Reisenden werden den Cunarddampfer in New-Jork erreichen und in London am 10. Mai, mithin nur drei Wochen nach der Abreise von Jokohama, eintreffen. Die canadische Pacificbahn befördert zukünftig die nach und von Japan und China bestimmte britische Post mit obiger Beschleunigung.
Art. 3 wird in der Commisfionsfassung angenommen.
Hierauf begründet Abg. Dr. Barth (bfr.) seine Resolution auf völlige Beseitigung der Maischbottich- und Branntweinmatertalsteuer. Dieses Steuersystem habe die Gewährung einer Exportprämie zur Folge, die täuschende Sehnlichkeit mit der Zuckerprämie habe.
Abg. Dr. Buhl (natl.) widerspricht dem Anträge wesentlich aus finanziellen Rücksichten.
Die Barth'sche Rtsolution wird abgelehnt.
Es folgt die dritte Berathung des Handelsvertrags mit Marokko.
Abg. Richter (bfr.) spricht dem Sultan von Fez und Marokko seine Anerkennung aus für die verständigen zollpolttt'chen Ansichten, die er bei Abschluß dieses Vertrages bekundet. Die Herabsetzung der Einfuhrzölle auf lOpCt. des Werthes hätte auch deutscherseits bewilligt werden sollen, dann würden die Getreidezölle niedriger sein, als jetzt. Er werde bei Berathung des Nachtragsetats die Anfrage an die Regierung richten, welche zollpolitischen Maßnahmen sie eintreten lassen wolle, um der beunruhigenden Vertheuerung des Getreides zu begegnen.
Der Vertrag wird endgültig angenommen, ebenso die internationale Vereinbarung über den Eisenbahnfrachtverkehr.
Der Gesetzentwurf betr. die Einführung eines Reichsschuldbuchs wird in erster und zweiter Lesung debattelos angenommen.
Montag 12 Uhr: Nachtragsetat, dritte Berathung des Arbeiterschutzgesetzes.
Erleichterungen bieten. m ,
Abg. Dr. Simonis (Els.) hat eine bessere Meinung vom Bundesrath als der Staatssecretär und erwartet, daß der Bundes- ratb nach besserer Information den Forderungen der Gerechtigkeit entsprechen werde. t
Abg. Holtz (Rp.) verwahrt sich dem Vorredner gegenüber dagegen, daß er bei der ersten Lesung gesagt habe, die Interessen der großen und kleinen Brenner gingen auseinander Und die großen brauchten auf die kleinen keine Rücksicht zu nehmen. Er halte es । im Gegentheil für bedenklich, bei jeder Gelegenheit einen Gegensatz zwischen großen und kleinen Interessenten hervorzuheben. Beide müßten sich die Hand reichen.
Abg. Singer (Soc.) wird für die Anträge Lender-Wisser stimmen, da er überhaupt Freigabe des Haustrunks wünscht.
Abg. Wisser (Hb.): Durch Annahme seines Antrages werde das Bedenken des Staatssecretärs beseitigt, denn derselbe gewähre den norddeutschen Bauern dasselbe, was der Lender'sche Antrag nur dem süddeutschen gewähre. Die deutsche Bauernschaft müsse sich zusammenthun, um das Fabrikationsmonopol des Großgrundbesitzes zu zerstören. t „ Ir .
Abg. Dr. Simonis (Els.) verlangt, daß mit dem jetzigen Branntweinsteuersystem ein Ende gemacht werde; vorder Einführung desselben habe man in Elsaß-Lothringen das delinum tremens nicht gekannt. ,
Für den Antrag Lender treten ferner ein Abgg. Hug und Schwettchen ((Str.), während Abgg. Uhden und Holtz demselben widersvrechen. c
Der Antrag Lender wird angenommen, der Antrag Wisser ab- gelehnt. Im Uebrigen findet Artikel 2 nach den Commissionsanträgen Annabme. c rr
Für Artikel 3 schlägt die Commission folgende Fasiung vor: Der Zoll für aus dem Zollauslande eingehenden Branntwein beträgt vom 1. Juli 1891 ab 1. für Liqueure 180 Mk. für 100 Kilogramm, 2. für alle übrigen Branntweine a) in Fässern 125 Mk., b) in | Flaschen, Krügen oder anderen Umschließungen 180 Mk. für 100 Kilogramm. (Nach der Regierungsvorlage sollte allgemein für Branntwein ein Zollsatz von 150 Mk. gelten.)
Auf eine Anfrage des Abg. Brömel (bfr,) erklärt Staatssecretär v. Maltzahn, daß Arrac, Cognac und Rum nach Ansicht der verbündeten Regierungen nicht unter den Begriff „Liqueure" I fallen.
-mittag 9 Uhr entgegensah. Bon Düsseldorf reift der Kaiser Montag Abend i/410 Uhr weiter nach Köln- hier soll die Ankunft um 10 Uhr Abends erfolgen. Dienstag Nachmittags 1/25 Uhr verläßt der Kaiser die Hauptstadt der Rheinprovinz wieder und fährt mittels Salondampfers nach Bonn, das um 7 Uhr Abends erreicht werden soll. Bonn ist bekanntlich die derzeitige Residenz der erlauchten Verwandten des Kaisers, des Prinzen Adolf von Schaumburg und seiner Gemahlin, geb. Prinzeß Victoria von Preußen. In der freundlichen Musenftadt am Rhein gedenkt der kaiserliche Herr bis Donnerstag, den 7. d. Mts., zu weilen- über die weiteren Reisedispositionen desselben ist noch nichts Genaueres bekannt.
Potsdam, 2. Mai. Auf dem Bornstedter Felde sand heute Mittag die Besichtigung des 3. Bataillons des 1. Garderegiments statt. Anwesend war das Kaiserpaar mit einem glänzenden Gefolge, viele Generale und fremde Offiziere. An der Hebung im Feuer nahmen das 1. Garde-Ulanenregiment und die Unteroffiziersschule Theil. Den Schluß bildete ein Parademarsch.
Bonn, 2. Mai. Da, wo der Kaiser landen wird, wird der Gartenbauverein 30 junge Mädchen ausstellen, die Bouquets überreichen sollen. Die Behörden und die Stadtverordneten werden sich an der Rheinwerft ausstellen. Schüler, Schülerinnen, Turner, Vereine rc. werden Spalier bilden. Die Rheinpromenade wird dem Publikum freigegeben. Abends werden vor der Villa Löschnigk 400 Sänger eine Serenade ausführen und dann wird.ein Fackelzug der Studircnden stattfinden. Hierbei wird der Kaiser den Rector und seine früheren akademischen Lehrer empfangen. Der Schiffsverkehr ist auf Anordnung des Oberpräsidenten während der Kaisersahrt von Köln nach Bonn beschränkt und theilweise verboten.
Colmar i. Els., 2. Mai. Im Dorfe Müssig zerstörte Eine durch den Wind gefachte Feuersbrunst von 155 Wohn- Häusern 100 sammt der Kirche und dem Gemeindehaus.
Derrtßcher 2tei<b»tag.
113. Plenarsitzung. Samstag, 2. Mai 1891.
Neueste Nachrichten.
Wolffs telegraphisches Torrespondmz-Bureau.
Wien, 3. Mai. Eine Meldung des k. t Telegraphen- Correspondenz-Bureaus besagt: Heute Vormittag 11 Uhr sand die letzte Sitzung der Delegirten zu den deutsch-österreichischen Handelsvertragsverhandlungen statt, in welcher der Vertrag Paragraphirt wurde. Der Vorsitzende, Minister v. Szögyen, hob in kurzer Ansprache die wirth- schaftliche und politische Bedeutung des Vertrages hervor und dankte fämmtlichen Theilnehmern für ihre unermüdliche Mitwirkung. Der Generalkonsul, wirklicher geheimer Lega tionsrath Jordan, dankte Namens der deutschen Delegirten.
Brüffel, 3. Mai. Die Führer der Arbeiter beschlossen im Einvernehmen mit den Führern der Progressisten, sich in die Arbeiter-Centren zu begeben und ihren Einfluß geltend zu machen, um den Ausbruch eines Strikes zu verhindern. Man verspricht sich davon guten Erfolg.
Lüttich, 3. Mai. In mehreren industriellen Ortschaften der Umgebung ist der Belagerungszustand verkündet worden. In Horloz wurden die Telephondrärhe durchschnitten. Zwischen der Gendarmerie, welche das Abhalten eines Arbeitermeetings zu hindern suchte, und einer Arbeiterschaar kam es zu einem thätlichen Zusammenstoß, wobei mehrere Personen verwundet wurden. Nach der Umgebung des Kohlenbergwerks Saint Nicolas ist eine Compagnie Infanterie abgesandt, auch verschiedene andere Punkte wurden
militärisch besetzt.
Mons, 3. Mai. Gestern Abend kam es im Kohlenwerk von Grand Hornu zu einem Zusammenstoß zwischen Gendarmen und Bergleuten, welche mit Gewalt in die Bureaux eindringen wollten. 'Die Gendarmen gaben Feuer und ver- mundeten zwei Arbeiter.
Seraing, 3. Mai. Die Arbeiter der Eisen und Stahlwerke von Seraing haben beschlossen, unverzüglich den Generalstrike eintreten zu lassen. Unter den Bergwerksarbeitern gibt sich eine große Erregung gegen den Generalrath der Arbeiterpartei wegen des fortwährenden Hinaus schiebens des allgemeinen Strikes kund.
La Louviere, 3. Mai. Die Vereinigung der Bergarbeiter des Centralbassjns faßte in einer besonderen Versammlung mit Einstimmigkeit den Beschluß, in den Strike einzutreten, falls die Arbeitseinstellung sich aus ein oder mehrere Kohlenbassins Belgiens ausdehnen würde.
Montreal, 3. Mai. Der Expreßzug der canadlscheu Pacificbahn legte von Vancouver mit Reisenden des Dampfers „Empreß-of Jndia", die auf einer Rundreise um die Welt begriffen waren, die 2900 Meilen lange Strecke in 3 Tagen'17 Stunden zurück. Die bisherige Dauer der Reise betrug 61/, bis 7 Tage. Die Reisedauer von Ioko- * * ' i 2 Wochen. Drei der
sichtig äugte der Wilderer nach rechts und links und schon | wollte ich mich rasch ins Dickicht drücken, da sah er mich und im nächsten Augenblick lag seine Büchse an der Wange, während auch ich mein mit Posten geladenes Gewehr emporriß. Gleichzeitig krachten unsere Schüsse und die Kugel meines Gegners nahm mir den Hut vom Kopse weg — der alte Filz mit dem Kugelloch drinnen hängt noch in meinem Kleiderschrank — meine Posten aber waren dem schwarzen Heinz mitten in r>ie Brust gefahren, wie ich bei näherer Untersuchung seines Leichnams sogleich feststellen konnte. Derselbe wurde später von einer gerichtlichen Commission ausgehoben und ich mußte in der Folge noch ein paarmal hinein nach S. aufs Gericht gehen, wo sie mir aber natürlich nichts anhaben konnten. Allem Vermuthen nach hatte sich der schwarze Heinz die ganze Zeit über in Böhmen herumgetrieben und war vielleicht gerade an jenem Morgen, an welchem der für ihn so ver- hängnißvolle Zusammenstoß zwischen uns beiden stattsand, wieder zurückgekehrt."
„Jedenfalls haben wir seit dem Tode des schwarzen Heinz keine wesentlichen Belästigungen seitens der Wilderer mehr erfahren," nahm der Oberförster wieder das Wort, „dann rmd wann hören meine Leute bei Nachttouren durch das Hennersbacher Revier wohl noch einen verdächtigen Schuß fallen, aber in flagranti sind, ein ober zwei Fälle ausgenommen, keine Wildschützen mehr ertappt worden, der Boden ist für sie hier denn doch zu heiß geworden. Doch nun werden die Herrschaften genug von der Wilddieberei haben nnd ich denke deßhalb, daß wir nun ein kleines Scätchen -rlskiren."
Dieser Vorschlag fand allgemeine Zustimmung, rasch waren die Spieltische arrangirt und im Verlause des anregenden Spieles dachte bald Niemand mehr an den „schwarzen Heinz" und sein tragisches Geschick.
Ausland.
Wien, 2. Mai. Das „Fremdenblatt" schreibt in seiner Morgennummer: Der Abschluß des deutsch-österreichischen Handelsvertrags bedeute zwischen den zwei großen Reichen aus wirtschaftlichem Terrain eine Annäherung, welche auf politischem Gebiet längst erfolgt sei. Oesterreich mußte selbstverständlich bereit zu Opfern sein, um den Eintritt seiner landwirthschastlichen Producte zu ermöglichen. Der Vertrag sei nicht aus Grund freihändlerischer Theorien, sondern nach Abwägung des gegenseitigen Schutzbedürfnisses geschaffen. Reben der gegenseitigen Herabsetzung vieler Zollpositionen erscheine die Stabilität von Bedeutung, die für mehr als ein Decennium an Stelle der Unsicherheit getreten fei. Das öconomische Bündniß der beiden Kaiserstaaten werde auch aus andere Staaten Attraction ausüben, zur Abwehr gegen , Len Protectionismus dienen und den öconomischen Frieden' sicherstellen, ähnlich wie die politische Allianz den politischen Frieden.
Paris, 2. Mai. Die Regierung verbot die Beisetzung der Leiche des Prinzen Jerome aus Corsica.
Brüffel, 2. Mai. Der Generalrath der Arbeiterpartei fordert die Arbeiter auf, nicht zu striken, sondern erst den Kammerbeschluß über die Verfassungsrevision abzuwarten. Da der deutsche Strike abnähme, so fiele der Anlaß für die Belgier fort, durch den sofortigen Strike ihre Solidarität mit den Deutschen zu beweisen.
Charleroi, 2. Mai. Im Grubenbecken von Charleroi ffeiern heute 30 000 Bergleute und über 4000 Eisenarbeiter. Die Direction der Puddelwerke von Marais zu Morttigny zeigte ihren 400 Arbeitern die Schließung ihrer Werkstätten an. Der Ausbruch des Strikes wird auf vielen Kohlengruben für Montag befürchtet.
Tourcoing, 2. Mai. In mehreren Spinnereien haben etwa 600 Arbeiter die Arbeit niedergelegt infolge der Entlassung ihrer an der gestrigen Mai-Manifestation be- Ihelligten Gefährten.
Rom, 2. Mai. Rach einer Meldung der „Tribuna" aus Palermo wies der Rector der dortigen Universität das
Cocek* ernt prwtajkOe».
Gießen, 4. Mai.
— Auf die Bekanntmachung Großh. Bürgermeisterei- Gießen aus Seite 3 d. Bl. über die An- und Abmeldung versicherungspflichtiger Personen zur Jnvalidit'ats- unb Alters Versicherung seien hier noch besonders Diejenigen aufmerksam gemacht, welche versicherungspflichtige Personen beschäftigen- Zur Warnung für Solche, welche es mit der An- und Ub= meldepflicht leicht zu nehmen pflegen, sei zugleich mitgetheilt, daß vor wenigen Tagen die ersten Bestrafungen wegen versäumter Anmeldungen stattgefunden haben (2 4 Mk. und die üblichen Gerichtskosten). Ebenso ist eine gerichtliche Untersuchung gegen einen Arbeitgeber im Gang, der in gesetzwidriger Weise seinem Dienstboten die ganzen Versicherungsbeiträge in Abzug brachte, tz 148 des Reichsgesetzes bedroht Diejenigen mit Geldstrafen bis zu 300 Mk. oder mit Hast, welche den von ihnen beschäftigten versicherungspslichttgen Personen mehr als die Hälfte der Versicherungsbeiträge in Anrechnung bringen.
Nach hierher gelangten Nachrichten hat am 30. v. M. ju Dublin die Trauung des Herrn Provinzialdirectors Dr. Bo ekmann mit Miß Marian Whittacker statt- gcfnnden. Die Verzögerung war veranlaßt durch mehrfaches Mißgeschick: am Tage vor der früher festgesetzten Trauung erkrankte die Braut an der Influenza, die in Folge mehrerer Rückfälle sich sehr langwierig gestaltete. Dann erkrankte der Herr Provinzialdirector am Gelenkrheumatismus und hierauf an einem Malariafieber, dessen bösartiger Verlaus zur völligen: Genesung einen Winteraufenthalt in Italien nothwendig machte.
Verlangen der Studenten ab, ihnen einen Saal einzuräumen, wo morgen anläßlich des Arbeiterfestes eine Vorlesung über die sociale Frage gehalten werden sollte. Die Folge der Ablehnung war, daß sich heute Früh 400 Studirende versammelten, um gegen das Vorgehen des Rectors zu protestiren. Sie beschloffen, den Vorträgen nicht mehr beizuwohnen. Mehrere Sitzbänke und Fensterscheiben in den Hörsälen wurden zertrümmert.
Rom, 2. Mai. Die am Justizpalast jenseits des Tiber beschäftigten Arbeiter begannen heute einen Ausstand; sie verlangen Herabminderung der Arbeitszeit und Lohnerhöhung. Die Polizei zerstreute leicht mehrere Ansammlungen. Maßregeln zur Verhinderung einer weiteren Ansammlung zum Einzug der Arbeiter in die Stadt wurden getroffen; dies veranlaßte einen blinden Lärm und die Schließung mehrerer Läden.
— Der Arbeiterfeiertag vom 1. Mai ist im Allgemeinen ruhig verlaufen. Zu etwas stürmischeren Kundgebungen kam es, soweit die Nachrichten reichen, nur in Lyon und Marseille, sowie in Rom, Florenz, Neapel unb Ravenna, wobei überall anarchistische Elemente thätig gewesen sinb. Sonst aber haben sich die den 1. Mai feiernden Arbeiter ruhig unb in ben Schranken bes Gesetzes gehalten. — In der Rue be Barry in Paris explobirte am Abend des l.Mai eine Dynamit-Cartouche, wodurch bas Haus des Herzogs von Treviso beschädigt wurde. Der Eigenthümer des Hauses glaubt nicht, daß es sich um einen Racheact gegen ihn gehandelt hat, es wird daher angenommen, daß die Anarchisten die Urheber der That sind, die also eine Politische Demonstration der „Röthesten" der Rothen barstellen würbe.
St. Johns (Neufundland), 2. Mai. Die schwedische Bark „Belga" -scheiterte in der vergangenen Nacht während eines dicken Nebels bei den Renew Islands. Von der aus 12 Personen bestehenden Bemannung fanden elf in den Wellen den Tod.
Athen, 2. Mai. Die Blätter berichten aus Zante über Unruhen, die anläßlich der Charfreitagsprocession aus- brachen und gegen die jüdischen Einwohner gerichtet waren. Die Truppen gebrauchten die Waffen. Das Panzerschiff „Miaulis" wurde nach Zante entsandt.
NewYork, 2. Mai. Die Zoll ein nah men von New-Dark im Monat April belaufen sich auf 7 711917 Dollars gegen 13 617 857 Dollars im gleichen Zeitraum des vorigen Jahres. Die Zolleinnahmen von Philadelphia betrugen in demselben Monat 640188 Dollars gegen 2 393 705 Dollars im April des vorigen Jahres. Die Verminderung der Zolleingänge ist hauptsächlich durch die Aufhebung der Zuckersteuer verursacht.
Die zweite Berathung der Novelle zum Branntweinsteuer- aesetz (Ref. Abg. Gamp) wird fortgesetzt.
Zu Artikel 2 beantragt die Commission Zusätze, wonach die steuerliche Controle des Branntweins gebührenfrei erfolgen, die Materialsteuer in den Brennereien, die im Jahre nicht mehr als 50 Liter reinen Alkohol Herstellen, nur */io, in den Brennereien, die im Jahre über 50 Liter, aber nicht über einen Hectoliter reinen Alkohols erzeugen, nur 8/io betragen und wonach in Brennereien, welche auf Antrag von der Branntweinmaterialsteuer fretzulasfen sind und nicht mehr als 50 Liter jährlich erzeugen, nur ein Zuschlag von 8 Pfg., wenn sie jährlich mehr als 50 Liter, aber nicht über einen Hectoliter erzeugen, nur ein Zuschlag von 16 Pfg. pro Liter erhoben werden soll.
Abg. Lender (Ctr.) beantragt die Aufnahme folgender Bestimmung: In Brennereien, welche blos eine einfache Brennerei- vorrichtung mit unmittelbarer Feuerung benutzen und nicht mehr als einen Hectoliter reinen Alkohols in einem Jahre erzeugen, beträgt für Branntwein in einer Jahresmenge bis zu 20 Liter reinen Alkohols, welcher aus selbst gewonnenen nichtmehligen Stoffen hergestellt wird, die Verbrauchsabgabe nur 25 Pfg. für den Liter reinen Alkohols.
Abg. Wisser (üb.) befürwortet diesen Antrag, aus dem er das Wort „nichtmehlig" streichen will.
Staatssecretär Frhr. v. Maltzahn-Gultz erklärt, daß der Antrag Lender keine Aussicht habe, im Bundesrathe eine Mehrheit zu finden und daß, wenn derselbe hier angenommen werde, dasganze . v / x , u
G-Ietz Weitere. Der Antrag,würde eine Ungerechtigkeit gegenüber . . ^ontr^I b^rug genau
den norddeutschen Brennern fein, weshalb in erster Linie von Preußen | h,n Knnm-hhnm»'
dagegen Widerspruch erhoben werde.
Abg. Dr. Buhl (natl.) bittet unter solchen Umstanden die süddeutschen Abgeordneten, nicht durch Festhalten an dem Anträge Bender das zu compromittiren, waS die Commissionsbeschlüffe an


