Ausgabe 
14.1.1891
 
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-mit den übrigen Stammesbrüdern. Die Deutschen seien auf­richtige Freunde des segensvollen österreichisch-deutschen Bünd­nisses- sie werden aber im politischen Leben niemals der Tugend der deutschen Treue entsagen. Deutsch-national sein vertrage sich recht wohl mit gut österreichisch und kaisertreu sein. Ein hieran geknüpftes Hoch aus den Kaiser wurde be­geistert ausgenommen.

Paris, 12. Januar. Die republikanischen Blätter ver­zeichnen mit großer Genugthuung die mehr als zehnfache Ueberzeichnung der Anleihe. DerTemps" meint, es sei schwer, sich eine glänzendere Manifestation des Credits und der finanziellen Macht Frankreichs vorzustellen. Zahl­reiche Mitglieder der socialistisch-revolutionären Vereinigung veranstalteten auf dem Perelachaise eine Demonstration am Grabe Blanquis. Es wurden dabei ausrührerische Reden gehalten und die Rusevive la commune aus­gestoßen.

Paris, 12. Januar. Der ehemalige Seinepräsect Haus­mann ist in vergangener Nacht plötzlich in Folge eines Schlagansalles gestorben. DemSoleil" zufolge beschlossen die Seidenweber in Saint Etienne und der Municipalrath von Privas Resolutionen gegen die Seidenzölle. DerAvenir Militaire" meldet: Der Kriegsminister ließ einer Abtheilung des Geniewesens die Entscheidung zu­gehen, wonach im Hinblick aus das projectirte Deplacement der Pariser Ringmauer die Gesetze betreffs der Militär- ; fervituten seit dem 1. Januar nicht mehr anzuwenden seien. ' DasJournal des Debats" hält die Entscheidung für un­gesetzlich - Freycinet habe die Interessen der nationalen Ver- rheidigung geopfert, um sein den Senatswählern gegebenes Versprechen einzulösen.

Leith, 12. Januar. In der Nähe von Sain Abshead <m der schottischen Küste sand gestern ein Zusammenstoß -er englischen DampserBritannia" undBear" statt. Beide Dampser sind untergegangen. Von der Mannschast -desBear" sollen 13 ertrunken sein. Die Passagiere der Britannia" wurden von einem Bugsirdampser gerettet und hierher gebracht.

Veuloo, 12. Januar. Der englische Post über Vlissingen von gestern Vormittag ist wegen Nebels aus See ausgeblieben.

Rom, 12. Januar.Capitan Fracassa" erklärt das Gerücht, die Regierung beabsichtige, den Eingangszoll aus ausländisches Getreide von 5 auf 7 Frcs. zu erhöhen, für unbegründet.

Rom, 12. Januar. Das Königspaar gab gestern dem diplomatischen Corps ein Galadiner. Zur Rechten des Königs saß die Gemahlin des österreichisch-ungarischen Bot­schafters und zur Linken die Gemahlin des britischen Bot­schafters, der deutsche Botschafter und Crispi.

Madrid, 12. Januar. Nach einer telegraphischen Mit­theilung des Präfecten von Gerona stimmt das von der französischen Polizei verbreitete Signalement Padlewskis genau zu der Persönlichkeit des in Olot Verhafteten.

Belgrad, 12. Januar. Die neue Verzehrungs­steuer wird seitens der Presse lebhaft bekämpft, auch ein großer Theil der Kaufmannschaft spricht sich gegen sie aus.

Petersburg, 12. Januar. Ein Exposö im Anschluß an das Reichsbudget sagt: Ganz Rußland hege die feste Zu­versicht, daß die offenherzige friedliebende Politik des Kaisers, der unentwegt die Ehre und Würde des Reiches wahre und den Segen des Friedens selbst in den schwersten Zeiten erhielt, auch künftig wie bisher von vollem Erfolge begleitet, sortdauere. __________________________________________

Locales rind provinzielles.

Gießen, 13. Januar.

Se. König!. Hoheit der Erbgroßherzog gaben gestern ein Diner, zu welchem die Spitzen der Behörden, die Decane der Facultäten der Universität, die juristischen Prosessoren sowie diejenigen nichtjuristischen Professoren, bei

sich Anna seiner Bewerbung gegenüber früher immer ablehnend verhalten, aber die Erfahrung, die sie gemacht hatte und ihre jetzige gedrückte Stimmung ließ sie die Sache vielleicht anders ansehen. Wenigstens blieb sie für den Abend seine Tänzerin.

VII.

Vier Monate waren vergangen. Während der Com- merzienrath Vogelsang mit Frau und Töchtern seine Silber- Hochzeitsreise nach der Schweiz gemacht, war auf der Zeche tüchtig geschafft worden. Selbst der Bau eines neu an­gelegten, etwas entfernter liegenden Schachtes war so weit gefördert worden, daß er im nächsten Frühjahr dem Betriebe übergeben werden konnte.

Dennoch erwarteten den Commerzienrath bei seiner Rück­kehr mancherlei Sorgen. Auch aus den benachbarten Zechen waren während des Sommers verschiedene Strikes vor­gekommen, denen zu begegnen den Arbeitgebern nicht immer ge­lungen war, vielleicht weil sie mit weniger Wohlwollen und Geschicklichkeit vorgegangen waren. Und dabei ließ sich leider mit Gewißheit feststellen, daß diese neuen Arbeiterbewegungen socialdemokratischen Ursprungs waren, sowohl durch Auffindung socialdemokratischer Schriften als durch einige bekannte social­demokratische Persönlichkeiten. Es schien, als ob die kleinen Plänkeleien die Vorläufer einer großen allgemeinen Arbeiter­erhebung sein sollten. Auch Bernhard Kahlsen ließ sich wieder blicken, nachdem er während des Sommers, in unbekannter Abwesenheit lebend, verschwunden gewesen war. Mit Recht galt er allgemein für einen Agenten der Socialdemokratie. Daß er aber gerade in der Gegend der ZecheIduna" seinen Aufenthalt genommen, hatte dennoch in der Hauptsache einen anderen Grund. Zuerst war es der leidenschaftlichste Haß gegen Commerzienrath Vogelsang, dem er durch neue Auf­wiegelung innerhalb der Arbeiterkreise alle möglichen Ver­legenheiten zu bereiten suchte.

(Fortsetzung folgt.)

welchen Höchstderselbe Vorlesungen hört, der Vorsitzende der I Großherzvglichen Handelskammer uud mehrere andere Herren I Einladungen erhalten hatten.

Dem Schlachtvieh.Verficheruugsverem fiel heute der zweite aus die Freibank verwiesene Ochse zur Entschädigung zu. Der Beweis, daß der Verein seinen Zweck erfüllt, geht daraus hervor, daß drei weitere hiesige Metzger dem Verein beigetreten sind, indem Handelsleute wie Landwirthe nur unter der Bedingung des Beitritts zum Verein Schlachtvieh an die­selben verkaufen wollen.

Zur Volkszählung im Kreise Gießeu. Nach der in Nr. 9 ds. Bl. veröffentlichten amtlichen Zusammenstellung des Ergebnisses der Volkszählung am 1. December 1890 hatte der Kreis Gießen einschließlich der 562 vorübergehend abwesenden Personen eine Einwohnerzahl von 74998. 1885 betrug die Einwohnerzahl 72 471, sie hat sich sonach um 2527 vermehrt. Den Hauptantheil der Bevölkerungszunahme trägt die Stadt Gießen mit 1639 Personen (die vorübergehend Abwesenden milgerechnet) davon, so daß die übrigen 79 Gemeinden des I Kreises in die noch verbleibenden 888 Personen sich zu thei- len haben. Von den 79 Gemeinden sind indeß 32 zu zählen, in denen sich seit 1885 die Einwohnerzahl verminderte, sosern I die vorübergehend Abwesenden mitgerechnet worden- ohne diese würde in 38 Gemeinden eine Abnahme der Bevölkerung zu verzeichnen sein. Diese 32 Gemeinden sind: Allertshausen, Bellersheim, B eltershain, Bettenhausen, Eberstadt mit Arns­burg, Garbenteich, Großen-Buseck, Grünberg, Harbach, Holz­heim, Langd, Lang-Göns, Langsdorf, Lauter, Lich, Londorf, Mainzlar, Nieder-Bessingen, Nonnenroth, Obbornhofen, Ober- Bessingen, Ober-Hörgern, Oppenrod, Rabertshausen, Rod- ! heim, Stangenrod, Steinbach, Steinheim, Stockhausen, Trohe, i Uthphe, Winnerod. Was das Zahlenverhältniß der männ­lichen zur weiblichen Einwohnerschaft betrifft, so überwiegt letztere in den meisten Orten, nur in Albach, Climbach, Gießen, Harbach, Inheiden, Kleinlinden, Lindenstruth, Lollar, Mainz­lar, Obbornhofen, Ober Bessingen, Oberhörgern, Oppenrod, Queckborn, Rabertshausen, Reinhardshain, Rodheim, Rödgen, Stangenrod, Trais-Horloff, Treis a. d. Lda., Trohe, Uthpe und Winnerod sind die männlichen Personen in der Mehr­zahl, während in Langsdorf und Steinheim die Zahlen gleich groß sind. Der Ucberzahl der männlichen Personen über die weiblichen kommt in Gießen die Anwesenheit des Militärs und der Studenten, zusammen rund 2000 Personen, zu statten, andernfalls auch hier die weiblichen Einwohner in der Mehrzahl (um ca. 1150) sein würden. Die 74 998 Ein­wohner (37 303 männl., 37 695 weibl.) leben in 15 350 Haus­haltungen und in 11532 zu Wohnungen dienenden Gebäuden.

! Den procentual größten Rückgang in der Bevölkerungsziffer I weist merkwürdiger Weise gerade die kleinste Gemeinde Winne- i rod aus, die 1885 30 Einwohner hatte, 1890 deren aber nur noch 22. Nächst Gießen ist Lich mit Hof Albach, Koln- hausen und Mühlsachen die der Einwohnerzahl nach größte Gemeinde des Kreises, ihr folgen Wieseck, Grünberg rc.

Grünberg, 11. Januar. Durch ein gestern Abend gegen 7 Uhr auf der Walkmühle bei Lauter ausgebrochenes F euer wurde eine Scheuer in Asche gelegt. An ein Löschen war nicht zu denken, die herbeigeeilten Hülfsmannschaften mußten ihre Thätigkeit daher auf die Sicherung der gefährdeten an­stehenden Gebäulichkeiten beschränken. Die Entstehungsursache des Feuers hat noch nicht festgestellt werden können. Die Gendarmerie verhaftete in der Nacht zwar das Dienstmädchen 1 des Besitzers als der Brandstiftung verdächtig, dasselbe wurde I indessen heute Mittag wieder in Freiheit gesetzt.

Röthges, 11. Januar. DemGründ. Anz." wird von hier geschrieben: Voriges Jahr schrieben viele Zeitungen über einen Mann, der sich aus verschiedener Höhe durch einen Fall­schirm aus die Erde niederfallen ließ und bewunderten dessen Kühnheit. In Röthges ist aber in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag, ungefähr zwischen 1 und 2 Uhr, ein noch merkwürdigerer Fall vorgekommen. Es sprang nämlich I Jemand aus der Speicherluke des Hauses des Forstwarten Emrich, eine Höhe von ungefähr 36 Fuß, aus die Straße. Schade, daß es Nachts geschah. Man bittet den Springer, solches bei Tage zu wiederholen, und er wird versichert sein, daß er hunderte, ja tausende von Zuschauern bekommen wird.

x Hungen, 11. Januar. Von Seiten der Landwirthe des Großherzogthums Hessen und Nassaus wird eine Petition an den Reichstag gerichtet werden, welche sich gegen die neue Zucker st euer-Vor läge ausspricht, da die betreffenden Landwirthe hierin eine Schädigung der Zuckerrübencultur, wie überhaupt der gesammten Landwirthschaft erblicken. Die Listen circulirten auch in hiesiger Stadt und Umgegend und wurden mit zahlreichen Unterschriften bedeckt.

Schotten, 11. Januar. Im hiesigen Krankenhause werden seit voriger Woche einige Patienten mit Koch'scher Lymphe behandelt. Die hiesige Sonntags-Z eichen sch ule hat ihren Anfang genommen. Es besuchen dieselbe 32 Schüler. In Kürze wird ein zweiter Lehrer angestellt werden, derselbe absolvirt eben einen ca. achtwöchentlichen Lehrcursus in Darmstadt.

Alsfeld, 5. Januar. In der verflossenen Nacht wurde hier zweimal versucht, Kassenschränke zu erbrechen. ! .Nach den Ermittelungen drückten nach Mitternacht zwei Ein- i brecher die Scheiben der Geschäftsräume der Firma Hölscher I ein, machten vergebliche Versuche, den Geldschrank zu öffnen und räumten dann in den Schreibtischen auf. Hieraus ver­suchten sie gleichfalls vergeblich, de« Geldschrank imDeutschen Kaiser" aufzubrechen. Die Thäter sind noch nicht ermittelt.

Rieder-Wöllstadt, 10. Januar. Als gestern Abend der Zug um 3/46 Uhr vor der Station halten mußte, weil die Geleise im Bahnhof momentan nicht frei waren, glaubte Oeconom PH. Best von Bruchenbrücken, der Zug halte im Bahnhose und stieg gerade am Viaduct über die Staatsstraße | aus. Bei der herrschenden Dunkelheit bemerkte er dies nicht,

fiel sofort über die Böschung auf die Straße und verletzte sich dabei so sehr, daß er heute früh verstarb.

Kleine Mittheilnngen aus dem Grotzherzogttzn« Hesse«. In Crumstadt fand am 10. Januar aus dem Raihhause eine seltene Feier statt. An diesem Tage waren es 50 Jahre, seit der Maurergeselle Joh. Michel bei der Familie Schellhaas in Arbeit trat. Dem Jubilar wurde im Auftrage Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs in Gegenwart des Ortsgeistlichen, des Bürgermeisters, der Arbeitgeber usw. eine Ordensaus­zeichnung verliehen. Am Eröffnungstage der Darm­städter Volksküche wurden im Ganzen 376 Portionen, am folgenden Tage 443 Portionen, in den ersten 5 Tagen nach der Eröffnung 2500 Portionen verabreicht. In Worm s wurden am 10. d. Mts. die Bewohner eines Hauses dadurch, daß das Gas der Straßenleitung in großer Menge eindrang, in Lebensgefahr gebracht. Erst gegen Uhr des Vormittags erwachte der Mann und so konnten die übrigen sechs Personen, welche noch schwer betäubt waren, gerettet werden.

vermischtes.

* Wetzlar, 11. Januar. Eine lustige Geschichte hat sich, wie demW. A." glaubwürdig berichtet wird, dieser Tage auf einem Verwaltungsbureau unseres Kreises zugetragen. Kommt da ein Mann anspazirt, der zu irgend einem Zwecke feine Beitragskarte für die Jnvaliditäts- und Altersversiche­rung vorlegen will. Das eigenthümliche Aussehen der über und über beschmierten Karte veranlaßte den abserttgenden Beamten zu der Frage, was der Vorzeiger mit dem Schrift­stück angesangen habe.Nix hab' ich damit gemacht," meinte der,nur mei' Marke hab' ich eingeklebt." Nach einigem Hin- und Herreden stellt sich's heraus, daß unser Pfiffikus die zwei gummirten Beitragsmarken mit BirnHonig auf­geklebt hatte. Nachdem sich der erste Heiterkeitsausbruch der auf dem Bureau Anwesenden gelegt hatte, wurde unser Mann gefragt, ob er noch keine Briefmarken aufgeklebt habe. Mei Lebtag noch nit," war die selbstzufriedene Antwort. Mit was annerscht sollt ich dann die Dinger feftmache."

ff Kassel, 12. Januar. Eis eu b a hn uns älle. Auf der Bahnstrecke Kassel-Guntershausen, die zum Theil auch von den Zügen der Kassel-Waldkappeler Bahn besahren wird, hat sich gestern Nachmittag ein schwerer Eifen- bahnunsall ereignet. Der von Waldkappel-Großalmerode und Bettenhausen kommende gemischte Güterzug entgleiste bei der Einfahrt in die Station Wilhelmshöhe. Der größte Theil des langen Zuges kam aus den Schienen, die Wagen schoben sich zum Theil ineinander und wurden mehrere Waggons total zertrümmert, auch die Maschine sehr stark beschädigt. Dagegen kam das Maschinen- und Schaffnerpersonal, welches sich zum Theil durch Abspringen rettete, mit heiler Haut und dem Schrecken davon. Ueber die Ursache der Entgleisung ist etwas Bestimmtes noch nicht ermittelt worden. Der Nackt­schnellzug Hamburg-Hannover bezw. Berlin- Kreiensen - Kassel-- Gießen - Frankfurt, welcher fahrplanmäßig um 5 Uhr Morgens hier eintreffen muß, kam heute Morgen erst um 1/2^ Uhr hier an. Die Ursache war, daß aus verschiedenen Stationen unterwegs Wagen mit heißgelausenen Achsen mußten ausgesetzt werden. Die An­schlüsse wurden nicht erreicht, doch wurde ab Kassel ein Vorzug nach Gießen-Frankfurt abgelassen. Auch die Züge nach West- salen, Hannover und Bremen hatten große Verspätungen.

* Kassel, 10. Januar. In dem hiesigen Garnisonlazarech treffen gegenwärtig von allen Truppentheilen des 11. Armee­corps die tuberkulös Erkrankten ein, um hier unter Leitung des Herrn Oberstabsarztes Dr. Pfuhl, welcher in Berlin war, mit dem Koch'schen Mittel behandett zu werden.

* Berlin, 10. Januar. Zur inneren Ausschmückung des neuen Reichstagspalastes, welche im Laufe dieses Jahres beginnen soll, bleibt eine Summe von nicht ganz ; zwei Millionen übrig, die nach dem Berichte des leitenden Architecten in Ansehung des Zweckes etwas gering ist. Mir Bedauern hört man, daß eine wesentliche Vereinfachung deS ursprünglich geplanten Jnnenschmuckes stattfinden muß. Ganz besonders ist eine solche Vereinfachung im Interesse unseres heimischen Kunstgewerbes zu beklagen. Es werden demselben schon ohnehin ungemein wenige Aufgaben gestellt, an welchen dasselbe seine ganze Kraft einsctzen und wirklich etwas leisten kann. Man hatte geglaubt, daß bei der inneren Ausschmück­ung des Reichstagsgebäudeß solche Aufgaben gestellt werden würden. Diese Hoffnung erscheint aber aussichtslos.

* Immer poetisch. Ein Kaufmann, der einem Bauer sehr viel Waare geliefert hatte, hörte, daß derselbe sehr- schlecht stehe, und schickte einen Reisenden hin, um zu sehen, was noch zu retten sei. Dieser, eine stark poetisch an­gehauchte Natur, schrieb seinem Prinzipal frei nach Uhland folgende Antwort:

»Nur noch ein einzig's Säu'le Zeugt von oerschwundner Pracht; Auch dies, schon halb verhungert, Crepirt noch über Nacht."

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Gießen, 13. Januar. Marktbericht. Auf dem heutigem Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 0,800,85, Hühnereier 1 St. 78, 2 St. Enteneier 1 St.--2 St. 4,

Käse pr. St 57 H, Käsematte pr. St. 3 X, Erbsen pr. Liter 18 4, «insen pr. Liter 28 A, Tauben pr Paar * 0,400,50, Hühner vr° Stück JL 0,80-1 00, Hahnen pr. St .* (L7ö -1,00, Enten pr. Stück JL 1.401,80, Ochsenfleisch pr. Vfd 7014 A. Kuh- und Rindfleisch 6064 H, Schweinefleisch 6070 A, Hammelfleisch 6268 A, Kalb­fleisch 6064 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo 5,500,00, Weißkraut or St. 37 A, Zwiebeln per Eentner JL 5,000,00, Milch per Liter 12-18 X Gänse pr. Pfd. 60 H.

Friedberg, 10. Januar. Buttermarkt. Butter kostete pe^ Pfd. 0.80-0,90. Eier 1 St. 8 2 St. -