Ausgabe 
3.4.1891
 
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bogen aus der Holsterbrücke begrüßte Dr. Brehmer als Ver­treter der Bürgerschaft den Kaiser, dem er für den Besuch dankte. Er hob u. A. hervor, von Alters her habe sich bei den Bürgern der freien Stadt Lübeck die Liebe zur Heimath mit unwandelbarer Treue gegen Kaiser und Reich gepaart. Mit der Wiederaufrichtung des Kaiserthrones sei für Lübeck eine Zeit neuen Aufschwungs angebrochen- dankerfüllt schlügen dem Kaiser alle Herzen entgegen, und das Gelübde der Treue erneuernd, bitte er, der Kaiser wolle der alten Stadt feine kaiserliche Huld gnädigst bewahren. Der Kaiser dankte wieder­holt für den ihm bereiteten Empfang.

Wien, 1. April. Heute Vormittag wurde der deutsche Geographentag eröffnet. Zahlreiche Gelehrte, hohe Mi­litärs, der Kriegs-, der Unterrichts- und der Ackerbauminister waren anwesend. Minister v. Gautsch begrüßte die Ver­sammlung Namens der Regierung. Der Direetor der deutschen Seewarte in Hamburg, Geheimrath Neymayer, hielt einen Vortrag über magnetische Vermessungen.

Wien, 1. April. Die Mitglieder des deutschen Geo­graphentages folgten heute Abend einer Einladung nach dem Rathhause, wo der Bürgermeister und dessen Gemahlin die Honneurs machten. Unter den Gästen befand sich auch der Unterrichtsminister Gautsch.

Prag, 1. April. Die strikendeu Maurer verhalten sich im Allgemeinen ruhig. Aus zahlreichen Baustellen wird sortgearbeitet, ebenso aus dem Ausstellungsplatze, theilweise unter polizeilicher Bewachung. Zu einer Nachmittags nach Straschnitz einberusenen Versammlung hatten sich tausend Maurergehilfen eingesunden; sie wurden von der Polizei mühelos zerstreut.

Paris, 1. April. Die französische Delegation des Ber garbeiter-Cong resses bestätigte den Beschluß des Lyoner Congresses, Laur als Delegirten der Bergarbeiter von Rive de Gier nicht anzuerkennen. In der Generalsitzung um 10 Uhr wurde der Antrag des Congreßbureaus, die Reden auf 10 Minuten, die Entwickelung der Amendements auf 5 Minuten zu beschränken, trotz der deutschen und fran­zösischen Opposition angenommen. Bezüglich der Abstimm­ungsart beantragten die Engländer, es solle je eine Stimme für 1000 Arbeiter ertheilt werden. Juisseau befürwortet die Berücksichtigung der deutschen Wünsche. Der deutsche Dele- girte Siegel sprach gegen den englichen Antrag - der Mäch­tigere dürfe dem Andern seinen Willen nicht dictiren. Er beschwor die Engländer, ihren Antrag zurückzuziehen, damit der Congreß an nützliche Arbeiten herantreten könne. Basly und der Belgier Callewaert sprachen sich in demselben Sinne aus. Hierauf wollte der Belgier Desuet das Wort nehmen. Der Vorsitzende Pieard handhabte lebhaft die Präsidenten­glocke, Basly wand ihm die Glocke aus den Händen, worauf Picard, sichtlich unzufrieden, den Präsidentenplatz verließ. Von den Gallerien wurde Zischen gehört. Als die Ruhe wieder hergestellt war, nahm Picard wieder seinen Platz ein und die Discufsion wurde fortgesetzt. Schließlich wurde die Be- rathung auf morgen vertagt.

Loudon, 1. April. Nach den gegenwärtigen Bestimmungen kehrt die Kaiserin Friedrich am 8. April nach Deutsch­land zurück.

Kopenhagen, 1. April. Der Reichstag ist heute ge­schlossen worden, ohne daß die beiden Thinge sich über ein Budget verständigt hätten. Der König erließ heute ein pro­visorisches Finanzgesetz, das die Regierung ermächtigt, die bestehenden Steuern und Auslagen fortzuerheben und die noth- wendigen Ausgaben innerhalb der Beträge der Finanzgesetz- vorlage zu bestreiten.

Rom, 1. April. Der Papst ertheilte heute Vormittag um 11 Uhr dem russischen Unterhändler Iswolsky Audienz. Hierauf empfing der Papst in besonderer Audienz den Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin mit Gemahlin und die Prinzessin Elisabeth von Sachfen-Weimar. Das Befinden des Papstes ist sehr befriedigend.

Turin, 1. April. Gestern Abend waren die Familien­angehörigen des Prinzen Jerome Napoleon in Mon - calieri versammelt und erkannten den Prinzen Victor als ihr Haupt an. Das Testament Jeromes soll nach einer Verständigung mit den Testamentsvollstreckern veröffentlicht werden. Die Erben begeben sich deßhalb nach Gens und Prangins. Prinz Louis erhielt vom Kaiser Alexander einen Urlaub von zwei Monaten und nimmt dann wieder seinen Dienst aus.

Neapel, 1. April. Der deutsche Generalconsul Beer ist heute Nacht hier gestorben.

Flüelen, 1. April. Durch eine Staublawine sind in der vergangenen Nacht in Bristen etwa zwölf Häuser und Ställe zerstört worden.

Belgrad, 1. April. Die Skupschtina genehmigte die vom Kriegsminister für die Ausrüstung des Heeres beanspruchte Anleihe im Betrage von 10 Millionen und nahm ferner­hin Ergänzungsbestimmungen zu dem neuen Gesetz über die Capitalumsatzsteuer in erster Lesung an.

Sofia, 1. April. Die Untersuchung betreffs des Attentats wird eifrig fortgesetzt - über das Ergebniß ver­lautbarte nichts. Täglich werden neue Verhaftungen vor­genommen, doch wurden auch einige der früher verhafteten Personen freigelassen.

Lissabon, 1. April. Das amtliche Blatt veröffentlicht ein Decret, betreffend die Wiedereröffnung der Cortes aus den 2. Mai.

Newyork, 1. April. Nach Meldungen aus Pittsbnrg sind Verhandlungen eingeleitet worden zwischen den Besitzern der Steinkohlengruben und den Arbeitern, um eine Verein­barung zur Beendigung des Ausstandes herbeizuführen.

Pittsbnrg, 1. April. Der Arbeiterverband ordnete en, daß der allgemeine Strike der Bergleute anstatt am 1. Mai schon heute beginnen soll, um den A u s st ä n d i s ch e n ber Cokesgegend zu helfen.

Locales rin- Krovis-zieLles.

Gieße«, 2. April.

Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Aller- gnädigst geruht, unter dem gestrigen Tage zu verleihen:

1) dem Rector der Landes-Universität Professor Dr. Johannes Gottschick das Comthurkreuz 2. Klasse des Ver­dienstordens Philipps des Großmüthigen-

2) dem Geheimen Hosrath Professor Dr. Wilhelm Ouckeu, sowie dem Professor Dr. Albrecht Thaer das Ritterkreuz 1. Klasse des genannten Ordens mit der Krone -

3) dem Professor Dr. Schmidt, dem Professor Dr. Konrad Cosack, dem Professor Dr. Georg Gassky und dem Professor Dr. Otto Behaghel das Ritterkreuz 1. Klasse des vorgenannten Ordens.

Der Turnrath des Märkischen Turngaues erläßt folgenden Ausruf:

Im Herzen Gott, voll Muth die Brust, Voll Kraft ein jedes Glied!

Zum Guten rege Lieb und Lust, Im Mund ein deutsches Lied.

So heißt es in einem alten Turnerliede und treffender kann in so kurzen Worten die hohe körperliche und sittliche Ausgabe des TurnwesenS nicht ausgedrückt werden. Mehr als eine Viertelmillion Deutscher erstreben als Mitglieder des mächtigen Verbandes der deutschen Turnerschaft in Beherzigung des unumstößlich richtigen WahrspruchsNur in einem ge­sunden Körper kann eine gesunde Seele wohnen" die Aus­bildung und Kräftigung ihres Körpers, des Tempels der Seele und des Geistes, und viele Tausende, vorher an ihrem Zustande der körperlichen und geistigen Ermattung Ver- zweiselnde, preisen die Turnerei als Retterin und Erhalterin ihres Daseins. Nur Gleichgiltigkeit, körperliche Trägheit und religiöses Vorurtheil sind noch des Turnens Feinde.

Laßt fahren die Gleichgiltigkeit, wenn es gilt, für den Kamps des Lebens den Leib gesund und stark zu machen und zu erhalten; fort mit der Trägheit und Bequemlichkeit, damit sie nicht auch das Herz und dte Sinne anstecken; hinweg mit allen religiösen, politischen und Standesvorurtheilen, denn die Turnerei beschränkt keinen in der Ausübung seiner Pflichten und in seinen Gedanken.

Wie der Mensch das Wiedererwachen der Natur freudig begrüßt, das Herz sich dehnt und hinaus sehnt nach Wald und Feld, so sollte bei dem lebhaften Wunsche, die wunder­volle Wiederkehr des Frühlings noch recht oft genießen zu dürfen, ein jeder vor Allem die wichtigste Vorbedingung zur Erfüllung dieses Wunsches, die Pflege seines Körpers, seiner Gesundheit als seine wichtigste Lebensaufgabe betrachten.

Und so rufen wir Euch zu:Tretet ein in unsere Reihen, die Ihr bis jetzt der Turnsache gleichgiltig oder mit falschen Begriffen gegenüber standet, kommt auf unsere Turn­plätze, übet und stählet Eure Kräfte in edlem Wetteifer mit Gleichgesinnten, bleibt jung mit der Jugend und der sichere Lohn, der Euch winkt, ist ein gesunder Körper und ein frisches, fröhliches Herz.

Und vor Allem, Ihr Eltern, Vormünder und Lehr­meister, die Ihr Eure Kinder und Anbefohlenen zu braven Menschen erziehen wollt, vergeßt es nicht, daß die Gesundheit des Menschen höchstes Gut ist. Schickt Eure der Schule ent­wachsenen Knaben, die in den Jahren der Entwickelung der größten körperlichen Pflege bedürfen, in die Jugendabtheilungen der Turnvereine, wo sie unter strenger Zucht und Sitte an Gesetz und Ordnung sich gewöhnen, wo ihnen aus dem Turn­plätze und im Spiel in Wald und Feld das Gefühl für Mannestugend und Wahrhaftigkeit erblüht, Selbstvertrauen, Muth und Entschlossenheit erweckt und der jugendliche Sinn erhalten bleibt, vor Allem aber in leiblicher Hebung die Ent­wickelung des Körpers mit der des Geistes gleichen Schritt halten kann. Und geb: Ihr Euren Kindern und Anbefohlenen in gewissenhafter Erfüllung Eurer erziehlichen Pflichten einen gesunden Körper mit auf den Lebensweg, sie werden es Euch sicher mehr danken, als wenn Ihr sie mit Geld und Gut bei krankem Körper und kranker Seele dem Kampfe um das Da­sein preisgebt. Darum:Auf zürn Turnen!"

Friedberg, 31. März. Heute sand in der Burgkirche die Entlassungsfeierlichkeit für die abgehenden zehn Candidateu des Predigerseminars statt, wobei Director Dr. Diegel herzliche Worte der Ermahnung an die Scheidenden richtete. Auch Professor Dr. Köstlin sprach bewegte Worte zu den Abgehenden, indem er zugleich selber Abschied von den Candidateu und der seitherigen Stätte seines Wirkens nahm. Seitens der Candidateu sprach Candidat Dieffenbach. An­schließend an diese kirchliche Feier sand sodann im Hotel Trapp ein Abschiedsessen statt, an dem sich etwa 150 Personen betheiligten, da es zugleich galt, Abschied zu nehmen von dem so sehr verehrten Psarrer Prosessor Dr. Köstlin, der als Mitglied in das Oberconsistorium berufen wurde.

Schotten, 30. März. Einem Ausschreiben des Vorstandes des Gesammtvereins des Vogelsberger Höhen-Club entnehmen wir Folgendes: Die diesjährige Hauptversamm­lung ist auf Pfingstdonnerstag, 21. Mai, in Lauterbach festgesetzt. Die Wirthschast im Clubhause auf dem Hohervds- kops ist wiederum und zwar diesmal auf zwei Jahre dem seitherigen Clubwirthe Johs. Stein V. übertragen worden und wird dieselbe'voraussichtlich Samstag, den 18. April, er­öffnet werden. Das Clubhaus hat sehr gut überwintert, im Innern ist alles im besten Zustande, und werden in Kürze sämmtliche Fenster mit Vorhängen versehen. Die Reparatur des alten Aussichtsgerüstes auf dem Taufstein ist aus den Mitteln des Thurmbaufonds nach Weisung der vorigjährigen Hauptversammlung oorgenommen worden. Inzwischen ist von der trigonometrischen Abtheilung des großen Generalstabs' die Genehmigung zur Anlage von Treppen am neuen trigon. Signal eingetroffen. Nach Beschluß der vorigjährigen Haupt­versammlung richtete der Vorstand an die Direction der Ober- hessischen Eisenbahnen das Ersuchen, daß die Rückfahrkarten der drei oberhessischen Nebenbahnen, einerlei auf welcher Linie sie gelöst wurden, zur Rückfahrt aus jeder der drei Linien

berechtigen sollten. Diesem Ersuchen wurde nicht stattgegeben. Hieraus richtete der Vorstand an die Direction ein Gesuch um Einführung von Rundsahrkarten 3. Klasse zu ermäßigten Preisen mit mindestens 3tägiger Giltigkeit für 19 angegebene Touren. Der Bescheid auf diese Eingabe war ein wesentlich günstigerer, indem für die wichtigsten 8 Routen diese Ein­richtung für den nächsten Sommersahrplan zugesagt wurde unter der Voraussetzung, daß die in der Schwebe befindliche Tarifreform nicht vorher eintreten sollte. Es würden also mit Beginn des Sommerfahrplans Rundfahrkarten ausgegeben werden für folgende Touren: 1) Gelnhausen, Büdingen, Stockheim, Ortenberg, Hirzenhain, GedernSchotten, Nidda, Gelnhausen- 2) Gelnhausen, Büdingen, Stockheim, Gedern Mücke, Gießen- 3) Gießen, Lich, Hungen, LaubachGrün­berg, Gießen,- 4) Gießen, Lich, Hungen, LaubachGedern, Hirzenhain, Stockheim, Gießen; 5) Gießen, Grünberg, Mücke Schotten, Nidda, Hungen, Lich, Gießen; 6) Gießen, Grim­berg, MückeGedern, Hirzenhain, Stockheim, Gießen- 7) Gießen, LauterbachSchotten, Nidda, Gießen- 8) Gießen, LauterbachGedern, Hirzenhain, Stockheim, Gießen. Unter Berücksichtigung dieser Einrichtung hat der Schriftführer 15 zwei- und dreitägige Vogelsberg-Touren ausgearbeitet, die­selben werden in dem von der Verkehrscommission des Tau­nusclub neuausgelegten Taschenbuch für Frankfurter Touristen veröffentlicht, und ist ihnen ein Verzeichniß der einschlägigen Gasthäuser und Wirthschaften beigefügt u. f. w. Die Anfänge zu einem Vogelsberger Herbarium und einer Mineralien­sammlung sind gemacht - es wird gebeten, durch Zuwendungen dieselben reichhaltiger zu gestalten.

Hohes Aller. In Igels hausen (bei Glashütten) starb am 19. Juni 1823 der Taglöhner und Bergmann Heinrich Schwab in einem Alter von 103 Jahren, 2 Monaten und 12 Tagen. Er war am 7. April 1720 in Bindsachfen geboren. In seinen ledigen Jahren diente er als Knecht sehr lange auf der Krötenburgsmühle bei Nidda und zu Eichelsdors. Er war von starkem Körperbau und trug noch in seinem 84. Jahre auf jeder Schulter einen Sack voll Kartoffeln, ein Gewicht von 240 Pfund. Seine Lebensart war rauh- selten er warme Speise, sondern meistens saure Milch und trank stark Branntwein, ohne jedoch betrunken zu werden. Seinen Verstand behielt er bis zum Todestage. Au diesem ging er noch des Morgens umher, rauchte Tabak, legte sich dann um 11 Uhr des Vormittags zum Schlafen nieder und erwachte nicht wieder. Am 22. Juni wurde er in Gegen­wart einer Menge Menschen und des Kirchspiels und der Gegend auf dem Kirchhof zu Unterlais beerdigt und zeigt ein Denkstein die Stätte, wo er ruht. Sein Vater war 92 und feines Vaters Bruder 98 Jahre alt geworden.

-dt. Neu . Ulrichstein, 1. April. Monatsbericht der Ar beite r-Colonie pro März 1891. Ende März 1891 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 97 Mann. Dieselben vertheilen sich auf das Groß- herzogthum Hessen 34, Königreich Preußen: Provinz Branden­burg 2, Provinz Hannover 3, Provinz Hessen-Cassel 8, Provinz Hessen - Nassau 10 , Provinz Posen 1 , Provinz Pommern 1, Provinz Ostpreußen 1, Provinz Rheinlande 7, Provinz Sachsen 5, Provinz Schlesien 4, Provinz Westfalen 3. Königreich Bayern 8 - Königreich Württemberg 4. Groß- herzogthum Mecklenburg 1 - Herzogthum Lauenburg 1 - thüringische Staaten 3. Ausland: Ungarn 1.

Hiervon waren: Arbeiter 38, Anstreicher 1, Bäcker 5, Brauer 2, Buchbinder 1, Buchdrucker 2, Cigarrenmacher 2, Conditor 1, Former 3, Gärtner 1 , Glaser 1, Handschuh­macher 1, Kaufleute 5, Kellner 1, Kesselschmied 1, Maschinen­bauer 1 , Maschinenschlosser 1, Metzger 2 , Mechaniker 1, Sattler 1, Schneider 4, Schuhmacher 6, Schreiber 2, Stell­macher 1, Steinmetz 1, Tüncher 1, Ziegler 3, Zimmerleute,1, Maurer 5, Koch 1, Klempner 1.

Im Monat März wurden entlassen 36, und zwar in Arbeit durch die Colonie 2, auf eigenen Wunsch 30- in die Familie zurück 1, durch eigenes Bemühen 2, auf Re­quisition der Behörde 1.

Verpflegungstage im März 1891 : 3346. Gearbeitet wurde an 2378 Tagen, hierunter 165 Tage für fremde Rechnung.

Seit Bestehen der Colonie sind ausgenommen worden 1685 Mann, dagegen abgegangen 1588; bleibt Bestand 97 Mann.

8 Ulrichstein, 1. April. Das ist kein Nachwinter, das ist der Winter in feiner vollen Macht, wie er hier auftritt in unserem Gebirge. Fußhoch bedeckt der Schnee Flur und Feld, ja in den Hohlwegen thürmt er sich meterhoch auf und hindert die Passage. Bereits gestern zogen Schneefchipper hinaus, um den Schnee von den Straßen zu schippen. Die Post fährt feit dem zweiten Ostertag auf Schlitten - auch sonst tönt das Schellengeläute der Schlitten und Fuhrwerke. Dazu herrscht Nachts eine empfindliche Kälte - heute Morgen zeigte das Thermometer5° R. Für­wahr hier gilt die Parodie des Geibel'schen Frühlingstrosts: Und dräut der Frühling noch so sehr, es muß doch Winter bleiben."

Erledigte Stellen für Milit'äranwärter im Bezirk der Großh. Hess. (25.) Division. ' Darmstadt, Großh. Ober­staatsauwaltschaft Darmstadt, Gefangenwärter am Gesängniß Darmstadt, auf Widerruf, eine baare Remuneration von 1000 Mk. jährlich. Darmstadt. Gamifonbaubeamter Darm­stadt, Bauschreiber, auf Kündigung, 90 Mk. Remuneration monatlich. Daselbst, Baubote, auf Kündigung, 2.50 Mk. täglich. Direction der Main-Neckar-Bahn, drei Schaffner, auf Widerruf, Gehalt im Höchstbetrage von je 1150 Mk. pro Jahr, freie Dienstkleidung und gesetzliche Fahrgcbühreu.

Kleine Mittheilungen aus dem Großherzogthum Hessen. Aus Mainz wird berichtet, daß um die demnächst daselbst zu besetzenden zwölf neuen Schulstellen außerordentlich viele Gesuche einlaufen. Besonders seien es gering besoldete Lehrer und Lehrerinnenvom Lande", welche sich nach einer besseren.