Neueste Nachrichten
WolffS telegraphisches Lorrespondeuz-Burerur.
Berlin, 1. September. Der „Reichsanzeiger" meldet: Angesichts der Steigerung der Brennholzpreise wies der Landwirthschaftsminister die Regierungen an, den Local- bedars rechtzeitig zu decken und der unbemittelten Bevölkerung die Deckung des Brennholzbedarfs aus Staatsforsten zu angemessenen Preisen zu erleichtern- es seien deshalb auch freihändige Verkäufe geringerer Sortimente in Aussicht genommen.
Danzig, 1. September. Aus dem Deutschen Katholikentag sind bis jetzt ca. 800 Mitglieder anwesend. Man beschloß, aus die Berufung eines internationalen katholischen Congresses hinzuwirken, welcher sich mit der Wiederherstellung des Kirchenstaates beschäftigen solle. Ferner wurde eine Feier des 100. Geburtstages Pius IX. am 15. Mai 1892 und die Errichtung eines Windthorst-Denkmals in Meppen beschlossen.
— Der Kath olikentag beschloß, die nächstjährige Katholikenversammlung in Mainz abzuhalten.
Kiel, 1. September. Das chilenische Kriegsschiff „Presidente Pinto" ist heute Mittag in See gegangen.
Stuttgart, 1. September. Der „Staatsanzeiger" meldet: Das Befinden des Königs war in der letzten Woche befriedigend. Die Beschwerden und Störungen des Unterleibs bleiben in der Abnahme. Ein Fieberanfall ist nicht wieder eingetreten. Die Erholung schreitet langsam, aber in der letzten Zeit ohne ernstliche Unterbrechung fort.
London, 1. September. Der neunte internationale Orientalistencongreß wurde heute durch Dr. Taylor eröffnet. Unter den Theilnehmern am Congreß befanden sich der italienische Botschafter, der griechische Ministerpräsident, mehrere Vertreter der chilenischen Gesandtschaft, der japanische Generalconsul und die Professoren Amelinau, Schlegel und Oppert.
Mitau, 1. September. Die kurländische Gouvernementszeitung meldet, daß die Bauern des Gouvernements, vom Gefühl brüderlicher Theilnahme für die Bauern in den von der Mißernte betroffenen Gouvernements bewogen, in den Gemeindeverwaltungen Beschlüsse zu fassen beginnen wegen leih weiser Ueberlassung von Getrekde aus den Dorfmagazinen an die Nothleidenden. Einige Gemeindeverwaltungen erboten sich, Getreide für ihre eigene Rechnung bis zur nächsten Eisenbahnstation in eigenen Säcken zu schicken.
Depeschen des „Bureau Herold".
Berlin, 1. September. Anläßlich des Ablebens Rislams Paschas sandte der Sultan an Kaiser Wilhelm ein Beileidstelegramm, das mit folgenden Worten schließt: „Majestät würden mich zu außerordentlichem Dank verpflichten, wenn Sie auS den Reihen Ihres so herrlichen Offiziercorps einen erwählen wollten, den der scharfe Blick Ihrer Majestät als fähig erkannt haben, den uns Allen zu früh Entrissenen zu ersetzen und dessen Werk fortzuführen.
Helfiugör, 1. September. Die Beerdigung des Generals von der Groeben fand unter militärischen Ehren statt. Der König sowie der Kriegsminister ließen sich vertreten.
Loudon, 1. September. Die Bäcker erhöhten den B r o d p r e i s um 1/2 Penny per Laib, J/4 Penny per 2 Psund gegen Samstag. Die Erhöhung wurde motivirt mit der anhaltenden Nässe.
Budapest, 2. September. Die Ortschaft Kleinwardein im Comitat Neutra ist fast ganz niedergebrannt. — 110 Familien sind obdachlos.
Rom, 1. September. Nach übereinstimmenden Meldungen der Morgenblätter erkannte der gestrige Ministerrath, theils infolge hohen Wunsches, theils angesichts der allgemeinen 'Lage, die Unmöglichkeit an, weitere Ersparungen im Kriegs- und Marine-Etat einzusühren, ferner die Nothwendigkeit, die Revision einiger Steuern vorzunehmen. Nach dem „Capiran Fracassa" soll die Revision die Eingangszölle und die Fabricationssteuer betreffen, nach andern Blättern sich auf die Alkoholzölle beziehen.
Leichtigkeit des Empfindens, welche diese beiden — ich muß nur wieder sagen Lebenskünstler — als ein seltenes Himmelsgeschenk in ihren frommen und guten Herzen bewahrten. Was auch von elterlicher Besorgniß im tiefsten Grunde ihres Gefühls sich gewiß regen mochte, es barg sich hinter der alten heiteren Art, mit welcher sie sich einander die Dinge von der lichten Seite zu zeigen wußten. Indem wir die mannigfachen Aussichten des jungen zukünftigen Afrikaforschers erörterten, durfte ich mehr als einmal das frühere behagliche Lachduett bewundern. Und als mich das wackere Paar spät Abends, nach einem letzten Glase aus das Wohl des geliebten „Jungen", in das freundliche Fremdenstübchen geleitete, da schien es in der That, als ob sie vollkommen darin einig wären, das inhaltschwere Telegramm als eine der erfreulichsten und gnadenvollsten Schickungen ihres gemeinsamen Lebens zu betrachten.
Ich gestehe gern, daß ich zunächst kaum im Stande war, mich völlig diesem wundersamen Optimismus anzuschließen, wenn ichs mrr auch natürlich nicht merken ließ. Aber ich habe auch diesmal wieder zu meiner großen Freude Unrecht behalten. Alfred, welcher in der That zu Anfang des vorigen Jahres, nach einem kurzen Aufenthalt daheim, mit seinem trefflichen Gönner nach Äfrika abreiste, hat sich aufs Beste in den neuen Wirkungskreis gefunden. Vielleicht hat der eine oder andere unter Euch seinen Namen dieser Tage in den Zeitungen gelesen, wo er als einer der leitenden Beamten jener neuen, vielversprechenden Colonialgesellschaft genannt wurde. Ich selber hatte die Nachricht schon durch einen Bries seines Vaters erfahren, einen ganz reizenden Bries, voll der alten Schalkerei und zugleich voll wahrhaft wohlthuender, echter Herzensfrömmigkeit. Die größte Sorge
Rom, 2. September. Auf der Station Bra-Piemont stieß ein Personenzug mit einem Güterzuge zusammen. 5 Personen wurden verwundet.
Petersburg, 1. September. Es wird hier eine Sub- scription veranstaltet für Errichtung eines Denkmals aus Anlaß des Besuchs der französischen Flotte in Kronstadt. Die Darstellung soll bestehen in zwei sich die Hände reichenden Jungfrauen.
Cocates unfr provinzielles.
Gießen, 2. September.
— Das am 1. September ausgegebene Großherzogliche Regierungsblatt (Beil. Nr. 24) enthält u. A.: Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Gießen, die Erhebung von Umlagen der Gemeinde Treis a. d. Lda. für 1891/92 betreffend.
— Kirchliche Dieustnachrichteu. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 5. August dem Pfarrer Albrecht Adolf Ohly zu Ehringshausen die ev. Psarrstelle zu Ginsheim, Dec. Groß-Gerau, zu übertragen. — Durch Entschließung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 17. Juli ist die Erhebung der katholischen Kirchengemeinde in Alsfeld zu einer selbständigen Psarrcuratie genehmigt worden.
— Schuldienst-Nachrichten. Am 18. August wurde dem Schullehrer Peter Reinh ardt zu Holzhausen, Kr. Friedberg, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Busenborn, Kr. Schotten, — an demselben Tage wurde dem Schullehrer Gustav Weber zu Busenborn, Kr. Schotten, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Holzhausen, Kr. Friedberg, — an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Johann Engel aus Grolsheim, Kr. Bingen, eine Lehrerstelle ander Gemeindeschule zu Bretzenheim, Kr. Mainz — übertragen - am 19. August wurde der von dem Herrn Fürsten zu Isenburg und Büdingen in Wächtersbach auf die zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Affenheim, Kr. Friedberg, präsentirte Schulamtsaspirant Friedrich Faatz aus Michelstadt, Kr. Erbach, für diese Stelle bestätigt.
— Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Reichelsheim i. O., Kr. Erbach, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1000—1500 Mk. Mit der Stelle ist Kirchendienst verbunden. Dem Herrn Grafen zu Erbach - Erbach steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu. Dem neu anzu- stellenden Lehrer können die Functionen eines Oberlehrers an der Gemeindeschule zu Reichelsheim i. O. übertragen werden. Die mit einem kathol. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Radheim, Kreis Dieburg, mit einem jährl. Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Zwei Lehrerstellen an der Volksschule zu Offenbach, von denen die eine mit einem evangelischen, die andere mit einem israelitischen Lehrer zu besetzen ist, mit einem Anfangsgehalte von je 1200 Mk. jährlich. Dem Herrn Fürsten zu Jsenburg-Birstein steht das Präsentationsrecht zu diesen Stellen zu. Die mit einem katholischen Lehrer zu besetzende zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Fehlheim, Kreis Bensheim, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk.
— Wetterausfichten. Nach Falb soll vom 3. September ab wieder eine Zunahme der Niederschläge merklich werden und ebenso in schwächerem Grad um den 12. September. Im Ganzen soll der September besseres Wetter bringen.
— Beleuchtet Hausflure und Treppen! Bei der jetzt schon ziemlich früh eintretenden Dunkelheit machen wir darauf aufmerksam, daß jeder Hausbesitzer verpflichtet ist, mit Eintritt der Dämmerung für hinreichende Beleuchtung der Hausflure und Treppen zu sorgen, widrigenfalls er sich bei vorkommenden Unglücksfällen nicht nur der Uebertretung des Gesetzes schuldig macht, sondern zur vollen Tragung der aus dem Unfall entstehenden Kosten verpflichtet werden kann.
— Zu Ober-Ingelheim wurde am Donnerstag die Generalversammlung des Landesgewerbe-Vereins abge-
des Alten scheint zu sein, daß ihnen der Sohn nächstens ein Crokodil oder wenigstens einen jungen Cannibalen ins Haus schickt. Für beides dürste da freilich kaum das richtige Klima sein. Ich weiß aber etwas Besseres: im nächsten Frühjahr ist der erste große Erholungs-Urlaub für den „Jungen", da wird sich in dem freundlichen Lehrerhäuschen ein gar fröhliches Wiedersehen vollziehen, und wenn bei gewissen Gelegenheiten nicht jeder Zeuge zu viel wäre, so möchte ich wohl dabei sein, wenn diese drei glückseligen Optimisten sich wieder zusammenfinden.
Das ist — so schloß Freund Fritz seine Erzählung — meine „Geschichte", wie Ihr es genannt habt. Eine eigentliche „Geschichte" ist es nun wohl nicht, — fehlt ja auch jede Liebesepisode darinAber ich habe doch Einiges daraus gelernt und die Moral davon —"
„Halt!" rief unser Pessimist Ludwig, indem er aussprang und mit einer an ihm ungewohnten Hast die Gläser füllen ließ, „die Moral mußt Du mir überlassen, Fritz! Ich bin doch eigentlich daran Schuld, daß wir Dein liebenswürdiges Trio kennen lernten, und so kommt mir auch das Schlußwort zu, — denn schließen müssen wir für heute, damit wir nicht morgen zu unserem Schaden merken, daß wir doch noch nicht die ganze Unverwüstlichkeit Deiner Freunde im Niederlande besitzen. Ich will aber aus entschuldbarer Schonung für mich selbst nicht einzeln aufzählen, was die Moral von der Geschichte alles enthält, sondern ich fasse das Ganze zusammen: Lasset uns anstoßen auf das Wohl der unheilbaren Optimistenfamilie und Aller, die sich stark genug fühlen, ihr zu gleichen. Die Familie Quöppel lebe hoch!"
halten. Nach Besichtigung der ausgestellten Schülerarbeiten der Handwerkerschulen Rheinhessens und der Landesbaugewerbeschule fand die Hauptversammlung statt. Zu derselben war als Vertreter der Regierung Herr Ministerialrath Emmerling erschienen. Nach Begrüßung der Versammlung durch Herrn Professor Sonne, Präsident der Centralstelle, erstattete Herr Generalsecretär Dr. Hesse Bericht über die Thätigkett des Landesgewerbe - Vereins. Hiernach zählt der Verein 4840 Mitglieder und 39 Handwerkerschulen mit 6420 Schülern. Vorträge wurden in 422 Ortsvereinen gehalten. Herr Professor Albrecht berichtete für die Handwerkerschulcommission. Nächstes Jahr findet die Hauptversammlung in Bad Nauheim statt. Herr Geh. Baurath Professor Sonne, der das Amt des Präsidenten der Centralstelle demnächst niederlegt, verabschiedete sich von der Versammlung. Für seine erfolgreiche Thätigkeit wurde ihm der Dank der Regierung durch Herrn Ministerialrath Emmerling und der Dank der Versammlung, sowie das Bedauern über sein Scheiden öffentlich ausgesprochen.
— „Unter den letzten Militärbesörderungen" — schreibt das „B. T." — „fällt die des Majors v. Scholl, Flügeladjutanten des Kaisers und Commandeur der Leibgendarmerie, zum Oberstlieutenant auf, welche ausdrücklich vom 18. August datiert ist. Wir kommen auf den Vorfall zurück, weil er einerseits von dem guten Gedächtniß des Monarchen und dann von seiner Aufmerksamkeit Zeugniß ablegt. Der heutige Oberstlieutenant v. Scholl stand im Jahre 1870 als Lieutenant Scholl bei dem Hessen-Darmstädtischen Leibdragoner- Regiment. Am 17. und 18. August 1870 wollte es nicht glücken, die Aufstellung des französischen rechten Flügels zu finden, bis Lieutenant Scholl, als Führer einer Patrouille, diesen Flügel gegen 102/2 Uhr bei St. Privat entdeckte. Die Meldung war von großer Tragweite, denn bis dahin hatte Moltke den französischen rechten Flügel bei Montigny la Grande vermuthet und in diesem Sinne den Schlachtbefehl um 10J/2 Uhr Vormittags erlassen. Die Meldung des damaligen Lieutenants Scholl gelangte schnell in die Hände des Prinzen Friedrich Karl, welcher darauf völlig selbstständig den Moltke'schen Schlachtbefehl, soweit er die Umfassung des französischen rechten Flügels betraf, abänderte und von nun ab durch seine Maßnahmen, im Verein mit dem damaligen Kronprinzen von Sachsen, in glücklichster Weise den Anordnungen Moltkes zuvorkam, indem das Garde- und 12. Armeecorps angewiesen wurden, weiter nördlich auszuholen. Da nun die französische Schlachtlinie sich nach der Meldung des Lieutenants Scholl um ein Drittel länger herausstellte, als Moltke sie angenommen hatte, und inzwischen General v. Man- stein den Feind angegriffen, so mißglückte der von Moltke beabsichtigte gleichzeitige Angriff der ersten und zweiten Armee zwar, allein die Bewegungen konnten doch von nun ab mit Sicherheit in die erfolgreichen Bahnen gelenkt werden. Man hat in dieser Darlegung das Motiv der unter dem 18. August dieses Jahres erfolgten Beförderung des Oberstlieutenants v. Scholl. Scholl wurde später geadelt und in das dritte Garde-Ulanen-Regiment nach Potsdam versetzt, wo der damalige Prinz Wilhelm von Preußen als Commandeur des heutigen Leibgarde-Husaren-Regiments ihn kennen und schätzen lernte. Man sah damals diese beiden Offiziere vielfach zusammen reiten, und man erzählt sich, daß die Beiden die „Frühaufsteher" der Garnison Potsdam gewesen seien. Eine der ersten Ernennungen, welche Kaiser Wilhelm II. vollzog, war die des damaligen Rittmeisters v. Scholl zum Flügeladjutanten. Oberstlieutenant v. Scholl gilt als ein sehr ruhiger, gewissenhafter und kenmnißreicher Offizier. Er ist eine schöne, stattliche Erscheinung und gehört zu den ersten Hessen-Darmstädtischen Offizieren, welche vor 1870 zum Reitinstitut in Hannover commandiert wurden, wo er den nom de guerre „der lange Scholl" erhielt.
Schloß Romrod, 1. September. Se. Königliche Hoheit der Groß Herzog, begleitet von Generalmajor Wernher, Major v. Schwarzhoff und Hauptmann Frhr. v. Röder, fuhren heute früh 7 Uhr nach Station Zell, von dort mit der Bahn über Fulda nach Hünfeld, um den Hebungen der von Generalmajor Naglo kommandirten 42. Infanterie-Brigade (Infanterie-Regimenter Nr. 80 und 81) beizuwohnen. Seine Königliche Hoheit werden nach den Hebungen des Nachmittags wieder hierher zurückkehren.
-a- Schotten, 1. September. Am verflossenen Samstag tagte dahier unter dem Vorsitz des Herrn Kreisraths Schönfeld die Gen eralconferenz der Lehrer des Kreises. Um 10 Uhr eröffnete der Vorsitzende die Conferenz und begrüßte mit herzlichen Worten die Versammlung. Aus den hiernach verlesenen statistischen Mittheilungen durch Herrn Kreis- schulinspector Karg entnehmen wir, daß dermalen im Kreise 72 Schulen bestehen, davon sind 51 einklassig, 12 zweiklassig und drei vierklassig. Außerdem befindet sich eine erweiterte Schule zu Schotten und zwei Privatschulen zu Gedern bezw. Laubach. An diesen Schuten wirken 72 Lehrer, wovon 54 definitiv und 18 Schulverwalter sind. Die Zahl der Schulkinder beträgt 4645 und zwar 2321 Knaben und 2324 Mädchen. Der Confession nach befinden sich hierunter 4538 evangelische, 13 katholische, 92 israelitische und 2 anderer Confession. Heber 80 Schüler sind noch in 12 Schulen vorhanden. Schulgeld wird noch in 27 Gemeinden erhoben, in 24 nicht. Fortbildungsschulen bestehen 51, worunter 48 einklassig, im Kreise mit 767 Schülern. Nach Erledigung des geschäftlichen Theils wurde nun in die eigentliche Tagesordnung eingetreten. Als erstes Thema wurde behandelt: „Der Geschichtsunterricht in der Volksschule", Referent Herr- Gerhard von Stumpertenrod. Referent führte aus: a) Zweck und Nutzen der Geschichte (bereichert die Erkenntniß und ist deshalb Lehrerin der Weisheit- sie ist eine strenge, unparteiische Richterin, stärkt dadurch zum Guten und schreckt vom Bösen zurück- sie weckt die edelsten Gefühle für Tugend und Recht, begeistert für alles Hohe und Herrliche, besonders für Religion, Heimath, Fürst und Vaterland), in der Volksschule muß auch die Culturgeschichte gelehrt werden - b) die einzelnen ° Stufen des Geschichts-Unterrichts- c) Hilfsmittel bei dem-


