Arras, 5. November. FünszigAus ständige griffen gestern mit Steinwürsen die nichtstrikenden Arbeiter der Bergwerke in Maries an- ein Mann wurde verwundet.
Rom, 4, November. Der französische Delegirte der Friedensconferenz legte ebenfalls einen Kranz aus dem Grabe Victor Emanuels nieder.
CecxxXcs nttb provinzielle».
Gießen, 5. November 1891.
— Von der Universität. Seine Königliche Hoheit der Großherzog habenAllergnädigst geruht: Am 4. November den Privatdocenten an der Technischen Hochschule zu Darmstadt, Professor vr. Adolph Hansen, zum ordentlichen Professor in der philosophischen Facultät der Landesuniversität, insbesondere für das Fach der Botanik, zu ernennen und in dieser Eigenschaft zu berufen.
— Wohlth'äligkeits - Bazar. Das Damen - Comits des Wohlthätigkeits-Bazars im Club ersucht uns, unter Hinweis aus das im Jnseratentheile veröffentlichte Programm, noch besonders darauf aufmerksam zu machen, daß der Jahrmarkt am Samstag Nachmittag (nicht um 2 Uhr, wie früher publicirt) erst um V23 Uhr eröffnet wird. Die Ver- kaussstände des Jahrmarkts, die von Kindern gehalten werden, dürsten einen Hauptanziehungspunkt für Hausfrauen aller Stände und deren Kinder bilden; erstere können ihre Wochen- vorräthe an Butter, Eiern, Gemüse, Blumen :c. einkaufen. Die erwachsene Jugend beiderlei Geschlechts wird ihre Rechnung in dem Abends 8 Uhr beginnenden, mit Restauration verbundenen Militär - Concerte, sowie in der Nachmittags-Unterhaltung am Sonntag finden. Die Verloosung endlich wird sich sicher lebhafter Betheiligung erfreuen, da sehr zahlreiche und wunderhübsche Gewinne ausgespielt werden.
— Neues Theater. Freitag den 6. November geht abermals eine Novität und zwar „Alfreds Briese" von Oscar Klausemann in Scene. Das lustige Stück, welches am Wallnertheater einige Monate das Repertoir beherrschte und von da aus den Rundgang über alle deutschen Bühnen machte, wird unstreitig auch bei uns in Gießen einen großen Erfolg erringen. Wir empfehlen daher den Besuch des Theaters bestens.
— Erledigte Stellen für Militärauwärler im Bezirk des 11. Armee-Corps. Königl. Eisenbahn-Betriebsamt zu Frankfurt (Main), 20 Weichensteller und 20 Bremser, im Probedienst, aus Kündigung, Jahresbesoldung je 800 Mk. Daselbst 20 Bahnwärter und 8 Nachtwächter, im Probedienst, auf Kündigung, Jahresbesoldung je 700 Mk. Königl. Eisenbahn- Betriebsamt zu Kassel, 10 Weichensteller, aus vierwöchige Kündigung, je 66 Mk. monatlich. Daselbst, 10 Bahnwärter, auf vierwöchige Kündigung, je 58 Mk. monatlich. Biebrich- Mosbach, Bürgermeister, Friedhossleichenhaus-Ausseher, aus dreimonatliche Kündigung, 500 Mk. jährlich, freie Wohnung und Brand. Meschede, Postamt, Landbriesträger, auf vierwöchige Kündigung, 650 Mk. Gehalt und 72 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Niederrad, Schulrheißenamt, Gemeindediener, auf dreimonatliche Kündigung, 900 Mk. jährlich und 100 Mk. Uniformsgelder. Ohrdruf, Gymnasium Gleichensee, Castellan und Einheizer aus Kündigung, 500 Mk. Jahreslohn mit freier Wohnung und Heizung. Romrod, Postamt, Landbriefträger, aus vierwöchige Kündigung, 650 Mk. Gehalt und 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß.
— Verbrechen und Vergehen gegen Reichsgesetze. Das vom Kaiserlichen Statistischen Amt herausgegebene Monatsheft zur Statistik des Deutschen Reichs (Septemberheft 1891) enthält die vorläufigen, das Berichtsjahr 1890 betreffenden criminalstatistischen Mittheilungen. Nach diesen wurden von deutschen Gerichten wegen Verbrechen und Vergehen gegen Reichsgesetze im Jahre 1890 verurtheilt 381441 Personen (darunter 40 905 im Alter von 12 bis unter 18 Jahren) gegen 369 644 (bezw. 36 790) im Jahre 1889. Es entfallen 1890 aus die Verbrechen und Vergehen gegen Staat, öffentliche Ordnung und Religion 63 744 (1889: 62817), auf die Verbrechen und Vergehen gegen die Person 148 087 (1889: 139 639), auf die Verbrechen und Vergehen gegen das Vermögen 168112 (1889: 165 621) und auf die Verbrechen und Vergehen im Amt 1498 (1889: 1567) verurtheilte Personen. Von den die einzelnen Delicte betreffenden Zahlen werden nachstehend besonders wichtige hervorgehoben. Es wurden 1890 bezw. 1889 verurtheilte Personen gezählt bei den Delictsarten:
1890 1889
Gewalt in Drohungen gegen Beamte
(§§ 113, 114, 117—119 St.-G.-B.) Meineid (§§ 153-155)
13 133
12 713
759
754
Mord (§ 211)
133
107
Gefährliche Körperverletzung (§ 223a)
60 948
57 191
Einfacher Diebstahl (§ 242)
Einfacher Diebstahl im wiederholten Rück
70 945
71 881
falle (§ 242—244
10 983
11085
Schwerer Diebstahl (§ 243)
Schwerer Diebstahl im wiederholten Rück
8 370
7 978
falle (§ 243—244)
2 427
2 412
Unterschlagung (§ 246)
16 340
15 888
Betrug (§§ 263, 265)
15 661
15 205
Betrug im wiederholten Rückfalle (§ 264) Fälschung öffentlicher oder zum Beweise
1 703
1 643
von Rechten dienender Urkunden (§§ 267-273)
3 631
3 430
Brandstiftung (§§ 306—308 [311])
488
419
Bestechung [active] (§§ 333, 334 Abs. 2)
513
526
Nahrungsmittelgesetz
962
883
— Für das reisende Publikum. JZBie die „Voss. Ztg." erfährt, tritt auf den preußischen Staatsbahnen eine Verordnung in Kraft, welcher zufolge Reisende, die im Besitz einer Rückfahrtkarte bei der Rückreise über diejenige Station oder Haltestelle, aus welcher die Rücksahrtkarte ursprünglich
gelöst ist, hinausfahren müssen, weil der betreffende Zug auf der ursprünglichen Abgangsstation nicht anhält, für die Strecke, welche ohne Fahrkarte zurückgelegt ist, nur eine einfache Fahrkarte, nicht aber auch die sonst verfallene Strafkarte von 1 Mark nachzulösen haben. Bedingung ist jedoch, daß der Reisende, entsprechend den Vorschriften des Betriebs- Reglements, dem Schaffner schon bei Antritt der Rückreise unaufgefordert Mittheilung von seinem Vorhaben macht. Thut er das nicht, so wird er wie ein Reisender ohne gültige Fahrkarte behandelt.
§ Rieder-Moos, 4. November. Hier hat sich ein C 0 n s u m - Verein unter der Firma: „Landwirthschaftlicher Consum- Verein, eingetragene Genoffenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht" mit dem Sitz zu Nieder-Moos gegründet. Derselbe ist dem Verband der hessischen landwirthschaftlichen Genoffen- schäften beigetreten.
§ Vom Vogelsberg, 4. November. Endlich ist mit dem Bau der Nebenbahn Gedern-Lauterbach der erste Anfang gemacht worden. Bei Herbstein stecken bereits die Fähnchen im Feld. Hoffentlich läßt die Fertigstellung dieser so sehr gewünschten Strecke nicht allzu lange auf sich warten.
E. Friedberg, 4. November. Laut Inserat im „Oberhessischen Anzeiger" protestirt der socialdemokratische Wahlverein energisch gegen die Abhaltung von politischen Vorträgen im hiesigen Rathhaussaale, wenn er nicht allen Parteien zu Vorträgen und Versammlungen überlassen wird.
— Darmstadt, 3. November. Herr Oberbaurath Rohns, dessen bevorstehender Austritt aus der Bauabtheilung des hessischen Ministeriums der Finanzen bereits bekannt ist, verläßt am 15. November den hessischen Staatsdienst, um die oberste Leitung des Wasserbaues im Königreich Siam zu übernehmen. Neben eigentlichen Wasserbauten wird die Melioration großer versumpfter Ländereien dort die eigentliche Ausgabe des Herrn Rohns sein. Vor dessen Austritt aus seiner bisherigen Stellung sollen die Verhandlungen mit den Rh ein gemeind en über die neuen Deichanlagen (Landdämme) noch thunlichst zum Abschluß gebracht werden. Frks. Ztg.
— Mainz, 2. November. Saß da schon viele Jahre aus dem Markte ein altes Weib mit bronzesarbenem, aber feingeschnittenem Gesicht, in Lumpen gehüllt, und hielt auf einem kleinen Tische Nägel seil. Wer sie so sah, die Greisin, der mußte sie bemitleiden, sie für sehr arm halten. Und doch war dieselbe Besitzerin eines kleinen Hauses dahier. Trotzdem der Nagelhandel und die Erträgnisse des Hauses dieser Frau hinreichende Existenzmittel boten, ließ sie sich Nahrungsmittel von ihren Einwohnern schenken, bettelte den Schornsteinfegertribut in ihrem Hause zusammen, ja diente sogar ihren Mietherinnen als Scheuerfrau für 20 Pfennige und eine Taffe Kaffee. Vor einigen Tagen wurde diese 83jährige Wittwe von einem Schlaganfall betroffen und man verbrachte sie ins Jnvalidenhaus. Bei Räumung ihrer vor Schmutz starrenden Wohnung entdeckte man in allen Winkeln und in Möbeln versteckt so viel Geld, daß man es in einem schmutzigen, dem einzig vorhandenen Bettbezüge fortschaffen mußte. Total von Mäusen zerfressen wurde ein Kassenbuch mit bedeutenden, schon mehr denn 20jährigen Eintragungen und ohne bisherige Jnteressenerhebung, entdeckt und zwar in einer kleinen Bettlade, in der vor 30 Jahren das einzige Kind dieses Weibes gestorben war und die sich noch unberührt, wie sie die kleine Leiche verließ, vorfand. Ebensalls von Mäusen . durch und durch zerfressen wurden mehrere Betten in moderigen Kammern übereinander geschichtet vorgefunden. Ein schmutziger Fetzen grauen Sackstoffes diente dem Lager dieser Frau als — Betttuch.
Vermischtes.
* Düffeldorf, 31. October. Die im hiesigen Schlachthause vorgenommene Untersuchung der ersten aus hundert Seiten bestehenden Sendung amerikanischen Specks ergab sechs Seiten als trichinös. Der Speck war laut Attest in Amerika aus Trichinen untersucht worden.
* Berlin, 4.November. Die öffentlichen Wärmestuben, welche die Volks-Kaffeehaus-Gesellschast mit Unterstützung der Stadt Berlin einrichtet, sollen, wie die „Voss. Ztg." erfährt, am 15 d. M. eröffnet werden. Es sind dafür einige Stadtbahubogen bestimmt, die neben dem Arbeitsnachweis-Bureau jener Gesellschaft und zur Seite des Polizeigebäudes liegen. Die Räume werden mit Tischen, Stühlen und Bänken ausgestattet; voraussichtlich dürften sie von 6 Uhr Morgens bis 9 Uhr Abends geöffnet sein. Man wird dort für 10 Vfg. einen Teller Suppe und ein großes Stück Brod erhalten.
Metz, 27. Oct. In dem benachbarten Diedenhofen hat sich gestern der Unteroffizier Bondrio von der 8. Compagnie des 135. Jnfant.-Regiments im Militärgerichtslocal erschossen. B. war wegen Mißhandlung eines Soldaten zu 4 Wochen Mittelarrest verurtheilt worden und sollte seine Strafe sofort antreten. Statt nun die Treppe hinunter zum Aufseher zu gehen, ging er die Treppe hinauf, legte zuerst auf den ihm nacheilenden Vicefeldwebel an, welchen er fehlte und erschoß dann sich selbst mit einem Armeerevolver, welchen er als Schießunteroffizier sich vorher zu verschaffen Gelegenheit hatte.
* Hamburg, 29. October. Dem Fischereiverein in Hamburg ist, wie der „H. C." meldet, von Seiten des Ausschusses des „D e u t s ch e n F i s ch e r e i v e r e i n s" eine Prämie von 5 Mark für jeden im Elbegebiet gefangenen Seehund auf ein Jahr bewilligt worden. Die Zahl der sich in der Elbe aufhaltenden Seehunde wird auf 1000 geschätzt. Wenn man in Betracht zieht, daß jeder Seehund zu seiner täglichen Nahrung etwa 10 Pfund Fische bedarf, so kann man ungefähr die Höhe des Schadens ermessen, den die Seehunde in der Elbe der Fischerei zufügen. Mit besonderem Dank wird daher auch die Aussetzung dieser Prämien begrüßt.
* Der Marfchschritt der europäische« Heere. Die vorschriftsmäßige Länge des Marschschrittes des russischen Heeres beträgt 71 (Zentimeter, im französischen, österreich-ungarischen, italienischen, belgischen, schwedischen, schweizerischen Heere sind 75 und im deutschen Heere 80 (Zentimeter als Normalmaß für den Marschschritt vorgeschrieben. Die Zahl der in einer Minute zurückgelegten Schritte beträgt beim deutschen Heere und in Rußland 114, in Frankreich 112—116, in Oesterreich-Ungarn 115—118, in Italien 120 und in Belgien 110 Schritte, woraus sich ergibt, daß die deutsche Armee 91, die italienische 90, die österreichisch-ungarische 86—88, die französische 84—87, die belgische 82 und die russische Armee 81 Meter in der Minute durchschreitet.
* Eine Trinkwette vor Gericht. Die Strafkammer des Landgerichts Görlitz hatte in ihrer letzten Sitzung über eine jener unsinnigen Trinkwetten zu verhandeln, welche so oft schon den Tod von Menschen verschuldet haben. Am 2. Juni d. I. hatte sich ein Gast, Namens Höher, in einer Restauration in Görlitz erboten, 40 Kornschnäpse zu trinken, war aber nach dem Genuß von etwa 17 derselben bewußtlos geworden und nach drei Tagen gestorben. Die Anklage legte dem betreffenden Gastwirth zur Last, den Tod des jungen Mannes durch die Hergabe der Schnäpse aus Fahrlässigkeit herbeigeführt zu haben. Der Angeklagte bestritt jede Schuld seinerseits und erklärte, daß er den Höher vor dem Genuß des Schnapses gewarnt und die in drei Biergläser gefüllten 40 Schnäpse nur mit der Bedingung auf den Tisch gestellt habe, für die Folgen keinerlei Verantwortung zu übernehmen. Höher habe ihm erwidert, das gehe ihn nichts an, er, der Gast, wisse, was er thue, und er habe oft noch mehr getrunken. Nun trank er die ersten 17 in ein Weißbierglas gefüllten Schnäpse, in das er sich zuvor eine Semmel eingebrockt, innerhalb kaum 10 Minuten, gab dann vor, einmal hinausgehen zu müssen, trat dann wieder ins Gastlocal und lehnte sich wie schlafend rücklings über den Tisch, so daß er vom Nachtwächter nach Hause getragen werden mußte. Dort lag er besinnungslos bis zu feinem am 5. Juni erfolgten Tode. Nach dem Gutachten der ärztlichen Sachverständigen ist der Tod Höhers durch Alkoholvergiftung erfolgt. Andererseits wird der Verstorbene geschildert als eine Person, die außerordentlich viel vertragen habe, so z. B. habe er einmal, wie der Nachtwachtmann erzählt, in etwa anderthalb Stunden 22 Glas Bockbier getrunken und sei nachher noch ins Theater gegangen! Zeuge Destillateur Menzel aus Lauban, von dem der Angeklagte die Spirituosen bezieht, hält dafür, daß ein richtiger Trinker ein Quantum von 16—17 Kornfchnäpfen in kurzer Zeit genießen könne, ohne Schaden zu nehmen. Der Staatsanwalt führte aus, daß ein Gastwirth, da er die erste Polizeigewalt und Hausrecht in seinem Hause habe, auch für das darin Vorgefallene zunächst verantwortlich fei. Seine Erklärung, er übernehme nicht die Verantwortlichkeit für die Folgen des Schnapsgenusses, schließe die Verantwortlichkeit in strafrechtlicher Beziehung nicht aus; er habe sich sagen müssen, daß der Branntweingenuß aus Biergläsern schwere Folgen haben könne, und er dürfe derartige Quantitäten nicht verabreichen. Der Antrag lautete auf sechs Monate Gefängniß. Das Gericht schloß sich dem Antrag des Vertheidigers an und sprach den Angeklagten von der Anklage der fahrlässigen Tödtung frei, weil er bei der Kenntniß der Person des Verstorbenen, der ein starker Trinker gewesen sei, nicht habe annehmen können, daß das ihm verabreichte Quantum Kornbranntwein zu so schweren Folgen führen würde- auch habe der Angeklagte seine Vorsicht dadurch offenbart, daß er die anderen zwei mit Branntwein gefüllten Biergläser nach der Entleerung des ersten wieder zurückgenommen habe.
* Durch die Blume. Die Gattin des Bankiers Veilchenfeld kommt bei einem Diner neben Se. Excellenz den Herrn Staatsminister von Hoven zu sitzen. Im Verlauf des Gespräches wird Frau Veilchenfeld immer zutraulicher- während sie den Herrn Minister anfangs „Excellenz" titulirt hatte, redet sie ihn später „Herr von Hoven", sogar „lieber Herr von Hoven" an. Als sie endlich sogar „lieber Hoven" zu ihm sagt, unterbricht sie Se. Excellenz und sagt mit einer kleinen Verbeugung: „Mein Vorname ist Julius, gnädige Frau!"
* Sonderbar. Eltern (von einem Spaziergang heimkehrend) : „Resi, was ist das? Die Kinder sehen ja so schlecht aus!" — Kindermädchen: „Ich weiß auch nicht, was sie auf einmal haben — vor einer halben Stunde haben sie noch ganz vergnügt Zwetschen gegessen und Bier dazu getrunken!"
* Nach der Brautschau. Vater: „Sie haben meine Tochter gesehen und gesprochen?" Heirathscandidat: „Allerdings. Wie alt ist Ihr Fräulein Tochter?" Vater: „Sie steht jetzt im Lenz ihres Lebens!" Heirathscandidat: „Und wie lange faß sie im Lenz ihres Lebens?"
Verkehr, Ccmö« uni volkswirthschcisi.
8. Hirrrgerr, 2. November. Der heute hier abgehaltene „Allerheiligen-Markt" war, wie auch in früheren Jahren, zahlreich von nab und fern besucht. Besonders war die Zahl der Käufer auf dem Viehmarkte eine bedeutende, da es jetzt noch gilt, den Viehbedarf zur Wtnterzucht oder zum Einschlachten zu decken. Was den Krämermarkt belebte, war die Gewohnheit unserer Landleute, ihren Bedarf an Kleiderstoffen, Wollfachen und Schuhwerk einzukaufen. Der Schwetnemarkt war mit Ferkeln und Läufern stark befahren und herrschte hierin ziemlich lebhafter Handel. Ferkel wurden mit 15—30 JL. per Paar, Läufer mit 30—40 «M. und höher per Stück bezahlt. Der nächste Markt (Weihnachtsmarkt) findet am 14. December statt.
Friedberg, 3.November. Fruchtpreise. Weizens 24.50, bis 00.00, Korn JL 24.00-00.00, Gerste 17.00—17.50, Haier JL 15 00-00.00. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo, gleich 200 Zollpfm'.d.
Friedberg, 4.November. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. JL 0.90-1.10, Eier 1 St. 7 2 St. 13 H.
Limlmrg» 4. November. Fruchtmarkt. Rother Weizen JL 20 85, weißer Weizen , Korn |18.75, Gerste
vM 11.55, Hafer, ^£7.40, Erbsen —, Kartoffeln —.


