Ausgabe 
8.4.1891
 
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Neueste Nachrichten.

WolffS telegraphisches Torrespondenz-BureLU.

Berlin, 6. April. Der Präsident von Chile cr- Aärte aus Grund des chilenischen Zollgesetzes alle Häfen nördlich von Caldera, so lange sie von den Aufständischen gehalten werden, für geschlossen. Bei Zuwiderhandeln wird Confiscation der Schiffe und Ladungen angedroht, außerdem sind Producenten und Exporteure von Salpeter für den Ein­fuhrzoll verantwortlich.

Berlin, 6. April. Wie dasTageblatt" meldet, trifft der Gouverneur für Ostafrika, Frhr. v. Soden, heute m Tanga ein und begibt sich sofort an Bord derSchwalbe" nach dem Gouvernementssitz Dar-es-Salaam, um die Re- gierungsgeschäste zu übernehmen.

Kiel, 6. April. Der Kaiser, Prinz Heinrich, Moltke, Bötticher und Hollmann begaben sich Morgens halb 9 Uhr nach Rabensau zur Besichtigung der Canalbauten bei Rendsburg.

Kiel, 6. April. Seine Majestät der Kaiser be­gann heute Vormittag mit eigener Hand den Durchstich bei Landwehr, nach welchem die Wassermassen in mächtigen Fällen in das neue Canalbett eindrangen. Das Frühstück wurde in Königssöhrde genommen und dann die Fahrt auf der Werst­barkasse bis Rendsburg fortgesetzt.

Kiel, 6. April. Der Kaiser, Prinz Heinrich, Gras Moltke, v. Bötticher, v. d. Goltz und Knorr trafen um 674 Uhr aus dem Hofzug von Rendsburg wieder hier ein.

Aachen, 6. April. Die von dem Pariser Verg­är beiter-Congresse zurückgekehrten Delegirten Otten, Schröder und Markgras hoben in der gestrigen, von etwa 700 Bergarbeitern besuchten Versammlung zu Röttgen die herzliche Ausnahme in Paris hervor. Schröder forderte xxuf, dem Verbände beizutreren. Markgraf theilte mit, der 'Strike in Belgien werde in den nächsten Tagen beginnen. Die Kohlensendungen dorthin sollten verhindert werden. Von einem Generalstrike sei in Paris keine Rede gewesen.

Köln, 6. April. Nach einer Meldung der.Kölnischen Volkszeitung" hätte eine portugiesische Eisenbahn-Gesellschaft einen großen Posten Stahlschienen in Deutsch­land bestellt zum Preise von ungefähr 92 Mk. pro englische Tonne frei an Bord Rotterdam. Wie dasselbe Blatt ferner meldet, hat die Rechtsrheinische Eisenbahndirection aus den 15. d. Mts. eine Submission von 1086 000 Tonnen Locomotiv kohlen für die Eisenbahndirectionen Frank­furt, Elberfeld, Köln linksrheinisch und rechtsrheinisch aus­geschrieben.

Köln, 6. April. DieKöln. Ztg." schreibt: Die An­käufe amerikanischer Kohle seitens Bremischer und Hamburgischer Rhedereien, welche von Leerverkäufern zu einem Preisdruck benutzt wurden, bieten für den Ruhrkohlenbergbau nichts Beunruhigendes, find vielmehr die naturgemäße Folge des starken Begehrs westfälischer Kohle und der erzielten hohen Preise, aber kein Zeichen von Schwäche des inländi­schen Kohlenmarktes. Uebrigens hat der Absatz der westfälischen Kohle nach Hamburg im laufenden Jahre bisher zugenommen. So wünschenswerth auch der Absatz nach Hamburg ist, so ist er doch keineswegs ausschlaggebend, da er nur 2i/3 °/o ^er Jahresförderung der Ruhrkohlenzechen beträgt. Andererseits muß die gedrückte Lage des Hauptverbrauchers, des Eisen­gewerbes, berücksichtigt werden, welche allerdings für das laufende Jahr angesichts der zahlreichen Kohlenverfchlüsse kaum eine nachtheilige Bedeutung für die Zechen gewinnen kann. In den Geschäftskreisen wird vielfach eine Preisermäßigung für unvermeidlich gehalten, zumal auch neue Schachtanlagen sei­tens der bestehenden Gesellschaften erfolgen. Die Förderung nimmt regelmäßig zu: für 1891 ist die Zunahme auf 4 °/0 veranschlagt.

München, 6. April. Dem osficiellen Saaten st ands- berichte zufolge ist in ganz Bayern das Wintergetreide in Folge der dünnen Schneedecke ausgefroren oder ausgefault. Die Sommersaat ist sehr knapp, der Stand der Weinberge und Obstculturen sehr ungünstig.

Ich glaube wahrhaftig, Sie sind mit Tante Bertha im Bunde. Von einer alten Tante ists nicht besser zu er­warten, aber von einem jungen Vetter ists unerklärlich, be­sonders wenn er sonst"

Sie stockte plötzlich.

Nun, Cousinchen?" lauschte Herr v. Hochstedt gespannt.

Nun, wenn er sonst gar nicht so übel wäre," vollendete sie gedrängt.

Danke für das Compliment," lachte Herr v. Hochstedt.

Ich bleibe wie ich bin, einerlei wems gefällt," machte sie trotzig.

Natürlich!" bemerkte Herr von Hochstedt, der nicht aus der Fassung zu bringen war. Dabei glitt aber doch tin Blick zu Trudel hinüber, welcher sagte. Du steckst in Deinen Thorheiten, wie die Schlehdornblüthe in ihren Dornen, kleine Trudel: rein und weiß! Darum möchte ich Dich herausholen, denn Du bist reizend trotz der Stacheln . . . was gilts?

Trudel war still und gedankenvoll geworden, bis ihr die Dogge am Parkthor entgegensprang. Voranreitend galoppirte sie plötzlich, von Kadusch laut bellend verfolgt, bis zur Rampe. Trotzdem ihr der Vetter sofort nach- gekommen war und auch schon bereit stand, ließ sie sich dies­mal vom Reitknecht aus dem Sattel helfen. Dann die Dogge liebkosend, sprach sie mit trotziger Herausforderung:

Ja, du bist gut, Kadusch, der beste von allen, trotz­dem dich die Trudel an den Ohren zaust! Du nimmst sie, wie sie einmal ist."

Endlich sich zu ihrem verdutzten Cavalier wendend, setzte sie schnippisch hinzu:Bei Ihren Grundsätzen, Herr von Hochstedt, darf ich Sie doch nicht zum Pistolenschießen einladen? Ich freue mich nämlich schrecklich daraus, Papas Geschenk nächstens Prokuren."

(Fortsetzung folgt.)

Wien, 6. April. DiePolit. Corresp." meldet aus Sofia: Eine Commission der Artillerieoffiziere stellte fest, daß die vor Kurzem auf der Straße gefundene Bombe zur Explosion ungeeignet gewesen sei. Man vermuthet daher, daß nur eine Irreführung der Behörden beabsichtigt fei, um die Aufmerksamkeit von den Nachforschungen nach den Mördern Beltschews abzulenken.

Teschen, 6. April. Die trotz dem behördlichen Verbote von etwa 1000 Bergleuten aus Ostrau und unter Teil­nahme fremder socialistischer Wanderredner in Bartelsdorf abgehaltene Versammlung wurde aufgelöst.

Basel, 6. April. Bei der erstmaligen Wahl der Re­gierung durch das Volk siegte die conservativ-demokratische Liste. Die Liberalen unterlagen.

Paris, 6. April. Die nördliche Panzerdivision be­gibt sich Mitte Juni nach Schottland, Scandinavien und Dänemark. Von Kopenhagen segelt die Division nach Kronstadt.

Paris, 6. April. Graf de Hausfonville erklärte verschiedenen Redacteuren, er werde für die royalistische Sache eine eifrige Thätigkeit entwickeln und die Comites überall reorganiftren, auch gegenüber den übrigen Conservativen, so­wie den Bonapartisten sich versöhnlich halten. Bei den Manövern an der Alpengrenze werden die Alpentruppen und Geniesoldaten kriegsgemäße Baracken aufführen und die Straßen verbessern. Das Alpenfort Oueyras wird durch mehrere Batterien verstärkt.

Paris, 6. April. Die Session der Generalräthe ist heute eröffnet. Es ist kein wichtiger politischer und nur sehr wenige die Oeconomie betreffenden Anträge angekündigt. Im Departement Aisne ist ein Antrag gegen die Erneuerung der H a n d e l s v e r t r ä g e eingebracht, im Departement Somme ein solcher zu Gunsten des Zolles auf Leinen, rohen Hanf, gekrämpelten Tüll, in Cher der Antrag zur Abschaffung aller Zölle auf Getreide, in Bouches du Rhone ein Antrag gegen die vorgeschlagenen Zölle.

Cannes, 6. April. Großfürst Michael Michaelo- witf ch von Rußland vermählte sich mit der ältesten Tochter des Prinzen Nikolaus von Nassau, der Gräfin Sophie von Merenberg.

London, 6. April. Reutermeldung aus Rangun: Eine Abtheilung Mannschaften, welche den englischen poli- ttschen Agenten auf der Reise begleitete, wurde von den Eingeborenen des Districts Haka (Oberbirma) in einen Hinter­halt gelockt und angegriffen. Ein englischer Offizier und fünf Gurkhas wurden getöbtet, elf verwundet. Neue Truppen sind zur Züchtigung des Stammes abgesandt.

Rom, 6. April. DerTribuna" wird aus Mailand gemeldet: Nicotera empfing eine Abordnung des Ar­beitervereinsOrdnung und Fortschritt" und forderte dieselbe auf, den Arbeitern Mailands mitzutheilen, daß er am 1. Mai Privatversammlungen außerhalb der Stadt erlaube, öffentliche Versammlungen in der Stadt aber verbiete. Er fürchte nicht, seine Popularität zu verlieren, wenn er dem Gesetz Achtung verschaffe. Zur Aufrechthaltung der Ordnung werde er Cavallerie verwenden, um einen Zusammenstoß zwischen der Volksmenge und der bewaffneten Macht zu ver­meiden.

Rom, 6. April. Der Papst wird im Consiftorium in der ersten Hälfte des Mai Scilla zum Cardinal ernennen. Außerdem steht die Ernennung des Erzbischofs Gruscha und des Nuntius Rotelli zu Cardinälen, Ferratas zum Nuntius in Paris und Jacobinis zum Nuntius in Lissabon bevor. Volpe wird Obersthofmeister.

Cocaks utifc provinzielles.

Gießen, 7. April.

Se. König!. Hoheit der Gr oßherzog haben Aller- gnädigst geruht, am 4. April den Gerichtsasfeffor Max Schitting'Trygophorus aus Gießen zum Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Oberhessen 511 ernennen.

Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 9. April 1891, Nachmittags 4 Uhr:

1. Fortsetzung der Steinstraße. 2. Gesuch des L. Becker um Ueberlassung eines Kieslagerplatzes auf dem Friedhöfe. 3. Gesuch des Emil Kalbfleisch um Erlanbniß zur Aufführung eines Werkstättenbaues. 4. Baugesuch des Ernst Blödner, hier Anbringung eines Oberlichtfensters. 5. Gosfenveränderung in der Bahnhofstraße gegenüber der Löwengasse. 6. Auf­stellung eines allgemeinen Bauplans, hier die Baufluchtlinien für die Gartenstraßen. 7. Das Begießen der Straßen. 8. Herstellung einer Straße vom Brandplatz nach der Ost­anlage. 9. Gesuch der Bewohner an der Südanlage wegen Belassung des Brunnens.

In der neuesten Nummer desCorrespondenz-Blattes der ärztlichen Vereine des Großherzogthums Hessen" ist ein Bericht über einen auch für weitere Kreise interessanten Vor­trag enthalten, welchen Herr Geh. Ober-Medizinalrath Dr. Pseiffer im Verein hessischer Aerzte zu Darmstadt am 23. Februar d. I. gehalten hat. Der betreffende Vortrag betrifft statistische Mittheilungen über das ärztliche Personal im Großherzogthum tzesten. Auf Grund der über die Jahre 1873 bis 1891 gemachten Aufstellungen wird die seit dem Jahre 1887 steigende und von da ab stetig und in ganz außerordentlichem Maße zunehmende Zahl der Aerzte des Großherzogthums constatirt. Es wird ferner erläutert, wie diese Zunahme vorzugsweise in den Städten und den diesen benachbarten größeren Orten zum Ausdruck kommt, wobei es allerdings nicht selten bei dem mißglückten Versuche, eine Exi­stenz zu gewinnen, bleibe. Während die Bevölkerung des Großherzogthums innerhalb des gedachten Zeitraums sich um 11 pCt. erhöht hat, beträgt die Zunahme der Aerzte nahezu 50 pCt. Zum Schluß seines Vortrags wies der auf dem Gebiete der Medicinalstatistik als Autorität anerkannte Vor­tragende daraus hin, daß der Bedarf an Aerzten im Groß-

yerzogthum zur Zeit schon nahezu gedeckt sei, und daß es bei dem fortdauernden Zudrang zum medizinischen Studium wie die große Zahl der in Gießen Medizin studirenden Hessen beweise als dringlich erscheine, vom Betreten der ärzt­lichen Laufbahn abzumahnen. Von besonderem Interesse hier­bei ist, daß in anderen deutschen Staaten, z. B. Preußen, der Zuwachs der Aerzte keineswegs so bedeutend ist, wie gerade in Hessen- woraus sich ergibt, daß gerade in Heffen )ie Aussichten für die Heranwachsenden Mediciner ganz be- onders ungünstig sind.

Mit Bezug auf unsere gestrige Notiz, betreffend den Festort für das Miltelrheinifche Turnfest in 1892, wird uns mitgetheilt, daß sich zur Uebernahme des Festes außer den genannten Städten (Darmstadt, Mainz und Kreuznach) auch Gießen gemeldet habe.

Ernennungen. Der Amtsrichter bei dem Amtsgericht Homberg, Karl Schvdler, wurde zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Offenbach, der Gerichtsassessor Georg Olt aus Höchst zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Hom- berg ernannt.

Friedberg, 6. April. Am Sonntag hielt Herr Profeffor Dr. K 0 stlin seine Abschiedspredigt. In welch hohem Maße er sich die Liebe und Hochachtung der Gemeinde erworben, zeigte, daß die Stadtkirche ganz gefüllt war. Der Musikverein ließ es sich nicht nehmen, dem eifrigen Förderer der Kirchenmusik bei seiner Abschiedsrede mitzuwirken. Sein Weggang wird schmerzlich empfunden.

Hungen, 6. April. Aus Anlaß des Ablebens unseres Standesherrn, des Fürsten Georg zu Solms-Braun­fels, weht auf hiesigem Schlosse eine Fahne in den solmsischen Landesfarben, gelb und blau, auf Halbmast.

Schotten, 6. April. Der Geometer erster Klasse Georg Neufchäffer von hier wurde zum Revisionsgeometer bei dem Katasteramte ernannt.

+ Schwalheim bei Echzell, 5. April. Ein bei einem hiesigen Oeconorn bediensteter Knecht wurde seit ungefähr 3 Wochen vermißt. Als der Wiesenvorstand der benach­barten Gemeinde Berstadt gestern den üblichen Wiesengang vornahm, wurde man den in der Horloff unwest Schwalheims liegenden Körper des Vermißten gewahr. Derselbe ist somit in der Horloff ertrunken, ob freiwillig ober durch Unfall, ist nicht bekannt. Heute befanden sich wegen Aufnahme des Thatbestandes die Gerichtspersonen des Amtsgerichts Hungen hier und in Berstadt.

vermischtes.

* Darmstadt, 6. April. Durch eine soeben erlassene Verfügung des Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz wurde ein seit mehreren Monaten in Mainz wohnender Südfranzose Namens Crispi aus Mainz und dem Großherzogthnm Hessen ans gewiesen.

* Darmstadt, 2. April. Po st Personal nach richten. Es sind ernannt: der Telegraphenassistent Singhoi in Offenbach (Main) zum Ober-Telegraphenassistent, die Post- assistenten Jochim in Darmstadt, Bauder in Offenbach (Main) und Siegler in Worms zu Ober-Postassistenten. Angestellt wurden: die Postassistenten Dochnahl und Schneider in Darmstadt, Krumm in Worms undBurt- schell in Mainz. Die Postassistenten Presser in Mombach und Schneider in Ruppertenrod, sowie der Post- anwärter Völzing in Großbieberau sind zu Postverwaltern ernannt und als solche angestellt worden. Versetzt wurden: der Postinspector Schönhals von Berlin nach Darmstadt behufs Uebernahme einer Postrathsstelle, der Postinspector Ewerlien von Darmstadt nach Berlin, der Telegraphen­director von Albedyll von Darmstadt nach Dresden,, der Ober-Postdirectionssecretär von derMülbe von Erfurt nach Darmstadt behufs Uebernahme der Vorsteherstelle bei dem Telegraphenamte in Darmstadt, der Postkassirer Wittich von Cassel nach Mainz behufs Uebernahme der Vorsteherstelle bei dem Postamte 3 daselbst, der Postkassirer Beltz von Mainz nach Königsberg (Pr.) und der Postkassirer Alle- weldt von Stettin nach Darmstadt behufs Uebernahme von Postinspectorstellen, die Ober-Postdirectionssecretäre Kuhl­mann von Cöln (Rhein) nach Mainz und Meyer von Coln (Rhein) nach Worms behufs Uebernahme von Post- kassirerstellen, die Postsecretäre Herdt von Darmstadt nach Magdeburg, Mäscher von Darmstadt nach Straßburg (Elsaß), Merz von Darmstadt nach Berlin, Schrader von Darm­stadt nach Mannheim und Stoll von Mainz nach Darm­stadt, der Ober-Postassistent Huhn von Solingen nach Mühlheim (Main), die Postassistenten Lippert von Straß­burg (Elsaß) nach Darmstadt, Sartison von Mannheim nach Sprendlingen (Kr. Offenbach) und Scior von Mann­heim nach Fürth (Odenwald).

* Der Mainzer Schneidermeister-Verein, vertreten durch seinen Vorstand, die Herren Jos. Breckheimer und Christ. Höfer, hat in verschiedenen Fachzeitschriften einen Ausruf zur Gründung eines großen Verbandes aller Schneidermeister in ganz Deutschland erlassen. Zur Erläuterung dieses Schrittes wird n. a. Folgendes bemerkt:In ganz Deutsch­land ist laut statistischen amtlichen Erhebungen vom Jahre 1882 die Anzahl von 249,000 selbstständigen Schneidern vorhanden - heute dürste cs nach der neuen Zählung eine viel größere Zahl sein. Von dieser Summe von Schneidern sind laut Bericht vom Februar 1891 des Hauptverbandes der Innungen an 12,000 Schneider Jnnungsmitglieder, es stehen also ungefähr 20mal so viele außerhalb der Innungen, in anderen Schneider - Vereinigungen und vereinzelt. Wir wollen eine große über ganz Deutschland ausgebreitete Ver­einigung aller Schneiderinnungen und Schneidermeister-Ver­einigungen 2CV mögen sie Namen tragen wie sie wollen, zum Zwecke gemeinsamer Behandlung, gemeinschaftlicher Fragen, welche unserem Handwerk von Nutzen sein können- politische und religiöse Fragen sind ausgeschlossen." Der Schneider­meister-Verein in Mainz hat bis auf Weiteres die Durch­führung der Sache übernommen.