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Der Pariser Markt liegt in der That außerordentlich schwach. Zu Spaniern, die seit Wochen scharf zurückgehen und an denen derselbe ein hervorragendes Interesse hat, sind nun Italiener getreten, die jene an Bedeutung noch überragen und bei beiden gründet sich der Rückgang auf die weichenden Wechselkurse Wenn in Paris spanische Wechsel mit 12%, italienische mit 2 /2% Verlust ausgeboten werden, so sind das in der That Denn Course, die seit der Einführung der Goldwährung in den betreffenden Ländern nicht gesehen wurden, und es ist klar, daß dieselben die mißliche Finanzlage der Staaten noch weiter belasten müssen, aber die Ursachen, welche eine derartige Bewegung des Wechselcomses bewirken, sind wcnig- st-ns für Italien nicht erkenntlich und es bleibt somit noch di: Hoffnung, daß die Erscheinung nur eine vorübergehende ist. Aber hier liegt auch nicht der schwächste Punkt der Pariser Börse, dieser findet sich vielmehr im Russenmarkt und von hier aus geht di? Beunruhigung, die am meisten auf die Böcsin wirkt.
Der Freudenjubel über den Erfolg der Emission war stark verfrüht, denn der heutige Cours der Obligationen bedeutet nahezu 3% 23erlüft. Das wäre nicht möglich, wenn thatsächlich das Prioatcapital in solchem Umfang als Zeichner erschienen wäre, als man se.ih^r verbreitet hat. Aber es ist müssig heute darüber n-rchzuMgUn, cut welche Ursachen der ichnelle Rückgang zurückzuführen ist; man muß mir der Thalsache des gcwichemn Conrses rechnen und diese wird natürlich dahin wirken, daß der Rest der unbegebenen Obligationen außerordentlich schwer unterzubrmgcn se n wird, sie wird auch v ole Leute aus dem kaum erworbenen Besitz be-ausscheuch n und so weitere Rückgänge verursachen, sodaß zu den bisher erlittenen Verlusten neue hinzutteien. Und diese sind schon fitzt nicht gering. Man muß sich vergegenwärtigen, daß namentsich die Orientanlechen zu Coursen nach Frank!eich gcwar-dert sind, die 10% und mehr über Dm heutigen standen, und daß dieser Veilust fast ausschließlich die dortigen Börsen trifft, denn in das Capitalisten- publikum Hot die Orientanletbe nie Eingang gefunden. Die Coursentwicklung ber selben hängt völlig ab dok btr der russischen Valuta, und diese ist überaus merkwürdig.
“Die Mißernte in den einzelnen Gouvernements Rußlands, die Ausfuhrverbote, die verniehrte Notenausgabe im Inland, das Alles mußte auf eine Verschlechterung der Valuta hinwnken. Seitdem aber hie neue Anleihe untergebiacht und dadurch die Zablungäbilanz Rußlands plötzlich um 400 Millionen Flanken verbessert wurde, sollte füglich der künstlich erzeugte Rimessenbedarf der fortschreitenden Valutaenlwick.'uNg Einhalt gebieten, aber nichts destoweniger geht der Rubel- cours in Sprüngen abwärts.
Der Finanmüntster Hut die Geldinstitute des Reiches ersucht, die ausländische Contremine nicht durch Noteusendungen zu unterstützen und hak damic auch erreicht, daß der Deport auf 3—3.50 gesprungen ist, er hat auch erreicht, daß der Cours vorübe-mhend bis auf 215 stieg, aber heute schließen die Noten trotz des obigen Deports mit 206 und was die nächsten Tage bringen werden, vermag Niemand zu enthüllen.
Dcr Rückgang der Lombarden begann bereits am Samstag der vergangnen /'och-. Dre Actien standen am Freitag 92, am folgenden Tag war der Cours 89, bis Dom.erstag waren sie auf 77 gefallen. Als vor einigen Wochen die erste Nachricht einer Verstaatlichung auftauchte, da wurde sie mit einer Hausse begrüßt, die Aussichten aber, welche die ersten thatsächlichen Bei Handlungen der Gesellschaft eröffnen, scizziren sich in obiger Coursbewegung. Es handelt sich übrigens nicht um eine Verstaatlichung, sondern nur um eine Verpachtung, in die zu willigen im freien Ermessen der Acttonäre steht, aber die Pachtsumme, welche der Staat glaubt bieten zu können, scheint eine so gelinge zu sein, daß für die Actien kein irgendwie ausreichender Ueberschuß verbleiben würde. Daß ein solches Gebot keinerlei Aussicht auf Annahme hat, formte sich die Regierung selbst sagen, gerade deßhalb aber verdient ihr Vorgehen die schärfste Kritik.
Ein Staat, der etwas auf feine Würde hält, sollte sich nicht so wert erniedrigen, daß er auf so kleinliche Joböerkniffe zurückgreift und um feilschen zu können, einen Preis bietet, von dem er genau weiß, daß er unannehmbar ist. Erfolgt aber dieses niedrige Gebot mit der Absicht, die Act,onäre einzuschüchtern, so daß sie bei einer geringen Airfoesserung desselben willig eii schlagen, so ist eine solche Polit k an sich so unmoraUsch, dag daraufhin die Anknüpfung von Unterhandlungen überhaupt ab- gelehnt werden müßte. Thatsächlich hat die Verwaltung auch die Unterhandlungen abgedrochen und die Regierung selbst scheint vor dem Entiüstungssturm, der sich allseitig e,hoben £at, zurückzuweichen. Der Cours der Act>e aber hat sich nur um wenige Gulden gehoben unb die Börse selbst bleibt schwach auf allen Gebieten. Die Liquidation ist somit zu Ende gegangen, ohne daß ihr Einfluß auf die Course bemerkt wurde. Die Deportsätze blieben im vollen Umfang bestehen, Geld wurde täglich billiger und die Course fielen um Procente. Mit dieser widerspruchsvollen und hö ost unbehaglichen Situation gehen wir in den neuen Monat hinüber.
Das widerstandsfähigste Gebiet scheinen noch die deutschen Bankactien zu sein, denn deren Course erscheinen im Verhältniß zu den großen Schwankungen der anderen
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behauptet, aber auch bei diesen liegt zwischen den Vergleichscoursen eine Schwankung, Bode»üeimer die 4% umfaßt. Rordost schließen bei einer kleinen Erholung von 1% mit 3%, Central mit 2% Verlust. I Aorffer
Auch im Montanmarkt hat für einzelne Werthe wenigstens eine Erholung Platz greifen können, aber auch hier bleiben die Verluste groß. Reben Bochumer mit 6% Verlust sind namentlich Kohlenactien stark gedrückt und zwar Hibernia um 4,50%, Gelsenkirchener um 3%, Harpener um 2,50% und Riebeck um 4,50%. Laurahütte sind bei 30/0 Verlust wieder 2% über dem niedrigsten Wochencours.
Deutsche Fonds haben sich annähernd behauptet. Italiener aber fielen 1% und haben nur Weniges davon einholen können. Orient sind 2%, Goldruffen 1% schwächer und österreichisch-ungarische Renten, Griechen und Türken sind gleichfalls niedriger.
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