Ausgabe 
19.12.1891
 
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11 Meter über der Thalsohle liegende Bahnhof mit einer Steigung von 1:65 bis 1:70 bei einer Maximal Damm­höhe von 9 Meter erreichen. Die zweite Anschlußmöglichkeit mittelst nordwestlicher Ueberschreitung des Lauterbachthals in einer 200-Meter-Curve und Anschnitt des gegenüberliegenden (nördlichen) Bergrückens wurde gleichfalls bearbeitet. Die sehr erheblichen Feldeinschnittsmassen und deren Abtrags­kosten erscheinen indessen den Bortheilen dieser Linie gegen­über überwiegend. Zur Zeit werden die Querprofile der vorläufig abgesteckten Linie in größerer Ausdehnung aus­genommen. Lauterbach-Gedern. Die Vorarbeiten zur Vogelsbergbahn sind seit einigen Wochen von Lauterbach auS in Angriff genommen, es ist dem Thale folgend eine Operationslinie ermittelt und werden die verschiedenen Mög­lichkeiten für die dem Verhältnisse der Ortschaften und den Bodenverhältnissen anzupassende Gestaltung der Linie bis hinauf nach Mösberts näher untersucht.

Der ausführliche Bericht über die Berliner Vor­versammlung der Comenius'Gesellschaft ist soeben zur Ver­sendung gelangt. Außer den schon früher bekannt gewordenen Thatsachen bestätigt er die Wahrnehmung, daß nicht nur die gejammte Lehrerwelt, sondern die öffentliche Meinung über­haupt dem Unternehmen eine günstige Stimmung entgegen­gebracht hat. Die Gesellschaft, welcher binnen weniger Monate mehr als 600 Personen beigetreten sind, zählt unter ihren Mitgliedern Vertreter der obersten Schulbehörden fast aller Staaten Europas- auch viele Städte, an welche sich Comenius- Erinnerungen knüpfen, wie Amsterdam, Danzig, Prag, Elbing, Lissa, Fulnek und Prerau in Mähren, sind beigetreten und haben Geldbeiträge in Aussicht gestellt oder geleistet. Die Gesellschaft wird zunächst ihr Augenmerk der wirksamen För­derung des bevorstehenden Comenius-Jubiläums im Jahre 1892 zuwenden. Unter den Maßregeln, welche in Vor­bereitung sind, mögen hier die Herausgabe und Verbreitung eines Comenius - Almanachs und die Veranstaltung einer Eomenius-Ausstellung, bte in Berlin stattfinden soll, erwähnt werden.

Mainz, 17. December. Der gestern von dem hiesigen Schwurgericht zum Tode verurtheilte Schuhmacher Eschbach von Fürfeld, welcher bis zum Schluß der Ver­handlung hartnäckig jede Theilnahme an dem ihm zur Last gelegten Verbrechen leugnete, hat inzwischen ein umfassendes Geständniß abgelegt. Eschbach hat mit allen Einzelheiten zugegeben, den Feldschützen M. Mels, gegen den er schon lange einen Groll gehegt, erschossen zu haben. Wegen Todtschlagsversuch stand heute der 19jährige Hausbursche Wilhelm Eisenhauer von Waldmichelbach vor den Geschworenen. Derselbe wurde freigesprochen.

Mainz, 17. December. Ein interessanter Depot­prozeß liegt gegenwärtig der Civilkammer des hiesigen Landgerichts zur Entscheidung vor. Ein Bankier von hier stand mit einer größeren, inzwischen in Concurs geratenen Bankfirma in Geschäftsverbindung und gab derselben zum Zwecke von Börsengeschäften ein größeres Depot. Nach Ein­tritt des Falliments der Bankfirma glaubte ein zugezogener Sachverständiger in den Büchern eine Schuld des hiesigen Bankiers zu Gunsten der falliren Firma zu finden und ver­kaufte in Folge dieses Gutachtens der Concursverwalter das Depot. Da nun von dem hiesigen Bankier entgegen der Annahme des Sachverständigen behauptet wurde, ein Gut­haben von 95,000 Mk. bei der falliten Firma zu haben und der Betrag bei der Concursmasse eingeklagt worden ist, so ist nunmehr die richterliche Entscheidung angerufen, wer den durch die Veräußerung des Depots entstandenen Verlust zu tragen hat, der Concursverwalter oder der Sachverständige, der durch sein Gutachten den ersteren zum Verkaufe des

hinterlegten Depots veranlaßt. Die Generalversammlung der Mainzer Actienbierb rauer ei beschloß heute, aus dem diesjährigen Reingewinn eine Dividende von 8 pCt. zur Vertheilung zu bringen.

vermischtes

* Berlin, 17. December. Im benachbarten Weißensee ist heute Morgen die Leiche eines neunjährigen Mädchens, der Tochter eines Akrobaten, erhängt an einem Baume vor­gefunden worden. Es scheint ein Lustmord vorzuliegeu.

* Große Gesellschaft in einem angesehenen Hanse. Einer der geladenen Herren liegt in einer Ecke und gähnt.Sie langweilen sich wohl, mein Herr?" fragte ihn ein Nachbar. Ja, entsetzlich. Und Sie?"Ich langweile mich auch gräßlich!"Wie wärs also, wenn wir uns aus dem Staub machten?"Ich kann leider nicht, ich bin ja der Herr vom Hause!"

* Sonderbare Begründung. Gast:Herr Wirth, das Beefsteak riecht, das ist schlecht." Wirth:Das ist kein Beweis, mein Herr, eine Rose riecht auch und ist deßwegen durchaus nicht schlecht!"

Schiffsnachrichten.

Hamburg, 15.December. sHamburg-AmerikanischePacketfahrt- Actieu-Gesellschaft.j Das Hamburg - Newyorker Post - Dampfschiff Dania", Capitän Kühlemein, ist am 15. December, 10 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angekomMen.

Verkehr, Land« uttö volkswirthschaft.

Nach 'den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller belief sich die Roheisenprodrrctiorr des Deutschen Reiches (einschließlich Luxemburgs) im Monat November 1891 auf 376 279 Tonnen, darunter Puddelroheisen und Spiegcleisen 138147 Tonnen, Bessemerroheisen 29 935 Tonnen, Thomasroheisei: 153 295 Tonnen und Gießereiroheisen 54 902 Tonnen. Die Production im November 1890 betrug 361 384 Tonnen, im October 1891 392 166 Tonnen. Vom 1. Januar bis 30. November 1891 wurden producirt 4 064103 Tonnen gegen 4 200 465 Tonnen im gleichen Zeiträume des Vorjahres.

Wohl jede Hausfrau hat den berechtigten Wunsch, während des Festes so wenig häusliche Arbeiten wie irgend möglich zu haben und dennoch die Tafel mit den wohlschmeckendsten Gerichten zu zieren. Zur Erleichterung dieser Bestrebungen gestatten wir uns den geehrten Hausfrauen den Rath zu ertheilen, mit dem Backen der Mondamin« Sandtorten schon jetzt zu beginnen; denn es ist eine Thatsache, daß Mondamin-Sandtorten, welche acht Tage vor dem Gebrauch gebacken und in Blechdosen aufbewahrt werden, in Feinheit des Geschmacks bedeutend gewinnen. Mondamin-Sandtorten sind in vielen Familien zu einem ganz unentbehrlichen Gebäck geworden, und daß dies mit Recht der Fall ist, beweist die abermalige Prä- miirung mit der »Goldenen Medaille", welche die Herren Brown & Polson (Fabrikanten des Mondamin) auf der Kochkunst-Ausstellung in Hannover im vorigen Monat erhalten haben. Allerdings galt diese Prämiirung nicht allein den Sandtorten aus Mondamin, son­dern auch der allgemeinen Verwendbarkeit und Vorzüglichkeit dieses Artikels. Die Puddings, Flammries und sonstigen Speisen, welche mit Mondamin hergestellt werden können, wie auch dessen Vortreff- lichkeit mit Milch gekocht, als ein Nahrungsmittel für Kinder und Kranke sind wohl bekannt, verdienen jedoch nock besser be­kannt zu werden. Für heut genügt es, nochmals auf die Mondamin- Sandtorten hinzuweisen, da diese während der Weihnachts-Saison besonders am Platze find. Alles weitere über Mondamin beliebe man aus dem Annoncentheil unseres Blattes zu ersehen.

Citeratur und Runft.

Die WeihnachtSnrrwmer deS Daheim liegt vor uns in der besonders festlichen Gestalt, in der das allb.währte Familienblan alljährlich zum Cbristfest erscheint. Dieselbe ist auch außerhalb des Abonnements durch jede Buchhandlung zum Preise von 50 Pfennig zu beziehen und bildet solche seit Jahren ein beliebtes Festgeschenk.

Das Publikum ist durch die Auswahl von Kalendern und Notizbüchern, welche ihm gegen Schluß jeden Jahres als Geschenk auf den Schreibtisch und Geschäftspult gelegt werden, eigentlich schon recht verwöhnt. Was aber, «und namentlich der Geschäftsmann, jetzt Niemand mehr missen möchte, das sind jene eleganten Zeitungscataloge mit Notizkalender, welche sich als practische Hand- und Nachschlage­bücher beinahe in jedem Geschäft und Haushalt eingebürgert haben und das ganze Jahr durckgeführt werden. Reichhaltiger und geschmack­voller als jemals hat nun dieses Jahr die Firma Haasenstein & Vogler A.-G., die älteste Annoncen-Exoedition Deutschlands, ihren soeben erschienenen ^Rotizkalender und AeitungScatatog für das Jahr 1892* ausgrsiattel. Der Einband in noch schöner ge­schmückt als früher, als neue Beilage ist eine sorgfältig ausgeführte Eismbabnkarte von Mittel-Europa in Buntdruck angefügt und ein riesiger Bleistift vervollständigt das schmucke Aeußere, dem ein mannig­fach vermehrter Inhalt entspricht.

Allgemeiner Tischler-Kalender für Bau- und Möbel­tischler für das Jahr 1892. In einem stattlichen Bande liegt dieser im Verlage von I. Harrwitz Nachfolger in Berlin, Lindenstr. 43, erschienene Fachkalender für Tischler vor uns und zeichnet sich vor- theiihaft durch seinen gediegenen Inhalt aus. In den verschieden­artigsten Tabellen wird dem Fachmanne Gelegenheit geboten, sich über den ArtikelHolz" zu orienttren. Ganz besonderes Interesse wird eine Aufstellung der Preise für die hauptsächlichsten Tischler- (Bau und Möbel) Artikel aus verschied men Slädten Deutschlands erwecken, die für jeden Tischler von bohem Werth sind. Der Preis für ein Exemplar stellt sich nur nur 1.50 Mk. und ist der Kalender durch obengenannte Firma zu beziehen.

StahelS altbewährter Schreibkaleuder, zugleich HarrShalirrngSbirch und Terminkalender. Die Firma Stahel tn Würzburg gibt seit 90 Jahren ein stets auf der Höhe der neuesten Anforderungen gehaltenes, wirklich practisches Buch in 4" heraus, welches wegen seiner vortheilhaften Einiheilung ebenso beliebt bei Hausfrauen ist, als es gerne von Kanzleien, Gerichlsstellen, Advokaten, No'aren und Geschäftsinhabern als Terminkalender benutzt wird. Mit vielen Beilagen kostet es wie bisher gebunden nur 1 Mk. (Die mit Papier durchschossene Ausgabe 1 60 Mk.)

kirchliche Anzeige« der Stadt Gietzen.

Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst

4. Advent, Sonntag den 20. December:

Vormittags 9Vi Uhr: Pfarrer Schlosser.

Nachmittags S'/r Uhr: Pfarrer Dr. Naumann; zugleich Christbescheerung der Kleinkinder-Bewahranftalt. Die in die Opferbüchsen einzulegenden Gaben sind für die Kleinkinder- Bewahranstalt bestimmt.

Kinderkirche Vormittags 11 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Am 1. Christfeiertag wird nach den Gottesdiensten eine Collecte erhoben für die Kleinkind er-Bewahr anstatt; am 2. Christfeiertag desgleichen für bte Armen der Gemeinde.

Psarrge* chäste in der Woche oom 20. bis 26. December besorgt Pfarrer Schlosser.

Katholische Gemeinde.

4. Advents-Sonntag, 20, December:

Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um V28 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.

Sonntag: Morgens von 8/46 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6 Uhr Frühmesse; um '/,8 Uhr Militärgottesdienst mit Predigt; um 8/<10 Ubr Hochamt. Nachmittags um 2 Uhr sacra- mentalische Bruderschaftsandacht.

Abends um Va6 Uhr findet in dem großen Saale von Lorrys Bierkeller unsere diesjährige Christbescheerung für arme Kinder statt, wozu hiermit die ganze Gemeinde freundlichst eingeladen wird.

Briefkasten.

Welcher unserer Leser kann die nachstehenden, von einem Abonnenten gestellten Fragen beantworten: 1) welches System der Stenographie halten Sie für das beste? 2) wo kann man ein Lehr­buch des Roller'schen Systems beziehen? 3) wie hoch stellt sich der Preis desselben?

direkt auS der Fabrik also auS erster Hand von von Elten & Keussen, Crefeld, in jedem Maaß zu beziehen. Man verlange Muster mit Angabe des Gewünschten.

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i Dornholzhausen 51. ©bergens 298, Gr.-Rechtenbach 43, Hochelheim 65, Hörnsheim 34, Lützellinden 358, Münchholzhausen 170, Niederkleen 106, Oberkleen 112, Reiskirchen 32, Vollnkirchen 68, Volpertshausen 103 und Weidenhausen 19 cbm

soll auf schriftliche Forderungen, die bis 30. d. M., Vorrn. 11 Uhr, eingereicht sein muffen, vergeben werden. [11056

Neue Bedingungen hier einzusehen. Groß-Rechtenbach, 16. Dec. 1891. Das Bürgermeister-Amt.

empfiehlt sein Lager in

fst- reingehaitenen Weinen, Punsch - Essenzen, sowie allen sonstigen Colonialwaaren.

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Gießen, den 18. December 1891.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth._____14069

Die Anlieferung und das Cin- decken des Kleinschlags zur Unter­haltung der Wege in 1892 und

öffentlichen Kenntniß, daß die neue. Schule sammt Zubehör

Samstag den 19. d. Mts., von 1 bis 4 Uhr, und

Sonntag den 20. d. Mts., von 9 bis 4 Uhr, der allgemeinen Besichtigung (jedoch mit ausschließlichem Zugang von der Wetzsteingasse aus) geöffnet sein wird.

Gießen, den 17. December 1891.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth.

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Des beschränkten Raumes wegen ist es nicht möglich, zu dieser Feier weilergehende Einladungen zu erlassen, dagegen bringen wir hierdurch zur nffoMtGrhort 6>onr:trti6 hrtü hlP ttPllP. Schule sammt Zubehör

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