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werben, so könne kein Grund vorlitgen, deutsches Blut und deutsche Ehre -u engagire». Wenn der Vertrag mit der neue» Gesellschaft für Südwettafrika ru Stande komme, s. »erden sich dort die deutschm Jnterrffen gedeihlich entwickeln können. Die Nachricht, daß er Süd- westafrika als Tauschobject betrachte, gehöre in den Kreis masien- hafter Fabeln, die jetzt verbreitet werden. Der Chef der südwest- afrikantschen Schutztruppe, Hauptmann v. FranyotS, befolge unter >en schwierigsten Verhältnissen seine Instruction, die »u ändern kein Anlaß vorltege. Er würde zuweilen wohl schießen, aber was würde geschehen ? Er stehe mit 50 Leuten zwei Parteien gegenüber, die viele Tausend Köpfe zählten. Für die HereroS deutsches Blut zu vergießen, liege kein Anlaß vor. WaS die Verstärkung der Schutztruppe anlange, f» sei er dazu geneigt; aber erst müsse etwa« zu schützen da sein. Der gegenwärtige Zustand sei nicht haltbar; es handle sich noch um ein VersuchSjahr.

Abg. Richter (bfr.): Von diesem letzteren Standpunkte aus könne man vielleicht dazu gelangen, noch einmal das zu bewilligen, »aS bisher bewilligt wurde, nicht aber dazu, Mehrbewilligungen zu machen. Man wolle eine landwirthschaftliche Versuchsstation errichten; tzaS sei aber doch sehr bedenklich. Man wolle Leute nach jener ab­gelegenen Gegend locken, in der auf je 40 Quadratmetlen ein Europäer und auf je 200 Quadratmetlen ein Deutscher komme und in der, wie der Reichskanzler auSgeführt habe, ein Schutz überhaupt unmöglich -sei. Man wolle Leute dorthin locken, während man hier über Arbeitermangel in der Landwirthschaft Nage und die sog. Sachsen- gängerei durch allerlei Ehikanen au verhindern suche. Die Sachsen- gänger befänden sich ganz wohl, die Afrikagänger würden sich sicher weniger wohl fühlen.

Abg. v. Vollmar (Soc.) lehnt die Forderung ab. Man möge dieses Schutzgebiet sobald als möglich losschlagen und die Schutz­kruppe aus ihrer unbehaglichm Lage befreien. Dennationalen Standpunkt", daß, wenn man einmal eine Dummheit gemacht habe, man dieselbe immer mehr vergrößern müsse, verstehe er nicht. Von der Aufrechterhaltung des südwestaftikanischen Schutzgebiets hänge die nationale Ehre nicht ab.

Abg. Dr. Hammacher widerspricht den Richter'schen Angaben über die Werthlofigkeit des südwestasrikanischen Schutzgebiets. Die bisherigen negativen Ergebnisse seien noch nicht abschließender Natur. Die Verhältnisse lägen keineswegs so, daß wir heute die Flinte ins Korn werfen müßten. Wäre das Gebiet so werthloS, so würde man von Kapstadt aus nicht so bemüht sein, in den Besitz desielben zu tommen. , _ r . o

Abg. Richter: Letzteres erkläre sich einfach daraus, daß das Veblet an Eapland angrenze und weil man in Capstadt mancherlei Störungen von dem angrenzenden fremden Besitz befürchte.

Abg. v. Vollmar (Soc.): Herr Hammacher habe u. A. gemeint, Südwestafrika müsse auch deshalb erhalten bleiben, well die Erwerbung au einen der geschicktesten Feldzüge des Fürsten Bitzmarck geknüpft sei. Dann möge man doch das Gebiet dem Fürsten Bismarck als Nationalgeschenk überweisen.

Die Position wird hierauf in der vollen Höhe, 292300 Mk., genehmigt.

ES folgt die PositionZur Unterdrückung des Sclavenhandels in Ostafrika und zum Schutze der deutschen Interessen in Ostafrika 3 500 000 Mk."

Mit der Debatte über diese Position wird verbunden die erste Berathung der Vorlage betr. die Errichtung einer Schutztruppe für Ostafrtka.

Abg. Dr. Bamberger (bfr.) spricht stch lobend aus über das deutsch-englische Abkommen. Je weniger Afrika, desto besser. .Wir haben jetzt thatsächlich ein großes deutsch-afrikanisches Reich gegründet und damit den anfänglich für unsere Colonialpolitik bestimmten Rahmen verlasien. Der Streit zwischen Wißmann, Emin und Stokes zeigt, wohin Deutschland in Ostafrika gerathen kann; diese Abenteurer ich meine das Wort im höheren, besseren Sinne haben Deutsch­land dort von Station zu Station geschleppt. Hätte man der Re­gierung die Regelung der Dinge in Ostafrika allein überlassen, sie hätte diese Regelung billiger bewirkt, als uns diese jetzt bereits zu stehen kommt. Wir werden deshalb gegen diese Position stimmen. Wir sehen bei anderen Nationen, daß sie colossale Summen für coloniale Zwecke ohne Nutzen ausgeben müsien. Frankreich hat in «0 Jahren 4 Milliarden für Algier ausgegeben und ausgeben müssen. Das sollte eine Warnung für uns sein.

Staatssecretär des Auswärtigen Amtes Frhr. v. Marschall: Eine staatsrechtliche Eintheilung der Schutzgebiete in Kron-Colonie, Schutzgebiete und Jntereffensphäre besteht nicht, wird auch für die Zukunft nicht beabsichtigt. Das Ziel der Colonialregierung geht dahin, das ganze Gebiet als einheitliches Ganze zu organifiren und zu behandeln.

Hierauf vertagt sich das Haus.

Nächste Sitzung Donnerstag 1 Uhr. Tages-Ordnung: Fort­setzung der soeben abgebrochenen Berathung und Antrag Auer (Soc.) betr. Strafverfolgung während der Vertagungsfrist.

Schluß 5V* Uhr.

urit holdem Erröthen aufforderte, ihrem Pater doch gelegent- ltch einen Besuch zu machen, da er sich freuen würde, den Lehrer seines jüngsten Sohnes kennen zu lernen. Acht Tage lang kämpfte ich mit meiner angeborenen Zaghaftigkeit, bis ich endlich heute unter Zusammenraffung meines ganzen Muthes die Glocke an der Wohnungsthür des Herrn Stadtraths zog. Der,Empfang, welchen mir der würdige Mann zu Theil werden ließ, war viel ermuthigender und herzlicher als ich in meinen kühnsten Träumen zu hoffen gewagt. Er klingelte gleich nach einer Flasche Wein und erwies mir sogar die Ehre, mich seiner Schwester vorzustellen, die seit dem Tode seiner Gattin die Stelle der Hausfrau vertritt."

Ich kenne den alten Drachen," fiel der Affessor trocken ein,sie führt ein eisernes Regiment über ihren Bruder, und er wagt nicht zu mucksen, wenn sie ihm nicht ausdrücklich die Vrlaubniß dazu gegeben hat."

Um so schlimmer für mich," seufzte Doctor Mertel­mann mit dem Ausdruck hoffnungslosen Grames.Denn von dem Augenblicke an, wo diese Dame das Zimmer be­treten hatte, schien ein böser Stern über meinem Haupte zu stehen. Daß ich ein volles Weinglas über die kostbare Tisch­decke ausschüttete, hätte sie mir vielleicht noch verziehen, da meine Zerknirschung eine wirklich aufrichtige war. Aber als sich dann das Gespräch zufällig aus die neue deutsche Lyri!' lenkte, hatte ich das beispiellose Unglück, ihren Lieblingsdichter einen süßlichen Reimschmied und einen Poeten für unreife Backfische oder überreife alte Jungfern zu nennen. Der Blick, mit welchem sie mich für diese unüberlegten Worte strafte, wird mir ewig unvergeßlich bleiben."

Armer Junge!" meinte der Asseffor mit einem bedenk­lichen Kopsschütteln.Wenn Du Tante Dorette nicht au Deiner Seite hast, wird Gretchen Haberkorn allerdings nie­mals die Deine werden. Du mußt sie wieder versöhnen, das ist unerläßlich."

(Fortsetzung folgt.)

Neueste Nachrichten.

WolffS telegraphisches Lorresyondenz-Bureau.

Berlin, 4. Februar. Die Budgetcommission deS Reichstages lehnte mit 13 gegen 6 Stimmen^ den Antrag Richter, die Einnahmen aus den Zöllen mit 350 Millionen einzustellen, ab und genehmigte die von den Regierungen vor­geschlagenen 314 620 000 Mk.

Berlin, 4. Februar. Der deutsche L a n d w i r t h s ch a s t s - rat h nahm einstimmig die Anträge an, welche sich gegen eine einseitige Aufhebung der deutschen Ausfuhrprämien aussprechen, ür den Fall der Aufhebung der Materialsteuer als Minimal­vergütungssätze Mk. 1,50, 2,25, 1,90 pro 100 Kilo fordern und, falls die Gewährung einer offenen Ausfuhrprämie dauernd unmöglich sein sollte, eine Aenderung des Zuckersteuer-Gesetzes widerrathen.

Berlin, 4. Februar. Staatssecretär v. Bötticher und Minister v. Heyden wohnten dem heutigen Diner des Deutschen LandwirthschastsrathS bei. Der Vorsitzende, v. Ham­merstein, brachte das Hoch auf den Kaiser und die verbün­deten Fürsten aus. Staatssecretär v. Bötticher toastete aus den Deutschen Landwirthschaftsrath und gab im Verlaus seines Trinkspruches die Zusicherung, daß in dem deutsch-öster­reichischen Handelsverträge auch den Interessen der deutschen Landwirthschaft entsprechende Rechnung getragen werden solle. Landwirthschaftsminister v. Heyden toastete auf den Vorstand )es Landwirthschaftsraths und gab dem Interesse, welches er der Minister) am Gedeihen der Landwirthschaft nehme, warmen Ausdruck.

Wien, 4. Februar. DaSFremdenblatt" bespricht den Rücktritt Crispis und hebt dessen Wirken für die Er­haltung des Friedens hervor. Die parlamentarische Lage lasse noch immer die Wiederberufung CriSpis möglich er- cheinen. Wie immer aber die Entscheidung falle, die Feinde des Dreibundes vergäßen, daß der Bestand der Friedens­allianz nicht von einzelnen Persönlichkeiten abhängig sei. Andrassy und Bismarck seien aus dem Amte geschieden, Kaiser Wilhelm starb, ebenso Depretis, dennoch stehe der Bund un­erschüttert da und werde auch den Rücktritt Crispis überdauern, da er nur auf dem den Ausschlag gebenden Parallelismus der Jntereffen beruhe.

Wien, 4. Februar. Da mit den st r i k e n d e n S ch u h- machergesellen eine Vereinbarung nicht zu erzielen war, hat sich das Comite der Fabrikanten aufgelöst.

Montpellier, 4. Februar. Hier hat eine heftige Ex­plosion auf dem Artillerieschießplätze stattgefunden. Ein Sergeant und acht Mann vom 2. Genieregiment, welche mit der Ladung der Dhnamitmine beschäftigt waren, wurden schwer verwundet.

Nantes, 4. Februar. Die Aerzte Bert in und Picq nahmen heute im allgemeinen Krankenhause die Uebertragung von Ziegenblut auf drei tuberkulöse Kinder vor. Eine größere Anzahl hiesiger und ausländischer Aerzte wohnte dem Experimente bei.

London, 4. Februar. Dr. Peters und Borchert find hier aus der Reise nach Edinburg eingetroffen.

London, 4. Februar. Das Unterhaus nahm den Antrag des Präsidenten des Handelsamts, Hicks Beach, an, einen Ausschuß zu ernennen, welcher die Frage wegen der übermäßigen Arbeitsstunden der Angestellten der Eisenbahnen untersuchen soll.

Brüssel, 4. Februar. Die Abendblätter melden, daß von den Mannschaften des Grenadier-Regiments, welche wegen ihrer am Sonntag begangenen Ausschreitungen in Verhör genommen sind, gegen 40 in Arrest geschickt wurden. Im Arrestlocale begannen die Verhafteten zu lärmen und zu toben, sie versuchten die Thüre einzuschlagen und steckten schließlich ihre Matratzen und Bettdecken in Brand. Das Feuer wurde durch die herbeigeeilten Mannschaften ge- löscht und man brachte die Meuterer anderweit in Sicherheit. Der Oberst des Grenadier - Regiments eröffnete heute die militärgerichtliche Untersuchung. Fünf Meuterer wurden unter Gensdarmeriebedeckung im Zellenwagen nach dem Ge- säugniß verbracht.

Ro«, 4. Februar. Der König empfing heute Mittag um 1 Uhr den Kriegsminister General Bertolc Viale.

Rom, 4. Februar. DerOpinione" zufolge wird an eine Combination Rudini-Saracco gedacht^ bisher ist jedoch Niemand mit der Cabinetsbildung beauftragt worden.

Rom, 4. Februar. Die parlamentarischen Kreise be­schäftigen sich ernstlich mit der angekündigten Combination Rudini-Saracco. Man glaubt, der König saffe heute noch einen Entschluß zur Beseitigung der Krise.

Lissabon, 4. Februar. Capitän Leit ar ist gestern mit einer Escorte als Gefangener in Oporto angekommen. Die Zahl der Tobten, welche die Bewegung forderte, wird jetzt aus 50, die der Verwundeten aus 200 angegeben.

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totale» «nd provinzielles.

Gießen, 5. Februar.

Der Finanzausschuß der zweiten Kammer hat sich dahin schlüssig gemacht, die Großh. Regierung zu ersuchen, die gesetzlichen, verordnungsmäßigen und reglementären Be­stimmungen hinsichtlich der Forst- und Feldstrafen einer Revision namentlich in Betreff des Werth- und Schadens­ersatzes, sowie des Pfandgeldes im Sinne größerer Ver­einfachung und Erleichterung des Verfahrens zu unterziehen. Es handle sich insbesondere bei den Werth- und Schadens­sätzen aus Feldfreveln, welche von den Feldschützen instructions- gemäß auch ohne jedes Zuthun des Beschädigten abgeschätzt, diesem vom Gericht zugesprochen, von dem Schuldigen bei­getrieben und dem Ersteren zugestellt werden müssen, fast in allen Fällen um so überaus geringfügige Beträge, daß die hierdurch nach dem seitherigen Verfahren verursachte Arbeit und Mühe kaum gerechtfertigt erscheine.

Thierfchntzvereiu für bas Großherzogthnm Hessen. Durch Vermittelung des Dereinsbureaus sind den von der

vorjährigen Generalversammlung durch Verleihung von Geltz-- Prämien ausgezeichneten Dienstknechten PH. Emmel in Bettenhausen, H. Graulich in Lehrbach und H. D e u ch e r t tn Lauterbach von dem Vorstande des großen Deutsche« Reichsbundes zum Schutze der Thiere, Herrn Kühtmann in Bremen, wegen ihres besonderen Eifers in Beförderung i)cr Thierschutzgrundsätze Diplome als Bundeswarte und Geltz-- rrämien von je 5 Mk. zugestellt worden.

Die am Samstag Abend, den 31. Januar d. J.^ von dem hiesigen Mannergesangverein im Stein'schen Gaale veranstaltete carnevalistische Abendunterhaltung war eine vorzüglich gelungene; nicht allein bot das Programm eine sehr passend gewählte Reihenfolge der einzelnen Vorträge^ auch die Leistungen der Ausführenden waren wahrhaft über­raschend. Die Chöre wurden mit einer Sicherheit vor­getragen, welche tüchtiges Einüben bezeugt und die römischen Nummern wurden von den Darstellern in einer Weise aus- gefiihrt, welche die Zuhörer zu wahrem Jubel hinriß. Der Verein verfügt über Kräfte, auf welche er stolz sein kann und Herr Director Krauße versteht eS, solche in der geeignetsten Weise zu verwenden. Herr Stadtbaumeister S t i e f stattete dem Verein für den, den Zuhörern bereiteten Genuß besten Dank ab, in welchen diese herzlich einstimmten. Es war, mit wenigen Worten gesagt, ein herrlicher Abend; möge der Verein auch fernerhin gedeihen.

Theater. Benesizvorstellung für Elisabeth Bischofs. Gerade die höhere Kunstgattung des ernsten Schauspieles, dessen Pflege in Gießen, wie wir auch dem gestrigen Eingesandt entnehmen, besonders lebhaften Anklang findet, ist in dem diesjährigen Repertoir in dankenswerther Weise ganz hervorragend berücksichtigt worden. Nach recht guten Aufführungen des Zaungastes, der Ehre, des Bilder des Signorelli, der Fernande und von Sodoms Ende erwar­tet uns in der Darstellung des Oh n et'scheuHütten- besitzerS" ein Kunstgenuß ganz erlesener Art, der im Gegensatz zu dem immerhin getheilten Beifall, der den Suder- mann'schen Stücken infolge ihrer realistischen Richtung zu Theil geworden ist, von Allen mit gleich hoher Befriedigung entgegengenommen werden wird. Denn OhnetsHütten­besitzer" entbehrt auf der einen Seite weder wuchtiger dramatischer Accente und einer im höchsten Grade spannenden Handlung, die nicht, wie bei Sardou, an der Oberfläche bleibt, sondern die Tiefen menschlichen Schmerzes infolge eines unbesonnenen Fehltrittes erschöpft- noch vermissen wir eine scharfe und intereffante Characteristik der Handelnden. Aber aus der anderen Seite durchweht ein Hauch vornehm­ster Feinheit und Zurückhaltung derart OhnetsHütten­besitzer", daß das Schauspiel, wie schon bemerkt, gerade auch bei Damen die höchste Gunst gesunden hat. Dazu kommt, daß das Stück zum Benefiz einer Schauspielerin ausersehen ist, die durch ihren ungewöhnlichen hingebenden Fleiß und ihr schönes Talent sich hier rasch allgemeine Beliebtheit erworben hat. Die reizende Rolle der Elaire ist zudem eine Lieblings­rolle von Frl. Elisabeth Bischoff.Ich habe," schreibt sie in einem uns vorliegenden Briefe,die Claire einst mit Begeisterung und Liebe studirt unb rechne sie zu den schön st en Ge st alten, denen meine Kunst Leben verleihen darf. Deshalb glaube ich an meinem Ehrenabend dem Publikum einen reinen, wahren Genuß bieten zu können!"

In vergangener Nacht erhängte sich in ihrer Wohnung in der Kaplansgasse eine als Leichenwäscherin seither thätige Frau. Da die Verstorbene schon früher Spuren von Geistes­gestörtheit gezeigt, wird angenommen, daß sie in einem solchen Anfalle Hand an sich gelgt.

§ AiederMooS, 3. Februar. Die Errichtung einer Molkerei-Genossenschaft hier ist nunmehr beschloffene Sache. Eine Mühle bei Metzlos soll als Anstaltsgebäude zum Ankauf ausersehen sein, der Betrieb soll mittelst Wasser krast geschehen.

DtrmiWiei.

* Mit Bezug auf die Bekanntmachung im heutigen Blatte machen wir unsere Leser aus den folgenden Prospekt der Kaiser Wilhelms-Spende, allgemeinen Deutschen Stiftung für Alters- Renten- und Capital-Versicherung in Berlin W. 41, Mauerstraße 85, ausmerksam. Die Anstalt ist eröffnet im Jahr 1879 und steht unter Protection Sr. Majestät des Kaisers. Der Präsident des AufsichtsrathS ist von dem Hohen Protector, die Mitglieder sind von den Landes­regierungen der 9 größten Staaten des deutschen Reichs ernannt. Dircctor ist der Geheime Justizrath Stämmler sei? 1879. Nach dem Jahresbericht für das Geschäftsjahr vom 1. April 1889 bis 31. März 1890 waren bis zum 1. De­zember 1890 eingetreten als Mitglieder 16 696 Personen, durch Tod oder in Folge eigener Kündigung aller Einlage» oder Erhebung des versicherten Capitals ausgeschieden 2620, so daß noch für 14076 Personen Einlagen bestanden. Von ihnen bezogen schon 848 Renten und zwar 147 761 Mk. Das Deckungscapital betrug laut Bilanz am 31. März 1890: 5 280 578 Mk. 71 Pf., der Garantiefond 1 975000 Mk., der Sicherheitsfond 313 445 Mk. 74 Pf., der Hypothekenbestand 6 855150 Mk. unb an Werthpapieren waren nach dem Courswerth vorhanden 384114 Mk. 51 Pf. Der JahreS- überschuß für 1889/90 betrug 76 585 Mk.

Nieder»Robeii, 3. Februar. Die Aufregung über die in vorletzter Woche während einer Nacht in unserer Gemeinde vorgekommenen drei Brände war noch nicht geschwunden, als abermals am letzten Samstag Abend ein Brand in der Scheuer des Landwirths Koser zum Ausbruch gelangte. Derselbe wurde jedoch durch energisches Einschreiten auf feinen Herd beschränkt. Während am Sonntag Nachmittag die Seligenstädter Amtsgerichtsbehörde den Thatbestand proto- I kollarisch hier ausnahm und die Zeugenvernehmung vollzog, ertönte abermals der SchreckensrufFeuer!" Diesmal stand die Hofraithe der Wittwe Weiland, deren Scheuer