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2 Stück Butterbrot) und 1 Handkäs für 23 Pfg., während 2 Butterbrode allein 30 Pfg. gekostet hätten.
*△ Mainz, 27. März. Ein blutiges Drama, in welchem zwei Offiziere der hiesigen Garnison die Hauptrollen spielten, bewegt heute die Gemüther von Mainz. Premierlieutenant Stoll von der 4. Jngenieur-Jnspection lauerte verflossene Nacht dem aus einer Gesellschaft heimkehrenden Hauptmann Salm vom 118. Infanterie-Regiment vor dessen Wohnung auf und schoß demselben drei Kugeln in den Leib. Zwei Kugeln gingen Hauptmann Salm in den Unterleib und eine in den Rücken und verletzten denselben lebensgefährlich. Von mehreren Personen verfolgt, schoff^keutenant Stoll eine glücklicher Weise ihr Ziel verfehlende vierte Kugel auf seine Verfolger ab und entleibte sich dann selbst mit einem wohlgezielten Schuß in den Kopf. Lieutenant Stoll hatte sich so gut getroffen, daß sein Tod sofort eintrat. Als die die Leiche umstehenden Personen den Revolver aus der Hand des Selbstmörders nehmen wollten, entlud sich eine sechste Kugel, ohne indeß weiteres Unheil anzurichten. Der schwerverwundete Hauptmann, sowie die Leiche des Lieutenants, bei deren Entkleidung man noch ein großes Dolchmesser vorsand, wurden sofort in das nahe Rochushospital verbracht, wo eine Reche Militär- und Civilärzte sich des Verwundeten annahmen, lieber das Motiv der unseligen That durchschwirren die verschiedenartigsten Gerüchte die Stadt, von welchen folgende Bsersion den meisten Anspruch auf Glaubwürdigkeit hat. Der bei seinen Kameraden als sehr excentrisch bekannte Lieutenant Stoll, der von Heidelberg aus einer wohlhabenden Familie jtLMmt, hatte die Absicht, von den Pionieren zu der Infanterie üb'erzutreten — oder wie er sich öfters selbst ausdrückte, den schwarzen mit dem rothen Kragen zu vertauschen. Zu diesem BChufe trat er im verflossenen Jahre zur Dienstleistung in do s 118. Infanterie-Regiment und wurde der Compagnie des hrnuptmanns Salm zugetheilt. Nach Absolvirung dieses Cnmmandos trat Stoll, der an der Grenze stand, Hauptmann zu werden, wieder zu den Pionieren zurück. Stoll glaubte nun, nach der Versicherung mehrerer seiner Kameraden, daß er durch einen Bericht des Hauptmanns Salm in seiner Kirriere behindert worden, wodurch ihn ein glühender Haß gegen den Hauptmann erfüllte, der ihn schließlich zu det unseligen That trieb. Stoll war in der letzten Zeit in Köln und ist extra zu der That hierhergefahren. Hauptmann Salm, der aus Aachen gebürtig ist, wird allgemein als ein strenger, aber gerechter Charaeter geschildert. Beide Offiziere (ab unverheirathet. — Hauptmann Salm ist heute Nachmittag gestorben.
* Wer behauptet, daß aus unserer aufgeklärten Zeit der Marchenzauber geschwunden sei? Von einem Schatzgräber
haben wir heilte zu berichten, einem Elsässer Bauern. Der gute Mann kam neulich gegen Abend — so erzählt die „Straßb. Post" — von einem Besuch im Nebendors auf seinem Rückweg nahe an die Stelle, wo früher ein blühendes, durch den dreißigjährigen Krieg vollständig eingeäschertes Dors gestanden haben soll. Nattirlich dachte er an dort verborgene Schätze, und siehe, aus einmal erblickt er ein bläuliches Flämmchen aus dem Boden heraussteigen, verschwinden und wiederkommen. Er bleibt mit hochklopfendem Herzen stehen, betrachtet die Erscheinung einen Augenblick und, schnell entschlossen, sich des Schatzes zu bemächtigen, geht er behutsamen Schrittes, um die Geister nicht zu wecken, seine Mütze in der Hand, zur Stelle, wirft die Mütze auf den Geist, nimmt eilenden Schrittes seine Beute mit und freut sich des glücklichen Fundes, bis er endlich mit jähem Schmerzensschrei Alles aus der Hand wirft. Hatte ihn der Geist gebissen? Nein! Als er wieder auf den Boden zu schauen wagte, da lag seine Mütze in Fetzen und rauchend. Nicht ein Schatz war es, was er ersaßt hatte, sondern die noch glimmenden Kohlen eines Heckenseuers!
* Seligenstadt, 25. März. Dieser Tage ereignete sich hier der seltsame Fall, daß man für einen Todten zwei Särge von verschiedenen Schreinermeistern nach dem Sterbehause verbrachte und damit bei den Hinterbliebenen nicht geringes Erstaunen erregte. Von zwei Angehörigen des Verstorbenen hatte nämlich jeder ohne Vorwissen des anderen bei dem ihm genehmen Schreiner einen Sarg bestellt, welche denn auch zur bestimmten Stunde anlangten.
* Weimar, 25. März. In unserem Landtage wurde gestern das von der Regierung eingebrachte Gesetz über die Unfallversicherung der Mitglieder der Feuerwehren, daS erste derartige Gesetz in Deutschland, angenommen und ein Jahresbeitrag von 5000 Mk. zur Feuerwehr-Unfallkasse aus Staatsmitteln bewilligt.
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Frankfurter Stadttheater.
Nach soeben getroffener Abmachung mit der gefeierten Sängerin Frau Marcella Sembrich wird die Künstlerin ein jroettcS un- letztes Mal nächsten Montag den 31. März im Frankfurter Operm Hause als Gast auftreten und zwar abermals in einer von dersewen hier noch nicht gesungenen Partie, derjenigen der „Regimentstochter , wodurch der Künstlerin Gelegenheit wird, sich für diesmal in ein« eigentlichen Coloratur - Partie vom hiesigen Publikum zu verav- schieden.
Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
Sonntag Palmarum, 30. März.
Allgemeiner Buß- und Bettag.
Vormittags 9V2 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Abends 6 Uhr: Pfarrer vr. Naumann.
Nach beiden Gottesdiensten Collecte für hilfsbedürftige inländische evangelische Gemeinden.
Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser.
Am Gründonnerstag, 3. April: Beichte und heiliges Abendmahl.
An den beiden Ofterfeiertageü wird Vormittags 9Vs Uhr auch Gottesdienst in der Friedhofskapelle gehalten werden.
Die P f a r r g e s ch ä f t e in der Woche vom 30. Marz bis 5. April besorgt Pfarrer Schlosser.
Katholische Gemeinde.
Palmsonntag, 30. März.
Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um Vr» Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. _ , , cr
Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um Vr7 Uhr Austheilung der hl. Kommunion; um V-8 Uhr Frühmesse; um 8/<10 Uhr Palmenweihe und darauf Hochamt. Nachmittags um V>3 Uhr Passionsandacht. Abends um 6 Uhr -Fastenpredigt.
Gründonnerstag, 3. April.
Mittwoch: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um Vr8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.
Donnerstag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um Vs7, um 7 und um Va8 Uhr Austheilung der hl. Kommunion; um 8/<10 Uhr Hochamt. Abends um 6 Uhr Passtonsandacht.
Charfreitag, 4. April. , , - ,.
Freitag: Morgens um 7 Uhr Aussetzung des hochwürdrgsten Gutes; um 8/<10 Uhr Hochamt. Abends um 6 Uhr Predigt und Passionsandacht.
Charsamstag, 5. April.
Samstag: Morgens um 7 Uhr Beginn der hl. Weihen; um 8 Uhr Hochamt. Nachmittags um 4 Uhr und Abends um Vi8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.
Gottesdienst in der Synagoge.
29. März.
Freitag Abend 6o° Uhr, Samstag Morgen 830 Uhr, Samstag Mittag 3oo Uhr, Samstag Abend 7“ Uhr.
Holzversteigerung.
Dienstag de« 1« und Mittwoch den 2. April, Vormittags 9 Uhr anfangend, soll im Leihgesterner Gemeindewald nachstehendes Holz ver- päigert werden:
4 Raummeter Nadel-Scheit, 208 „ „ -Knüppel,
45 „ „ -Stöcke,
15-480 Nadel-Wellen, hierunter 1300 lange Wellen, sich zu Spalierlatten eignend,
8 Eichen-Slämme mit 1,50 Festmeter,
69 Nadel-Stämme mit 14,31 Festmeter,
234 Nadel-Derbstangen mit 16,55 Festmeter.
Zusammenkunft in Abteilung Hang.
Stamm- und Stangenholz kommt m ersten Tag zum Ausgebot.
Leihgestern, am 27. März 1890. Großh. Bürgermeisterei Leihgestern.
Heß. 2760
Rutz- und Brenn- Holz-Verkauf.
Am Dienstag den 1. April d.. I. sollen in der Waldung zu Niordeck meistbietend versteigert werden: Fichtenstangen: 2 Stück II. Klaffe,
58 „ H. u
258 „ IV. „
220 „ V. „
220 „ VI. „
2015 „ VII. „
22 Rm. Buchen-Scheit,
15 „ Buchenprügel,
35 „ Buchenstockholz,
305 „ Buchenzopfreisig,
1170 „ Buchenstammreifig,
130 „ Weichholz,
15,5 „ Fichtenprügel, 3,5 , Fichtenstockholz, 140 y Fichtenreisig.
Versammlung bei der Stelzen- buch'schen Wirthschast in Nordeck, v oselbst auch bei ungünstiger Witte- mng die Versteigerung stattfindet.
Marburg und Nordeck, 27. März 1890. 2762
Der Waldvorstand.
Prima Kuhmist ß
M verkaufen. Lahnßraße 14.
Mobiliar- Versteigerung
Samstag den 29 März, Nachmittags 2 Uhr, werden die zum Nachlaß der Gg. Kanipo Mittmo gehörigen Gegenstände, als Haus- und Küchengeräthe, Kleider, Bettzeug, Weißzeug und bergt in deren Wohnung, Neuenbäue 7, gegen Baarzahlung versteigert. 2726
Tricottaillen, Tricotkleidchen, Tricotblousen, Tricotjäckchen
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