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besagt, eS circulire das Gerücht, der Congreß wolle eine neue Papiergeld-Emission und Einführung des Zwangs- Courses beschließen. Es werden zahlreiche Versammlungen veranstaltet, um hiergegen zu protestiren.

St. Etienne, 14. Mai. Eine neue Versammlung der A rb eit er- De l e g ir ten steht wahrscheinlich bevor. Der Srrike dürfte scheitern.

Luxemburg, 14. Mai. Der Mörder des Oberstlieute- uants Prager ist in dem benachbarten Dorfe Hollerich, wo derselbe bei einem Ackersmann bedienstet war, verhaftet worden. Derselbe, Namens Uebing, ist seiner Zeit aus dem deutschen Heere desertirt. Er hat die That eingestanden- der Chronometer und das Portemonnaie des Ermordeten wurden bei ihm vorgesunden.

Brüssel, 14. Mai. Zahlreiche Arbeiter sammelten sich heute Abend in der Nähe der Börsesbehufs einer Kund­gebung an. Die Polizei schritt ein und zerstreute die Arbeiter, welche sich jedoch bald wieder zusammenrotteten. Gegen 10 Personen wurden verhaftet. Mehrere Meetings zu Gunsten der Verfassungsrevision und der Weitersührung .des Strikes wurden von den Socialisten abgehalten. Danach zogen Arbeiterhausen, die Marseillaise singend, durch die Stadt und schlugen an vielen Häusern die Fensterscheiben ein. Die Polizei zerstreute die Tumultuanten mit Säbel­hieben.

Brüffel, 14. Mai. Ueber 3000 Metallarbeiter stellten heute Morgen die Arbeit ein und hielten Vormittags eine zahlreich besuchte Versammlung ab. Sie zogen dann nach Molenbeck, um die Arbeiter zum Strike zu bewegen. In vielen Etablisiements wird in Folge des Strikes Abends das electrische Licht fehlen.

Brüffel, 14. Mai. Der Bürgermeister giebt durch Schreiben an das Comite des Brüsseler Bundes der Arbeiterpartei bekannt, er werde bis aus Weiteres ein Meeting auf öffentlichem Platze nicht gestatten. Die Polizei werde jede den Verkehr hindernde oder Unordnung hervorrusende Versammlung zerstreuen.

Lüttich, 14. Mai. Eine Besserung aus den meisten Gruben des Stadtgebiets ist bemerkbar. In den übrigen Becken wird die Arbeit ausgenommen.

London, 14. Mai. Der Londoner Gemeinderath bewilligte heute dreitausend Pfund für den Empfang des deutschen Kaisers. Während der Sitzung wurde die Mittheilung gemacht, die Königin würde wahrscheinlich ein­geladen werden, die City zu derselben Zeit zu besuchen.

London, 14. Mai. Der Besuch des Kaisers Wil­helm ist jetzt endgiltig aus den 10. Juli festgesetzt. Es findet ein Dejeuner in der Guildhall mit Ueberreichung einer Adreffe in einem Goldkästchen statt.

Gibraltar, 14. Mai. Der italienische DampferStura" mit 860 Auswanderern, von Neapel nach Newyork, stieß bei Punta di Europa mit dem englischen DampferBuccaneer" zusammen. Von den Dampfern wurde der italienische so beschädigt, daß ein anderer Dampfer zur Weiterbeförderung der Passagiere telegraphisch bestellt wurde. Niemand ist verletzt.

Petersburg, 14. Mai. Nach einer hier eingegangenen amtlichen Nachricht ist das Befinden des Großfürsten- Thronfolgers vollständig zufriedenstellend. Der Mikado, die Prinzen und die hohen japanischen Würdenträger statteten dem Großfürsten wiederholt Besuche ab und sie werden ihn nach Kobe begleiten, wo er sich an Bord desPamjät Asowa" einzuschiffen gedenkt.

Petersburg, 14. Mai. DerNowoje Wremja" zufolge ist die japanische Bevölkerung durch den Mordanfall gegen den Zarewitsch so erbittert und aufgebracht, daß sie den Attentäter nahezu getödtet hätte. Er wurde nur durch die Polizei vor weiteren Mißhandlungen gerettet.

Athen, 14. Mai. Nach den aus Korfu eingegangenen Nachrichten ist die Lage dortselbst unverändert. Unter den Christen herrscht noch immer große Erregtheit. Das Jnden- viertel bleibt cernirt. Es sollen abermals zwei Inden ge­tödtet sein.

Shanghai, 14. Mai. (Reutermeldung.) Nach der Zer­störung der katholischen Mission in Wuhu steckten die Chinesen die Wohnhäuser der Zollbeamten in Brand und plünderten und zerstörten das englische Con sulat. Dem englischen Consul und den zum Consulat gehörigen Frauen gelang es, sich zu retten. Der Consul soll verwundet sein. Der Bericht schließt mit der Angabe, daß die Ruhe in Wuhu wiederhergestellt sei.

Seraing, 14. Mai. Die Anzahl der strikenden Kohlen­grubenarbeiter derSocietv Cockerill" nimmt ab, ebenso in den anderen Werkstätten.

Buenos-Ayres, 13. Mai. Der Congreß berieth die Interpellation betreffs des Marsches der chilenischen Truppen entlang der argentinischen Grenze. In einer Resolution wurde die Regierung aufgefordert, die Neutralität zu wahren und einen starken Truppentheil in den Anden aufzustellen, um einen Uebertritt der Kriegführenden auf argentinisches Gebiet zu verhindern..

Die deutsche Ausstellung in London.

(Nachdruck verboten.)

London, tnt Mai 1891.

Schon seit mehreren Jahren fanden hier in London jeden Sommer und Herbst specielle Ausstellungen verschiedener Nationen statt, welche dem Engländer die in jenen Ländern gemachten Fortschritte in Industrie, Kunst und Gewerbe re. vorführten. Den Anfang machten die Amerikaner mit Buffalo Bill (Oberst Cody) und seinen Rvthhäuten; ihnen folgten die Spanier, Italiener und Franzosen und nun ist dieses Jahr die Reihe an uns gekommen, und wenn nicht alle Anzeichen trügen, dürften wir in keiner Weise unseren Vorgängern nachstehen.

Soweit es eine ausgezeichnete Organisation, sowohl in Deutschland, als auch hier in London, was Mühe und Arbeit

vermögen, verspricht Alles einen glänzenden Erfolg, nur über eins können wir nicht gebieten, das Wetter, und die kalten nassen Sommer der letzten Jahre waren für die vorher­gehenden Ausstellungen ein großer Hemmschuh. AberGott verläßt den Deutschen nicht" sagt das alte Sprichwort und hoffentlich wird es auch diesmal zur Wahrheit. Möge Jupiter Pluvius uns günstig sein! Nach den vielen schlechten Jahren und dem überaus langen kalten Winter könnte man annehmen, daß der Sommer von 1891 ein schöner und warmer sein wird.

Die Ausstellungslocalitäten mit den dazu gehörigen großen Gärten und Anlagen, den Maschinenräumen rc. nehmen einen Flächenraum von über 6 Hectaren ein und sind im Westen von London, also in seinen besten Theilen, zwischen den Vorstädten West Brompton und Carls Court, belegen. Mehrere Eisenbahnen haben Stationen in unmittel­barer Nähe, und Omnibus und Pferdebahn helfen den Platz schnell und billig erreichen. Der Grund und Boden ist das Eigenthum der Eisenbahneompagnien, die also in diesen Aus­stellungen ein pecuniäres Interesse haben- bis nur wenige Monate vor der Eröffnung der amerikanischen Schau war derselbe ein bloßer Krautgarten. Aber eine Armee von 1000 Arbeitern bei Tage und 1000 bei Nacht bewirkten die Verwandlung und in vier Monaten waren Gebäude und Gärten vollendet, aberdings mit großem Geldaufwand, der durch vielfache neue Anlagen und Veränderungen bis letztes Jahr nicht weniger als 150 000 Pfd. Sterl. betrug.

Eine deutsche Ausstellung in London ist, wenn wir die große Eifersucht in Betracht ziehen, die der Engländer gegen alles Deutsche bekundet, ein nie dagewesenes Unternehmen. Keine Nation der Welt sieht er mit so scheelem Auge an, als gerade die deutsche, und aufrichtig gesagt, er hat genügend Grund dafür, wenn er in dem neugeeinten Reich einen gefährlichen Rivalen erblickt. Eben jetzt werden die officiellen Berichte über den Schisffahrtsverkehr durch den Suez-Canal im letzten Jahre veröffentlicht, welche zeigen, daß der englische Antheil daran, obwohl noch immer fast zwei Drittel des Gesammtverkehres ausmachend, doch, wenn auch nur um etwas Geringes, zurückgegangen ist, während sich der deutsche geradezu verdoppelt hat. Deutschland kommt jetzt darin direet nach England, Frankreich hat den dritten und Holland den vierten Platz.

Das vor einigen Jahren erlassene Gesetz, daß alle in England eingesührten fremden Güter auf Emballage und auf den Fabrikaten selbst mit dem Namen des Ursprungsortes bezeichnet werden müssen, um hier Eingang zu finden, war vor Allem die Furcht vor der deutschen Concurrenz, der Engländer hat sich aber dadurch mit seiner eigenen Waffe geschlagen, denn die Bezeichnungdeutsches Product" ist nach­gerade zu einer Reclame für diese Fabrikate geworden. Es ist wirklich comisch, in den englischen Seebädern Tassen und Teller rc. zum Verkaufe ausgestellt zu sehen, die mit An­sichten dieser Platze ausgeschmückt sind, aber darunter die BezeichnungDeutsches Product" oderAngesertigt in Deutschland" tragen. Wie dem auch immer sei, wir müssen anerkennen, daß wir von England gar Vieles gelernt haben und wir hoffen, ihm dies Jahr zu zeigen, daß wir ihm in keiner Weise nachstehen, ja es sogar in manchen Sachen, wie z. B. in Chemikalien, übertreffen.

Die Leitung des Ganzen liegt in den Händen des Herrn John B. Whitey, der dieselbe Stellung in allen vorher­gehenden Unternehmungen bekleidete, und ihm zur Seite steht ein berathendes Comite mit dem in der hiesigen deutschen Colonie so einflußreichen und hochgeachteten Herrn v. Ernst- Hausen als Vorsitzenden. In Deutschland steht Herr B. W. Voigts in Berlin an der Spitze des Comitös mit Fürst Blücher von Wahlstadt als Präsident. Nebenbei haben eine Anzahl von Nobelleuten, Künstlern und Gelehrten es unternommen, dem Empfang der in großer Anzahl zu erwartenden Gäste ihre Sorgfalt angedeihen zu lassen.

Daß daL Unternehmen in allen Kreisen in Deutschland Anklang gefunden hat, wird schon dadurch bewiesen, daß der Name des Herzogs Ernst von Coburg-Gotha au der Spitze des Programms als Ehrenpräsident steht. Derselbe sandte eine Sammlung von Waffen, Schlingen und anderen Werk­zeugen der Jagd, von den ältesten Zeiten bis auf heute, und Prinz Friedrich Leopold von Preußen folgt ihm darin nach in der Ausstellung von Trophäen der edlen Waidkunst. Ein Gleiches geschieht durch eine große Anzahl von deutschen Edelleuten.

Was aber die Krönung des ganzen Unternehmens aus­machen wird, ist der fest versprochene Besuch unseres Kaisers, der aber leider nicht am Eröffnungstage (9. Mai) stattfinden konnte und da aus leicht begreiflichen Gründen, in Anbetracht der früheren Ausstellungen, kein Mitglied der englischen Königsfamilie an diesem Tage officiell zugegen sein konnte, so hat der Lord Mayor von London die Ausstellung eröffnet.

Es ist natürlich jetzt noch viel zu früh, über die Aus­stellungsgegenstände zu sprechen, wohl aber möchte ich Manches anführen, was auf das ganze Programm des Unternehmens Bezug hat.

Das Arrangement der eingesandten Gegenstände liegt in den Händen des Herrn Jaffe vom Ministerium der öffent­lichen Arbeiten in Berlin, während Herr Seidl, der bekannte Decorateur des verstorbenen Königs von Bayern, für alle Decorationen und scenische Ausschmückung sorgt.

Der Besucher in diesem Jahre wird nicht, wie früher, eine ununterbrochene Doppelreihe von Ausstellungsgegenständen entlang der großen Halle, die gegen 350 m Länge hat, finden, sondern man hat dieselbe durch künstliche Bogen und Ver­zierungen in Höfe getrennt, von denen ein jeder eine bestimmte Klasse von Ausstellungsgegenständen enthalten wird. Die Mitte dieses Hauptgebäudes nimmt eine colossale Figur der Germania ein, deren lorbeergeschmückter Sockel mit den Wappen sämmt- licher deutschen Fürsten bedeckt ist.

Da wo früher die Rothhäute von Buffalo Bill auf den etwas höher gelegenen Endpartien der Gartenanlagen ihr Lager ausgeschlagen hatten, da erhebt sich ein ungeheures

Modell der Wartburg, nichts fehlt daran, das Lutherzimwer mit dem bekannten Tintenfleck und selbst das frische Glas Bier, was mau auf der alten Feste haben kann, hat seinen Weg übers Meer gesunden.

In anderen Theilen der Gärten finden wir täuschende Nachahmungen von Scenerien vom Vater Rhein, Potsdam, München, eine alte Straße von Nürnberg und ein Holstein- sches Bauernhaus und schließlich auch das große Heidelberger Faß, in dessen Innern der Hungrige und Durstige für weniges Geld Speise und Trank finden kann. Für des Lebens Noth- burft ist überhaupt gut gesorgt, ein Jeder wird finden, was ihm zusagt und was ihm seine Tasche erlaubt und schon der Name unseres hier so wohl bekannten Kochkünstlers, des Herrn Gustav Bargen aus Berlin, birgt dafür, daß Reich und Arm zufriedengestellt werden wird.

Und was den Durst anbetrifft, so genügt es zu sagen, daß Herr Sedlmeyer von München mit dem weit und breit berühmten Ruf seines Productes auch in London keine Un­ehre einlegen wird. Und wessen Beutel es erlaubt, der findet im ersten Stock desselben Gebäudes das feinste Gewächs vom Vater Rhein.

Wohl keine der uninteressantesten Ausstellungsgegenstände werden eine lange Reihe von Wachsfiguren bilden, welche unsere deutschen Kaiser von Karl dem Großen her bis auf die neueste Zeit darstellen und die nach den Gemälden im Römer von Frankfurt a. M. modellirt sind.

Auch unsere deutschen Künstler von Berlin, München und Düsseldorf nehmen ein reges Interesse an dem patriotischen Unternehmen, und die Abtheilung für Kunst verspricht das Großartigste zu werden, was London darin noch gesehen hat.

Die edle Musika ist nicht vergessen worden, und Arrange­ments sind getroffen worden, um sie dem Engländer in allen Nüancen vorzuführen. Von militärischen Corps sind bis jetzt die des 1. Großh. Hess. Jns.-(Leibgarde-)Regiments Nr. 115 in Darmstadt, 'des 6. Kgl. Sächsischen Infanterie-Regiments Nr. 105 in Straßburg, des 2. Bayrischen Regiments Kron­prinz in München, des Regiments des Herzogs von Ratibor, engagirt. Herr Gungl mit seiner Gesellschaft wird jeden Tag spielen und außerdem werden zwei Tyroler Banden und ein ungarisches Knabencorps gegenwärtig sein.

Die große Arena, in welcher Buffalo Bill den Eng­ländern das Leben im wilden Westen vorführte und die Sitze für 15 000 Personen enthält, ist dazu bestimmt, Scenen aus der militärischen Entwicklung Deutschlands von Karl dem Großen au zu zeigen und etwa 700 Personen und eine große Anzahl Pferde werden an der Reihe der verschiedenen Vor- stellungen theilnehmen.

Ich glaube bereits genug gesagt zu haben, um das Interesse an diesem nationalen Unternehmen zu erregen. Gar viele unserer Landsleute rüsten sich bereits, um Deutschland in London selbst zu sehen, und den übrigen verspreche ich mein Bestes zu thun, um sie von Zeit zu Zeit über das Inter­essanteste informirt zu halten.

Rudolph Schück.

Cocate» nnö provinzielles.

Gießen, 15. Mai.

Sitzung der Stadtverordneten vom 14. Mai. An­wesend : Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herren Beigeordneten Keller und Langsdorff, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Georgi, Grüneberg, Dr. Gutfleisch, Habenicht, Hornberger, Jughardt, Löber, Petri, Scheel, Schopbach, Simon, Dr. Thaer und Vogt.

Vor Eintritt in die Tagesordnung bringt Herr Ober­bürgermeister Gnauth ein Schreiben des Kunstvereins zur Kenntuiß, worin der Verein für den bewilligten jährlichen Beitrag und das der Sache betätigte sonstige Interesse der Stadtverordneten - Versammlung seinen Dank abstattet. Weiter wird mitgetheilt, daß sowohl die Lehrer an der hiesigen Volksschule wie die Handarbeitslehrerinnen ihren Dank ab- geftattet haben für den in der Sladtverordneten-Versammlung gefaßten, die Regelung ihrer Gehaltsverhältnisse betreffenden Beschluß. Das Gesuch des Herrn Wilh. Seuling um Uebertragung der Concession zum Ausschank von Branntwein über die Straße in sein neues, neben dem seitherigen belegenes Verkausslocal in der Nordanlage wird befürwortet. Betr. Ausbaues des Erdkauterwegs im Sinne einer Ein­gabe des Herrn Steinbach, welcher den Weg als Zufahrts­straße nach seiner neu errichteten Dampfziegelei benutzen will, wird, nachdem die in voriger Sitzung beschlossene Augenscheins­einnahme stattgefunden, nach dem Anträge der Baudeputation beschlossen. Danach soll die Chaussirung des Weges erfolgen, sofern Herr Steinbach den Steinfuhrlohn trägt, einen außer Betrieb*gesetzten Steinbruch im alten Feld unentgeltlich an die Stadt abtritt und die Anlieger das zur theilweisen Ver­breiterung des Weges nöthige Gelände unentgeltlich überlassen. Das Gesuch des Herrn Chr. Petri V. um Herstellung einer Einfahrt in seine Privatstraße von der Bahnhofstraße aus wurde in der Sitzung vom 9. April ds. Js. genehmigt unter der Bedingung, daß Gesuchsteller die aus ca. 550 Mk. ver­anschlagten Kosten für Errichtung zweier Einfallschächte, Gossen- pflasterung u. s. w. trägt. In einem neueren Gesuche legt Herr Petri dar, daß bei der verhältnißmäßigen Bedeutungs­losigkeit dieser Privatsttaße die bedungenen Aufwendungen nicht nöthig seien, man solle ihm die Ableitung des Regen- Wassers nach dem vorhandenen Canal an der Bahnhofstraße, des Abfallwassers nach dem Stadlbach und weiter gestatten, die Gosse in der Bahnhofstraße auf 3 Meter Länge auswärts von dem bestehenden Einfallschachte an zu überbrücken. Das Gesuch wird bezüglich der Wasserableitung genehmigt, bezüg­lich der Gossenüberbrückung abgelehnt.

Die Sitzungen des Schwurgerichts am Landgericht der Provinz Oberhessen für das 2. Quartal 1891 werden am Montag den 15. Juni ihren Anfang nehmen.

Der Oberhesfische Verein für innere Mission wird nun fein Jahresfest am 17. Juni in Gießen halten.