Wissensdrang Kerners freundlicher und lichtvoller Führung an, so sehen wir sehr bald die Geheimnisse der Pflanzenwelt vor uns auf- gethan. Der scharf beobachtende feinsinnige Forscher führt uns zunächst in die Lehre von den Gestaltungen der Pflanzen ein: er erklärt die Gestalt und Thetle der Pflanzen und schildert die LebenS- erscheinungen dec letzteren in fortlaufenden Bildern. Wir beobachten die gehetmntßvollen Vorgänge der Befruchtung und Keimbtldung und begleiten die Pflanze durch alle Stadien ihres Wacksthums bis zur vollen Entfaltung, lernen die Bedingungen und Einflüsse kennen, die von Kl'wa, Oertlichkett und Temperatur auf das Gedeihen der einzelnen Pflanzenfamilien ausgeübt werden und gewinnen dann einen Ueberbltck über die Geschichte der Pflanzenwelt und die Entstehung der Arten. — Aufs wirksamste unterstützt wird Kerners Werk durch eine überaus reiche Beigabe von Illustrationen. Nicht weniger als 1000 der herrlichsten Zeichnungen im Texte und 40 farbenprächtige Chromodrucke bringen dasselbe auf einen sonst founi e reichten Standpunkt der Anschaulichkeit. Der deutsche Bücherschatz bat in „Kerners Pflanzenleben" eine werthvolle, unsere Literatur ehrende Bereicherung erfahren. Wir haben es daher nur als eine angenehme Pflicht erachtet, auf das Buch nachdrücklich und empfehlend hinzuweisen. — Der im Verhältniß bescheidene Preis von 16 Mark für den feingebundenen Halbfranzband wird dem Kerner'schen Werke in der ihm zu wünschenden Verbreitung nur förderlich sein. — Der zweite Band von „KernerS Pflanzenleben" beschließt in würdigster Welse zugleich auch das unter dem Collecttvtitel „Allgemeine Naturkunde" rühmlichst bekannte Sammelwerk. Das Bibliographische Institut in Leipzig darf demnach wiederum auf die glückliche Vollendung einer jener umfangreichen Getsteswerke mit gerechtem Stolz blicken, deren die deutsche Literatur diesem hervorragenden Verlag bereits so viele zu verdanken hat. Die „Allgemeine Naturkunde", hervorgegangen aus der Initiative der Verlagshandlung und aus langem, mühevollem Zummmenwtrken berufenster Gelehrter und Schriftsteller, zu dem hohen Endziel im Anschluß an „Brehms Thierleben" für jedermann eine verständliche fesselnde Schilderung der gelammten Naturwesen unserer Erde zu schaffen, wie sie unsers Wissens sonst nicht existiert, umfaßt nunmehr: „Völkerkunde", von Professor Dr. Friedrich Ratzel. Mit 1200 Abbildungen im Text, 5 Karten und 30 Chromotafeln. Drei Halbfranzbände zu je 16 Mk. (9 Fl. 60 Kn). Erster Band: Die Naturvölker Afrikas. Zweiter Band: Die Naturvölker Ozeaniens, Amerikas und Asiens. Dritter Band: Die Culturvölker der Alten und Nduen Welt. — „Der Mensch", von Professor Dr. Johannes
Ranke. Mit 991 Abbildungen im Text, 6 Karten und 32 Chromotafeln. Zwei Halbfranzbände zu je 16 Mk. (9 Fl. 60 Kr.). Erster Band: Entwickelung, Bau und Leben des menschlichen Körpers. Zweiter Band: Die heutigen und die vorgeschichtlichen Menschenraffen. — „Pflanzenleben", von Professor Dr. Anton Kerner von Marilaun. Mit 1000 Abbildungen im Text und 40 Chromotafeln. Zwei Halbfranzbände zu je 16 Mk. (9 Fl. 60 Kr.). Erster Band: Gestalt und Leben der Pflanze. Zweiter Band: Geschichte der Pflanzen. — „Erdgeschichte", von Professor Dr. Melchior Neumayr. Mit 916 Abbildungen im Text, 4 harten und 27 Chromotafeln. Zwei Halbfranzbände zu je 16 Mk. (9 Fl. 60 Kr.). Erster Band: Allgemeine Geologie. Zweiter Band: Beschreibende Geologie. — Einzig in der Weltliteratur dastehend, enthüllt das hervorragende Geiammtwerk in Verbindung mit dem sich anschließenden Brehm'schen „Thterleben" ein jedermann verständliches, großartiges Bild vom „Leben der Erde und ihrer Geschöpfe", erhaben, reizend und unerschöpflich bildend, und ist allen denen eine Quelle des edelsten Genusses und ein wahrer Hausschatz, welche sich seines Besitzes erfreuen.
— D. theol. G. Christian Dieffenbach zu Schlitz, der Sänger vieler weithin bekannter Lieder, hat jüngst zwei kleine Bücher für das christliche Haus herausgegeben, das eine schon in dritter vermehrter Auflage. Da der Autor in der Provinz Oberhefsen selber lebt, so werden die beiden Werke: »Christliche» Gedenkbuch zur kurzen täglichen Andacht und zur Aufzeichnung wichtiger Gedenktage" und ,3m Wandel deS Kirchenjahre». Zur Erbauung und zur Aührung durch die heiligen Zeiten" (jenes zu 2.50 Mk., dieses zu ca. 1 Mk. aus dem Verlag von Julius Zwtßler in Wolfenbüttel) ihren Weg schon in manches Haus unserer engeren Heimath finden.
D. Dttsfinbach zeichnet sich neben dem, was er von biblischer Gabe und Anregung darbietet, aus durch seine Aufgeschlossenheit für alles menschlich Schöne und Erhebende, wie draußen in der Natur so im Leben der Menschheit wie im Innenleben der einzelnen Menschenseele, und ist überaus reich an wahrhaft practischen Gedanken. Diese Eigenart kennzeichnet alle seine Bücker und sie führt dieselben leicht ins Leben ein. Der Autor wie seine Arbeiten erscheinen dem, der ihnen näher tritt, tn gleicher Weise sympathisch.
Das Gedenkbuch widmet, indem es durch das ganze Jahr hin- durchsührt, jedem Tage eine Seite mit Bibelspruch, (ubiängter Auslegung und Liedervers: dabei ist jedesmal ausreichender Raum „Zur
Aufzeichnung wichtiger Gedenktage" gelaffm. Die nette Ausstattung empfiehlt das Buck zu Geschenken (eleg. geb. mit Goldschnitt 4 Mk.) Die neueste Schrift: Im Wandel deS Kirchenjahres (158 Seiten) bietet für die einzelnen kirchlichen Zeiten je eine Anzahl Sprüche, sodann eine Darlegung der Bedeutung der Zeit und hierauf eine Anzahl gut ausgewählter kirchlicher Lieber mit Angabe der Verfasser usw. Es ist ein einfach und schlicht gehaltener Führer durch daS christliche Kirchenjahr. Der Verleger stattete beide Bücher mit gutem Papier und klaren Druck aus. Lindenborn.
— Ein neues Erzählertalent, das bis jetzt noch wenig hervor- flctreten ist, lernen wir aus der neuesten Nummer der »Garten- laube* kennen. Es ist Ernst Lend ach, nach dem Stoffe seiner Gelchrchte und nach seinem Temperamente zu schließen ein Rheinländer. Voll trefflichen Humors, mit gutmüthiger Satire gewürzt ist seine Erzählung „Die drei Vereinsbrüder", in der er die Neigung seiner Heben Mitbürger zur Vei einshuberei zum Hintergründe für eine ganz artige Familiengeschichte gemacht hat. Die Bereicherung, welche unsere im edlen Sina humoristische Literatur durch Lenbach erfährt, ist mit Freuden zu begrüßen, denn es gibt deren, die eine wirklich gute Humoreske schreiben können, niajt gar viele auf dem deutschen Parnaß.
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Gießen, den 11. November 1891.
Großh. Bürgermeisterei Gießen.
_________Gnauth._____10068
Samstag d?» 21. November,
Nachmittags 5 Uhr,
sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Erben des verstorbenen Rentamtmann Bott in Gießen zugehörigen Grundstücke der Gemarkung Gießen:
Flur I Nr. 466 — 744 qm Hofraithe auf dem Seltersweg,
Flur I Nr. 467 — 3494 qm Grabgarten daselbst
freiwillig öffentlich meistbietend versteigert werden-
Gießen, 12. November 1891.
Großh. Ortsgericht Gießen.
__I. A.: Bogt. 10069 Samstag den 14. November versteigere ich gegen Baarzahlung:
1) Nachm. 2 Uhr im Bieker'scheu Saale — Neustadt: 1 noch neue» Pianino, 1 Sopha, 6 Stühle, 1 Consol, 1 Secretär, 1 Silberschrank, 1 Nähmaschine, 1 Regulator, 1 Lefaucheux-Flinte u. a.
2) Nachm. 3 Uhrr einen Ofen Aeld- brandbacksteine. Zusammenkunft beim Thorhaus am Wallthor.
Geißler, 10064 Gerichtsvollzieher.
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Bekanntmachung.
Aus Mitteln der städtischen Armenkasse müssen unter Anderen auch eine größere Anzahl von Personen unterstützt werden, weil es denselben an ausreichender, ihren Fähigkeiten entsprechender Lohnarbeit ermangelt. Die Zuwendung solcher Arbeit seitens Privater würde ebensowohl eine Unterstützung dieser Armen, wie eine Entlastung der städtischen Armenkasse bilden.
Wir ersuchen danach alle Diejenigen, welche in der Lage sind, Arbeitskräfte zu dauernder oder vorübergehender Beschäftigung zu suchen, sich wegen des Nachweises von solchen zunächst an unser Armenamt (Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 6) gefälligst zu wenden.
Lausdienste, leichtere Taglohnarbeiten, Strick-, Näh-, Bügel- und! Wasch-Arbeit, sowie schriftliche Arbeiten werden fast beständig von einer1 Anzahl unserer Armen gesucht. I
Gießen, den 14. September 1891.
Die Armendeputation.
Gnauth.
Bekanntmachung.
In der Zeit vom 10. bis 20. November d. I. können von den zur Deckung der aus der Landescreditkasse gewährten Darlehen neu emittirten Großherzoglich Hessischen 3y2procentigen Obligationen Stücke zu 2000, 1000, 500 und 200 Mark zum Cours von 96,60, so lange der Vorrath reicht, von uns bezogen werden.
Die bei uns schriftlich einzureichenden Anmeldungen werden nach der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt und können die bestellten Obligationen direct oder auf Wunsch durch die Grobherzogliche Ober-Einnehmerei Mainz, das betreffende Rentamt oder durch eine von dem Käufer zu wählende Diftricts-Einnehmerei auf Kosten der Käufer bezogen werden.
Von dem Käufer sind die Stückzinsen vom 1. October d. I. an bis zum dritten Tage nach dem Eintreffen der Anmeldung bei uns, wie auch die Hälfte des etwa nöthigen Schlußnotenstempels zu entrichten. Die des- fallsige Berechnung wird von uns aufgestellt und dem Käufer zugesendet werden, worauf die Obligationen alsbald gegen Entrichtung des Betrags der Rechnung bei den betreffenden Kaffestellen in Empfang genommen werden können.
Darmstadt, den 9. November 1891.
Grotzherzogliche Hauptstaatskasse.
Lindeck. Kramer.
Eckersweiler.
Bekanntmachung.
Vom 15. November d. I. wird der Perfonenzug 94 Marburg- Frankfurt a. M. wie folgt befördert: Ab Marburg 539, ab Niederweimar 5^9, Fronhausen 5£8, Friedelhausen 605, Lollar 6H, Gießen an 621, ab 638, Gr. Linden ab 647, Langgöns 653, Butzbach 705, Ostheim bei Butzbach 7io, Nauheim 720, Friedberg 727, Bruchenbrücken 735, Niederwöllstadt 741, Groß-Karben 749, Dortelweil 755, Vilbel 802, Berkersheim 808, Bonames 813, Eschersheim 8is, Bockenheim 826, Frankfurt a. M. an 8»2 (wie seither).
Hannover, den 9. November 1891. 10071
Königliche Eisenbahn-Direktion.
Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde Klein-Linden für 1892/93 liegt vom 13. d. Mts. an ackt Tage lang zur Einsicht der Betheiligten auf hiesiger Bürgermeisterei offen.
Klein-Linden, den 12. November 1891.
Grobherzogliche Bürgermeisterei Klein-Linden.
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