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19.4.1891 Erstes Blatt
 
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Berlin, 17. April. Der Ausschuß des deutschen Handelstages nahm eine Resolution an, worin er für Vereinsachung und Ermäßigung der Personentarife eintritt, jedoch vhne Aufhebung der vierten Klasse. Bezüglich des deutsch-österreichischen Handelsvertrags sprach sich der Aus­schuß sehr befriedigt darüber aus, daß durch die Verhand­lungen Aussicht darauf eröffnet sei, daß aus dem Wege der Verträge größere Stabilität in der Handels- und Zollpolitik verschiedener Länder angebahnt werde.

Berlin, 17. April. DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" führt in einem Schlußartikel überWirthschaftliche Uebertreibungen" aus, die Behauptung, die Landwirthschast werde allein die Kosten tragen, wenn eine Ermäßigung der Agrarzölle gegen die Verminderung österreichischer Jndustrie- zölle einträte, sei umsomehr eine Uebertreibung, als die heutige Höhe der Jndustriezölle Oesterreichs in einem direeten Causalzusammenhang mit der 1887 erfolgten Erhöhung der deutschen Getreidezölle stehe. Außerdem nehme die Land­wirthschast an den Vortheilen des Handelsvertrages durch die für den Export arbeitenden landwirthschaftlichen Nebengewerbe Theil. Das Beispiel Frankreichs mit dem Maximal- und Minimaltaris sei nicht verlockend, da der letztere von allen Staaten als wirthschaftliche Kriegserklärung aufgesaßt sei. Eine derartige Uebertreibung des Schutzzolles sei der sicherste Weg, das Prineip des Schutzes der nationalen Arbeit zu disereditiren und zu ruiniren.

Berlin, 17. April. Die Gewerbe st euer-Corn- Mission des Herrenhauses nahm die ganze Gewerbesteuer- Vorlage unverändert in der Fassung des Abgeordneten­hauses an.

Berlin, 17. April. Die Budget-Commission des Abgeordnetenhauses nahm heute den § 1 der Seeundärbahn- Vorlage an und bewilligte 36,008,000 Mk. zur Herstellung von Eisenbahnen und Beschaffung der Betriebsmittel.

DieNorddeusche Allgemeine Zeitung" reprodueirt heute die Meldung der Zeitungen, daß die Berufung des Staatsministers von Puttkamer als Oberpräsident von Pommern in Aussicht genommen sei.

Reichstagspräsident von Levetzow soll nach Meldung einiger Blätter nicht unerheblich erkrankt sein.

Der frühere Hofprediger Stöcker soll auf seiner Reise von einem normal verlaufenden Malarialeiden betroffen fein.

Berlin, 17. April. DerReichsanzeiger" kommt aus die Reichstagssitzung vom 3. Februar zurück, worin die Aus­lieferung des von Leipzig aus verfolgten, von der argen­tinischen Regierung verhafteten, aber wieder sreigelassenen Bankdirektors Winkelmann zur Sprache kam. Er theilt mit, die argentinischen Justizbehörden hätten dem von deutscher Seite erneuerten Auslieferungs-Anträge keine Folge gegeben, die argentinische Regierung aber, da sie die Auf­fassung ihrer Justizbehörden nicht theile, habe, um Berufung dagegen einzulegen, am 11. Februar einen Staatsanwalt ad hoc bestellt. Es sei zu hoffen, daß eS dem ernsten Bemühen der argentinischen Regierung gelingen werde, eine befriedi­gende Lösung herbeizuführen.

Kiel, 17. April. Der Chef des Uebungsgeschwaders Schröder ist unter Beförderung zum Vieeadmiral zum Chef der Marinestation der Nordsee ernannt worden.

Bochum, 17. April. Eine heute abgehaltene, 800 Mann starke Versammlung der Belegschaft der SchächteEintracht" undTiefbau" beschloß die Fortsetzung des Strikes.

Hamburg, 17. April. FürstBiömarck empfing gestern die Abordnnng des Central-Verbandes deutscher Industrieller zur Ueberreichung der Ehrengabe, eines silbernen Taselserviees und des Kaufbriefs einer Landparzelle bei Friedrichsruh. Nach derKöln. Ztg."sah der Fürst außerordentlich wohl aus und war in bester Stimmung". Ge­heimrath Schwartzkopff überreichte die bereits beim Besuch im vorigen Jahre verlesene Adresse, welche mittlerweile von Künstlerhand aus's Herrlichste ausgestattet worden. Er drückte hierbei in einer kurzen und herzlichen Ansprache dem Fürsten nochmals den wärmsten Dank aus für alles das, was der Fürst für das Wohl des gesammlen Vaterlandes und im Be­sonderen für die Industrie gethan habe. Er fügte hinzu, daß es den letzteren eine Freude gewesen, dem Fürsten auch ein sichtbares Zeichen ihrer Dankbarkeit in Form einer Ehren­gabe überreichen zu dürfen. Der Fürst ergriff zu einer längeren Erwiderung das Wort. Daß er heute so hervor­ragende Vertreter der Industrie in seinem Hause begrüßen dürfe, sei eine weitere Freude für ihn. Er habe es stets als die schönste und erste Ausgabe seines Lebens betrachtet, t für die Befruchtung der heimischen Arbeit zu sorgen; leider aber sei er bis zu den 70er Jahren durch andere Verbältnisse und Ausgaben so sehr in Anspruch genommen gewesen, daß ihm eine speeielle Beschäftigung mit den wirthschastlichen Verhält­nissen nicht möglich gewesen sei. Er ging sodann auf eine Darlegung einer späteren Thätigkeit aus wirthschaftlichem Ge­biete im Einzelnen über und betonte besonders die Noth- wendigkeit einer ruhigen Fortentwickelung der wirthschastlichen Verhältnisse, aus die eine Ueberhastung in der Gesetzgebung nur schwer schädigend wirken könne. Sein Interesse an dem Gesammtwohl des Vaterlandes sei auch nach seinem Austritt au3 dem Amte nicht geringer geworden - er halte es deßhalb für seine Pflicht und nicht weniger für sein Recht, überall da seine Stimme zu erheben, wo er nach seinem besten Wissen und Gewissen das Wohl des Vaterlandes bedroht glaube. Der Fürst lud dann die Abordnung ein, mit ihm im Kreise seiner Familie ein Frühstück einzunehmen. Dasselbe verlies in fröhlichster Stimmung. Der Fürst plauderte in heiterer Unterhaltung und entzückte alle Theilnehmer durch feinen vor­trefflichen Humor."

Wien, 17. April. Ein Berliner Brief derPolitischen Correspondenz" bestätigt, daß nach dem demnächstigen Perfeet- werden des deutsch-österreichischen Handels-Ver- rags Verhandlungen mit anderen Ländern beginnen und idaß eventuell diese Verträge mit dem deutsch-österreichischen Vertrage zusammenhängen werden, ohne daß der letztere vom Zustandekommen jener Verträge abhängig fei. Dies gelte

namentlich bezüglich der Schweiz und Serbiens. Betreffs der noch sernliegenden Verhandlungen mit Rumänien würden die Erfahrungen mit dem autonomen rumänischen Taris ab­gewartet. Belgien seinerseits warte die Beschlüsse des fran­zösischen Parlaments ab und werde sich im eigenen Interesse wahrscheinlich der mitteleuropäischen Handelspolitik anschließen müssen.

Marseille, 17. April. Eine Versammlung gegen den Schutzzoll, an der etwa 1000 Personen Theil nahmen, nahm gestern Abend eine Tagesordnung an, wonach die Re­gierung ersucht wird, bei der Berathuug in der Kammer gegen die Schutzzölle sich auszusprechen. Die Marseiller Ab­geordneten werden ausgefordert, zu demissioniren, falls das Parlament die Schutzzölle annimmt.

Grasse, 17. April. Die Königin Victoria wohnte heute auf der Hochebene bei Grasse dem Manöver des Bataillons der Alpenjäger bei, welches mit Gepäck und Maul» thieren ausgerückt war. Die Königin sprach sich sehr befrie­digt über die Hebung aus.

London, 17. April. Im Unterhause wurde heute nach zweitägiger Debatte der von der Regierung bekämpfte Antrag Morlei zum ersten Paragraphen der irischen Boden- ankaufbill verworfen, wonach zu den Pachtgüterankäufen keine Vorschüsse ohne Zustimmung der Grasschaftsräthe zu bewilligen seien. Letztere wären durch Gesetz in der nächsten Session einzusühren.

Bukarest, 17. April. Das Executiveomito der Regierungs­partei veröffentlicht ein Wahlmanifest, worin gesagt wird, die vornehmste Ausgabe Rumäniens sei, ein Element der Ruhe und des Friedens zu bilden. Weil der Friede unerläßlich für die Festigung des rumänischen Staates und weil die gemeinsame Gesinnung der Großmächte friedlich fei, müsse Rumänien den Frieden benützen zur Befestigung und Fortentwickelung der moralischen und materiellen Kräfte des Landes. In wirthfchaftlicher Beziehung werde die Partei dahin trachten, der Landwirthschast die weitesten Absatzgebiete zu verschaffen. Die Armee betreffend, sei die Gleichstellung derselben mit den modernen europäischen Armeen und die Beendigung der Vertheidigungsarbeiten des Landes an­zustreben.

Belgrad, 17. April. Exkönig Milan reist heute Nacht ab. Von competenter Seite verlautet, die Regierung be­absichtige vorläufig keinerlei osficiellen Schritte behufs der Abreise Nataliens zu unternehmen. Die Hoffnung auf gütliche Beilegung der Schwierigkeiten sei noch nicht aus- gegeben.

Belgrad, 17. April. Unter der Führung des ehemaligen Kriegsministers Gr nie reisen 26 zum Dienst in der russi­schen Armee bestimmte serbi sch e Offiziere am 18. April nach Petersburg.

Newyork, 17. April. Präsident Harrison stimmte zu, während seines Aufenthalts in El Paso (Texas) mit dem Präsidenten von Mexiko, Diaz- zusammentreffen zu wollen.

San Franzisco, 18. April. Der von Sidney eingetroffene DampferMonovai" berichtet, daß das englische Schiff Sanct Katharina" an der Küste der Karolineninsel Schiffbruch erlitt. 90 Personen sind hierbei ertrunken.

Locale» «nd provinzielles.

Gießen, 18. April.

ImStein'schen Saal" wird am nächsten Mittwoch der Electrotechniker Mr. W. H. Berner vom Edison house London einen wissenschaftlichen Expcrimental- Vortrag abhalten und Edisons neuesten Phonograph de- monftriren. DerWestfälische Merkur" schreibt darüber: Wer das geniale Werk Mr. Edisons noch nicht gesehen refp. gehört hat, möge sich jetzt die Gelegenheit nutzbar machen - ein Besuch ist nämlich sehr lehrreich und auch äußerst inter­essant. Von weiteren Worten des Lobes kann man hier wohl absehen, da hier in des Wortes vollster Bedeutung das Sprüchwort zur Geltung kommt:Das Werk lobt den Meister".

Wir machen hiermit auf den nächsten Montag in der Aula der Universität stattfindenden letzten Vortrag des Fräulein Nathalie Köhler aufmerksam.

Ernennungen. Ernannt wurden: am 14. April 1) der Gerichtsvollzieher-Aspirant Heinrich Adolph aus Sichenhausen zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Alsfeld, 2) der Gerichtsvollzieher-Aspirant Johannes Meyer aus Büdingen zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Hirschhorn, 3) der Gerichtsvollzieher-Aspirant Karl Geißler in Seligenstadt zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze da­selbst, sämmtlich mit Wirkung vom 20. April 1891 an.

Daß der Verkehr auf den Oberhesfischen Eisenbahnen in stetiger Steigerung begriffen ist, ergibt sich ans folgenden Vergleichungen der Jahresergebnisse: Die Anzahl der beför­derten Personen betrug in 1871 356,464 mit 288,093 Mk. Einnahme und steigerte sich bis zum Jahre 188990 an 702,535 Personen und 493,644 Mk. Einnahme. An Gütern waren 1871 befördert worden 93,670 Tonnen mit 232,286 Mk. Einnahme, 188990 betrug die Güterförderung 321,258 Tonnen mit 616,699 Mk. Einnahme, ebenso ist die Beför­derung von Vieh von 1540 Tonnen mit 14,620 Mk. Ein­nahme auf 11,874 Tonnen, bezw. 49,217 M. Einnahme gestiegen. Der Güterverkehr umfaßte im letzten Jahre haupt­sächlich Steine, Sand, Kies :c. mit 52,034 Tonnen, Eisen­stein 44,554 Tonnen, Brennholz und Holzkohlen 35,226 Tonnen, Steinkohlen und Coakes 29,865 Tonnen, Braun­kohlen und Briketts 27,869 Tonnen, Bau-, Werk- und Nutz­holz 22,264 Tonnen, Getreide 18,625 Tonnen, Feld-, Garten- und Walderzeugniffe (exel. Getreide und Kartoffeln) 17,517 Tonnenc. rc.

= Hopfgarten, 17. April. Das drei Jahre alte einzige Söhnchen der Johannes Bier'schen Eheleute geriet!) dieser Tage in das durch das gegenwärtige Regenwetter arg an- geschwollene Bächlein des Ortes, wurde in den Canal ge­schwemmt und hieraus nach vieler Mühe tobt hervorgezogen. Das arme Kind hatte mit einem gleichalterigen Kameraden am Bache gespielt und erst durch dessen Aussage an seine Mutter ersuhr man die traurige Thatsache.

Kleine Mitlheilungen ans dem Großherzogthum Hessen. In Alt he im hatte ein dem Ortsvorstande angehöriger Ein wohner sechs große Säcke mit Bettfedern in dieMärzen- lnft" gehängt, dieselben aber vergessen, in der Nacht vom 31. März auf den 1. April wieder hineinzuthun, und zwar zu seinem Schaden, denn dieselben waren des Morgens ver­schwunden. Jedenfalls hatten die bis jetzt noch nicht er­mittelten Diebe gedacht, die Aprilluft möge den Federn, die doch bloß der Märzenluft ausgesetzt worden waren, nicht dienlich sein, und haben dieselben deshalb schleunigst einge­heimst. In Darmstadt erschoß sich am Diontag Nacht ein Bedienter. An demselben Tage machte in Gins­heim ein Einwohner seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Die Schweinemetzger in Darmstadt wollen in den nächsten Tagen einen Abschlag des Schweinefleischpreises ein­treten lassen. In Mainz haben 41 Bierbrauer der Rheinischen Bierbrauerei Weisenau die Arbeit eingestellt. Sic verlangen eine 6ftünbige Arbeitszeit an Sonntagen ev. 50 Pfg. Vergütung für jede weitere Stunde. In Offenbach haben eine Reihe von Colonialwaarengeschästen beschlossen, an Sonn- und Feiertagen vom 19. April bis Ende Sep­tember 1. I. von 2 Uhr ab ihre Verkaufsstellen zu schließen, die Kundschaft wird daher ersucht, ihren Bedarf an den be­treffenden Tagen rechtzeitig decken zu wollen. In Darm­stadt stürzte am Mittwoch früh in der Brauerei Wiener der Taglöhner Späth in einen Schacht und blieb auf der Stelle tobt. Denselben trifft die alleinige Schuld, da er trotz Warnungstafeln und Vorsichtsmaßregeln, über das Deck­brett des Schachtes lief. Der Verunglückte war 43 Jahre alt und verheiratet. Während des Ersatzgeschäftes ging es wie überall, so auch in Langen lebhaft zu. Dort soll einer der Rekruten sogar seiner Freude auf eine ungewöhn­liche Weise Ausdruck zu geben gewußt haben, indem er mit gleichen Füßen in eine gefüllte Dunggrube gehüpft fein soll. Nach diesem Vergnügen soll er nicht gerade wohlriechenden Dust verbreitet haben. Vergangene Woche wurde in Lorsch ein nichtswürdiger Bubenstreich verübt, indem eine muthwillige Hand das Männchen von tun Storchenpaare auf dem Rathhaufe wegfchoß. Ein junger Bursche, der sich bei der am Montag stattgefundenen Aushebung der Re- eruten aus L o r f ck) befand, hat feinen Vater, wie demL. A." mitgetheilt wird, mit einem Messer bedroht, weil er ihm den Geldbeutel nicht mit einigen Zwanzigmarkstücken füllte.

Zur Feier der Eröffnung der Wirlhschast im Clubhanse auf dem tzohenrodskops am 20. April 1891.

Du Haus aus dem Berge am Waldesrand Mit dem Ausblick so herrlich ins Hesfenland, Du Schenke, zwar klein, aber wohltch und schön, An Dir kann wohl Niemand vorübergehn.

Dich schmücket kein Schild, das den Wandrer belehrt Wo der Müde, der Durstige freudig einkehrt, Und dennoch geht Keiner vorüber an Dir, Man ahnt den Zweck, dem Du dienest allhier.

Wer müde und hungrig, vom Durste geplagt, Hierher kommt, dem fei es zunächst gleich gesagt: Beim Wirthe im Clubhaus stets findest Du Ruh, Erfrischenden Trunk auch und Speisung dazu.

Und wenn Du gestärket, gesättiget bist,

Kommt rasch Dir, ich weiß das, ein ander Gelüst, Es zieht Dich zum Fenster, dort wirst Du erscharm Diel Thäler, viel Berge und Burgm und Au'n.

Wie freut das das Herze und schwellet die Brust, Du weidest das Auge voll seliger Lust

Und lobest mit Jauchzen den Meister der Welt, Der die Berge erschaffen, die Fluren und Feld.

Und kommt nun das Scheiden und gehst Du hinaus. Dann denkst Du, ich weiß es, im Sinne Dir aus: Ich steige bald wieder zum Berge hinan Und klopfe beim Gastwirth im Clubhaufe an.

Da lebt fichs so herrlich, da ist es so schön, Leb wohl drum, mein Clubhaus, auf Wiedersehn! Dein Lob hat bis heute noch Niemand besungen, Vielleicht ist's dem Dichter mit diesem gelungen.

Aus der Section Herbstein.

HnitxrfltäU < Nachrichten.

Der bekannte Historiker Ferdinand Gregorooius in München ist bedenklich erkrankt.

Gutem Vernehmen nach hat der jüngst verstorbene königl. bayer. Hofrath Dr. Gätschenberger, langjähriger Brunnenarzt in Bad Kisstngen (ein geborener Würzburger), einen großen Theil seines sehr beträchtlichen Vermögens zu gemeinnützigen Zwecken letztwilltg bestimmt. Das Hauptlegat mit 80000.* ist der Universität Würz­burg zugewtesen zum Zweck der Errichtung eines eigenen Lehrstuhls für Balneologie (Bäderkunde) und eines balneologtschen Instituts.

Der bisherige Prioaldocent an der Universität zu Bonn, Prof. Dr. Neinhold v. Lilienthal, z. Zt. in Santiago, ist zum außerordentlichen Professor in der philosophischen Facultät der Akademie m Münster i. W. ernannt worden.

Lingesattdt.

Die Handarbeiten-Ausstellung der Frau Reallehrer Dietz (Grünbergerstraße) zu besehen, muß als ein wahrer Kunst­genuß bezeichnet werden, und möchten diejenigen Damen, welche sich für wirklich schöne derartige Arbeiten interessiren, nicht versäumen, diese Ausstellung zu besuchen. Sämmtliche Arbeiten sind in Zeich­nung, Farbe und Technik vorzüglich ausgeführt- die hierorts noch so wenig bekannten Rahmenknüpf- und Knüpfmacramä-Arbeiten zeugen von großer Fertigkeit der Ausstellerin; die wundervollen Stoffblumen überragen weitaus an Feinheit der Farbe und Form, sowie an Naturtreue alle Papier- und ähnliche künstliche Blumen. Die Stickereien sind so reizend und die Emaillemalereien so nett, daß man nicht müde wird, sie zu sehen. Kein Wunder, daß der Besuch der Ausstellung fortwährend ein recht zahlreicher ist!