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Nr. 179
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Der fteftom: Anreißer »rschemt täglich, mit Ausnahme deS MontagS.
Die Gießener As»«ikie«Stätter Verden dem Lnjeiger »Schentlich dreimal beigelegt.
1891
Mittwoch den 5. August
Gießener Anzeiger
Kmerat-MnzWger.
18ierteljäbviy.x ASoanementsPreiv r 2 Mark 20 Pfg. mh Bringcrlohii.
Durch die Post bezog« 2 Mark 50 P?g.
Redaction, ExprdtttsW und Drucker
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^erniprechrr IA.
Amts- und Anzelgeblatt fSr den Kwi» Gielzen.
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Annabm- »ott Anzeigen zu der Nachmittag- für den fft!u«iwtn Tag erscheinenden Nummer bi- Norm. 10 Uhr.
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chratisS-ikagt; chießmer Aam,«-M-tter. |
2lmtlid?er Theil.
Bekanntmachung,
Maul- und Klauenseuche zu Langsdorf betreffend.
Nachdem seit Erlöschen der Maul- und Klauenseuche in Langsdorf ein Monat verflossen ist, ohne daß neue Erkrankungsfälle vorgekommen sind, haben wir der Großh. Bürgermeisterei Langsdorf die Ermächtigung ertheilt, Gesundheilsscheine über aus der Gemarkung zu verbringendes Vieh aus- zustellen.
Gießen, den 1. August 1891.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
I V.: Jost.
Deutsches Reich.
Berlin, 3. August. Gegenüber den Nachrichten von neuen M ehr Forderungen für das deutsche Heer und die Landesvertheidigungen wird berichtet, daß von dem ganzen Heeresetat bisher lediglich ein Posten feststeht, nämlich der für die Befestigung in Höhe von fünf Millionen Mark. Ueber alle anderen Titel sind bis jetzt lediglich Erwägungen gepflogen und erst wenn der Voranschlag an den Reichskanzler gegangen ist, was vor sechs Wochen nicht geschieht, wird sich ersehen lassen, welche Posten dort als die wichtigsten betrachtet werden und demnach Ausnahme finden oder auch hinausgeschoben werden. Denn das Bestreben besteht, möglichst wenig zu fordern. Wie versichert wird, soll der zukünftige Etat den letzten nicht bedeutend übersteigen.
— Eine Reform des deutschen Markenschutzwesens ist wahrscheinlich. Von den Gewerbetreibenden wird eine solche schon seit längerer Zeit herbeigesehnt. Eine Bestimmung unseres Gesetzes vom 30. November 1874, deren Aenderung dabei vielfach gewünscht wird, betrifft die Bestrafung der Nachahmungen. Unser Markenschutzgesetz kennt zwei Arten der Bestrafung, die strafrechtliche Ahndung und die eivilrechtliche Entschädigung. In der Praxis gestaltet sich die Sache in der Regel nun so, daß der Nachahmer einer Marke, ehe ihm das Gericht das Recht zur weiteren Führung derselben abgesprochen hat und die Marke im Handelsregister gelöscht ist, aus seiner strafbaren und bestraften Handlungsweise einen beträchtlichen Gewinn gezogen hat. Das soll anders werden. Auch reicht die jetzt an Stelle der Entschädigung eventuell zu verlangende Buße nicht aus. Die Strafe der civilrechtlichen Entschädigung müßte unbedingt in den Vordergrund gerückt werden.
Potsdam, 1. August. Seine Königliche Hoheit der Erbgroßherzog von Hessen beabsichtigt, am 4. ds.
auf drei bis vier Tage nach Bayreuth und von da nach Leipzig zu reisen, wo Höchstderselbe etwa sechs Tage verweilen gedenkt.
Xuslanö.
Bern, 2. August. In allen Cantonen fanden Festgottesdienste und Umzüge der Vereine, in allen größeren Ortschaften Concerte und Illumination statt. Die Berichte aus der ganzen Schweiz melden den äußerst erhebenden Verlauf des Festes.
Schwyz, 2. August. Der zweite Festtag war vom Wetter begünstigt. Ein ungeheurer Andrang war zu den Dampfbooten und Eisenbahnen. Das auf heute verschobene Festspiel wurde unter großem Beifall wiederholt. Die Ehrengäste unternahmen am Nachmittag eine Spazierfahrt aus dem Vierwaldstättersee und rasteten auf dem Rüttli, wo der Präsident des Ständeraths eine mit größter Begeisterung aufgenommene Ansprache hielt.
Aereeste Nachrichten.
WoW telegraphische- Lorrespondenz-Bureau.
Berlin, 3. August. Anläßlich des Geburtstags Friedrich Wilhelms III., des Gründers derMesigen Universität, fand eine Festversammlung in der Aula statt, der Cultus- minister v. Zedlitz und Unterstaatssecretär Weihrauch beiwohnten. Die Festrede hielt Rector Tobler über die Dante'sche Universalmonarchie. Er widmete dem Andenken Friedrich Wilhelms III. warm empfundene Dankesworte für die Gründung der Hochschule.
Hamburg, 3. August. Gestern Abend 10 Uhr überrannte der vonZStade kommende Dampfer „Concordia" bei Neumühlen ein Boot mit sechs jungen Leuten, wovon fünf ertranken.
Danzig, 3. August. Der deutsche Anthropologen- Congreß, zahlreich besucht, wurde heute Vormittag von Virchow eröffnet. Oberpräsident Goßler begrüßte in rühmlich anerkennender Weise die Gesellschaft Namens der Staatsregierung. Es folgten Begrüßungen des Landesdirectors und des Oberbürgermeisters. Der Congreß dauert drei Tage, dann folgen Ausflüge.
Aachen, 3. August. Fusangel befindet sich seit Samstag Abend in dem benachbarten holländischen Orte Vaals.
Rathenow, 3. August. Das große Proviantmagazin wurde heute 6 Uhr Nachmittags vom Blitze getroffen und steht in Flammen.
Wien, 3. August. Der Statthalter von Elsaß-Lothringen,
Fürst Hohenlohe, ist mit fernem Sohne Alexander am Sonntag Abend hier eingetroffen.
Paris, 3. August. Eine Zuschrift, die dem „Temps" aus Haiphong vom 27. Juni zugeht, beklagt die in der Verwaltung von Tongking eingerissene Disciplinlosigkeit und vollständige Planlosigkeit der Oberbehörden. Die Niederlage der Expedition des Oberst Domine sei dadurch verschuldet und namentlich infolge widersprechender Befehle und des dadurch um 36 Stunden verspäteten Eintreffens des Avisos „Pluvier". Dominö mußte sich fluchtartig zurückziehen. Els französische Soldaten seien getödtet, zahlreiche verwundet und mehrere bereits pazifizirte Dörfer dem Erdboden gleichgemacht. Auch aus anderen Gegenden wird ein Vordringen der Chinesen gemeldet. Die „Liberte" nennt die angebliche Unterwerfung Tongkings eine zur Blendung der Wähler berechnete Spiegelfechterei.
Paris, 3. August. Der Czar verlieh Laboulaye den Alexander-Newski-Orden.
Saiut'Omer, 3. August. Bei dem gestrigen Diner anläßlich des Turnerfestes hielt Ribot, der Minister des Auswärtigen, als Deputirter des Arrondissements, eine Ansprache, worin er ausführte, der Empfang des französischen Geschwaders in Kronstadt, als glänzender Beweis der freundschaftlichen Gefühle, die zwei große Nationen vereinigen, lasse Niemand unberührt. Frankreich könne daraus ersehen, welche Achtung man ihm überall bezeuge, wohin auch seine Flotte komme.
Mailand, 3. August. Der nationale Arbeiter- Congr eß saßte eine Resolution, welche sich zu Gunsten einer Arbeiterschutzgesetzgebung, Vereinigung der arbeitenden Klassen und Streichung der Artikel des Strafgesetzes ausspricht, welche Strikes vom gemeinen Rechte ausschließen. Der Arbeiter Croce und der Advocat Turati wurden zu Dele- girten für den Brüsseler Congreß erwählt.
Cherbourg, 3. August. Der Municipalrath richtete an den Czaren ein Huldigungstelegramm, worin er den wärmsten Dank für den Empfang des französischen Geschwaders ausdrückt und die Czarin anläßlich ihres Namenstages beglückwünscht.
Brüssel, 3. August. Es verlautet, die Königin, welche sich demnächst nach Spaa begeben wollte, sei plötzlich schwer erkrankt; man will wissen, der Dekan Sacken sei zu der Königin berufen, um ihr das Sacrament zu spenden. Bestätigung dieser Meldungen bleibt indessen abzuwarten.
Depeschen des „Bureau Herold".
Berlin, 3. August. Nach dem „Tagebl." gedenkt Thielen den Zonentarif nicht für die ganzen Linien des preußischen Eisenbahnnetzes versuchsweise, sondern nur im gesummten Berliner Vorortsverkehr einzusühren. Die Preise sollen
Feuilletsn.
Moderne Sklaverei
Eine Plauderei von Wilhelm Fischer.
(Nachdruck verboten.)
„Es wäre ganz schön in den Bädern, wenn nichts auch Kranke dort wären!" Ich weiß nicht, welcher Schriftsteller diesen Satz verbrochen und ob ihn überhaupt jemals ein Schriftsteller vor mir gebraucht hat, das ist auch sehr gleich- giltig, zutreffend ist er auf alle, Fälle, sehr zutreffend sogar. In Baden-Baden, in Wiesbaden oder in einem Badestädtchen des Thüringer Waldes kann dieser Satz gegenwärtig auf feine Wahrheit geprüft werden. Die Kranken sind dort das noth- wendige Hebet; man zeigt es ihnen auch, daß man sie für dergleichen hält, denn ein gesunder Kranker kann dort stündlich erfahren, wie besorgt Jedermann für seine Gesundheit ist, vom Badearzt bis zum Kellner herab, der für ein Trinkgeld die besorglichste Physiognomie zeigt, die sich der Gesund- Kranke nur wünschen kann.
Der Franzose hat seine Saison, der Engländer seine season und wir Deutsche, wir haben im Sommer unsere Cur, denn wir gehen nicht in die Bäder, weil wir eine season mitmachen, sondern weil wir eine Cur durchmachen wollen. Wir sind krank, wirklich krank, denn weil wir krank scheinen, sind wir es; wir leiden an der modernsten Krankheit, der schwersten, die es geben kann, an der Mode, gegen die es überhaupt keine Therapie gibt. In den meisten Fällen ist diese Krankheit noch complicirt durch Symptome der zweiten Rankheit, an der man in Deutschland leidet, dem Repräsentationsfieber, das unser Volksleben degenerirend durchschauert. Gegen diese Krankheit ist nur heilbringend: die allgemeine Abnahme der Vergnügungssucht, die jede gesunde Entwickelung unserer volkswirthschastlichen Verhältnisse hemmt und der avirthschastlichen Decadenz bahnbrecherische Dienste leistet. Aber
dazu ist gegenwärtig gar keine Aussicht vorhanden, denn die Mode beherrscht das Volksleben und das Repräsentationsfieber zehrt es auf. Altbacken und spießbürgerlich ist heute der, welcher sich nach der Decke streckt, die Bäder den Kranken und Erholungsbedürftigen überläßt und dem Vergnügungsteufel nicht den Apfel aus der Hand nimmt.
Wenn die „Curzeit" naht, dann gährt es in der Gesellschaft, jeder und jede wird krank, und das gemüthlichste Heim wird zur widerlichen Bude, in der man sich langweilt, da die Welt, in der man sich arnüsirt, in den Bädern weilt. So werden denn die Koffer gepackt, die gnädige Frau reist in die Bäder und, wenn „er" Zeit hat, nimmt sie „ihn" sogar mit, sonst reist sie allein, am liebsten incognito. „Sie" ist zur Curzeit immer krank, denn die Mode ist Frauensache, und der Mann repräsentirt durch die Frau; „er" hat nicht immer Zeit, zu repräsentiren; was würden aber die Leute sagen, wenn sie es nicht so machte, wie ihre Freundin, wenn Müllers es nicht gerade so machten, wie Schützens. Ein leidendes, blasses Gesichtchen, verschiedene Klagen über Kopfweh und Nervenanfälle thun das Uebrige, und das Ende ist die Reise, die moderne Sclaverei, denn ein anderer Ausdruck läßt sich für den Zustand, in den sich die meisten freiwillig und unter allerlei Entbehrungen begeben, nicht finden.
Sind diese Modekranken, diese Gesund-Kranken, diese in übertriebener Repräsentation sich aufreibenden Menschen denn etwas anders als moderne Sclaven, die aus sich mehr machen wollen wie sie sind, die mehr scheinen als nothwendig ist, die dem Vergnügungsteufel verfallen sind und an falscher Stelle sparen, um an unrichtigen Stellen das Geld mit vollen Händen auszustreuen? Diese Repräsentationsbestrebungen, die auch die Badereise der Gnädigen auf dem Kerbholze haben, sind es, welche im Mittelstand die bewährten bürgerlichen Sitten und Gebräuche untergraben und zu einer Lebensweise verleiten, die nicht für Bürger paßt, Dünkel und Vorurtheile großzieht und, um einen gut bürgerlichen Ausdruck zu ge
brauchen, „oben hinaus" will. Früher reifte die bürgerliche Frau zu ihren Verwandten, heute reift sie in die Bäder, man will sich erholen, loslösen von dem Alltäglichen, frei werden auf einige Wochen. Im Eheleben kommt es oft genug vor, daß ein wenig Langeweile eintritt. Da wirkt eine Badereise ganz vorzüglich, sagt sich die Frau. Weder die Abwechselung allein ist es, welche die Frau reizt, ihren Gatten auf Wochen sich selbst zu überlaffen, noch sind es die kleinen Triumphe und Abenteuer, welche einer schönen Frau, wenn sie allein in einem Badeorte weilt, begegnen können; die Frau argumentirt sehr richtig, daß eine mehrwöchige Trennung den Gatten veranlaßt, nach Möglichkeit und Beanlagung wieder der angenehme Plauderer zu werden, der er einst war, als er noch den Verlobungsring trug. Dieses Argument ist beweiskräftig genug, um zu überzeugen; aber würde die Reise zu den Verwandten, die auch die Familienbeziehungen feftigt, nicht denselben Erfolg haben, als die kostspieligere Badereise, die den Luxus fördert und den Repräsentationsdünkel unterstützt?
Realistische Menschen wittern hinter jeder Badereise andere Beweggründe, die Vergnügungssucht und manchmal die Sucht, das moderne Wort „Flirt" zu Ehren zu bringen, welches ein ganz klein wenig die Moral der Frau tangirt, die im Badeorte, fern von ihrem angetrauten Cerberus, Triumphe ihrer Schönheit feiern, „flirten" möchte. Das sei uns fern. Die sacrosancte Stellung, welche bei uns die Frau einnimmt, schützt sie mit Recht vor solchen Gedanken, denn die Frau, deren Moral in einem Badeorte nicht Stand hält, ist auch zu Hause nicht viel werth. Wir gönnen unseren Frauen die kleinen Triumphe, die in ihnen den Glauben an ihren Reiz und ihre Schönheit lebendig erhalten, gerne. Was würde aus den Frauen, würden nicht Dritte ihrer Schönheit huldigen dürfen! Nicht die Gefallsucht ist es, die wir fürchten, denn der Tact der Frau wird sie vor Uebcrtretbung bewahren, aber wir fürchten, daß die Badereise allgemein zur Repräsen- I tationspflicht und bei dem leicht erklärlichen Streben der Frau,


