Ausgabe 
3.6.1891
 
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Politik ihre nach jeder Seite hin selbständige Haltung unter Pflege der alten liberalen Grundsätze zu bewahren. Weiter erklärt die Resolution, es sei aus socialpolitischem Gebiete ein Ruhepunkt durchaus nothwendig, um die im letzten Jahrzehnt geschaffene einschlägige Gesetzgebung practisch durch­führen zu können. Endlich betont die Resolution, daß die nationalliberale Partei auch ferner an dem Grundsätze sest- halte, wirthschaftliche Fragen dürsten politischen Parteien nicht als Grundlage dienen. Deshalb überlasse es die Partei in Fragen der Zoll- und Handelspolitik wie auch speziell hinsichtlich des deutsch-österreichischen Handelsvertrages jedem einzelnen ihrer Mitglieder, nach eigener Ueberzeugnng seine Entscheidung zu treffen. Was den freisinnigen Parteitag in Frankfurt a. M., dem übrigens auch Ver­treter der süddeutschen Volkspartei beiwohnten, anbelangt, so führte auf demselben der Reichstagsabgeordnete Funk den Vorsitz. Hauptredner waren die Herren Dr. Bamberger und Eugen Richter, von denen ersterer die Möglichkeit, ja sogar das Wünschenswerthe eines Zusammengehens der Freisinnigen mit dem linken Flügel der Nationalliberalen aus wahrhaft liberaler Grundlage hervorhob. Sehr zuversichtlich äußerte sich Herr Bamberger hinsichtlich der socialdemokratischen Gefahr, er meinte, die socialdemokratische Partei werde sich zu einer parlamentarischen Partei umgestalten und hiermit die sociale Frage eine friedliche Lösung erfahren. Die ge­faßten -Beschlüsse gipfeln in der Erklärung, daß die freisinnige Partei auch fernerhin an ihren Zielen festhalten werde. Bezüglich der Getreidezölle erklärte sich der freisinnige Partei­tag für eine sofortige Suspendirung derselben.

Neueste Nachrichten.

WolffS telegraphisches Torrespondenz-Bureau.

Berlin, 1. Juni. Das Abgeordnetenhaus nahm in namentlicher Abstimmung mit 206 gegen 99 Stimmen die vom Herrenhause zurückgelangte Landgemeinde­ordnung mit einigen wenig erheblichen Aenderungen an. Morgen 11 Uhr: Sperrgeldervorlage.

Berlin, 1. Juni. Der Colonialrath ist heute Vor­mittag 10 Uhr eröffnet worden und sofort nach Berathung der Geschäftsordnung in die Erörterung der ihm vorgelegten Fragen eingetreten. Von den die Baumwollen-Cultur, die Zulassung fremder Gesellschaften zum Gewerbebetriebe und die Concessionirung einer Eisenbahnlinie in Ostafrika be­treffenden Fragen wurde jede einem besonderen Ausschüsse zur Vorberathung überwiesen. Die Ausschüsse werden morgen zur Berathung zusammentreten, die nächste Plenarsitzung findet am 3. ds. Mts. statt. Voraussichtlich wird auch an diesem Tage der Colonialrath vertagt werden.

Kiel, 1. Juni. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin sind heute Vormittag 8 Uhr eingetroffen und wurden bei der Ankunft von I. K. H. der Prinzessin Heinrich von Preußen, sowie von der Prinzessin Henriette von Schleswig- Holstein begrüßt. Ferner waren Viceadmiral Deinhard und die Contreadmirale Mensing und v. Reiche zum Empfange Ihrer Majestäten anwesend. Die Allerhöchsten Herrschaften begaben sich sofort in das Königliche Schloß. Die im Hasen liegende Flotte salutirte die kaiserliche Standarte.

Kiel, 1. Juni. Se. Majestät der Kaiser besuchte heute Morgen 11 Uhr das Flaggschiff des Manövergeschwaders Baden". Gegen Mittag begaben sich Ihre Majestäten an Bord des AvisoGreif", um der JachtMeteor" entgegen- zusahren. Beim herrlichsten Wetter salutirten die Kriegs­schiffe die kaiserliche Standarte.

Kiel, 1. Juni. Se. Majestät der Kaiser kehrte vor der Seefahrt Nachmittags 4 Uhr an Bord der JachtMeteor" zurück, gefolgt von dem AvisoGreif" und 23 Jachten des kaiserlichen Iachtclubs. Während Ihre Majestät die Kaiserin und Ihre Königl. Hoheit die Prinzessin Heinrich nach der Ankunft ans Land gingen, blieb Se. Majestät der Kaiser bis 5Vz Uhr aus demMeteor" und begab sich alsdann in das Schloß.

Darum sei nur nochmals im Allgemeinen daran erinnert, wie häufig durch ein derartiges Selbstcuriren gerade das Gegen- theil von der beabsichtigten Erhaltung und Stärkung der Gesundheit erreicht wird. Zur Erhaltung seines organischen Wohlbefindens und vielleicht auch zur Beseitigung einzelner Mängel, die sich so oft mit bedingter Gesundheit verbunden vorfinden, braucht man durchaus nicht zu Experimenten zu greisen, welche ohne ärztlichen Beirath für denPatienten" nicht selten bedenkliche Folgen nach sich ziehen, sondern man sollte nur einfach die alte Erfahrung beherzigen, daß eine naturgemäße Lebensweise und diätetisches Verhalten die besten Krankheitsverhüter sind.

Glücklicherweise darf der zuversichtlichen Hoffnung Aus­druck gegeben werden, daß das übertriebene Selbstcuriren und die mißbräuchliche Arzneifucht allmählich aufhören werden, je mehr das Volk einseben lernt, wie falsch oft feine Vorstellungen von Kranksein und Genesung sind und je nachhaltiger die Lehren der organischen Naturwissenschaft in das öffentliche Bewußtsein eindringen. Kein Arzneimittel heilt, das thut die Heilkraft des Organismus selbst und allein, das Mittel hat nur eine Wirkung und zwar nur in verhältnißmäßig seltenen Fällen eine directe. Meist äußert sich die Wirkung der an­gewandten Arzneimittel als eine mittelbare, hervorgegangen aus dem Conflicte der Arznei mit dem Organismus, wodurch Tier letztere zu seiner normalen Thätigkeit zurückgeführt werden kann, indem seine Naturkraft angeregt und geleitet wird. Hieraus dürste wohl jedem Verständigen erhellen, wie bedenk­lich unter Umständen die Anwendung selbst eines sonst als ganzunschuldig" geltenden Hausmittelchens werden kann, wenn der Betreffende nicht versteht, Wirkungen und Folgen deffelbeu genügend zu beurtheilen- darum: Vorsicht und Maß bei allen Selbstcuren, wenn man nicht gleich zu einem Arzte gehen will.

Wien, 1. Juni. Die Ergebnisse der Berathungen der ersten Commission des Weltpostcongrefses über die Revision des Hauptvertrags liegen der Beschlußfassung des Congreßplenums vor. Sie betreffen unter Anderem die Unter­drückung des Rechtes der überseeischen Staaten auf höhere Recommandationsgebühr und gleichmäßige Zuschlagstaxe aller Staaten für Correspondenzen nach überseeischen Ländern. Von einer Aenderung der Seetransitgebühren wurde ab­gesehen, bezüglich Landtranfitgebühren wurde verdeutsche Vorschlag angenommen, wonach ein internationales Bureau untersuchen soll, ob es möglich sei, die Landtransitgebühren durch Ablösung abzuschaffen. Die dritte Commission, deren Vorsitzender Ministerialdirector Sachse (Deutschland) ist, be­ginnt am 3. d. M. die Revision des Postanweisungsüberein­kommens.

Rom, 1. Juni. DemOsservatore Romano" zufolge hat der Papst den Major Wißmann in voriger Woche bei der dem letzteren ertheilten Audienz zum Commendatore des Piusordens ernannt.

London, l.Juni. Die Angestellten der Omnibus- und Pferdebahn-Gesellschaften Londons halten heute Abend eine Versammlung ab, um ihre Forderung betreffs des 12stündigen Arbeitstages zu formuliren. Für diese Woche sind für jeden Abend Versammlungen in Aussicht genommen, um die Angestellten zu organisiren. Ein Comite ist mit der Vorbereitung des Strikes beauftragt, falls sich ein solcher als nothwendig erweisen sollte.

Konstantinopel, 1. Juni. Heute Nacht wurde der Orient- zug bei Tscherkeski von Räubern zur Entgleisung gebracht und überfallen. Die im Zuge befindliche Stangen'fche Reisegesell- schäft, bestehend aus deutschen Reichsangehörigen und einem Engländer, wurde von den Räubern abgeführt, welche ein Löse­geld von 200,000 Franken verlangen, zu deffen Beschaffung der Mitgefangene Banquier Israel (Berlin) freigelaffen werde. Der Botschafter Radowitz erhielt von dem auswärtigen Amte die Weisung, den Betrag unter Wahrung der Regrehpflicht gegen die türkische Regierung vorzuschießen. Einer Gefährdung der Gefangenen ist somit nach Kräften vorgebeugt. In den Händen der Räuber befinden sich Oscar Greger, Banquier Israel (Berlin), der Gutsbesitzer Moquet (Seigelsdorf), Oscar Kotzsch (Zörbig) und der Zugführer Freundinger. Die übrigen Passagiere sind ausgeplündert zurückgeblieben.

Konstantinopel, 1. Juni. Die E n t g l e i s u n g des gestern hier abgegangenen Expreßzuges, den die Stangen'sche Reisegesellschaft benutzte, erfolgte bei Kilom. 116. Locomo- tive, Tender, Gepäckwagen und mehrere Waggons stürzten um. Dreißig Räuber, von einem Griechen geführt, rissen die Schienen auf; Bahnwächter und Passanten wurden, um eine Warnung zu verhindern, festgenommen. Durch den Unfall wurden nur mehrere leichte Verletzungen herbeigeführt. Ein Reisender wurde durch einen Flintenschuß schwer ver­wundet. Zur Empfangnahme des Lösegeldes traf der frei- gelassene Banquier Israel heute Nachmittag 3 Uhr hier ein. Der Botschafter Radowitz that sofort beim Sultan und der hohen Pforte die nötigen Schritte, um in erster Linie das Leben der Gefangenen zu sichern und fand hierbei eifrigstes Entgegenkommen. Israel wird mit dem Löfegeld nach Kirk-Kiliffe, dem von den Briganten zur Empfangnahme deffelbeu bestimmten Orte reifen. Die Räuber sind Griechen und keine Muhamedaner.

Tokio, l.Juni. Der Attentäter des russischen Groß- fürsten-Thronfolgers wurde vom Reichsgericht des Mordver­suchs für schuldig erklärt und zur höchsten Strafe, zu lebens­länglichem Zuchthaus, verurtheilt.

Rio de Janeiro, l.Juni. (Meldung der Bureau Reuter). Der Ministerpräsident Marschall Deodoro Fonseca ist von feiner Krankheit wieder völlig hergestellt.

totales unb provinzielles.

Gießen, 2. Juni.

Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 4. Juni 1891, Nachmittags 4 Uhr :

1. Statistische Ermittelung der landwirthschaftlichen Boden­benutzung und des Ernte-Ertrags im Deutschen Reiche. 2. Beschaffung von Jsolirräumen, hier: Wasserversorgung und Herstellung der Telephonleitung. 3. Museum des Ge­schichtsvereins. 4. Pflasterung eines Uebergangs am Abgang der Krofdorserstraße. 5. Künftige Benennung der sogen. Wodestraße. 6. Erbauung einer Turnhalle bei der Realschule, hier: Vergebung von Arbeiten. 7. Einführung eines neuen Octroi-Reglements für die Provinzialhauptstadt Gießen.

In Steins Garten fand gestern Vormittag die 30. Versammlung des Verbandes der hesfischen landwirthschaft­lichen Genoffenschaften unter Vorsitz des Verbandsvorsitzenden Herrn Kreisrath Haas-Offenbach statt. Als Vertreter der Regierung wohnten Herr Provinzialdirector Frhr. v. G a g e r n, sowie die Herren Regierungsrath I 0 st und Amtmann Nebel den Verhandlungen bei. Die Zahl der die im hessischen landwirthschaftlichen Genofsenschastsverbande vereinigten laud- wirthschaftlichen Consurnvereine, Spar- und Darlehenskassen, Molkereigenossenschaften usw. vertretenden Bevollmächtigten betrug ca. 50, außerdem nahmen an der Versammlung eine große Zahl von Interessenten vorwiegend der Landwirthschaft, mehrere Landwirthschaftslehrer 2c. Theil. Nach der Begrüßung durch Herrn Kreisrath Haas fand eine solche durch Herrn Provinzialdireetor Frhrn. v. G a g e r n statt, welcher conjtatirte, daß sich das landwirthschaftliche Genossenschaftswesen, trotzdem bedauerlicher Weise Vereine entstanden, die dem Verbände nicht angehörten, erfreulicher Weise gehoben habe und dem Wunsche Ausdruck verlieh, daß die Bestrebungen der Ge­nossenschaften und des Verbandes immer mehr Anerkennung finden möchten. Der vom Herrn Verbandsrevisor erstattete Jahresbericht sowohl wie die Rechnungsübersicht des Verbandes boten ein recht erfreuliches Bild genossen­schaftlicher Thätigkeit, trotzdem von dem landwirthschaftlichen Genoffenschaftsverbande, da derselbe erst aus den drei Ver­

bänden der landwirthschaftlichen Consumvereine, der Spar- und Darlehenskassenvereine und der Molkereigenossenschaften bereinigt wurde, nur über eine zehnmonatliche Wirksamkeit berichtet werden konnte. Ein gedruckter, das vorgetragene interessante Zahlenmat^ial enthaltender Rechenschaftsbericht wird den Genossenschaften, deren nunmehr 339 mit über 24 000 Mitgliedern bestehen, noch zugehen. Der Herr Vor­sitzende dankte nach erfolgter Vorlage dieser Berichte allen Denen, die die Sache der Genossenschaft gefördert, insbesondere den Regierungsvertretern, den Landwirthschaftslehrern usw. Aus dem hieraus zur Vorlage gebrachten Ergebnisse der bis jetzt durchgeführten gesetzlichen Revision ist ersichtlich, daß zwar im Allgemeinen die Geschäftsführung der einzelnen Genoffenschaften eine gute ist, in einzelnen Fällen indeß doch in Bezug auf Erfüllung gesetzlich vor­geschriebener Verpflichtungen sich noch Anstände und Mängel ergaben. Die Berathung über den Entwurf einer Geschäftsordnung für die landwirthschaftlichen Genossen­schaften wurde ausgesetzt, da der Entwurf den Genossenschaften zu spät zugegangen und deshalb nicht mehr berathen werden konnte. Der letzte Punkt der Tagesordnung : Sicherung der von den Spar- und Darlehenskassen ge­währten Credite durch Lebensversicherungs­policen, wurde von Herrn Amtmann Dr. B ü chmann behandelt. Herr Dr. Büchmann führte u. A. aus: Ge­nossenschaft und Versicherung seien sich nicht fremd in Hebung und Wahrung wirthfchaftlicher Interessen; doch der Gedanke, daß auch die Lebensversicherung berufen sei, die Sicherung der Genossenschaften zu fördern, fei neu, beide, Versicherung und Genossenschaften hätten sehr viel zur Volks- wohlwahrt beigetragen. Die Sicherheitsleistung bei Darlehen aus Creditinstituten erfolgte seither durch Bürgschaft, Cau- tionsstellung durch Hypotheken und Hinterlegung von Werth- papieren ; die Regel fei die wechselseitige Bürgschaft, bei welcher sich indeß als empfchlenswerth erweise die Buchung der Höhe, bis zu welcher ein Bürge schon Bürgschaft ge­leistet habe. Was die Hinterlegung der Werthpapiere betreffe, so würde darin oft gefehlt, da vielfach unsichere Pa­piere hinterlegt würden- hier empfehle sich besondere Vor­sicht. Die Hypothekensicherung sollte deßwegen ferngehalten werden, weil es sich gegenüber den Genossenschaften um Be­friedigung des Personalcredits, nicht um Realcredit handle- auch Blanco-Credit sei nicht empfehlenswerth. Die Zulassung der Lebensversicherungspolicen als Sicherheitsleistung gegen­über Kreditgenossenschaften sei nicht schwierig- die Kassenvor­stände sollten kein Bedenken tragen, gegen Hinterlegung von Policen Darlehen zu bewilligen, zumal wenn der Hinterlegung Cession der Polieen vorausgehe. Die Zulassung der Policen werde ein Sporn zur Sparsamkeit sein- wenn die Genossen­schaften Policen als Sicherheitsleistung annehmen, dann sei es vielen kleinen Leuten, in deren Interesse doch die Genossen­schaften wirken sollen, möglich, denselben beizutreten, namentlich würde dies den Bauernkreisen zu Gute kommen, die Sparsamkeit fördern, den bäuerlichen Besitz vor Zerstückelung bewahren, kurz die Policen würden eine werthvolle Sicherheit gegenüber allen financiellcn Fährlichkeiten bieten und in wohlverstandenem Interesse der landwirthschaftlichen Bevölkerung die Einführung . der Lebensversicherung fördern und diese den Genossenschaften dienstbar machen. Herr Amtmann Dr. Büchmann stellte nach Darlegung der Grundzüge dieser Neuerung den Antrag: Die Versammlung wolle beschließen, daß die zur Sicherung der von landwirthschaftlichen Genossenschaften gewährten Cre­dite zu hinterlegenden Werthe, wie Hypotheken, Bürgschaft und Werthpapiere auf die Lebensversicherung aus­gedehnt werden. Die Verbandsleitung sei zu ermächtigen, mit einer soliden Lebensversicherungsgesellschaft wegen Abschlusses von Verträgen sich ins Benehmen zu setzen. Nachdem von verschiedenen Seiten Bedenken gegen die Zulassung der Police als Sicherheit für gewährte Credite erhoben, auch die Schwierig­keiten bargelegt worden, die der Einführung der Lebensver­sicherung auf dem Lande entgegenständen, wird der Antrag, der besonders in den anwesenden Landwirthschastslehreren eifrige Befürwortung fand, angenommen. Den Verhandlungen folgte um 2 Uhr ein gemeinsames Mittagsmahl.

-6. Wir machen unsere Leser auf das bei Herrn Otto Hochstätter in der Marktstraße ausgestellte imposante Por­trät des Kaisers Wilhelm II. in prachtvollem Farbenlichtdruck aufmerksam. Das in gewaltigen Dimensionen gehaltene Bild ist eine Reproduction eines im letzten Jahre von dem be­kannten Künstler Koner nach dem Leben gemalten Oel> Porträts Seiner Majestät, wie man sie wahrheitsgetreuer und feiner sich kaum denken kann. Man kann auf der Reproduction sogar ganz genau die Pinselführung des Künstlers verfolgen. Wir erblicken auf dem Bilde, dessen Original von dem Kaiser Sr. Excellenz dem Herrn Generaloberst v. Pape verehrt worden ist, den jugendlichen Monarchen mit einer halben Wendung nach vorn in dem Paradeanzug der Garde-du- Corps. Das Haupt ist unbedeckt und der sprechende Kopf an dem wir besonders die vorzüglich dargestellte Augenpartie hervorheben, dem Beschauer voll zugewendet. Die rechte Hand bat der Kaiser leicht in die Seite gestemmt, während die Linke den adlergekrönten Helm hält. Um den Hals trägt der Monarch den Orden pour le merite, über den Panzer zieht sich das orangegelbe Band des schwarzen Adlerordens. Das Bild ist in seinen colossalen Dimensionen ein prächtiger Wandschmuck für Offizierscasinos, Sitzungssäle und Vereins- locale.

Die Herren Carl Schwaab, Delicatessen-Hand- luiig und Georg Möhl, Metzgermeister dahier, wurden von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog zu Hoflieferanten ernannt.

B. Jagdliches. Die Herren Jäger dürfte es wohl in- tereffiren, welche Jagdhunde hiesiger Besitzer bei der Inter­nationalen Hunde-Ausstellung vom 27.31. Mai in Frank­furt Auszeichnungen erhielten: 1) Treff-Gießen, kurzhaar, deutscher Hund, II. Preis - Besitzer: Ludwig Hoffmann, Gießen. 2) Im Preisschliefen für Dachshunde: Ratzmann'W., I. Preis - Besitzer: Ferd. Windecker, Gießen. 3) Wald-