Ausgabe 
19.12.1891
 
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Neueste Nachrichten.

Wolfis telegcavbücheS Lorrespyndenz-Bureau.

unzutreffend; die ungarischen Bahnen sind seit kurzer Zeit verstaat­licht und wenn noch wirklich dort das Unwesen der Refactien bestehen sollte, so wird es in Kurzem beseitigt sein, umsomehr als die Eisen­bahn-Verwaltungen sich in der Berner Convention zur Beseitigung der Refactien im internationalen Verkehr verpflichtet haben. Der österreichischen Regierung könne man nicht zuttauen, daß sie in illoyaler Weise die in den Verträgen übernommenen Verpflichtungen verletzen wird. Der Vertrag sei immer nur ein erster Schritt auf einem neu betretenen Wege. Daß weitere Schritte, namentlich zur Beseitigung der Getreidezölle, werden folgen müssen, darüber dürften sich die Herren rechts auch kaum zweifelhaft sein. Redner habe mancherlei an den Verträgen auszusetzen; namentlich hindere er auf lange Zeit eine Herabsetzung zahlreicher Zölle. Trotzdem stimme Redner für den Vertrag, wenn auch mit kühlem Herzen, denn er sei immerhin eine Besserung bisheriger Zustande und auch unter den Herren rechts würden sich die meisten überzeugen müflen, daß die Verträge bald für diesen, bald für jenen vortheilhaft seien. Auch die Landwirthe könnten, der mancherlei Vorlhetle wegen, die der Vertrag ihnen bringt, demselben wohl zusttmmen.

Abg. Möller (natl.) legt das Eraebniß der Berathungen dar, das in der freien Commission über die Refacttenfrage gezeitigt worden ist. Die nationalltberale Partei habe große Bedenken gehabt; Inder Commission seien diese indeß beseitigt. Die nationalltberale Partei habe heute keine Bedenken mehr über diesen Punkt.

Abg. v. Kardorff (Rp.) führt gegen Schraders Ansicht von der Nutzlosigkeit der Schutzzölle gegenüber den Etsenbahn-Refactien an, daß diese Auffassung ebenso falsch sei, wie der Rath, den einer Jemanden dahin ertheilen wollte, den Paletot auszuztehen, weil er in demselben ja doch friere und ihm also der Paletot nichts nütze. Erst müsse man einen wärmeren Paletot haben, ehe man den weniger guten auszieht.

Reichskanzler v. Caprivi erklärt, daß, so lange er die Ehre habe, mit der österreichischen Regierung zu verkehren, nichts geschehen sei, was die Befürchtungen der Abgg. Graf Kanitz und v. Kardorff rechtfertigen könnte. . . .

Abg. Richter (dfr.) erklärt, daß er allerdings mit den Ver­trägen nicht ganz zufrieden sei, well sie ihm nicht weit genug gehen; er nehme aber, was in den Verträgen geboten wird.

Abg. Graf Kanitz (dcons.) polemtsirt mit den Abgg. Rickert und Richter, von dem ersteren behauptend, daß er Besitzer der Danziger Zeitung" sei, was Rickert durch einen Zuruf bestreitet, worauf Redner sich auf denNekrolog" Rickerts in dem Meyer'schen Lexikon beruft. _ ,

Abg. Dr. Meyer-Berlin (dfr.) hält eine kaustische Rede gegen Graf Kanitz und v. Kardorff, die unter Bezugnahme auf das v. Kardorff'fche gebrauchte Paletot-Beispiel mit den Worten schloß: Dank Kardorff, daß Du mich das Wort gelehrt!"

Abg. v. Kardorff (Rp.) erwidert, daß nach dem Verlauf der Debatte zu erwarten war, daß zuletzt der Witzbold sprechen werde.

Der Artikel 15 wird hierauf angenommen.

Bet Art. 24, welcher das Inkrafttreten der Verträge mit dem 1. Februar 1892 festsetzt, nimmt das Wort der Abg. Liebermann v. Sonnenberg (Antisemit), um gegen dieses zu frühe Inkraft­treten der Verträge zu protestiren, das ihn allein nöthtgm würde, gegen die Verträge zu stimmen.

Nachdem der Abg. Wisser (wildlib.) hierauf erwidert hatte, wurde der Rest des deutsch österreichischen Handelsvertrages genehmigt.

Auch die Viehseuchen-Convention zwischen Deutschland und Oesterreich wird ohne wesentliche Debatte genehmigt.

Es folgt der deutsch-italienische Handelsvertrag.

Abg. v. Kardorff (Rp.) fragt, ob die Einfuhr-Vergünstigung für gewisse Artikel, die heute für die österreichischen Häfen Fiume und Triest besteht, nach den Verträgen auch auf die italienischen Häfen ausgedehnt werden könnte.

Bundes-Commissar Geh. Rath Huber erwidert, daß sich diese Vergünstigung nur auf österreichische Häfen beziehe, auf italienische Hafen habe sie keine Anwendung gefunden.

Abg. Lutz (dcons.) spricht sein Bedauern aus, baß die Bter- einfuhr in Italien durch die dortige inländische Verbrauchsteuer sehr erschwert werde.

Geh. Rath Huber erwidert, daß an den inländischen Abgaben für Italien durch die Verträge nichts geändert werde, jedenfalls dürfen die deutschen Biere in Italien nicht höher belastet werden, als die dort einheimischen.

Abg. Frhr. v. Stauffenberg (dfr.) wünscht ebenfalls, daß für das Bier beffere Eingangsbedingungen in Italien geschaffen worden wären.

Abg. Dr. Orterer (Ctr.) schließt sich diesem Wunsche an; im Interesse gerade der heimischen kleineren Brauereien wäre eine Förderung der deutschen Bierausfuhr sehr erwünscht.

Der deutsch-italienische Handelsvertrag wird mit dem dazuvor- liegmden Tarif genehmigt.

Es folgt der deutsch-belgische Vertrag.

Abg. Frhr. v. Gültlingen (Rp.) gibt seinen Befürchtungen bezüglich der deutschen Kratzen-Fabnkation Ausdruck, die durch die Herabsetzung des jetzigen Zolles voraussichtlich großen Schaden durch belgische Einfuhr erleiden dürfte.

Geh. Rath Henle erwidert, daß für die Herabsetzung des Kratzenzolls durch andere gleichwerthige Concessionen die nöthtge Gegenleistung gewährt sei.

Der Rest des deutsch-belgischen Vertrags wird genehmigt.

Der Präsident theilt mit, daß nach einer soeben eingegangenen Nachricht dem Prinzen Friedrich Leopold ein Sohn geboren ist. Das Präsidium wird Sr. Majestät dem Kaiser die Wünsche des Hauses aus Anlaß dieses freudigen Ereignisses barbringen.

Ferner spricht der Präsident dem Abg. Dieben (Centr.), der heute seinen 81. Geburtstag feiert, die Glückwünsche des Präsidiums aus.

Der Präsident schlägt für die morgige Sitzung die Muster- fchutzconvention mit Oesterreich vor.

Abg. v. Kardorff (Rp.) beantragt mit Rücksicht auf den Wunsch der Regierung, die Vorlage noch vor Weihnachten erledigt zu sehen, die dritte Lesung der Handelsverträge auf die morgige Tagesordnung zu setzen.

Abg. v. Massow (dcons.) erklärt sich Namens derjenigen seiner politischen Freunde, welche Gegner der Vorlage sind, mit dem Anträge o. Kardorff einverstanden. (Beifall links.)

Der Antrag des Abg. v. Kardorff wird gegen die eine Stimme des Abg. Liebermann v. Sonnenberg angenommen.

Nächste Sitzung Freitag 10 Uhr: 3. Lesung der Handelsverträge. Schluß 2»/4 Uhr.

Berlin, 17. December. Der Reichscommissar für die Weltausstellung in Chicago, Geheimraih Wer­muth, bringt imReichsanzeiger" zur Kenntniß, daß die Anmeldungen zur Beschickung der Ausstellung ausnahmslos bei ihm eingereicht werden müssen, insoweit nicht für ein­zelne Bezirke oder Industriezweige die Organisation der Be­theiligung und die vorläufige Entgegennahme von Anmeldungen einer deutschen Centralstelle übertragen worden sei. Directe Anmeldungen in Chicago würden im günstigsten Falle an den Reichscommissar abgegeben und erst nach dem Zeitpunkte ihres Eingangs an denselben rangirt werden.

Prag, 17. December. Die altczechischen Blätter drücken sich entrüstet über die gestrige Rede des Jungczechen Gr egr aus und machen die Jungczechenpartei solidarisch für die für das Czechenvolk etwa daraus hervorgehenden schlimmen Folgen verantwortlich.

Newyork, 17. December. DemWrold" wird aus Washington telegraphirt, daß der Präsident beschloffen habe, von dem ihm auf Grund des Reziprozitätsartikels der Mac Kinley-Bill zustehenden Rechte Gebrauch zu machen und die Zölle auf Zucker, Kaffee, Thee und Melasse wieder zu erheben, die aus Ländern eingeführt würden, welche keine Reziprozitätsverträge mit der Union haben. Der Erlaß trete am 1. Januar 1892 in Kraft.

Deveschen desBureau Herold".

Berlin, 17. December. Nach derBerliner Börsen­zeitung" wird in Reichstagskreisen mit gutem Grunde an­genommen, Schweden und Norwegen strebe einen engeren Anschluß als bisher an das jetzige System der deutschen Handelspolitik an.

Berlin, 17. December. DieKreuzzeitung" meldet aus Luxemburg: Der Finanzminister erklärte in der Kammer, die Einnahmen Luxemburgs aus dem Zollverein würden infolge der neuen Handelsverträge voraussichtlich jährlich 200,000 Mk. weniger betragen.

Berlin, 18. December. DieNordd. Allgem. Ztg." erfährt von unterrichteter Seite, die Nachricht, daß der Kaiser im Frühjahre nach Bukarest reise, sei unbegründet.

Berlin, 18. December. Der Bundesrath hat das Trunksuchtsgesetz von der Tagesordnung der gestrigen Berathung abgesetzt.

Berlin, 18. December. Wie derBörsen Courier" meldet, sind im Abgeordnetenhause die Pläne zum gemein­samen Landtagsgebäude ausgelegt.

Berlin, 18. December. Nach einem Bericht derVoss. Zeitung" aus Sofia sprach Gras Hartenau der Sob- ranje seinen Dank aus für das Zeugniß ihrer Erkenntlichkeit.

Gollub (Westpreußen), 17. December. Aus ein Bitt­gesuch der Bäcker in Dobozyn gestattete der russische Finanzminister denselben wieder, Brod nach Preußen aus- zu führ en.

Wien, 18. December. Professor Billroth ist an der Influenza erkrankt. (Hofrath Nagel empfiehlt dagegen die Anwendung von Digitalis, den Genuß von Spirituosen Mein, Cognac, Arracj und eine Kampher-Jnjection.)

Paris, 18. December. Hier eingelaufene zuverlässige Berichte erklären die Schilderungen der chinesischen Aus­standsbewegung und der Fremdenverfolgung in China für übertrieb en.

Paris, 17. December. Es verlautet, die bereits mit den verschiedenen Mächten eingeleiteten Tarifverhand­lungen würden zum Ziele führen.

Dorpat, 18. December. Nachrichten aus Peters­burg melden, daß von 1892 ab die russische Sprache als Vortragssprache bei allen Facultäten der hiesigen Uni­versität gemäß Regierungsbeschlusses eingeführt wird. Die Demission der Mehrzahl der deutschen Professoren wird befürchtet.

London, 18. December. Der englische DampferPrince Soltykoff" ist an der französischen Küste untergegangen. 25 Mann sind ertrunken, der Capitän allein wurde gerettet.

Petersburg, 17. December. Die Londoner Blätter­meldung, der Kriegsminister habe alle General st ab s- chess nach Petersburg berufen behufs neuer Verkeilung der Streitkräfte wird als erfunden bezeichnet.

Locale» provinzielles.

Gießen, 18. December 1891.

Neues Theater.Schwere Zeiten", Lustspiel von Julius Rosen, welches gestern zur Aufführung gelangte, macht auf den Zuschauer einen so unbestimmten Eindruck, daß man sich zeitweise versucht fühlt, ein Trauerspiel, ein Schauspiel oder eine Posse zu sehen. Schon der Titel, welcher nicht das Stück, sondern den Artikel des Redacteurs Mohr bezeichnet, ist ein verfehlter, die Zeichnung des Re­dacteurs Mohr ebenfalls. Der Dichter läßt ihn dem im­pertinenten Ritter von Schwalbach gegenüber so bescheiden wie möglich auftreten. Vorher bezeichnet er die Presse als eine Großmacht, was sie ja auch heutzutage ist, und nachher läßt er den Herrn von Beggelbach, einen Vertreter derselben, in dem eigenen Redactionsbureau durch forsches Auftreten einschüchtern bezw. imponiren. Bezüglich des Jmponirens ist heute der Redacteur eines größeren Bogens oder, wie in diesem Falle, des ResidenzblattesLeuchte" immer am dransten", selbst Personen von hohem Namen und Stand gegenüber. Viel natürlicher ist der College Mohrs, der Re­dacteur Schill, gezeichnet. Vielleicht wäre einchanger les places in den Personen bei diesen beiden Rollen vortheil- haster gewesen, da sich Herr Peickner bei feinem tiefen Organ ein für alle Mal nicht für Rollen eignet, welche Enthusias­mus erfordern. Seine Stimme wird undeutlich, er überstürzt sich, muß zu Verlegenheitslauten seine Zuflucht nehmen, und kann noch so ein befähigter Schauspieler sein sein Spiel gefällt dann nicht. Die Regie erweist diesem Herrn durch Zutheilung derartiger Rollen durchaus keinen Gefallen. In dem Stück kommen, da es inhaltlich eher ein Salonstück ist, zuviel Unnatürlichkelten vor und so kann die Darstellung noch so gut gewesen sein, es zieht nicht. Wir enthalten uns daher einer ausführlichen Kritik der Darstellung und wollen versuchen, mit dem Gedanken an den Sonntag zur Aufführung gelangendenHamlet" (Hacker) dieschweren Zeiten" zu trösten.

Sitzung des Schwurgerichts bet Provinz Oberheffeu am 17. December 1891. Zur Verhandlung kam die Straf­sache gegen Johannes Theiß aus Weitershain wegen Urkundenfälschung. Die Anklage vertrat der Großh. Staatsanwalt Theobald, die Vertheidigung führte Rechts­anwalt Hirschhorn, als Geschworene wurden ausgeloost die Herren: Hermann Wißler, Johann Heinrich Block I., Andreas Keller, Georg Conrad Fritz, Ludwig Schadeck II., Rudolf Nüggeralt, Karl Ludwig Junker, Balthasar Schwalb, Anton a Romps VIII., Friedrich Wilhelm Wetz II., Paul Schäfer IV.

und Otto Ludwig Hein. Johannes Theiß ist angeklagt, daß er am 5. August 1891 zu Gießen in rechtswidriger Absicht und um sich einen Vermögensvortheil zu verschaffen, eine öffentliche Urkunde verfälscht und von derselben zum Zwecke einer Täuschung Gebrauch gemacht habe. Die heutige Verhandlung ergab folgenden Sachverhalt: Johannes Theiß, seit 2 Jahren als Knecht im Dienste des Müllers Frey in Lollar, brachte am 5. August 1891 eine Fuhre Mehl nach Gießen, darunter 20 Sack, die für den Bäcker Wilhelm Löber dahier bestimmt waren. Als octroipflichtiger Gegenstand war das Mehl beim Anlangen in der Stadt an der Octroierhebungsstätte an­zuzeigen und zu versteuern. Anstatt der thatsächlich ein- gebrachten 20*Sack Mehl zeigte Theiß an der Erhebungs­stätte am Wallthor nur 16 Sack an und versteuerte demgemäß auch nur die letztere Menge 26 Hectoliter zu 28 Pfennig mit 7 Mk. 28 Psg. Das für die 20 Sack zu entrichtende Octroi belief sich auf 9 Mk. 10 Psg. Heber die geleistete Zahlung stellte der den Dienst des Octroierhebers versehende Louis Roloff, welcher als stellvertretender Octroierheber im Jahre 1880 durch den Großherzogl. Bürgermeister in Gießen bestellt worden war, vorschriftsmäßig Quittung aus und be­händigte dieselbe dem Angeklagten. Dieser änderte die Quittung im Hause des Bäckers Löber in der Weise ab, daß er an Stelle von16 Sack 26 Hectoliter" und des gezahlten Betrages von7 Mark 28 Pfennige"20 Sack 32 Hecto­liter" und9 Mark 10 Pfennige" setzte und überreicht; darnach die so verfälschte Quittung dem Bäcker Löber oder einem von dessen Angehörigen und erhob von diesem den auf der Quittung verzeichne! en (verfälschten) Betrag von 9 Mk. 10 Psg., den auf diese Weise erzielten Gewinn von 1 Mk. 82 Psg. behielt Theiß für sich. Er gab die ihm zur Last gelegte, bei einer Revision durch den Octroi-Jnspector Jost entdeckte Fälschung unumwunden zu. Die Geschworenen erachteten ihn nur der Fälschung einer Privaturkunde für überführt und bejahten daher nur die dahingehende an sie gerichtete Hilsssrage, woraus der Gerichtshof den Angeklagten in eine Gesängnißstrafe von zwei Monaten abzüglich 12 Tage Untersuchungshaft verurtheilte. Hierauf wurden die Sitzungen des Schwurgerichts für dieses Quartal geschlossen.

Ernennungen. Ernannt wurden am 10. dss. Mts. die Finanzaccessisten Carl Feick zu Psordt, Johannes Gut­mann zu Darmstadt, Carl Jäger zu Gernsheim und Ferdinand Welcker zu Gießen zu Steuerassessoren.

- Betreffs der Herstellung der Nebenbahnen entnehmen wir derDarmst. Ztg." mit Bezug aus die Provinz Ober­hessen das Folgende: Grünberg-Londorf. Die Fertigstellung der Pläne und Anschläge ist in der ersten Hälfte des October erfolgt. Die Ausarbeitung der speciellen Projecte für die kleinen und größeren Bauwerke (es sind dies 23 Plattendurchlässe von 0,7 bis 1,0 Meter Weite, 7 ge­wölbte Durchlässe und Brücken, .4 Brücken mit eisernem lieber* bau, einige offene und Rohrdurchläffe) wird in den nächsten Tagen vollendet werden. Es erübrigt dann noch die Aus­arbeitung der Entwürfe für die Hochbauten der Bahnhöfe. Die Linie selbst hat bis 12,7 Kmtr. Länge mit einer größten Steigung von 1:80 conftruirt werden können. Sie erhält außer dem Anschlußbahnhos Grünberg Bahnhöse für die Orte Lumda, Geilshausen, Odenhausen,- Kesfelbach und Londorf, sowie einen Haltepunkt zwischen Grünberg und Lumda für den Ort Beltershain. Bei günstigem Ausfall der Grund­erwerbsverhandlungen wird mit dem Bau dieser Linie eben­falls im nächsten Frühjahre begonnen werden können. Lollar-Londorf. Die in Londorf anschließende Strecke nach Lollar (Länge 12,90 Kmtr.) ist durchweg nivellirt und ist sowohl die Ausnahme der Parzellen als auch die Ausnahme der Querprofile bereits wesentlich vorgeschritten. Das Längen­profil der Linie weist zur Erreichung des Lumdathales bei Allendorf ein Durchschnittsgefälle von 1:80 bis 1:75 auf, während die übrige Strecke mit Gefällen von 1:200 bis 1:100 sich bar ft eßt; die Staufenberger Chaussee in Lollar wird im Niveau überschritten und innerhalb des Bahnhofs Lollar die Einmündung in den passenden Schienenstrang ohne Schwierigkeit erreicht werden können. Friedberg- Hungen. Die Linie ist unter Beachtung der maßgebenden Höhen und sonstigen Verhältnisse im Entwurf ausgearbeitet, der Anschluß an die Geleise des Bahnhofs Hungen im All­gemeinen projectirt, und werden nunmehr die eingehenden Ausarbeitungen des gesummten rund 18,0 Kmtr. langen Bahnprojects folgen. Da eine Entscheidung über die Art

der Einmündung in den Bahnhof Friedberg, welche Frage mit der von der preußischen Verwaltung in Aussicht ge­nommenen Erweiterung dieses Bahnhofs zusammenhängt, noch aussteht, so ist die Theilstrecke Friedberg Beyenheim bisher nur zur Erlangung von Vergleichsplänen im Allgemeinen bearbeitet worden. Friedberg-Nidda. Von Beyen- heim ausgehend sind hier die tachymetrischen Aufnahmen in der Richtung nach Reichelsheim-Echzell-Grund-Schwalheim- Salzhausen bis zur Einmündung in die Oberhessische Bahn oberhalb Nidda beendet, nachdem die Abzweigung nach Ober­widdersheim gleichfalls im Allgemeinen bearbeitet war. Die Einmündungslinie bei Salzhausen ist verschiedentlich durch­gearbeitet und eine wesentlich abkürzende Linie, die bei dem Badeort Salzhausen eine günstige Bahnhofslage in der Nähe der Chaussee und des aufs Neue in Betrieb genommenen Braunkohlenbergwerks darbietet, ermittelt worden. Die Länge dieser Strecke wird annähernd 18^ Kmtr. betragen, ein* schließlicy der mit der Bahnlinie Hungen-Friedberg gemein­samen Strecke Friedberg-Beyenheim, die Steigungsverhältnisse werden 1:75 bis 70 nicht überschreiten und ist, wie bei den übrigen vorerwähnten Bahnen dieser Provinz, ein Minimal­radius von 300 Meter Länge den Projecten zu Grunde gelegt. Salzschlirf-Sch litz. Die Linie ist durchgearbeitet und, dem einen der beiden früher ausgestellten allgemeinen Projecte folgend, der Bahnhof Schlitz in der Nähe der Schlitz­brücke und der Chauffee angenommen. Die Steigungsverhält- niffe sind nur in nächster Nähe des Bahnhofs Salzschlirf ungünstig. Vom S<litzthal aus laßt sich jedoch der ettoa