25

93.85

Hamb.Staatürente |

97.20

97.50

101.95

101.85

4o/oOestr. Goldrente .

95.95

96.45

jo/g Türken conv. .

18.90

18.80

GriechischeMonopol-

ö°/o Argent. Gold-Anl.

71.40

Anleihe . . .

73.10

73.85

'i. 1887 ...

72.20

5o/o Rumänische Rente .

99.95

99.95

3l/s°/o Egypt.....

93.50

94.20

4/,o/o Russische Aul.. .

102.05

101.70

«ilendah« Petpritäten.

4°/t Pfälz. Ludwigöbahn (Bexback) . . .

5o/g Südbahn Lombarden

104.90

105.25

102.35

102.15

40/0 do. do.

99.50

Hessische LudwigSd.

3% do. do.

67.50

67.70

68/69 garant. .

102.70

102.60

40/0 Prag-Duxer Gold .

100 40

100.6p

Elisabethb. steuerfrei

Rudolf Gold (Salzk.)

100.70

100 70

Gold ....

101.10

101.40

Franz-Josef Silber

85.35

86.

57o Oestr. Staatsbahn.

106.95

107.30

3% ftaatL garant. Jtal.

4o/o do. do.

100.45

100.70

Eisenbahn . .

57.45

57.60

3% do. do.

3°/o Livorneser . . .

64.95

84 80

I.VllI.Emiss.

88 85

84.50

4v/o Rusi.Südw Eismb.

94.50

95.85

3% do. Ergärrzungtznetz

5% dtordweftbahn Golv

80 40

106.80

80.75

107.30

40/0 Wladikawkas garnt.

4o/g gar. Sardin.Lrec.stsr.

93 85

84.95

94 25

84.70

EttstHrdahrr-Aletterr.

LudwigShasen-Bexbach.

226 80

225 90

Lübeck-Büchner . . .

165.

167.

Hessische Ludwigöbahn.

113 80

115 50

Mecklenburger . . .

.

Pfälzische Nordbahn .

116 25

116 60

Gotthardt.....

159.40

156.30

Marienburger-Mlawka.

56 50

59 45

Jtal. Mittelmeer . .

103.90

100 50

Deutsche Reichsbank .

Berlin. Handelsgesellsch.

141.50

141

Dresdener Bank. . .

154.50

156

153.10

157 50

Ptttteldeutschc Creditb. .

101.

110.

Deutsche Bank . . .

158.50

159.60

Wiener Bank-Verein .

103.75

103.50

DeutscheGenossenschstSb.

v.Soergel,Parrisiu«LCo.

126.

126.50

Württemb. Vereinsbank

125.50

125.50

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Binding-Brauerei . . Stern- do. (Oberrad)

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101.50

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100 60

100.60

3V«°/oFrnks.Hyp.-Pfdbr.

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95.50

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3V«0A Rhein. Hyp.-Bank-

94.80

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100.70

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94 80

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1854r fl. 250- ,

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