Ausgabe 
30.3.1890
 
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Neueste Nachrichten.

WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 27. März. DerReichsanzeiger" meldet: Der Kaiser verlieh dem Staatsminister Grasen Bis­marck das Kreuz' der Großcomthure des Hohenzollernschen Hausordens.

DerReichsanzeiger" veröffentlicht den kaiserlichen Erlaß, nach dem Gras Bismarck auf seinen Antrag aus dem Amt in Gnaden entlassen wird.

Berlin, 27. März. DerKöln. Ztg." wird von hier telegraphirt: Nachdem Graf Alvensleben die Berufung als Staatssecretär des Auswärtigen Amts abgelehnt hat, ist jetzt der badische Gesandte am hiesigen Hofe und Bundes­raths-Bevollmächtigte Freiherr v. Marschall für dieses Amt in Aussicht genommen worden und hat die an ihn ergangene Berufung angenommen.

Berlin, 27. März. Director Bohsen ist hier aus Ostafrika eingetroffen und hat der ostafrikanischen Gesell­schaft, wie man hört, über die dortige Lage für die deutschen Colonialinteressen günstige Nachrichten überbracht.

Gelsenkirchen, 27. März. Aus der ZecheWilhelmine Victoria" ist heute Mittag ebenfalls ein Strike aus­gebrochen.

Esten, 27. März. DieRhein.-Westf. Ztg." berichtet: Auf der ZecheConsolidation" bei Schalke sind bei der heutigen Morgenschicht 76 von 430 Bergleuten mit Schicht I, 75 von 410 mit Schicht H, 210 und 470 mit Schicht III angefahren. AusHibernia" sind Morgens 400 von 500 nicht angesahren. Die ZecheConsolidation" theilt ihren Abnehmern mit, daß in Folge des Ausstandes Kohlenlieserungen unmöglich seien. Auf den ZechenShamrock",Wilhelmine" undVictoria" arbeitet Alles.

Hamm-Soest, 27. März. Bei der gestrigen Nach­wahl ist Landgerichtsrath Schneider, nationalliberal, mit 7650 Stimmen gegen Racke, Centrum, 6800 St., gewählt worden.

Chemnitz, 27. März. In der Webwaarensabrik Karl Dürfeld (Alt-Chemnitz) stellten 200 Weber und Weberinnen die Arbeit ein. Auch in der hiesigen mechanischen Weberei der Gebr. Göritz brach ein Strike aus.

Chemnitz, 27. März. Die anläßlich der Lohnbewegung gebildete Vereinigung der Webw aarensabrikanten soll beschlossen haben, von der Kündigungsfrist gegenüber den Arbeitern abzusehen und die Fabriken zu schließen, falls die Arbeiter in der Fabrik eines zur Vereinigung gehörigen Fabrikanten ohne vorherige Kündigung striken und, wenn eine eigens hierfür einzusetzende Commission die Grundlosigkeit des Strikes dargethan, die Wiederaufnahme der Arbeit trotz­dem verweigern. Zur Commission sollen außer den Ver­tretern aus Fabrikantenkreisen auch je eia Arbeiterdelegirrer jeder Fabrik durch die Fabrikanten, je zwei dergleichen durch die Arbeiter ernannt werdet.

Wien, 27» März. DerPolit. Corr." wird aus Kon­stantinopel gemeldet, in türkischen Kreisen werde die Ueber- zeugung ausgedrückt, ba&. imr ü rf f r.Lt± a ü.v-fo n 1 Bismarck keinen Wechsel der für die Türkei freundlichen Politik Deutschlands bedeute- das Verbleiben des Herrn v. Radowitz, in welchem die türkischen Kreise den Hauptträger der freundschaftlichen Beziehungen erblicken, flößt denselben lebhafte Befriedigung ein.

Paris, 27. März. Sicherem Vernehmen nach berichtete im heutigen Ministerrathe Ribot über die Arbeiten der Berliner Conferenz. Da voraussichtlich die Sitzungen am Samstag geschlossen würden, beabsichtigten die französischen Delegirten, Berlin am Montag zu verlassen. Etienne machte Mittheilung von einem neuerdings bei Kotonu stattgehabten Kamps, wobei die Colonialtruppe drei Todte und zwölf Ver­wundete hatte. Dem Vernehmen nach beabsichtige Deroulede den Minister des Innern Constans wegen der Diäten zu interpelliren, welche sich die Municipalräthe bewilligten.

Paris, 27. März. Den Morgenblättern zufolge haben die Arbeiter der Schlachthäuser von La Vilette beschlossen, übermorgen zu feiern und eine Demonstration zu ver- | anstalten.

Christiania, 27. März. Der Gemeinderath setzte einen Ausschuß ein, um über den festlichen Empfang des deutschen Kaiserpaares zu berathen.

Madrid, 27. März. Im Senat verlas der Präsident einen Befehl des Kriegsministers, wonach General Daban mit zweimonatlichem Arrest belegt wird. Der Befehl rief lebhafte Protestrufe hervor. Der Marquis Sardoal be­merkte, da Daban Senator sei, könne er nicht ohne vor­gängige Genehmigung des Senats bestraft werden. Es heißt, daß die Rede davon sei, eine besondere Commission zur Berichterstattung über das Verfahren der Regierung zu ernennen.

Madrid, 27. März. Die Kammer nahm den Gesetz­entwurf betreffend das allgemeine Stimmrecht an.

Athen, 27. März. Die Königin hat heute Abend 6 Uhr ihre Reise nach Petersburg über Odessa angetreten.

Canea (Kreta), 27. März. Amtlicher Meldung zufolge hat die Pforte die auf Einsperrung lautenden kriegsrechtlichen Verurteilungen ausgehoben und in Geldstrafen umgewandelt.

Bukarest, 27. März. Die Parlamentssession wurde bis zum 28. März alten Stils (9. April) verlängert.

Belgrad, 27. März. Dem Vernehmen nach erfolgt in Rücksicht auf das Zusammentreten des Staatsraths die Neu­bildung des Cabinets in nächster Zeit. Gruic wird wohl die Bildung des Cabinets übernehmen und das Porte­feuille des Aeußeren beibehalten.

Sofia, 27. März. DieSwoboda" sagt, Frankreich müsse sich nach Ablauf der Handelsconvention mit der Türkei an Bulgarien wenden. Wenn dies nicht geschehe, bewahre sich Bulgarien gegenüber den französischen Maaren seine Actionssreiheit.

Wie dieAgence Balcanique" meldet, sind in der

Angelegenheit Panitza abermals drei Offiziere verhaftet worden. Es habe sich ergeben, daß zwei Pläne bestanden, bei welchen eS sich um die Entführung des Prinzen Fer­dinand und um die darnach einzuleitende Action gehan­delt habe. ______________

Darmstadt, 28. März. Die Stadtverordneten-Versamm- lung ernannte den Fürsten Bismarck zum Ehren­bürger Darmstadts.

Loyale» «nd provinsiclUs.

Gießen, 28. März.

Die von dem Nationalliberalen Verein auf gestern Abend in Steins Garten einberufene Wählerversammlung war sehr zahlreich besucht. Herr Landgerichtsrath Schäfer er­öffnete die Versammlung mit dem Hinweis auf den Zweck I derselben, bemerkend, daß zunächst der Candidat der Partei, Herr Heyligenstädt, sich den Wählern vorstellen und dann Herr Dr. Osann aus Darmstadt zu einem weiteren Vor­trage das Wort nehmen werde. Herr Heyligenstädt I führte hieraus in seiner Ansprache aus, daß er nicht um der 1 Ehre, sondern um der Sache der nationalliberalen Partei willen die ihm angebotene Candidatur angenommen. Nicht parlamentarisch, d. h. in dem Sinne geschult genug, um mit einer Candidatenrede vor seine Wähler zu treten, habe er sein Programm schriftlich der Oeffentlichkeit übergeben, er erkläre hiermit mündlich seine Anerkennung desselben- gleich­zeitig spreche er seinen Dank sür das in ihn durch Ueber- tragung der Candidatur gesetzte Vertrauen an dieser Stelle aus. Die Ziele der nationalliberalen Partei vor,der Versammlung dar­zulegen, habe Herr Dr. Osann übernommen. Herr Dr. Osann ergriff hierauf das Wort zu einer 1 i/Mndigen Ansprache und leitete dieselbe mit der Bemerkung ein, daß er geglaubt habe, mit der Stichwahl am 28. Februar auch im hiesigen Wahlkreis den Wahlkamps beendet zu sehen, leider habe mit der nothwendig gewordenen Nachwahl eine Vermehrung der Candidaten sich ergeben, indem die Conservativen, die stets sür die Nationalliberalen eingetreten, einen eigenen Candidaten aufgestellt. Was die mit so bedeutendem Erfolge arbeitende antisemitische Partei betreffe, so müsse das Auftreten derselben, weil nach ihren Bestrebungen eine ganze Bevölkerungsklasse rechtlos gemacht würde, bedauert werden, umsomehr, als ihr namentlich auf dem Lande, wo die nationalliberale Partei im Vergleich zur Stadt eine starke sei, so mancher kräftige ! nationalliberale Baum zum Opfer gefallen sei. Die antisemi­tische Partei habe, ebenso wie die übrigen der nationalliberalen Partei gegenüberstehenden Parteien, der Deutschsreisinn nicht zum wenigsten, ihre Erfolge dem Heranziehen unzufriedener Elemente zu verdanken - sie werde auch wieder so verschwinden, wie sie gekommen. Die nationalliberale Partei sei bei den letzten Wahlen unterlegen, das sei wahr, dies könne und dürfe aber nicht entmuthigen. Auch andere Parteien seien früher unterlegen, er verweise wieder auf die Deutschsreisinnigen, aber immer sei denselben ihre Niederlage ein Sporn zu um ^auov Ctipuijtoi* gowofctt, uni> ntd)t ohno Cfrfofß Di« nationalliberale Partei, gegen welche alle Parteien sich zu dem Zwecke geeinigt, sie tobt zu machen und welche nun auch im Wahlkreise Gießen von ihren Freunden, den Conservativen, bekämpft werde, solle deshalb sich nicht entmuthigt zeigen, sondern rüstig an die Arbeit gehen, sich andere Parteien zum Vorbild nehmen- wenn die Partei unterlegen, so sei sie zum großen Theile selbst schuld, indem sie es nicht verstanden, sich den veränderten Zeitverhältnissen anzupassen, sie dürfe es nicht unterlassen, mit der Bevölkerung, mit ihren Verhältnissen Fühlung zu behalten. Herr Dr. Osann characterisirte hieraus die hauptsächlich in Betracht kommenden Parteien, einen Ver­gleich zwischen ihnen und der nationalliberalen Partei ziehend und daran die Mahnung knüpsend, auch nach den Wahlen im Interesse der nationalliberalen Partei, die nicht, wie es die Gegner gewollt, vernichtet, sondern nur in der Zahl ihrer Abgeordneten geschwächt worden sei, thätig zu sein. Redner hob hieraus aus dem Programm des Herrn Heyligenstädt Einiges hervor, um die Stellung der nationalliberalen Par­tei im Vergleich zu derjenigen anderer Parteien zu demselben zu beleuchten und Veranlassung zu nehmen, aus einige der nationalliberalen Partei gemachte Vorwürfe einzugehen.

Der nationalliberalen Partei sei u. A. der Vorwurf ge­macht worden, sie sei nur eine Partei des Jasagens, sie sei mit allem zufrieden, was Bismarck wolle. Dem gegenüber müsse denn doch gesagt werden, daß die Partei alle die Inter­essen des Vaterlandes berührenden Vorlagen geprüft habe und auch prüfen werde, nachdem Fürst Bismarck nicht mehr im Amte sei. Und könne denn der nationalliberalen Partei daraus ein Vorwurf gemacht werden, wenn sie sich aus die Seite eines Mannes gestellt, der stets das Wohl des deutschen Vaterlandes im Auge gehabt, bis in sein hohes Alter mit klarem Geiste sür dasselbe thätig gewesen, der Deutschland groß gemacht, demselben in der ganzen Welt zu so großem Ansehen verholfen habe? Die Partei habe in der Person des ! Herrn Heyligenstädt einen Candidaten gefunden, der aus eigener Kraft sich eine Stellung im Leben errungen, in welcher er eigentlich nicht nöthig habe, so schlicht und be­scheiden zu sein. Es sei nicht richtig, anzunehmen, daß ein zum Reichstagsabgeordneten bestimmter Mann unbedingt ein großer Redner sein müsse, im Gegentheil, er sür seine Person möchte fast wünschen, daß im Reichstage weniger geredet, desto mehr gehandelt würde, mit vielem Reden sei noch kein Gesetz zu Stande gekommen, die Hauptarbeit werde in den Commissionen verrichtet, dort könne der practische, die Wünsche und die Bedürfnisse seiner Wähler kennende Mann, wie die Partei in Herrn Heyligenstädt ihn gesunden, thätig sein. Er (Redner) würde sich freuen, Herrn Heyligenstädt im Reichs­tage begrüßen zu können. Möge deshalb jeder echte deutsche I Mann seine Stimme Herrn Heyligenstädt geben und sür dessen Wahl alles aufbieten. Lebhafter Beifall lohnte die I hier nur in kurzen Umrissen wiedergegebenen Ausführungen I des Herrn Dr. Osann. Herr Landgerichtsrath Schäfer

forderte in seinem Schlußwort die Anwesenden auf, Alles aufzubieten, um der nationalliberalen Sache, der Candidatur des Herrn Heyligenstädt zum Siege zu verhelfen. Einem alten Brauche gemäß werde die Versammlung nicht aus­einandergehen, ohne den Gefühlen deutscher Männer sür ihr Vaterland und sein Oberhaupt auch äußerlich Ausdruck zu geben, er fordere die Anwesenden deßhalb auf, mit ihm einzustimmen in den RufUnser deutsches Vaterland, Se. Majestät der Kaiser leben hoch!" Nachdem das Hoch verklungen, erklärte der Vorsitzende die Versammlung für geschlossen. Wie bereits angeführt, war die Versammlung sehr zahlreich besucht, nicht nur von Angehörigen der nationalliberalen Partei, sondern alle Parteien waren vertreten. Vom Stand­punkte des unparteiischen Beobachters aus ist wohl nicht zu viel behauptet, wenn gesagt wird, daß die Rede des Herrn Dr. Osann bei allen Anwesenden den denkbar besten Ein­druck gemacht hat, klar legte der Redner seine Ansichten dar, ohne auch nur im Entferntesten dieser oder jener der von ihm erwähnten Parteien zu nahe zu treten.

Im großen Saale des Cafe Leib tagte zur gleichen Zeit die vom freisinnigen Wahlcomitv einberufene allgemeine Wähler- Versammlung. Dieselbe war ungemein zahlreich besucht, so daß es verspäteten Ankömmlingen schwer gelang, noch Eintritt zu finden- Saal und Gallerten waren völlig besetzt. Herr Stadtverordneter Scheel eröffnete die Versammlung mir dem Hinweise, daß die Herren Georgi und Metz sich noch aus Wahlreisen befänden und er deshalb mit dem Vorsitze betraut sei. Er stellte den erschienenen freisinnigen Candidaten Herrn Landrichter Dove aus Frankfurt a. M. vor, der, schon bei seinem Eintritte in den Saal mit anhaltendem Beifall begrüßt, nun das Wort ergriff, um sein Programm zu entwickeln. Herr Dove schilderte den Ernst der gegenwärtigen politischen Lage und legte dar, wie er, der schon seit Jahren unentwegt zur sreisinnigen Sache halte in Treue zu Kaiser und Reich, auch künftig den von ihm für richtig erkannten freiheitlichen Grundsätzen getreu zu bleiben gedenke. Er halte hoch das allgemeine und freie Wahlrecht, er sei gegen jede Wahlbeein­flussung, für dreijährige Legislaturperioden, für Wahrung der Volkstümlichkeit der Wahlen durch Bewilligung von Diäten an die Abgeordneten. Er werde, so wenig als seine Partei zu rütteln versuchen an der Heereskraft des Reichs, aber Sparsamkeit üben, wo immer sie möglich sei, insbesondere in Bezug aus die übermäßige Ausdehnung der Marine und zweifelhafte Colonialunternehmungen.

Er sei für Schonung der Volkskräfte durch Einführung der zweijährigen Dienstzeit, sür gerechte Vertheilung der Steuern und Abgaben nach der Leistungsfähigkeit der Be­völkerung, gegen zu große Belastung der nothwendigen Lebensbedürfnisse, für eine Reichseinkommensteuer aus die größeren Einkommen. Er sei für Ausbau unserer Rechts­einheit, Verbesserung der Militärstrafproceßordnung, Ein­führung der Berufung in Strafsachen, Entschädigung un­schuldig Verhafteter, Beseitigung der Härten im Proceßkosten- wesen. Er habe stets die Pflichten des Staates zur Hilfe ans sncialpolitischem Gebiete erkannt und daher auch die neueste Bewegung zur Schaffung eines Arbeiterschutzes freudig begrüßt. Das Socialistengesetz verwerfe er, wie jede Aus­nahmegesetzgebung aus politischem oder kirchlichem Gebrere. Daher trete er auch mit allem Ernste der im Kreise hoch­gehenden antisemitischen Bewegung entgegen, welche in schneidendem Widerspruche stehe mit den Grundsätzen der Humanität und Gerechtigkeit, aus deren Uebung Deutschland seither stolz gewesen sei. Redner schloß mit dem Hinweise, daß er einig zu sein bitte in der Ablehnung dieser schmach­vollen Agitation- er verwerfe die politische Gehässigkeit und Anfeindung und rechne auf die friedliche Mitarbeit aller ein­sichtigen Parteien für das Wohl des Vaterlandes.

(Schluß folgt.)

Bad Nauheim, 26. März. Im Laufe der vorigen Woche wurde der hiesige Gemeindewald von Mitgliedern der Forst­behörde, darunter Oberforstrath Willbrand, sowie der Ge­meinde- und Badebehörde begangen. Wie wir hören, werden noch im Lause dieses Frühjahrs neue Weganlagen daselbst hergerichtet. Das sehr practisch eingerichtete und mit einer kleinen Wohnung versehene neue Wirtschaftsgebäude in dem i/4 Stunde von hier entfernten Hochwalde wird mit dem 1. April verpachtet und sind Angebote bis zu diesem Termin dahier auf der Bürgermeisterei einzureichen. Da der Hoch­wald ein beliebter Ausflugsort ist und besonders im Sommer von Kurgästen und Personen aus dem nahegelegenen Fried­berg sehr stark bei günstiger Witterung besucht wird, so wird bei Verabreichung guter Speisen und Getränke die Wtrth- schast jedenfalls sich zu einer sehr rentablen gestalten. Das erst vor einigen Jahren auf dem Forsthause Winterstein errichtete Wirthschaftsetablissement war im Laufe des vorigen Jahres von 6000 Fremden besucht, darunter 3000 Kurgäste, ein Beweis, welch ein Bedürfniß vorlag zur Errichtung einer Gastwirthschaft daselbst. Das Badehaus Nr. 1 wird mit dem 1. April eröffnet.

Der hier in gesellschaftlichen Kreisen allgemein be­liebte Bahnassistent Föhr wird mit dem 1. April als Stationsausseher aus die Bahnstation Windecken-Heldenbergen versetzt.

vermrischter.

* Darmstadt, 26. März. Am Sonntag ist in der vormals Böttinger'schen Brauerei an der Griesheimer Chaussee ein gutes Rechenexempel practisch angewandt worden. Zwei hiesige Lehrer machten. mit einer Anzahl Schüler einen Spaziergang und kehrten nachher in gen. Wirthschaft ein. Aus die Frage des einen Lehrers, was ein Butterbrod kostt, wurde erwidert: 15Psg., woraus der Lehrer, nach Durchsicht der Speisekarte, für jeden Schüler Butterbrod und Handkäse bestellte, was zusammen 20 Psg. kostete. Nachdem der Lehrer nun noch für 3 Pfg. Brod nachbestellt, hatte er jedeSmal