Neueste Nachrichten.
WvlffS telegraphisches Lorrespondenz-Bureau.
Berlin, 14. December. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine königliche, vom Gesammtministerium gegengezeichnete Bekanntmachung über das Berechtigungswesen an den höheren preußischen Lehranstalten. Danach sind die Reifezeugnisse der Oberrealschulen ausreichend für das Studium der Mathematik und Naturwissenschaften aus der Universität und für die Zulassung zur Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen, ferner für Zulassung zu den Staats- prüsungen im Hochbau-, Bauingenieur- und Maschinenbausack, für das Studium auf den Forstakademien und die Zu- laffung zur Prüfung im Forstverwaltungsdienst, endlich für das Studium des Bergfaches. Die Reifezeugnisse der höheren Bürgerschulen < bezw. Lehranstalten mit sechsjährigem Lehrgang berechtigen für alle Zweige des Subalterndienstes, für die Supernumerarien, der indirecten Steuerverwaltung, Landmesser, Markscheidefach und die höhere Abtheilung der Gärtnerlehranstalt Potsdam. Im Uebrigen bleiben die bestehenden Vorschriften im Wesentlichen unverändert.
Berlin, 14. December. Geheimerath Loeper, der bekannte Goetheforscher, ist gestern gestorben.
Stettin, 14. December. In seiner Ansprache bei dem heutigen Stapellaufe des neuen Panzers von der Vulkanwerft erinnerte der Kaiser an den Tag des Jahres 1874, wo der erste deutsche Panzer, von der Hand seiner Mutter getauft, unter den Augen seines Vaters ins Wasser geglitten sei. Das neue Schiff solle den Namen tragen, der erinnere an den Mann, der jenen ersten Panzer taufte, an jene große Zeit, in der sein Vater als Heros sortlebe, in der Deutschlands Einigkeit erstritten, der Grundstein zu dem Bau gelegt wurde, der durch die Kaiserkrone seine Krönung erhielt. Das neue Schiff solle den Namen tragen zur Erinnerung an das Schlachtfeld, wo der Kronprinz Friedrich Wilhelm den ersten Sieg deutscher Waffen gegen den tapfer sich wehrenden Feind erstritt. Der Kaiser taufte dann das Schiff „Weißenburg". — Zum daraus stattfindenden Diner war die Generalität, die Spitzen der Behörden, die Direction und der Aussichtsrath des Vulkan geladen. Der Kaiser verließ Stettin um 8^ Uhr.
Dresden, 14. December. Prinz Georg brach heute Vormittag auf einem Spazierritte infolge Sturzes des Pferdes das linke Schlüffelbein.
Depeschen des „Bureau Herold".
Berlin, 14. December. Die „Nordd. Allgem. Ztg." bestätigt die Absicht der Regierung, als den Dirigenten der Colonialabtheilung Legationsrath Kaiser im nächsten Frühjahre nach Ostasrika zu schicken.
Berlin, 14. December. Die Drucksachen bezüglich des Handelsvertrags mit der Schweiz gingen im Reichslage ein und wurden heute vertheilt.
Berlin, 15. December. Dem „Tageblatt" zufolge rettete der Dampfer „Energie" bei Ameland die Mannschaft der sinkenden Barke „Ankathor". — Demselben Blatte zufolge wurde die gesammte in Minden garnisonirende Artillerie wegen des herrschenden Typhus nach Friedrichsfelde und Wesel verlegt. — Demselben Blatte zufolge ist der Lieutenant Ramsay, der Nachfolger Gravenreuths, nach Kamerun abgereist.
Berlin, 15. December. Einer Blättermeldung zufolge nehmen an den österreichisch-serbischen Handelsvertrags-Verhandlungen deutsche Delegirte theil.
Danzig, 14. December. Das Lehrerseminar in Marienburg wurde wegen der unter den Zöglingen herrschenden Influenza geschlossen.
Bremerhasen, 14. December. Die gestrige Versammlung socialistischer Wähler des 19. Wahlkreises saßte nach heftigen Angriffen Schmalfelds (Gegner Bismarcks im Wahlkampfe) eine Resolution, in der die Erwartung ausgesprochen wird, daß Bismarck sein Mandat niederlege.
Stuttgart, 14. December. Das Königspaar von Württemberg wird im nächsten Monat den Kaiser in Berlin besuchen und trifft zum Geburtstage des Kaisers dort ein.
Kiew, 14. December. Sämmtliche in den Fabriken und in den Industrieanlagen des Gouvernements Wolhynien angestellte Deutsche sollen unverzüglich ausgewiesen werden.
Localer uttb provinzieller.
Gießen, 15. December 1891.
— Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten «m Donnerstag den 17. December 1891, Nachmittags 4 Uhr: 1) Unterhaltung der städtischen Wiesen. 2) Ausbau der Lonystraße. 3) Verbesserung des Stephans- weges. 4) die Einsriedigung des Bauplatzes des Christoph Spieß in der Diezstraße. 5) Lieferung von Podien für die Realschule. 6) Erlaß einer Feuerlöschordnung für die Stadt Gießen. 6 a) Fortsetzung der Löberstraße bezw. Brückenbau in der Goethestraße.
— Neues Theater. Donnerstag den 17. ds. Mts. kommt als letzte Vorstellung im 1. Abonnement Julius Rosens Lustspiel „Schwere Zeiten" zur Ausführung. Das Werk hat überall einen großen Erfolg zu verzeichnen, hier ist dasselbe unseres Wissens noch nicht aufgeführt worden. Sonntag den 20. ds. Mts. letztes Gastspiel des Herrn Georg Hacker „Hamlet, Prinz von Dänemark".
— Neues Theater. Wie vorauszusehen war, fand die gestrige Aufführung der „Anna-Liese" mit Herrn Georg Hacker als Gast bei ausverkauftem Hause statt.' Das Stück, wegen seines historischen Hintergrundes an und für sich schon gehaltvoll, und für jeden Gebildeten von besonderem Reiz, entrollt vor den Augen des Zuschauers das Leben und Lieben des jungen anhaltischen Prinzen Leopold von Dessau, nachmaligen so berühmten alten Deffauers. Bekannt ist der !
eigenartige Charakter jenes großen Feldherrn und ebenso eigenartig war auch sein Lieben. Er, der Fürstensohn, war in wahrer aufrichtiger Liebe zu feiner Jugendgefpielin, dem liebreizenden Töchterchen des Apothekers Föhse entbrannt und hatte trotz aller Jntriguen Dank feines „Eisenkopfes" seine Liebe mit Erfolg behauptet. An ihm erfüllten sich jene bekannten Worte aus Carmen „Die Liebe von Zigeunern stammet, sie fragt nicht nach Gesetz und Stand." Das Stück giebt jedem der Darsteller Gelegenheit, zu zeigen, was er kann, es bietet fast in jeder Scene ein dankbares Spiel und die Darsteller leisteten, was zu leisten war, wofür sie wohlverdienten Beifall ernteten. Herr Heorg Hacker gab den jungen Dessauer in seiner Eigenart und Urwüchsigkeit, wie die Geschichte ihn kennt und wie der Dichter ihn gezeichnet. Sein „Leopold" war bis auf einige Kleinigkeiten eine Bravourleistung, welche wir auch bei feinen schauspielerischen Fähigkeiten erwartet haben. Den stürmischen Beifall, den er erntete, theilten aber auch die Darsteller der hiesigen Bühne, in erster Linie die Anna-Liese (Frau A. Reiners). Ihr Spiel war eine warme, naturgetreue Wledergabe jenes lebensfrohen, kindlich heiteren und später so todestraurigen Apothekerkindes, wir können diesmal mit Recht behaupten, eine ausgezeichnete Leistung, was auch die stürmischen Beifallsbezeugungen bewiesen. Dieser Leistung reihte sich würdig die des Apotheker Föhse an, (Georg Stegemann), welcher über die seiner Ansicht nach aussichtslose Liebe seines einzigen geliebten Töchterchens tief unglücklich ist. Herr Stegemann, welchen wir in einer derartigen Rolle bisher noch nicht gesehen, vielmehr immer als den unternehmenden Liebhaber, zeigte mit seinem gestrigen Spiel, daß ein routi- nirter Schauspieler Alles darstellen kann. Die Darstellerin der Regentin-Mutter (Louise Plog) bestätigte in dieser Rolle unsere s. Z. geäußerte Vermuthung, daß sie als jugendliche Naive mit Erfolg kaum auftreten kann, bedeutend eher aber als die vornehme Salon-Dame wie gestern. Abgesehen von dem in der Entsagungsscene der „Anna-Liese" nicht genug ausdrucksvollen Geberdenspiel, zeigte sie em richtiges Auffassen und Einleben in die Rolle. Die beiden Spaßmacher in dem Stück, der Gouverneur Marquis de Chalisas und der Hofmarschall von Salberg, hatten in den Herren Paul Ernst und Albert Rosenow ihre richtigen Vertreter gesunden und fanden für ihr Spiel dankbaren Beifall. Die gestrige Vorstellung war im Ganzen eine Bravourvorstellung ; wir bitten um „mehr".
— Sitzung des Schwurgerichts der Provinz Oberhesien am 14. December 1891. Zur Verhandlung kam die Strafsache gegen Heinrich Menges II. von Harheim wegen Brandstiftung. (Staatsanwalt: Theobalds Vertheidiger: Rechtsanwalt Kraft; Geschworene: Ludwig Schadeck II., Georg Philipp Feuerbach, Johann Heinrich Scheerer, Wilhelm Fey, Andreas Keller, Georg Conrad Fritz, Philipp Winter I., Friedrich Wilhelm Wetz II., Paul Schäfer IV., Anton Rompf VIII., Heinrich Kaspar, Adolf Euler II.) Heinrich Menges II. ist angeklagt, daß er am 1. October 1891 zu Harheim ein zur Wohnung von Menschen dienendes Gebäude vorsätzlich in Brand gesetzt habe. Die heutige Verhandlung ergab folgenden Sachverhalt: Heinrich Menges II., ein Trunkenbold, der nichts oder nur wenig arbeitet, hatte in Folge seiner Trunksucht einen großen Theil seines Vermögens, insbesondere eine ihm im vorigen Jahre angefallene Erbschaft im Betrage von 1800 Mk. in kurzer Zeit durchgebracht. Seine Familienangehörigen, Frau und sechs Kinder, behandelte er häufig in so roher Weise, daß dieselben gezwungen waren, die Hülfe der Ortspolizei gegen ihn in Anspruch zu nehmen und vor seinen Nachstellungen Zuflucht bei Verwandten oder Bekannten zu suchen. Wiederholte gerichtliche Bestrafungen übten einen bessernden Einfluß aus ihn nicht aus. Auf Antrag seiner Ehefrau wurde Ende September 1891 bei Großherzoglichem Amtsgericht Vilbel ein Verfahren wegen Entmündigung gegen ihn eingeleitet. Termin zur Vernehmung der Eheleute Menges war auf den 1. October l. I. Vormittags vor genanntem Gerichte anberaumt. Menges machte sich an diesem Tag zeitig aus den Weg nach Vilbel, wohin er sich in einem Fläschchen einen Viertelschoppen Schnaps mitnahm. In Vilbel besuchte er zunächst die Stadelmann'sche Wirtschaft, trank dort zwei Viertelchen Schnaps und entfernte sich in angetrunkenem Zustand, um an das Gericht zu gehen. Dort wurde er wegen seines Zustandes zurückgewiesen. Er trank dann nochmals bei Stadelmann einen Schnaps und fuhr um */gl0 Uhr mit der Eisenbahn nach Hause. In Harheim angekommen, trieb er sich bis um 5 Uhr Nachmittags, ohne etwas zu arbeiten, im Orte herum, besuchte insbesondere seine Schwester und trank wiederholt Schnaps. Etwa um 2 Uhr Nachmittags war seine Frau mit drei Kindern beschäftigt, Kartoffeln in den Keller einzuthun. Menges kam dazu, bedrohte Frau und Kinder und warf mit Steinen nach ihnen, so daß dieselben flüchtig gehen mußten. Frau Menges begab sich zu ihren im Ort wohnenden Eltern, die Kinder gingen auf das Feld, um zu arbeiten. Gegen 5 Uhr kam Menges in die Werkstätte des zwei Häuser von ihm entfernt wohnenden Jacob Schneider, unterhielt sich mit demselben und entfernte sich nach einiger Zeit mit dem Bemerken: „Jetzt gehe ich nach Hause und stecke es an". Schneider erwiderte: „Da kriegst Du ja Strafe", woraus Menges sagte: „Ja, das weiß ich, mindestens zwei Jahre" und sich entfernte. Beim Weggehen begegnete ihm die Ehefrau des p. Schneider, der er zuries: „Jetzt werdet Ihr was erleben!" Diese gab auf Aufforderung ihres Ehemannes alsbald der Ehefrau des unmittelbar neben Menges wohnenden Philipp Jene Kenntniß von der drohenden Aeußerung des Menges, damit sie in der Lage sei, sich vorzusehen. Als die beiden Frauen in Jenes Hofraithe sich noch über diesen Gegenstand unterhielten, ging Menges aus seiner Hofraithe heraus und entfernte sich, indem er an Jenes Haus vorbei die Ortsstraße heraufging. Unmittelbar darauf brach in dem Wohnhaufe von Menges Feuer aus. Es brannte zunächst Heu und Stroh, das aus dem Vorplatze des Mansardenstockes lag und wohl lediglich
zum Zwecke der Brandstiftung dahin gebracht worden war. Das Feuer ergriff das aus dem Boden liegende Heu uni? Scheitholz und zerstörte das Dachwerk und die Mansardenräume des einstöckigen Hauses. Von den nicht versicherte» Mobilien wurden Leibwäsche, Küchengeräth und Kleider durch den Brand zerstört oder beschädigt. Der Gesammtschade» belief sich aus ungefähr 1000 Mk. Menges sah, als er seine Hofraithe verlassen hatte, mehrmals nach derselben zurück und begab sich geraden Weges nach Vilbel, wo er bei Wirth Stadelmann übernachtete. Einem Taglöhner desselben erzählte er am folgenden Morgen, er habe Tags zuvor eine» dummen Streich gemacht, er habe sein Haus angesteckt. Er stellte in der heutigen Verhandlung die Verübung der That nicht ernstlich in Abrede, behauptend, daß er in Folge seiner Betrunkenheit nicht gewußt Habe, was geschehen sei. Durch die Zeugen und die Sachverständigen wurde jedoch dargethan, daß er sich weder in einem Zustande der Bewußtlosigkeit noch in einem Zustande, der die freie Willensbestimmung ausschließenden Störung der Geistesthätigkeit befunden habe. Aus das „Schuldig" der Gesprochenen erfolgte die Verur- theilung desselben in eine Zuchthausstrafe von drei Jahren, unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte aus die Dauer von fünf Jahren.
— Diebstahl. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag wurden aus einer Hofraithe der Westanlage zwei Hühner und ein Hahn gestohlen und von dem Dieb in unmittelbarer Nähe der Hofraithe abgeschlachtet. Der vermuthliche Dieb, an dessen Kleidern man Blutspuren fand, ist gestern hier verhaftet worden. — In einer Wirthschast der Neuen-Bäue wurde die an der Wand des Wirthszimmers befestigte Waisenbüchse abgerissen und gestern im Hofe erbrochen ausgefunden. Wer über den Thäter irgend welchen Anhaltspunkt zu geben vermag, wird gebeten, dies schriftlich oder mündlich bei der Polizeibehörde zu thuu. — Zwei Leute, welche gestern aus einem Keller Kohlen entwendeten, wurden dabei erwischt und zur Anzeige gebracht.
— Unterschlagung. Wegen Unterschlagung von Kundengeldern im Betrag von über 300 Mk. wurde ein seither hier conditionirender Metzgergeselle heute Vormittag verhaftet.
Grünberg, 13. December. Der renommirte Gasthof „Zum Hirsch" dahier, seither im Besitze des Herrn Hoffmann, geht am 1. April 1892 in den Besitz des Herrn Kalitsch, seither Oberkellner im „Hotel Lenz" in Gießen, über- der Kaufpreis beträgt 63 000 Mark.
+ Berstadt, 13. December. Heute starb dahier der Verwalter der hiesigen Poststelle, Herr Ellen berg er. Derselbe, seit längerer Zeit leidend, war viele Jabre lang dahier als Beamter der Poststelle thätig. — Ein hiesiger Einwohner fiel in seiner Scheuer so unglücklich, daß man an seinem Aufkommen zweifelt.
R. Alsfeld, 14. December. Auf die anhaltend regnerische und stürmische Witterung glaubte man am Samstag endlich Frost erwarten zu dürfen. Wenigstens war Samstag Abends der Boden leicht gefroren. Gestern Morgen jedoch hatte sich von Neuem Regen und heftiger Wind eingestellt. Letzterer nahm gegen Abend zu bis etwa um 5 Uhr ein plötzlicher starker Windstoß männiglich erschrecken machte. Im Zimmer Ihres Correspondenten schwankte eine schwere Hängelampe hin und her, vereinzelt flogen Ziegeln und Blumenbretter auf die Straße- es scheint jedoch nicht, als ob dadurch hierorts ein nennenswerther Schaden entstanden wäre. Dagegen wurden im benachbarten Liederbach Dächer theilweise weggerissen und starke Obstbäume vollständig abgebrochen.
8 OberSeemen, 14. December. Bei einer Treibjagd^ welche am verflossenen Freitag in hiesiger Gemarkung abgehalten wurde, wurden gegen 40 Hasen erlegt. Diese Anzahl ist um so bemerkenswerther, als die Hasen ohnehin in unseren Gegenden nicht sehr zahlreich vorkommen und als man gerade in diesem Jahre allseits über das schlechte Er- gebniß der Hasenjagd Klagen führt. Unsere Jäger hatten allerdings einen günstigen Tag angetroffen, an welchem die Hasen das Feld zu ihrem Lager gewählt hatten. Bekanntlich geht der Hase am Morgen nicht in den Wald, wenn es in demselben tropft, was bei der gegenwärtigen Witterung öfters zu geschehen pflegt.
D Vom Vogelsberg, 14. December. Nachdem schon am Montag der verflossenen Woche ein starker Sturm mit electrischen Entladungen geherrscht, wie bereits gemeldet, trat der orkanartige Sturm wiederholt auf. Ganz besonders stark wüthete der Sturm in der Nacht auf den Freitag, an dessen Morgen man wiederum Blitz und Donner wahrnahm. Auch gestern Abend wiederholte sich das Sturmesgebraus, hielt jedoch nur kurze Zeit an. Die orkanartigen Stürme haben überall namhaften Schaden angerichtet. Fensterflügel wurden eingedrückt und zertrümmert, Ziegel und Schornsteine von den Dächern geschleudert, Gefache von den Häusern abgerissen und von den Bäumen schwere Aeste abgerissen. Dem Sturm folgte anhaltendes starkes Regenwetter, das die Bäche über ihre User treten ließ. Das Wiesenthal der Ohm ist stellenweise unter Wasser gesetzt. Die Bewässerung der Wiese» kann jetzt in gründlicher Weise geschehen.
Vecniischtes.
* Ueber die „Berliner Stadtmisfion" schreibt der „Sonntagssreund": Stadtmissionsarbeit ist die Arbeit des barmherzigen Samariters in der Wüste des Lebens. Unsere tägliche Arbeit ist es, den Armen Hilfe, den Traurigen Trost, den Strauchelnden eine Stütze und den Verlorenen Rettung zu bringen. Die 23er 1 in er Stadtmisfion arbeitet in der Kraft und im Namen des Heilandes, der Heilung hat für alle Wunden. Sie hat sich die Aufgabe gestellt, der große» geistlichen und leiblichen Noth nack Kräften steuern zu Helsen. Ihre Arbeit ist lediglich eine Hilfsarbeit für die Kirche^ Sie will den mit Arbeit überlasteten Geistlichen in de» übergroßen Gemeinden in der Seelsorge Beistand leisten«,


