Einzelbild herunterladen

Der Lrunusclnb ju Frankfurt a. M. unternimmt am 31. Mai eine Clubtour von Wetzlar über Hohensolms und Gleiberg nach Gießen. Herr Prof. Dr. Buchner hier hat die Führung während der sechsstündigen Marschzeit übernommen.

Ernennungen. Die Finanzaceessisten Chr. Braun in Gießen und Carl Damm in Mainz wurden zu Steuer- assessoren ernannt.

2\ 9libba, 13. Mai. Heute ward der neue Friedhof der israelitischen Gemeinde in Nidda eingeweiht. In Begleitung des Bürgermeisters und der Stadträthe ward vorerst Abschied von der alten Ruhestätte genommen. Herr Rabbiner Dr. Levi von Gießen hielt eine würdevolle Rede, worin er besonders betonte, daß man den verlaflenen Fried­hof immer wieder besuchen möge, um die Anhänglichkeit an seine Geliebten, die dort ruhen, frisch zu erhalten. Auf dem neuen Friedhof der dicht an den christlichen grenzt hielt der Rabbiner wieder eine sehr gefühlvolle Rede und sprach die Wünsche aus, daß alle diejenigen, die da ihre letzte Ruhe finden mögen, so rein und unschuldig seien, als das kleine, halbjährige Kind, das man der Gruft übergebe, und daß nicht allein Frieden hier herrsche, sondern daß auch im täglichen Leben die Menschen sich als Brüder lieben und achten sollen. Außer den Jsraliten waren noch viele andere Bürger Niddas anwesend und hörten den Worten des greifen Ge­lehrten andächtig zu.

-ck. Vom Vogelsberg, 14. Mai. Die gefürchteten drei Eisheiligen" (11., 12. und 13. Mai) sind vorüber, ohne mir eine Spur, wenn man das unbedeutende Fallen der Temperatur in verflossener Nacht nicht in Betracht zieht, zu hinterlassen. Sie haben mithin unsere frühere aus­gesprochene Erwartung erfüllt und gelinde Saiten aufgezogen. Vielleicht auch haben sie sich gescheut, vernichtend in den köstlichen Blüthenschmuck des Mai einzugreifen. In der That, wenn jemals der Mai den NamenWonnemonat" verdient, wenn er jemals die Dichter begeistert, so kann er nicht schöner gewesen sein als der jetzige. Das ist eine Blüthen- fülle, wie wir sie köstlicher niemals geschaut. Das sind nicht einzelne Blüthen, das sind ganze Blüthensträuße, welche von den Obstbäumen in schneeigem Weiß leuchten und die Lust mit ihrem würzigen Duft erfüllen. Die Kirschbäume haben schon abgeblüht, dagegen stehen die Birn- und Pflaumenbäume in voller Blüthe. Dazwischen leuchtet das zarte Mattrosa der Knospen der Apfelbäume- auch ihre Blüthen sind am Aus­brechen und dürften mit den Zwetschenbäumen in voller Blüthe am Pfingstfeste stehen, dieses herrlich ausschmückend. Dazu das einzig treffliche Maiwetter, welches ein vorzügliches Ab­blühen der Obstbäume ermöglicht. Die besten Vorbedingungen zu einer reichen Obsternte sind also vollauf gegeben. Die ganze Vegetation zeigt durch das vortreffliche Wetter, das selbst Schulze Hoppe sammt dem vergessenen Winde nicht besser hätte machen können, ein überaus üppiges Wachsthum. Bon der strengen Herrschaft des Winters ist nichts mehr zu bemerken, außer den großen, kahlen Stellen im Wiesengrund, aus denen das Gras vollständig bis zur Wurzel erfroren ist, und die sich sonderbar im saftigen Gras-Teppich der Wiesen abheben. Die landwirthschaftlichen Arbeiten sind fleißig von statten gegangen, und prächtig keimt die junge Sommer­saat. Einzig vollkommen steht der Klee, dadurch dem Futter­mangel bald abhelfend. Auch die Birnen haben gute Zeit und können durch das gute Wetter die erste Tracht ausgiebig ansnützen. Alles in Allem: der wunderschöne Mai entschädigt uns reichlich für die Unbilden des Winters und macht so recht wahr das schöne Uhland'sche Wort:

Es blüht das fernste, tiefste Thal, das Blühen will nicht enden.

Nun armes Herz, vergiß der Qual, es muß sich Alles wenden!"

8. C. Bad-Nauheim, 14. Mai. Die zwanglosen geselligen Zusammenkünfte der hier und in der Umgegend ansässigen und der zur Kur hier anwesenden

alten Corps st u denken finden auch dieses Jahr wieder während der Dauer der Badesaison jeden Sonnabend Abends 8 Uhr imHotel Kaiserhof" dahier statt. Alle zum Kösener 8. O.-Verbande gehörenden A. H. A. H., Aetive und Nicht- active, sind freundlichst und ergebenft eingeladen.

vermischtes.

* Mainz, 13. Mai. Der Gouverneur der hiesigen Festung, General v. Reibnitz, veröffentlicht in der Streitsache zwischen dem Architekten Heyl und zwei Offizieren heute eine Erklärung, der wir Nachstehendes entnehmen: Das Gouvernement schreibt, daß nach dem Ergebniß der noch nicht abgeschlossenen Untersuchung die bisherigen Zeitungsdar- ftellungen sich keineswegs als zuverlässig, vielmehr zum großen Theil als sehr übertrieben, gehässig und besonders auch als aushetzend erwiesen haben. Insbesondere steht fest, daß Lieute­nant Leydhecker ohne seinerseits gegebene Veranlassung auf das Schwerste von dem Architekten Hehl beleidigt und zu einem Einschreiten gegen diesen provocirt worden ist, weß- halb es angezeigt erscheint, das Resultat der Untersuchung ab­zuwarten, bevor namentlich die Presse sich Urtheile erlaubt, die auf unbegründeten Annahmen beruhen. Die strikenden Schreinergesellen sind mit der Niederlage, welche sie bei dem Ausstande erlitten, nicht zufrieden und versuchen jetzt, einen General st rike in Scene zu setzen, d. h. die Arbeits- eiiistellung auch auf diejenigen Werkstätten auszudehnen, in welchen die Forderungen bewilligt wurden und zwar auf so lange, bis die aus verschiedenen Werkstätten ausgeschlossenen Gesellen wieder Aufnahme gesunden haben. In einer gestern stattgehabten Versammlung wurde ein diesbezüglicher Beschluß gefaßt. Wie die Verhältnisse eben liegen, läßt sich für die Gesellen von diesem neuesten Schritt auch kein Erfolg ver­sprechen.

* Frankfurt a. M., 13. Mai. Das Panorama der Schlacht von Weißenburg, gegenüber dem Palmengarten, hat für die Dauer der electro-technischen Ausstellung den Eintritts­preis auf 1 Mk. an Wochentagen und aus 50 Pf. an Sonn- und Feiertagen ermäßigt, so daß das Entree an beiden Pfingstfeiertagen bereits 50 Pf. beträgt.

* Paris, 10. Mai. Die Eheleute Cournon im Onol- thale bei Marseille zeigten vor einigen Tagen dem Polize,- commissar ihres Bezirks an, sie hätten, von einem Ausgange zurückgekehrt, ihre 23jährige Magd Anna Faure im Bassin ihres Gartens ertrunken gefunden. Sie habe in den Händen einen Papagei gehalten und fei gewiß, indem sie den Vogel habe fangen wollen, ins Wasser gestürzt. Wie der Staatsanwalt jedoch in Erfahrung gebracht, ist diese Er­zählung unwahr. Es handelt sich um ein lange von dem Ehepaare Cournon und einem gewissen Ardisson vorbereitetes Verbrechen. Der Staatsanwalt schöpfte Verdacht, als er erfuhr, daß das Leben der Magd für 100,000 Francs ver­sichert sei. Die angestellte Untersuchung ergab, daß Cournon im Einverständniß mit Ardisson bei allen Stellenvermittlern nach einem für seine Pläne geeigneten Mädchen gesucht habe. Anna Faure, die jung und voü kräftiger Gesundheit war, schien ihm geeignet zu sein; er behandelte si? gut und schlug ihr eines Tages vor, sich für 100,000 Francs zu versichern. Cournon ging nun zur Lebensversicherungs - AnstaltLa France", stellte Anna als junges Mädchen aus guter Familie vor, die von einem älteren Herrn, Ardisson, beschützt werde. Das Versichernngsgeschäft wurde am 10. April abgeschlossen. Vier Wochen später fiel das Mädchen der Habgier Cournons zum Opfer. Sie ist erst mit einem Gegenstand auf den Kopf geschlagen und betäubt worden. Dann hat man sie nach dem Bassin geschleppt.

Universität» > Nachrichten.

Der Kaiser hat dem ordentlichen Professor Dr. Franz Melde an der Universität zu Marburg den Charakter als Geheimer Regierungsralh verliehen. An der Universität Greifswald

wurden für da» laufende Sommerhalbjahr 310 Studirende immatrikulirt. Im Ganzen wird jetzt die Universität mit den auS dem verflossenen Winterhalbjahr verbliebenen von 832 Studenten besucht und zwar von 286 in der theologischen, von 87 in der juristischen, 386 in der medizinischen, 73 in der philosophischen Facultät.

Orrkrhr, Ca*b« nnö OMfiwWWt-

Ararrkfrrrt a. M», 14. Mai. Gestern sind die ersten Kirschen zum Markt gebracht worden. EL ist südfranzösische Maare, die mit Mk. 1.50 -200 da« Pfund verkauft wurde.

Der gestrige Markt im städtischen Viehhof war be­fahren mit 449 Kälbern und 437 Schweinen; am Dienstag waren 132 Schweine am Markt gestanden. Die Urnsatzpreise steütm sich bei Kälbern erster Sorte auf 60-65 Pfg., zweiter Sorte auf 50 bis 55 Pfg., bei Schweinen erster Sorte auf 52-54 Pfg., zweiter Sorte auf 50-51 Pfg. per Pfund Schlachtgewicht.

- Roher Krrrchtsast. Durch das Kochen büßt der Saft von fein aromatischen Beeren und Fruchten meist ganz beträchtlich an Aroma ein; um diesem vorzubeugen, sowie um einen möglichst klaren Hellen Saft zu erzielen, mache man aus 400 Gewichtstheilen reinem Wasser und einem Gewichtstheil Weinsteinsäure eine Lösung und gieße diese über die zu extrahirenden Beeren. Nach 24 Stunden schüttet man die Beeren in einen Spitzbeutel, läßt den Saft durch­laufen und setzt gleiche Gewichtstheile raffinirten Zucker zu. Die Rückstände der Beeren sind in der Küche noch zu verwenden.

2ttrchttche Anzeige« bet Stabt Gietzen.

Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst-

Samstag den 16. Mai:

Nachmittags 2 Uhr: Beichte. Pfarrer Dingeldey.

Pfingstsonntag, 17. Mai:

Vormittags 9Vt Uhr in der Kirche: Pfarrer Dr. Naumann.

Vormittags 9Vt Uhr in der Friedhofscapelle: Pfarrer Dingeldey. _

Nachmittags 3 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Nach den Gottesdiensten Collecte für die hessische Luther- sttftung-

Pfingstmontag, 18. Mai:

Vormittags 9Vr Uhr in der Kirche: Pfarrer Schlosser.

(Konfirmation der Mädchen und Feier des heiligen Abendmahls.

Vormittags 9Vi Uhr in der Friedhofscapelle: (Kandidat Michel aus Ostheim.

Nachmittags 3 Uhr: Pfarrer Dingeldey.

Nach den Gottesdiensten C o l l e c t e für die Armen der Gemeinde.

An Stelle der Nachmittagsgottesdienste werden vom Trinitatts- fonntag, 24. Mai, an FrühgotteSdie nste um 73/< Uhr gehalten werden.

Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 17. bis 23. Mai besorgt Pfarrer Dr. Naumann.

Katholische Gemeinde.

Pfingstsonntag, 17. Mai:

Samstag: Morgens um Vr7Uhr Taufwafferweihe; um 7 Uhr hl. Messe. Nachmittags um 4 Uhr und Abends um Vt8 Uhr Gelegen­heit zur hl> Beichte.

Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um Va7 Ubr Austheilung der hl (Kommunion; um */r8 Uhr Militär- gottesdienst mit Predigt; um 8/<10 Ubr Hochamt mit Prediat. Nach­mittags um Va3 Uhr Festandacht; nach Beendigung derselben Ge­legenheit zur hl. Beichte.

Pfingstmontag, 18. Mai:

Montag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl Beichte; um '/»7 Uhr Austheilung der hl (Kommunion; um Vi8 Uhr MilitLr- gottesdienst mit Predigt; um ®/<10 Uhr Hochamt. Nachmittags um V23 Uhr Maiandacht.

Freitag: Abends 6 Uhr Maiandacht.

Gottesdienst in der Synagoge.

Samstag, 16. Mai.

Freitag Abend 7°° Uhr, Samstag Morgen 800 Uhr, Samstag Mittag 400 Uhr, Samstag Abend 830 Uhr.

Temperatur der Lahn und Lust gemessen am 15. Mat, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 14, Luft 12^2 Grad Reaumur.

L. (Khr. Rübsamen Wwe.

Emser, Selters, Fachinger, Salzschlirfer, Friedrichshaller- und Hunyadi-Janos-Bitterwasser etc.

Zuthaten

Schwimmunterricht und Badezeit für Kinder von Vormittags 1012 Uhr und

Praktisch! von Bernhard Töpfer, Lingenfeld,

gewissenhaften tüchtigen Leuten geführt. - Die Anstalt ist von Morgens 6 Uhr bis Abends 8 Uhr, an Sonntagen nur Vormittags von 612 Uhr geöffnet. Die Liste zur gefälligen Einzeichnung liegt in der Anstalt offen, woselbst auck alles Nähere zu erfahren ist, und lade zum Abonnement ergebenft ein.

4657 Ptu Carl Euler.

Bade, und Dcbwimm Anstalt

von

Ph. Car! Euler

ist eröffnet.

Voranschlag, Plan und Uebernahms-( SHwmimunrerrrau ur<u iul jvhwu wh -uv.mmuyv

bedingungen hierfür liegen auf dem: Nachmittags von 37 Uhr. Schwimmunterricht sowie Aufsicht wird von Stadtbauamt offen, woselbst die ein- - - " " ".....ia ß

schlägigen Angebote bis zum 21. l.M., Vorm. 11 Uhr, einzureichen find.

Neu! Reinlich!

Eisenglanzwichse für Oefen

acht ohne zu stäuben, rasch schönen Glanz. Dosen t 15 H. 176

Niederlage bei Aug. UrSll, Seltersweg 12.

KeKamitmachung;

betreffend die Aktien Gesellschaft, Bnderus'sche Eisenwerke.

Die dem Herrn Friedrich Schiele i in Gießen ertheilte Procura ist durch befielt Wahl in den Aufsichtsrath er­loschen.

Gießen, den 12. Mai 1891.

Großh. Amtsgericht Gießen.

Landmann.____4648

Submiffiöm

»wecks Umbaues einer Straßen- strecke sollen nachstehende Arbeiten mittelst Submission vergeben werden, nämlich:

Grundauffüllung, Maurer­

arbeit, Gteiohauerarbeit, Basaltsteinlieferung,

Steinfuhrlobn, Chausstr- arbeit und Pflasterarbett.

empfiehlt die OTTO SCHAAF c 1f}iessen QQ

Drogen-Handlung von VJ-XV beltersweg 39.

Gießen, den 15. Mai 1891. Großh Bürgermeisterei Gießen

Gnauth. 4667

Platten, Krippen, Tröge, Schleifsteine u Treppevtritte, aus Mainsandstein gefertigt, vorräthig Lei Carl Hensel, Wallthorstr. [4126

fr fr Rasche Lieferung aller weniger gebräuchlichen Wässer. Mineral-Pastillen, Quellsalze, Quellsalzseife.

Badesalze, Mutterlaugen, als Nauheimer, Kreuznacher, Seesalz etc., sowie alle sonstigen 4476

Bekanntmachung.

Bilanz

des Spar- und Dorschußvereins Großen Auseck (E- G.) in Liquidation nach dem Bestand am 31. December 1890.

Activa. JL

1. Darlehen auf Schuld* scheine u. Hypotheken 119518.35

2. An coursirenden Werth­papieren 66168.40

3. An Kaufschillingen 4400.

4. Inventar 356.

5. Kassebestand incl. Rück­stände 18319.94

Passiva. J.

1. Verzinsliche Einlagen 206808.28

2. Einlagen der Mit­glieder

3. Reservefond 1444.51

4. Gewinnantheile der Genossenschafter 509.90

Summa der Aktiva Jt. 208762.69

Großen «Buseck, den 11. s

Summe der Passiva JC. 208762.69 Nai 1891.

Die Liquidatoren:

Balthasar Wagner VIII., Controleur, 4666

Heinrich Schmidt VI., Rechner,

Wilhelm Althaus, Direktor, für Peter Althaus.

Gefrorenes stets vorräthig in verschiedenen Sorten, sowie

Eis-Caffey

Täglich frisches Thee-< Caffee- «nd Deffert Gebäck.

Auch wird

Caffee, Choeolade re.

zu jeder Zeit servirt.

Ed. Lind,

4664 Hsfconditor.

Holzlieferung.

Angebote auf Lieferung von zwölf Raummeter Buchen-Prügelholz find bis zum 25. ds. Mts. dahier einzureichen.

Lich, 14. Mai 1891.

Großh. Gerichtsschreiberei.

Ko hl Heyer. 4654

4601J Kartoffeln und Grummet I verkauft 8. Bogt, Neuenweg 19.