sprechen, daß wir mit allen Mächten in durchaus freundlichen Beziehungen stehen. Im vollen Einklänge mit unseren Verbündeten erblicke ich in der Erhaltung des europäischen Friedens die sicherste Gewähr für das Glück und das Gedeihen der Völker. Meine Regierung verliert dieses Ziel nicht aus den Augen und es kommen auch von allen Cabinetten Versicherungen gleich friedlicher Bestrebungen. Zwar hat dies bisher noch nicht dazu geführt, die Gefahren der politischen Lage Europas zu beseitigen oder die allgemeinen militärischen Rüstungen zum Stillstand zu bringen, da aber das Friedens- bedürfniß so allgemein und einmüthig bekundet wird, erscheint die Hoffnung auf eine endliche Erreichung jenes Zieles nicht ausgeschlossen. Möge mir beschieden sein, meinen Völkern die frohe Botschaft verkünden zu können, daß die gegenwärtigen Sorgen und Lasten des bedrohten Friedens ein Ende erreicht haben. Bei den Vorlagen für die Delegationen sei die Finanzlage der Monarchie gewissenhaft berücksichtigt, der Voranschlag für Heer und Marine auf das dringendste Bedürfniß beschränkt. In Bosnien, in der Herzogewina zeige sich aus allen Zweigen des wirthschaftlichen Lebens eine fortschreitende Entwickelung.
vermischtes.
* Kassel, 11. November. Anläßlich des 25jährigen Bestehens des Hessischen Feldartillerie-Regiments Nr. 11 sand heute Vormittag großer Regimentsap.pell statt. Bei demselben waren zugegen die ehemaligen activen Offiziere und Reserve-Offiziere, wie sonstige frühere Regimentsangehörige in großer Zahl, ferner der commandirende General des XI. Armeecorps General der Infanterie v. Grolman und Generallieutenant Prinz Friedrich von Hohenzollern. Oberstlieutenant Braumüller hielt eine Ansprache, welche mit einem Hoch aus Se. Majestät den Kaiser schloß. Das Kriegerdenkmal am Aue-Thor war zu Ehren des Tages festlich geschmückt. Im „Stadtpark" fand ein Festmahl statt. Am Abend werden Commers und festliche Aufführungen die Feier schließen.
Schsffsnachrichten.
Hamburg, 8. November. Der Hamburger Doppelschrauben- Schnelldampfer „Augusta Victoria", Capttän Barends, der Hamburg- Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft, welcher am 31.Octobec von Southampton abgegangen, ist am 7. November 5 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Reisedauer von Hamburg bis Ncwyork 8 Tage 9 Stunden 40 Mtn. Oceanfahrt von Southampton 7 Tage 6 Stunden 30 Mtn., von Queenstown aus gerechnet nur 6 Tage 15 Stunden 30 Mtn.
Hamburg, 8. November. Das Hamburg-Newyorker Post- Dampfschiff „Rugta", Capttän Leithäuser, von der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft, ist am 7. November, 3 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in Newyork angtkommen.
— Der Postdampfer „Belgenland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 8. November wohlbehalten in Philadelphia angekommen.
— Der Postdampfer „Friesland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 9. November wohlbehalten in Newyork angekommen.
Ernennungen. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigft geruht: am 31. v. Mts. den Professor an der technischen Hochschule zu Darmstadt, Stribeck, zum Mitglied der Prüfungs-Commission für das Finanz- u. technische Fach zu ernennen. — Durch Entschließung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 6. November d. I. ist dem Lehrer an der Landesbaugewerkschule, Professor Hermann Müller in Darmstadt, die Versetzung der Stelle des Direktors der Landesbaugewerkschule bis aus weiteres übertragen worden.
3um Raubmord in Mörfelden. Die meuchlerische am ^3. v. Mts. im Walde zwischen Frankfurt und Mörfelden an dem Bauer Johann Peter Arndt verübte Mordthat hat noch ein trauriges Nachspiel gehabt, indem die Wittwe des Ermordeten, Eleonore Arndt, geb. Acker, mit ihren 7 Kindern, von denen 4 noch in die Schule gehen, in eine große Noth gekommen ist, die, laut amtlicher Bescheinigung des Pfarrers und des Bürgermeisters von Mörfelden, noch dadurch besonders gesteigert wird, daß auf dem Arndi'schen Anwesen (Haus und Grundstücke) Schulden im Betrage von 5500 Mk. haften und noch weiter durch den Verlust von mehreren Pferden entstandene Schulden vorhanden sind. Für die solchergestalt hart bedrängte Wittwe ist daher eine Sammlung ins Leben gerufen, deren Ergebniß hoffentlich ein recht erkleckliches wird.
Erwartungen, deren Erfüllung Wünschenswerth sei; dem Dele- Dostal gegenüber äußerte er, die Jungtschechen sängen dem Volke abgeschmackte Lieder vor,- ergänzend sprach er zu Pollak. „Der böhmische Ausgleich muß zu Stande kommen und wird es."
Wien, 12. November. Die Deutsch-Nationalen, Anti- semtten und Jungtschechen haben eine Vereinbarung zur Bekämpfung des deutsch-österreichischen Handels-Vertrages geschlossen. Dieselben repräsentiren 52 Stimmen.
London, 11. November. Lord Salisbury forderte dte Admiralität anläßlich der Matrosenlandung auf Mytilene auf, die Schiffscommandanten anzuweisen, vor dem Manövriren mit Scharfschüssen in fremden Gewässern die Erlaubniß der interessirten Mächte einzuholen.
Paris, 12. November. Freycinet und Fallieres brachten eme Verschärfung des Spionengesetzes von 1886 etn. Die Strafen sollen ein Jahr Gefängniß bis zur Todesstrafe, von 1000 10,000 Francs betragen. Der Todes- strafe unterliegen Militärpersonen und Beamte wegen ver- rätherischer Beziehungen zu den auswärtigen Mächten.
^om' H- November. Der dritte internationale Fried ens-Congreß wurde heute eröffnet. Bonacci begrüßte die Versammlung Namens der Stadt. Dann sprach Bonghi, welcher erklärte, die Ausgabe der Friedensvereine sei nichts anders, als den Verkehr der Völker durch Schiedsgerichte zu regeln, dann Freiin von Suttner, Vertreterin der österreichischen Friedensvereine, Hodgson Pratt 2c. Zum Präsidenten wurde Bonghi gewählt, daneben fungiren elf; Vicepräsidenten, darunter Frau von Suttner. Die nationalen I Fragen sind aus den Debatten ausgeschlossen. Nach der Sitzung erörterte Hodgson Pratt in lebhaftem Gespräch mit I den Franzosen die Neutralisirung Elsaß-Lothringens. Die I Irredentisten wollen auf dem Friedens -> Congreß die Frage der natürlichen Grenzen der Nationalstaaten auswerfen.
Washington, 11. November. Der brasilianische Gesandte erklärte, er habe über eine Revolution in der Provinz Rio Grande do Sul keine Nachricht erhalten.
Citeratur und Kunst.
O I T J£?rIa.a des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien ist soeben der längst erwartete zweite (Sckluß-1 Band von „KernerS Pflanzenleben" vollständig erschienen. Wir bringen diese Thatsache, die in wetteren Kreisen mit besonderm Jnter- esse ausgenommen werden dürfte, unfern Lesei n sogleich zur Kennt- mß: bedeutet sie doch für viele die Erfüllung eines jahrelang gehegten Wunsches. — Dem vor zwei Jahren erschienenen ersten Bande dieses bedeutenden Werkes sollte sich nach dem Plane der Verlags- Handlung der zweite unmittelbar anschlietzen, konnte in Folge einer langwierigen Erkrankung des Verfassers jedoch e-st jetzt die Presse verlassen. „Kerners Pflanzenleben", in seiner vollendeten Gestalt ein ebenbürtiges Seitenstück zu „Brehms Thterleben", theilt mit diesem berühmten Werke die vornehmlichen Eigenschaften einer gemeinverständlichen Darstellung und anziehenden Schreibweise Wie Brehm, so hat auch Kerner mit richtigem Gefühl und feinem Ver- standntß in seiner Schilderung des Pflanzenlebens die hohe Aufaabe glücklich gelöst, vom Standpunkt der Wissenschaft ausgehend nicht in erster Linie für die Fachgebtldeten, sondern vor allen Dingen für das große Publikum zu schreiben. Aus dem ernsten, ztelbewußten Wirken des begabten Forschers ging ein Hausbuch bester Art her- vor, in beffen fesselnder Lectüre der Laie anregende Unterhaltung und Belehrung findet. Sein Hauptreiz liegt in der gemeinverständlichen Entschleierung dessen, was der Laie im Sprachgesühl gewöhnlich mit „Keimen, Wachsen, Blühen, als Artenusf."der Pflanze bezeichnet, ohne sich über die zu diesen Vorgängen nothwendtgen Vorbedingungen weder bewußt zu werden, noch Rechenschaft geben zu können. Und doch ist es wahrlich nickt selten, daß sich uns schon beim bloßen Beschauen dieser oder jener Pflanze das Verlangen nach Wissen und Belehrung über das Reich aufdrängt, zu dem unser Dasein in so inniger Beziehung steht. Verträum wir uns in diesem
Urriversitäts - Nachrichten.
~ Die Zahl der Studirenden an den preußischen Universitäten hat nach einer Zusammenstellung von Prof. Guttstadt in den letzten 20 Jahren um 37,7 Procent zugenommen. Diese Zunahme war, was die einzelnen Universitäten angeht, procentualtsch berechnet, sehr verschiedenartig. Am größten war der Zuwachs in Kiel, nämlich 262,2 Procent, am geringsten in Göttingen, 10,7 Procent SDte übrigen sieben preußischen Universitäten weisen absteigend die folgenden Procentzahlen der Zunahme auf: Marburg 112, Berlin 106 Halle 63,4, Bonn 63,2, Greifswald 62,4, Breslau 36,2 und Königsberg 25,4.
uttfc provinzielles.
Gießen, 12. November 1891.
. — Militärisches. Die am 6. November beim Infanterie-
Regiment „Kaiser" eingetretenen Rekruten leisteten heute Vormittag den Fahneneid.
io oT ^Ueg ?^ater. Wieder geht am Freitag den 13. November eine Novität in Scene und zwar keine geringere als „Pension Sch öller". So viel wir aus den Zeitungen erfahren, sind sich dieselben in einem Punkte über die Laufs'sche Novität vollständig einig, nämlich: daß noch me im Theater so viel gelacht wurde, als bei der Aufführung von „Pension Schüller". Einer weiteren Empfehlung bedarf es wohl kaum.
— Dramatische Vorträge. Mit Fitgers Trauerspiel „Die Hexe" hat Herr Oscar Zack am Mittwoch, den 11. d. Mts. seinen diesjährigen Cyclus von Vorträgen nach leder Seite hin würdig beschlossen. Die handelnden Personen verstand er mit scharfen Strichen zu zeichnen, während den ganzen Vortrag Wärme und Begeisterung beseelte. Das hochdramatische Werk verfehlte es daher nicht, einen tiefen Eindruck auf die äußerst zahlreichen Zuhörer zu machen.
— Vorträge im Gewerbverein. Die von dem hiesigen Gewerbverein veranstalteten, nicht ausschließlich für seine Mitglieder bestimmten Vorträge werden im laufenden Winter mit einem für weite Kreise bedeutendes Interesse bietenden Vortrage über „das A luminium, seine Darstellung und seine Verwendung in Industrie und Gewerbe" — mit Vorlage von Musterstücken und Bearbeitungsproben — ihren Anfang nehmen. Das A l u m i n i u m, dieses wunderbare Metall, das gewissermassen das Zwischenglied bildet zwischen den edlen und unedlen Metallen, das aus dem verbreitetsten Bestandtheil unserer Erdrinde, aus der Thonerde, dargestellt wird, ist, sowohl für die Technik wie für die Kunst von höchstem Interesse und Werth. Es widersteht nicht nur den Einflüssen der Luft und des Wassers, sondern auch der Schwefelsäure und Salpetersäure, was bekanntlich weder beim Eisen, noch beim Kupfer, noch beim Silber der Fall ist. Dieses „Silber aus Lehm", das wegen der Schwierigkeit seiner Herstellung vor noch nicht langer Zeit viele Tausende per Kilo kostete, wird jetzt durch die in electrischen Strom umgewandelte Kraft eines Theiles des Rheinfalls bei Schaffhausen in einer der großartigsten maschinellen und elctro- lytischen Anlagen so billig dargestellt, daß seine Anwendung für die mannigfachsten Zwecke möglich ist und der Kunst und Industrie das weiteste Feld der Nutzbarmachung bietet. Der Vortrag wird am 18. d. M. von Herrn Ingenieur K. Brockmann, der sich längere Zeit in den Werken an den Rheinfällen aufhielt, um die Sache zu studiren, im Saale be§ Cafe Balzer gehalten werden und sind auch Nichtmitglieder des Gewerbvereins freundlichst eingeladen.
Klavier-Concert. Die Kunstfreunde unserer Stadt machen wir auch an dieser Stelle besonders darauf aufmerksam daß heute (Donnerstag) Abend der in musikalischen Kreisen als ausgezeichneter Componist rühmlich bekannte Capellmeister G. Heftrich aus Wiesbaden in der Restauration „Zum Lahnstein" ein Concert veranstalten wird. Den Zuhörern wird Gelegenheit geboten, meist eigene Compositionen des Herrn Heftrich zu hören. Die von dem Generalintendanten Grafen Hochberg sehr günstig beurtheilte Ouvertüre zu der von Herrn Heftrich selbst componirten Oper „Imogen" wird auf dem reichhaltigen und gewählten Programm nicht fehlen. Uns vorliegende Beurtheilungen auswärtiger Blätter stellen dem von fürstlichen Personen wiederholt ausgezeichneten Concertgeber das günstigste Zeugniß aus. Näheres siehe Inserat. v
Verkehr, Land- nrr- Volkswirthschast.
Friedberg, 10. November. Frachtpreise. Weizen al 24 75 bis 2£00, Korn 24.00-00.00 Gerste J 17.M-17 50 Later 200^Zollpfund^0' Preise verstehen sich auf 100 zrilo, gleich
?*Aberg, 11. November. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. JL 0.95—1.00, Eier 1 St. 7 2 St. 13 H.
91LJF?öemt,cr- Aruchtmarkt- Rother Weizen ** 20'60' weißer Weizen JL 20.20, Korn JL 18 65, Gerste JL 1130, Hafer, jl 7.55, Erbsen —, Kartoffeln —.—.
Wien, 11. November. Das „Fremdenblatt" hebt den Passus der Thronrede hervor, in welchem der Kaiser den Wunsch aus Anbruch einer besseren Aera und den Schmerz über die neuen Anforderungen an die Opferwilligkeit der Völker ausdrückt. Daraus könne die Welt ersehen, daß der Friede keinen überzeugteren aufrichtigeren Freund besitzen könne, als den Kaiser Franz Joseph. Die „Neue Freie Presse meint, die Thronrede weiche bei der Schilderung der Lage Europas von den jüngsten Erklärungen des italienischen Ministerpräsidenten di Rudini und des englischen Premierministers Lord Salisbury ab. Die Thronrede erwecke das Gefühl des Ernstes der Lage in Europa und schränke dadurch den ungerechtfertigten Optimismus ein. Die Thronrede sei aufrichtiger als die Reden Salisburys und Rudinis. Das „Neue Wiener Tageblatt" sagt, die Thronrede verkünde neuerdings, daß Oesterreich-Ungarn von einem Friedens- Monarchen regiert werde.
Paris, 11. November. Hier eingegangene Depeschen aus Rouen, Quiberon und Le Mans melden von heftigen Wirbelstürmen, durch welche erheblicher materieller Schaden angerichtet wurde. Hier herrscht ebenfalls starker Sturmwind aus Süden, doch ist, soweit bis jetzt bekannt, kein ernsterer Unfall vorgekommen. Depeschen von der Canalküste melden zahlreiche Verluste von Fischerbooten.
Lemans, 11. November. Bei Marcoux (Staatsbahnlinie) ist ein Zug entgleist- unter den fünf zu Schaden gekommenen Personen befinden sich drei schwer verletzte.
Loudon, 11. November. Ein Sturm wüthet an der Nordostküste Englands. Der telegraphische Verkehr mit dem Continent ist dadurch stark verzögert. Das Packet- boot Dover-Ostende nahm nur Postsachen an Bord. In Folkestone und Deal wurden die Dächer mehrerer Häuser abgerissen. Bei Dowesthoft schlug ein großes Fischerboot um, wobei sieben Personen ertranken.
Petersburg, 11. November. Aus Sebastopol wird gemeldet: Vorgestern entgleiste bei Melitopol ein Güterzug der Eisenbahn Losouwoje-Sebastopol. Acht Waggons verbrannten. Das Zugpersonal erlitt tödtliche Brandwunden.
Konstantinopel, 11. November. (Agence-Meldung.) Authentischen Berichten aus Demen zufolge bemächtigten sich die kaiserlichen Truppen mehrerer von den Insurgenten besetzter Orte und schlugen die Aufständischen in eine regellose Flucht. Ebenso wurden die an den Herd des Aufstandes grenzenden Districte besetzt. Eine Amnestie wurde procla- mirt. Die vor den Aufständischen geflohenen Bewohner beginnen zurückzukehren.
Newyork, 11. November. Nach einem Telegramm des „Newyork Herald" aus Guayaquil (Ecuador) ist es bei den Municipalwahlen zwischen den gegnerischen Parteien zu Straßenkämpfen gekommen. Die Polizei machte von der Schußwaffe Gebrauch und mehrere Personen wurden verwundet. Der geschäftliche Verkehr stockt.
Depescken deS „Bureau Herold".
Berlin, 11. November. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt, das Telegraphengesetz beschränke keineswegs die Electncitäts-Jndustrie und gewähre dem Reiche auch nicht die unbeschränkte Herrschaft über den Straßenkörper.
Berlin, 12. November. Nach den „Polit. Nachr." sollen zwecks Studiums der neueren Sprachen unter den Offizieren in den nächstjährigen Militär-Etat Mittel eingestellt werden.
Köln, 11. November. Nach der „Köln. Ztg." erschweren die russischen Generalconsule die Ertheilung des Paßvisums an jüdifiye Kaufleute iyii) ertheilen es meist nur an Großkaufleüte, von denen sie den Nachweis dec Beibringung der Einkommensteuer fordern. Die wachsende Noth Rußlands verschiebt sich immer mehr nach dem Westen, die Leute wandern zu Tausenden aus, so daß auch im West- gebiete die Vorräthe schnell aufgezehrt werden. Von öen bewilligten Mitteln wurde bisher wenig an die Nothleidenden vertheilt.
Bochum, 11. November. Die „Wests. Volksztg." hält gegenüber öer gestrigen Kundgebung des „Reichsanzeigers" ihre Behauptungen über die Urkundenfälschungen und Betrügereien beim Bochumer Verein aufrecht. Der „Reichsanzeiger spreche nur von den letzten sieben Jahren und Schienen, aber es seien bedeutende Unregelmäßigkeiten bei Abnahme von Achsen und Bandagen nachweisbar. Die Eisenbahnverwaltung solle sich erklären über das von der „Westsäl. Volksztg." veröffentlichte Verzeichniß gefälschter Stempel.
Kiel, 12. November. Bei der Stadrverordneten- wahl siegten die beiden Candidaten der vereinigten Ord. nungspartei über die Socialdemokratcn.
Wien, 10. November. Der Kayer sagte dem Delegirten • Demel, die Friedensversicherungen beruhten auf !


