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so daß Ende 1889 ein Kassenoorrath verblieb von
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Verein zur Unterstützung und Besserung der aus den Strafanstalten Entlassenen.
Die 26. ordentliche Generalversammlung des Vereins zur Unterstützung und Besserung der aus den Strafanstalten Entlassenen fand am 22. October l. I. in Gießen unter dem Vorsitze des Oberlandesgerichtsraths Freiherrn v. Ricou statt. An diesem Tage waren zugleich 50 Jahre verflossen, seit der Verein in Folge Allerbester Genehmigung der Statuten durch weiland Se. Königl. Hoheit Großberzog Ludwig II. in das Leben gerufen worden war.
Rach der Begrüßungsansprache erstattete der Präsident zunächst den Hau ptrech en sch astsbe richt über die Vereinsthätigkett in der abgeschlossenen Periode von 1888 und 1889, der in Betracht der Schwierigkeiten undVoruriheile, welchen die wohlthätigen Bestrebungen des Vereins oteliach begegnen, im Ganzen ein recht erfreuliches Bild der fortschreitenden Wirksamkeit desselben gewährt. Man darf hiernach mit Genugthuung^ auf die zurückgelegte und mit begründeter Hoffnung auf die vorwärts liegende Zett des Vereins blicken. Zur Erläuterung und Begründung des Berichtes wurden die abgeschlossenen Rechnungen für 1888 und 1889 nebst Belegen, die vom Vereins- auSschug berathenen Voranschläge über die Einnahmen und Aus^ gaben für die Jahre 1892 und 1893, die Uebersicht über den Stand ces VereinSoermögens rc. vorgelegt.
, dem umfangreichen Material beschränken wir unS auf die Hervorhebung folgender Punkte:
wie des deutsch-österreichischen Handelswerden würde.
ist wenig Bcmcrkcnswerthes zu berichten, besitzt die große Rede, in welcher vor
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Univerfitäts - Nachrichten.
» , .71 Der ordentliche Professor in der medictnischen Facultät der Friedrich-Wtlhelms-Universttät zu Berlin vr. Rubner wurde zum ordentlichen Mitglieds der wissenschaftlichen Deputation für das Me- dicinalwesen auf die Dauer von fünf Jahren ernannt.
- 7-^eue Universitäts-Bibliothek in Leipzig. Man n mVom 28. ds. aus Leipzig: Die neue Uni
versitäts-Bibliothek ein Prachtbau, der, in italienischem Renaissancestil gehalten, in der Nähe des neuen Concerthauses dicht neben dem Bauplatze des Reichsgerichts in der Beethovenftraße errichtet worden ist, wurde am letzten Sonntag im Beisein des sächsischen Cultus- mintsters o. Gerber feierlichst eröffnet. Bei der glanzvollen inneren Einrichtung hat man sich in erster Linie die neuen großen Btblto- tbeten zu Wien und Paris zum Vorbild genommen. Der Bauplan zu dem prächtigen Gebäude, welches mit einem Kostenaufwande von runb 3 Millionen Mark errichtet worden ist, rührt von dem htestgm Archttecten Baurath A. Roßbach her.
fcv ».U .Leipzig wird berichtet: Vor der juristischen Facultät
der hiesigen Universität hat heute der Prinz Max zu Sachsen, ein Sohn des Prinzen Georg, sein Doctorexamen abgelegt. Prinz Max vollendet in nächster Zeit sein 21. Lebensjahr. 8
politische Wochenschau.
Gießen, 31. October 1891.
In Ermangelung anderweitiger Stoffe beschäftigte sich die politische Presse auch in der vergangenen Woche noch mit dem Verlauf und den Ergebnissen des Erfurter Parteitages der socialistischen Partei. Wir haben an dieser Stelle bereits zwei Mal die Gelegenheit wahrgenommen, unsere Leser über die gegenwärtige Haltung der genannten Partei zu informiren, zuerst bei dem Erscheinen des neuen Programm-Entwurfes vor einigen Wochen und letzthin anläßlich des Parteitages. Desgleichen haben wir zur Zeit die nöthigen Mittheilungen über den häuslichen Zwist innerhalb der Socialdemokratie gemacht, so daß wir aus unsere früheren Betrachtungen Hinweisen können. In Ergänzung unserer letzten Ausführungen bemerken wir nur noch, daß man sehr in die Irre gehen würde, wollte man glauben, daß der Riß, welcher schon seit geraumer Zeit zwischen dem Abgeordneten v. Vollmar und dem Gros der Partei aufklafft, durch die Beschlüsse des Erfurter Parteitages mehr als eben nothdürftig „verkleistert" sei. In Wahrheit haben dieses Mal die Herren Liebknecht, Bebel, Auer und Singer sich nach dem Ausscheiden der sogenannten Jungen ihrer Sache nicht mehr hinreichend sicher gesühlt und darum v. Vollmar gegenüber eine Nachgiebigkeit gezeigt, die sie ein zweites Mal walten zu lassen wohl schwerlich sich werden entschließen können. Im Mittelpunkt des betreffenden Streites stand bekanntlich das Amendement des Delegirten Oertel, das v. Vollmar verhindern sollte, der vorgeschlagenen Resolution zuzustimmen, ohne auch die von dem Parteitag angesührten Motive zu billigen. Liebknecht erklärte geradezu, daß er selbst zu den „Jungen" übergehen werde, wenn der Oertel'sche Zusatzantrag abgelehnt würde. Bebel forderte noch in letzter Stunde die Delegirten auf, „ehrlich mit Ja oder Nein" über Oertels Clausel abzustimmen, da der Standpunkt der Partei nicht verdunkelt werden dürfe. Trotz alledem sah man sich auf Seiten der Gegner v. Vollmars nach einigen zündenden Reden des letzteren gezwungen, das bezeichnete Amendement zurückzuziehen und eine sogenannte motivirte Tagesordnung annehmen zu lassen, welche im Grunde genommen nichts aussprach, als was v. Vollmar von vorne- herein gut geheißen hatte. Wie tief aber bereits im Augenblick der Zwist in die sociatistische Partei hineinschneidet, ging deutlichst aus den mancherlei persönlichen Befehdungen hervor, die selbst Mitglieder der Reichstagsfraction gegen sich zu richten kein Bedenken trugen. So bezeichnete Bebel v. Vollmar wörtlich als „Satten", der bei seinen augenblicklichen angenehmen Lebensverhältnissen Zeit habe, auf den Zukunstsstaat zu warten. Auf der anderen Sette spottete v. Vollmar über Diejenigen, welche mit Prophezeiungen über das tausendjährige Reich spielten. Das sei weniger die Sache ernster, mit den realen Verhältnissen rechnender Politiker, als diejenige „verzückter Ekstatiker". Nun aber hatte Bebel selber deutlich durchblicken lassen, daß er das Eintreten der socialistischen Weltordnung in nicht allzuferner Zeit erwarte. Mau kann sich leicht aus- malcn, daß trotz der formellen Einigkeit, welche durch die Annahme der erwähnten Tagesordnung erzielt wurde, in Wahrheit die Gegensätze innerhalb der Parte: sich in Folge der Erfurter Debatten noch verschärft haben und spätestens aus dem nächstjährigen Parteitage zu Berlin einen noch viel drastischeren Ausdruck als diesmal finden werden. — Die
Grünberg, 28. October. Die schon seit längerer Zeit schwebende Wasserlettungsfrage scheint nunmehr ihrer Lösung um einen Schritt näher gekommen zu sein. Ein Ingenieur aus Karlsruhe, der mit der Anfertigung der Pläne betraut worden war, hat dieselben einer am vergangenen Sonntag im Gasthaus „Zum wilden Mann" tagenden Versammlung zur Begutachtung vorgelegt. Auch soll dieser Fachmann die s. Zt. von dem hiesigen Stadtvorstande geforderte Erklärung, jede Garantie für das Gelingen der hier mit besonderen Schwierigkeiten verbundenen Anlage zu übernehmen, abgegeben haben. Ob sich infolge dessen die Vertreter unserer Stadt zum endgiltigen Abschluß eines Vertrages entschließen werden, bleibt abzuwarten. Sehr zu wünschen wäre es, wenn sich die Bewohner Grünbergs recht bald der Annehmlichkeiten einer Wasserleitung erfreuen könnten. (D. Ztg.)
Stangenrod, 29. October. Seit dem vergangenen Dienstag wurde der 17jährige geistesgestörte Sch. von hier vermißt. Nach langem Suchen sand man nun gestern den Unglücklichen als Leiche in einem der Ziehbrunnen des Orts. Noch an demselben Tage begaben sich verschiedene Gerichtspersonen von Grünberg hierher znr Feststellung des Thatbestandes.
Hahnheim, 28. October. Heute Mittag sand dahier die Beerdigung eines älteren Landwirths statt, zu welcher auch der Schwiegersohn des Verstorbenen aus einem benachbarten Orte erschienen war. Noch während der Beerdigungsseier überbrachte nun dem letzteren ein Bote aus seinem Orte die erschütternde Kunde, daß seine Frau soeben eines schnellen Todes gestorben sei.
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Handelsvertrags-Verhandlungen mit Italien sind nunmehr ebenfalls abgeschl ssen worden. Es heißt, daß dem Reichstage schon Mitte November der Text sowohl des italienisch-deutschen
Die Wahl des Ausschusses für die kommende Periode ergab sammtliche frühere Mitglieder, mit Ausnahme des aus dem Dienste scheidenden Herrn Geheimrath Küchler in Mainz, an dessen Stelle der ibn als Prooinzialdirector dafelbst demnächst ersetzende Großh. Ministerialrath Herr Rothe gewählt wurde.
Der Ausschuß besteht sohin aus den Herren:
1. Wirkt. Geheimrath Goldmann Exc. Geheimrath von Marquard Oberbürgermeister Ohly
Pfarrer Dr. Flöring
Fabrikant Earl Hochstätter, sämmtlich in Darmstadt Prooinzialdirector Freiherr v. Gagern in Gießen und -- Prooinzaldirector Rothe in Mainz.
Der Vorsitzende schloß die Berichterstattung mit Worten des ehrerbietigsten Dankes an Se. Königl. Hoheit den Großherzog, Allerhöchsten Piotector des jubiltrenden Vereins, für das stets betätigte gnädigste Wohlwollen, sowie des wärmsten Dankes an die Großherzogliche Staatsregierung, die Vereinsorgane und alle Diejenigen, welche der Centralbehörde mit Rath und That auch in per abgelaufenen Periode zur Seite gestanden haben, mit dem Aus druck der Hoffnung, daß der Verein immer neue Anhänger und Mitarbeiter gewinnen und sich immer segensreicher entwickeln möchte.
- französische Minister des Aeußeren anläßlich der Eiatsberathung die Haltung der französischen Regierung in der auswärtigen Politik gekennzeichnet hat. Die Rede hat namentlich dadurch ein gewisses Aufsehen erregt, daß sie die einschlägigen Verhältnisse mit sehr viel größerer Ruhe bcurtheilt, als es bei den seither gethanen Aeußerungen desselben Ministers der Fall war. Mit kalten Worten werden die Angelegenheiten in Aegypten, der italienischfranzösische Zwischenfall und einiges Andere abgethan. Sogar die Kronstädter Festlichkeiten, welche den gleichen Minister vor ganz Kurzem in einem Anfall von hohem Pathos die „Weihe" der russisch-französischen Verbrüderung genannt hat, wurde fast wie ein ganz ordinäres politisches Alltagssactum besprochen.
Locales uttö provinzielles,
Gießen, 31. October.
— Wir machen darauf aufmerksam, daß in den Fällen, wo Angehörige gerne amtliche Auskunft über im Auslande lebende Verwandte, deren Verhältnisse u. s. w. erlangen möchten, man sich am besten mit einer Eingabe an das „Auswärtige Amt in Berlin" wendet. Es sind jedoch für die entstehenden Kosten 15 Mark mit einzuzahlen. Im Nichtvermögensfalle wird die Auskunft unentgeldlich auf Grund eines amtlichen Armuthszeugnisses ertheilt.
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von welchem ein Theil wiederum oerzienslich, jedoch im Bedürfniß- falle jederjeit erlangbar, bei der Darmstädter Sparkasse angelegt ist. Der Reservefonds des Vereins besteht in Werthpapieren im Rominal- werthe von 37728 v* 58 und noch höherem Courswerthe; er "efert zu 4%, theilweise jetzt nur noch zu 3% o/Oz einen jährlichen Zinsertrag von 1543 JL 16 Die Mttgliederbeiträge erhöhten sich von 3396 72 im Jahre 1888 auf 3968 JL. 22 im Jahre 1889.
An Unterstützungen wurden bewilligt:
Im Jahre 1888 . . . 3045 X 84
„ „ 1889 . . . 3706 „ - „
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Sonntag den 1. November (Stegner Anzeiger*. Beilage zu Nr. 255. - 1891
Die Einnahmen betrugen in den Jahren 1888 und 1889 rusammen ~
die Ausgaben zusammen . :
Literatur und Nurrst.
Georg Ebers hat in zweijähriger Arbeit einen großen zweibändigen Roman vollendet, der im nächsten Monat in der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart erscheinen wird. Er heißt „Per aspera“ (auf steinigen Wegen) und spielt zu Alexandria tm dritten Jahrhundert nach Christus, zur Zeit des Caracalla. Wie die Heldin in einem der finstersten Zeitabschnitte der Weltgeschichte sich zum Licht (ad astra) durchringt, ist das der ergreifenden Dichtung zu Grunde liegende Hauptmotiv.
— ^Wiener Mode" irr Holland. Die bekannte Firma Holkema und Warendorf in Amsterdam hat soeben mit den Heraus- gebern der „Wiener Mode" einen Vertrag zur Herausgabe einer holländischen Ausgabe der „Wiener Mode" abgeschlossen. Somit erscheint die „Wiener Mode" in ihrem eben beginnenden fünften Jahrgange in sieben Sp achen, ein Erfolg, welcher noch niemals einer österreichischen Publikation zu Theil geworden ist.
— Von dem im Verlage der Königl. Hofbuchdruckerei von Trowitzscd & Sohn in Frankfurt a. O. erscheinenden Werke: <Durch des Gartens kleine Wunderwelt", Naturfreundliche Streifzüge von Heinrich Freiherr Schilling von Can statt mit 418 Originalzeichnungen, ist die 7. und 8. Lieferung erfchienen, in derselben tauberen und reichen Ausstattung, wie der vorhergehenden. Aus den Schluß der Abhandlung über das interessante Falter- und Raupenleben folgt in der neuen Lieferung die Schilderung der Blattläufe, der bestgehaßten und verachtetsten Kerfklasse und deren Feinde, der Gallmücken und Gallwespen, der Gallläuse und Wollläuse, der Jchneumoniden und Wegwespen, ebenso anschaulich und interessant geschrieben und gediegenes W.ssen offenbarend, wie die vorhergegangenen Abhandlungen, und gleich vortrefflich illustrirt. Ein hochinteressantes Thema wird bann in Abschnitt 4 im Betrachten deS Lebens und Treibens der tausenderlei intertffanten Eigenthümlich- feiten des bochorganisirten und doch so kleinen Jnsects, der Ameise, eröffnet. Capitel 5 zeigt uns die zappelfüchttge Gesellschaft der Wespen, Hornissen, Libellen, Bremsen, Fliegen, Stechmücken und Eonsorten, ferner die Wanzen, Ohrwürmer, Poduren und Heuschrecken.
Abschnitt ist in den kleinen und kleinsten Gartenbewohnern und Besuchern aus den übrigen Thterklassen, den Spinnen und fpinnenähnlichen Gartenfreunden, den Schnecken, dem Laubfrosch und 'einen Verwandten, der Kröte, Eidechse, Bltndschletche, Ringelnatter, An faulnißliebenden und parasitischen Milben gewidmet, der letzte Abschnitt den lieben Gartensängern.
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Diese Beträge gelangten in der verschiedensten Form, zur Verschaffung von Lebensmitteln, Kleidungsstücken, Handwerkszeug zum Wiederbeginn eines Handwerks, Anschaffung von Bettwerk, Haus- aeräthe, nicht selten auch zur Unterstützung von Angehörigen der Pfleglinge während der Strafverbüßung zur Verwendung. Gerade diese letztere Unterstützungsart wurde für besonders geeignet erachtet, auf das Gemüth eines noch besserungsfähigen Sträflings einzuwirken und darum häufiger als in früheren Jahrgängen zur Anwendung gebracht.
Nach dem Ergebniß der Vereinspflege waren von 422 Vereinspfleglingen aus den Jahren 1886, 1887 und 1888 74 als gebessert anzusehen, 142 als bisher gut, 72 dagegen als schlecht zu bezeichnen, und 5 als unverbesserlich auszustoßen. Von den übrigen 129 waren 14 ausgetreten, 91 hatten sich durch Ausgeben ihres bisherigen Wohnsitzes der Vereinsaufsicht entzogen, 24 waren gestorben. Da der Verein, seiner Tendenz nach, die Bethätigung jeglichen Zwanges gegenüber seinen Pfleglingen vermeidet, so ist er auch nicht in der Lage, diesem Verlassen des bisherigen Wohnsitzes entgegenzuwirkm. Vielfach geschieht dies indessen in guter Absicht, zur Erlangung besserer Erwerbsgelegenheit, und nicht selten begaben sich derartige Pfleglinge späterhin wieder in die Vereinspflege. Im Hinblick hieraus und da im Uebrigen die guten Resultate der Vereinspflege um nahezu das Doppelte die schlechten überwiegen, darf das Ergebniß als ein recht befriedigendes bezeichnet werden. Es entspann sich eine längere Discussion über die von der Centralbehörde des Vereins angeregte Einrichtung eines Arbeitsnachweisebureaus oder von periodisch wiederkehrenden besonderen Versammlungen der Bezirksvereins-Commissionen unter Hinzuziehung von Vertrauensmännern zur sofortigen Unterbringung unserer Schutzbefohlenen alsbald nach ihrer Entlassung und Ermittelung von entsprechenden Stellen für dieselben, namentlich solchen Stellen, die eine gewisse Vertrauenswürdigkeit bedingen, wie beispielsweise für frühere Lehrer, Beamte, Kaufleute Schreiber und bergl. Die Mehrzahl der Redner erachtete die Einrichtung von besonderen Arbeits- nachweifebureaus nach Lage der Verhättnisse nicht für praktisch und durchführbar, dagegen empfehle sich eine stärkere Heranziehung der Beistände, welche sich von der Entlassung der Pfleglinge birect mit diesen und dem Vorstände der betreffenden Strafanstalt bezüglich der Verwendbarkeit und Wünsche der Pfleglinge in Verbindung zu setzen hatten. Unterstützt wurde sodann der weitere Vorschlag, es mit regelmäßigen Versammlungen der Bezirksvereins-Commissionen mit Vertrauensmännern zwecks Ermittelung von Stellen zu versuchen.
Der Rechenschaftsbericht und die vorgelegten Rechnungen für 1888 und 1889, sowie das vom Ausschuß beantragte Budget pro 1892 unt» 1893 fanden allseitige Genehmigung. Dabei wurde der Wunsch geäußert, in Zukunft den Bericht vor Abhaltung der Generalversammlung gedruckt in die Hände der Mitglieder gelangen zu laffen.
Oberlandesgerichtsrath Heß berichtete sodann über den Stand per Angelegenheit, betreffend die Gründung eines Generalverbandes der sämmtlichen deutschen Schutzoereine. Die in Freiburg i. B. im Herbst 1889 gelegentlich des erstmaligen Zusammentritts von Vertretern der deutschen Schutzvereine ernannte Commission zur Wahrung der gemeinsamen Interessen hat den von ihr ausgearbeiten Satzungen- ^nrSir' ®ie verschiedenen Vereine versandt und auch dem Hessischen Vereine vorgelegt. Diesseits wurden Abänderungsvorschläge dazu gemacht und es soll gelegentlich der nächsten Tagung des Vereins deutscher Strafanstaltsbeamten in Hannover, im Herbst 1892, womit wiederum eine Versammlung von Delegirten der deutschen Schutzoereine verbunden sein wird, über diesen Entwurf definitiv Beschluß gefaßt werden.
Die Versammlung ertheilte ihre Zustimmung zu den seitherigen Verhandlungen und eventuell zum definitiven Anschluß an den in Aussicht genommenen deutschen Generaloerband.
Zugleich wurde der im Zusammenhang vom Vereinsausschuß J“ ®en!Ä*örbe ^währte einstweilige Dispositionsfonds von 300 JL jährlich zur Unterstützung der nicht hessischen Entlassenen aus deutschen Strafanstalten und zur Verabreichung eines Viaticums an durchrettende unteistützungswürdige Entlassene nachträglich gebilligt und ebenso ein jährlicher Beitrag von 100 JL an die den diesseitigen Verein vielfach entlastende Arbeitercolonie in Neu-Ulrichstein nach Antrag verwilligt.
Schiff-nachrichtem
- 29. Gelobet. [Sßer transatlantischen Telegraph.)
Der Schnelldampser Havel, 6apt. Th. Jüngst, vom Norddeutsche» moyd in Bremen, welcher am 20. October von Bremen und am sv* D0Il,?5m.tPQmft0£ abgegangen war, ist gestern 3 Nhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.
Verkehr, Land« und VolksrvirLhschaft.
„ dieße«,31 October. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochemnarkt kostete: Butter pr. Pst>. x 1,00-1,10, Hühnerüer l St. 7-8, 2 St.----4, Enteneier 1 St.--4, 2 ©L - 4,
M pr- St- 4-B Ä, ft äf entarte pr. St. 3 H, Erbsen pr. Liter 25 4, Ansen pr. Liter 29 H, Tauben pr. Paar x 0,40-0,60, Hühner pr. Stück s 0,90—1.00, Hahnen pr. St- X 0,50-0,75, Enten pr. Stück ^V?0-2,00 Och!enfleisch pr.Pfd. 70-76 J,, Kuh- und Rindfleisch Schweinefleisch 60-70 4, Hammelfleisch 50-74 4, Kalb.
fletsch 56—60 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 6,50—8,50, Weißkraut pr. Et. 4-10 4, Zwiebeln ner Centner X 4,50—5,50, Milch per Liter 12-18 4, Gänse 50-58 H.


