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Athmungsorgane 5 (Mainz 3, Offenbach und Worms je 1), an Gehirn-Apoplexie 2 (Mainz und Darmstadt je 1), gewalt­samen Tod 7 Personen (in Offenbach 3, Darmstadt 2, Worms und Gießen je 1).

e- Sich, 28. August. Auch hier hat gestern Abend, zwischen 8 und 10 Uhr ein sehr heftiger Sturm gewüthet, der besonders an den Obstbäumen nicht unerheblichen Schaden an- richtete. Seine Durchlaucht der Fürst dahier ist zum Ehrenmitgliede des hiesigen Kriegervereins ernannt worden. Das Sedanfest wird nächsten Dienstag Nachmittag in der seither üblichen Weise (Festzug der Schulkinder und Vereine, Musik und Tanz aus dem Festplatze, Jugendspiele) aus dem sog. Hardtberg gefeiert werden.

G. Nidda, 28. August. Gester Abend zwischen 7 und 8 Uhr zog ein schweres Gewitter über die hiesige Gegend. Nach einigen heftigen Blitzen und Donnerschlägen folgte ein starker Regenguß und in dessen Begleitung ein so starker Sturm, daß Bäume aus den Wurzeln gerissen, oder an den Aesten beschädigt wurden. In Folge dieses Sturmes wurde viel Obst zur Erde geschleudert, das aber von den Leuten gesammelt und verwendet wird. In dem benachbarten Bade Salzhausen hielten die Curgäste seither wacker aus- jetzt wird ihnen die Wittteruug aber doch auch zu ungemüthlich und es sind in den letzten Tagen öfter Gäste abgereist. Der Sommer ist ein solcher gewesen, daß manSommerfrischen" überall haben konnte, also auch zu Hause.

Schotten, 27. August. Im Anschluß an die gegenwärtig zu Cassel tagende allgemeine deutsche Forstversammlung findet in Gießen eine Versammlung der Delegirten der deutschen forstlichen Versuchsanstalten statt, an welche sich nach Ab­handlung der wissenschaftlichen Themata eine Reihe von Excursionen in die Obersörstereien Schiffenberg, Lich, Laubach und Schotten anreihen. Die forstlichen Versuchsanstalten haben sich die Aufgabe gestellt, die wirthschaftlichen Maß­regeln im Walde durch genaue, nach allgemein festgesetzten Regeln vorgenommene Untersuchungen mittels sogen. Probe­flächen zu begründen und zu verbessern. Die im deutschen Reiche bestehenden 9 Versuchsanstalten sind seit 1872 zu einem Verein unter einer Centralleitung (Preußen) zusammen- zetreten, welcher alljährlich in einem der betheiligten Staaten zwecks Regelung der allgemeinen Angelegenheiten einen Dele- girtentag abhält. Die Leitung der Versuchsanstalt ist in den meisten Staaten Docenten an den höheren forstlichen Lehr­anstalten übertragen. Von den neun bestehenden Versuchs­anstalten werden sieben bei der in die Oberförsterei Schotten staitfindenden Excursion vertreten sein und zwar: Baden durch Forstrath Schuberg aus Karlsruhe, Bayern durch Pro­fessor Dr. von Baur aus München, Braunschweig durch Kammerrath Horn aus Braunschweig, Hessen durch Pros. Dr. Heß und Professor Dr. Wimmenauer aus Gießen, Elsaß-Lothringen durch Forstmeister Carl aus ^Straßburg, Preußen durch Obersorstmeister Dr. Danckelmann und Pro­fessor Dr. Schwappach aus Eberswalde, Württemberg durch Professor Dr. Lorey aus Tübingen. Unter Führung der Localsorstbeamten werden die vorgenannten Herren in Be­gleitung ihrer Assistenten am 2. September Abends von Laubach her in Schotten eintreffen und am anderen Morgen zu Wagen, bezw. per Bahn sich nach Eichelsdors begeben, von wo aus eine Tour nach den in den Districten Horschen- stein, Breitenstein und Lehnkopf gelegenen Probeflächen unter­nommen wird. Nach einem Frühstück auf Hof Zwiefalten werden die Flächen in den Districten Bleistatt, Roth und Bilstein besucht werden und über Busenborn die Rückkehr nach Schotten stattfinden.

cf Zeche Hedwig bei Rinderbügen, 27. August. Es regt sich was im Seementhal! Seit einiger Zeit wird energisch an der Wiederherstellung unserer Kreis st raße gearbeitet, welche durch das schwere Fuhrwerk arg zusammen­gefahren ist. Daß Letzteres so schnell nach Errichtung der Straße erfolgte, begreift sich bald, wenn man die großen Lasten beachtet, die aus dieser Straße befördert werden.

und vieler Artigkeit bewillkommnete. Welche Contraste! Der kleinliche, zur Corpulenz neigende, reichbesternte Fürst, mit dem erdbeerrothen, gutmüthig - nichtssagenden Gesicht und eiteln, selbstgefälligen Allüren . . . Wie dachte Georg über ihn? Neber sie? Trug er Mitleid oder Verachtung für sie im Herzen? Oder Schlimmeres, oder beides, Gleichgiltig­keit? Kein Blick flog zu ihr herüber, und sie hörte doch, von ihrem Standpunkte aus, daß von ihr die Rede war, daß ihr Gatte von dem ersten Unterricht, der ersten künstlerischen Anregung sprach, die sie, wie er wußte, von dem damals noch so jugendlichen Meister erhalten, und daß man folglich es ihm zu danken habe, daß die Fürstin Bedeutendes leiste. Georg neigte nur leise das Haupt und keine Bemerkung, keine Frage bethätigte sein Interesse daran. Nur, als Je­mand die Gelegenheit ergriff, um dem Fürsten durch die Frau zu schmeicheln und ihr Talent bis in die Wolken erhob, lächelte Georg gezwungen und sagte kalt:Ich darf mir nichts von diesen Lorbeeren aneignen- es war ein erster Versuch aus der Kinderzeit." Was noch weiter gesprochen wurde, verlor sich für ihr Gehör, so sehr sie es schärfte. Er wollte sie strafen, durch Nichtachtung strafen - er hatte das Recht, das Vermögen dazu- so niedergeschmettert hatte sie sich nie gefühlt wie heute.

Jetzt erschien der Hof. Dem nothwendigen Ceremoniell war bald Genüge gethan, die Thüren des Musiksaales wurden geöffnet, die Gesellschaft vertheilte sich. Es gelang Antonie, einen etwas abgelegenen Divan zu finden, wo sie gut hören konnte, sich aber nicht im Mittelpunkte befand. Leider wurde es ihr nicht vergönnt, allein zu bleiben- ein Theil ihres stehenden Gefolges zog ihr nach. Jedoch wußte sie mit unnach­ahmlicher Grazie den Kreis etwas zu sichten. Sie war Künstlerin Lenug, um nicht von Zeit zu Zeit auch Launen zu haben, die ein untertäniger Hosstaat zu fürchten gelernt hatte.

(Fortsetzung folgt.)

Braunkohlen, Basalte, Sandsteine und Waldproducte jeder Art sind es, welche aus der Straße in vielen Tausenden von Centnern transportirt werden. Verschiedene Strecken der Straße sind ganz von den Waldbäumen überschattet, es ent­steht stockende Nässe, die den besten Bau verdirbt. Nur eine Schienenverbindung kann helfen! Das ist jetzt die Ueber- zeugung Vieler geworden. Schon vor Monaten hat dieses Blatt darauf hingewiesen. Die Straßenreparatur kostet gegen­wärtig mindestens 800010 000 Mk. In zwei Jahren ist die Straße wieder gerade so weit wie heute. Somit müsse der Kreis alle zwei Jahre ein so hohes Capital arsiwenden, wie dieses Jahr, was aus die Dauer unmöglich ist. Ein Schienenweg ist das einzige Rettungsmittel! Aber wie? Durch das Seementhal nach Lauterbach nordöstlich und westlich über Düdelsheim nach Lindheim und Frankfurt. Die Idee ist gut, aber sie kommt leider gar späte. Eine Zweite Kammer, die einen solchen Segen von Millionen für Eisenbahnen speydet, kommt nicht wieder. Das Zuspätekommen hat man schon Mehr erlebt. Als vor vielen Jahrzehnten die große Straße von Nidda nach Gelnhausen gebaut wurde, ließ sie Büdingen links liegen - es gelang ihr nicht, hinein und hindurch zu kommen. Der Bahnhof gerieth seiner Zeit zu weit von der Stadt ab. Die ZuckerfabrikBüdingen" hat sich sogar fast 10 Kilometer nordwestlich nach' Stockheim verschoben. Aehnlich geht es dieses Jahr mit den Eisenbahnen. Es ist gar zu schade! Einige energische Männer sind zusammengetreten, um vorwärts zu kommen. Man spricht davon, daß weitere industrielle Unternehmungen in Aussicht stünden. Die fürstliche Standes- herrschaft ist sicher für einen Schienenweg, denn die bessere Verwerthung der Forstproducte wird dadurch möglich gemacht. Trotzalledem und alledem wollen einige mißtrauische Köpse und Pessimisten daraus wetten, daß entweder nichts dabei herauskommt oder wenn doch, daß das Endresultat ein ähn­liches sein wird wie etwa dasjenige bei der großen Staats­straße, bei der Eisenbahn oder bei der Zuckerfabrik.

Selbsthilfe bei landwirthschaftlichen Anfällen.

Von Wenzel Petter.

(Aus der Deutschen Allg. Zeitung für Landwirthschaft.)

Der landwirthschastliche Betrieb ist unter allen Erwerbs­und Berufsarten nicht allein einer der ungefährlichsten, sondern auch einer von den wenigen, der bei richtiger Verwendung der Arbeitskraft den Körper stählt und ihn gegen Krankheiten widerstandsfähiger macht. Nach den statistischen Berichten sind unter der ländlichen Bevölkerung nicht allein Unglücks­fälle, sondern auch Krankheitsfälle seltener als bei anderen Ständen. Nur die immer mehr sich ausbreitende Verwen­dung der Maschinen hat die Unfälle bei landwirthschaftlichen Arbeiten vermehrt. Die Ursache hiervon ist aber meistens in mangelnder Vorsicht oder in Unkenntniß der in Betrieb gesetzten Maschine zu suchen. Nicht ausgeschlossen sind aber auch Fälle, wo ein Unfall ohne jedwedes Verschulden statt­findet.

Bei landwirthschaftlichen Arbeiten sind namentlich Schnitt­oder Quetschwunden nichts Seltenes. Obwohl derartige Ver­letzungen meistentheils leichter Art sind, so nehmen sie doch häufig gefährlichere Dimensionen an, weil wegen zu weiter Entfernung vom Wohnsitze des Arztes derselbe nicht zu Rathe gezogen wird, oder weil diejenigen Personen, bei welchen die Verletzung eintrat, nur leichtfertig darüber denken, dieselbe vernachlässigen oder gar sich nicht zu helfen wissen.

Wunden sind im Allgemeinen Trennungen des Zusam­menhangs weicher Körpertheile durch schneidende Instrumente, als Sensen, Sicheln, Hacken, Aexte u. dgl., oder stechender Werkzeuge, als Gabeln, oder auch reißender Instrumente, als Sägen u. s. w. Bei ihnen ist vor Allem die Blutung und die Zusammenziehung der getrennten Fleischtheile zu beachten.

Keinerlei Blutung ist gering zu achten, bei jeder soll man immer auf sofortige Stillung bedacht sein. Fließt das Blut ruhig aus der Wunde fort, ohne zu spritzen, so ist eine der Venen, die meist oberflächlich liegen, verletzt. Es genügt ein sestes Verbinden mit einer Leinwandbinde oder mit einem reinen Leinwandsacktuche. Nach einigen Stunden wird der Verband entfernt und dann ist in den meisten Fällen die Wunde und mit ihr die Oeffnungen der kleinen Gesäße durch das Gerinnen des aussickernden Blutes verschlossen und ver­klebt und nach kurzer Zeit auch jede Spur der Verwundung verschwunden. War das Instrument, durch welches die Wunde hervorgerufen wurde, unrein, so läßt man dieselbe einige Secunden bluten und wäscht sie vor dem Verbände in einer Essig- oder Alaunlösung. Auch ist es gut, als Ver­bandsmaterial Jodoformgaze zu nehmen.

Kommt die Blutung trotz des festen Verbandes nicht zum Stillstände, was man an der Durchtränkung des ganzen Verbandes ersehen kann, oder ist eine Schlag- oder Puls­ader (Arterie) verletzt, so daß bei größeren und tieferen Wunden das hellrothe Blut stoßweise oder in einem Bogen hervorschießt, so verstopfe man die Wunde mit Leinwand- charpie bis zur Ankunft des Arztes. Derselbe muß die ver­letzte Schlagader unterbinden, da in Folge der Herzthätigkeit selten eine Verklebung der Gefäße durch geronnenes Blut zu Stande kommt. Auch ist es angezeigt, bis zur Ankunft des Arztes durch den Druck eines oder zweier Finger ober­halb der blutenden Stelle eine Aderpresse herzustellen. Dauert es lange, so kann man den Finger mit einem un­durchlässigen Gegenstand vertauschen, den man auf die blutende Stelle bindet, so z. B. mit einem reinen Korkstücke. Leichte Blutungen bedürfen nur kalter Wasserumschläge, doch er­heischen sie immerhin gewisse Sorgfalt, wenn sie keine Ge­fahren bringen sollen.

Jede größere Blutung erzeugt Schwäche und kann bei Pulsaderverletzungen selbst den Tod im Gefolge haben, wenn nicht durch eine Ohnmacht die Herzthätigkeit geschwächt wird und ein Stillstand der Blutung dadurch von selbst eintritt. Ist der Verwundete durch Blutverlust sehr erschöpft, so lasse man ihn an Essig oder kölnischem Wasser riechen und flöße

ihm etwas Wasser mit Essig oder Wein gemischt ein. Eine Tasse kräftige Suppe oder eine Schale warmen Kaffees leistet gleichfalls gute Dienste. Gegen tödtliche oder sogenannte Verblutungen giebt es nur ein Mittel, die Bluttransfusion- Das sogenannte Btutversprechen ist ein leerer Hokuspokus^ nur Abergläubige können an dasselbe glauben.

Die getrennten oder zum Theil abgerissenen Stücke der- nach der Blutstillung ausgewaschenen Wunde werden sodann womöglich in gehörige Ordnung gebracht und unausgesetzt durch kalte Umschläge von frischem Wasser oder Eis vor einer weiteren Blutung und vor der beginnenden Entzündung zu bewahren gesucht. Es gilt im Allgemeinen die Regel daß jede durch Stoß, Schnitt, Quetschung u. s. w. hervor­gerufene Verletzung, welche sich auf die Oberhaut und auf die derselben naheliegenden Blutgefäße erstreckt, bet einem sonst gesunden Menschen innerhalb dreier Tage trocken zu stellen und ohne Schmerzgefühl innerhalb sechs Tagen zu heilen ist. Tiefere Wunden erfordern selbsterklärlich längere Zeit. Klaffen dieselben weit, so müssen sie nebstdem vom Arzte geheftet oder mit dem in jeder Apotheke erhältlichen Heftpflaster zusammengezogen und zusammengehalten werden.

Jedes verletzte Glied bedarf zur Heilung der Ruhe und der peinlichsten Reinhaltung. Gelangen in Wunden fremde oder gar scharfe Stoffe, so tritt eine scharfe Eiterung eiu und selbst der sogenanntekalte Brand" kann entstehen- Letzterer führt, wenn nicht zu raschem Ende, so doch im günstigsten Falle zur Amputation. Ist durch Nachlässigkeit die Wunde brandig geworden, was sich durch Schwellung, heftigen Schmerz in allen benachbarten Muskeln und Nerven und besonders durch Aenderung der Farbe der Oberhaut an­kündigt, so ist es nöthig, sofort Eisumschläge in Anwendung zu bringen. Sollte solches nicht vorhanden sein, so nehme man kaltes Wasser, das aber eine Temperatur von höchstens 6 Grad Celsius haben darf. Die Kühlung ist solange hinter­einander vorzunehmen, bis sie der Verwundete nicht mehr zu ertragen vermag. Sodann gönne man ihm eine kleine Ruhe­pause und beginne dann von Neuem mit den kalten Um­schlägen. Durch Beachtung dieser einfachen Regel können viel Schmerz und viel Unglück und selbst pecuniäre Nach­theile leicht verhütet oder noch verwildert werden. Bei ein­tretendem Wundfieber gebe man dem Kranken nur kühles Ge­tränk als Wasser, Limonade, Mandelmilch u. dgl. und halte ihn diät.

Die Quetschungen (Contusionen) entstehen durch den heftigen schnellen Druck oder Stoß " fester Körper, es möge sich nun der Körper des Menschen gegen sie, wie beim Falle, oder sie gegen denselben, wie beim Treffen von Steinen, Holzstücken u. dgl. bewegen. Bei Quetschungen schwillt die gequetschte Stelle entweder sogleich und oft sehr bedeutend aus, wird roth und blau, oder es entsteht nur ein soge­nannter blauer Fleck (Suggillation) von aus den feinsten Gesäßen in das Zellengewebe unter der Haut ausgetretenem Blute. Bei der bloßen Quetschung ist die Haut unverletzt und die Stelle blutet nicht, es ist nun neben der Quetschung auch eine Wunde (gequetschte Wunde) zu beachten. Liegt ein Knochen der gequetschten Stelle sehr nahe, so ist der Schmerz sehr groß, dagegen kleiner, wenn derselbe tiefer liegt. Leichtere Quetschungen vergehen von selbst, indem der an­fangs dunkelblaue, dann violette Fleck sich roth und später gelb färbt. Das aus den Gesäßen sich ergossene Blut wird nämlich vom Körper selbst aufgesogen. Bei stärkeren und größeren Quetschungen lege man nur, allsogleich mehrfach zusammengelegte Leinwandlappen, im Nothfalle Löschpapier^ in kaltes Wasser getaucht und mäßig ausgedrückt, stunden­lang, ja oft tagelang aus, und erneuere sie stets, wenn sie warm geworden sind. Noch besser sind Umschläge von Branntwein oder in rothem Weine aufgelöster Salmiak, da. diese ebenfalls nicht allein den Bluterguß zur Aufsaugung, bringen, sondern auch Entzündung und brandige Zerstörung., verhüten. Hat man Blutegel zur Hand, so lege man diese an und lasse diesen das unter die Oberhaut sich erßoffener Blut anziehen. Sind mit der Quetschung Wunden verbunden,, so muß natürlich auch diesen besondere Aufmerksamkeit unk Sorgfalt geschenkt werden. (Forts, folgt.)

Frankfurt a. M., 28. August. Der organartige- Sturm, von dem ich Ihnen noch gestern Abend kurz be­richtete, hat noch weit größere Verheerungen angerichtet, als- man anfänglich befürchtete. Die Zierbäume in und um unserer Stadt sind zum Theil stark beschädigt, theils vernichtet. In der Eschersheimer- und Bockenheimer- Landstraße, der Ginn- Heimer-, Rinz- und andern Straßen wurden die Ahornbäume entwurzelt. Aus der Friedberger Landstraße wurde eine alt­ehrwürdige Kastanie vom Sturm umgerissen, Lattenzäune niedergeworsen, Dächer abgedeckt re. Vom Dach der Pauls- kirche, das augenblicklich einer Reparatur unterzogen wird, flogen die Schiefer wie Spreu herab, am Bockenheimer Thor wurden schwere Bohlen wie Strohhalme vom Winde^davon- getragen. Fensterläden und Fensterrahmen wurden herab­gerissen, Schornsteine beschädigt, kurz der Sturm hat in ent­setzlicher Weise gehaust und allenthalben seine Spuren hinter­lassen. In der Bornheimer Gemarkung wurden mehr als 200 Malter Aepfel vom Sturm abgeschüttelt; überhaupt hat tye Obsternte durch das gestrige Unwetter enormen Schaden gelitten. Aber nicht nur in Frankfurt selbst hat der Sturm so fürchterlich gehaust, sondern auch meilenweit in der Um­gebung. Es wird z. B. aus Cronberg im Taunus gemeldet^ daß die ganze Aepfelcrescenz am Boden liege- im nahen Badeort Soden scheint das Wetter noch schlimmer gehaust zu haben. Man schreibt von dort, die gesammte Obsternte sei vernichtet, Felder, Gärtnereien, Gewächshäuser und Rosen- züchtereien seien ruinirt, eine neu errichtete Scheune wurde umgerissen und der Eigenthümer und seine Kinder nur mit knapper Noth gerettet. Der Bürgermeister von Soden erläßt heute bereits in den Zeitungen einen Hülferus- man kann sich darnach ein Bild von den Verheerungen machen. Aus Neu-Dsenburg, Aschaffenburg, aus dem Odenwald und von

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