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Neueste Nachrichte«.

WolffS telegraphische- Lorrcspondenz-Bureou.

Berlin, 10. März. Domcapitular M e y er-Paderborn Würbe zum Capitularvicar der Diöcese Paderborn ge­wählt, nachdem Generalviear Schulte aus Gesundheitsrücksichten das Amt abgelehnt hatte.

Berlin, 10. März. Wie derReichsanzeiger" meldet, ist dem Präsidenten des evangelischen Oberkirchenraths, Hermes, der rothe Adlerorden erster Klasse mit Eichenlaub verliehen worden.

Berlin, 10. März. Die Budgetcommission des Reichstags nahm einstimmig zwei Resolutionen Richters an, worin die Regierung ersucht wird, zu erwägen, wie weit aus Mitteln des Jnvalidensonds eine Erhöhung der Jnvaliden- pensionen für die Unterklassen möglich ist und die Kriegs- invaliden von 1866 denen von 1870/71 gleichzustellen. Ferner wurde ein Antrag Manteuffel angenommen, zu er­wägen, wie weit die Unzuträglichkeiten zu beseitigen sind, welche bei Anwendung der Bestimmung des Pensionsgesetzes über die Kürzung der Pensionen der im Communaldienft Angestellten entstehen.

Breslau, 10. März. Die Oder ist seit heute Nacht bedeutend gestiegen. Die Sandplätze am Schlunge sind überfluthet. Am Weidendamm tritt das Wasser aus die Straße.. Die Verbindung Schwoitsch-Kavallen ist unter­brochen.

Breslau, 10. März. Heber den Eisgang aus Ober­schlesien und die Schäden wird Folgendes gemeldet: Der alte Leichnitzteich unterhalb Loslau ist durchbrochen- vier­hundert Morgen drainirte Fläche sind überfluthet. Im Kreise Rybnik ist Vieh ertrunken, Lebensmittel und Futter verdorben. Die Leute flüchten aus die Böden. In Oppeln ist das Hoch- waffer bedrohlich gestiegen. Bei Basselwitz hat in Folge Aus- -tretens der Hotzenplotz am Samstag ein größerer Damm- -rutsch aus der Strecke Myslowitz-Szczerkowa stattgesunden. Der Personen- und Lastzugverkehr ist eingestellt in Folge einer Brückenbeschädigung, deren Beseitigung sofort be­wirkt wird.

Posen, 10.März. Die Warthe steigt anhaltend, sie steht hier 4,30 Meter und stand in Pogorzelice heute früh 4,56 Meter. Die tiefer belegenen Straßen sind bereits über­schwemmt. Die Stadt trifft umfassende Maßregeln gegen die Ueberschwemmungsgefahr. Die Posen - Kreuzburger Bahn trifft Vorrichtungen, um die Warthe - Eisenbahnbrücke zu | stützen.

Bremen, 10. März. Bon der Rettungsstation Binz (Rügen) wird von heute telegraphirt: Vom gesuukenen KahnJulie", Capitän Miltz, mit Holz von Wolgast nach Binz bestimmt, sind fünf Personen durch das Rettungsboot ,/Dr. Schuhmacher" (Station Binz) gerettet.

Straßburg, 10. März. Die am Donnerstag nach Ber­lin reisende Deputation, welche dem Kaiser die Adresse überreichen wird, besteht aus dem Präsidenten Schlumm- berger, dem ersten Schriftführer Charpentier und den Mit­gliedern des Landesausschusses, welche gleichzeitig Reichstags­mitglieder sind, nämlich Petri, Ruhland und Zorn von Bulach.

Wien, 10. März. Bei den bisherigen Reichsraths­wahlen verloren die Deutschtiberalen 9 Mandate und ge­wannen 7, die Deutschnationalen verloren 4 und gewannen 2, die Antisemiten verloren 3 und gewannen 7, die Katholisch- conservativen gewannen 2 und verloren eins, die Wiener Demokraten verloren zwei Mandate und sind daher ohne Vertretung.

Lemberg, 10. März. Das Weichseleis hat sich bei Trewnik gesetzt. Das Wasser steigt- es sind Vorkehrungen zum Schutze der Bevölkerung getroffen.

Paris, 10. März. Im Eivernehmen mit den Doctoren Cornil und Richel hat jetzt Dr. Levy mit Versuchen zur Be­handlung Tuberkelkranker nach der Lie breich'schen Methode begonnen.

London, 10. März. Die Delegirten der gegen 10,000 Mitglieder zählenden Bergmannösörderation von Rordwales beschlossen aus einer gestern Abend in Wresham adgehaltenen Versammlung, die Bill Pickards in Betreff des achtstündigen Arbeitstages zu unterstützen und sich den Be­schlüßen der nächsten internationalen Pariser Conferenz zu fügen.

London, 10. März. Das unterseeische London- Pariser Telephon-Cabel ist bei schneidendem Schnee- sturm und hohem Seegang von dem DampferMonarch" gestern Nachmittag von Calais nach St. Margareth-Bay, wo | bte Verbindung heute hergestellt wird, fertiggelegt worden.

London, 10.März. In Wyck (Schottland) sind 17 Gr. Kälte. In Nordwales kamen in Folge des Schneesturmes 4000 Schafe um. Am Tyne mußte die Arbeit in den Schiffsbauhösen eingestellt werden. Im Canal ist der Sturm orkanartig. Ein Schifferboot scheiterte am Felsen von Hastings. Ein Schiffer ist ertrunken.

Glasgow, 10. März. Durch eine heute erfolgte Ex­plosion eines Condensators in der Eisengießerei Dixon wurden zahlreiche Arbeiter getödtet und verwundet. Die Leichen des Directors des Werkes und mehrere Arbeiter sind noch nicht aufgefunden.

Brüssel, 10. März. Eine aus Arbeitern und Arbeit­gebern bestehende Delegation des A r b e i t s- und Industrie- -raths überreichte den Kammern eine Petition, in welcher die Regierung ersucht wird, versöhnliche Maßregeln zu er­greifen, um einen allgemeinen Strike zu verhüten.

Verviers, 10. März. Die Post aus London von gestern Abend 8 Uhr 20 Min. über Ostende hat den Anschluß an Lie Bahnpost Verviers-Köln nicht erreicht, weil der Dampfer Lus Dover bis 4 Uhr früh wegen Sturmes nicht ab­gefahren war.

Buenos Ayres, 10. März. Berichten aus Chile zufolge stellte eine in Santiago abgehaltene Versammlung der Con- greßpartei Claudio Vienna zum Candidaten für die Präsidentschaft auf.

Berlin, 11. März. Libbertz erklärt in der medicinischcn Wochenschrift, die in T u b e r k u l i n enthaltenen Tuberkel­bazillen seien durch langdauernde Siedehitze abgetödtet, daher vollkommen unschädlich. Auch zufällig hinein- gerathene Luftkeime können sich wegen des starken Glycerin­gehalts nicht vermehren.__________

Locales unö provinzielles.

Gießen, 11. März.

Gestern und heute trafen 800 zur Hebung mit dem neuen Gewehr einberufene Landwehrleute hier ein. Die Mannschaften wurden in den Kasernen untergebracht.

So lange über die graue Vorgeschichte unseres engeren und weiteren Vaterlandes, sowie über die des ganzen Menschengeschlechtes noch jenes Dunkel herrscht, zu dessen Durchdringen fast alle Fächer der Wissenschaft seit langem sich vereinigten, werden auch die frühesten Wohnstätten unserer Vorfahren, ihre Ansiedelungen, ihre Gebräuche, die Art des Erwerbes ihres Lebensunterhaltes und schließlich auch die Stätten, wo sie zur ewigen Ruhe gebettet wurden, das Interesse der jeweilig lebenden Generationen in Anspruch nehmen. Eine besondere Pflege und Förderung dieser Art Forschungen haben sich die zahlreich bestehenden Geschichts­vereine zur Aufgabe gemacht. Daß auch unser Oberhessischer Geschichtsverein mit Erfolg es sich angelegen sein läßt, die Ergebnisse derartiger Forschungen in weitere Kreise zu bringen, das beweisen seine Sammlungen, seine alljährlichen Veröffentlichungen, wie auch besonders die von Zeit zu Zeit stattfindenden Vorträge. Der gestern Abend im Saale des (Safe Ebel auf Veranlassung des Oberhessischen Geschichts­vereins gehaltene Vortrag des Herrn F. Kosler aus Darmstadt forderte in hohem Grade das Interesse der zahlreich erschienenen Mitglieder des Vereins, denn erstens betraf das Gebiet des Vortrags einen Th eil unseres Großherzogthums und zwar denjenigen, welcher bisher als der ergiebigste in Bezug auf das Auffinden von Alterthümern sich erwiesen, zweitens aber war es die Person des Vortragenden selbst, dessen mit Ausdauer und Geschick unternommene Forschungen ihn mit Recht als denhessischen Schliemann" bezeichnen lassen. Als das Feld seiner Thätigkeit führte Herr Kofler das jetzige Gebiet der Provinz Starkenburg vor, welches unter dem NamenDreieich" von einer von der Main- mündung aufwärts über Frankfurt, Hochstadt bis Aschaffen­burg, durch den Odenwald, nach Stockstadt a. Rh. und von da wieder nach der Mainmündung ziehenden Grenze ein- geschloffen wurde. Die innerhalb dieses Gebietes von Herrn Kofler unternommenen Nachforschungen und Ansgrabungen, als deren Ergebniß manches werthvolle Stück unsere Museen ziert, haben unbestreitbar ergeben, daß dieDreieich" von den frühesten Zeiten an besiedelt gewesen ist. Die von Herrn Kofler an vielen über das Gebiet derDreieich" verstreuten Orten gemachten Funde deuten nicht nur auf römische Niederlassungen, sondern sind auch schon älteren Hrsprungs. Sind es z. B. die vorgefundenen Bauten, die Castelle, Bäder u. f. w., welche für die Anwesenheit der Romer zeugen, so weisen besonders die vielen und großen Grabhügel, deren Oeffnung werthvolle Gegenstände zu Tage förderte, darauf hin, daß schon vor den Römern menschliche

| Ansiedelungen vorhanden gewesen. Die selbst von be­deutenden Forschern auf historischem Gebiete vertretene Ansicht, daß das Gebiet derDreieich" ehedem ein un­bewohnbares, unwirthliches, einzig von wilden Thieken durch­streiftes Sumpfland gewesen, muß sonach als nicht zutreffend bezeichnet werden. Die Ausführlichkeit der Beschreibung der zahlreichen von Herrn Kofler gemachten Funde gestattet uns leider nicht, näher auf den Vortrag einzugehen. Die während des Vortrags unwillkürlich gewonnene Heberzeugung, daß der Forscher mit Scharfsinn zu Werke geht und sozusagen ein rechtglückliches Sondireisen" besitzt, läßt hoffen, daß Herr Kofler noch Manches aufdecken wird, was als werth- voll für die Beurtheilung grauer Vorzeiten bezeichnet werden kann- die Absicht, demnächst weiter zugraben", hat Herr Kofler in seinem gestrigen Vortrage dargelegt. An den Vortrag schloß sich noch ein reger Gedankenaustausch der Anwesenden über den Vortrag selbst, als auch über die aus uns übernommenen Zeugen der Vorzeit, die Pfahlgräben und Befestigungen in Oberheffen u. s. w.

Das Kaiser-Panorama hat für heute und die laufende Woche eine Serie gewählt, welche nicht verfehlen wird, den Besuch noch zu steigern. Mit dem heutigen Tage wird die großartige historische SerieErinnerungen aus dem Feldzuge 187071" ausgestellt, sowie Versailles mit der Kaiser- proclamation von 1871, ferner Natur - Moment - Ausnahmen während des Krieges 187071 plastisch dargestellt, z. B. Kaiser Wilhelm 1. vor Sedan, Begegnung des Kronprinzen von Sachsen mit seinem Bruder auf dem Schlachtfelde, Fried­hof und Straßenkampf in Le Bourget, Gefangennahme Napo­leons, zerschossene Schlösser, Häuser, Brücken, sowie Ver­schanzungen, Befestigungen, Laufgräben, Feldgottesdienst vor Paris, sowie die Denkmäler von Spichern, Wörth, Weißen­burg und Gravelotte. Wir machen Militär- und Krieger­vereine hierauf besonders aufmerksam. In allen Städten sand bei dieser Serie ein großer Andrang statt.

Das heutige Promenade - Coucert sand in der Ost­anlage, vor dem Liebig-Denkmal, statt.

Pomologischer Garten für die Provinz Oberheffen in Friedberg. In der Ausschußsitzung deö Landw. Vereins für die Provinz Oberheffen vom 4. März wurde beschlossen, die seitens des Wetterauer Obstbauvereins beantragte jährliche Summe von 550 Mk. zur Verzinsung und Amortisation eines Capitals von 11,000 Mk. zur ersten Einrichtung eines neuen pomologischen Gartens in Friedberg in den Voranschlag für I die nächste Etatsperiode einzustellen. Es ist damit der neue Garten als Provinzialinstitut erklärt und seine Ausführung I gesichert. In derselben Sitzung theilte der anfuefenbe Ver- | tretet der Großh. Oberen landwirthschastlichen Behörde,

Regierungsrath Nove?, mit, zur Erklärung ermächtigt zu fein, daß der seitens des Wetterauer Obstbauvereins erbetene jährliche Staatszuschuß von 2500 Mk. gewährt werden würde. Erfolgt nun noch der Beitritt der übrigen Bezirksvereine, wozu die besten Aussichten vorhanden sind, so steht der Durch­führung des ganzen, in der Denkschrift des Geschäftsführers des Vereins, Dr. v. Peter-, entwickelten Programms, kein Hinderniß entgegen. Dies ist um so erfreulicher, als bann auch der neue Fachlehrer für Obst- und Gartenbau an der Ackerbauschule, C. Reichelt, gehalten werden kann. Der gegen­wärtig im Gange befindliche Baumwärtercursus wird von 22 Leuten im Alter von 1630 Jahren besucht. In der Anpflanzung des Gartens und Wiederherstellung älterer Baum­anlagen steht ihnen ein schönes Arbeitsobject zur Verfügung. Auch für die im April beginnenden freien Vorlesungen Über Obstbau und practlschen Hebungen haben sich bereits eine Anzahl Teilnehmer gemeldet, darunter neun Candidaten der Theologie vom Predigerseminar in Friedberg, denen voraus­sichtlich noch eine größere Zahl nach dem Beginne des Sommer­semesters folgen wird. Das gemeinnützige Unternehmen findet also allseits Anklang und Unterstützung, was im Interesse der guten Sache sehr mit Freuden zu begrüßen ist. Freitag den 6. März fand bei herrlichem Sonnenschein die Feier des ersten Spatenstichs im neuen Garten statt in Gegenwart der in der stattlichen Zahl von 53 Mann versammelten Ackerbau- und Obstbauschüler. Der Vorsteher des bisherigen pomo­logischen Gartens, Dr. v. Peter, begrüßte zunächst die er­schienenen Mitglieder des Aufsichtsraths der Ackerbauschule, Kreisrath Dr. Braden und Schulrath Schmidt (Amtmann Dr. Wallau war durch dienstliche Abwesenheit am Erscheinen verhindert), sämmtlicheu Behörden in Stadt (die Stadt- vertretung konnte der Einladung leider keine Folge geben), Kreis, Provinz und Staat, welche durch ihr Interesse für das neue Hnternehmen dessen Verwirklichung möglich machten, vor allen Dingen auch den Volksvertretern, die diesmal reichliche Mittel für Obstbau zur Verfügung gestellt haben, in einem Hoch den Dank ausbringend. Kreisrath Dr. Braden über­nahm nun das Grundstück für die Ackerbauschule zu Fried­berg, erwiderte mit einem Hoch auf den Geschäftsführer des Obstbauvereins und bisherigen Vorsteher des Gartens, Dr. v. Peter, der von diesem letzteren Amte, durch andere Aufgaben in Anspruch genommen, jetzt leider zurücktrete und auf den neuen Leiter, den bisherigen langjährigen Dozenten am pomologischen Institut in Reutlingen, C. Reichelt, welcher seit einem halben Jahre als Fachlehrer für Naturwissenschaften und Obstbau an die Ackerbauschule zu Friedberg berufen sei, die Schüler zum Gehorsam und zur Befolgung der guten Lehren ermahnend. Dr. v. Peter sprach nun den Wunsch aus, daß der Garten nicht nur ein Muttergarten, sondern ein Mustergarten werden möge und daß, wie derselbe selbst reiche Früchte bringen solle, er auch befruchtend wirken möge auf die Wetterau und die ganze Provinz Oberheffen. Aber die Frucht berge auch Samen, der wieder in die Mutter Erde gelangen müsse, so möge auch die Frucht, die von dieser Stelle aus hinausgehen solle ins Land, Samen zeitigen und derselbe der Anstalt zurückgegeben werden in Form geistiger und materieller Hnterstützung derselben, daß sie ihre Ausgaben ausdehnen und, mit der Zeit fortschreitend, zu einer nach allen Richtungen wirksamen Pflegestätte des Obstbaues werden könne. Das walle Gott! Schulrath Schmidt empfahl ein­dringlich die Benutzung der neuen Anstalt allen Bevölkerungs­kreisen, namentlich den Lehrern. Daraus nahm Kreisrath Dr. Braden den ersten Spatenstich vor. Es wurden bann noch die Wege abgesteckt und um 5 Hhr bereinigte ein durch die musikalischen Darbietungen der Familie Kruse recht ani- mirt verlausender Dämmerschoppen Lehrer und Schüler der Ackerbau- und Obstbauschule, um allen eine freundliche Er­innerung an diesen Tag zu hinterlassen und letztere zu fleißiger Arbeit auf dem neuen Felde anzuspornen.

vermischtes.

* Mainz, 10. März. . Auf Anregung einer größeren Holzfirma fand letzthin im Gasthauszum Anker" in (Safte! eine Zusammenkunft der Frachtflößer und Floßmeister der Holzgroßhandlungen des Mittelrheins statt, welche neben der Besprechung der Alters- und Jnvaliditätsgesetzgebung haupt­sächlich den Zweck hatte, über eine Erhöhung der Floß- sr acht en eine Verständigung zu erzielen. Während eine aus letzterem Anlaß im verflossenen Frühjahre stattgehabte Besprechung ungeachtet, daß die Nothwendigkeit der Erhöhung der Frachtsätze allgemein anerkannt worden, den gewünschten Ersolg wegen dem Widerstände einiger kleineren Flößereien nicht hatte, wurde bei der jüngsten Besprechung, bei welcher fast sämmtliche Holzgeschäfte und Frachtfloßereien von Mann­heim, Caftel, Kostheim, Kamp und Neuendorf vertreten waren, eine Einigung dahin erzielt, eine Frachterhöhung von 20 pCt. eintreten zu lassen. Unter Festsetzung einer Conventional- strafe von 1000 Mk. verpflichtete man sich gegenseitig, von dem erhöhten Frachtsatz bei neuen Abschlüssen nicht abzugehen, wogegen die noch im vorigen Jahre abgeschlossenen Geschäfte von der Vereinbarung unberührt bleiben.

tt Kassel, 10.März. Zwei musikalische Talente in der Irrenanstalt gestorben. Der Gründer und langjährige Director des hessischen Sängerbundes, sowie auch des Fulda-Werra-Sängerbundes, Herr Lehrer Jacob A r m- bröfter, ein in den weitesten Kreisen bekannter Freund und Förderer des Männergesanges, ist nach langen schweren Leiden in der Irrenanstalt zu Haina gestorben. Armbröster war auch seit Jahrzehnten Director der hiesigenLiedertafel". Daß dieser reichbegabte Mann sein Leben in der Irrenanstalt beschließen mußte, hat überall die wärmste Theilnahme her- vorgerufen. Am selben Tage und in derselben Irren­anstalt zu Haina verstarb ein zweites musikalisches Talent, ein Mann, der zu den bekanntesten Persönlichkeiten Kassels gehörte, der Königliche Kammermusiker Henry Tivendepl, einer der bevorzugten Schüler Spohrs. Derselbe war 1820 zu London geboren und zeigte als Kind von 8 Jahren eine solche hervorragende musikalische Begabung, daß die Eltern.