Literatur und Aunft.
— Kampf mit den Mafiti. Die Vernichtung der Zelewski- schm Expedition hat mehr denn je die allgemeine Aufmerksamkeit auf die kriegerischen Suluvölker, denen u. A. auch die Wahehe und Mafiti angehören, gerichtet. Mit welcher Gewandtheit diese Wahehe und Mafiti es verstehen, das Gelände ausnutzend, den Gegner zu beobachten und an ihn heranzulommen, ersehen wir aus dem „Kampfe mit den Mafiti" betitelten Kapitel des soeben erschienenen Buches „Meine Erlebnisse in der Wis smanntruppe" vom Hauptmann und ehemaligen Stationschef von Bagamojo Richel- mann, welcher letztere eine Expedition gegen diesen kriegerischen Sulustamm unternehmen mußte. Auf Seite 196 heißt es da: Früh Morgens ungefähr um 8 Uhr lief von der Flußwache die Meldung ein: „Mafiti find da, und zwar am andern Ufer." Hurrah, das war eine Freude! Schleunigst eilte ich mit St. Paul und einer stärkeren Patrouille zu jener Wache. So scharf wir aber auck von dort aus- spähten, und trotz unserer Gläser vermochten wir nichts zu entdecken. Die Schwarzen blieben bei ihrer Behauptung und zeigten bald dahin, bald dorthin. Hieraus könnte man fast folgern, der Blick jener Leute wäre schärfer gewesen, als selbst das mit dem Fernglas bewaffnete Auge des Europäers. Solches ist aber nicht der Fall, wohl aber ist der Eingeborene mehr als der Europäer gewohnt, in der für letzteren fremdartigen Umgebung die einzelnm Gegenstände von einander zu scheiden. Das Ganze ist also nur Uebungssache. „Dort, dort," hieß es wieder, und in der That, da sah man plötzlich ziemlich fern im Grase dunkle Punkte auftauchen. „Zum Kuckuck noch mal, das find doch keine Menschen! WaS ist denn das? Halt, ich hab's, es sind Schilde." In der That, so war's auch, und neben den Schilden zeigten sich bald auch Köpfe. Die Mafiti hatten, um bester durchkommen zu können, ihre großen Schilde emporheben müssen. Schon im nächsten Moment war nichts mehr zu sehen. Dann, aber schon viel näher, zeigte sich an der einen oder anderen Stelle, rasch wieder verschwindend, ein Oberkörper oder Kopf. Das Gras war frei von Büschen, die Leute mußten also wohl oder übel, um Umschau zu halten, sich auch selbst sehen lassen. Staunen erregend war die Gewandtheit, mit welcher unser Gegenüber es fertig bekam, in dem kaum bis zur Brust reichenden Grase sich nach der einen oder andern Richtung zu bewegen, ohne daß auch nur die Spur zu bemerken war, und doch standen wir auf einem über
höhenden Punkte, blos noch 400 Meter entfernt. Plötzlich erschien der Feind auf 300 Me-er, die Abtheilung war jedoch klein, etwa 40 bis 50 Mann stark. Die Soldaten zeigten große Neigung zum Feuern, doch verbot ich's, ich hoffte, diese Gesellschaft noch näher heranlasten zu können. Darin hatte ich mich nicht getäuscht. Kaum 200 Schritt von uns lag eine freie Stelle, wohl ein brachliegendes Feld, und hier durch unser ruhiges Verhalten jedenfalls dreist gemacht, erschien jetzt eine Anzahl Mafiti. Noch durfte nicht geschossen werden, das uns allen neue Schauspiel war zu fesselnd. Fast fühlte ick mich in die Kindheit zurückversetzt, in die Tage, da man als Knabe Eooper's Romane verschlang. Da standen sie plötzlich leibhaftig vor einem: echte Söhne der Wildniß im phantastischen Kriegsschmuck, auf dem Haupte einen wallenden Kopfputz, der oft bis auf den nackten Rücken herabreicht. Wie sie herüberäugten, offenbar unsere Stellung von der Rückseite recognoscirend! Doch nun ward's Zeit, lange bot sich das Ziel nicht mehr und krachend sandten die Gewehre unfern ersten Gruß. Getroffen halten wir, aber blitzschnell war mit den Lebenden auch wer zusamwenbrach, verschwunden, denn auch die Mafiti ließen, wos irgend ging, keinen der Ihrigen zurück. Weit hinten erst tauchten sie wieder auf, um gleich wiener verschwindend und einen weiten Bogen beschreibend, in sichtlicher Eile dem Kingani zuzustreben. — Erschienen ist das Buch im Creutzschen Verlage in Magdeburg (Preis Mk. 2).
— Jrn soeben erschienenen elften Hefte der von Friedrich Bienemann herausgegebenen Monatschrift »Unsere Zeit" (Leipzig, F. A. Brockhaus) bringt Otto Roquette, der erprobte Erzähler, seine hübsche Novelle „Der weiße Rabe" zu befriedigendem Abschlüsse; das Thema, die gesellschaftliche Stellung des Schauspielers und die in einzelnen Antedtluvialen Persönlichkeiten, hier einer Frau, fortlebende Ausschließlichkeit der Universitätskreise, ist lebenswahr behandelt. Gustav Diercks schildert sodann nach frisch gewonnener eigener Anschauung und auf Grundlage statistischen Materials „Die wirthschaft- liche Lage Marokkos". Nach dem Besuche der diesjährigen Wagner- Festspiele äußert Heinrich Reimann „Kritisches und Unkritisches über Bayreuth". Einem polnischen Schriftsteller, B. G., ist ferner das Wort gegeben zu einem Aufsatze „Der Geist der neuern polnischen Poesie", der, an Mickiewicz, Slowacki und Krasinski anknüpfend, über die gegenwärtigen idealen Bestrebungen des polnischen Volkes den deutschen Leser unterrichten will. Prof. Dr. I. H. Schwicker legt in bewährter Sachkenntniß die Nothwendtgkeit der „Verwaltungs
reform in Ungarn" dar. Prof. Dr. Bloesch in Bern bespricht in einem Belicht „Aus der Schweiz" die beiden im letzten August begangenen nationalen Gedocblnißtage des Bestandes der Eidgenossenschaft und der Gründung der Stadt Bern. Von der Todtenfchau ist noch eine Mittheilung über „Die Verprovianttrung der Ctvil- bevölkerung der französischen Festungen" gegeben.
— Das jüngste, 5. Heft der beliebten reich illustrirten Familien Zeitschrift »Uttitwtfttm* enthält folgende Beiträge: „Frau Gräfin", Roman von Victor Blüthgen; „Ein Künstlerheim in Süd-Tirol" mit Original-Illustrationen von E. Loefch; „Die Wiffenschaft des Schmeckens" von Julius Stinde; „Die vergessene Hortensie", Novelle von Detlev von Liliencron; „Das Schloß von Gizeh und seinx tobten Gäste" von Heinrich Brugsch; „Abendbirnrnel nach dem Sturm" von Martin Greif; „Mentha" von Wilhelm Jensen; „Ernest van Dyck von Ferd. Pfohl; „Der letzte Lützower — ein Hundertjähriger"; Rundschau, Miscellen, Räthsel rc. — Von ben Illustrationen sind als ganz hervorragend zu erwähnen: „Kronprinz Friedrich Wilhelm an der Leiche des Generals Douay" von A. v. Werner; „Abschied" von Alfred Reuter; „Ucber Stock und Stein" von A. Wierusz- Kowalski; „Vor dem Opernhause in Paris während der ersten Aufführung des Lohengrin" von Otto Gerlach; „Das Füchsle" von Hugo Kauffmann. — Der Preis für jedes Heft ist nur 50 Pfg.
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Bekanntmachung. Friedrich Leo, Seltersweg 71
Bekanntmachung
Vom 15. November d. I. ab wird der Personenzug 91 auf der Strecke Franksurt a. M.—Gießen wie folgt befördert: Ab Frankfurt a. M. (unverändert) 551,, ab Bockenheim 558, Eschersheim 606, Bo- names 612, Berkersheim 617, Vilbel 623, Dortelweil 630, Gr.-Karben 636, Nied.-Wöllstadt 646, Bruchenbrücken 653, Friedberg 702, Nauheim 7°9, Ostheim b. Butzbach 719, Butzbach 725, Langgöns 737, Gr.-Linden 743, Gießen an 750, ab Gießen bis Cassel bleibt der Zug unverändert.
Hannover, den 3. November 1891. 9851
_____________Königliche Eisenbahn-Direction._____________
Der Voranschlag der Gemeinde Wieseck für 1892/93 liegt vom 6. d. M. an acht Tage zur Einsicht aller Betheiligten aus hiesiger Bürgermeisterei offen.
Wieseck, am 5. November 1891.
Großherzogliche Bürgermeisterei Wieseck. _____________________Sommerlad.______________ 9838
BekauMMachung.
Der Voranschlag der Gemeinde Münster für 1892/93 liegt vom 9. d. M. auf hiesigem Bürgermeisterei-Bureau acht Tage lang zu Jedermanns Einsicht offen.
Münster, den 5. November 1891.
Großherzogliche Bürgermeisterei Münster.
__Gontrum.___________________9831
Der Voranschlag der Gemeinde Bellersheim für das Jahr 1892/93 liegt vom 6. November l. I. an acht Tage lang zur Einsicht der Jntereffenten auf unserem Bureau offen.
Bellersheim, am 4. November 1891.
Großherzogliche Bürgermeisterei Bellersheim.
________________ Bopp._____________________9829
Der Voranschlag der Gemeinde Grotzen-Buseck für 1892/93 nebst Beilagen und dem Berathungsprotocoll des Gemeinderaths liegt vom 6. bis 14. November 1891 zur Einsicht sämmtlicher Betheiligten in un- fferm Geschäftslocal offen.
Großen-Buseck, am 4. November 1891. Großherzogliche Bürgermeisterei Großen-Buseck.
_______________________Stephan.___________________9830
Der Voranschlag der Gemeinde Trais-Horloff für 1892/93 liegt vom 6. bis 14. November d. I. auf dem Bürgermeisterei-Bureau zur Einsicht der Betheiligten offen.
Trais-Horloff, den 3. November 1891.
Großherzogliche Bürgermeisterei Trais-Horloff.
________Raab. __________________9827
Der Voranschlag der Gemeinde Muschenheim liegt vom 10. bis 18. November d. I. auf dem Bürgermeisterei-Bureau zur Einsicht der Betheiligten offen.
Muschenheim, den 4. November 1891.
Großherzogliche Bürgermeisterei Muschenheim.
Roth. 9852
Die Pflasterarbeiten bei der neuen Knabenschule sollen im Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Angebotsformulare liegen während der Dienststunden auf dem Geschäftszimmer Nr. 3 aus unb । werde-: dortselbst unentgeltlich abgegeben.
Versiegelte Angebote sind mit ent-, sprechender Aufschrift versehen bis Samstag den 7. November, Vormittags 10 Uhr, ebendahin einzusenden, woselbst die Eröffnung der Angebote in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter erfolgt.
Gießen, am 2. November 1891. Großh. Bürgermeisterei Gießen.
__________Gnauth.______9811
Bekanntmachung.
Der Dünger aus der großen Grube im Schlachthause soll Samstag den 7. November 1891, Vormittags 11 Uhr, an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 4. November 1891.
Großh. Bürgermeisterei Gießen.
_________Gnauth.______9847
Straßenbau.
Die zur Erbauung einer 1345 m langen Fahrstraße vom Johannisberg über den Lichtenberg nach der Steingasse bei Bad-Nauheim erforderlichen Erd-, Chaussir- und Maurerarbeiten u. s. w., veranschlagt zu «X 17426,66, sollen ungetrennt im Wege des schriftlichen Angebots verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen bei unterfertigter Behörde zur Einsicht auf, woselbst auch die Angebote bis zum 14. November 1891, Vormittags 11 Uhr, kostenfrei einzureichen sind. [9828
Bad-Nauheim, 4. November 1891. Großh. Badedirection Bad-Nauheim.
Versteigerung
Samstag den 7. November dS. I., Nachmittaas 2 Uhr,
versteigere ich irn „Adler" dahier gegen
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Ausländische (dir. importirt).
Priorato (herb)
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(mild) (süss) (süss, alt)
Tarragona (süsser) Valdepennas Malaga Xeres Pajarete Portwein (weisser) Sherry Malaga ,, (alter) Madeira „ ' (a^) Alicante Muscateller Samos Barletta (alt) Marsala Burgunder
1.20
1.30
1.30
1.40
1.50
1.40
1.50
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2.—
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2 —
2— 2.50
2.-
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1 40 1.40
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Vormittag von 10 Uhr an:
1 Küchenschrank mit Glasaufsatz, Küchen- und Hausgeräthe, Porzellan, Bütten, Weißzeug.
Nachmittag von 2^ Uhr an:
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Petroleumherd, Kinderbettstelle, Herren- und Frauenkleider, sowie das übrige Mobiliar.
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