Ausgabe 
30.5.1890
 
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ß ar not ist heute Abend 9 Uhr

Der deutsche Botschafter Gras

der um der

der die

Paris, 28. Mai.

40 Min. hier eingetroffen.

Pans, 28. Mai.

Es erscheint wünschenswert^ die Aufnahme von Bestimmungen in das neue bürgerliche Gesetzbuch, welche den bei den Abzahlungsgeschäften zu Tage getretenen Mißbräuchen entgegenwirken. Es ist zu empfehlen, von dem im Uebrigen aufrecht zu erhaltenden Verbot der Bestellung einer Hypothek an Mobilien als Aus­nahme zuzulaffen die Hypothekbestellung an einer dem Käufer übertragenen Mobilie zur Sicherung des rück­ständigen Kaufpreises, sowie die Aufnahme einer Bestimmung, daß in dem Falle dieser Art, auch ein Eigenthumsvorbehalt zur Sicherung des Kaufpreises nur die rechtliche Bedeutung einer vorbehaltenen Hypothek habe."

Seitens des Kaufmännischen Vereins zu Duisburg ist Kammer eine an den deutschen Kaiser gerichtete Bittschrift Einführung gesetzlicher Bestimmungen zur Aufbesserung socialen Lage der Handlungsgehilfen mit der Bitte um

Münster reift heute nach London ab, um an der Ver­mählungsfeier seines Sohnes theilzuuehmen.

Madrid, 28. Mai. Der Senat hat das Gesetz über das allgemeine Stimmrecht endgiltig angenommen.

Lissabon, 28. Mai. Das gesummte Gebiet von Bail und u (Mozambique) ist in vollem Aufstande gegen die portugiesische Herrschaft. Die Portugiesen wurden verjagt. Der Militär­gouverneur hat sich erschossen, nachdem seine Truppen zerstreut waren oder ihn verlassen hatten. Eine Expedition unter Capitän Conceiro wurde von den aufständischen Eingeborenen völlig aufgerieben, der Capitän hat sich mit den Trümmern der,Expedition nach Caconda geflüchtet, wo Verstärkungen erwartet werden, welche der Generalgvuverneur selbst heran- führt. Der Ausstand der Eingeborenen wird hier englischen Einflüssen zugeschrieben. Der frühere Minister Carvalho ist zum Generalinspector der afrikanischen Colonien ernannt und mit deren völliger Neuorganisation beauftragt.

Athen, 28. Mai. Der neuernannte deutsche G e- sandte ist hier eingetroffen.

kal gab Namens der Dcutschcn die Erklärung ab, gegen den Vorschlag de^ Stadtgemcinde Prag keine Einsprache erheben zu wollen.

Budapest, 28. Mai. Die Spuren einer weitverzweigten Räuberbande sind in Folge der Nachforschungen nach den Mördern des Grasen Komis in Szent-Mihaly entdeckt worden. In Boessermeny wurden bei einem wohlhabenden Landmanne drei Revolver und der größte Theil des dem Grafen ge­raubten Geldes unter einem Haufen Maiskolben gesunden. Die Gattin des einen Räubers hatte bei der Expedition die Pferde gelenkt und während der Ermordung Wache gehalten. Ein weiterer Raubmord ward von der Bande geplant.

Bern, 28. Mai. Der Bundesrath hat dem Bischof Mermillod für die Zuschrift, in welcher er seine bevorstehende Erhebung zum Cardinal anzeigte, seinen Dank ausgesprochen und geantwortet, daß der Bundesrath mit besonderer Befrie­digung die von Mermillod sowohl im Namen des Heiligen Stuhles, als in seinem eigenen Namen abgegebenen Ver­sicherungen über die Bedeutung entgegengenommen habe, welche dieser Wahl für die Aufrechterhaltung der guten Be­ziehungen der Schweiz zu dem Hl. Stuhle und zu der katho­lischen Kirche in der Schweiz beizumessen sei.

Cocaies nnd SrovinzieUes.

Gießen, 29. Mai.

Sitzung Großh. Handelskammer vom 23. Mai. An­wesend waren die Herren Koch, Klingspor, Gail, Homberger, Kraatz, Wortmann.

Die vielfachen Mißbräuche, welche sich bei den modernen Abzahlungsgeschäften durch wucherische Uebervortheilungen der Käufer ergeben haben, haben die Kammer veranlaßt, diesen Gegenstand einer Berathnng zu unterziehen und folgende Resolution zu fassen, welche dem Vorstände des Handelstags unterbreitet werden soll:

auf gesetzlichem Wege erfolgende Errichtung

1. einer Altersversorgungs-, Wittwen- und Waisen-Kasse, 2. einer Krankenkasse, welche dem Mitgliede freie ärzt­liche Behandlung nebst Arzneien, jedoch kein Kranken­geld für die ersten sechs Wochen der Erkrankung gewährt, weil ihm für diese Zeit durch das deutsche Handels-Gesetz-Buch der Bezug des Gehaltes ohnehin gesichert ist.

In Fällen unverschuldeter Nothlage oder bei unverschuldetem Verluste des Einkommens kann jedoch

Unterstützung ^gegangen. Es wird in derselben im Interesse kaufmännisch Angestellten und deren Familien vorgeschlagen

reger Sinn und Verständniß für Geschichte waren ibm eigen; um seines getreuen Gedächtnisses willen, das auch die Uebcr- lieferungen seines Vaters und Großvaters rein und unver­fälscht festgehalten hatte, war er eine lebendige Chronik bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts hinein. Demalten Conrector", dem treuen Lehrer und gemeinnützigen Mitbürger wird ein ehrenvolles und liebwerthes Andenken auf immer gesichert bleiben. Möge ihm die Erde leicht sein! (D. Z.)

Mit Bezug aus den von uns gebrachten, in den Grenzboten" veröffentlichten Artikel über den Schnaps- consum im Bogelsberge gingen uns zwei Briefe zu, die wir nachstehend, da sie einander gewissermaßen wider­sprechen, unverkürzt zur Kenntniß unserer Leser bringen, ohne die Tendenz" des einen oder des anderen Briefes zur unfrigen zu machen.

-f- Aus dem Vogelsberge, 26. Mai. Ucber den Schnapsconsum im Vogelsberge wünschten Sie, infolge eines Artikels, den ein oberhessischer Geistlicher in denGrenzboten" erscheinen ließ, Nachrichten zu erhalten.. Ich säume nicht, Ihnen meine Erfahrungen in diesem Punkte mitzutheilen. Das neue Branntweinsteuergesetz vom 24. Juni 1887 hatte nicht blos den Zweck, eine bedeutende Einnahme­quelle zu erschließen, sondern wollte durch Verteuerung des Schnapses der Trunksucht entgegen wirken. Leider ist das Letztere wenig gelungen, denn der Schnapstrinker par excellence trinkt nach wie vor, nur mit dem Unterschiede, daß er jetzt ßTprocentigen Schnaps für theureres Geld gegen 45procentigcn, gegen geringere Zahlung vor 1887, empfängt. Er muß also eine viel höhere Summe aufwenden, bis er vollgetrunken ist und voll muß der Schnapssäufer werden, eher hört er nicht auf. Mit Grimm und doch auch mit Wehmuth gedenkt er der schönen, billigen Zeiten vor 1887. Dies ist mit ein Grund, daß die 1890er Reichstagswahlen in mancher Be­ziehung ungünstig ausfielen, aber auch mit ein Grund für das Wachsen des Antisemitismus. Geld für Schnaps muß herbei undwenn der Teufel auf Stelzen geht" - der I israelitische Handelsmann borgt und schweigt. Hypothek und Nachhypothek schützen ihn vor Verlust. Weder Capital noch Zinsen werden gezahlt, denn es geht Alles in Schnaps auf. Zuletzt versteigert der Gläubiger das Haus mit den Aeckerchen und der Trunkenbold, der sich selbst anklagen müßte, wirft seinen Haß auf den Juden. Wenn wir sagen: Haben die Verbrechen und Vergehen, welche in der Trunkenheit begangen wurden, ab- oder zugenommen'? so wird uns die Zunahme bestätigt werden. Von hundert in der Trunkenheit begangenen Vergehen finden neunundneunzig ihre Ursacke im Schnapse. Es gibt Orte im Vogelsberge, wo bei festlichen Gelegenheiten der Bauer seinen halben SchoppenSchnaps" vor sich stehen I hat, wie in Starkenburg ober Rheinhessen derWein" dasteht. I Demgegenüber ist es zu loben, daß manche Gutspackter und größere Oeconomen ihren Knechten und Taglöhnern keinen I Schnaps mehr verabfolgen, sondern am Monatsschlusse den Betrag dafür in Baar entrichten, was zum Sparen anregt. Der Gewohnheitssäufer spart natürlich nicht. Sehr erfreulich I ist es, daß das Bier immer weiter vordingt. Wer aber einmal hat Schnaps trinken lernen, dessen Zunge und Gaumen

ist für Bier unempfindlich geworden. Es steht auch richtig, daß an manchen Orten schon ganz junge Leute anfangen Schnaps zu trinken. Bei manchen Beschäftigungsarten, z. B. Holzhauereien im Winter, Steinbrechen u. dgl. ist freilich der Schnaps nicht leicht zu ersetzen, denn bei großer Kälte und weiten Entfernungen ist warmes Essen an den Arbeitsplatz kaum zu verbringen, weil es unterwegs kalt werden oder gar gefrieren würde. Bei so harter Arbeit und so schwerer Kost, wie sie hierbei in Betracht kommen, ist der Schnaps aber auch nicht so gefährlich und er ruinirt nicht so leicht Körper und Geist, wie bei demjenigen, der zu Hause herumlungert und von Morgens bis Abends ein Dutzend und mehr Viertelchen verschwinden läßt. Wer Gelegenheit hat wie Einsender dieses die Schnapsconsumtion zu beobachten, der wird zugestehen müssen, daß hier noch Einiges zu bessern ist. Wollte man aber alle gefüllten Schnapsfässer an die Quelle eines Vogelsberger Flüßchens bringen und sie hier ausgießen: es würde ein großer, wochenlang fließender Strom daraus werden, der im Stande jein würde, manche Mühle zu treiben. Die Vertheuerung des Schnapses hat aber das Gute, daß sich die Heranwachsende Generation immer mehr von dem Schnapse ab und dem besser und billiger werdenden Biere zuwendet.

Vom Vogelsberg, 26. Mai. Gerne kommen wir dem Wunsche verehrlicher Rebaction nach, unsere Erfahrungen über ben Schnapsgenuß im Vogelsberg mitzutheilen. Also für ein Stück Sibirien hält ber Herr Pfarrer unfern Vogelsberg, inbem er in benGrenzboten" sagt,Sittenlosigkeit unb Trunksucht" hätten den früher wohlhabenden Vogelsberg in Armuth und Elend gebracht. Für eine solche Verdächtigung | unserer Vogelsberger Bewohner sollte man eigentlich gar keine Erwiderung schreiben, denn keine Antwort ist bekanntlich auch eine, wenn nur nicht derartige Sachen gelesen unb geglaubt würben. Nach ber Darstellung bes Berichterstatters der Grenzboten sinb bie Russen im Schnapsvertilgen noch die reinsten Engel gegen unsere Vogelsberger. Nach seinen Erfahrungen" trinkt bas Kind schon in ber Wiege Schnaps, bann ber Mann, bie grau, bas Gesinbe, Alles säuft Schnaps. Dazu hat jeber Bauer, auch ber kleine, sein Schnapssaß im Keller liegen 2C. 2Q. Ei, Herr Pfarrer, wo ist benu eigentlich diese Gegend im Vogelsberg, in ber solche Barbaren Hausen I unb bereu Seelsorger Sie gewesen sind? Eigentlich keine I Empfehlung, in einer solchen Gegenb plaeirt zu werben, bar- wäre schon mehr in bie Verbannung geschickt. Wohl mag cs einige Orte im äußersten Vogelsberg geben, in benen ber Schnapsgenuß etwas stark ist, aber baß es auch ^nur einen Ort im ganzen Vogelsberg gibt, in dem der Schnaps so getrunken ber Ausbruck paßt hier nicht unb muß nach des Berichterstatters Mittheilung brastischer lauten bezweifeln wir. Unb wenn auch in einigen Orten der Schnapsgenuß in ber That als unmäßig bezeichnet werden müßte, so bars man boch nicht zwei bis drei Orte mit dem ganzen Vogels-

** Stockheim, 28. Mai. Unter ben Honorationen von Linbheim, Glauberg, Rohrbach, Stockheim, Conrabsborf unb I v. a.O. hat sich ein neuer Club: ber Glaub erg-Club gebilbet. I Rentner, Geistliche, Beamten, Gutsbesitzer, Pächter u. s. w. haben sich btiran beteiligt. Monatlich finbet eine Versamm­lung statt. Am zweiten Pfingstfeiertage sah man sich zum erstenmale auf bem Glauberge, besten Schönheiten unb An­nehmlichkeiten kürzlich in Ihrer Zeitung öerbiente Erwähnung sanden. Von diesem schönen Punkte hat.der neue Club, dessen I Zweck gesellige Vereinigung ist, den Namen entlehnt. Die erste, gleichsam eonstituirende Vereinigung war von prächtigem Wetter begünstigt und hat allseitigen Beifall gesunden.

Q Ober Mockstadt, 27. Mai. Gestern gerietf) dahier ein Mann, ber Wittwer ist, mit seiner Haushälterin in Streit, in Folge besten er letzterer mit einem Messer zwei Sticke beibrachte. Hieraus nahm berselbe ein Beil, mit welchem er | s i ch mit der scharfen Seite rnehreremale auf ben Kopf unb sodann die eine Hand beinahe abschlug. Die Ueberführung des Mannes in die Klinik zu Gießen hat ftattgefunben. Untersuchung ist im Gange.

Laubach, 24. Mai. Arn verflossenen Mittwoch wurde der älteste Mann in unserer Stadt, ber im neunzigsten Le bensjahr e verstorbene Conrector i. P. Konrab Schaab, zur letzten Ruhe bestattet. Das zahlreiche Trauer- geleite legte ein berebtes Zeugniß ab von ber Hochachtung unb Verehrung, bie ber Verblichene sich im Leben erworben hatte. Geboren ben 27. Juni 1800 zu Ruppertsburg, be­suchte Konrab Schaab, privatim vorbereitet, von 182022 das Seminar zu Fnebberg. Ein besonderes Zeichen ber Strebsamkeit unb bes treuen Fleißes, ber ihn bis in fein höchstes Alter auszeichnete, ist, baß er 1834 sich mit bestem Erfolge bem Geometer-Examen unterzog. Daneben war er erfüllt mit einem lebhaften Sinn für gemeinnützige Thätigkeit. Er war einer ber Mitbegrünber unb langjähriges Ausschuß - - mitglied ber Sparkaste, Director ber Vorschußkasse, Mitbe­grünber unb Vorstanbsmitglieb bes Musik- unb bes Gesang- | Vereins, sowie auch des Turnvereins zu Laubach. Auch ein

Doch energisch legte Isidor Jerusalem seine breite, be­ringte Hand auf bas Kleibungsstück.

Nichts ba, Herr Graf! Se sinb e feiner Mann, e nobler Manu, e Cavalicr, aber ich mache keine Ausnahmen im Geschäft, des Fräckchen bleibt bei mir, bis Se mir bringen 1 wieder des andere Röckchen!"

Da jede Minute kostbar, ließ Bach sich auf keinen Dispur mit Herrn Jerusalem ein, vielmehr seinen funkelnagelneuen, bierbuftenben Frack in besten Hänben.

Schraps machte ein höchst erstauntes Gesicht, als sein Herr atemlos in bas Zimmer stürzte. Mit einem Blick aber auf bie weiße Weste unb bas gestickte Chemisette er­kannte ber gemanbte Kammerbiener bie Situation insoweit, daß er es wußte:Deinem Herrn ist auf der Hochzeit ein kleines Malheur passirt."

Schraps war nur in vornehmen unb zwar höchst vor­nehmen Häusern thätig gewesen unb wußte, baß man der­artige kleine Mißgeschicke mit möglichstem Stillschweigen wieder gutmachen müsse. Ohne daher ein Wort zu verlieren, legte er die nöthigen Kleidungsstücke zurecht unb nach Verlaus einer Viertelftunbe war der schöne Assessor metamorphosirt.

Als aber Bach ben geliehenen Frack anzog, rief Schraps aus vollster Ueberzeugung:

Herr Baron, in bem Kleibungsstück können Sie un­möglich ausgehen!"

Aber warum benu nicht, Schraps?" wunberte sich Bach,zwar sind bie Aermel etwas kurz, boch bas schabet weiter nichts."

Aber, Herr Baron, hinten auf dem Rücken ist ein großer Oelfleck!"

(Schluß folgt.)

ausnahmsweise vom Beginn ber Krankheit ab Krankengelb gewährt werben. Im Uebrigen soll sich biefe Kasse ben Bestimmungen des bestehenben Krankenkassen-Gesetzes vom 15. Juni 1883 anschließen.

Die Kammer hat beschlossen, vor Beschlußfassung über diesen Gegenstand Ermittelungen über die Nothwendigkeit und Durchführbarkeit dieser Vorschläge zu erheben und wären derselben Aeußerungen und Vorschläge hiesiger Geschästsfirmen sowie deren Angestellten zu dieser Frage erwünscht.

Der Vorstand ber im Sommer 189! in Frankfurt a. M. | ftattfinbenben internationalen eleetrotechmschen Ausstellung hat ber Kammer Anmclbebogen zu derselben nebst Programm unb I Ausstellungs-Orbnung zur Uebermittelung an Interessenten j übersandt. Letztere werden deshab gebeten, sich im Bebürsniß- falle an bie Kammer zu wenben unb barauf aufmerksam gemacht, baß bie Anmelbung zur Ausstellung burck Aus­füllung unb Unterzeichnung ber Anmclbebogen zu geschehen hat und baß bie Anmelbebogen vor bem 1. Juli 1890 an I den Vorstand ber Electrvtechnischen Ausstellung in Frank- I furt a. M. einzusenden sinb, widrigenfalls der Vorstand für Platzbeschaffung nicht mehr garantiren kann.

°Von der Handels- unb Gewerbekammer in Wien sind uns bie Bestimmungen des Österreichischen Rechts betr. bie I Neuregistrirung unb Erneuerung ber Registrirung von gewerb- I lichen unb Hanbelsmarken zur Kenntnißnahme unterbreitet worben. Dieselben können auf dem Bureau ber Kammer eingesehen werben.

Unsere gestrige Mittheilung über bie Verhaftung bes I Einbrechers Ketter berichtigen wir bahin, daß :c. Ketter nicht von einer gemeinsamen Genbarmerie- unb Schutzmanns­patrouille, ionbern lebiglich von ben Genbarmen Heppner unb Schwarz vom hiesigen District festgenommen würbe.

Friedberg, 28. Mai. S. K. H. ber Großherzog reiften | heute früh in Begleitung bes Oberst Wernher, beauftragt I mit ben Functionen bes Generalabjutanten, nach Darmstabt. Se. Königl. Hoheit nahmen bort heute Vormittag im Resibenz- schlasse Vorträge unb Melbungen entgegen unb werben im Laufe bes Abends wieder hierher zurückkehren.

S. K. H. ber Erbgroßherzog unb I. Gr. H. Prinzessin Victoria, Prinzessin Lubwig von Battenberg, I begaben sich heute Vormittag, einer Einladung Ihrer Majestät ber Kaiserin Fisiebrich folgenb, nach^ Homburg unb kehren heute Abenb hierher zurück.

cf Villingen, 26. Mai. Den Arbeitern an der neuen Bahn, welche am ersten nächsten Monats eröffnet wird, ist gestern ein schöner Tag bereitet worben. Es kam ein mäch­tiges Faß (etwa 500 Liter) Vier an, welches in ber Nähe ber Schmiebe im Walbc getrunken würbe. Das wundervolle Maiwetter, die herrliche Waldluft und ber gute Stoff führten I schnell bie richtige Feststimmung herbei. Gegen Abend zogen bie Festtheilnehmer nach bem Dorfe. Jeber hatte sich einen Kranz aus Eichen- ober B^henlaub gemacht- ein Orchester, bcstehenb aus zwei Ziehharmonikas unb einer Trompete, hatten die Leute selber unter sich zusammengebracht. Mit geschulterten Spaten unb in bröhnenbem Gleichschritt (man sah ben meisten an, baß sie Militär waren) marschirten sie in bas Dorf herein, wo sich der Zug auflöste.