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er sich lobend über ihr Exercieren aussprach und hinzufügte, falls die Freiwilligen je berufen würden, das Schwert im Ernstfälle zu ziehen, so hoffe er, werde es für eine gute Sache sein und sie würden dann denselben Muth und Eifer zeigen, welcher die britischen Soldaten stets ausgezeichnet habe.

Kopenhagen, 6. Juli. An dem vom Könige zu Ehren der Offiziere des sranzösischenGeschwaders gegebenen Diner nahmen die königliche Familie, die höchsten Hofbeamten und höhere Marineoffiziere Theil. Nach einem Toast des Königs aus Carno r spielte die Musik die Marseillaise. Der französische Gesandte toastete auf den König und die Königs­familie. Hieran schloß sich die dänische Nationalhymne. Später trank der König auf das französische Geschwader- der Ge­schwaderchef dankte. Der König verlieh dem Vizeadmiral Gervais das Großkreuz des Danebrogordens. Das Ge­schwader geht Nachts nach Stockholm weiter.

Newyork, 6. Juli. Ein furchtbarer Sturm zer­störte heute morgen in Baton Roug e (im Staate Louisiana) mehrere Häuser, darunter das Regierungsgebäude. Die ein­stürzenden Mauern des Strafgefängnisses tödteten viele Ge- sangene. Bisher wurden 8 Todte und 25 Verwundete hervor­gezogen.

Sydney, 6. Juli. Auf dem von den Südsee - Inseln zurückgekehrten englischen KreuzerCordelia" barst während der Schießübungen bei einer 6 Ctm.-Kanone der Verschluß­kolben ; das Geschütz ging in tausend Stücke. Zwei Offiziere und vier Matrosen wurden getödtet, zwei Seekadetten und zehn Matrosen verwundet. Die Ursache der Explosion ist nicht bekannt.

Teheran, 6. Juli. Die Ernteaussichten sind .in den Südprovinzen Persiens schlecht. Die Ernte ist durch die Heuschrecken zerstört und ein Verbot gegen den Export von Getreide erlassen worden.

Die Frauen der Arbeitgeber.

Wenn auch schon vielfach auf die Mitarbeit der Frauen der Arbeitgeber bei den großen socialen Werken hingewiesen worden, so erinnert das aus dem Lateinischen stammende Sprichwort:Wiederholung ist die Mutter der Studien" er­neut daran, immer und immer wieder ermahnend aufzutreten. Und ganz besonders kann über die Mitarbeiterthätigkeit der Arbeitgebersrauen am socialen Ausbaue der menschlichen Ge­sellschaft nicht oft genug gesprochen und geschrieben werden. Und so wollen wir es uns heute nicht verdrießen lassen, jene Wahrheiten, die schon oft ausgesprochen wurden, zu wieder­holen, Wahrheiten, die, wenn sie haften bleiben und Wurzel schlagen sollen, tagtäglich eingeprägt werden möchten.

Und zu diesen Wahrheiten gehört in erster Linie auch die, daß an der großen und dringenden Aufgabe der Be­wahrung und Befestigung socialer Eintracht, der Erziehung und Gesittung der unteren Klassen, der Ueberbrückung der Kluft zwischen Besitzlosen und Besitzenden, die Frauen und insbesondere die Frauen der industriellen Unternehmer, zu einer höchst werthvollen Mitarbeit berufen sind, zu einer Arbeit überdies, die in richtiger Weise nur sie zu leisten ver­mögen, und ohne welche alle Mühe der Männer ein halbes und ein unvollkommenes Werk bleibt und bleiben wird. Das weiche Gemüth der Frau wird stets das Alltagshasten des Mannes, sobald es in recht weiblicher Anmuth geschieht, aus­gleichen.

Bei unserer Frage aber besteht die Arbeit der Frauen in der Mitwirkung bei der Fürsorge für alle diejenigen Seiten des Arbeiterlebens, an welchen das weibliche Element be- theiligt ist, also zunächst für dieses selbst. Wir denken hier in erster Linie an die ledigen Arbeiterinnen und an die An­leitung dieser zur Hand- und Hausarbeit, sodann an das häusliche und Familienleben, an Kindererziehung, Kinder­hygiene, Kinderbewahranstalten und Kindergärten, an Hilfe und Rath bei Kinderkrankheiten, an die Haus- und Küchen- wirthschaft, an den Hinweis auf praktischen und billigen Ein­kauf von Lebensmitteln, Kleidungsstücken, Feuerungsmaterial rc.

Welchen reichen Segen hierbei eine einzige Frau stiften kann, die nur ein wenig Geschick in der Be­handlung der Menschen und besonders der kleinen Leute hat und wo in einem Frauenherzen echte Menschen­liebe lebendig ist, da wird es in der Regel an diesem Geschicke nicht fehlen, dafür ließen sich ja manche hellleuchtende Beispiele namhaft machen. Aber leider sind solche Frauen immer noch sehr vereinzelt unter ihren Standes- genossinnen, und die große Mehrzahl hält sich entweder für zu gut und zu hochstehend für solche Arbeit in der Niederung, oder sie haben überhaupt keine Ahnung davon, daß heute, in diesem wichtigen, schweren und bereits Jahre anhaltenden Kampfe für den inneren Frieden und die Zukunft unserer Gesellschaft, auchdie Frau ihren Mann zu stellen" und sonach einen höchst bedeutungsvollen Posten auszufüllen hat.

Und doch, wie leicht würde es gerade den Frauen werden, durch Liebenswürdigkeit in jenem Sinne nicht nur andere, sondern auch sich selbst zu beglücken, ihr eignes, sehr oft recht verfehltes und planloses Leben zu einem innerlich reicheren und befriedigteren zu machen. Dann wird bei allen solchen Frauen innerer Seelenfrieden einziehen, gegen welches hohe Licht alle sonstigen Genüsse und Freude dunkelste Nacht sind.

Wohl ist ja manchmal und vielleicht zum weitaus größeren Theile viel Geduld und Nachsicht von nöthen, aber hier heißt es ausharren, hier darf nicht ermüdet werden, und am aller­wenigsten dürfen gespendeter Undank und entgegengebrachtes Mißtrauen die Frauen abhalten, weiter zu arbeiten. Auch hier gilt der alte Schwabenspruch:Es geht nichts übers Nichtnachlassen." Aber nur Geduld, meine verehrten Frauen, einmal muß die gestreute Saat doch aufgehen und wie be­seligend ist es dann, sich sagen zu können:Hier sind Menschen, die durch dein Bemühen um soviel besser, wirth- schaftlich reifer, zum Kampfe des Lebens geschickter, zu­friedener und glücklicher wurden." Dann wird das durch Weisheit der Frauen begonnene Werk in Schönheit erglänzen und die geistige Stärke der Männer wird den Bau vollenden und zieren.

Um nur einen jener Punkte etwas näher zu beleuchten, so bedarf es einen vergleichsweise gar nicht erheblichen Auf­wand von Zeit und Mühe und Kosten, die jungen Fabrik­arbeiterinnen für ihren späteren Berus als Hausfrau anzu­leiten. Für die erste Zeit kann und wird man sich wohl meistens mit der Unterweisung in den gewöhnlichen weiblichen Handarbeiten Strümpfe stopfen verstehen nicht viele beschränken, und später sollten dann auch Haus- und Küchen­arbeiten hinzukommen. Letzteres setzt freilich in der Regel voraus, daß eine Anzahl Mädchen in einem Kost- und Wohn­hause beisammen ist. Wo man sich aber soweit nicht einlassen kann und will, könnten sie der Reihe nach entweder im Hause des Arbeitgebers selbst oder eines Beamten, dessen Frau für die Sache gewonnen ist, als Lehrmädchen beschäftigt werden.

Wie sich hierbei wohl von selbst versteht, kann all dies nicht obligatorisch gemacht, sondern es müssen die willigen Mädchen herausgesucht werden, und im Voraus möge gesagt sein, daß einer sachlichen und aus dem Herzen kommenden Ansprache wohl die wenigsten widerstehen werden. Ebenso versteht sich von selbst, daß zu der ganzen Sache das Ein- verständniß des Eheherrn, also des Geschäftsinhabers gehört. Einer Frau aber, der diese Sache rechter Ernst ist, wird es nicht schwer fallen, diese Erlaubniß zu erlangen. Und wenn sie ertheilt ist, dann wird der Mann gar bald sehen und merken, welchen großen Segen die Gattin austheilt, und dann dürfte er der treueste Bundesgenosse am Liebeswerke seiner Gemahlin werden.

Natürlich ist das über die Aufgabe der Frau des Arbeit­gebers hier Gesagte auf größere Stände nicht immer an­wendbar. Hier müssen Frauenvereine eintreten, die, wenn gut geleitet, gleichen Segen verbreiten können, wie die einzelne Frau in isolirten Betrieben. Egon W.

Locales unö provinzielles,

Gieheu, 7. Juli.

Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 9. Juli 1891, Nachmittags 4 Uhr: 1. Mittheilungen. 2. Gesuch des Andreas Sorgenfrei um Ertheilung der Concession zum Wirthschaftsbetrieb. 3. Desgleichen des Wilhelm Scharf. 4. Die Taubentränke. 5. Stiftung des Metzgers Philipp Schmidt- hier: die erste Instandsetzung dessen Grabes. 6. Gesuch des Peter Gibb um Bauerlaubniß. 7. Verschiedene Herstellungsarbeiten in der Schlachthausanlage. 8. Die Chaussirung des Weges nach dem Hardtberge. 9. Oberhessischer Verein für Localgeschichte, hier: die Ueberlassung einer Gußplatte. 10. Gesuch des L. Huhn um Verlegung eines Entwässerungsgrabens auf der Stephansmark. 11. Gesuche um Ueberlassung des Rathhaus­saales. 12. Den Zustand der Einfriedigung an der Hof- raithe des Magnus Becker an der Steinstraße. 13. Desgl. des Philipp Böger an der Weserstraße. 14. Desgl. des Wilhelm Gail an der Nordanlage. 15. Desgl. der Kaspar- Vogel Wittwe an der Nordanlage. 16. Desgl. des Wilhelm Seuling an der Nordanlage. 17. Desgl. der Karl Neuen­hagen Wwe. daselbst. 18. Desgl. des Ludwig Georgi daselbst. 19. Die künftige Verwendung der ehemaligen Stallmeister­wohnung. 20. Gesuch der Garnison-Verwaltung um Ueber­lassung eines Kohlenlagerplatzes. 21. Die Straße nach der Südanlage, der Löwengasse gegenüber- hier: die Räumung des Meister'schen Hauses. 22. Decretur von Kosten­rechnungen. 23. Die Ferien bei der Stadtverordneten-Ver- sammlung.

Hamburger Quartett-Sänger. Mit. Vergnügen ver­nehmen wir die Nachricht, daß die Herren Landau, Weid­mann und Lor ent, dem allgemeinen Wunsche folgend, am 13. Juli in Steins Garten ein zweites Concert geben.

Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädigst geruht: am 1. Juli dem Schuh­machergesellen Jakob Kemmer in Alsfeld dasAllgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift für Verdienste" zu verleihen.

Ernennungen und Bestätigungen. Am 9. Juni wurde dem Pfarrer Paul Benemann zu Vilbel die 3. ev. Pfarr­stelle zu Worms, am 16. Juni wurde dem Schulverwalter Franz Albrecht zu Bönstadt, Kr. Friedberg, eine Lehrer­stelle an der Gemeindeschule zu Geiß-Nidda, Kr. Büdingen, übertragen- am 17. Juni wurde der von dem Herrn Fürsten zu Isenburg-Büdingen auf die 1. Lehrerstelle an die Gemeinde­schule zu Geinsheim, Kr. Gr.-Gerau, präsentirte Schulamts­aspirant Heinrich Herbst aus Nieder-Gemünden, Kr. Als­feld, für diese Stelle bestätigt - an demselben Tage wurden Johannes Kalt zu Zwingenberg und Ludwig Kauß zu Grünberg zu Gehülfen bei den Steuercommissariaten Zwingen­berg, bezw. Grünberg- am 22. Juni wurde dem Schulamts­aspiranten Johann Gg. Storck aus Groß-Bieberau, Kr. Die- bnrg, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Altenstadt, Kr. Büdingen, übertragen - am 23. Juni wurde der Damm­wärteraspirant Peter Schneider III. aus Dienheim zum Dammwärter mit dem Wohnsitz zu Stockstadt a. Rh. ernannt.

Erledigte Lehrerstellen. Die mit einem ev. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nieder-Moos, Kr. Lauterbach, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. An der Volksschule zu Mainz 9 Lehrerstellen, von denen 7 mit kath. und 2 mit ev. Lehrern zu besetzen sind, mit einem Anfangs­gehalte von je 1300 Mk., und 4 Lehrerinnenstellen, von denen 2 mit kath. und 2 mit ev. Lehrerinnen zu besetzen sind, mit einem Anfangsgehalte von je 1200 Mk. jährlich. Zwei mit ev. Lehrern zu besetzende Lehrerstellen an der Gemeinde­schule zu Langen, Kr. Offenbach, mit einem jährlichen Gehalte von je 1000 Mk.

Ausübung des Hufbeschlags. Nach Bekanntmachung Großh. Ministeriums haben die nachstehend verzeichneten Per­sonen die Prüfung im Hufbeschlag bestanden und sind für befähigt erklärt worden, den Hufbeschlag gewerbsmäßig und selbständig auszuüben: Johannes Bellinger aus Rixfeld

(Kreis Lauterbach), Johannes Diehl aus Hochweisel (Kreis Friedberg), Wilhelm Germer aus Heuchelheim (Kreis Gießen), Georg Giegerich aus Fränkisch-Crumbach (Kreis Dieburg), Heinrich Jacob Göhrig von Babenhausen (Kreis Dieburg), Johann Georg Görich von Langen (Kreis Offenbach), Lud­wig Görich von Langen (Kreis Offenbach), Peter Huppert von Sauer-Schwabenheim (Kreis Bingen), Heinrich Hofmann aus Busenborn (Kreis Schotten), Heinrich Lang aus Mel­bach (Kreis Marburg im Königreich Preußen), Adam Kolb aus Ober-Olm (Kreis Mainz), Martin Komo von Hausen (Kreis Offenbach), Johannes Carl Nanz aus Düdelsheim (Kreis Bingen), Johannes Schneider aus Fauerbach (Kreis Friedberg), Valentin Traub aus Gimbsheim (Kr. Worms), Philipp Weimann aus Hernsheim (Kreis Worms), Heinrich Weitzel aus Eifa (Kreis Alsfeld), Sebastian Windecker aus Mommenheim (Kreis Oppenheim), Johann Peter Windisch aus Mommenheim (Kreis Oppenheim).

Hessischer Städtetag. Der auf dem gestern nach Worms ausgeschriebenen Städtetag zur Berathung .gestellte Antrag des Herrn Beigeordneten Dr. Schmidt zu Worms auf Auf­besserung der Gehalte der städtischen Beamten hat folgenden Wortlaut:Der Umstand, welcher vom 1. April l. I. ab zu einer allgemeinen Aufbesserung der Gehalte der Staatsbeamten führte, nämlich die gerade in den letzten Jahren eingetretene beträchtliche Preissteigerung der nothwendigsten Lebensbedürfnisse, dürste auch den Städten des Großherzog- thums Veranlassung sein, ihren Beamten diejenige Aufbesserung im Gehalte zu gewähren, welche jene Preissteigerung aus­wiegt. Die vom Staate gewährte allgemeine Ausbesserung bezieht sich zwar nur auf diejenigen Staatsbeamten und -Be­diensteten, welche decretmäßig verliehene pensionsfähige Ge­halte bezw. diesen einzurechnende Gebühreneinkommen be­ziehen, während blos verwendete Beamte nur in einzelnen Fällen durch Aenderung ihrer Gehaltsscala aufgebessert wurden- der Grund, welcher jene allgemeine Aufbesserung veranlaßte, muß aber auch für die Ausbesserung der Gehalte der blos verwendeten Beamten der Städte maßgebend sein. Auszunehmen wären mir diejenigen angestellten und ver­wendeten Bediensteten der Städte, welchen in der letzten Zeit gerade mit Rücksicht auf die Entwerthung des Geldes schon entsprechende höhere Gehalte zugebilligt wurden."Es wird daher vorgeschlagen, den städtischen angestellten und ver­wendeten Bediensteten in dem vorstehend bezeichneten Um­fange eine Aufbesserung ihrer Gehalte und zwar für die Ge- haltstheile bis zu 2000 Mk. eine Aufbesserung von 10 pCt., und für die Gehaltstheile über 2000 Mk. bis zu 5000 Mk. eine solche von 5 pCt. mit Wirksamkeit vom 1. April l. Js. an zu Theil werden zu lassen." (Für Gießen ist der An­trag insofern ohne Belang, als z. Z. dem Gr. Ministerium die die Gehaltsverhältnisse der städtischen Beamten regelnden Satzungen zur Genehmigung vorliegen).

Ernte-Aussichten im Großherzogthum Hessen. Nach den von dem Großh. Ministerium des Innern und der Justiz veranlaßten Ermittelungen über den Stand der Saaten bezw. über den Flächeninhalt der im Herbst mit Winterfrucht (Weizen und Korn) eingesäten, infolge des Frostes umgepflügten Grundstücke rc. ist, nachdem die Ergebnisse der Ermittelung vorliegen, eine Uebersicht zusammengestellt worden. Wir entnehmen zunächst der Uebersicht das auf die Provinz Ober­hessen Bezügliche: Kreis Alsfeld: Von mit Winter­getreide bestellten 7904 ha wurden 1406 umgeackert und von Neuem bestellt 378 ha mit Gerste, 453 ha mit Hafer, 107 ha mit Sommerweizen, 42 ha mit Mischfrucht, 66 ha mit Kartoffeln. Die Aussichten auf die Ernte sind gut. In Winterfrucht wird eine M ttelernte erwartet, Sommergetreide bietet Aussicht auf gute Ernte. Kreis Büdingen: Umgeackert wurden 4850 ha Korn und Weizen und mit Gerste, Hafer, Kartoffeln und Sommerweizen neu bestellt. In 45 Gemeinden des Kreises waren die Ernteaussichten (im ersten Drittel des Monats Juni) gut, in 8 Gemeinden recht gut, in 9 ist gute Mittelernte, in 6 Mittelernte, in 3 geringe Ernte zu erwarten. Winterfrucht wird kaum 1/2 Normal­ertrag liefern, das Sommergetreide bietet Aussicht auf eine gute Ernte. Kreis Friedberg: Von 11 748 ha mit Winterweizen und Winterroggen bestellter Fläche wurden 9085 ha umgepflügt und 1305 ha mit Sommerweizen, 5849 ha mit Hafer und Gerste, 1075 ha mit Kartoffeln, 856 ha mit Zuckerrüben bestellt. Die an die Stelle der ausgeackerten Saaten gekommenen neuen Saaten bieten recht gute Ernteaussichten. Auf Winterfrucht wird nur auf 1/2 bis V3 Ernte zu rechnen sein- das Sommergetreide steht im Durchschnitt recht gut. Kreis Gießen: Von 9521.1 ha mir Winterfrucht bestellter Fläche sind 3437.29 ha umgepflügt worden. Sämmtliche ausgewinterte Grundstücke sind wieder bestellt worden und zwar vorwiegend (3/l) mit Getreide (Gerste, Hafer, Weizen) und x/4 mit Kartoffeln rc. Die an Stelle der ausgeackerten getretenen neuen Saaten bieten Aussicht auf recht gute Ernte. Die gesammte Ernte an Winterfrucht wird nur Vs derjenigen in sonstigen Jahren betragen, das Sommergetreide bietet durchgängig recht gute Aussichten. Im Kreise Lauterbach mußten 390 ha mit Winterfrucht bestellter Fläche umstellt werden und zwar mit Gerste, Hafer, Kartoffeln, Sommerweizen und Futter­pflanzen, die durchgängig gute Ernteaussichten bieten. In Winterfrucht wird zum Theil geringe, sonst durchgängig Mittelernte erwartet. Sommergetreide durchgängig gut, zum Theil recht günstig. Im Kreise Schotten wurden 1480 ha Winterfrucht umgepflügt, mit Sommerkorn, Sommer­weizen, Gerste, Hafer, Kartoffeln, Erbsen, Linsen und Wurzel­gewächsen neu bestellt. Die neuen Saaten bieten durchweg gute, zum Theil recht gute, zum Theil befriedigende Aussicht. In Winterfrucht ist eine schlechte Ernte zu erwarten, in nur 8 Gemeinden wurden die Aussichten als gut bezw. befriedigend bezeichnet. Das Sommergetreide bietet gute, zum Theil recht gute Aussicht für die Ernte. Was die Provinzen Starken­burg und Rheinhessen betrifft, so ist dort die Zahl der um­gepflügten Hectare bei Weitem nicht so groß wie in Ober­hessen. In Oberhessen wurden rd. 21580, in Rheinhessen.