Locale» «nd provinzielle».
Gießen, 18. März.
— Seine Königliche Hoheit der Grobherzog haben Aüer- gnädigst geruht: Am 11. März den außerordentlichen Professor bei der evangelisch-theologischen Facultät der Landes- Universität, Lic. Dr. Gustav Kruger, zum ordentlichen Professor in dieser Facultät mit Wirkung vom 1. April d. I. an z» ernennen, an demselben Tage den ordentlichen Professor in der evangelisch-theologischen Facultät Dr. Karl Muller aus | sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. April ds. Js. an aus dem Dienste zu entlassen.
— Schwurgerichtsverhaudlung vom 17. März 1891 gegen Conrad Finkernagel von Lindheim wegen vorsätzlicher Brandstiftung. Der schon öfters vorbestrafte Conrad Finkernagel von Lindheim ist angeklagt, daß er am 7. Decbr. 1890 zu Lindheim vorsätzlich das der Gemeinde Lindheim gehörige Oeconomiegebäude bei der Haushaltungsschule daselbst in Brand gesetzt Ijabe. Die stattgehabte umfangreiche Beweisaufnahme ergab das Folgende: Am dritten Weihnachtsfeier- tage 1890 brach Morgens gegen 3/<4 Uhr in der sogenannten Haushaltungs- oder landwirthschastlichen Schule zu Lindheim, einer größeren der Gemeinde gehörigen Hosraithe, Feuer aus. Es brannte zunächst die dicht an dem sogenannten Hansenberg gelegene kleinere Scheuer/ das Feuer war in demjenigen Theile dieses Gebäudes zur Entstehung gelangt, welches der genannten Anhöhe am nächsten lag. Der Brand griff trotz sofortiger Bekämpfung mit außerordentlicher Schnelligkeit um sich. Gegen 8 Uhr Vormittags waren bereits vier verschiedene | Gebäulichkeiten: Scheuer, Biehstall, Pferdestall mit Schweinestall und Nebenbau bis aus die unteren Umfassungsmauern niedergebrannt. Erft alsdann vermochte man eine weitere Ausdehnung zu verhindern, jedoch nicht, ohne daß ein weiteres Schweinestallgebäude mit Schoppen, wenn auch nur unerheblich, beschädigt wurde. Der Versicherungswerth der abgebrannten Gebäude belief sich insgesammt auf 8490 Mark, die nur beschädigte Gebäulichkeit ist zum Zweck der Versicherung auf 1030 Mark geschätzt. Dieselben waren an Lind- Heimer Einwohner, vorwiegend geringere Leute, vermiethet, Vie hauptsächlich landwirthschastliche Borräthe und Geräth- I schäften, sowie Brennmaterialien daselbst untergebracht hatten, j Sie waren nur zum Theil versichert, der Schaden der Nicht-
Londvu, 16. März. Die „Times" erhält aus Santiago weitere Einzelheiten über die stattgesundene Schlacht bei Pezo al Monte. Oberst Rebbes verließ wegen Mangel an Proviant seine feste Stellung aus dem Sebastopolberg und griff mit 1200 Mann die aus 2500 Mann bestehende Macht der Con- greßpartei an. Diese eröffnete Plötzlich ein vernichtendes Feuer und Robbes fiel von 17 Kugeln durchbohrt. Der Präsident Balmaceda gibt jetzt zu, daß die ganze Provinz Tarapaca in den Händen der Aufständischen ist.
Washington, 16. März. In Beantwortung einer Anfrage, betreffend die Verhandlungen des deutschen Reichstags Aber gesalzenes amerikanisches Schweinefleisch, erklärte der Secretär der Landwirthschaft, das diesbezügliche, kürzlich vom Congreß angenommene Gesetz garantire eine sorgfältigere Untersuchung des Fleisches als in irgend einem Laude der Welt. Die Vereinigten Staaten hätten lange Zeit die ungerechten Angaben über das gesalzene Fleisch geduldig ertragen, der Zeitpunkt sei jetzt gekommen, wo das ungerechte Verbot aushören müffe. Die Beseitigung des UebelstandeS, soweit die Gesetze des betreffenden Landes es gestatten, müsse seiner Meinung nach verlangt werden.
Buenos Ayres, 15. März. Durch die neuesten Nachrichten aus Chile wird bestätigt, daß die Congreßtruppen bei Pezo al Monte unweit Jquique einen Sieg über die Regierungstruppen davongetragen haben. Der Commandirende der Letzteren, Oberst Nobler, soll aus dem Schlachtselde geblieben sein.
Newyork, 16. März. Die Morgenblätter widmen Windt- horst sympathische Nachrufe.
Nenefte Nachrichten.
WolffS telegraphisches Lor^efpondenz-Burcan.
Berlin, 17. März. Dem heutigen Diner beim StaatS- secretär Marschall wohnte der Kaiser bei. Geladen waren die Gesandten Bayerns, Württembergs, Sachsens, Badens, der Unterstaatssecretär Rotenhan, Vortragende Räthe des Auswärtigen Amts rc. Der Kaiser verweilte in lebhaftem Gespräch bis nach 10 Uhr.
Hamburg, 17. März. Der GlaSmacherstrike in Bergedorf ist nach sechsun'odreißigwöchiger Dauer beendigt. Die Arbeiter unterschrieben die vor dem Ausstandsbeginn gestellten Bedingungen der Arbeitgeber.
Cagliari, 17. März. Die Mitglieder einer Commission, welche die zur Abhaltung der Viehmärkte bestimmten Oert- lichkeiten inspicirten, verunglückten aus einem ^tege. Fünf Personen blieben tobt, zwei wurden schwer verwundet.
Paris, 17. März. In der Kammer sind heute zahlreiche Petitionen von industriellen Arbeitern aus verschiedenen Städten des Jsöre-Departements eingegangen, worin gegen die Zölle aus Rohmaterialien protestirt und die Handelsfreiheit verlangt wird.
Marseille, 17. März. Der Municip alrath petitionirte bei der Kammer um Ausrechterhaltung des gegenwärtigen Systems der Handelsverträge, welches Frankreich vor Krisen bewahren werde, undprotestirt gegen Prohibitivzölle, welche eine ganze Klasse von Bürgern ruiniren. Der Gemeinderath hofft, das Parlament werde für die allgemeinen Interessen des Landes, für die Größe und das Gedeihen der französischen Republik eintreten.
London, 17. März. Das englische Schiff „British Peer" aus der Fahrt nach Kalkutta via Trinidat, colli dirte am Freitag mit dem Dampfer „Roxbourgh Castle" aus Newcastle 150 Meilen südwestlich von Scilly. Der „Roxburg Castle" sank, wobei 22 Mann ertranken- nur der Capitän und ein Seemann wurden gerettet.
Lissabon, 17. März. Ein Matrose von einer von Neworleans kommenden italienischen Barke ist im hiesigen Krankenhause am gelben Fieber gestorben. In Folge deffen wurden strenge Vorsichtsmaßregeln ergriffen.
Sebastopol, 17. März. Sämmtliche Häfen des S ch w a r z e n Meeres sind eisfrei. Die Häfen des Asowmeeres sind noch geschlossen.
Konstantinopel, 17. März. Der Finanzminister Agop Pascha hat demissionirt, jedoch behält er die Civilliste-Abtheilung. Der Unterstaatssecretär des Finanz- Ministeriums, Nazis Ess en di, übernimmt das Finanz- Ministerium.
Gibraltar, 18. März. Ein Auswandererschiss, voll Triest nach Newyork unterwegs, collidirte mit zwei englischen Panzern und sank sofort. 200 Personen, darunter viel Frauen und Kinder, sind ertrunken.
Brüssel, 18. März. In Flsnu fand ein Zusammenstoß zwischen Gensdarmen mit Strikenden statt. I Mehrere der letzteren wurden leicht verwundet.
versicherten betrug 2000, derjenige der Versicherten 1000 9KC. Schon unmittelbar nach dem Ausbruch deö Brandes bezeichnete die Volksftimme den Conrad Finkernagel als denjenigen, dev das Feuer absichtlich angelegt habe. Man erinnerte sich namentlich sofort, daß er kaum anderthalb Stunden vor der Entdeckung deS Brandes in der Wirthschast des Wilhelm Stroh, woselbst bis in den Morgen hinein Tanzmusik statt- sand, geäußert hatte: „Heute Nacht werdet Ihr noch etwas Anderes sehen! Euer ganz Vergnügen wird Euch noch wcg- genommen werden!" Man hörte ferner, daß er etwa drei Tage vorher vor sich hin gesagt habe: „Lindheim soll in Brand gesteckt werden" und etwa fünf Wochen vor Weihnachten zu Hainchen in Beziehung auf einen Lindheimer, mit dem er verfeindet war, die Bemerkung gemacht habe: „Da kommen sie schon, die Spitzbuben aus dem Hexenneste, ich werde noch dafür sorgen und es wird die Zeit kommen, bat,
jedoch diese Erzählungen immer häufiger wiederholten und ich ihm dann stets scherzend bedeutete: „Aber, Herr Doctor, daS haben Sie mir jetzt schon fünf oder sechs Mal erzählt", erwiderte er mir regelmäßig in barschem Tone: „So — bann hören Sie es eben Noch einmal!"
Meister Laube war bekanntlich kurz in seiner Rede und ein Widerspruch veranlaßte ihn zu scharfer Zurückweisung. Da sann ich denn auf ein neues Mittel, um ihm in schonender Weise beizubringen, daß ich die Geschicht schon kenne. Als -er wieder eines Tages mit einer mir längst bekannten Er- zähluilg seiner Erlcbniffe begann, die ich aus seinem Munde mindestens sechsmal gehört hatte, unterbrach ich ihn nach einer Weile, mich wegen dieser Ungeschicklichkeit entschuldigend, setzte die Erzählung wortgetteu fort, und als sie zu (Silbe war, sagte ich: „Entweder — Herr Doctor, habe ich die Geschichte vergangene Nacht geträumt, ober Sie haben sie mir schon einmal erzählt."
Darauf sah mich Meister Laube mit seinen großen gutherzigen Augen an unb ertoiberte: „Einmal haben Sie mich eit Ihrem „Entweder — ober" besiegt, bicsesmal aber werben Sie mich damit nicht mundtodt machen. Jetzt müssen Sie die Geschichte erst recht hören!"
Darauf holte er von Neuem aus unb erzählte mir bis in die kleinsten Details die ganze Geschichte zum — siebenten Male.
Wie oft ich bann noch dieses gleiche Erlebniß aus seinem Munde zu hören bekam, habe ich nicht nachgezählt. —
Neben Meister Laube und Professor Strakosch, denen ich meine künstlerische Ausbildung zu verdanken habe, war das „Entweder — ober" entscheibend für meine Künstler- lausbahn. ____________
ES folgt die dritte Berathung de« Gesetzentwurfs bett, die kaiserliche Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika.
Der Entwurf wird gegen die Stimmen der Socialdemokratm, Freisinnigen und VolkSparteiler angenommen.
Auf der Tagesordnung stehen noch Petitionen.
Eine Petition von Besitzern von Ftschsahrzeugen in Ückermünde um Aufnahme der Besatzung von Fischfahrzeugen mit einem Rauminhalt von 45 Eubikmetern in die Seeberufsgenossenschaften wird dem Reichskanzler nach kurzer Befürwortung durch den Abg. Rosicke zur Erwägung überwiesen.
Nächste Sitzung 7. April. Arbeiterschuhgesetz.
sie noch Alle verbrannt werden, ich stecke noch das Nest an allen vier Ecken an!" Man erfuhr endlich, daß er kaum drei Viertel Stunden vor dem Ausbruch des Brandes erft nach Hause gekommen, sofort aber seine Wohnung wieder verlassen hatte und erst wieder dahin zurückgekehrt war, nachdem der Brand kaum erst entdeckt worden war. Man schloß hieraus, daß Finkernagel, von dem sich seine Ehefrau nach jahrelangen rohen Mißhandlungen seit zwei Jahren völlig getrennt, seinen seit längerer Zeit aus Mißgunst und Erbitterung, gegen seine Mitbürger, die ihn verachteten, seiner unglücklichen Ehefrau aber wohl wollten, gefaßten Plan nunmehr ausgeführt habe aus Aerger darüber, daß der Bäcker Wilhelm Corvinus, wie er beim Branntwein erfahren, beim Beginn der schon erwähnten Tanzmusik einmal mit seiner, in jenem Wirthshcms wohnenden Ehefrau getanzt hatte. Zu dieser Annahme kam man nun umsomehr, da gerade der Theil der Scheuer zunächst in Flammen aufging, in welchem derselbe Corvitms seine Borräthe geborgen hatte, als ferner bekannt wurde, daß feine Aeußerung von der Beendigung des Tanzvergnügens in unverkennbarem Zusammenhänge mit dem Un- muth über den Tanz feiner Ehefrau mit Corvinus geschah, als endlich Jedermann im Orte ihm ein solches Verbrechen- unbedenklich zutrüute. Der Angeklagte leugnete in der heutigen Hauptverhandlung ebenso wie früher die ihm zur Last gelegte That- eS ergeben sich jedoch außer den bereits erwähnten Belastungsmomenten noch eine Reihe so schlüssiger Judicien — U. A. wurden, während Finkernagel die ganze Zeit ständig Streichhölzer auf dem Öfen seines Zimmers stehen hatte, solche am Morgen des Brandes trotz eingehender Durchsuchung weder dort, noch überhaupt in seiner Wvhnung mehr gesunden, obwohl seine Hausfrau sie noch Tags zuvor an ihrem gewöhnlichen Aufbewahrungsorte gesehen hatte und war auch sestgestellt worden, daß das Feuer mittel» Streichhölzern an- geziindet worden war, da solche an der Stelle, an welchcv der Brand ausgebrochen, am Boden gesunden wurden — daß die Geschworenen nur nach ganz kurzer Berathung mit dem Verbiet „Schuldig" wieder in den Sitzungssaal zurückkehrten, woraus der Gerichtshos eine Zuchthausstrafe von fünf Jahren unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren gegen den Angeklagten aussprach.
— Während der verflossenen Woche, namentlich am ' Sonntag, war des Abends der Zudrang zum Kaiser Panarasa, wo die historische Serie „Erinnerungen an den Feldzug von 1870—71" ausgestellt ist, ein sehr starker. Herrlich unb wunderschön sehen wir, wie unser hochseliger Kaiser Wilhelm I. die Kapitulation von Sedan entgegennimmt, ferner wie der Kronprinz Albert von Sachsen, Sieger von Beaumont, seinen Bruder, den Prinzen Georg, begrüßt. Wie schrecklich die Folgen des Krieges gewesen sind, ersehen wir so recht an den zerschoffenen Häusern, üei (offenen Geschützen u. s. w. Am tiefsten ergreift uns der Friedhof, denn gar mancher brave Soldat liegt auf demselben unter den Erd-
I htzgeln begraben, gar manche Mutter wird beim Anblick der I Schrecken und der Verwüstung des Krieges mit Wehmuth an jene Zeit zurückdenken, wo sic vergebens auf die Heimkehr ihreS'größten Stolzes, ihrer einzigen Hoffnung, ihres Sohnes,
I harrte. Wer diese Serie noch nicht gesehen hat, versäume I nicht, hinzugehen.
— In letzter Zeit wurden wiederholt und in größerer I Anzahl Morgens die von den Bäckern an Häuser der äußeren I Stadttheile gehängten Weckbeutel ihres Inhalts tzeranbt. I Ein in vergangener Nacht als obdach- und arbeitslos ver- I hasteter früherer Droschkenkutscher machte bei feiner Bor- I führung heute Morgen auf Vorhalt das Geständniß, daß I er verschiedentlich Wecke in der Löberstraße entwendet habe. I Bestrafung kann nur bann eintreten, wenn von den Bestohlenen I Strafantrag gestellt wird, was aber in den meisten Fälle» I nicht geschieht.
— Warnung. In letzter Zeit treiben sich in der Pro- I vinz Hausirer herum, welche Stoffe zu ganzen Anzügen I zu einem Spottpreise anbieten. Da jene Händler baS An- I preisen verstehen und da die Fortschritte in der Bearbeitung von Kunstwolle (Sheddy) Schundwaaren von recht bestechendem
I Aenßeren erzeugen, so sollen sehr ost Nichtsachverständige m unerhörtester Weise herein. Wir machen deßhalb unsere Leser wiederholt aufmerksam, ihren Bedarf an derartigen Maare» nur bet einheimischen Geschäftsleuten zu kaufen.
— Die Metzgerinnungeu des Großherzogthums Hessen hatten sich s. Z. in einer Eingabe an die Regierung gewendet mit dem Ersuchen, ein SchlachthauSgeseh für daS Groß- herzogthmn zu erlafien. Das Ministerium hat nunmehr an I die Stadtverwaltungen des Landes ein Rundschreiben gerichtet, mit dem Ersuchen, sich gutachtlich über die Erlassung eines Schlachthausgesetzes auszusprechen.
— Heber die Anlage von Schsrnstemen reserirte am 13. I dss. Mts. in der Versammlung des Darmstädter Ortsgewerb- I Vereins Herr Bauinspector Schmand t. Wir entnehmen dem I Vortrage, weil gewiß allgemein interessirend, Folgendes: Sei I einem L^stbckigen Haus von 14 Mtr. Höhe, einer Temperatur I an der Einströmungsöffnung von 32° und der Ausstr öumngs-
Verrtseher Aeiehstsg.
51. Plenarsitzung. Dienstag, 17. März 1891, 1 Uhr.
Zunächst liegt ein schleuniger Antrag deS Abg. Zimmermann (Antisemit) u. Gen. vor auf Einstellung deS gegen daß Reichstagsmitglied Werner (Antisemit) beim Amtsgericht zu Cassel wegen Beleidigung schwebenden Strafverfahrens für die Dauer der Session.
Abg. Zimmermann begründet den Anttag und erklärt die i Einleitung des Strafverfahrens ohne Zustimmung des Reichstags , *18 verfassungswidrig.
Staatssecretär Dr. v. Boetticher widerspricht letzterer Auffassung. Rur während des Verlaufs einer Session dürfe ein Strafverfahren gegen Reichstagsmitglieder ohne Zustimmung des Reichstags nicht eingeleitet werden.
Abg. Werner (Antisemit): Das Verfahren wider ihn sei eingeleitet, nachdem die Session bereits begonnen hatte.
Der Antrag Zimmermann wird angenommen.
Abg. Böckel (Antisemit) hält gegenüber dem Abg. Dr. Gutsteisch seine Angaben hinsichtlich der Gebührensorderung zweier Gießener Rechtsanwälte aufrecht. Die Briefe, die er zur Einsicht vorlege, gewiesen dies. , .
DK Novelle zum Patentgesetz^ wird in der Schluß- absiimmung endgültig angenommen. . , e
Darauf wird die dritte Berathung deS Reichshaushaltset atS für 1891/92 beim Postetat fortgesetzt.
Abg. Graf v. d. Schulenburg-Hehlen beantragt Bewilligung her in der zweiten Lesung abgelehnten ersten Rate zur Herstellung eines Postgebäudes in Northeim (Hannover) 62500 Mk.
Rach kurzer Debatte, in welcher Director im Reichspostamt Dr. Fischer erklärt, die Forderung werde, wenn jetzt abgelehnt, jedenfalls tm nächsten Etat wieder eingebracht werden, wird der Antrag deS Grafen Schulenburg abgelehnt.
Abg. Frhr. v. Mtnnigerode beantragt Streichung der zur Erwerbung eines Bauplatzes für ein neues Dienstgebäude in Goslar geforderten 132000 Mk. Der Antrag wird nicht ausreichend unterstützt. ES bleibt somit bei dem Beschluffe der zweiten Lesnng.
Zum Etat der Eisenbahnverwaltung liegen die von der Budget- eommtffion zur Annahme vorgeschlagenen Resolutionen Dr. Brömel unb Richter betr. Personen- unb Gepäcktarifreform und betr. Wie Schienensubmissionen vor.
Auf Antrag deS Abg. Möller (natl.) wird die Resolution Dr. Brömel von der Tagesordnung abgesetzt.
Die Resolution Richter wird nach kurzer Discussion angenommen. Danach soll dem Reichstage alljährlich eine besondere Ueberficht über die Ergebniffe der von der ReichSeisenbahnverwattung ausgeschriebenen Schienensubmissionen unter Mittheilung der einzelnen Preisofferten auS dem Jnlande und dem Auslande, sowie der Zuschlagspreise lergclcgt werden.
Der Rest des Etats, das Etats- und das Anleihegesetz werden defmitiv angenommen.
Gegen den Etat in seiner Gesammtheit stimmen die Social- dcmokraten.


