oder zu spielen, überall Instrumente, Gesangvereine, Drehorgeln, Pianos. Andere angenehme Eigenschaften dieses unglücklichen Volkes sind der ungeschickte Gang mit schlenkernden Armen und sein langsamer Walzertanz, besonders aber die Liese, fortwährende, unabänderliche Verachtung des Mannes gegen das Weib, welches in alle» Gesellschastsschichten ein untergeordnetes Wesen ist, im Zustand vollkommener Unterwürfigkeit gehalten. Diese Sache, sagt Herr Wyzewa, datirt aber nicht von gestern. Die alten Friesen verkauften ihre Frauen und Mädchen an die Römer, alle mittelalterlichen Gedichte der Deutschen bringen die Verachtung des Weibes zum Ausdruck. Das spricht sich auch heute noch deutlich aus. In den öffentlichen Gärten spielen die Knaben und Mädchen niemals miteinander- die Studenten aus den Universitäten lieben es nicht, von ihren Geliebten zu sprechen, sie sehen sie nur in verlorenen Augenblicken, denn die Frau spielt in ihren Gedanken eine weit geringere Rolle als das Bier und der Tabak. Als Aerzte oder Profefforen machen sie es dann natürlich nicht anders. Hat der Mann Gäste, so ißt die Frau in der Küche. Die Hoteliers präsentiren bei der dable d’höte, während ihre Frauen mit den Domestiken speisen. Zwischen Mann und Frau mangelt es in Deutschland auch gänzlich an Stoff des geistigen Verkehrs, was der große Satyriker deutscher Sitten — Oberländer — in einem Bilde ausdrückte, unter welchem zu lesen steht: „Margarethe, Du kannst mein Bier austrinken; es ist schon warm, ich werde mir ein frisches bringen lassen!" Kann eine köstlichere Probe davon, wie der Autor die deutschen Verhältnisse kennt, gewünscht werden?
Doch — der geehrte Leser wird hiermit genug haben. Was noch folgt, besteht in der Beweisführung, daß der Mangel an Initiative bei den Deutschen den Geschmack an der Reglementation herbeisührt, welche die Selbstverachtung und die Begeisterung für Frankreich und den esprit frangais hervorruft. Glücklich wie Gott in Frankreich, sei in Deutschland jetzt noch ein Sprichwort. Nach dem Muster der Mde. de Stasi werden dann die großen deutschen Denker von Leibnitz bis Schopenhauer mit verblüffender Kenntniß erörtert und zum Schluffe noch über die gewaltige Demoralisation in Deutschland Klage geführt; sie zerstört rapid Alles, was der Mangel an Initiative und der Geist ehrfurchtsvoller Tradition vom Alten noch übriggelassen hat. Der Aussatz schließt mit dem Vergleich: wie man in Pompeji Leichen von Römern gesunden hat, welche ganz frisch schienen, alsbald aber im Wind in Staub zerfielen,, so wird in Deutschland von Berlin der mörderische Windhauch wehen, welcher die langsame Arbeit der Generationen mit einem Male vernichten wird.
Wer etwa glauben sollte, daß das Ganze ein verspäteter Aprilscherz ist, kann sich aus der zweiten Lieferung des lausenden Jahrgangs der Revue, Seite 375—399, überzeugen, daß alles fast wörtlich citirt und das Ganze mit einem wiffen- schastlichen Ernst vorgetragen ist, der aus uns natürlich grotesk wirkt.
Nerrefte Nachrichten.
Wolffs trlegrahbischcS Torrespondenz-Bureau.
Berlin, 3. Juni. Abgeordnetenhaus. Berathung der von der Commission beantragten Resolutionen zu dem Anträge Korsch, betreffend das Verbot des Privathandels mit Staatslotterie-Loosen. Die Resolution I (Vermehrung der Lotterieloose entsprechend dem Bedarf) wurde an die Budget- Commissson verwiesen, Resolution II (Aenderung des Vertriebes der Loose) wurde abgelehnt und Resolution III (reichsgesetzliche Regelung) wurde angenommen. Hierauf erledigte das Haus eine Reihe von Petitionen in wenig erheblicher Debatte. Nächste Sitzung Donnerstag um II Uhr. Dritte Lesung des Sperrgeldergesetzes.
Berlin, 3. Juni. Der „Reichsanzeiger" erklärt die durch die Presse gegangene Erzählung, wonach der vor vierzig Jahren wegen Doppelmordes unschuldig verurtheilte, vor der Hinrichtung aber entflohene Fleischermeister Gebhardt nach Memel zurückgekehrt sei, für unbegründet. Ebenso seien die Mittheilungen unrichtig, daß die Unschuld des 1855 wegen Mordes Hingerichteten Jägers Puttlitz ermittelt und dies seitens der Justizverwaltung anerkannt worden sei.
Berlin, 3. Juni. Die heutige Sitzung des Colonial- raths begann mit der Berichterstattung des Consuls Vohsen
hauen erwartend, seine Offiziere um sich, ertheilte ihnen seine Befehle und wandte fich dann an mich: „Sie bleiben an meiner Seite!" — „Aber, Excellenz," rief ich, „Ihre schweren Reiter würden mich ja wie einen Floh erdrücken!" — „Gut. Dann zwei Mann an die Seite dieses Herrn!" befahl er. Während ich aber diese Bedeckung ablehnte, schlug eine Granate dicht bei uns ein und der General und seine Offiziere flogen auseinander. Am anderen Morgen gab er den Offizieren einen Verweis, weil, wenn ich mich recht entsinne, die zur Attaque vorgegangenen Reiter durch einen Granathagel auseinandergesprengt worden. „Excellenz," sagte ich halblaut, als er sich ausgebrummt, „denken Sie noch an die eine Granate, die Ihnen gestern in die Rede fiel?" — „Na ja," meinte er, der in seinem Wesen so Manches von seinem Schwager, dem seligen Wrangel, hatte, „von Pappe war die auch nicht." . . .
Inzwischen gings vor Saarbrücken recht lebhaft zu. Die kleine Truppe lag hier ohne Gepäck- ein zweites Bataillon der Vierziger stand weiter zurück, zu ihrer Aufnahme bereit; Täglich geriethen die Feldwachen aneinander- es war eine Lust, bei ihnen da draußen zu liegen, mit den Ulanen Nachts den Weg nach Gersweiler zu patrouilliren oder mit dem Commandeur einen Recognoscirungsritt zu den Vedetten zu machen, deren Fähnlein so lustig auf den waldigen Höhen flatterten.
(Fortsetzung folgt.)
über die Baumwolleneulkur. Debatte und Beschlußfassung über die vom Ausschuß vorgelegten Resolutionen wurden bis zur Fertigstellung des schriftlichen Berichts ausgesetzt. Ein gleiches Ergebniß trat bezüglich der Frage der Zulassung der Gesellschaften zum Geschäftsbetriebe ein. Es folgte die Berathung über die Eisenbahn Tanga-Korogwe. Der Colonialrath trat im Wesentlichen den Beschlüssen des Ausschusses bei. Zu Mitgliedern des ständigen Ausschusses wurden gewählt Staatssecretär Herzog, Bankier van der Heydt- Elberfeld, zu Stellvertretern Staatssecretär Jacobi, Domherr Hespers und Wörmann.
Kiel, 3. Juni. Seine Majestät der Kais,er verweilte gestern fast den ganzen Tag an Bord des „Meteor" und machte heute Vormittag bei prachtvollem Wetter wieder eine Fahrt in See. Ihre Majestät die Kaiserin besuchte mit Ihrer Königl. Hoheit der Prinzessin Heinrich das städtische Armen- und Krankenhaus, später das Mutterhaus zur Ausbildung von Krankenpflegerinnen.
Kiel, 3. Juni. Seine Majestät der Kaiser kehrte von der Segelfahrt aus der Dacht „Meteor" gegen 1 Uhr zurück und frühstückte dann mit Ihrer Majestät der Kaiserin und Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Heinrich von Preußen bei dem Contreadmiral Köster an Bord des Flaggschiffes des Uebungsgeschwaders „Kaiser".
Pest, 3. Juni. Bei dem Bau des neuen Parlamentsgebäudes stürzte gestern Abend das Gerüst ein. Vier Arbeiter sind tobt, zwei schwer verletzt.
Köln, 3. Juni. Heute Nachmittag 3 Uhr schlug der Blitz in das Wasch- und Wischhaus der Dynamit-Fabrik in Schlebusch, Kreis Solingen, ein. Der Umfang der Explosion ist noch nicht übersehbar. Drei Personen wurden getödtet, mehrere verwundet.
Rom, 3. Juni. Auf eine Anfrage Pais in der Kammer, ob die Regierung gegen die Judenverfolgungen in verschiedenen Theilen Europas Schritte thun wolle, erklärte der Ministerpräsident Rudini, die Regierung könne sich in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten nicht einmischen. Sollte sie aber in die Lage kommen, ihre Stimme abzugeben, so würde sie dies nur zu Gunsten religiöser Duldsamkeit thun.
Turin, 3. Juni. In der letzten Nacht sind in Folge ungemein heftigen Sturmes im Thale Suha mehrere Häuser eingestürzt, wobei neun Personen getobt et unb mehrere verwunbet würben.
Paris, 3. Juni. Die Expedition unter Führung bes Lieutenants Quiquerez büßte an ber Elfenbeinküste bei einem Zusammenstoß mit ben Eingeborenen, ber Quiquerez bas Leben kostete, sämmtliche Materialien unb Waffen ein.
Konstantinopel, 3. Juni. Zuverlässige Nachrichten von heute 4 Uhr Nachmittags berichten, baß Herr Israel mit dem Lösegelb sich am Dienstag Abenb, begleitet von bem Dragoman ber beutschen Botschaft, bem Dragoman bes österreichischen Consulats unb 28 Mann Schutzwache nach Kirk- Kilisse begeben habe. Die Verhanblungen haben alsbalb begonnen. Die Räuber, bie mißtrauisch würben, verlangen bie Zurückziehung ber Schutzwache, bevor sie bie Gefangenen freitaffen. Die Freilassung wirb morgen erwartet.
Konstantinopel, 3. Juni. Der Reichspostsecretär Stephan ist hier angekommen.
Washington, 3. Juni. Der Schatzsecretär Foster ver- hanbelt gegenwärtig in Spanien wegen ber Herstellung engerer Hanbelsbeziehungen mit ben spanischen Colonien im atlantischen Ocean. Er soll auch bem Vernehmen nach über einen Reciprocitätsvertrag mit einem anberen Lanbe, besten Name geheim gehalten wirb, unterhanbeln.
Locale» unö provinzielles.
Gietzen, 4. Juni.
— Sitzung Grotzh. Handelskammer vorn 29. Mai 1891. Anwesenb waren bie Herren Scheel, Gail, Heichelheim, Hornberger, Klingspor, Wortmann. Seitens ber Großherzoglichen Handelskammer Mainz ist der Kammer eine an ben Reichskanzler gerichtete Eingabe zur Unterstützung unterbreitet worben, in welcher ber Antrag gestellt wirb, ber projectirten Erhöhung des Eingangszolls aus Leder in Rumänien, Italien unb Spanien entgegenzuwirken. Die Kammer hat bie Unterstützung bieser Eingabe beschlossen. — Im Februar 1892 finbet in Leipzig eine internationale Ausstellung für bas rothe Kreuz, Armeebebars, Hygieine, Volksernährung unb Kochkunst statt. Anmelbungen zu derselben haben spätestens bis zum 1. Januar 1892 zu erfolgen. Wegen ber näheren Bebingungen wollen sich Interessenten an bie Kammer roenben.
— Samstag ben 6. b. M. finbet bie mündliche Prüfung ber speziellen Prüfung im Finanzfach 1. Categorie vom Frühjahr 1891 in Darmstabt — im süblichtn Collegiengebäude auf bem Louisenplatz — statt.
— Die Kreisämter finb von ber Regierung angewiesen worben, von ben Bürgermeistereien binnen acht Tagen Bericht einzuforbem, „wie groß der Fl'ächeugehalt der im vorigen Herbste mit Winterfrucht (Weizen und Korn) eingesäteu, in Folge der Witterung umgepflügten Grundstücke ist, in welchem Umfange unb mit welchen Früchten biefe Grunbstücke wieber bestellt worben finb, welche Aussichten biefe neuen Saaten bieten unb welche Aussichten für bie Ernte von nicht ausgemachter Winterfrucht unb von Sommergetreibe, bas nicht an Stelle von ausgemachter Winterfrucht gesät worben ist, gegeben sind." Es wirb biefe öffentliche Untersuchung wohl im ganzen Deutschen Reiche angestellt werben.
— Die so wohlthätig wirkenbe Unterstützungskaffe der Hesfischen Landes-Irrenanstalten hatte im letzten Rechnungsjahre 1890—91 eine Einnahme von 21,438.17 Mk. unb eine Ausgabe von 19,935.03 Mk. aufzuweisen. Unter ben Einnahmen befinbet sich ber Beitrag aus Großh. Staatskasse mit 1000 Mk., Beiträge aus Spar-, Kreis-, Gemeinbe-, Armen», Kirchenkaffen 2C. in Starkenburg (zusammen 33) 1436 Mk.,
in Oberhessen (37 Kaffen) 853 Mk. unb in Rheinhessen (14 Kaffen) 526.50 Mk. Als Beiträge von Privaten werben insgesammt 8959.33 Mk. von 14,179 Gebern verzeichnet, während die Pfleggelbbeiträge sich auf 2513.98 Mk. stellen. Der Vermögensstanb ber Kaffe zu Enbe bes Rechnungsjahres 1890—91 war 42,312.66 Mk. — Noch mehr als bie Zahl ber Beiträge ist bie für Unterstützungen erforberliche Summe gewachsen unb zwar von 12,574.61 Mk. in 1889—90 auf 15,460.91 Mk., so baß man, wie ber Bericht bemerkt, nahe baran war, zu bereu völliger Bestreitung bas Capitalvermögen angreifen zu müssen. Nach einer Darlegung ber Abgrenzung des Tätigkeitsbereichs ber Kasse unb ber öffentlichen Armen- berbänbe schließt ber Bericht wie folgt: „Ist hiernach, was unsere Ziele betrifft, Weber bie Staatsregierung, noch bie öffentliche Armenpflege in ber Lage, bie zweckmäßig geleitete freiwillige Vereinsthätigkeit zu ersetzen, unb können wir also mit vollem Recht von Neuem sagen, baß wir ba Hilfe bringen wollen, wo biefelbe, trotz ihrer Wichtigkeit für ben Einzelnen wie für bie Gesammtheit, anberswoher nicht gebracht wirb unb in ber richtigen Art unb Weise nicht gebracht werben kann, so gebeihen doch selbstverständlich unsere Bestrebungen nur um so mehr, je sicherer wir auf den Beifall, bie Mitwirkung unb bie Unterstützung ber Staatsregierung, ber Ge- meinbeüertretung unb ber Vorstänbe der zahlreichen, wohl- thätigen Zwecken gewidmeten öffentlichen Kassen rechnen dürfen. Daß die Ergebnisse des Jahres 1890—91 auch in dieser letzteren Beziehung einen vielversprechenden Fortschritt nachweisen, sei hier nochmals rühmend und dankend hervorgehoben. — Möge unserer Sache auch in dem kommenden Geschäftsjahre der allseitige kräftige Beistand nicht versagt werden, dessen unsere Schutzbefohlenen ebenso bedürftig wie würdig sind." (D. Z.)
— Der hessische Landeslehrerverein umfaßt gegenwärtig über 2500 Mitglieder, welche bei ben Delegirtenverfamm- lungen burch 140 Delegirten vertreten finb. Der Zugang innerhalb Jahresfrist beträgt 68 Mitglieber mit 4 Delegirten. — Die Ludwig- und Alicestiftung hat gegenwärtig rund 1900 Mitglieder.
A Gedern, 2. Juni. Der im Laufe des verstossenen Winters in den Fürstenstand erhobene Fürst Otto von Stolberg-Wernigerode ist heute hier angekommen unb wirb einige Tage auf feinem Besitzthum (Schloß) verweilen.
* Ulrichstein, 3. Juni. Ein in unserer Gegend selten vorkommenbes Wilb, einen Hirsch, erbeuteten vorgestern hiesige Jagbbesitzer. Der Hirsch war bereits angeschossen unb hatte sich in bie hiesigen Reviere verlausen. Bei einer Treib- jagb erlegte Herr Veterinärarzt Sauer benselven - ber Hirsch wog circa 140 Pfund.
□ Vom Vogelsberg, 3. Juni. Die Grasversteigerungen in den Gemeinden hiesiger Gegend zeigen nicht eine starke Preissteigerung, wie sie von anderen Gegenden des Groß- herzogthums berichtet wurde, sondern im Gegentheil ein erhebliches Herabgehen der Preise im Vergleich zum vorigen Jahr. Die Ursache daran liegt in dem vorzüglichen Stand der Kleefelder. Ob aber diese Preisredueüon auch bei den demnächst beginnenden Heugrasversteigerungen eintritt, dürste mit Rücksicht auf die Auswinterung großer Stellen im Wiesengrunde zu bezweifeln fein.
)( Ranstadt, 3. Juni. Gestern ging ein sehr schweres Gewitter über unsere Gegend nieder, welches an verschie denen Orten ber Umgegenb schrecklich gehaust unb viel Schaben angerichtet hat. So ist in Bleichenbach eine Art Wolkenbruch niebergegangen unb es hat sich eine solche Menge Wasser angehäuft, baß manche Leute gezwungen waren, bas Vieh aus ben Ställen zu entfernen. Die Felder sind vollständig zusammengeflößt. In ber Gemarkung Wallernhausen hat es so stark gehagelt, baß ber Hagel noch nach bem Wetter mehrere Zentimeter hoch auf ben Aeckern lag unb einen bebeutenben Schaben an ben Saaten angerichtet hat.
— Kleine Mittheilungen aus dem Grotzherzogthum Hessen. In Auerbach geriethen zwei Arbeiter in Streit, von denen ber eine eine brennenbe Petroleumlampe, der andere eine Petroleumkanne in der Hand hatte. Dadurch, daß der eine mit ber Kanne nach bem anbern schlug, floß Petroleum aus berselben unb verbrannte ben Geschlagenen so sehr, baß an seinem Auskommen gezweifelt wirb. — Von einem bedauerlichen Unglücksfalle würbe am letzten Freitag eine Familie in Seligen stabt betroffen. Die Mutter hatte fich auf einen Augenblick aus ihrer Wohnung entfernt unb ließ ihr im Bettchen liegenbes einjähriges Kinb allein im Zimmer zurück. Nach ihrer Mckkehr war bas Kinb eine Leiche. Es hatte sich in feinem Bettchen umgewälzt unb war in seiner hilflosen Lage erstickt.— Die Mainzer Schützengesellschaft hat sich bereit erklärt, bas 11. beutsche Bunbesschießen 1893 zu übernehmen. Bereits finb 70000 Mark für ben Garan- tiefonbs gezeichnet.
DermfMttes»
* Frankfurt a. M., 3. Juni. Gestern Nachmittag fiel auf ber Sachsenhäuser Seite oberhalb ber Obermainbrücke ein kleines Mäbchen von neun Jahren, bie Tochter bes Kutschers Brehmke in ben Main. Dies gewahrte ein in ber Nähe promenirenbes stellenloses Dienstmäbchen, Anna Dörrst'ein. Rasch entschlossen sprang es, ba anbere Hilfe fern war, in bie Fluthen, faßte bas eben untergehenbe Kind unb rettete es. Mehrere Passanten zogen bas Mäbchen unb Kinb alsbann ans Ufer.
* Frankfurt a. M., 3. Juni. Festgeommen wurde dahier am Hauptbahnhof ein junges Paar, das birect von Calais hier anlangte. Er ein 24jähriger Kausmannsgehilse mit Namen Eugen von Töpfer, angeblich aus Nürnberg, und sie ein Fräulein Tilly Blonderberg, die einzige Tochter eines bedeutenden und sehr vermögenden Londoner Großindustriellen. Der junge Herr soll das Mädchen, bei dessen Vater er in Stellung war, entführt haben. Der Fang glückte einem Berliner Privatdetectivinstitut. Die jungen.


