Ausgabe 
7.8.1891
 
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die Vororte eintreten, soweit nicht Mindereinnahmen damit verbunden wären.

Berlin, 5. August. Nach Spandauer Meldungen sind in der dortigen königlichen Pulverfabrik die neuerdings erfolgten Kündigungen wieder zurückgenommen worden, da soeben eine größere Bestellung ausgegeben wurde. Die Neueinstellung von Arbeitern sei höchst wahrscheinlich.

Bochum, 5. August. Der Staatsanwalt erließ einen Steckbrief gegen den Redacteur Fusangel.

Danzig, 5. August. Der Anthropologencongreß wählte in seiner heutigen Schlußsitzung Ulm als nächsten Versammlungsort. Zum Vorsitzenden wurde Hölder-Stuttgart, zu Stellvertretern Virchow und Waldeyer-Berlin gewählt.

Stuttgart, 5. August. DerStaatsanzeiger" berichtet: Seit dem 1. August trat bei dem Könige neuerdings eine acute Steigerung des Unterleibskatarrhs mit leichter Fieber­bewegung auf. Sämmtliche Krankheitserscheinungen sind be­reits in erfreulicher Abnahme begriffen. Das Fieber ist geschwunden. Der König muß noch einige Tage das Bett hüten- sein Befinden ist indeß den Umständen nach leidlich gut. Dr. Marc kehrte heute nach Wildungen zurück.

München, 5. August. Die Versammlung der astronomischen Gesellschaft wurde heute Vormittag eröffnet. Unter den Theitnehmern befinden sich Gylden- Stockholm, Tysseraud-Paris, Backuyzen-Leyden, Ordemans- Utrecht, Gantier-Genf, Pechuele-Kopenhagen, Palisa und Hertz- Wien, Wagner-Kremsmünster, Hertel-Innsbruck, Krüger-Kiel, Mechaniker Repsold-Hamburg, Wyren-Pulkowa.

Straßburg, 5. August. Die amtlicheStraßburger Correspondenz" bezeichnet die Nachricht der französischen Zeit­ungen, daß die Kreisdirectoren vertraulich angewiesen seien, gegen die Franzosen hinsichtlich der Paß- und Melde­pflicht besonders streng vorzugehen, als erfunden. Die Kreisdirectoren seien nur wiederholt beauftragt worden, die Säumigen an die vorgeschriebene Meldefrist zu erinnern.

Wien, 5. August. Der Handelsminister verfügte infolge der Ausbreitung der Cholera in Syrien die Ausdehnung der bestehenden siebentägigen Beobachtung auf die Herkunft aus den Häfen zwischen Persina und Tripolis, letzteren aus­genommen, und strenge ärztliche Untersuchung aller Herkünfte aus den Häsen zwischen Messina und Adalia einerseits, und Tripolis und Jaffa andererseits, die genannten Häsen ein­geschlossen.

Wien, 5. August. DasFremdenblatt" führt aus, die Sympathie zwischen Russen und Franzosen beruhe nur auf der Gemeinsamkeit der rein politischen Interessen. Das Zusammenrücken der beiden Völker, um Angriffstendenzen des Dreibundes lahm zu legen, beruhe zwar aus falscher Auf­fassung der rein defensiven Tendenz des Dreibundes, enthalte aber nichts Beunruhigendes, da nur ein zweiter Friedensbund neben der Tripelallianz gebildet ist. Betreffs Frankreichs liegen keinerlei Anzeichen vor, daß Rußland die chauvinistischen Bestrebungen in demselben unterstütze- die Annäherung Ruß­lands gelte nur der Erhaltung der regierenden Parteien Frankreichs, gewähre ihnen den Glanz eines politischen Er­folges und lasse eine Beruhigung des Volksgemüths erhoffen. Man könne der Entwickelung der Dinge mit aller Ruhe ent­gegensetzen.

Paris, 5. August. Das französische Geschwader des Admirals Gervais wird auf seiner Rückfahrt von Rußland nicht in Plymouth, wie Anfangs beabsichtigt war, sondern nur in Portsmouth anlausen und dann nach Frank­reich zurückkehren.

Petersburg, 5. August. Gestern Abend reisten der Kaiser, die Kaiserin, Großsürst Alexei nebst Suite, sowie der Kriegs­minister aus der JachtDershawa" nach Finland ab. Der König von Serbien kam gestern Abend mit Ristitsch, Paschitsch und dem übrigen Gefolge in Petersburg an, stieg im Winterpalais ab und machte nach dem Diner eine Fahrt durch die festlich geflaggte Stadt.

Petersburg, 5. August. DerRegierungsbote" sagt: Man weiß, daß bei dem Diner am 16. Juli der Kaiser, seinen Pokal erhebend, solgende hochbedeutsame Worte sprach: Aus das Wohl des Präsidenten der französischen Republik Carnot! Aus das Wohlergehen der französischen Flotte, insbesondere des Geschwaders des Admirals Gervais!" Diesen Worten des Souveräns folgte eine Reihe der großartigen, sehr bedeutungsvollen Ehrenbezeugungen während der ganzen Aufenthaltsdauer in Kronstadt. Wenn jemals, so war den Offizieren der glänzenden französischen Flotte Gelegenheit geboten, sich von der Wirkung zu überzeugen, welche in Ruß­land die Worte des Staatsoberhauptes haben. Es würde zu weit führen, die großartigen warmen Kundgebungen auf­zuzählen, von denen das russische Volk dem französischen Beweise gab- nicht der geringste Zwischenfall trübte diese Kundgebungen der stillen, aber reellen Macht des russischen Volkes, welches in solcher Weise die Worte des Souverains interpretirte."

Bergen, 5. August. Der Kaiser erledigte gestern Regierungsgeschäfte. Am Nachmittag fand ein Wettrudern und Segeln zwischen den Booten der SchiffeHohenzollern", Prinzeß Wilhelm",Jagd" undStosch" statt. Nachts um 12 Uhr trat dieHohenzollern" die Reise nach Odde an. Für den Dombau in Trondhjem hat der Kaiser tausend Kronen angewiesen.

Utne, 5. August. DieHohenzollern" ist heute Vor­mittag um 11 Uhr vor Odde eingetroffen. Der Kaiser erfreut sich des besten Wohlseins. Das Wetter war sonnig, die Reise wird morgen nach Stavanger fortgesetzt.

Depeschen desBureau Herold".

Berlin, 5. August. Nach Meldung hiesiger Blätter nimmt das in der Gegend von Glogau seuchenartig aus­tretende gastrische Fieber größere Dimensionen an.

Berlin, 5. August. Die Direction der Deutschen Bank theilt mit, daß die Verluste durch die betrügerischen Rubel- speculationen sich zwar noch nicht genau feststellen lassen, es seien jedoch bindende Verpflichtungen eingegangen, wodurch

der Verlust der Deutschen Bank auf den Höchstbetrag von 1,100,000 Mk. beschränkt bleibe. Das Engagement sei bis auf kleine zweifelhafte Beträge abgewickelt.

Berlin, 5. August. In dem Steckbrief gegen den Be­amten Frank von der Deutschen Bank wird der erlittene Verlust auf 23 Millionen beziffert.

Berlin, 6. August. Nach vomBerliner Tageblatt" ver­öffentlichten Privatbriefen aus Dar es Salam vom 12. Juni ist Emin Pascha am 10. März an der Mündung des Nuonon am Alexandratasee angekommen und nach zwei Ruhe­tagen über den Moresi-Tanganikasee aufgebrochen. Gleich­zeitig kündigt der Bries eines Missionärs von der deut­schen Küste eine große Expedition des Belgiers Lejeune an. Diese soll sich auf derselben Route bewegen, welche seiner Zeit von Emin und Stanley nach Ankora projectirt war. Beide Expeditionen wurden von Tipu-Tipp verwechselt und wird die falsche Nachricht derTimes" über den Marsch Emins wohl daher rühren.

Berlin, 6. August. Wie dieNordd. Allg. Ztg." aus Paris erfährt, wird der französische Botschafter in Konstantinopel, Graf v. Montebello, nach Petersburg ver­setzt. Herbette verbleibt auf dringenden Wunsch Frankreichs in Berlin, worüber in Paris große Befriedigung herrsche, da Herbettes friedliche Gesinnung und loyaler Character sich bewährt hätten.

Berlin, 5. August. Der conservativeReichsbote" plaidirt in der Angelegenheit Baare, der Redacteur Fus­angel solle den Händen der localen Gerichtsbarkeit entzogen und der Proceß an ein unbetheiligtes drittes Gericht verwiesen werden.

Berlin, 5. August. Die Erstaufführung der OperSanta Chiara" von Herzog Ernst von Sachsen- Coburg hatte in Berlin einen ganz außergewöhnlichen Erfolg. Der Herzog selbst war nicht anwesend.

Straßburg i. E., 5. August. Der Tabaksagent Marx ist fallit- derselbe ist seit einigen Tagen flüchtig, man glaubt dennoch an das Zustandekommen eines Arrangements. Die Passiva betragen 150,000 Mk.- dabei soll die Kaiserl. Tabakmanusactur mit 40,000 Mk. engagirt sein.

Triest, 5. August. In Cagliari überfielen sechs Briganten am helllichten Tage den Kaufmann Lubraso und gaben denselben erst gegen ein Lösegeld von hundert­tausend Lire frei.

Loudon, 5. August. Eine amtliche Depesche des eng­lischen Consuls in Foochon (China) bezeichnet die Mel­dungen von einem bevorstehenden Aufruhr für unbegründet. Die Europäer seien ausreichend geschützt.

Rom, 5. August. Fürst Paul Borgnese, Stamm­halter des berühmten Geschlechts gleichen Namens, ist auf Anrathen seiner Aerzte nach Ungarn abgereift. Der Fürst war infolge bedeutender Verluste, man spricht von 30 Mill. seit längerer Zeit tiefsinnig. Laut Meldungen verschiedener Blätter ist die Familie zum Zwecke der Schuldentilgung um die Erlaubniß zur Veräußerung der weltberühmten Bilder- gallerie eingekommen.

Brody, 5. August. Aus Podolien werden neuerdings große Judenexcesse gemeldet. In Jelissawetgrad er­stürmten mehrere tausend Bauern, rufend:Nieder mit den Juden, schlagt sie todt!" das Judenviertel und raubten Ge- schästsläden und Wohnungen aus. Drei Juden wurden ge- tödtet, mehrere schwer verletzt. Die Behörden ließen dem Pöbel freie Hand.

Konstantinopel, 5. August. Sechs verdächtige, aus Kir- kitisse kommende Männer wurden festgenommen, man glaubt in ihnen Angehörige der Bande des Athanasios ergriffen zu haben.,

Localer utt6 ^provinzielles.

Gießen, 6. August.

Ordensverleihungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 24. Juli der Dienstmagd Helene David aus Gimbsheim, z. Zt. in Worms, die silberne Medaille des Ludwigs - Ordens, am 28. Juli dem Lehrer an der Realschule zu Darmstadt, Joh. Eduard Würth, unter Anerkennung seiner mit Treue und Eifer' geleisteten Dienste und Versetzung in den Ruhestand, das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen, am 2. August d. I. dem Frl. Helene Wirth- to ein, Pflegerin des Alice-Frauenvereins, für 20jährige Thätigkeit als Pflegerin des Alice - Hospitals das Dienst­auszeichnungskreuz für Krankenpflege in Gold, am 5. August dem Frl. Amalie Engel, Pflegerin des Alice-Frauenvereins, stationirt in Offenbach, für 15jährige Thätigkeit als Pflegerin des Alice-Hospitals das Dienstauszeichnungskreuz für Kranken­pflege in Silber, an demselben Tage dem Frl. Katharina Oelschläger, Pflegerin des Alice-Frauenvereins, für 20jährige Thätigkeit als Pflegerin des Zweigvereins Mainz das Dienstauszeichnungskreuz für Krankenpflege in Gold, an demselben Tage dem Frl. Anna Gerstemeyer, Pflegerin des Alice-Frauenvereins, für 15jährige Thätigkeit als Pflegerin des Zweigvereins Mainz das Dienstauszeichnungskreuz für Krankenpflege in Silber zu verleihen.

Statistisches. Im Großherzogthum Hessen erfolgten im Rechnungsjahr 1890 418 Strafen wegen Con- traventionen gegen das Gewerbesteuergesetz (Starkenburg 141, Oberhessen 129, Rheinhessen 144).

Das gesammte Grundstück - Brandverficheruugscapital im Großherzogthum Hessen belief sich Ende 1890 auf 1 119 509 980 Mk. (Rheinhessen 389108090 Mk., Starken­burg 436 837 480 Mk., Oberhessen 293 564410 Mk.

Nach einer Entscheidung des Reichsverficherungsautts ist der Tod eines Arbeiters bei der Feldarbeit durch Blitz als Betriebsunfall anzusehen, so daß also die betreffende Ge­nossenschaft in solchem Fall zur Entschädigung verpflichtet ist.

Verm'ächtniß. Der verstorbene Buchhändler K ü ch l e r in Darmstadt hat der Landeswaisenanstalt 50,000 Gulden unter der Bestimmung vermacht, daß alljährlich an seinem

Todestage die Zinsen der Stiftung in Beträgen von je 100 Gulden an sämmtliche in die Landeswaisenanstalt auf­genommenen Waisen verloost werden sollten. Die Beträge sollen für die betreffenden Waisen bis zu ihrer Entlaffung verzinslich angelegt werden. Nachdem die bisherige Nutz­nießerin des Vermächtnisses gestorben, konnten am 3. August ds. Js. zum ersten Male die Erträgniffe der Stiftung nach dem Willen des Testators zur Vertheilung kommen und er­hielten 18 noch schulpflichtige Waisenkinder, aus welche das Loos fiel, je 171 Mk.

Das Regierungsblatt enthält die Vollzugsverordnung zu dem Gesetze vom 20. September 1890, betreffend die Einführung des Verwaltungs-Strafbescheids bei Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften über die Erhebung öffentlicher Abgaben und Gefälle. Nach der Verordnung soll dasGesetz am 1. Januar 1892 in Kraft treten. Die Regelung des Verfahrens für die Administrativuntersuchung und den Erlaß der Strafbescheide ist imWesentlichenJnstructionen Vorbehalten, welche die Ministerien für die einzelnen Be­hörden noch erlassen werden. Die für jenes Verfahren zu­ständigen Behörden sind: die Steuercommissariate (für birectc Steuern), die Hauptsteuerämter (für Zölle, Reichssteuern und indirecte Landessteuern), das Erbschaftssteueramt, die Brand­versicherungscommission, das Kreisamt (bei Gemeindeabgaben u.s.w.), der Erste und der Ober-Staatsanwalt (Verletzung der Stempelpflicht bei Gerichtskosten). Zu erwähnen ist noch, daß Ordnungsstrafen, sowie die Nichtausübung der Straf­verfolgung für zulässig erklärt sind.

-d. Schotten, 4. August. Am Sonntag den 16. August, Nachmittags 2 Uhr, findet in Ober-Seemen bei Wirth Reichert eine Zusammenkunft der 1870er Krieger zwecks Gründung eines Veteranen-Verbandes der Kreise Schotten und Büdingen statt.

Butzbach, 5. August. Mit der Herrichtung des Fest­platzes für das 19. Turnsest des Gaues Hessen ist man eben vollauf in Thätigkeit und verspricht die ganze Ein­richtung desselben eine recht schöne und practische zu werden. Auch bietet der große Festplatz genügend Raum für die zahlreich gemeldeten Turner und Festgäste. An den Häusern der Stadt beginnt man jetzt ebenfalls den ersten Festschmuck anzulegen, überhaupt entfalten die Bewohner unserer Stadt eine Thätigkeit, welche darauf schließen läßt, daß Jeder bestrebt ist, den ankommenden Gästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Gutes Wetter voraus­gesetzt, stehen uns einige recht vergnügte Tage bevor. Für das Turnfest ist folgendes Programm festgesetzt: Samstag, den 8. August, Nachmittags 25 Uhr: Empfang der Abgeordneten und Wettturner. 5^2 Uhr : Turntag im Hessischen Hof. 7 Uhr: Sitzung des Kampfgerichts daselbst. Abends 8 Uhr: Zug vom Bahnhof nach dem Festplatz zum Fest-Commers. Daselbst: Aufführung eines Fackelreigens vom Turnverein Butzbach. Begrüßungsrede. Ueberreichung des von Damen gestifteten Bandeliers und zweier Schärpen an den Turnverein, sowie Gesangsvorträge desOrpheus" und Turnergesangvereins. Sonntag, den 9. August, Morgens 6 Uhr: Weckruf. 7 Uhr: Beginn des Wettturnens. 712 Uhr: Empfang der eintreffenden Turner. Nachmittags j/22 Uhr: Aufstellung des Festzuges vor dem Weiseler Thor. Präcis 2 Uhr: Festzug durch die Stadt (Weiselerstraße, Schloßgaffe, Griedelerstraße, Wetzlarerstraße) nach dem Fest­platz am Lahnthor. Daselbst: Freiübungen, Gesang, Fest­rede, Vorführung turnerischer Uebungen der Real- und Volksschüler, Kürturnen, Concert und Tanz. Abends 8 Uhr: Preisvertheilung. Montag, den 10. August, Morgens 6 Uhr: Weckruf. 8 Uhr: Beginn des Musterriegenturnens. $V2 Uhr: Spaziergang auf die Wilhelmshöhe, Weidigshain, Tempel rc. Nachmittags von 2 Uhr ab: Kürturnen, Concert und Tanz auf dem Festplatz. 6 Uhr: Preisvertheilung an die Musterriegen. Als Festmusik ist die ganze Capelle des Leib-Dragoner-Regiments Nr. 24 unter Leitung ihres Stabstrompeters, Herrn Stütze!, engagirt. Die Fest- wirthschaft ist den bewährten Händen der Herren Wilhelm Schneider und Joh. Theis von Butzbach übertragen. Der Festplatz und die Festhalle sind während der drei Festtage Abends electrisch beleuchtet.

X. Windhausen, 5. August. Wie in unserem Kreise Alsfeld überhaupt, so widmet man im Besonderen in unserer Gemeinde der Pflege und Veredelung der Vieh­zucht eine ganz besondere Aufmerksamkeit. Die segen­bringenden Folgen dieser rationellen Viehzucht sind schon jetzt augenscheinlich, dürften es aber mit der Zeit immer noch mehr werden. Um reines Schweizervieh zu erhalten, wurden schon vor zwei Jahren von hiesigen Bürgern sechs Stück dieser vorzüglichen Rasse direct aus der Schweiz geholt. Daß die damit erzielten Resultate trotz des hohen Preises der einzelnen Stücke sehr günstig gewesen sein müssen, beweist der abermalige Ankauf von sechs Stück Schweizervieh, welche gestern Abend hier anlangten. In allen Ortschaften, durch welche ihr Transport ging, verursachten sie wegen ihres schönen Geläutes einen Auflauf der Einwohner.

Darmstadt, 5. August. Dieser Tage erhielt Herr Re­staurateur Carl Färber dahier durch den Kirchendiener der katholischen Gemeinde einen kleinen Geldbetrag zugestellt mit dem Bemerken, daß ein im Lazareth schwer krank liegender Soldat von der Leibschwadron des 2. Dragoner-Regiments dem Herrn Geistlichen, welcher den Kranken mit den Tröstungen seiner Religion versehen, mitgetheilt habe, daß er dem Wirthe für ein genossenes Abendbrod noch diesen Betrag schulde. Der Wirth hatte an die kleine Schuld längst nicht mehr ge­dacht und war daher um so mehr erstaunt über die peinliche Gewissenhaftigkeit des Soldaten, der ein ganz mittelloser junger Mann ist, dessen beide Eltern nicht mehr leben. Erfreulicherweise soll in dem Befinden des Soldaten eine Besserung eingetreten sein, so daß dessen Wiedergenesung ml erwarten steht.