guiig der durch das Hochwasser im Jahre 1890 herbeigesühr- iß« Schäden schlägt die Commission vor, zunächst keiner außerordentlichen Mittel zu bedürfen. Der Antrag der Commission wird angenommen. Nächste Sitzung Mittwoch 11 Uhr.
Berlin, 16. Juni. Der Kaiser ließ gestern dem Minister Herrfurth sein lebensgroßes Bildniß mit einer gnädigen, die erfolgreichen Bemühungen um die Landgemeindeordnung anerkennenden Cabinetsordre überreichen.
Berlin, 16. Juni. Anläßlich des fünfundzwanzigjährigen Abgeordneten-Jubiläums des Präsidenten des Abgeordnetenhauses v. Köller übersandte ihm der Kaiser einen Kupferstich mit seinem Bilde und eigenhändiger Unterschrift nebst einem äußerst huldvollen Glückwunschschreiben, worin der Verdienste des Jubilars und der bewährten Hingebung an Thron und Vaterland gedacht wird. Das Schreiben schließt mit dem Wunsche, den Jubilar noch recht lange in verdienstlicher Thätigkeit zu sehen. Die Beamten des Abgeordnetenhauses überreichten v. Köller eine kunstvolle Adresse. Zahlreiche schriftliche und telegraphische Glückwünsche gingen ein.
Hamburg, 16. Juni. Gegenüber den gegen den österreichischen Handelsvertrag gerichteten Aeußerungen der „Hamburger Nachrichten" nimmt die „Hamburgische Börsenhalle" Veranlassung, zu warnen, die „Hamburger Nachrichten" als ein Organ zu betrachten, das auch nur im ^Entferntesten wirthschastliche Ansichten des großen Hamburger Handels st andes widerspiegele. Die Hamburger Kaufmannschaft habe die Handelsvertragsverhandlungen der Reichsregierung mit Genugthuung begrüßt und wünsche dringend deren formellen Abschluß durch die Genehmigung Seitens der parlamentarischen Körperschaften. Sie hoffe, die Regierung werde auf dem eingeschlagenen handelspolitischen Wege weitergehen.
Wien, 16. Juni. Der oberste Sanitätsrath ernannte ein Comitä zur Unterstützung der Schritte der Regierung, betreffend die Betheiligung an dem Londoner int er - narionalen Congreß für Hygieine und Demographie. Der Sanitätsrath beschloß, die Regierung um Vorkehrungen zu ersuchen, die in einem öffentlichen Krankenhause die Schutzimpfung gegen die Wuthkrankheit ermöglichen.
Basel, 16. Juni. Seitens der elsaß-lothringischen Landesregierung wird, dem Vernehmen nach, der Paß zwang über die von Belfort viaMülhausen nach Basel führende Bahnstrecke bis zur Herstellung der Mönchen st einer Brücke aufgehoben.
Paris, 16.Juni. Der Ministerrath genehmigte den Gesetzentwurf über die Arbeiterlöhne, welcher die Lohnzahlung mindestens zweimal monatlich verlangt und 3/10 des Lohnes als Höchstbetrag festsetzt, der vom Lohne zurückgehalten werden darf.
Neapel, 16. Juni. Der Lava ström hat aufgehört- Professor Palmieri glaubt, daß die Cruptionsphasis beendet ist.
Loudon, 16. Juni. Aus Cardiff wird gemeldet, die Blechfabriken von Südwales, welche 26000 Arbeiter beschäftigen, beabsichtigen für den Juli und vielleicht länger die Fabrikation zu suspendiren. Grund davon ist die Ueberproduction zu dem Zwecke, vor Inkrafttreten der Mac Kinley-Bill möglichst viel Fabrikate nach Amerika zu importiren.
Petersburg, 16. Juni. Im Ministerium des Innern fanden der „Nowoje Wremja" zufolge Berathungen statt über die Juden frage, an denen die General-Gouverneure von Kiew, Warschau und Wilna theilnahmen. Die Vorschläge dieser Conferenzen sollen dem Reichsrathe vorgelegt werden.
— Nach einer Meldung aus Kronstadt sind 150 Mann von der Besatzung der Fregatte „Minin" an der Influenza erkrankt.
Konstantinopel, 16. Juni. Die „Agence de Constantinople" meldet: Anstatt des greisen Beissel Pascha ist Marschall Mahmoud Hamdi Pascha zum Corpscommandanten in Adrianopel ernannt worden, um das Räuberunwesen zu bekämpfen. Die Diplomatie nimmt diese Maßregel sehr sympathisch aus.
— Von der Erinnerungsmedaille, die zur Anwesenheit des Kaisers Wilhelm geprägt wurde, werden 4 große, 50 kleine goldene, 200 silberne, 500 broncene demnächst dem Berliner Hofe und den Betheiligten übermittelt.
lkoenles titiö ArovinzieLes,
Stehen, 17. Juni.
— Sitzung des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen am 16. Juni cr. Zur Verhandlung kam die Strafsache gegen Johannes Hermann II. von Busenborn wegen räuberischen Diebstahls. Derselbe ist angeklagt, daß er am 3. März 1891 zu Schotten der Ehesrau des Andreas Lind zu Eichelsachsen ein ihr gehöriges Einmarkstück entwendet und bei diesem Diebstahl auf frischer That betroffen, gegen die ge- genannte Ehefrau Lind Gewalt verübt habe, um sich im Besitze des gestohlenen Geldstückes zu erhalten. Die heutige Verhandlung ergab folgenden Thatbestand: Die Ehesrau des Andreas Lind zu Eichelsachsen befand sich am 3. März 1891 in Begleitung ihres Sohnes Gustav in Schotten, um verschiedene Einkäufe zu besorgen. Sie führte außer anderem in einem Portemonnaie verwahrten Gelde ein einzelnes Einmarkstück in einem Perlenbeutelchen bei sich, welches sie Tags zuvor als Erlös für ein verkauftes Huhn vereinnahmt hatte. Nach mehreren anderen Besorgungen begab sie sich in den Laden der Wittwe des Louis Süffel daselbst, wo ihr Sohn, der sich vorübergehend von ihr getrennt hatte, bereits aus sie wartete. Nachdem sie zunächst in der hinter dem Laden be- legenen Stube eine Zahlung für früher empfangene Waare erledigt hatte, trat sie wieder in den Laden zurück und forderte, hinter dem Ladentisch stehend, ein halbes Pfund Kaffee für 75 Pfennige. Dabei zog sie ihr Perlenbeutelchen aus der Tasche, da sie ihr übriges Geld in der Hauptsache bereits verausgabt hatte und legte zum Zwecke der Berichtigung des
Kaufpreises das darin verwahrt gewesene Einmarkstück auf den Ladentisch und zwar rechts von der auf demselben befindlichen Waage, dicht neben das Kästchen, in welchem die kleineren Gewichte sich befanden. Während nun die im Laden gerade die Kunden bedienende Tochter der Geschäftsinhaberin der inzwischen eingetretenen Margarethe Heck zu Schotten einen Teller Salz verabreichte, um sodann der Frau Lind aufwarten zu können, entdeckte diese, daß weder sie, noch ihr Sohn ihren von zu Hause mitgebrachten Schirm bei sich trage. Da ihr Sohn sie versicherte, daß er ihr denselben in die Hand gegeben habe, nahm sie an, sie habe ihn in einem vorher von ihr besuchten Hause stehen lassen und lief daher hastig aus dem Laden auf die Straße, um sich dorthin zurückzubegeben. In ihrer Aufregung ließ sie das Einmarkstück ruhig auf dem Ladentisch liegen. Aus der Straße begegnete ihr der ihr bis dahin gänzlich unbekannte Johannes Hermann II. und redete sie mit den Worten an: „Ei, wo will die Frau so schnell hin." Sie sagte ihm ruhig Bescheid und lief weiter. Da sich ihr Schirm in dem Hause, in welchem sie ihn ver- muthete, nicht befand, eilte sie nach dem Süffel'schen Laden zurück. Noch ehe sie denselben erreichte, kam ihr Sohn mit dem Schirme in der Hand ihr entgegen, da er ihn inzwischen in der hinter dem Süffel'schen Laden befindlichen Stube aufgefunden hatte. Sie gingen nun Beide in den Laden zurück. Als sie eintraten, stand Hermann vor dem Ladentisch und erhielt gerade von der Luise Süffel ein Quantum Kaffee. Die Ehefrau Lind sah sofort, daß ihr Einmarkstück noch genau an derselben Stelle lag, an welche sie es gelegt hatte. Hermann forderte noch ein Quantum Bleibtreu (deutscher Kaffee) und entnahm einem ledernen Beutelchen, das er in der Hand hielt, einige rothe Pfennige und ein Fünspfennigstück. Diese Geldstücke legte er darauf gemächlich auf den Ladentisch, streckte seinen rechten Arm aus und griff aus die rechte Seite der Waage, während seine Maaren und seine Geldstücke links davon lagen, faßte das Einmarkstück der Frau Lind mit einem Finger, zog es mit demselben an sich heran und vereinigte es mit seinen Geldstücken auf dem Ladentisch, als ob es sein Eigenthum sei und er soeben damit bezahlen wolle. Erschreckt ries Frau Lind: „Ei Mann, die Mark ist ja mein! ich habe sie vorher dahin gelegt!" Indem sie ihm noch weiter erklärte, wie es gekommen sei, daß sie das Geldstück an dieser Stelle trotz ihrer Entfernung auf dem Ladentisch liegen gelassen, nahm sie die Mark vom Ladentische weg und verbarg sie in der geschlossenen Hand. Hermann entgegnete: „Die Mark ist mein." Da die Frau Lind sie darauf nur um so fester mit der zur Faust geschlossenen Hand umklammerte, packte Hermann dieselbe mit seiner kräftigen Rechten, während er sich mit der linken an dem Ladentische hielt, rieß ihr mit Gewalt, unter Besiegung ihres Widerstandes und ihres Gegenwillens, die fest zusammengepreßten Finger aus und auseinander und nahm ihr das Geldstück wieder ab. Die Kraftanwendung des Hermann war eine derartige, daß die Frau Lind nicht im Stande war, sich im Besitze ihres Eigenthums zu erhalten, und er ihr am Mittelfinger unterhalb des Nagels ein Stück Haut wegriß, so daß die Verletzte blutete. Darauf steckte er die Mark ein, packte dann die Frau Lind mit beiden Händen an den Schultern, schüttelte sie und zaußte sie hin und her, indem er sie anschrie: „Du Diebin, Du willst mir die Mark stehlen, ich zeig Dich an!" Erst als Gustav Lind dazwischen trat, ließ er von ihr ab. Die Frau Lind begab sich nunmehr zu dem in Schotten stationirten Gendarm Ruhl und zeigte ihm den Vorfall an. Nachdem Frau Lind den Laden verlassen, steckte Hermann die vorher aus den Ladentisch gelegten Pfennige wieder ein und zahlte darnach mit einem Fünfzigpfennigstück und dem fraglichen Markstück seine 1 Mark 32 Pfg. betragende Rechnung. Hermann leugnete, wie ' früher, so auch heute und behauptete, die fragliche Mark sei sein Eigenthum gewesen, e§ sei nicht wahr, daß er sie der Frau Lind mit Gewalt wieder abgenommen habe. Seine Angaben waren aber nicht im Stande, Zweifel an der Wahrheit der Darstellung der Frau Lind und ihres Sohnes zu begründen- die Geschworenen bejahten vielmehr die ihnen vorgelegte Schuldsrage unter Zubilligung mildernder Umstände, worauf der Gerichtshof den Angeklagten in eine Gefängniß- strase von acht Monaten nebst Kosten verurtheilte.
— Das Strauh'sche Orchester, welches bekanntlich am 10. und 11. Juli hier concertiren wird, besteht aus 41 Künstlern, ein Theil derselben sind hervorragende Solisten. Das Programm ist ein hochinteressantes und wird in Kurzem veröffentlicht werden.
— Der Circus Braun gibt heute Mittwoch Abend hier seine letzte Vorstellung und wollen wir nicht verfehlen, aus dieselbe aufmerksam zu machen. Von den einzelnen Leistungen dieser Gesellschaft ist ganz besonders hervorzuheben die vorzügliche Dressur der Pferde, und was athletische und herkulische Productionen anbetrifft, so verfügt der Circus über zwei Athleten, denen ein guter Ruf in allen größeren Städten voraufgeht und leistet besonders der Athlet und Ringkämpfer Herr Hirsch seid er ganz Erstaunliches in seinem Fache- derselbe, bereits mit zwei silbernen Medaillen und verschiedenen anderen Preisen preisgekrönt, erregt allabendlich die größte Bewunderung Seitens des Publikums durch sein sicheres und doch energisches Auftreten, während sein College Herr Meyer sich ihm ebenbürtig zur Seite stellt und auch den größten Beifall erntet. Miß Elsa als Zahn-Athletin weiß stets die Augen des Publikums zu fesseln durch ihre Kunstleistungen und wird ihr daher auch der größte Applaus zu Theil.
— Abonnements-Concerte. Auf die morgen in Steins Garten beginnenden Abonnements-Concerte unserer Regiments- Musik machen wir besonders aufmerksam. Das Programm bringt die edelsten Perlen musikalischer Schätze als: Ouvertüre zur Oper „Freischütz" (Weber), Medea (Cherubim), Phaeton, symphonische Dichtung (Saint-Savns), Paraphrase über Gounods „Frühlingslied", Große Fantasie aus R. Wagners Oper „Der fliegende Holländer" u. a. m. Bei der vorzüglichen Wiedergabe unserer anerkannt guten RegimentS-Capelle
steht jedem Concertbesucher ein reichhaltiger musikalischer Genuß bevor.
— Die Frankfurter Transport-, Unfall- und Glas-Verfiche- ruugs-Actieu-Gesellschaft in Frankfurt a. M., welche bei dem versicherungsnehmenden Publikum wegen ihrer streng soliden Geschäftsführung und der Gepflogenheit, bei Unglückssällen die Entschädigungsverpflichtung grundsätzlich nach Treu und Glauben auszuüben, einen wohlverdienten Ruf genießt, hat neuerdings eine Umarbeitung ihrer Versicherungsbedingungen für die Einzel-Unfall-Versicherung vorgenommen und sich dabei lediglich von dem Bestreben leiten lassen, den zeitgemäßen Forderungen der Versicherungsnehmer bis an die Grenze des Möglichen entgegen zu kommen. Die Bedingungen sind frei von allen verschärfenden und einschränkenden Reservaten; sie bestimmen die Rechte und Pflichten der Versicherungsnehmer sowohl wie diejenigen der Gesellschaft in klarer, allgemein verständlicher Fassung und garantiren bei sehr ausgedehnten Respectfristen für Prämienzahlung überraschend hohe, von vorn herein feststehende Entschädigungsleistungen im Jnvaliditäts- falle, bezw. bei Verlust von Gliedmaßen. In Gießen vertreten durch Adolf Bieler, Westanlage 45.
— Ernennungen. Ernannt wurden am 9. Juni die provisorischen Reallehrer Rudolf Drehwald zu Groß- Umstadt, Ludwig Büttenbender zu Heppenheim, Ludwig Storck zu Butzbach, Dr. Otto Dieffenbach zu Darmstadt und Gottfried Erckmann zu Bingen zu Lehrern an den genannten Realschulen- die provisorischen Realgymnasiallehrer Philipp Rothermel und Ur. August Sturmfels zu Gießen zu Lehrern an dem Realgymnasium und der Realschule daselbst- der provisorische Realgymnasiallehrer Ernst N e e b zu Mainz zum Lehrer an dem Realgymnasium und der Realschule daselbst- die provisorischen Reallehrer Georg Grünewald zu Wimpfen und Albert Wämser zu Butzbach zu Lehrern an den Realschulen daselbst- die provisorischen Gymnasiallehrer Eduard Otto zu Darmstadt und Carl Altendorf zu Laubach zu Lehrern an den dortigen Gymnasien- der provisorische Realgymnasiallehrer Dr. Philipp Friedrich zu Mainz zum Lehrer an dem Realgymnasium und der Realschule daselbst- die provisorischen Reallehrer Carl Schnellbächer zu Alsfeld und Dr. Adolf Horn zu Heppenheim a. d. Bergstr. zu Lehrern an den dortigen Realschulen - der provisorische Realgymnasiallehrer Konrad Scholl- mayer zu Mainz zum Lehrer an dem Realgymnasium und der Realschule daselbst- die provisorischen Gymnasiallehrer Dr. Hermann Briegleb zu Worms und Dr. Carl Maurer zu Gießen zu Lehrern an den dortigen Gymnasien und den Realschulen- die provisorischen Realgymnasiallehrer David Spreitzer zu Mainz und Dominik Hinneschiedt zu Darmstadt zu Lehrern an den dortigen Realgymnasien und den Realschulen- der Provisorische Gymnasiallehrer Dr. August Ahlheim zu Bensheim zum Lehrer an dem Gymnasium da-
— Daß unser Vogelsberg bei den außerhalb der Provinz Oberhessen wohnenden Touristen immer mehr als Reiseziel gewürdigt wird, geht aus einer Correspondenz aus Darmstadt hervor. Es heißt da: „Die Wand er lust, diese reine, hohe und echt deutsche Lust hat wohl nirgends eifrigere Jünger als in Darmstadt. Die Thäler und Höhen des Odenwaldes und des Taunus, die Bergriesen und Gletscher der fernen Alpen sogar können das bezeugen. Doch dürste sich in Darmstadt mancher rüstige Wandersmann finden, der den Höhen des Vogelsberges noch keinen Besuch abgestattet hat. Die früher fast sprichwörtliche Unwirthlichkeit dieses Gebirgslandes, die noch vor Kurzem schlechten Bahnverbindungen sind schuld daran. Aber in den letzten Jahren hat sich so Vieles zu Gunsten des Vogelsberges geändert — Dank den Bemühungen des Vogelsberger Höhen-Clubs und Dank den neuen Bahnstrecken — daß es heute keine Verwegenheit mehr ist, zu einem Besuch des Vogelsberges einzuladen. Die hiesige Section des V. H.-C. will sich dieses Verdienst erwerben. Unter der Leitung ortskundiger Führer ist für die Tage vom 11. bis 13. Juli ein dreitägi ger Ausflug in den Vogelsberg geplant, zu welchem Gäste freundlichst willkommen geheißen werden. Der Hochsommer ist für dieses Unternehmen die günstigste Zeit. Die Bahn soll zunächst bis Gelnhausen und nach Besichtigung dieser alten, ehrwürdigen Stadt, der Barbarossaburg und der prächtigen Kirche bis Büdingen benutzt werden. Nach einer Wanderung durch die reizenden Umgebungen dieses herrlich gelegenen Städtchens geht es zu Fuß nach Ortenöerg und von da über Lisberg durch den schönsten Abschnitt des Nidderthales nach Hirzenhain, wo das erste Nachtquartier aufgeschlagen werden soll. Der nächste Tagesmarsch führt an den sogenannten Gederner Seen vorbei, vielfach durch prächtige Wälder auf den Bilstein, Hohenrodskops und über den Tausstein bis Ulrichstein. Am folgenden Tag soll in Schotten wieder die Bahn erreicht werden." — Wir wünschen den Darmstädtern glückliche Wanderschaft.
△ Aus dem Kreise Alsfeld, 16. Juni. Die seither schon hohen Brodpreise haben mit dem Beginn dieser Woche abermals eine Steigerung um 2 bis 3 Pfg. per Laib erfahren, so daß derselbe jetzt 52 bis 53 Pfg. kostet, gegen 40 bis 42 Pfg. im vorigen Jahre. Dieser hohe Brodpreis sängt nachgerade an, drückend zu werden- denn nicht nur Arbeits- und Handwerksleute, sondern auch die meisten kleinen Landwirthe kaufen das Brod. Die Vertheuerung des Brodes wirkt um so empfindlicher, als auch die Fleischpreise auf ihrer Höhe stehen bleiben. Man bezahlt hier für das Pfund Rindfleisch 64 Pfg., für das Pfund Schweinefleisch 60 Psa., für das Pfund Wurst 80 Pfg.
§ Weitershain, 16. Juni. Am 5. und 6. Juli d. I. soll das Bezirks fest des Kriegervereins-Bezirks Grünberg dahier abgehalten werden. Gleichzeitig wird damit die Weihe der neuen Vereinsfahne des hiesigen Kriegervereins verbunden.
— Kleine Mittheilungen aus dem Grohherzogthum Hessen. Dem Schreinermeister L. von Bürstadt wurde eine Strafe von 40 Mk. event. 8 Tage Haft zuerkannt, weil er den.


