Sultan mit großer Huld in einer Abschiedsaudienz empfangen worden. Der Sultan sandte den drei ältesten Söhnen des .Kaisers drei kleine arabische Pferde als Geschenk.
Sofia, 16. Januar. Anläßlich des Neujahrs- e mp sanges richtete Fürst Ferdinand an die Mitglieder.der Synode eine Ansprache, in welche er dem Wunsche nach einer- innigen Verknüpfung der Bande zwischen der Staatsgewalt nnd der orthodoxen bulgarischen Kirche, deren wahrer Beschützer und Vertheidiger er sei, Ausdruck gab. Einer unter der Führung des Obersten Petrow erschienenen^Osfiziers- Deputation gegenüber betonte der Fürst, die Stärke der Armee hänge nicht so sehr von der Zahl der Kämpfer, als vielmehr von deren sittlicher Befähigung ab; er verlange Diensteifer und musterhaftes Berhalten von den Offizieren, welche Alles, was auch nur in der Ferne die Politik berühre, vermeiden müßten. Mit der Leitung der Armee sei eine schwere Ausgabe verknüpft ; wenn die Armee immer bereit sei zur Vertheidigung des heimathlichen Heerdes, könne Bulgarien ruhig der Zukunft entgegenblicken. Der Fürst schloß mit dem Rufe: „Es lebe meine brave Armee!" In Beantwortung der Glückwünsche des Ministerpräsidenten, der Minister und der übrigen Staatswürdeuträger sagte der Fürst, er erblicke in dell Glückwünschen einen neuen Beweis 'der Treue und Ergebenheit des Volkes gegenüber dem Throne, danke ihnen für die Befestigung des Friedens, sowie der Erhaltung der Ruhe im Lande und empfahl ihnen, sich im neuen Jahre mit noch erhöhtem Eifer der Sicherung der Fortschritte des Volkes und der Verbesserung der Verwaltung zu widmen.
Washington, 16. Januar. Nach einem Telegramm des General Miles ist das ganze indianische Lager, aus 4000 Personen bestehend, gestern in Pineridge eingetroffen, um seine Unterwerfung anzubieten. Die Indianer lieferten ihre Waffen aus, doch dürste es geraume Zeit dauern, bis die Unterwerfung der Indianer vollständig ausgesührt sein wird. Der Jndianerkrieg ist als beendet anzusehen.
Washington, 16. Januar. Der Gesetzentwurf betreffend die Silberausprägung gelangte in der vom Senate beschlossenen Fassung an das Repräsentantenhaus zurück, welches ihn an die mit der Münzfrage betraute Commission überwies. Der Gesetzentwurf hebt die im Juli 1890 getroffene Bestimmung auf, welche den Ankauf von 4500000 Unzen Silber monatlich anorduet.
Washiugtou, 16. Januar. Eine Anzahl Indianerhäuptlinge ist hier eingetroffen, um mit dem Präsidenten zu conseriren; der Staatssecretär hatte seine Genehmigung zur Reise der Indianer ertheilt.
Pineridge, 16. Januar. Bisher sind von den feindlich gesinnten Indianern nur neun Gewehre abgeliefert worden- es scheint, daß die Indianer nicht geneigt sind, die Waffen zu übergeben und daß sie dieselben in den Bergen versteckt haben.
Cocdes rrnö ptwinskUw.
Gießen, 17. Januar.
— Seiner Königlichen Hoheit dem Erbgroßherzog wurde -gestern Abend von der gesammten hiesigen Studentenschaft ein Fackelzug gebracht. Nachdem kurz vor sieben Uhr der imposante Zug in dem vor der Wohnung Seiner Königlichen Hoheit gelegenen Garten ausmarschirt war, trat Höchstderselbe, geleitet von Seiner Magnificenz Herrn Rector Gottschick, Herrn Provinzialdirector Frhr. von Gagern und Herrn Amtmann Römheld vor das Hans, wo zunächst Herr Rector Gottschick ein begeistert aufgenommenes Hoch aus Seine Königliche Hoheit den Großherzog ausbrachte. Als danach die Klänge der Nationalhymne verhallt waren, brachte der Sprecher der Studentenschaft Herr etud. phil. Willenbücher Seiner Königlichen Hoheit dem Erbgroßherzog den ehrerbietigen Gruß der Studentenschaft mit einem gleichfalls donnernd durch die Nacht brausenden Hoch dar. Hierauf erwiderte Höchstderselbe, indem Er Seinen herzlichen Dank für die dargebrachte herrliche Ovation aussprach und zu einem Hoch aus die Alma mater Ludoviciana aufforderte, welche Ihn mit der Studentenschaft der Landesuniversität vereine. Sodann wurden die Vertreter 'der Studentenschaft eingeladen, in die Wohnung Seiner Königlichen Hoheit einzutreten, wo Höchstderselbe wiederholt Seine Freude und Seinen Dank für den prächtigen Fackelzug ausdrückte und Herr Provinzialdirector Frhr. von Gagern im engeren Kreis nochmals ein Hoch auf Seine Königliche Hoheit ausbrachte. Gegen 7f/2 Uhr marschirte der Zug unter den Klängen mehrerer Musikchöre zum Zusammenwerfen der Fackeln nach Oswalds Garten.
— Der Bericht des Ersten Ausschusses Zweiter Kammer über die Vorlage Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Abtretung eines zum Landeseigenthum gehörigen Geländestreisens am alten Oecouomatsgebaude zu Gießen an die Stadt Gießen betreffend, erstattet von dem Abgeordneten Wolsskehl, lautet nach der „Darmst. Ztg.": „Die Abtretung des hier in Frage kommenden, zum Landeseigenthum gehörigen Geländestückes bedarf nach Art. 1 des Gesetzes vom 1. August 1878 der landständischen Zustimmung, weil keiner der in diesem Artikel bezeichneten, die selbständige Veräuße- Tung durch die Großh. Regierung bedingenden Ausnahmefälle vorliegt. Wie jedoch aus der Vorlage ersichtlich, dürste die beabsichtigte Abtretung nicht zu beanstanden sein, indem es sich um einen entbehrlichen Geländetheil handelt, durch dessen Abtretung von dem übrigen Complexe sogar ein besserer Abschluß des letzteren, wenigstens nach einer Seite hin, erzielt wird. Auch gegen den vereinbarten Abtretungspreis findet der Ausschuß nichts zu erinnern. Derselbe beträgt sür 120 Quadratmeter Flächeninhalt 1850 Mk., also etwa 15,50 Mk. per Quadratmeter für den Fall, daß der Verkäufer die Kosten einer längs des abzutretenden Streifens zu errichtenden Grenzmauer übernimmt, während er um den Betrag dieser Kosten, nämlich auf 1000 Mk., herabgemindert werden soll, falls der Käufer sich zur Herstellung der Mauer »auf seine Kosten verpflichtet. Der Erlös selbst soll zu wei
terer Ergänzung und Verbesserung des Oeconomatsgebäudes verwendet werden. Der Ausschuß beantragt: die Zweite Kammer der Stände wolle zur Abtretung des fraglichen Ge- ländestrcifens unter den in der Vorlage bezeichneten Bedingungen ihre Zustimmung ertheilen."
— Theater-Verein. Die bedeutungsvolle Unternehmung des Theater-Vereins, der neben der opferwilligsten Unterstützung auch offenkundig Zweifel und Widerstand entgegengebracht worden sind, darf heute als vollkommen gelungen bezeichnet werden. Die erste Vorstellung, die auch Seine Königliche Hoheit der Erbgroßherzog mit seinem Besuche beehrte, hat den vollgültigen Beweis geliefert, daß unsere Stadt ein eminentes Kunstinteresse auszeichnet und daß das Bedürsniß nach höheren Kunstdarbietungen in allen Kreisen ein gleich und lebhaft empsundenes ist. An erster Stelle sei mit warmem Danke des Intendanten des Frankfurter Stadttheaters, Herrn Emil Claar, gedacht, der in seiner verantwortungsvollen Stellung als Leiter zweier großen Bühnen weder Zeit noch Mühe gescheut hat, die Vorbereitungen zum ersten Schauspiel-Abend persönlich zu überwachen und so gefällig war, seine hervorragendsten Künstler-Kräfte zur Verfügung zu stellen. Herr Claar darf überzeugt sein, daß die große Versammlung, die Donnerstag Abend mit froher Spannung der Vorstellung folgte, seine Uneigennützigkeit und sein Verdienst am Zustandekommen des Theater-Unternehmens vollkommen zu würdigen weiß!
Die Palme des Abends gebührt, wie nicht anders zu erwarten war, der Meisterin Frau Hermine Claar- Delia. Ihre Kunst trügt über die Scheinwelt der Bühne vollkommen hinweg und was sie gibt, ist wahr und ächt. Man fühlt, wie sie den geheimsten Absichten des Dichters nachspürt, wie ihr nichts zu unbedeutend erscheint, um es bedeutend zu gestalten. Ihre Kunst hat sieghaft den Gipsel der Meisterschaft erklommen. Die Gräfin von Antreval nnd die Fran^oise Dumesnil der Frau Claar-Delia werden den Gießenern unvergessen bleiben.
Das Repertoire des Abends, „Frauenkampf" von Scribe und „Die Schauspielerin" von Fournier, ist erst kürzlich eingehend an dieser Stelle besprochen worden. Auch den übrigen Frankfurter Künstlern war darin reichlich Gelegenheit gegeben, ihre bedeutenden Fähigkeiten zu entwickeln und sich auf der Höhe ihrer Kunst zu zeigen. Fräulein Johanna Minow, die zu Beginn des Festabends den Prolog in wirkungsvollster Weise zum Vortreg brachte- hat es verstanden, sich alle Herzen im Sturm zu erobern. Characteristisch für ihr Spiel ist eine unbeschreibliche Anmuth in Wort und Geberde, aber die Grazien, die sie mit so viel Gaben geschmückt, haben sie nicht zur Oberflächlichkeit in ihrer Kunst verleiten können, sonders Fräulein Minow saßt ihre Ausgabe klar und verständnißtief auf. Herr Schönfeld, der vielgewandte Dichter-Schauspieler, trug nicht am wenigsten zum Gelingen des Abends bei. Die erstaunliche Facilität, mit der der verehrte Künstler fein Organ beherrscht, darf man nicht allein seinem ernsten Fleiß, sondern auch der Einwirkung Heinrich Laubes zurechnen, ans dessen Schule Herr Schönfeld hervorgegangen ist.
Den Besuchern des Lutherfestspiels in unserer Stadt war Herr Hermann wohlbekannt. Die beiden Rollen (Montrichard im „Frauenkampf" und Dupuis in der „Schauspielerin") ließen die Vielseitigkeit seines Talentes bewundern und Herr Hofmann (Flavigneul im „Frauenkampf" und Alfred in der „Schauspielerin"), der in beiden Stücken fast unausgesetzt beschäftigt war, schloß sich mit einer abgerundeten Kunstleistung in würdigster Weise an.
Die Kritik befindet sich hier in der angenehmen Lage, durchweg zu loben und zu ermuntern, sie stellt der Frankfurter Künstlerschaar gern das Zeugniß reifen Könnens aus und hofft die geschätzten Jünger Thaliens demnächst wieder in den Mauern von Lahn-Athen begrüßen zu dürfen.
— Theater. Als vor kurzer Zeit im vergangenen Jahre „Das Bild des Signorelli" im Lessingtheater Oskar Blumenthals zur Aufführung kam, hatte sich der namhafte Dichter des ergreifenden Schauspiels so sorgfältig hinter dem Pseudonym „Prachs" zu verbergen gewußt, daß man selbst in den literarischen Kreisen Berlins, in denen der Autor natürlich schon längst ein bedeutendes Ansehen besaß, über seine Persönlichkeit im Unklaren war. Um so höher ist der außerordentliche Erfolg anzuschlagen, der seinem Drama sofort bei der ersten Aufführung ebensowohl auf Seiten des Publikums wie der Kritik zu Theil wurde. Eine uns vorliegende Besprechung des schärfsten Berliner Tageblatts schließt mit den Worten: „Das Bild des Signorelli" war ein voller Erfolg des Dichters, der Darsteller und der Regie." In der Kritik selber wird das eminente Talent des Dichters, einen starken modernen Conflict zu finden und durch wahrhafte Menschen zur Darstellung zu bringen, besonders hervor- gehoben. Die Zuschauer seien tief ergriffen gewesen und hätten lauten Beifall gezollt. Von demselben Dichter ist in den letzten Tagen wiederum ein Aufsehen erregendes Schauspiel erschienen: „Ohne Ideale", das erst vor zwei oder drei Tagen im Blumenthal'schen Lessingtheater aufgeführt worden ist. „Das Bild des Signorelli" kennen zu lernen, ist darum besonders interessant, weil der Dichter, obwohl ganz auf modernem Standpunkte stehend, doch wieder seiner Individualität gemäß eine von Sudermann abweichende Richtung einschlägt.
— Kaiser-Panorama. Daß der Besitzer des Panoramas bemüht ist, seinem Unternehmen neue Anziehungskraft zu verschaffen, beweist er dadurch, daß morgen Sonntag der zweite Theil derPariser Weltausstellung zur Ausstellung gelangt. Der erste Theil der Weltausstellung hat allgemein gefallen. Wie uns versichert wird, soll die zweite Serie noch schöner ! sein als die erste, namentlich die große Truppenrevue und
i der Empfang des Präsidenten Carnot am Tage der Centenar-
: feier. Auch die Spiegelgallerie im Schlosse zu Versailles ist : in der Serie enthalten, worin heute vor 20 Jahren unter
- dem Donner der Kanonen die Proclamirung des deutschen
Kaiserreichs stattfand. Außerdem fesseln die sämmtlicherA Ausstellungspaläste, die in der ersten Serie nicht enthalten waren, sowie überseeische Nationen in ihren Dottsspieleit, Sitten und Gebräuchen rc. Wir können den Besuch bestens empfehlen. Wer den ersten Theil der Weltausstellung gesehen, wird sich die Gelegenheit zur Besichtigung der zweite« Serie nicht entgehen lassen. Wir verweisen im Uebrigen noch auf das Inserat in der heutigen Nummer.
X Friedberg, 16. Januar. Gestern hatten totr die kälteste Nacht in diesem Winter, nämlich 15 Gr. Der Frost hat ganz bedeutenden Schaden angerichtet. Auf ein mageres Frühjahr sind die Bauern gefaßt, denn fast alle Kartoffeln und Dickwurz, die in den Feldern «ngcgraben waren, sind erfroren. Aber auch in den Kellern hat der Frost argen Schaden verursacht. In Friedberg selbst war die Gasleitung eingefroren, so daß die Geschäftsleute ihre Räume mit Lampen erhellen mußten. Das Wiederherstellen der aufgefrorenen Röhren geht um so langsamer vor sich, als der Boden saft zwei Meter tief gefroren ist. Ein Theil der schönen Kastanienallee hinter der Burg wird erfroren fein, denn die mächtigen Bäume zeigen tiefe Risse.
Bad-Nauheim, 15. Januar. Jede Saison ist die Zahl der Kurgäste aus dem nahen Frankfurt eine recht beträchtliche. Es kann deshalb nur mit Freuden begrüßt werden, daß der Vorstand des hiesigen Cur- und Verschönerungs- Vereins sowohl bei der Kaiserlichen Oberpostdirection in Darmstadt, als auch bei der Handelskammer in Frankfurt um Anschluß von Bad-Nauheim an das Fernsprechnetz für Frankfurt und Umgegend vorstellig geworden ist» (D. Z.) BadNauheim, 15. Januar. In der heutigen Schöffengerichtssitzung kam ein gewiß seltener Fall vor. Ein Arbeiter aus Ober-Mörlen wurde wegen Diebstahls zu 3 Wochen Gefängniß verurtheilt, seine des gleichen Vergehens angeklagte Ehefrau dagegen freigesprochen. Letztere erbat sich nun unter Thränen vom Gericht die Erlaubniß, statt ihres Mannes, der durch die Arbeit seiner Hände den Unterhalt für die Familie beschaffen müsse, die Strafe absitzen zu dürfen. Das Gericht sah sich selbstverständlich nicht in der Lage, dem Wunsche der sich für ihre Kinder aufopfernden Frau zu entsprechen.
-a- Lich, 16. Januar. Nach einer durch die Herren Bürgermeister Walz und Oberamtsrichter Langermann ergangenen Einladung sand gestern Abend im Holl. Hof dahier eine größere Versammlung statt, in welcher alle Stände und Parteien der hiesigen Stadt, sowie auch die Vorstände der verschiedenen Vereine Lichs vertreten waren, und in welcher beschlossen wurde, unseres Kaisers Geburtstag am 27. d. M., von Abends 8 Uhr ab, im Heiland'schen Saale durch ein Festbankett, verbunden mit musikalischen Vorträgen, zu feiern und zur Betheiligung die gesammte hiesige Einwohnerschaft einzuladen.
§ Bernsfeld, 15. Januar. Einige hiesige Ortsbürger beabsichtigen einen Lese-Verein zu gründen. In nächster Zeit wird sich derselbe constituiren. Wir wünschen dem gutem Unternehmen den besten Erfolg!
§ Vom hohen Vogelsberg, 15. Januar. Infolge der feit langer Zeit herrschenden Kälte (8—15 Gr. R.) stehe» sämmtliche Mühlen still, so daß die Landwirthe, wenn diese Witterung noch einige Zeit anhält, Mehl und Futterartikel werden kaufen müssen. Die in letzter Zelt entstandenen Co»- sum-Vereine lassen schon Futterartikel u. s. w. in ganzen Waggons kommen und erzielen einen großen Absatz. Auch über sonstigen Wassermangel wird geklagt, so hat z. B. in Crainfeld eine Wasserpumpe den Dienst versagt, so daß die Leute genöthigt sind, ihren Bedarf an Wasser mittelst großer Fässer herbeizufahren.
Stockheim, 15. Januar. Am vergangenen Sonntag bewegte sich durch die hiesigen Straßen ein ungewöhnlich großer Leich en zu g. Es galt, den allgemein geachteten, beliebte» und auch in weiteren Kreisen bekannten Bürgermeister May zu seiner letzteii Ruhestätte zu geleiten.
— Kleine Mittheilnngen ans dem Großherzogthnm Hefierr» Während der Jubiläumsfeier zum 100jährigen Bestehen des 4. Gr. Hess. Jnf.-Regts. Nr. 118 in Mainz werden die Ehrenposten mit Mannschaften in der ersten Regiments-Uniform von 1791 besetzt. Die aus Offenbach und Worms zur Festfeier herangezogenen Mannschaften in je einer kriegsstarkem Compagnie werden bei guter Verpflegung bei den Bürger« untergebracht. — In Oppenheim wurde ein beim Ausschachten eines Weinkellers beschäftigter Bauunternehmer von einer zwei Meter hohen Erdschicht verschüttet. Der Verschüttete konnte nur als Leiche hervorgebracht werden. —> Auf dem Terrain des ehemaligen „Winterweihers" in Main^. sanden Arbeiter unter einem Haufen Bruchsteinen die Leiche eines neugeborenen Kindes, dessen Geschlecht nicht mehr festzustellen war. Der kleine Körper war bereits verwest und von Vögeln zerhackt. Wahrscheinlich ist das Kind erdrosselt worden. — Ein beim Eisläufen unterhalb des Mainzer Floßhafens eingebrochener Junge wurde durch die Geistesgegenwart und den Muth eines jungen Mannes, der sofort ins Wasser sprang, vom Tode des Ertrinkens gerettet. — In Reisen bei Birkenau wurde ein Dienstknecht von einem Pferde dermaßen auf den Leib geschlagen, daß er alsbald den erhaltenen Verletzungen erlag. — Das Mainzer Polizei- amt hat die Ladenbesitzer aufgeforbert, aus ihren Schaufenstern „anstößige Bilder" zu entfernen. — Einem Dienstmädchen in Mainz, welches sich mit einer Nadel geritzt und darauf Kupfergeschirr mit Vitriol geputzt hatte, mußte wegen Blutvergiftung ein Finger abgenommen werden.
Vermischtes.
* Darmstadt, 15. Jänucrr. Der Oberstaatsanwalt Schlippe hat jüngst ein A usschr eiben an die Staatsanwaltschaften und Amtsanwälte ergehen lassen, in welchem diese Behörden angewiesen werden, in alle». Strafsachen antisemitischen Anstrichs, in denen Israeliten als


